Heidelberg Catechism

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Der Heidelbergische Catechismus Kleve: Sitzmann, 1774 German
Heidelberger Katechismus Revidierte Ausgabe 1997 (Reformierter Bund) German
1. Sonntag
1
[3]Was ist dein einiger Trost im leben und im sterben?

Daß ich mit leib und seel1 beyde im leben und im sterben2 nicht mein, sondern meines getreuen Heylands JEsu Christi eigen bin,3 der mit seinem theuren blut für alle meine sünden vollkömmlich bezahlet,4 und mich aus allem gewalt des teufels erlöset hat,5 und also bewahret,6 daß ohne den willen meines Vaters im himmel kein haar von meinem haupt kan fallen,7 ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen muß,8 Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichert,9 und ihm forthin zu leben von herzen willig und bereit macht.10
  • 1. 1 Cor. 6, 19. 20. 1 Thess. 5, 10
  • 2. Rom. 14, 8
  • 3. 1 Cor. 3, 16. 23
  • 4. 1 Petr. 1, 19. 1 Joh. 1, 7 & 2, 2
  • 5. 1 Joh 3, 8. Hebr. 2, 14
  • 6. Joh. 6, 39
  • 7. Matt. 10, 30. Luc. 21, 18
  • 8. Rom. 8, 28
  • 9. 2. Cor. 1, 22. & 5, 5
  • 10. Rom. 8, 14
1
[7]Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir,1 sondern meinem getreuen Heiland2 Jesus Christus gehöre.3
Er hat mit seinem teuren Blut4 für alle meine Sünden vollkommen bezahlt5 und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;6 und er bewahrt mich so,7 daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel8 kein Haar von meinem Haupt kann fallen,9 ja, daß mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß.10
Darum macht er mich auch11 durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiß12 und von Herzen willig und bereit,13 ihm forthin zu leben.
  • 1. Röm 14, 8
  • 2. 1. Kor 6, 19
  • 3. 1. Kor 3, 23
  • 4. 1. Petr 1, 18.19
  • 5. 1. Joh 1, 7; 2, 2
  • 6. 1. Joh 3, 8
  • 7. Joh 6, 39
  • 8. Mt 10, 29-31
  • 9. Lk 21, 18
  • 10. Röm 8, 28
  • 11. 2. Kor 1, 21.22
  • 12. Eph 1, 13.14
  • 13. Röm 8, 15.16
2
[4]Wie viel stück sind dir nöthig zu wissen, daß du in diesem trost seliglich leben und sterben mögest?

Drey stück.1 Erstlich, wie groß meine sünd und elend seyen.2 Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werde.3 Und zum dritten, wie ich GOtt für solche erlösung sol danckbar seyn.4
  • 1. Luc. 24, 47. 1 Cor. 6, 11. Tit. 3, 3. 4. 5
  • 2. Joh. 9, 41. Rom. 3, 10
  • 3. Joh. 17, 3
  • 4. Ephes. 5, 10. 1 Pet. 2, 9. 10. 11. 12. Rom. 6, 11. 12. 13. Matt. 5, 16. 2 Tim. 2, 15
2
[9]Was mußt du wissen, damit du in diesem Trost selig leben und sterben kannst?1

Erstens: Wie groß meine Sünde und Elend ist.2
Zweitens: Wie ich von allen meinen Sünden und Elend3 erlöst werde.
Drittens: Wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein.4
  • 1. Lk 24, 46.47; 1. Kor 6, 11
  • 2. Tit 3, 3-7; Joh 9, 41; 15, 22
  • 3. Joh 17, 3
  • 4. Eph 5, 8-11; 1. Petr 2, 9-12; Röm 6, 11-14
Der erste Theil. Von des Menschen Elend.
Der erste Teil. Von des Menschen Elend
2. Sonntag
3
Woher erkennest du dein elend?

Aus dem gesetz GOttes.1
  • 1. Rom. 3, 20
3
[10]Woher erkennst du dein Elend?

Aus dem Gesetz Gottes.1
  • 1. Röm 3, 20
4
Was erfordert dann das göttliche gesetz von uns?

Diß lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22. cap v. 37. 38. 39. 40. Du solt lieben GOtt deinen HErren, von gantzem herzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und von allen kräften: Diß ist das fürnehmste und größte gebot: Das ander aber ist dem gleich: Du solt deinen nechsten lieben als dich selbst. In diesen zweyen geboten hanget das gantze gesetz und die propheten.
4
Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?

Dies lehrt uns Christus mit folgenden Worten:
»Du sollst den HERRN, deinen Gott,1 lieben von ganzem Herzen,2 von ganzer Seele3 und von ganzem Gemüt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.«
  • 1. Mt 22, 37-40
  • 2. Mk 12, 30.31
  • 3. Lk 10, 27
5
[5]Kanst du diß alles vollkömmlich halten?

Nein:1 Dann ich bin von natur geneigt GOtt und meinen nechsten zu hassen.2
  • 1. Rom. 3, 10. 1 Joh. 1, 8
  • 2. Rom. 8, 7. Ephes. 2, 3. Tit. 3, 3
5
[11]Kannst du das alles vollkommen halten?

Nein, denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen.1
  • 1. Röm 3, 10-12.23; 1. Joh 1, 8.10; Röm 8, 7; Eph 2, 3
3. Sonntag
6
Hat dann GOtt den menschen also bös und verkehrt erschaffen?

Nein:1 Sondern GOtt hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffen,2 das ist, in warhaftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auf daß er GOtt seinen schöpffer recht erkennte, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit ihm lebte, ihn zu loben und zu preisen.3
  • 1. Gen. 1, 31
  • 2. Gen. 1, 26. & 27
  • 3. 2 Cor. 4, 13. Coloss. 3, 10. Ephes. 4, 24
6
Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein.1 Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet:2 wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen.3
  • 1. 1. Mose 1, 31
  • 2. 1. Mose 1, 26.27
  • 3. 2. Kor, 3, 18; Kol 3, 10; Eph 4, 24
7
Woher kommt denn solche verderbte art des menschen?

Aus dem fall und ungehorsam unser ersten eltern Adam und Even im paradeiß:1 Da unsere natur also vergifftet worden, daß wir alle in sünden empfangen und gebohren werden.2
  • 1. Gen. 3. Rom. 5, 12. 18. 19
  • 2. Psalm. 51, 7. Gen. 5, 3
7
Woher kommt denn diese böse und verkehrte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva1 im Paradies.2 Da ist unsere Natur so vergiftet worden, daß wir alle von Anfang an Sünder sind.3
  • 1. 1. Mose 3
  • 2. Röm 5, 12.18.19
  • 3. Ps 51, 7
8
Seynd wir aber dermassen verderbt, daß wir ganz und gar untüchtig sind zu einigem guten und, geneigt zu allem bösen?

Ja:1 Es seye denn das wir durch den [6]Geist GOttes wieder geboren werden.2
  • 1. Joh. 3, 6. Gen. 6, 5. Job. 14, 4. & 15, 14. 16. & 35. Esa. 53, 6
  • 2. Joh. 3, 5
8
[12]Sind wir aber so böse und verkehrt, daß wir ganz und gar unfähig sind zu irgendeinem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja, es sei denn, daß wir durch den Geist Gottes1 wiedergeboren werden.2
  • 1. Joh 3, 6; 1.Mose 6, 5; Hiob 14, 4; 15, 14; 16, 35; Jes 53, 6
  • 2. Joh 3, 5
4. Sonntag
9
Thut denn GOtt dem menschen nicht unrecht, daß er in seinem gesetz von ihm fordert, das er nicht thun kan?

Nein:1 Denn GOtt hat den menschen also erschaffen, daß er es könte thun:2 Der mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, aus anstifftung des teufels durch muthwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.3
  • 1. Ephes. 4, 24
  • 2. Luc. 10, 30. &c
  • 3. Rom. 5, 12
9
Tut denn Gott dem Menschen nicht Unrecht, wenn er in seinem Gesetz etwas fordert, was der Mensch nicht tun kann?

Nein,1 sondern Gott hat den Menschen so erschaffen, daß er es tun konnte. Der Mensch aber, vom Teufel angestiftet,2 hat sich und alle seine Nachkommen durch mutwilligen Ungehorsam der Gabe Gottes beraubt.
  • 1. Eph 4, 24
  • 2. Röm 5, 12
10
Will GOtt solchen ungehorsam und abfall ungestrafft lassen hingehen?

Mit nichten:1 Sondern er zörnet schrecklich, beyde über angeborne, und würckliche sünden, und will sie aus gerechtem urtheil zeitlich und ewig strafen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im buch des gesetzes, daß ers thue.2
  • 1. Rom. 5, 12. Heb. 9, 27
  • 2. Deut. 27, 26. Galat. 3, 10
10
[13]Will Gott diesen Ungehorsam ungestraft lassen?

Nein,1 sondern er zürnt schrecklich über die sündige Art des Menschen und seine sündigen Taten. Beides will er nach seinem gerechten Urteil schon jetzt und ewig strafen, wie er gesprochen hat:
»Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes,2 daß er’s tue!«3
  • 1. Röm 5, 12; Hebr 9, 27
  • 2. 5. Mose 27, 26
  • 3. Gal 3, 10
11
Ist dann GOtt nicht auch barmhertzig?

GOtt ist wohl barmhertzig,1 er ist aber auch gerecht:2 Derhalben erfordert seine gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste majestät GOttes begangen ist, [7]auch mit der höchsten, das ist, der ewigen strafe, an leib und seel gestraft werde.
  • 1. Exod. 34, 6
  • 2. Exod. 20, 5. Psal. 5, 5. 2 Cor. 6, 14
11
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig,1 er ist aber auch gerecht.2 Deshalb fordert seine Gerechtigkeit, daß die Sünde, die Gottes Ehre und Hoheit antastet, mit der höchsten, nämlich der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft wird.
  • 1. 2. Mose 34, 6 – 7
  • 2. 2. Mose 20, 5; Ps 5, 5.6; 2. Kor. 6, 14-16
Der andere Theil. Von des Menschen Erlösung.
Der zweite Teil. Von des Menschen Erlösung
5. Sonntag
12
Dieweil wir denn nach dem gerechten urtheil GOttes, zeitliche und ewige strafe verdienet haben: Wie möchten wir dieser strafe entgehen, und wiederum zu gnaden kommen?

GOtt will daß seiner gerechtigkeit genug geschehe:1 Derwegen müssen wir derselbigen entweder durch uns selbst, oder durch einen andern vollkommene bezahlung thun?2
  • 1. Exod. 20, 5. & 23, 7
  • 2. Rom. 8, 3. 4
12
[14]Wenn wir also nach dem gerechten Urteil Gottes schon jetzt und ewig Strafe verdient haben, wie können wir dieser Strafe entgehen und wieder Gottes Gnade erlangen?

Gott will zu seinem Recht kommen,1 darum müssen wir für unsere Schuld entweder selbst oder durch einen anderen2 vollkommen bezahlen.
  • 1. 2. Mose 20, 5; 23, 7
  • 2. Röm 8, 3.4
13
Können wir aber durch uns selbst bezahlung thun?

Mit nichten: Sondern wir machen auch die schuld noch täglich grösser.1
  • 1. Job. 9, 2. 3. & 15, 15. Matt. 6, 12
13
Können wir aber selbst für unsere Schuld bezahlen?

Nein,1 sondern wir machen sogar die Schuld noch täglich größer.
  • 1. Hiob 9, 2.3; 15, 15.16; Mt 6,12
14
Kan aber irgend eine blosse creatur für uns bezahlen?

Keine: Dann erstlich will GOtt an keiner andern creatur strafen, das der mensch verschuldet hat.1 Zum andern, so kan auch keine blosse creatur den last des ewigen zorns GOt[8]tes wider die sünde ertragen, und andere davon erlösen.2
  • 1. Heb. 2, 14
  • 2. Psal. 130, 3
14
[15]Kann aber irgendein Geschöpf für uns bezahlen?

Nein, denn erstens will Gott an keinem anderen Geschöpf strafen,1 was der Mensch verschuldet hat. Zweitens kann kein Geschöpf die Last des ewigen Zornes Gottes gegen die Sünde ertragen und andere davon erlösen.2
  • 1. Hebr 2, 14-18
  • 2. Ps 130, 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein wahrer1 und gerechter mensch,2 und doch stärker dann alle creaturen, das ist, zugleich wahrer GOtt sey.3
  • 1. 1 Cor. 15, 21
  • 2. Ier. 23, 6. Esa. 53, 11. 2 Cor. 5, 14, Heb. 7, 16
  • 3. Esa. 7, 14. Rom. 8, 3. Jer. 23, 6
15
Was für einen Mittler und Erlöser müssen wir denn suchen?

Einen solchen, der ein wahrer und gerechter Mensch1 und doch stärker als alle Geschöpfe, also auch wahrer Gott ist.2
  • 1. 1. Kor 15, 21-22.25-26; Jer 33, 16; Jes 53, 11; 2. Kor 5, 21; Hebr 7,15–17
  • 2. Jes 7, 14; Röm 9, 5; Jer 23, 6
6. Sonntag
16
Warum mußte er ein wahrer und gerechter mensch seyn?

Darum, daß die gerechtigkeit GOttes erfordert,1 daß die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezahle: Und aber einer, der selbst ein sünder wäre, nicht könte für andere bezahlen.2
  • 1. Rom. 5, 12. 15
  • 2. 1 Petr. 3, 18
16
Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Die Sünde wird von den Menschen begangen,1 darum verlangt Gottes Gerechtigkeit, daß ein Mensch für die Sünde bezahlt; wer aber selbst ein Sünder ist, kann nicht für andere bezahlen.2
  • 1. Röm 5, 12.15
  • 2. 1. Petr. 3, 18; Jes 53, 3-5
17
Warum mußte er zugleich wahrer GOtt seyn

Daß er aus kraft seiner Gottheit1 den last des zorns GOttes an seiner menschheit ertragen, und uns die gerechtigkeit und das leben erwerben und wieder geben möchte.2
  • 1. Es. 53, 8. Act. 2, 24. 1 Petr. 3, 18
  • 2. Act. 20, 28, 1 Joh. 1, 2. & 4, 9. 10. Joh. 3, 16
17
[16]Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?

Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist,1 kann ein Mensch2 die Last des Zornes Gottes ertragen3 und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.4
  • 1. Jes 53,8
  • 2. Apg 2, 24
  • 3. 1. Petr 3, 18
  • 4. Joh 3, 16; Apg 20, 28; 1. Joh 1, 2
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer GOtt, und ein wahrer gerechter mensch ist?

Unser HErr JEsus Christus,1 der uns [9]zur vollkommenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt ist.2
  • 1. Matth. 1, 23. 1 Tim. 3, 16. Luc. 2, 11
  • 2. 1 Cor. 1, 30
18
Wer ist denn dieser Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?

Unser Herr Jesus Christus, der uns1 zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist.2
  • 1. Mt 1, 23; Lk 2, 11; 1. Tim 3, 16
  • 2. 1. Kor 1, 30
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelio, welches GOtt selbst anfänglich im paradeiß1 hat offenbaret: Folgends durch die heilige ertzväter2 und propheten lassen verkündigen, und durch die opfer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildet:3 Endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet.4
  • 1. Gen 3, 15
  • 2. Gen. 22, 18. & 49, 10. 11, Rom. 1, 2. Hebr. 1, 1. Act. 3, 22. 23, 24. & 10, 43
  • 3. Joh. 5 46. Hebr. 10, 7
  • 4. Rom. 10, 4. Gal. 4, 4
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelium. Gott selbst hat es zuerst im Paradies offenbart,1 dann durch die heiligen Erzväter und Propheten2 verkündigen lassen und durch die Opfer und andere Bräuche des Gesetzes3 vorgebildet, zuletzt aber durch seinen einzig geliebten Sohn erfüllt.4
  • 1. 1. Mose 3, 15
  • 2. 1. Mose 22,18; 49, 10.11.; Röm 1, 2; Hebr 1,1; Apg 3, 22 – 24; 10, 43
  • 3. Joh 5, 46; Hebr 10, 7
  • 4. Röm 10, 4; Gal 4, 4.5
7. Sonntag
20
Werden dann alle menschen wiederum durch Christum selig, wie sie durch Adam seynd verlohren worden?

Nein: Sondern allein diejenigen, die durch wahren glauben ihm werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annehmen.1
  • 1. Joh. 1, 12. & 3, 36. Esa. 53, 11. Psal. 2, 12. Rom. 11. 17. 19. 20. Hebr. 4, 2. & 10, 39
20
[17]Werden denn alle Menschen wieder durch Christus gerettet, so wie sie durch Adam verloren gegangen sind?

Nein, sondern nur diejenigen, die durch wahren Glauben seinem Leib als Glieder eingefügt werden und alle seine Wohltaten annehmen.1
  • 1. Joh 1, 12.13; Jes 53, 11; Ps 2, 12; Röm 11, 20; Hebr 4, 2-3; 10, 39
21
Was ist wahrer glaub?

Es ist nicht allein eine gewisse erkäntniß dadurch ich alles für wahr halte, was uns GOtt in seinem wort hat offenbaret,1 sondern auch ein hertzliches vertrauen,2 welches der heilige Geist3 durchs4 evangelium in mir würcket, daß nicht allein andern, sondern auch [10]mir vergebung der sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von GOtt geschencket sey,5 aus lauter gnaden, allein um des verdiensts Christi willen.6
  • 1. Hebr. 11, 1. 3. Iac. 2, 19. Galat. 2, 20
  • 2. Rom. 4, 16. & 10, 10. Rom. 5, 1
  • 3. Matth. 16, 17. Ioh. 3, 5. 2. Cor. 4, 13. Galat. 5, 22. Phil. 1, 19
  • 4. Rom. 1, 16. Rom. 10. 17
  • 5. Habacuc. 2, 4. Rom. 5, 1. Ephes. 2, 7. 8. 9. Heb. 10, 38. 39
  • 6. Galat. 2, 16. Rom. 3, 24. 25
21
Was ist wahrer Glaube?

Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis, durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat,1 sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durchs Evangelium in mir wirkt,2 daß nicht allein anderen, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt ist,3 aus lauter Gnade,4 allein um des Verdienstes Christi willen.5
  • 1. Jak 1, 6
  • 2. Röm 4, 16-18; 5, 1; 2. Kor 4, 13; Eph 2, 8; Mt 16, 17; Phil 1, 19-20; Röm 1, 16; 10, 17
  • 3. Hebr 11,1-2; Röm 1,17
  • 4. Eph 2, 7-9
  • 5. Röm 3,24-25; Gal 2,16
22
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles was uns im evangelio verheissen wird,1 welches uns die articul unsers allgemeinen ungezweifelten christlichen glaubens in einer summa lehren.
  • 1. Ioh. 20, 31. Matth. 28, 20
22
[18]Was ist für einen Christen notwendig zu glauben?

Alles, was uns im Evangelium zugesagt wird,1 wie es uns unser allgemeines, wahrhaftiges, christliches Glaubensbekenntnis zusammengefaßt lehrt.
  • 1. Joh 20, 31; Mt 28, 20
23
Wie lauten dieselbigen?

Ich glaub in GOtt Vater den allmächtigen, schöpfer himmels und der erden. Und in JEsum Christum, seinen eingebornen Sohn unsern HErren, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der jungfrauen, gelitten hat unter Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abge[11]stiegen zu der höllen, am dritten tage wieder auferstanden von den todten, aufgefahren gen himmel, sitzet zu der rechten GOttes des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche kirche, die gemeinschaft der heiligen, vergebung der sünden, auferstehung des fleisches, und ein ewiges leben.
23
Wie lautet dieses Glaubensbekenntnis?

Ökumenische Fassung:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. [19]Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige allgemeine christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Die Erklärungen des Heidelberger Katechismus folgen einer älteren Fassung des Glaubensbekenntnisses:
Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. [20]Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
8. Sonntag
24
Wie werden diese artickel abgetheilt?

In drey theil: Der erste ist von GOtt dem Vater, und unser erschaffung. Der ander ist von GOtt dem Sohn und unser erlösung. Der dritte von GOtt dem heiligen Geist, und unser heiligung.
24
Wie wird das Glaubensbekenntnis eingeteilt?

In drei Teile:
der erste handelt von Gott dem Vater und unserer Erschaffung;
der zweite von Gott dem Sohn und unserer Erlösung;
der dritte von Gott dem Heiligen Geist und unserer Heiligung.
25
Dieweil nur ein einig göttlich wesen ist,1 warum nennest du drey, den Vater, Sohn und heiligen Geist?

Darum, daß sich GOtt also in seinem wort geoffenbaret,2 daß diese drey unterschiedliche personen der einige, wahrhaftige, ewige GOtt seynd.
  • 1. Deut. 6, 4. Ephes. 4, 5. & 6
  • 2. Esa. 61, 1. Psalm. 110, 1. Matth. 3, 16. 17. & 28, 19. 1 Joh. 5, 7
25
Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist,1 wo doch Gott nur einer ist?

Weil Gott sich in seinem Wort so offenbart hat,2 daß diese drei Personen unterschieden3 und doch der eine, wahre und ewige Gott sind.4
  • 1. 5. Mose 6, 4
  • 2. Jes 61,1; Ps 110, 1
  • 3. Mt 3, 16-17; 28, 19
  • 4. 1. Joh 5, 7
9. Sonntag
26
[12]Was glaubst du wenn du sprichst: Ich glaube in GOtt Vater den allmächtigen, schöpfer himmels und der erden?

Daß der ewige Vater unsers HErrn JEsu Christi, der himmel und erden, samt allem was drinnen ist, aus nichts erschaffen,1 auch dieselbige noch durch seinen ewigen rath und fürsehung erhält und regieret,2 um seines Sohns Christi willen mein GOtt und mein Vater sey,3 auch welchen ich also vertraue, daß ich nicht zweifele, er werde mich mit aller nothdurfft leibes und der seelen versorgen,4 auch alles übel, so er mir in diesem jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden,5 dieweil ers thun kan, als ein allmächtiger GOtt,6 und auch thun will, als ein getreuer Vater.7
  • 1. Gen. 1. Psalm. 33, 6
  • 2. Psalm. 104. & 115, 3. Matth. 10, 29. Rom. 11, 36. Hebr. 1, 3
  • 3. Ioh. 1, 12. Rom. 8, 15. Gal. 4, 5. 6. 7. Ehp. 1, 5
  • 4. Psalm. 55, 23. Matth. 6, 25. 26. Luc. 12, 22
  • 5. Rom. 8, 28
  • 6. Rom. 10, 12
  • 7. Matth. 6. 26. & 7, 9. 10. 11
26
[21]Was glaubst du, wenn du sprichst: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde«?

Ich glaube, daß der ewige Vater unsers Herrn Jesus Christus um seines Sohnes willen1 mein Gott und mein Vater ist.2 Er hat Himmel und Erde mit allem, was darin ist, aus nichts erschaffen3 und erhält und regiert sie noch immer durch seinen ewigen Rat und seine Vorsehung.4 Auf ihn vertraue ich und zweifle nicht, daß er mich mit allem versorgt,5 was ich für Leib und Seele nötig habe, und auch alle Lasten, die er mir in diesem Leben auferlegt, mir zum Besten wendet.6 Er kann es tun als ein allmächtiger Gott7 und will es auch tun als ein getreuer Vater.8
  • 1. Gal 4, 5-7; Eph 1, 5
  • 2. Joh 1, 12; Röm 8, 15
  • 3. 1. Mose 1; Ps 33, 6
  • 4. Ps 104, 2-5; Mt 10, 29-30; Hebr 1, 3; Ps 115, 3
  • 5. Ps 55, 23; Mt 6, 25-26; Lk 12, 22-24
  • 6. Röm 8, 28
  • 7. Röm 10, 12
  • 8. Mt 6, 26; 7, 9-11
10. Sonntag
27
Was verstehest du durch die fürsehung GOttes?

Die allmächtige und gegenwärtige krafft GOttes,1 durch welche er himmel und erden, samt allen creaturen, gleich als mit sei[13]ner hand noch erhält,2 und also regieret, daß laub und graß, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jahre, essen und trinken,3 gesundheit und krankheit,4 reichthum und armuth,5 und alles, nicht ohne gefehr, sondern von seiner väterlichen hand uns zukomme.
  • 1. Act. 17, 25
  • 2. Hebr. 1, 2. 3
  • 3. Ier. 5, 24. Act. 14, 17
  • 4. Ioh. 9, 3
  • 5. Prov 22, 2
27
[22]Was verstehst du unter der Vorsehung Gottes?1

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes, durch die er Himmel und Erde mit allen Geschöpfen2 wie durch seine Hand noch erhält und so regiert, daß Laub und Gras, Regen und Dürre,3 fruchtbare und unfruchtbare Jahre,4 Essen und Trinken,5 Gesundheit und Krankheit, Reichtum und Armut und alles andere uns nicht durch Zufall, sondern aus seiner väterlichen Hand zukommt.
  • 1. Apg 17, 25-28
  • 2. Hebr 1, 2-3
  • 3. Jer 5, 24; Apg 14, 17
  • 4. Joh 9, 3
  • 5. Spr 22, 2
28
Was für nutzen bekommen wir aus erkenntniß der schöpffung und fürsehung GOttes.

Daß wir in aller widerwärtigkeit gedultig,1 in glückseligkeit danckbar,2 und aufs zukünftig guter zuversicht zu unserm getreuen GOtt und Vater seyn sollen, daß uns keine creatur von seiner liebe scheiden wird,3 dieweil alle creaturen also in seiner hand seynd, daß sie sich ohne seinen willen auch nicht regen noch bewegen können.4
  • 1. Rom. 5, 3. Iob. 1, 21. Iac. 1, 3
  • 2. Deut. 8, 10. 1 Thes 5, 18
  • 3. Rom. 5, 4. 5. 6. Rom 8, 38
  • 4. Iob. 1, 12. & 2; 6. Act. 17, 27. 28. Prov. 21, 1
28
Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Gott will damit, daß wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar1 und auf die Zukunft hin voller Vertrauen zu unserem treuen Gott und Vater sind, daß uns nichts [23]von seiner Liebe scheiden wird,2 weil alle Geschöpfe so in seiner Hand sind, daß sie sich ohne seinen Willen weder regen noch bewegen können.3
  • 1. Röm 5, 3; Jak 1, 3; Hiob 1, 21; 5. Mose 8, 10; 1. Thess 5, 18
  • 2. Röm 8, 38-39
  • 3. Hiob 1, 12; Apg 17, 25-28; Spr 21, 1
11. Sonntag
29
Warum wird der Sohn GOttes Jesus, das ist, Seligmacher, genannt?

Darum, daß er uns selig macht von unsern [14]sünden,1 und daß bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden ist.2
  • 1. Matth. 1, 21. Hebr. 7, 25
  • 2. Act. 4, 12
29
Warum wird der Sohn Gottes Jesus, daß heißt »Heiland«, genannt?

Weil er uns heilt von unseren Sünden,1 und weil bei keinem anderen ein solches Heil2 zu suchen noch zu finden ist.
  • 1. Mt 1, 21; Hebr 7, 25
  • 2. Apg 4, 12
30
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher JEsum, die ihre seligkeit und heyl bey heiligen, bey ihnen selbst, oder anderswo suchen?

Nein: Sondern sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher JEsum, ob sie sich sein gleich rühmen.1 Denn entweder JEsus nicht ein vollkommener Heyland seyn muß: Oder die diesen Heyland mit wahrem glauben annehmen, müssen alles in ihm haben, das zu ihrer seligkeit vonnöthen ist.2
  • 1. 1 Cor. 1, 13. 31. Gal. 5, 4
  • 2. Hebr. 12, 2. Esa 9, 6. Col. 1, 19. 20. & 2, 10. Ioh. 1, 16
30
Glauben denn auch die an den einzigen Heiland Jesus, die Heil und Seligkeit bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen?

Nein. Sie rühmen sich zwar seiner mit Worten,1 verleugnen ihn aber mit der Tat. Denn entweder ist Jesus [24]kein vollkommener Heiland, oder er ist denen, die ihn mit wahrem Glauben annehmen, alles, was zu ihrer Seligkeit nötig ist.2
  • 1. 1. Kor 1, 13.30-31; Gal 5, 4
  • 2. Jes 9, 5; Kol 1, 19-20; 2, 10; Joh 1, 16
12. Sonntag
31
Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genennet?

Daß er von GOtt dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist1 gesalbet ist zu unserm obersten Propheten und Lehrer,2 der uns den heimlichen rath und willen GOttes von unser erlösung vollkömmlich offenbaret:3 Und zu unserm einigen Hohenpriester,4 der uns mit dem einigen opfer seines leibs erlöset hat, und immerdar mit seiner fürbitt für dem Vater vertritt:5 Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem [15]wort und Geist regieret, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhält.6
  • 1. Hebr. 1, 9. Ps. 45, 8
  • 2. Deut. 18, 15. Act. 3, 22
  • 3. Ioh. 1, 18. & 15, 15
  • 4. Ps. 110, 4. Heb. 7, 21. & 10, 12
  • 5. Rom. 8, 34. & 5, 9. & 10
  • 6. Psalm. 2, 6. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18. Ioh. 10, 28
31
Warum wird er Christus, das heißt »Gesalbter« genannt?

Er ist von Gott dem Vater eingesetzt und mit dem Heiligen Geist gesalbt1 zu unserem obersten Propheten und Lehrer,2 der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von unserer Erlösung vollkommen offenbart;3 und zu unserem einzigen Hohenpriester, der uns mit dem einmaligen Opfer seines Leibes4 erlöst hat und uns alle Zeit mit seiner Fürbitte5 vor dem Vater vertritt; und zu unserem ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regiert und bei der erworbenen Erlösung6 schützt und erhält.
  • 1. Hebr 1, 9
  • 2. 5. Mose 18, 15; Apg 3, 22
  • 3. Joh 1, 18; 15, 15
  • 4. Ps 110, 4; Hebr 7, 21
  • 5. Röm 8, 34; 5, 9-10
  • 6. Ps 2, 6; Lk 1, 33; Mt 28, 18
32
Warum wirst du aber ein christ genennet?

Daß ich durch den glauben ein glied Christi,1 und also seiner salbung theilhaftig bin,2 auf daß auch ich seinen namen bekenne,3 mich ihm zu einem lebendigen danckopfer darstelle,4 und mit freyen gewissen in diesem leben wider die sünde und teufel streite,5 und hernach in ewigkeit mit ihm über alle creaturen herrsche.6
  • 1. Act. 11, 26. 1 Cor. 6, 15
  • 2. 2 Ioh. 2, 27. Esa. 59, 21. Act. 2, 17. Ioel 2, 28
  • 3. Marc. 8, 38
  • 4. Rom. 12, 1. Apoc. 5, 8. 10. 1 Petr. 2, 9, Apoc. 1, 6
  • 5. 1 Tim. 1, 18. 19
  • 6. 2 Tim. 2, 12
32
[25]Warum wirst aber du ein Christ genannt?

Weil ich durch den Glauben ein Glied Christi bin1 und dadurch an seiner Salbung Anteil habe,2 damit auch ich seinen Namen bekenne,3 mich ihm4 zu einem lebendigen Dankopfer hingebe5 und mit freiem Gewissen in diesem Leben gegen die Sünde und den Teufel streite6 und hernach in Ewigkeit mit ihm über alle Geschöpfe herrsche.7
  • 1. Apg 2, 17; 11, 26; 1. Joh 2, 27
  • 2. Joel 3, 1
  • 3. Mk 8, 38
  • 4. Röm 12, 1; Offb 5, 8.10
  • 5. 1. Petr 2, 9; Offb 1, 6
  • 6. 1. Tim 1, 18.19
  • 7. 2. Tim 2, 12
13. Sonntag
33
Warum heißt er GOttes eingebohrner Sohn, so doch wir auch kinder GOttes sind?

Darum, daß Christus allein der ewige natürliche Sohn GOttes ist:1 Wir aber um seinetwillen aus gnaden zu kindern GOttes angenommen sind.2
  • 1. Ioh. 1, 14. 18. Hebr. 1, 2
  • 2. Rom. 8, 15. Ephes. 1, 5. 6
33
Warum heißt Jesus Christus »Gottes eingeborener Sohn«, da doch auch wir Kinder Gottes sind?

Christus allein ist von Ewigkeit her1 seinem Wesen nach der Sohn Gottes. Wir aber sind um seinetwillen aus Gnade2 als Kinder Gottes angenommen.3
  • 1. Joh 1, 14.18; Hebr 1, 2
  • 2. Röm 8, 15-17
  • 3. Eph 1, 5-6
34
[16]Warum nennest du ihn unsern HErren?

Daß er uns mit leib und seel von der sünden, und aus allem gewalt des teufels, nicht mit gold oder silber, sondern mit seinem theuren blut ihm zum eigenthume erlöset und erkauft hat.1
  • 1. 1 Pet. 1, 18. 19. & 2, 9. 1 Cor. 6, 20. & 7, 23
34
[26]Warum nennst du ihn »unseren Herrn«?

Er hat uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels sich zum Eigentum erlöst und erkauft,1 nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut, indem er sein Leben für uns gab.
  • 1. 1. Petr 1, 18-19; 2, 9; 1. Kor 6, 20; 7, 23
14. Sonntag
35
Was heißt, daß er empfangen ist von dem heiligen Geist, gebohren aus Maria der jungfrauen?

Daß der ewige Sohn GOttes, der wahrer und ewiger GOtt ist,1 und bleibet,2 wahre menschliche natur aus dem fleisch und blut der jungfrauen Maria,3 durch wirckung des heiligen Geistes, an sich genommen hat,4 auf daß er auch der wahre saame Davids sey,5 seinen brüdern in allem gleich,6 ausgenommen die sünde.7
  • 1. Ioh. 1, 1. & 17, 3. Rom. 1, 4. Rom. 9, 5
  • 2. Ioh. 1, 14. Gal. 4, 4
  • 3. Gal. 4, 4
  • 4. Matth. 1, 18. & 20. Luc. 1, 35
  • 5. Psal. 132, 11. Rom. 1, 3
  • 6. Phil. 2, 7
  • 7. Heb. 4, 15. & 7, 26
35
Was bedeutet: »Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria«?

Der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist und bleibt,1 hat durch Wirkung des Heiligen Geistes2 wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria3 angenommen, so daß er auch der wahre Nachkomme Davids ist,4 seinen Schwestern und Brüdern in allem gleich, doch ohne Sünde.
  • 1. Joh 1,1; Röm 1, 3-4; 9, 5
  • 2. Mt 1, 18-20; Lk 1, 35
  • 3. Gal 4, 4; Joh 1, 14
  • 4. Ps 132, 11; Röm 1, 3; Phil 2, 7; Hebr 4, 15
36
Was nutz bekommest du aus der heiligen empfängniß und gebuhrt Christi?

Daß er unser Mittler ist,1 und mit seiner unschuld und vollkommener heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für GOttes angesicht bedecket.2
  • 1. Heb. 2, 16. 17
  • 2. Psal. 32. 1 Cor. 1, 30
36
[27]Was nützt es dir, daß er durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren ist?

Er ist unser Mittler,1 und er bedeckt vor Gottes Angesicht2 mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, in der ich immer schon lebe.
  • 1. Hebr 2, 16-17
  • 2. Ps 32, 1-2; 1. Kor 1, 30
15. Sonntag
37
[17]Was verstehest du durch das wörtlein gelitten?

Daß er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auf erden, sonderlich aber am end desselben, den zorn GOttes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hat,1 auf daß er mit seinem leyden, als mit dem einigen söhnopfer,2 unser leib und seel von der ewigen verdammniß erlösete, und uns GOttes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
  • 1. 1 Petr. 2, 24. & 3, 18. Esa. 53, 12
  • 2. 1 Ioh. 2, 2. & 4, 10. Rom. 3, 25
37
Was verstehst du unter dem Wort »gelitten«?

Jesus Christus hat an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, besonders aber an dessen Ende, den Zorn Gottes über die Sünde des ganzen1 Menschengeschlechts getragen. Mit seinem Leiden2 als dem einmaligen Sühnopfer hat er unseren Leib und unsere Seele von der ewigen Verdammnis erlöst und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erworben.
  • 1. 1. Petr 2, 24
  • 2. Jes 53, 12; 1. Joh 2, 2; 4, 10; Röm 3, 25-26
38
Warum hat er unter dem richter Pontio Pilato gelitten?

Auf daß er unschuldig unter dem weltlichen richter verdammt würde,1 und uns damit von dem strengen urtheil GOttes, das über uns gehen sollte. erledigte.2
  • 1. Act. 3, 14. Luc. 23, 13. 14. 15. Ioh. 19, 4
  • 2. Ps. 69, 5. Esa. 53, 4. 5. 2 Cor. 5, 21. Gal. 3, 13. 14
38
[28]Warum hat er unter dem Richter Pontius Pilatus gelitten?

Er wurde unschuldig1 vom weltlichen Richter verurteilt2 und hat uns dadurch von Gottes strengem Urteil, das über uns ergehen sollte,3 befreit.4
  • 1. Apg 4, 27-28
  • 2. Lk 23, 13-15; Joh 19,4
  • 3. Ps 69, 5; Jes 53, 4-5
  • 4. 2. Kor 5, 1; Gal 3, 13
39
Ist es etwas mehr, das er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben wäre?

Ja: dannn dadurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung, die auf mir lage, auf sich geladen habe:1 dieweil der tod des creutzes von GOtt verflucht war.2
  • 1. Gal. 3, 13
  • 2. Deut. 21, 23. Gal. 3, 13
39
Bedeutet sein Tod am Kreuz mehr, als wenn er eines anderen Todes gestorben wäre?

Ja, denn dadurch bin ich gewiß, daß er den Fluch, der auf mir lag, auf sich genommen hat,1 weil der Tod am Kreuz von Gott verflucht war.2
  • 1. Gal 3, 13-14
  • 2. 5. Mose 21, 23
16. Sonntag
40
[18]Warum hat Christus den tod müssen leiden?

Darum, daß von wegen der gerechtigkeit und warheit1 GOttes, nicht anderst für unsere sünde mochte bezahlt werden, denn durch den tod des Sohns GOttes.2
  • 1. Gen. 2, 17
  • 2. Heb. 2, 9. 14. & 15. Phil. 2, 8
40
Warum hat Christus den Tod erleiden müssen?

Um der Gerechtigkeit1 und Wahrheit Gottes willen konnte für unsere Sünde nicht anders bezahlt werden als durch den Tod des Sohnes Gottes.2
  • 1. 1. Mose 2, 17
  • 2. Hebr 2, 9.14-15
41
Warum ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.1
  • 1. Matth. 27, 60. Luc. 23, 53. Ioh. 19, 38. Act. 13, 29
41
[29]Warum ist er begraben worden?

Damit wird bezeugt, daß er wirklich gestorben ist.1
  • 1. Mt 27, 59-60; Lk 23, 52-53; Joh 19, 38-42; Apg 13, 29
42
Weil dann Christus für uns gestorben ist, wie kommts daß auch wir sterben müssen?

Unser tod ist nicht eine bezahlung für unsere sünde: Sondern nur eine absterbung der sünden, und eingang zum ewigen leben.1
  • 1. Ioh. 5, 24. Phil. 1, 23. Rom. 7, 24
42
Warum müssen wir noch sterben, obwohl Christus für uns gestorben ist?

Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde, sondern nur ein Absterben der Sünden und Eingang zum ewigen Leben.1
  • 1. Joh 5, 24; Phil 1, 23; Röm 7, 24-25
43
Was bekommen wir mehr für nutz aus dem opfer und tod Christi am creutz?

Daß durch seine krafft unser alter mensch mit ihm gecreutziget, getödtet und begraben wird,1 auf daß die bösen lüste des fleisches in uns nicht mehr regieren,2 sondern das wir uns selbst ihm zur dancksagung aufopfern.3
  • 1. Rom. 6, 6. 7. & 12, 1. Col. 2, 11. 12
  • 2. Rom. 6, 12
  • 3. Rom. 12, 1
43
Welchen weiteren Nutzen haben wir aus Opfer und Tod Christi am Kreuz?

Durch die Kraft Christi wird unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt, getötet und begraben, damit die Sünde uns nicht mehr beherrscht,1 sondern wir uns ihm zu einem lebendigen Dankopfer hingeben.2
  • 1. Kol 2, 12; Röm 6, 6-8.11.12; Röm 6, 12
  • 2. Röm 12, 1
44
[19]Warum folget abgestiegen zu der höllen?

Daß ich meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HErr Christus habe mich durch seine unaussprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seelen am creutz und zuvor erlitten, von der höllischen angst und pein erlöset.1
  • 1. Esa. 53, 10. Matth. 27, 46
44
Warum folgt »abgestiegen zu der Hölle«?

Damit wird mir zugesagt, daß ich selbst in meinen schwersten Anfechtungen gewiß sein darf, [30]daß mein Herr Christus mich von der höllischen Angst und Pein1 erlöst hat, weil er auch an seiner Seele unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken am Kreuz und schon zuvor erlitten hat.
  • 1. Jes 53, 10; Mt 27, 46
17. Sonntag
45
Was nutzet die auferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine auferstehung den tod überwunden, daß er uns der gerechtigkeit die er uns durch seinen tod erworben hat, könte theilhaftig machen.1 Zum andern werden wir auch jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem neuen leben.2 Zum dritten ist uns die auferstehung Christi ein gewisses pfand unserer seligen auferstehung.3
  • 1. 1 Cor. 15, 16. 54. 55. Rom. 4, 25. 1 Petr. 1, 3. 21
  • 2. Rom. 6, 4. Col. 3, 3. Ephes. 2, 5
  • 3. 1 Cor. 15, 12. Rom. 8, 11
45
Was nützt uns die Auferstehung Christi?

Erstens: Christus hat durch seine Auferstehung den Tod überwunden, um uns an der Gerechtigkeit Anteil zu geben, die er uns durch seinen Tod erworben hat.1
Zweitens: Durch seine Kraft werden auch wir2 schon jetzt erweckt zu einem neuen Leben.3
Drittens: Die Auferstehung Christi ist uns ein verläßliches Pfand unserer seligen Auferstehung.4
  • 1. 1. Petr 1, 3-5.21; 1. Kor 15, 17. 54-55; Röm 4, 25
  • 2. Röm 6, 4; Kol 3, 1-4
  • 3. Eph 2, 5
  • 4. 1. Kor 15, 12; Röm 8, 11
46
Wie verstehest du, daß er ist gen himmel gefahren?

Daß Christus für den augen seiner jünger ist von der erden aufgehaben gen himmel,1 und uns zu gut daselbst ist,2 bis daß er wieder kommt, zu richten die lebendigen und die todten.3
  • 1. Act. 1, 9. Marc. 16, 19. Luc. 24, 51
  • 2. Hebr. 4, 14. & 7, 24. & 9, 11. Rom. 8, 34. Col. 3, 1
  • 3. Act. 1, 11. Matth. 24, 30
46
[31]Wie verstehst du, daß es heißt »aufgefahren in den Himmel«?

Jesus Christus wurde vor den Augen seiner Jünger von der Erde zum Vater in den Himmel erhöht1 und ist dort uns zugut, bis er kommen wird,2 zu richten die Lebenden und die Toten.3
  • 1. Mk 16, 19; Lk 24, 51; Hebr 4, 14; 7, 24-25; Röm 8, 34; Eph 4, 10; Kol 3, 1
  • 2. Apg 1, 11
  • 3. Mt 24, 30
47
[20]Ist denn Christus nicht bey uns bis an der welt ende, wie er uns verheissen hat?1

Christus ist wahrer mensch, und wahrer GOtt: nach seiner menschlichen natur ist er jetzunder nicht auf erden,2 aber nach seiner GOttheit, majestät, gnad und Geist weichet er nimmer von uns.3
  • 1. Matth. 28, 20
  • 2. Matth. 26, 11. Ioh. 26, 18. & 17, 11. Act. 3, 21
  • 3. Ioh. 14, 17. & 16, 13. Matth. 28, 20. Eph. 4, 8. 12. Augustinus Tract. in Ioh. 50
47
Ist denn Christus nicht bei uns bis ans Ende der Welt, wie er uns verheißen hat?1

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht mehr auf der Erde,2 aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist3 weicht er niemals von uns.
  • 1. Mt 28, 20
  • 2. Joh 16, 28; 17, 11; Mt 26, 11; Apg 3, 21
  • 3. Joh 14, 17-20; 16, 13; Mt 28, 20; Eph 4, 8
48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nicht von einander getrennet, so die menschheit nicht überall ist, da die GOttheit ist?

Mit nichten: Denn weil die GOttheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist,1 so muß folgen, daß sie wol ausserhalb ihrer angenommenen menschheit, und dennoch nichts destoweniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereiniget bleibt,2
  • 1. Act. 7, 49. & 17, 28. Ier. 23, 24
  • 2. Col. 2. 9. Ioh. 3, 13. & 15. 11. Matth. 28, 6
48
[32]Werden aber auf diese Weise nicht Gottheit und Menschheit in Christus voneinander getrennt, wenn er nach seiner menschlichen Natur nicht überall ist, wo er nach seiner Gottheit ist?

Nein, weil die Gottheit unbegreiflich und überall gegenwärtig ist,1 folgt daraus, daß sie wohl außerhalb ihrer angenommenen menschlichen Natur und dennoch auch in derselben ist2 und in einer Person3 mit ihr vereinigt bleibt.*
* Mit dem Wort »unbegreiflich« will der Katechismus nicht sagen, daß man Gott nicht verstehen könne, sondern daß er von keinem Raum umschlossen werden kann. Die Aussage des Katechismus kann auch so formuliert werden: Weil Gott nach seinem Wesen von keinem Raum oder Körper umgrenzt wird, sondern überall gegenwärtig ist, so ergibt sich, daß auch Christus nach seiner Gottheit zugleich in seiner menschlichen Natur und dennoch auch außerhalb ihrer ist und deshalb in seiner Person zugleich ein wahrer und gerechter Mensch und wahrer Gott ist.
  • 1. Apg 7, 49; Jer 23, 24
  • 2. Kol 2, 9; Mt 28, 6
  • 3. Joh 3, 13; 11, 15
18. Sonntag
49
Was nutzet uns die himmelfahrt Christi?

Erstlich, daß er im himmel für dem angesicht seines Vaters unser Fürsprach ist.1 Zum andern, daß wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfand haben, daß er als [21]das Haupt uns seine glieder auch zu sich werde hinauf nehmen.2 Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum gegenpfand herab sendet,3 durch welches krafft wir suchen was droben ist, da Christus ist, sitzend zur rechten GOttes, und nicht das auf erden ist,4
  • 1. 1 Ioh. 2, 1. 2. Rom. 8, 34
  • 2. Ioh. 14, 2. & 20, 17. Ephes. 2, 6
  • 3. Ioh. 14, 16. Act. 1. 2 Cor. 1, 22. & 5, 5
  • 4. Col. 3, 1. Philip. 3, 14. & 20
49
[33]Was nützt uns die Himmelfahrt Christi?

Erstens: Er ist im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher.1
Zweitens: Wir haben durch unseren Bruder Jesus Christus im Himmel die Gewißheit, daß er als das Haupt uns, seine Glieder, auch zu sich nehmen wird.2
Drittens: Er, sitzend zur Rechten Gottes, sendet seinen Geist zu uns, der uns die Kraft gibt,3 zu suchen, was droben ist, und nicht das, was auf Erden gilt.4
  • 1. 1. Joh 2, 1; Röm 8, 34
  • 2. Joh 14, 2; 20, 17; Eph 2, 6
  • 3. Joh 14, 16; Apg 2, 33; 2. Kor 1, 21-22; 5,5
  • 4. Kol 3, 1; Phil 3, 14
50
Warum wird hinzugesetzt, daß er sitze zu der rechten GOttes?

Daß Christus darum gen himmel gefahren ist, daß er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen kirchen,1 durch welches der Vater alles regieret.2
  • 1. Ephes. 1, 20. 21. &c. Col. 1, 18
  • 2. Matth. 28, 18. Ioh. 5, 22. 23
50
Warum wird hinzugefügt »er sitzt zur Rechten Gottes«?

Christus ist dazu in den Himmel erhöht worden, daß er sich dort erweise als das Haupt seiner Kirche,1 durch das der Vater alles regiert.2
  • 1. Eph 1, 20-23; Kol 1, 18
  • 2. Mt 28, 18; Joh 5, 22
19. Sonntag
51
Was nutzet uns diese herrlichkeit unsers Haupts Christi?

Erstlich, daß er durch seinen heiligen Geist in uns seine glieder die himmlischen gaben ausgeußt.1 Darnach daß er uns mit seinem gewalt wider alle feinde schützet und erhält.2
  • 1. Ephes. 4, 10
  • 2. Psal. 2, 9. & 110, 1. 2. Ioh. 10. 28. 29. Ephes. 4, 8. 9
51
[34]Was nützt uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christus?

Christus teilt uns, seinen Gliedern, durch seinen Heiligen Geist die himmlischen Gaben aus.1
Er schützt und erhält uns mit seiner Macht gegen alle Feinde.2
  • 1. Eph 4, 10-12
  • 2. Joh 10, 28-30; Ps 2, 9; Eph 4, 8
52
Was tröstet dich dich die wiederkunft Christi zu richten die lebendigen und die todten?

Daß ich in allem trübsal und verfolgung, mit aufgerichtem haupt eben des richters, der [22]sich zuvor dem gericht GOttes für mich dargestellet, und alle vermaledeyung von mir hinweg genommen hat, aus dem himmel gewärtig bin,1 daß er alle seine und meine feinde in die ewige verdammniß werffe,2 mich aber samt allen auserwehlten zu ihm in die himmlische freud und herrlichkeit nehme.3
  • 1. Luc. 21, 29. Rom. 8, 23. 24. Philip. 3, 20. Tit. 2. 13
  • 2. 2 Thes. 1, 6. 7. 1 Thes. 4, 16. Matth. 25, 41
  • 3. Matth. 25, 24
52
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, »zu richten die Lebenden und die Toten«?

In aller Trübsal und Verfolgung darf ich mit erhobenem Haupt aus dem Himmel eben den Richter erwarten,1 der sich zuvor für mich dem Gericht Gottes gestellt und alle Verurteilung von mir genommen hat. Er wird alle seine Feinde, die darum auch meine Feinde sind,2 in die ewige Verdammnis werfen, mich aber mit allen Auserwählten zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehmen.3
  • 1. Lk 21, 28; Röm 8, 23-24; Phil 3, 20-21; Tit 2, 13
  • 2. 1. Thess 4, 16-17; 2. Thess 1,6-10; Mt 25,41
  • 3. Mt 25, 34
20. Sonntag
53
Was glaubst du vom heiligen Geist?

Erstlich, daß er gleich ewiger GOtt mit dem Vater und Sohn ist.1 Zum andern, daß er auch mir gegeben ist,2 mich durch einen wahren glauben Christi und aller seiner wolthaten theilhaftig macht,3 mich tröstet,4 und bey mir bleiben wird bis in ewigkeit.5
  • 1. Gen. 1, 2. Es. 48, 16. 1 Cor. 3, 16. & 6, 19. Act. 5, 3. 4
  • 2. Matth. 28, 19. 2 Cor. 1, 21. 22
  • 3. Gal. 3, 14. 1 Petr. 1, 2. 1 Cor. 6, 19
  • 4. Act. 9, 31
  • 5. Ioh. 14, 16
53
[35]Was glaubst du vom Heiligen Geist?

Erstens: Der Heilige Geist ist gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn.1
Zweitens: Er ist auch mir gegeben2 und gibt mir durch wahren Glauben Anteil an Christus3 und allen seinenWohltaten.4 Er tröstet mich und wird bei mir bleiben in Ewigkeit.5
  • 1. 1. Mose 1,2; Jes 48, 16; 1. Kor 3, 16; 6, 19; Apg 5, 3-4
  • 2. Mt 28, 19-20; 2. Kor 1, 21-22
  • 3. 1. Kor 6, 17
  • 4. Gal 3, 14; 1. Petr.1, 2
  • 5. Apg 9, 31; Joh 14, 16; 1. Petr 4, 14
21. Sonntag
54
Was glaubest du von der heiligen allgemeinen christlichen kirchen?

Daß der Sohn GOttes1 aus dem gantzen menschlichen geschlecht2 ihm ein auserwehlte gemein zum ewigen leben3 durch seinen Geist und wort4 in einigkeit des wahren glaubens5 von anbeginn der welt bis ans [23]ende6 versammle, schütze und erhalte7 und daß ich derselben ein lebendiges glied bin,8 und ewig bleiben werde.9
  • 1. Joh. 10, 11
  • 2. Gen. 26, 4
  • 3. Rom. 8, 29. Eph. 1, 10. 11. 12. 13. 1 Petr. 1, 20
  • 4. Esa. 59, 21. Rom. 1, 16. & 10, 14. 17. Ephes. 5, 25
  • 5. Act. 2, 46
  • 6. Psalm. 71, 18. Ephes. 4, 3. 4. 5
  • 7. Matth. 16, 18. Joh. 10, 28. 29. 30
  • 8. 1 Joh. 3, 21. 1 Cor. 13, 5. 1 Joh. 2, 19
  • 9. 1 Cor. 1, 8. 9
54
Was glaubst du von der »heiligen allgemeinen christlichen Kirche«?

Ich glaube, daß der Sohn Gottes1 aus dem ganzen Menschengeschlecht2 sich eine auserwählte Gemeinde zum ewigen Leben3 durch seinen Geist und Wort4 [36]in Einigkeit des wahren Glaubens5 von Anbeginn der Welt bis ans Ende6 versammelt, schützt und erhält7 und daß auch ich ein lebendiges Glied dieser Gemeinde bin8 und ewig bleiben werde.9
  • 1. Joh 10, 11
  • 2. 1. Mose 26, 4
  • 3. Röm 8, 29-30; Eph 1, 10-13
  • 4. Jes 59, 21; Röm 1, 16; Röm 10, 14-17; Eph 5, 26
  • 5. Apg 2, 46; Eph 4, 3-6
  • 6. Ps 71, 18; 1. Kor 11, 26
  • 7. Mt 16, 18; Joh 10, 28-30; 1. Kor 1, 8-9
  • 8. 1. Joh 3, 31
  • 9. 1. Joh 2, 19
55
Was verstehest du durch die gemeinschafft der heiligen?

Erstlich, daß alle und jede gläubigen als glieder an dem HErrn Christo und allen seinen schätzen und gaben gemeinschafft haben.1 Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz und heyl der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sol.2
  • 1. 1 Joh. 1, 5. 1 Cor. 1, 9. Rom. 8, 35. 36. 37
  • 2. 1 Cor. 12, 12. & 13, 21. 1 Cor. 6, 17. 1 Cor. 13, 5. Philip. 2, 4. 5. 6
55
Was verstehst du unter der »Gemeinschaft der Heiligen«?

Erstens: Alle Glaubenden haben als Glieder Gemeinschaft an dem Herrn Christus1 und an allen seinen Schätzen und Gaben.2
Zweitens: Darum soll auch jeder seine Gaben willig und mit Freuden zum Wohl und Heil der anderen3 gebrauchen.4
  • 1. 1. Joh 1, 3; 1. Kor 1, 9
  • 2. Röm 8, 32
  • 3. 1. Kor 12, 12-13. 21
  • 4. 13, 5-6; Phil 2, 4-6
56
Was glaubest du von vergebung der sünden?

Das GOtt um der genugthuung Christi willen,1 aller meiner sünde, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zu streiten habe,2 nimmermehr gedencken wil: Sondern mir die gerechtigkeit Christi aus gnaden schencket, daß ich ins gericht nimmermehr sol kommen.3
  • 1. 1 Joh. 2, 2. 2 Cor. 5, 19, 21
  • 2. Jer. 31, 34. Psal. 103, 3. 10. 12. Rom. 7, 24. 25. & 8, 1. 2. 3
  • 3. Joh. 3, 18
56
[37]Was glaubst du von der »Vergebung der Sünden«?

Gott will um Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündigen Art,1 mit der ich mein Leben lang zu kämpfen habe, nicht mehr gedenken.2 Aus Gnade schenkt er mir die Gerechtigkeit Christi, so daß ich nicht mehr ins Gericht kommen werde.3
  • 1. 1. Joh 2, 2; 2. Kor 5, 19.21
  • 2. Ps 103, 3.10.12; Jer 31, 34; Röm 7, 24-25; 8, 1-4
  • 3. Joh 3, 18
22. Sonntag
57
[24]Was tröstet dich die auferstehung des fleisches?

Daß nicht allein meine seele nach diesem leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird,1 sondern auch daß dis mein fleisch durch die kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner seelen vereiniget, und dem herrlichen leib Christi gleichförmig werden sol.2
  • 1. Luc. 23, 43. Phil. 1, 23
  • 2. 1 Cor. 15, 52. 54. Job. 19, 25. 26. 1 Joh. 3, 2. Phil. 3, 21
57
Was tröstet dich die »Auferstehung der Toten«?

Nach diesem Leben werde ich durch die Kraft Christi auferweckt werden und zu Christus, meinem Herrn, kommen. Er wird mir Anteil geben an seiner Herrlichkeit.
58
Was tröstet dich der artickel vom ewigen leben?

Daß, nachdem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde,1 ich nach diesem leben vollkommene seligkeit besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie kommen ist,2 GOtt ewiglich darinn zu preisen.3
  • 1. 2 Cor. 5, 2. 3
  • 2. 1 Cor. 2, 9
  • 3. Joh. 17, 3
58
[38]Was tröstet dich die Verheißung des ewigen Lebens?

Schon jetzt empfinde ich den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen.1 Nach diesem Leben aber werde ich vollkommene Seligkeit besitzen, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz je gekommen ist,2 Gott ewiglich darin zu preisen.3
  • 1. 2. Kor 5, 2-3
  • 2. 1. Kor 2, 9
  • 3. Joh 17, 3
23. Sonntag
59
Was hülfft es dich aber nun, wenn du diß alles glaubest?

Daß ich in Christo für GOtt gerecht, und ein erb des ewigen lebens bin.1
  • 1. Habacuc 2, 4. Rom. 1, 17. Joh. 3, 36
59
[39]Was hilft es dir aber nun, wenn du das alles glaubst?

Ich bin dadurch in Christus vor Gott gerecht1 und ein Erbe des ewigen Lebens.2
  • 1. Hab 2, 4
  • 2. Röm 1, 17; Joh 3, 36
60
Wie bist du gerecht für GOtt?

Allein durch wahren glauben in JEsum Christum,1 also, daß ob mich schon mein ge[25]wissen anklagt, daß ich wider alle gebott GOttes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten habe,2 auch noch immerdar zu allem bösen geneigt bin,3 doch GOtt ohn alle mein verdienst,4 aus lauter gnaden,5 mir die vollkommne gnugthuung,6 gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencket,7 und zurechnet,8 als hätte ich nie keine sünde begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam vollbracht den Christus für mich hat geleistet,9 wenn ich allein solche wolthat mit gläubigem hertzen annehme.10
  • 1. Rom. 3, 21. 22. &c. & 5, 1. 2. Gal. 2, 16. Eph. 2, 6. 9. Phil. 3, 9
  • 2. Rom 3, 9. &c
  • 3. Rom. 7, 23. Rom 3, 14. Joh. 3, 18
  • 4. Tit. 3, 5. Deut. 9, 10. Ezech. 36, 22
  • 5. Rom. 3, 24. Eph. 2, 8
  • 6. 1 Joh. 2, 2
  • 7. 1 Joh. 2, 1
  • 8. Rom. 4, 4. 5. 2 Cor. 5, 19
  • 9. 2 Cor. 5, 21
  • 10. Rom. 3, 22. Joh. 3, 18
60
Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben an Jesus Christus.1 Zwar klagt mich mein Gewissen an, daß ich gegen alle Gebote Gottes schwer gesündigt und keines je gehalten habe2 und noch immer zu allem Bösen geneigt bin.3 Gott aber schenkt mir ganz ohne mein Verdienst4 aus lauter Gnade5 die vollkommene Genugtuung,6 Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi.7 Er rechnet sie mir an,8 als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht, den Christus für mich geleistet hat,9 wenn ich allein diese Wohltat mit gläubigem Herzen annehme.10
  • 1. Röm 3,21-25.28; Gal 2, 16; Eph 2, 8-9; Phil 3, 9
  • 2. Röm 3, 9-20
  • 3. Röm 7, 23
  • 4. Tit 3, 5
  • 5. Röm 3, 24; Eph 2, 8
  • 6. 1. Joh 2, 2
  • 7. 1. Joh 2, 1
  • 8. Röm 4, 4-5; 2. Kor 5, 19
  • 9. 2. Kor 5, 21
  • 10. Röm 3, 22; Joh 3, 18
61
Warum sagst du, daß du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht daß ich von wegen der würdigkeit meines glaubens GOtt gefalle: Sondern darum, daß allein die genugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für GOtt ist,1 und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den glauben annehmen, und mir zueignen kan.2
  • 1. 1 Cor. 1, 30. & 2, 2
  • 2. Joh. 5, 10
61
[40]Warum sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht bist?

Ich gefalle Gott nicht deswegen, weil mein Glaube ein verdienstvolles Werk wäre. Allein die Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi ist meine Gerechtigkeit vor Gott.1 Ich kann sie nicht anders als durch den Glauben annehmen und mir zueignen.2
  • 1. 1. Kor 1, 30; 2, 2
  • 2. 1. Joh 5, 10
24. Sonntag
62
[26]Warum können aber unsere gute wercke nicht die gerechtigkeit für GOtt, oder ein stück derselben seyn?

Darum, das die gerechtigkeit, so für GOttes gericht bestehen sol, durchaus vollkommen, und dem göttlichen gesetz gantz gleichförmig seyn muß,1 und aber auch unsere beste wercke in diesem leben alle unvollkommen, und mit sünden befleckt seynd.2
  • 1. Galat. 3, 10. Deut. 27, 26
  • 2. Esa. 64, 6
62
Warum können denn unsere guten Werke uns nicht ganz oder teilweise vor Gott gerecht machen?

Die Gerechtigkeit, die vor Gottes Gericht bestehen soll, muß vollkommen sein und dem göttlichen Gesetz ganz und gar entsprechen.1 Aber auch unsere besten Werke sind in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünde befleckt.2
  • 1. Gal 3, 10; 5. Mose 27, 26
  • 2. Jes 64, 5
63
Verdienen aber unsere gute wercke nichts, so sie doch GOtt in diesem und zukünftigen leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nicht aus verdienst, sondern aus gnaden.1
  • 1. Luc. 17, 10
63
[41]Verdienen aber unsere guten Werke nichts, obwohl Gott sie doch in diesem und dem zukünftigen Leben belohnen will?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnade.1
  • 1. Lk 17, 10
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose und verruchte leute?

Nein: denn es unmüglich ist, daß die, so Christo durch wahren glauben seynd eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeit sollen bringen.1
  • 1. Matt. 7, 18. Ioh. 15, 5
64
Macht aber diese Lehre die Menschen nicht leichtfertig und gewissenlos?

Nein; denn es ist unmöglich, daß Menschen, die Christus durch wahren Glauben eingepflanzt sind, nicht Frucht der Dankbarkeit bringen.1
  • 1. Mt 7, 18
25. Sonntag
65
Dieweil denn allein der glaub uns Christi und aller seiner wolthaten theilhaftig macht, woher kommt solcher glaube?

Der heilige Geist wircket denselben in unsern hertzen,1 durch die predigt des heiligen [27]evangelions, und bestätiget den durch den brauch der heiligen sacramenten.2
  • 1. Ephes 2, 8. & 6, 23. Ioh. 3, 5. Phil 1, 29
  • 2. Matt. 28, 19. 20. 1 Petr. 1, 22. 23
65
[42]Wenn nun allein der Glaube uns Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten gibt, woher kommt solcher Glaube?

Der Heilige Geist wirkt den Glauben in unseren Herzen1 durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Gebrauch der heiligen Sakramente.2
  • 1. Eph 2, 8-9; Joh 3, 5
  • 2. Mt 28, 19-20; 1. Petr 1, 22-23
66
Was seynd die sacrament?

Es seynd sichtbare heilige warzeichen und siegel, von GOtt darzu eingesetzt, daß er uns durch den brauch derselbigen, die verheissung des Evangelions desto besser zu verstehen gebe und versiegle: Nemlich, daß er uns von wegen des einigen opfers Christi am Creutz vollbracht, vergebung der sünden, und ein ewiges leben aus gnaden schencket.1
  • 1. Gen. 17, 11. Rom. 4, 11. Deut. 30, 6. Levit. 6, 25. Hebr. 9, 8. 9. 24. Ezech. 20, 12. 1 Sam. 17, 36. Esa 6, 6. 7. & 54, 9
66
Was sind Sakramente?

Es sind sichtbare heilige Wahrzeichen und Siegel. Gott hat sie eingesetzt, um uns durch ihren Gebrauch den Zuspruch des Evangeliums besser verständlich zu machen und zu versiegeln: daß er uns auf Grund des einmaligen Opfers Christi, am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnade schenkt.1
  • 1. 5. Mose 30, 6; 3. Mose 6, 18; 1. Mose 17, 11; Röm 4, 11; Hebr 9, 8-9.24; Hes 20,12
67
Seynd dann beyde das wort und die sacrament dahin gericht, daß sie unsern glauben auf das opfer JEsu Christi am creutz als auf den einigen grund unserer seligkeit weisen?

Ja freylich: Dann der heilige Geist lehret im evangelio, und bestätiget durch die heilige sacrament, daß unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opfer Christi, für uns am creutz geschehen.1
  • 1. Rom. 6, 3. Gal. 3, 27
67
[43]Sollen denn beide, Wort und Sakrament, unseren Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz als den einzigen Grund unserer Seligkeit hinweisen?

Ja; denn der Heilige Geist lehrt im Evangelium und bestätigt durch die heiligen Sakramente, daß unsere ganze Seligkeit gegründet ist auf das einmalige Opfer Christi, das für uns am Kreuz geschah.1
  • 1. Röm 6, 3; Gal 3, 27
68
Wie viel sacrament hat Christus im neuen testament eingesetzt?

Zwey, den heiligen tauf, und das heilig abendmahl.
68
Wieviel Sakramente hat Christus im Neuen Testament eingesetzt?

Zwei, die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.
26. Sonntag
69
[28]Wie wirst du im heiligen tauf erinnert und versichert, daß das einige opfer Christi am creutz dir zu gut komme?

Also, daß Christus dis äusserlich wasserbad eingesetzt,1 und darbey verheissen hat,2 daß ich so gewiß mit seinem blut und Geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden, gewaschen sey, so gewiß ich äusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunehmen, gewaschen bin.3
  • 1. Matt. 28, 19. Actor. 2, 38
  • 2. Matt. 3. 11. Marc. 16, 16. Rom. 6, 3
  • 3. Marc. 1, 4. Luc. 3, 3
69
[44]Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und gewiß gemacht, daß das einmalige Opfer Christi am Kreuz dir zugut kommt?

Christus hat dies äußerliche Wasserbad eingesetzt und dabei verheißen,1 daß ich so gewiß mit seinem Blut und Geist2 von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden, reingewaschen bin, wie ich äußerlich durch das Wasser gereinigt werde, das die Unsauberkeit des Leibes hinwegnimmt.3
  • 1. Mt 28, 19-20; Apg 2, 38
  • 2. Mt 3, 11; Mk 16, 16; Röm 6, 3-4
  • 3. Mk 1, 4; Lk 3, 3
70
Was heißt mit dem blut und geist Christi gewaschen seyn?

Es heist vergebung der sünden von GOtt aus gnaden haben, um des bluts Christi willen, welches er in seinem opfer am creutz für uns vergossen hat:1 Darnach auch durch den heiligen Geist erneuert, und zu einem glied Christi geheiliget seyn, daß wir je länger je mehr der sünden absterben, und in einem gottseligen unsträflichen leben wandeln.2
  • 1. Hebr. 12, 24. 1 Pet. 1, 2. Apoc. 1, 5. & 22, 14. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25
  • 2. Ioh. 1, 33. & 3. 5. 1 Cor. 6, 11. & 12. 13. Rom. 6, 4. Col. 2, 11. 12
70
Was heißt, mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt, Vergebung der Sünde von Gott aus Gnade haben um des Blutes Christi willen, das er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat.1 [45]Es heißt ferner, durch den Heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, so daß wir je länger je mehr der Sünde absterben und ein Leben führen, das Gott gefällt.2
  • 1. Hebr 12, 24; 1. Petr 1, 2; Offb 1, 5; Sach 13, 1; Hes 36, 25-27
  • 2. Joh 1, 33; 3, 5; 1. Kor 6, 11; 12, 13; Röm 6, 4; Kol 2, 11-12
71
[29]Wo hat Christus verheissen, daß wir so gewiß mit seinem blut und geist, als mit dem taufwasser, gewaschen seynd?

In der einsatzung des taufs, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle völcker und taufet sie im namen des Vaters, und des Sohns, und des heiligen Geistes:1 Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.2 Diese verheissung wird auch wiederholet, da die schrift den tauf ein bad der wiedergeburt,3 und abwaschung der sünden nennet.4
  • 1. Matt. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 16
  • 3. Tit. 3, 5
  • 4. Act. 22, 16
71
Wo hat Christus verheißen, daß wir so gewiß mit seinem Blut und Geist wie mit dem Taufwasser gewaschen sind?

Bei der Einsetzung der Taufe sagt er:
»Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.«1 »Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.«2
Diese Verheißung wird dort wiederholt, wo die Heilige Schrift die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und3 die »Abwaschung der Sünden« nennt.4
  • 1. Mt 28, 19
  • 2. Mk 16, 16
  • 3. Tit 3,5
  • 4. Apg 22, 16
27. Sonntag
72
Ist denn das äusserliche wasserbad die abwaschung der sünden selbst?

Nein:1 Denn allein das blut JEsu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen sünden.2
  • 1. Matt. 3, 11. 1 Petr. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • 2. 1 Joh. 1, 7. 1 Cor. 6, 11
72
[46]Ist denn das äußerliche Wasserbad selbst die Abwaschung der Sünden?

Nein; denn allein das Blut Jesu Christi1 und der Heilige Geist reinigt uns von allen Sünden.2
  • 1. Eph 5, 26; Mt 3, 11; 1. Petr 3, 21
  • 2. 1. Joh 1, 7; 1. Kor 6, 11
73
Warum nennet denn der heilige Geist den tauf das bad der wiedergeburt, und die abwaschung der sünden?

GOtt redet also nicht ohne grosse ursach: Nemlich nicht allein daß er uns damit wil lehren, daß gleich wie die unsauberkeit des leibs [30]durchs wasser, also unsere sünden durchs blut und Geist Christi hinweg genommen werden,1 sondern vielmehr, daß er uns durch dis göttlich pfand und warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewaschen seynd, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werden.2
  • 1. Apoc. 1, 5. & 7, 14. 1 Cor. 6, 11
  • 2. Marc. 16, 16. Gal. 3, 17. 18
73
Warum nennt denn der Heilige Geist die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden«?

Gott redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns damit lehren: Wie die Unsauberkeit des Leibes durch Wasser, so werden unsere Sünden durch Blut und Geist Christi hinweggenommen.1 Ja vielmehr:
Er will uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen gewißmachen, daß wir so wahrhaftig von unseren Sünden geistlich gewaschen sind, wie wir mit dem leiblichen Wasser2 gewaschen werden.
  • 1. Offb 1, 5; 7, 14; 1. Kor 6, 11
  • 2. Mk 16, 16; Gal 3, 17
74
Soll man auch die jungen kinder taufen?

Ja: Denn dieweil sie sowol als die alten in den bund GOttes und seine gemeine gehören,1 und ihnen in dem blut Christi die erlösung von sünden,2 und der heilige Geist, welcher den glauben wircket nicht weniger denn den alten zugesagt wird,3 so sollen sie auch durch den tauf, als des bundes zeichen, der christlichen kirchen eingeleibt, und von der ungläubigen kindern unterscheiden werden,4 wie im alten testament durch die Beschneidung geschehen ist,5 an welcher statt im neuen testament der tauf ist eingesetzt.6
  • 1. Gen. 17, 7
  • 2. Matt. 19, 14
  • 3. Luc. 1, 14. 15. Psalm. 22, 11. Esa. 44, 1. 2. 3. Actor. 2, 39
  • 4. Actor. 10, 47
  • 5. Gen. 17, 14
  • 6. Col. 2, 11. 12. 13
74
[47]Soll man auch die kleinen Kinder taufen?

Ja; denn sie gehören ebenso wie die Erwachsenen in den Bund Gottes und seine Gemeinde.1
Auch ihnen wird, nicht weniger als den Erwachsenen, in dem Blut Christi die Erlösung von den Sünden2 und der Heilige Geist, der den Glauben wirkt, zugesagt.3
Darum sollen auch die Kinder durch die Taufe, das Zeichen des Bundes, in die christliche Kirche als Glieder eingefügt und von den Kindern der Ungläubigen unterschieden werden,4 wie es im Alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist,5 an deren Stelle im Neuen Testament die Taufe eingesetzt wurde.6
  • 1. 1. Mose 17, 7
  • 2. Mt 19, 14
  • 3. Lk 1, 14-15; Ps 22, 11; Jes 44, 1-3; Apg 2, 39
  • 4. Apg 10, 47
  • 5. 1. Mose 17, 14
  • 6. Kol 2, 11-13
28. Sonntag
75
[31]Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und versichert, daß du an dem einigen opfer Christi am creutz, und allen seinen gütern gemeinschaft habest?

Also, daß Christus mir und allen gläubigen von diesem gebrochenen brod zu essen, und von diesem kelch zu trincken befohlen hat, zu seinem gedächtniß, und darbey verheissen,1 Erstlich, daß sein leib so gewiß für mich am creutz geopfert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit augen sehe, daß das brod des HERRN mir gebrochen, und der kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, daß er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossenem blut, so gewiß zum ewigen leben speise und träncke, als ich aus der hand des dieners empfange, und leiblich niesse das brod und den kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
  • 1. Matt. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. &c. Luc. 22, 19. 20. 1 Cor. 10, 16. 17, &c. & 11, 23. 24. 25. 1 Cor. 12, 13
75
[48]Wie wirst du im Heiligen Abendmahl erinnert und gewiß gemacht, daß du an dem einzigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gaben Anteil hast?

Christus hat mir und allen Gläubigen befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen und von dem Kelch zu trinken.1 Dabei hat er verheißen: Erstens, daß sein Leib so gewiß für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen ist, wie ich mit Augen sehe, daß das Brot des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir gegeben wird. Zweitens, daß er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiß zum ewigen Leben speist und tränkt, wie ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brot und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
  • 1. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; Lk 22, 19-20; 1. Kor 10, 16-17; 11, 23-; 25; 12, 13
76
Was heißt den gecreutzigten leib Christi essen, und sein vergossen blut trincken?

Es heißt nicht allein mit gläubigem her[32]tzen das ganze leyden und sterben Christi annehmen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekommen:1 Sondern auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeyten leib jemehr und mehr vereiniget werden,2 daß wir, ob gleich er im himmel,3 und wir auf erden seynd, dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beinen seynd,4 und von einem Geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werden,5
  • 1. Ioh. 6, 35. 40. 48. 50. 51. 53. 54
  • 2. Ioh. 6, 55. 56
  • 3. Actor. 3, 21. Actor. 1, 9. 1 Cor. 11, 26
  • 4. Ephes. 3, 16. 17. & 5. 29. 1 Cor. 6, 15. 17. 19. 1 Ioh. 3, 24. & 4. 13. Ioh. 14, 22. 23
  • 5. Ioh. 6. 56. 57. 58. & 15, 1. 2. 3. 4. 5. 6. Ephes. 4, 15. 16
76
[49]Was heißt, den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein, mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünde und ewiges Leben empfangen,1 sondern auch, durch den Heiligen Geist, der zugleich in Christus und in uns wohnt, mit seinem verherrlichten Leib2 mehr und mehr vereinigt werden, so daß, obgleich er im Himmel ist3 und wir auf Erden sind, wir doch ein Leib mit ihm sind und von einem Geist4 ewig leben und regiert werden.5
  • 1. Joh 6, 35.40.47-48.50-54
  • 2. Joh 6, 55-56
  • 3. Apg 3, 21; 1. Kor 11, 26
  • 4. Eph 3, 16-17; 5, 29-32; 1. Kor 6, 15-19; 1. Joh 3, 24; 4, 13
  • 5. Joh 6, 56-58; 14, 23; 15, 1-6; Eph 4, 15-16
77
Wo hat Christus verheissen, daß er die gläubigen so gewiß also mit seinem leib und blut speise und träncke, als sie von diesem gebrochenen brod essen, und von diesem kelch trinken?

In der einsatzung des abendmahls, welche also lautet:1 Unser HErr JEsus in der nacht, da er verrathen ward, nahm er das brod, dancket und brachs, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wird: Sol[33]ches thut zu meiner gedächtniß. Desselben gleichen auch den kelch nach dem abendmahl, und sprach: Dieser kelch ist das neue Testament in meinem blut: Solches thut, so oft ihrs trincket, zu meiner gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem brod esset, und von diesem kelch trincket, solt ihr des HERREN tod verkündigen, bis daß er kommt. Und diese verheissung wird auch wiederholet durch Sanct Paulum,2 da er spricht: Der kelch der dancksagung damit wir dancksagen, ist der nicht die gemeinschaft des bluts Christi? Das brod das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so sind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brods theilhaftig seynd.
  • 1. Cor. 11, 23. Matth. 26, 26. &c. Marc. 14, 22. &c. Luc. 22, 19 &c
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
77
[50]Wo hat Christus verheißen, daß er die Gläubigen so gewiß mit seinem Leib und Blut speist und tränkt, wie sie von diesem gebrochenen Brot essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des Abendmahls:1 »Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: (Nehmet, esset,) das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.« Diese Verheißung wiederholt der Apostel Paulus,2 wenn er sagt: »Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn e i n Brot ist’s: so sind wir viele e i n Leib, weil wir alle an e i n e m Brot teilhaben.«
  • 1. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24, Lk 22, 19-20; 1. Kor 11, 23-25
  • 2. 1. Kor 10, 16,17
29. Sonntag
78
Wird dann aus brod und wein der wesentliche leib und blut Christi?

Nein: Sondern wie das wasser in dem tauf, nicht in das blut Christi verwandelt, [34]oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein göttlich warzeichen und versicherung ist:1 Also wird auch das heilig brod im abendmahl nicht der leib Christi selbst,2 wiewol es nach art und brauch der sacramenten,3 der leib Christi genennet wird.
  • 1. Matt. 26, 29. Marc. 14, 24
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17. & 11, 26. 27. 28
  • 3. Gen. 17, 10. 14 19. Exod. 12, 27. 43. 48. & 13, 9. Act. 7, 8. Exod. 24, 8. Levit 16, 10. & 17, 11. Jesa. 6, 6. 7. Act. 22, 16. Tit. 3, 6. 1 Pet. 3, 21. 1 Cor. 10, 1. &c
78
[51]Werden denn Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt?

Nein. Wie das Wasser bei der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt wird oder selbst die Sünden abwäscht, sondern Gottes Wahrzeichen1 und Pfand dafür ist, so wird auch das Brot im Abendmahl nicht der Leib Christi,2 auch wenn es in den Worten, die beim Abendmahl gebraucht werden, als der Leib Christi bezeichnet wird.3
  • 1. Mt 26, 29; Mk 14, 24
  • 2. 1. Kor 10, 16-17; 11, 26-28
  • 3. 1. Mose 17, 10-19; 2. Mose 12, 26-27.43.48; 1. Petr 3, 21; 1. Kor 10, 1- 4; Tit 3, 5
79
Warum nennet denn Christus das brod seinen leib, und den kelch sein blut, oder das neue testament in seinem blut, und St. Paulus die gemeinschaft des leibs und bluts Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohn grosse ursach: Nemlich, daß er uns nicht allein damit will lehren, daß gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten: Also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die wahre speiß und tranck unserer seelen zum ewigen leben,1 sondern vielmehr, daß er uns durch diß sichtbare zeichen und pfand will versichern, daß wir so warhaftig seines wahren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geistes theilhaftig werden, als wir diese heilige warzeichen mit dem leiblichen mund zu seiner gedächtniß empfangen,2 und daß all sein leiden und gehorsam so gewiß unser eigen sey, als [35]hätten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und genug gethan.
  • 1. Joh. 6, 51. 55
  • 2. 1 Cor. 10 16. 17
79
Warum nennt denn Christus das Brot seinen Leib und den Kelch sein Blut oder nennt den Kelch den neuen Bund in seinem Blut, und warum spricht Paulus von der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns damit lehren: Wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten, so sind sein gekreuzigter Leib und sein vergossenes Blut die wahre Speise und der wahre Trank unserer Seele zum ewigen Leben.1 [52]Darüberhinaus will er uns durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand gewiß machen, daß wir so wahrhaftig durch seinen Heiligen Geist an seinem Leib und Blut Anteil bekommen wie wir diese heiligen Wahrzeichen mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis empfangen.2 All sein Leiden und sein Gehorsam sind uns so gewiß zugeeignet, als hätten wir selbst das alles gelitten und vollbracht.
  • 1. Joh 6, 51.55
  • 2. 1. Kor 10, 16-17
30. Sonntag
80
Was ist für ein unterscheid zwischen dem abendmahl des HErren, und der päbstischen Meß?

Das abendmahl bezeuget uns, daß wir vollkommene vergebung aller unser sünden haben, durch das einig opffer JEsu Christi, so er selbst einmal am creutz vollbracht hat:1 Und daß wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibt,2 der jetzund mit seinem wahren leib im himmel zur rechten des Vaters ist,3 und daselbst will angebetet werden.4 Die meß aber lehret, daß die lebendigen und die todten nicht durch das leyden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn, daß Christus noch täglich für sie von den meß-priestern geopfert werde: Und das Christus leiblich unter der gestalt brods und weins sey, und derhalben darin soll angebetet werden.5 Und ist also die meß im grund nichts anders dann ein verleugnung des einigen opfers und leydens JEsu Christi,6 und ein vermaledeyte abgötterey. [36]
  • 1. Hebr. 7, 26. & 9, 12. 26. 27. 28. & 10, 10. 12. 14. Joh. 19, 20. Matt. 26, 28. Luc. 22. 19
  • 2. 1 Cor. 6, 17. & 10, 16. & 12, 13
  • 3. Hebr. 1, 3. & 8, 1
  • 4. Joh. 4, 21. 22. 23. & 20, 17. Luc. 24, 52. Actor. 7, 55. 56. Coloss. 3, 1. Phil. 3, 20. 1 Tess. 1, 10
  • 5. In Cano. Miss. Item De consec. Distinct. 2
  • 6. Hebr. 9. & 10
80
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeugt uns, daß wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben durch das einmalige Opfer Jesu Christi, das er selbst einmal am Kreuz1 vollbracht hat, und daß wir durch den Heiligen Geist Christus werden eingeleibt,2 der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist und daselbst will angebetet werden.3 [53]Die Messe aber lehrt,4 daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde, und daß Christus leiblich unter der Gestalt des Brotes und Weines sei und deshalb darin soll angebetet werden. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes als eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi und eine vermaledeite Abgötterei.*5
*Das Moderamen des Reformierten Bundes hat hierzu erklärt: Diese Verwerfung wurde vor 400 Jahren formuliert; sie läßt sich nach Inhalt und Sprache in dieser Form nicht aufrechterhalten: Die Polemik gegen die Wiederholung des einmaligen Opfers Christi am Kreuz und die Anbetung der Elemente (Brot und Wein) wird dem nicht gerecht, was im ökumenischen Gespräch inzwischen an Verständigung erreicht werden konnte. Der bleibende Lehrunterschied besteht darin, daß die Eucharistie in der römisch- katholischen Kirche als »Opfer«, das Abendmahl im evangelischen Gottesdienst als »Mahlfeier« begriffen wird; doch sollte sich dieser Unterschied nicht kirchentrennend auswirken.
  • 1. Hebr 7, 27; 9, 12.25-28; 10, 10-14; Joh 19, 30; Mt 26, 28; Lk 22, 19-20
  • 2. 1. Kor 6, 17; 10, 16-17
  • 3. Hebr 1, 3; 8, 1; Joh 4, 21-24; 20, 17; Lk 24, 52; Apg 7, 55
  • 4. Kol 3, 1; Phil 3, 20-21; 1. Thess 1, 9-10
  • 5. Hebr 9, 10
81
Welche sollen zu dem tisch des HERREN kommen?

Die ihnen selbst um ihrer sünden willen mißfallen, und doch vertrauen, daß dieselbige ihnen verziehen, und die übrige schwachheit mit dem leyden und sterben Christi bedeckt sey, begehren auch je mehr und mehr ihren glauben zu stärcken, und ihr leben zu bessern. Die unbußfertigen aber und heuchler essen und trincken ihnen selbst das gericht.1
  • 1. 1 Cor. 10, 19. & 11, 28
81
[54]Welche Menschen sollen zum Tisch des Herrn kommen?

Alle, die sich selbst um ihrer Sünde willen mißfallen und doch vertrauen, daß Gott sie ihnen vergeben hat und daß auch die bleibende Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi zugedeckt ist, die aber auch begehren, mehr und mehr ihren Glauben zu stärken und ihr Leben zu bessern. Wer aber unbußfertig und heuchlerisch zum Abendmahl kommt, ißt und trinkt sich selbst zum Gericht.1
  • 1. 1. Kor 10, 19-22; 11, 28-29
82
Sollen aber zu diesem abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrer bekäntniß und leben als ungläubige und gottlose erzeigen?

Nein: Denn es wird also der bund GOttes geschmäht, und sein zorn über die ganze gemeine gereitzet.1 Derhalben die christliche kirche schuldig ist nach der ordnung Christi und seiner aposteln, solche bis zur besserung ihres lebens, durch das ampt der schlüssel auszuschliessen.
  • 1. 1 Cor. 11, 20. 34. Esa. 1, 11. 12. 13. & 66, 3. Jer. 7, 21. Psalm. 50, 16
82
Dürfen aber zum heiligen Abendmahl auch solche zugelassen werden, die sich in ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erweisen?

Nein; denn sonst wird der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde erregt.1 Darum muß die christliche Kirche nach der Ordnung Christi und seiner Apostel solche durch das Amt der Schlüssel ausschließen, bis sie ihr Leben bessern.
  • 1. 1. Kor 11, 20.34; Jes 1, 11-15; 66, 3; Jer 7, 21-23; Ps 50, 16-17
31. Sonntag
83
Was ist das ampt der schlüssel?

Die predigt des heiligen evangelions, und die christliche buß-zucht, durch welche beyde stück das himmelreich den gläubigen aufge[37]schlossen, und den ungläubigen zugeschlossen wird.1
  • 1. Matth. 16, 19. & 18, 18
83
[55]Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht. Durch diese beiden wird das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen,1 den Ungläubigen aber zugeschlossen.
  • 1. Mt 16, 18-19; 18, 18
84
Wie wird das himmelreich durch die predigt des heiligen evangelions auf- und zugeschlossen?

Also, daß nach dem befehl Christi allen und jeden gläubigen verkündigt und öffentlich bezeugt wird, daß ihnen, so oft sie die verheissung des evangelions mit wahrem glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre sünden von GOTT, um des verdiensts Christi willen, vergeben seynd: Und hinwiederum allen ungläubigen und heuchlern, daß der zorn GOttes und die ewige verdammniß auf ihnen liegt, so lang sie sich nicht bekehren.1 Nach welchem zeugniß des evangelii, GOtt beyde in diesem und zukünftigem leben urtheilen wil.
  • 1. Joh. 20, 23. Matth. 16, 19
84
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Nach dem Befehl Christi wird allen Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeugt, daß ihnen alle ihre Sünden von Gott um des Verdienstes Christi willen wahrhaftig vergeben sind, sooft sie den Zuspruch des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen. Dagegen wird allen, die den Glauben verwerfen oder heucheln, öffentlich bezeugt, daß der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt,1 solange sie sich nicht bekehren. Nach diesem Zeugnis des Evangeliums will Gott in diesem und im zukünftigen Leben urteilen.
  • 1. Joh 20, 21-23; Mt 16, 19
85
Wie wird das himmelreich zu- und aufgeschlossen durch die christliche buß-zucht?

Also, daß nach dem befehl Christi, diejenigen, so unter dem christlichen namen unchristliche lehr oder wandel führen,1 nachdem sie etlich mal brüderlich vermahnt seyn, und von ihren irrthumen oder lastern nicht abstehen, der kirchen oder denen, so von der kirchen dazu verordnet seynd, angezeigt, und [38]so sie sich an derselben vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch verbietung der heiligen sacrament aus der christlichen gemein, und von GOtt selbst, aus dem reich Christi werden ausgeschlossen: und wiederum als glieder Christi und der kirchen angenommen, wenn sie wahre besserung verheissen und erzeigen.2
  • 1. Rom. 12, 7. 8. 1 Cor. 12, 28. 1 Tim. 5, 17. 1 Cor. 5, 3. 4. 5. 2 Cor. 2, 6. 7. 8
  • 2. Matth. 18, 15. 16. 17. 18. 1 Cor. 5, 3 2 Thess. 3, 14. 15. 2 Ioh. 2, 10. 11. 2 Cor. 2, 6. 7. 10. 11
85
[56]Wie wird das Himmelreich durch die christliche Bußzucht zu- und aufgeschlossen?

Nach dem Befehl Christi werden alle, die sich Christen nennen, aber unchristlich lehren oder leben, mehrmals seelsorgerlich vermahnt.
Wenn sie von ihren Irrtümern und Lastern nicht ablassen, werden sie der Gemeinde oder den von ihr Beauftragten namhaft gemacht.
Wenn sie auch deren Vermahnung nicht folgen, werden sie von diesen durch Versagung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeinde und von Gott selber aus dem Reich Christi ausgeschlossen.
Jedoch werden sie als Glieder Christi undder Kirche wieder angenommen, wenn sie wahre Besserung versprechen und zeigen.1
  • 1. Mt 18, 15-18; 1. Kor 5, 3-5.11; 2. Thess 3, 14-15; 2. Joh 10, 11
Der dritte Theil. Von der Danckbarkeit.
Der dritte Teil. Von der Dankbarkeit
32. Sonntag
86
Dieweil wir dann aus unserm elend ohne alle unser verdienst, aus gnaden durch Christum erlöset seynd, warum sollen wir gute werck thun?

Darum, daß Christus, nachdem er uns mit seinem blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem ebenbild, daß wir mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen GOtt für seine wolthat erzeigen,1 und er durch uns gepriesen werde.2 Darnach auch, daß wir bey uns selbst unsers glaubens aus seinen früchten gewiß seyn,3 und mit unserm gottseligen wandel unsere nähesten auch Christo gewinnen.4
  • 1. Rom. 6, 13. & 12, 1. 2. 1 Petr. 2, 5. 9. 10. 1 Cor. 6, 20
  • 2. Matt. 5, 16. 1 Pet. 2, 12
  • 3. 2 Petr. 1, 10. Matt. 7, 17. Gal. 5, 6. 22
  • 4. 1 Pet. 3, 1. 2. Rom. 14, 19
86
[57]Da wir nun aus unserm Elend ganz ohne unser Verdienst aus Gnade durch Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke tun?

Wir sollen gute Werke tun, weil Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen Heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, damit wir mit unserem ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat erweisen und er durch uns gepriesen wird.1 Danach auch, daß wir bei uns selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiß werden2 und mit einem Leben, das Gott gefällt, unsern Nächsten auch für Christus gewinnen.3
  • 1. 1. Kor 6, 20; Röm 6, 13; 12, 1-2; Mt 5, 16; 1. Petr 2, 5.9-12
  • 2. 2. Petr 1, 10; Mt 7, 17-18; Gal 5, 6.22
  • 3. 1. Petr 3, 1-2; Röm 14, 19
87
[39]Können dann die nicht selig werden, die sich von ihrem undanckbaren unbußfertigen wandel zu GOtt nicht bekehren?

Keineswegs: Denn wie die schrift sagt, kein unkeuscher, abgöttischer, ehebrecher, dieb, geitziger, trunckenboltz, lästerer, räuber und dergleichen, wird das reich GOttes ererben.1
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. Ephes. 5, 5. 6. 1 Joh. 3, 14. 15
87
[58]Können denn auch die selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Leben nicht zu Gott bekehren?

Keineswegs; denn die Schrift sagt: kein Unzüchtiger, Götzendiener, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen1 wird das Reich Gottes erben.
  • 1. 1. Kor 6, 9-10; Eph 5, 5-6; 1. Joh 3, 14-15
33. Sonntag
88
In wie viel stücken stehet die warhaftige buß oder bekehrung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des alten,1 und auferstehung des neuen menschen?
  • 1. Rom. 6, 4. 5. 6. Ephes. 4, 22. 23. 24. Col. 3, 5. 6. 8. 9. 10. 1 Cor. 5, 7. 2 Cor. 7, 11
88
Worin besteht die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des Menschen?

Im Absterben des alten Menschen und im Auferstehen des neuen Menschen.1
  • 1. Röm 6, 4-6; Eph 4, 22-24; Kol 3, 5-10; 1. Kor 5, 7
89
Was ist die absterbung des alten menschen?

Ihm die sünde von hertzen lassen leyd seyn, und dieselbige je länger je mehr hassen und fliehen.1
  • 1. Rom. 8, 13. Joel 2, 13. Hos. 5, 15. & 6, 1
89
Was heißt Absterben des alten Menschen?

Sich die Sünde von Herzen leid sein lassen und sie je länger je mehr hassen und fliehen.1
  • 1. Röm 8, 13; Joel 2, 13
90
Was ist die auferstehung des neuen menschen?

Hertzliche freud in GOtt durch Christum,1 und [40]lust und lieb haben nach dem willen GOttes in allen guten wercken zu leben.2
  • 1. Rom. 3, 1. & 14, 17. Esa 57, 15
  • 2. Rom. 6, 10. 11. Gal. 2, 20
90
[59]Was heißt Auferstehen des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christus haben1 und Lust und Liebe, nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben.2
  • 1. Röm 5, 1; 14, 17; Jes 57, 15
  • 2. Röm 6, 10-11; Gal 2, 20
91
Welches seynd aber gute werck?

Allein die aus wahrem glauben,1 nach dem gesetz GOttes,2 ihm zu ehren geschehen,3 und nicht die auf unser gutdüncken oder menschensatzung gegründet seyn.4
  • 1. Rom. 14, 23
  • 2. 1 Sam. 15, 22. Ephes. 2, 10. & 6, 17
  • 3. 1 Cor. 10, 31
  • 4. Deut. 12, 32. Ezech. 20, 18. 19. Esa. 29, 13. Matth. 15, 9
91
Was sind denn gute Werke?

Allein solche, die aus wahrem Glauben1 nach dem Gesetz Gottes ihm zur Ehre geschehen,2 und nicht solche, die auf unser Gutdünken oder auf Menschengebote gegründet sind.3
  • 1. Röm 14, 23
  • 2. 1. Sam 15, 22; Eph 2, 10; 1. Kor 10, 31
  • 3. Mt 15, 9; Hes 20, 18-19; Jes 29, 13; 5. Mose 13, 1
92
Wie lautet das Gesetz des HErren?

GOtt redet alle diese wort:1 Das erste gebott. Ich bin der HERR dein GOtt, der ich dich aus Egyptenland, aus dem dienst-hauß, geführet hab: Du solt kein andere götter für mir haben. Das ander. Du solt dir kein bildniß noch irgend ein gleichniß machen, weder des, das oben im himmel, noch des, das unten auf erden, oder des, das im wasser unter der erden ist: Du solt sie nicht anbeten, noch ihnen dienen. Denn ich [41]der HERR dein GOTT, bin ein starcker eifriger GOTT, der die missethat der väter heimsuchet an den kindern, bis ins dritte und vierdte glied deren die mich hassen: und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine gebott halten. Das dritte. Du solt den nahmen des HERREN deines GOttes nicht mißbrauchen. Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen nahmen mißbraucht. Das vierdte. Gedenck des sabbath-tages daß du ihn heiligest. Sechs tag solt du arbeiten, und alle deine werck thun, aber am siebenden tag ist der sabbath des HERREN deines GOttes, da solt du kein arbeit thun, noch dein sohn, noch deine tochter, noch dein knecht, noch deine magd, noch dein vieh, noch der frembdling der in deinen thoren ist. Dann in sechs tagen hat der HERR him[42]mel und erden gemacht, und das meer, und alles was darinnen ist, und ruhete am siebenden tage. Darum segnete der HERR den sabbath-tag, und heiligte ihn. Das fünfte. Du solt deinen vater und deine mutter ehren, auf daß du lange lebest im land, daß dir der HERR dein GOtt gibt. Das sechste. Du solt nicht tödten. Das siebende. Du solt nicht ehebrechen. Das achte. Du solt nicht stehlen. Das neundte. Du solt kein falsch zeugniß reden wider deinen nehesten. Das zehende. Laß dich nicht gelüsten deines nechsten hauß: Laß dich nicht gelüsten deines nechsten weibs, noch seines knechts, noch seiner magd, noch seines ochsens, noch seines esels, noch alles was dein nechster hat.
  • 1. Exod. 20. Deut. 5, 6
92
Wie lautet das Gesetz des Herrn?

»Gott redete alle diese Worte:

Das 1. Gebot

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das 2. Gebot

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, [60]noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

Das 3. Gebot

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Das 4. Gebot

Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht, und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. [61]

Das 5. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

Das 6. Gebot

Du sollst nicht töten.

Das 7. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Das 8. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Das 9. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das 10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was dein Nächster hat.« (2. Mose 20, 1-17)
34. Sonntag
93
[43]Wie werden diese gebott getheilt?

In zwo tafeln:1 Deren die erst in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen GOtt sollen halten: Die ander, in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig seynd.2
  • 1. Exod. 34, 28. Deut. 4, 13. & 10, 3. 4
  • 2. Matt. 28, 37. 38. 39
93
Wie werden diese Gebote eingeteilt?

In zwei Tafeln: Die erste Tafel lehrt in vier Geboten, wie wir uns Gott gegenüber verhalten sollen,1 die zweite in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind.2
  • 1. 2. Mose 34, 28; 5. Mose 4, 13; 10, 3-4
  • 2. Mt 22, 37-40
94
Was erfordert der HERR im ersten gebot?

Daß ich bey verlierung meiner seelen heyl und seligkeit, alle abgötterey,1 zauberey, abergläubische segen,2 anrufung der heiligen oder anderer creaturen,3 meiden und fliehen sol: Und den einigen wahren GOtt recht erkennen,4 ihm allein vertrauen,5 in aller demuth,6 und gedult,7 von ihm allein alles guts erwarten,8 und ihm von gantzen hertzen lieben,9 förchten,10 und ehren.11 Also daß ich ehe alle creaturen übergebe, dann in dem geringsten wider seinen willen thue.12
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. & 10, 7. 14
  • 2. Lev. 19, 31. Deut. 18, 11
  • 3. Matt. 4, 10. Apoc. 19, 10. & 22, 8. 9
  • 4. Joh. 17, 3
  • 5. Ier. 17, 5
  • 6. 1 Pet. 5, 5. 6
  • 7. Hebr. 10, 37. Coloss. 1, 11. Rom. 5, 3. 4. 1 Cor. 10, 10. Phillip. 2, 14
  • 8. Psalm. 104. 27. 28. 29. 30. Esa. 45, 7. Iacob. 1, 17
  • 9. Deut. 6, 5. Matt. 22, 37
  • 10. Deut. 6, 2. Psal. 1 1, 10. Prov. 1, 7. & 9, 10. Matt. 10, 28
  • 11. Matth. 4, 10. Deut. 10, 20
  • 12. Matt. 5, 29. 30. & 10. 37. Actor. 5, 29. Ephes. 2, 12. Rom. 1, 23
94
[62]Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Gott will, daß ich allen Götzendienst,1 alle Zauberei und Wahrsagerei, allen Aberglauben, auch das Anrufen der Heiligen oder2 anderer Geschöpfe meide und fliehe, damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit nicht verliere. Stattdessen soll ich3 den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren,4 so daß ich eher alle Geschöpfe preisgebe,5 als im Geringsten gegen seinen Willen handle.
  • 1. 1. Kor 6, 9-10; 10, 7.14
  • 2. 3. Mose 19, 31; Mt 4, 10; 5. Mose 18, 10-12; Offb 19, 10; 22, 8.9
  • 3. Joh 17, 3
  • 4. Jer 17, 5; 1. Petr 5, 5-6; Röm 5, 3,4; 1. Kor 10, 10; Phil 2, 14; Ps 104, 27-30; Jes 45, 7; Jak 1, 17; Spr 1, 7; 9, 10; Hebr 10, 36; Kol 1, 11; 5. Mose 6, 2.5; Mt 22, 37; Ps 111, 10; Mt 4, 10; 10, 28; 5. Mose 10, 20
  • 5. Mt 5, 29-30; 10, 37; Apg 5, 29
95
[44]Was ist abgötterey?

An statt des einigen wahren GOttes, der sich in seinem wort hat offenbahret, oder neben demselbigen etwas anders tichten oder haben, darauf der mensch sein vertrauen setzt.1
  • 1. Ephes. 5, 5. 1 Paral. 16, 26. Philip. 3, 19. Gal. 4, 8. 1 Ioh. 2, 23
95
Was ist Götzendienst?

Anstelle des einen wahren Gottes, der sich in seinem Wort offenbart hat, oder neben ihm1 irgendetwas anderes ersinnen oder haben, worauf der Mensch sein Vertrauen setzt.
  • 1. Eph 5, 5; 1.Chron 16, 26; Phil 3, 19; Joh 5, 23; Gal 4, 8; Eph 2, 12; 1. Joh 2, 23; 2. Joh 9
35. Sonntag
96
Was will GOTT im andern gebott?

Daß wir GOtt in keinen weg verbilden,1 auch auf irgend ein andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollen.2
  • 1. Deut. 4, 15. Esa. 40, 18. Act. 17, 29
  • 2. 1 Sam. 15, 23. Deut. 12. 30. Matt. 15, 9
96
[63]Was will Gott im zweiten Gebot?

Gott will, daß wir ihn in keiner Weise abbilden, noch ihn auf irgendeine andere Art verehren,1 als er es in seinem Wort befohlen hat.2
  • 1. 5. Mose 4, 15-19; Jes; 40, 18-20.25; Röm 1, 23-24; Apg 17, 29
  • 2. 1. Sam 15, 23; Mt 15, 9; 5. Mose 12,30-32
97
Soll man denn gar kein bildniß machen?

GOtt kan und sol keineswegs abgebildet werden. Die creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden: So verbeut doch GOtt derselben bildniß zu machen und zu haben, daß man sie verehre oder ihm damit diene.1
  • 1. Exod. 23, 24. & 34, 13. Num. 33, 51. 52. Deut. 7, 5. & 12, 3. & 16, 22. 2 Reg. 18, 4
97
Darf man denn gar kein Bild machen?

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden. Die Geschöpfe dürfen abgebildet werden, aber Gott verbietet, Bilder von ihnen zu machen und zu haben, um sie zu verehren oder ihm damit zu dienen.1
  • 1. 2. Mose 23, 24; 34, 13-; 14; 4. Mose 33, 52; 5. Mose 7, 5; 12, 3; 16, 22; 2. Kön 18, 4
98
Mögen aber nicht die bilder als der layen bücher, in der kirchen geduldet werden?

Nein: Dann wir nicht sollen weiser seyn denn GOtt, welcher seine christenheit nicht durch stumme götzen,1 sondern durch die le[45]bendige predigt seines worts wil unterwiesen haben.2
  • 1. Ier. 10, 8. Habac. 2, 18. 19
  • 2. 1 Petr. 1, 19. 2 Tim. 3, 16. 17
98
Dürfen denn nicht die Bilder als »der Laien Bücher« in den Kirchen geduldet werden?

Nein; denn wir sollen uns nicht für weiser halten als Gott, der seine Christenheit nicht1 durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben will.2
  • 1. Jer 10, 8; Hab 2, 18-19
  • 2. 2. Petr 1, 19; 2. Tim 3, 16-17
36. Sonntag
99
Was will das dritte gebott?

Daß wir nicht allein mit fluchen,1 oder mit falschem eyd,2 sondern auch mit unnöthigem schweren den nahmen GOttes nicht lästern oder mißbrauchen, noch uns mit unserm stillschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen; Und in summa, daß wir den heiligen namen GOttes anders nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchen,3 auf daß er von uns recht bekennt,4 angeruffen,5 und in allen unsern worten und wercken6 gepriesen wird.
  • 1. Levit. 24, 11, &c
  • 2. Levit. 19, 12
  • 3. Matth. 5, 37. Iacob. 5, 12
  • 4. Esa. 45, 23
  • 5. Matt. 10, 32
  • 6. 1 Tim. 2, 8. Rom. 2, 24. 1 Tim. 6, 1. Coloss. 3, 16
99
[64]Was will Gott im dritten Gebot?

Gott will, daß wir weder mit Fluchen1 oder mit falschem Eid,2 noch mit unnötigem Schwören3 seinen Namen lästern oder mißbrauchen. Wir sollen uns auch nicht durch unser Stillschweigen und Zusehen an solchen schrecklichen Sünden mitschuldig machen. Gottes heiligen Namen sollen wir nur mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen,4 so daß er von uns recht bekannt, angerufen5 und in allen unseren Worten und Werken gepriesen wird.6
  • 1. 3. Mose 24, 10-16
  • 2. 3. Mose 19, 12
  • 3. Mt 5, 37; Jak 5, 12
  • 4. Jes 45, 23
  • 5. Mt 10, 32; 1.Tim 2, 8
  • 6. Röm 2, 24; 1.Tim 6, 1; Kol 3, 16-17
100
Ist denn mit fluchen und schweren GOttes nahmen lästern, so eine schwere sünd, daß GOtt auch über die zörnet, die so viel an ihnen ist, dieselbe nicht helfen wehren und verbieten?

Ja freylich:1 Dann keine sünde grösser ist, noch GOtt heftiger erzörnet, dann lästerung seines nahmens. Darum er sie auch mit dem tod zu strafen befohlen hat.2
  • 1. Luc. 5, 1
  • 2. Levit. 24, 15. 16
100
Ist es denn eine so schwere Sünde, Gottes Namen mit Schwören und Fluchen zu lästern, daß Gott auch über die zürnt, die nicht alles tun, um es zu verhindern?

Ja;1 denn es gibt keine Sünde, die größer ist und Gott heftiger erzürnt, als die Lästerung seines Namens. Darum hat er auch befohlen, sie mit dem Tode zu bestrafen.2
  • 1. 3. Mose 5, 1
  • 2. 3. Mose 24, 15-16
37. Sonntag
101
[46]Mag man aber auch gottselig bey dem nahmen GOttes einen eyd schwehren?

Ja. Wenn es die oberkeit von ihren unterthanen, oder sonst die noth erfodert, treue und warheit zu GOttes ehr, und des nechsten heyl dadurch zu erhalten und zu fördern. Denn solches eyd schweren ist in GOttes wort gegründet,1 und derhalben von den heiligen im alten und neuen testament recht gebrauchet worden.2
  • 1. Deut. 6, 13. & 10, 20 Esa. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • 2. Gen. 21, 24. & 31, 53. Iosuæ 9, 15. & 19. 1 Sam. 24, 23. 2 Sam. 3, 35. 1 Reg. 1, 29. Rom. 1, 9. 2 Cor 1, 23
101
[65]Darf man aber überhaupt bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja, wenn es die Obrigkeit fordert oder die Not es gebietet, auf diese Weise Treue und Wahrheit zu Gottes Ehre und des Nächsten Wohl zu erhalten und zu fördern. Denn solches Schwören ist in Gottes Wort begründet.1 Deshalb haben die Menschen im Alten und Neuen Testament zu Recht davon Gebrauch gemacht.2
  • 1. 5. Mose 6, 13; 10, 20; Jes 48, 1; Hebr 6, 16
  • 2. 1. Mose 21, 24; 31, 53-; 54; 1. Sam 24, 22; 2. Sam 3, 35; Jes 9, 15; 1. Kön 1, 29; Röm 1, 9; 2. Kor 1, 23
102
Mag man auch bey den heiligen oder andern creaturen eyd schweren?

Nein: Denn ein rechtmäßiger eyd ist ein anruffung GOttes, daß er, als der einige hertzkündiger, der warheit zeugniß wolle geben, und mich strafen, so ich falsch schwere1 welche ehre denn keiner creaturen gebührt.2
  • 1. 2 Cor. 1, 23
  • 2. Matt. 5, 34. 35. 36. Iac. 5, 12
102
Darf man auch bei den Heiligen oder anderen Geschöpfen schwören?

Nein; denn in einem rechtmäßigen Eid rufe ich Gott selbst zum Zeugen an,1 daß er, der allein die Herzen kennt, die Wahrheit bestätige und mich strafe, wenn ich falsch schwöre. Diese Ehre aber gebührt keinem Geschöpf.2
  • 1. 2. Kor 1, 23
  • 2. Mt 5, 34-36; Jak 5, 12
38. Sonntag
103
Was wil GOTT im vierdten gebott?

GOtt will erstlich, daß das predigamt und schulen erhalten werde,1 und ich, sonderlich am feyertage, zu der gemeine GOttes fleissig komme,2 das wort GOttes zu lernen,3 die heiligen sacrament zu gebrauchen,4 den HErren öffentlich anzurufen,5 und [47]das christlich allmosen zu geben.6 Zum andern, daß ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feyre, den HErren durch seinen Geist in mir wircken lasse, und also den ewigen sabbath in diesem leben anfange.7
  • 1. Tit. 1, 5. 1 Tim. 3, 14. 15. & 5, 17. 1 Cor. 9, 11. 13. 14. 2 Tim. 2, 2. & 3, 15. 1 Tim. 4, 13. & 5, 17
  • 2. Psalm. 40, 10. 11. & 68, 27. Actor. 2, 42. 46
  • 3. 1 Cor. 14, 19. 29. 31
  • 4. 1 Cor. 11, 33
  • 5. 1 Tim. 2, 1. 2. 3. 8. 9. 1 Cor. 14, 16
  • 6. 1 Cor. 16, 2
  • 7. Esa. 66, 23
103
[66]Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will zum einen, daß das Predigtamt und die christliche Unterweisung1 erhalten bleiben und daß ich, besonders am Feiertag, zu der Gemeinde Gottes fleißig komme.2 Dort soll ich Gottes Wort lernen, die heiligen Sakramente gebrauchen, den Herrn öffentlich anrufen3 und in christlicher Nächstenliebe für Bedürftige spenden.4
Zum andern soll ich an allen Tagen meines Lebens von meinen bösen Werken feiern* und den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lassen.5
So fange ich den ewigen Sabbat schon in diesem Leben an.
* »feiern« = ablassen
  • 1. Tit 1, 5; 1. Tim 3, 14-15; 1. Tim 4, 13-16; 5, 17; 1. Kor 9, 11-14; 2. Tim 2, 2; 3, 15
  • 2. Ps 40, 10-11; 68, 27; Apg 2, 42.46; 1. Kor 14, 19.29-31
  • 3. 1. Kor 11, 33; 1. Tim 2, 1-3.8-10; 1. Kor 14, 16
  • 4. 1. Kor 16, 2
  • 5. Jes 66, 23
39. Sonntag
104
Was will GOtt im fünften Gebott?

Daß ich meinem vater und mutter, und allen die mir fürgesetzt seyn, alle ehr, liebe und treue beweisen, und mich aller guter lehr und straf mit gebührlichem gehorsam unterwerffen,1 und auch mit ihren gebrechen gedult haben sol,2 dieweil uns GOtt durch ihre hand regieren wil.3
  • 1. Ephes. 6, 1. 2. 5. Col. 3, 18. 20. Ephes. 2, 25. Prov. 1, 8. & 4, 1. & 5, 20. & 20, 20. Exod. 21, 17. Rom. 13, 1
  • 2. Prov. 23, 22. Gen. 9, 25. 1 Petr. 2, 18
  • 3. Ephes. 6, 4. 9. Col. 3, 19. 21. Rom. 13, 2. Matth. 22, 21
104
[67]Was will Gott im fünften Gebot

Ich soll meinem Vater und meiner Mutter und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und alle gute Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam annehmen,1 auch mit ihren Schwächen und Fehlern Geduld haben,2 weil Gott uns durch ihre Hand regieren will.3
  • 1. Eph 5, 22; 6. 1-2.5; Kol 3, 18.20-24; Spr 1, 8; 4, 1; 15, 20; 20, 20; 2.Mose 21, 17; Röm 13, 1
  • 2. Spr 23, 22; 1. Mose 9, 24-25; 1. Petr 2, 18
  • 3. Eph 6, 4.9; Kol 3, 19.21; Röm 13, 2-7; Mt 22, 21
40. Sonntag
105
Was will GOtt im sechsten Gebott?

Daß ich meinem nächsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere, schmähen, hassen, beleidigen oder tödten,1 sondern alle rachgierigkeit able[48]gen,2 auch mich selbst nicht beschädigen, oder muthwillig in gefahr begeben sol.3 Darum auch die obrigkeit, dem todschlag zu wehren, das schwerdt trägt.4
  • 1. Matth. 5, 21. 22. & 26, 52. Gen. 9, 6
  • 2. Ephes. 4, 26. Rom. 12, 19. Matt. 5, 25. & 18, 25
  • 3. Rom. 13, 14. Coloss. 2, 23. Sir. 3, 27. Matth. 4, 7
  • 4. Gen. 9, 6. Exod. 21, 14. Matth. 26, 52. Rom. 13, 4
105
Was will Gott im sechsten Gebot?

Ich soll meinen Nächsten weder mit Gedanken noch mit Worten oder Gebärden, erst recht nicht mit der Tat, auch nicht mit Hilfe anderer, schmähen, hassen, beleidigen oder töten. Ich soll vielmehr1 alle Rachgier ablegen, mir auch nicht selbst Schaden zufügen oder mich mutwillig in Gefahr begeben.2 Darum hat auch der Staat den Auftrag, durch seine Rechtsordnung das Töten zu verhindern.3
  • 1. Mt 5, 21-22.26.52; 1. Mose 9, 6; Eph 4, 26; Röm 12, 19; Mt 5, 25; 18, 35
  • 2. Röm 13, 14; Kol 2, 23; Sir 3, 27; Mt 4, 7
  • 3. 1. Mose 9, 6; 2. Mose 21, 14; Mt 26.52; Röm 13, 4
106
Redet doch diß gebott allein vom tödten?

Es wil uns aber GOtt durch verbietung des todschlags, lehren, daß er die wurtzel des todschlags, als neid,1 haß,2 zorn,3 rachgierigkeit hasset, und daß solches alles für ihm ein heimlicher todschlag seye,4
  • 1. Rom. 1, 29
  • 2. 1 Ioh. 2, 9. 11
  • 3. Iacob. 1, 20. Gal. 5, 20
  • 4. 1 Ioh. 3, 15
106
[68]Redet denn dieses Gebot nur vom Töten?

Nein. Gott will uns durch das Verbot des Tötens lehren, daß er schon die Wurzel des Tötens, nämlich Neid, Haß, Zorn und Rachgier1 haßt und daß alles für ihn heimlichesTöten ist.2
  • 1. Röm 1, 28-32; 1. Joh 2, 9-11; Jak 1, 20; Gal 5, 19-21
  • 2. 1. Joh 3, 15
107
Ist aber damit genug, daß wir unsern nechsten, wie gemeldt, nicht tödten?

Nein: Denn indem GOtt neid, haß und zorn verdammt, wil er von uns haben, daß wir unsern nechsten lieben als uns selbst,1 gegen ihm gedult, friede, sanftmuth,2 barmhertzigkeit,3 und freundlichkeit4 erzeigen, seinen schaden, so viel uns möglich, abwenden,5 und auch unsern feinden guts thun.6 [49]
  • 1. Matth. 7, 12. & 22, 39
  • 2. Ephes. 4, 2. Gal. 6, 1. Matth. 5, 5. Rom. 12, 18
  • 3. Matth. 5, 7. Luc. 6, 36
  • 4. Rom. 12, 10
  • 5. Exod. 23, 5
  • 6. Matth. 5, 44. Rom. 12, 20
107
Haben wir das Gebot schon erfüllt, wenn wir unseren Nächsten nicht töten?

Nein. Indem Gott Neid, Haß und Zorn verdammt, will er, daß wir unseren Nächsten1 lieben wie uns selbst, ihm Geduld, Frieden, Sanftmut, Barmherzigkeit und2 Freundlichkeit erweisen,3 Schaden, so viel uns möglich, von ihm abwenden, und auch unseren Feinden Gutes tun.4
  • 1. Mt 7, 12; 22, 39
  • 2. Eph 4,2; Gal 6, 1-2; Mt 5, 5.7; Lk 6, 36
  • 3. Röm 12, 10.18; 2. Mose 23, 5
  • 4. Mt 5, 44-45; Röm 12, 20-21
41. Sonntag
108
Was will das siebende gebott?

Daß alle unkeuschheit von GOtt vermaledeyet sey,1 und daß wir darum ihr von hertzen feind seyn, und keusch und züchtig leben sollen,3 es sey im heiligen ehestand, oder ausserhalb desselben.4
  • 1. Luc. 18, 27. 28
  • 2. Iudæ 23
  • 3. 1 Thess. 4, 3. 4. 5
  • 4. Hebr. 13, 3. 4. 5. 1 Cor. 7, 4
108
[69]Was will Gott im siebenten Gebot?

Gott verurteilt alle Zügellosigkeit.1 Darum sollen wir ihr von Herzen feind sein,2 rücksichtsvoll und verantwortungsbewußt leben,3 sei es nun in der Ehe oder außerhalb derselben.4
  • 1. 3. Mose 18, 27-29
  • 2. Jud 22, 23
  • 3. 1. Thess 4, 3-5
  • 4. Hebr 13, 4; 1. Kor 7, 4
109
Verbeut GOtt in diesem gebott nichts mehr den ehebruch und dergleichen schanden?

Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geistes seyn, so wil er, daß wir sie beyde sauber und heilig bewahren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, worte,1 gedanken, lust,2 und was den menschen darzu reitzen mag.3
  • 1. Ephes. 5, 3. 4. 1 Cor. 6, 18. 19
  • 2. Matt. 5, 28
  • 3. Ephes. 5, 18
109
Verbietet Gott in diesem Gebot allein den Ehebruch?

Nein. Weil beide, unser Leib und unsere Seele, Tempel des Heiligen Geistes sind, darum will Gott, daß wir beide rein und heilig bewahren. Er verbietet deshalb alle zügellosen Taten, Gebärden, Worte, Gedanken, Begierden1 und alles, was den Menschen dazu reizen kann.2
  • 1. Eph 5, 3-4; 1. Kor 6, 18-; 20; Mt 5, 27-28
  • 2. Eph 5, 18; 1. Kor 15, 33
42. Sonntag
110
Was verbeut GOtt im achten gebott?

Er verbeut nicht allein den diebstal,1 und rauberey,2 welche die oberkeit straft: Sondern GOtt nennet auch diebstal alle böse stück und anschläge, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt, oder schein des rechtens,3 als unrechtem gewicht,4 elen, maaß,5 waar, müntz, [50]wucher,6 oder durch einiges mittel, das von GOtt verbotten ist: Darzu auch allen geitz,7 und unnütze verschwendung seiner gaben.8
  • 1. 1 Cor. 6, 10
  • 2. 1 Cor. 5, 10
  • 3. Luc. 3, 14. 1 Thes. 4, 6
  • 4. Prov. 11, 1. & 16, 11
  • 5. Ezech. 45, 9. Deut. 25, 13
  • 6. Psalm. 15, 5. Luc. 6, 35
  • 7. 1 Cor. 6, 10
  • 8. Prov. 5, 16
110
[70]Was verbietet Gott im achten Gebot?

Gott verbietet nicht nur Diebstahl und Raub,1 die nach staatlichem Recht bestraft werden. Er nennt Diebstahl auch alle Schliche und betrügerischen Handlungen, womit wir versuchen, unseres Nächsten Gut an uns zu bringen, sei es mit Gewalt oder einem Schein des Rechts:2 mit falschem Gewicht und Maß, mit schlechter Ware,3 gefälschtem Geld und Wucher, oder mit irgendeinem Mittel, das von Gott verboten ist. Er verbietet auch allen Geiz4 und alle Verschwendung seiner Gaben.5
  • 1. 1. Kor 5, 10; 6, 10
  • 2. Lk 3, 14; 1.Thess 4, 6; Spr 11, 1; 16, 11
  • 3. Hes 45, 9-10; Ps 15, 55; 5. Mose 25, 13-15; Lk 6, 35
  • 4. 1. Kor 6, 10
  • 5. Spr 5, 16
111
Was gebeut dir aber GOtt in diesem gebott?

Daß ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fördere, gegen ihm also handele, wie ich wolte, daß man mit mir handelte1 und treulich arbeite, auf daß ich dem dürftigen in seiner noth helfen möge.2
  • 1. Matth. 7, 12
  • 2. Ephes. 4, 28
111
Was gebietet dir aber Gott in diesem Gebot?

Ich soll das Wohl meines Nächsten fördern, wo ich nur kann, und an ihm so handeln,1 wie ich möchte, daß man an mir handelt. Auch soll ich gewissenhaft arbeiten, damit ich dem Bedürftigen in seiner Not helfen kann.2
  • 1. Mt 7, 12
  • 2. Eph 4, 28
43. Sonntag
112
Was wil das neunte gebott?

Daß ich wider niemand falsche zeugniß gebe,1 niemand seine worte verkehre,2 kein afterreder und lästerer sey,3 niemand unverhört, und leichtlich verdammen helfe,4 sondern allerley lügen und trügen, als eigene wercke des teufels,5 bey schwerem GOttes zorn vermeide,6 in gerichts- und allen andern handlungen die warheit liebe, aufrichtig sage und bekenne,7 auch meines nechsten ehre und glimpf nach meinem vermögen rette und fördere.8 [51]
  • 1. Prov. 16, 5. 9. & 21, 28
  • 2. Psalm. 15, 3
  • 3. Rom. 1, 28. 30
  • 4. Matth. 7, 1. Luc. 6, 37
  • 5. Joh. 8, 44
  • 6. Prov. 12, 22. & 13, 5
  • 7. 1 Cor. 13, 6. Ephes. 4, 25. 29
  • 8. 1 Petr. 4, 8
112
[71]Was will Gott im neunten Gebot?

Ich soll gegen niemanden1 falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen,2 nicht hinter seinem Rücken reden3 und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig4 verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels5 bei Gottes schwerem Zorn vermeiden.6 Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf7 nach Kräften retten und fördern.8
  • 1. Spr 19, 5.9; 21, 28
  • 2. Ps 15, 3
  • 3. Röm 1, 28.30
  • 4. Mt 7, 1.2; Lk 6, 37
  • 5. Joh 8, 44
  • 6. Spr 12, 22; 13, 5
  • 7. 1. Kor 13, 6; Eph 4, 25
  • 8. 1. Petr 4, 8
44. Sonntag
113
Was wil das zehende gebott?

Daß auch die geringste lust oder gedancken wider irgend ein gebott GOttes in unser hertz nimmermehr kommen, sondern wir für und für von gantzem hertzen aller sünden feind seyn, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollen.1
  • 1. Rom. 7, 7
113
Was will Gott im zehnten Gebot?

Wir sollen in unserem Herzen keine Lust und keinen Gedanken aufkommen lassen, gegen irgendein Gebot Gottes zu handeln, sondern wir sollen jederzeit von ganzem Herzen aller Sünde feind sein und Lust zu aller Gerechtigkeit haben.1
  • 1. Röm 7, 7-8
114
Können aber die zu GOtt bekehret sind, solche gebott vollkömmlich halten?

Nein: Sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben seynd, nur einen geringen anfang dieses gehorsams:1 Doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sondern nach allen gebotten GOttes anfangen zu leben.2
  • 1. 1 Joh. 1, 8. Rom. 7, 14. Eccles. 7, 21
  • 2. Rom, 7, 22. Jac. 2, 10. Philip. 3, 14
114
[72]Können aber die zu Gott Bekehrten diese Gebote vollkommen halten?

Nein, sondern es kommen auch die frömmsten Menschen in diesem Leben über einen geringen Anfang dieses Gehorsams nicht hinaus.1 Wohl aber beginnen sie, mit fester Absicht nicht nur nach einigen, sondern nach allen Geboten Gottes zu leben.2
  • 1. 1. Joh 1, 8-10; Röm 7, 14-15; Pred 7, 20
  • 2. Röm 7, 22; Jak 2, 10-11
115
Warum läßt uns denn GOtt also scharf die zehen gebott predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich, auf daß wir unser gantzes lebenlang unsere sündliche art je länger je mehr erkennen.1 und so viel desto begieriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchen,2 Darnach, daß wir ohne unterlaß uns befleissen, und GOtt bitten um die gnad des heiligen Geistes, daß wir je länger je mehr [52]zu dem ebenbild GOttes erneuert werden, bis wir das ziel der vollkommenheit nach diesem leben erreichen.3
  • 1. 1 Joh. 1, 9. Psalm. 32, 5
  • 2. Rom. 7, 24. 25
  • 3. 1 Cor. 9, 24. Phil. 3, 11. 12. 13. 14
115
[73]Warum läßt uns Gott denn die zehn Gebote so eindringlich predigen, wenn sie doch in diesem Leben niemand halten kann?

Erstens sollen wir unser ganzes Leben lang unsere sündige Art je länger, je mehr erkennen1 und um so begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christus suchen.2
Zweitens sollen wir unaufhörlich uns bemühen und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten, daß wir je länger, je mehr zum Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir nach diesem Leben3 das Ziel der Vollkommenheit erreichen.4
  • 1. 1. Joh 1, 9; Ps 32, 5
  • 2. Röm 7, 24-25
  • 3. 1. Kor 9, 24-25
  • 4. Phil 3, 11-14
45. Sonntag
116
Warum ist den christen das gebet nöthig?

Darum, daß es das fürnehmste stück der danckbarkeit ist, welche GOtt von uns erfordert,1 und daß GOtt seine gnade und heiligen Geist allein denen wil geben, die ihn mit hertzlichem seuftzen ohne unterlaß darum bitten, und ihm dafür dancken.2
  • 1. Psalm. 50, 14. 15
  • 2. Matth. 7, 7. & 13, 12. Luc. 11, 9. 13. Psalm. 50, 15
116
[74]Warum ist den Christen das Gebet nötig?

Weil es die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit ist, die Gott von uns fordert,1 und weil Gott seine Gnade und seinen Heiligen Geist nur denen geben will, die ihn herzlich und unaufhörlich darum bitten und ihm dafür danken.2
  • 1. Ps 50, 14-15
  • 2. Mt 7, 7-8; 13, 12; Lk 11, 9.10.13
117
Was gehört zu einem solchen gebet das GOtt gefalle und von ihm erhöret werde?

Daß wir allein den einigen wahren GOtt, der sich uns in seinem wort hat offenbaret,1 um alles das er uns zu bitten befohlen hat,2 von hertzen anrufen,3 unsere noth und elend recht gründlich erkennen,4 uns für dem angesicht seiner majestät zu demüthigen,5 und diesen vesten grund haben,6 daß er unser gebet, unangesehen daß wirs unwürdig seynd, doch um des HErrn Christi willen, gewiß[53]lich wolle erhören,7 wie er uns in seinem wort verheissen hat.8
  • 1. Joh. 4, 22
  • 2. Rom. 8, 26. 1 Joh. 5, 24
  • 3. Joh. 4, 23. 24. Psalm. 145, 18
  • 4. 2 Paral. 20, 12
  • 5. Psalm. 2, 11. 34. 19. Esa. 66, 2
  • 6. Rom. 10, 14. & 8, 15. Jac. 1, 6
  • 7. Joh. 14, 13. 14. & 15, 16. & 16, 23. Dan. 9, 17. 18
  • 8. Matth. 7, 8. Psal. 143, 1
117
Was gehört zu einem Gebet, damit es Gott gefällt und von ihm erhört wird?

Erstens, daß wir allein den wahren Gott, der sich uns in seinem Wort geoffenbart hat,1 von Herzen anrufen2 um alles, was er uns zu bitten befohlen hat.3
Zweitens, daß wir unsere Not und unser Elend gründlich erkennen,4 um uns vor seinem göttlichen Angesicht zu demütigen.5 [75]Drittens, daß wir diesen festen Grund haben,6 daß er unser Gebet trotz unserer Unwürdigkeit um des Herrn Christus willen gewiß erhören will,7 wie er uns in seinem Wort verheißen hat.8
  • 1. Joh 4, 22-24
  • 2. Joh 4, 23.24
  • 3. Röm 8, 26; 1. Joh 5, 14
  • 4. 2. Chron 20, 12
  • 5. Ps 2, 11; 34, 19; Jes 66, 2
  • 6. Röm 10, 14; Jak 1, 6
  • 7. Joh 14, 13-16; Dan 9, 17-18
  • 8. Mt 7, 8; Ps 143, 1
118
Was hat uns GOtt befohlen von ihm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche nothdurfft,1 welche der HErr Christus begriffen hat in dem gebet, das er uns selbst gelehret.
  • 1. Jacob. 1, 17. Matth. 6, 33
118
Was hat uns Gott befohlen, von ihm zu erbitten?

Alles, was wir für unser geistliches und leibliches Leben1 nötig haben, wie es der Herr Christus in dem Gebet zusammengefaßt hat, das er uns selber lehrt.
  • 1. Jak 1, 17; Mt 6, 33
119
Wie lautet dasselbige?

Unser1 Vater, der du bist in den himmeln. Geheiliget werde dein nahme. Dein reich komme. Dein will geschehe auf erden wie im himmel. Unser täglich brod gib uns heut Und vergib uns unsere schuld, als wir auch vergeben unsern schuldigern. Und führe uns nicht in versuchung, sondern erlöse uns vom bösen. Dann dein ist das reich, und die krafft, und die herrlichkeit in ewigkeit, Amen.
  • 1. Matth. 6, 9. Luc. 11. 28
119
[76]Wie lautet dieses Gebet?

Unser Vater im Himmel!1 Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wir auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen.
  • 1. Mt 6, 9-13; Lk 11, 2-4
46. Sonntag
120
[54]Warum hat uns Christus befohlen GOtt also anzureden: Unser Vater?

Daß er gleich im anfang unsers gebets in uns erwecke die kindliche furcht und zuversicht gegen GOtt, welche der grund unsers gebets sol seyn: Nemlich, daß GOtt unser Vater durch Christum worden sey, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im glauben bitten, denn unsere väter uns irrdische dinge abschlagen.1
  • 1. Matth. 7, 9. 10. 11. Luc. 11, 11. 12. 13
120
[77]Warum hat uns Christus befohlen, Gott so anzureden: »Unser Vater«?

Er will in uns gleich zu Anfang unseres Gebetes die kindliche Ehrfurcht und Zuversicht Gott gegenüber wecken, auf die unser Gebet gegründet sein soll; daß nämlich Gott durch Christus unser Vater geworden ist und uns das, worum wir ihn im Glauben bitten, noch viel weniger verweigern will, als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen.1
  • 1. Mt 7, 9-11; Lk 11, 11-13
121
Warum wird hinzu gethan: Der du bist in den himmeln?

Auf daß wir von der himmlischen majestät GOttes nichts irrdisches gedencken,1 und von seiner allmächtigkeit alle nothdurfft leibes und der seelen gewarten.2
  • 1. Jerem. 23 23. 24. Actor. 17, 24. 25. 26. 27
  • 2. Rom. 10, 12
121
Warum wird hinzugefügt: »Im Himmel«?

Wir sollen von der himmlischen Hoheit Gottes nichts Irdisches denken und von seiner Allmacht alles erwarten,1 was für Leib und Seele nötig ist.2
  • 1. Jer 23, 23-24; Apg 17, 24-27
  • 2. Röm 10, 12
47. Sonntag
122
Was ist die erste bitt?

Geheiliget werde dein nahme, das ist, gib uns erstlich, daß wir dich recht erkennen,1 und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmächtigkeit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rühmen und preisen.2 Darnach auch, daß wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, daß dein nah[55]me um unsert willen nicht gelästert, sondern geehret und gepriesen werde.3
  • 1. Joh. 17, 3. Jerem. 9, 23. 24. & 31, 33. 34. Matth. 16, 17. Jacob. 1, 5. Psalm. 119, 105
  • 2. Psalm. 119, 137. Luc. 1, 46. Psalm. 145, 8. 9. 17. Exod. 34, 6. 7. Jerem 31, 3. & 32, 18. 19. 40. 41. & 33, 11. 20. Rom. 3, 4. 2 Tim. 2, 19. Matth. 19, 17. Rom. 11, 22
  • 3. Psalm, 71, 8. & 115, 1
122
[78]Was bedeutet die erste Bitte: »Geheiligt werden dein Name«?

Damit beten wir: Gib uns zuerst, daß wir dich recht erkennen und dich heiligen, rühmen und preisen1 in allen deinen Werken, in denen deine Allmacht, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit leuchten. Gib uns auch, daß wir unser ganzes Leben, unsere Gedanken, Worte und Werke darauf richten, daß dein Name unsertwegen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde.2
  • 1. Joh 17, 3; Mt 16, 17; Jak 1, 5; Ps 119, 105; Ps 119, 137; Röm 11, 22.33
  • 2. Ps 71, 8; 115, 1
48. Sonntag
123
Was ist die andere bitt?

Zukomme dein reich, das ist, regiere uns also durch dein wort und Geist, daß wir uns dir je länger je mehr unterwerffen:1 erhalte und mehre deine kirche,2 und zerstöre die wercke des teufels, und allen gewalt, der sich wider dich erhebt, und alle böse rathschläge, die wider dein heiliges wort erdacht werden,3 bis die vollkommenheit deines reichs herzu komme,4 darin du wirst alles in allem seyn.5
  • 1. Matth. 6, 33. Psalm. 119, 5. & 143, 10
  • 2. Psalm. 51, 20. & 122, 6. 1 Joh. 3, 8
  • 3. Rom. 26, 20
  • 4. Apoc. 22, 17. 20. Rom. 8, 22. 23
  • 5. 1 Cor. 15, 28
123
[79]Was bedeutet die zweite Bitte: »Dein Reich komme«?

Damit beten wir: Regiere uns durch dein Wort und deinen Geist, daß wir dir je länger, je mehr gehorchen.1 Erhalte und mehre deine Kirche2 und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich gegen dich erhebt, und alle Machenschaften, die gegen dein heiliges Wort erdacht werden,3 bis die Vollendung deines Reiches kommt, in dem du alles in allen sein wirst.4
  • 1. Ps 119, 5; 143, 10; Mt 6, 33
  • 2. Ps 51, 20; 122, 6-7
  • 3. 1. Joh 3, 8; Röm 16, 20
  • 4. Offb 22, 17.20; Röm 8, 22-23; 1. Kor 15, 28
49. Sonntag
124
Was ist die dritte bitt?

Dein will geschehe auf erden wie im himmel, das ist, verleyhe, daß wir und alle menschen unserm eignen willen absagen, und deinem allein guten willen ohne alles widersprechen gehorchen,2 daß also jederman [56]sein amt und beruf so willig und treulich ausrichte,3 wie die engel im himmel.4
  • 1. Matth. 16, 24. Titum 2, 12
  • 2. Lucæ 22, 42
  • 3. 1 Cor. 7, 24
  • 4. Psalm. 103, 20. 21
124
Was bedeutet die dritte Bitte: »Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden«?

Damit beten wir: Hilf, daß wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen1 und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen,2 so daß jeder seine irdischen Aufgaben so willig und treu ausübt3 wie die Engel im Himmel.4
  • 1. Mt 16, 24; Tit 2, 12
  • 2. Lk 22, 42
  • 3. 1. Kor 7, 24
  • 4. Ps 103, 20-21
50. Sonntag
125
Was ist die vierte bitt?

Gib uns heut unser täglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblicher nothdurfft versorgen,1 auf daß wir dardurch erkennen, daß du der einige Ursprung alles guten bist,2 und daß ohne deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeyen,3 und wir derhalben unser vertrauen von allen creaturen abziehen, und allein auf dich setzen.4
  • 1. Psal. 104, 27. & 145. 15. Matth. 6, 26
  • 2. Act. 14, 17. & 17, 27
  • 3. 1 Cor. 15, 38. Deut. 8, 3. Psalm. 37, 16. 37
  • 4. Psalm. 25, 23. & 62, 11
125
[80]Was bedeutet die vierte Bitte: »Unser tägliches Brot gibt uns heute«?

Damit beten wir: Versorge uns mit allem, was für Leib und Leben nötig ist.1 Lehre uns dadurch erkennen, daß du allein der Ursprung alles Guten bist2 und daß ohne deinen Segen unsere Sorgen und unsere Arbeit wie auch deine Gaben uns nichts nützen.3 Laß uns deshalb unser Vertrauen von allen Geschöpfen abwenden und es allein auf dich setzen.4
  • 1. Ps 104, 27-28; 145, 15-16; Mt 6, 25-26
  • 2. Apg 14, 17; 17, 27-28
  • 3. 1. Kor 15, 58; 5. Mose 8, 3; Ps 37, 16-17
  • 4. Ps 55, 23; 62, 11
51. Sonntag
126
Was ist die fünfte bitt?

Vergib uns unsere schuld, als wir auch vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, auch das böse, so uns noch immerdar anhänget, um des bluts Christi willen nicht zurechnen,1 wie auch wir diß zeugniß deiner gnad in uns befinden, daß unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zu verzeihen.2
  • 1. Psal. 51, 1. & 143, 2, 1 Joh. 2, 1
  • 2. Matth. 6, 14. 15
126
Was bedeutet die fünfte Bitte: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern«?

Damit beten wir: Rechne uns armen Sündern alle unsere Missetat und das Böse, das uns immer noch anhängt,1 um des Blutes Christi willen nicht zu, wie auch wir es als Zeugnis deiner Gnade2 in uns finden, unserem Nächsten von Herzen verzeihen zu wollen.
  • 1. Ps 51, 1-5; 143, 2; 1. Joh 2, 1-2
  • 2. Mt 6, 14-15
52. Sonntag
127
Was ist die sechste bitt?

Und führe uns nicht in versuchung, [57]sondern erlöse uns vom bösen, das ist, dieweil wir aus uns selbst so schwach seyn, daß wir nicht einen augenblick bestehen können,1 und darzu unsere abgesagte feinde, der teufel,2 die welt,3 und unser eigen fleisch,4 nicht aufhören uns anzufechten: So wollest du uns erhalten und stärcken durch die kraft deines heiligen Geistes, auf daß wir ihnen mögen vesten widerstand thun, nur in diesem geistlichen streit nicht unten liegen,5 bis daß wir endlich den sieg vollkömmlich behalten.6
  • 1. Joh. 15, 5. Psal. 103, 14
  • 2. 1 Pet. 1, 5. 8. Eph. 6, 12
  • 3. Joh. 15, 19
  • 4. Rom. 7, 23. Gal. 5, 17
  • 5. Matth. 26, 41. Marc. 13, 33
  • 6. 1 Thess. 3, 13. & 5, 23
127
[81]Was bedeutet die sechste Bitte: »Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen«?

Damit beten wir: Aus uns selbst sind wir so schwach, daß wir nicht einen Augenblick1 bestehen können.2 Auch hören unsere erklärten Feinde, der Teufel, die Welt und unser eigenes Wesen, nicht auf, uns anzufechten.3 Darum erhalte und stärke uns durch die Kraft deines Heiligen Geistes, daß wir ihnen fest widerstehen4 und in diesem geistlichen Streit5 nicht unterliegen, bis wir endlich den völligen Sieg6 davontragen.
  • 1. Joh 15, 5
  • 2. Ps 103, 14-16
  • 3. 1. Petr 5, 8; Eph 6, 12; Joh 15, 19; Röm 7, 23; Gal 5, 17
  • 4. Mt 26, 41
  • 5. Mk 13, 33
  • 6. 1. Thess 3, 13; 5, 23-24
128
Wie beschleußt du diß gebet?

Denn dein ist das reich, die kraft, und die herrlichkeit, in ewigkeit, das ist, solches alles bitten wir darum von dir, daß du als unser könig, und aller ding mächtig, uns alles guts geben wilst und kanst,1 und daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger nahme ewig sol gepriesen werden.2
  • 1. Rom. 10, 11. 12. 2 Petr. 2, 9
  • 2. Ioh. 14, 13 Psalm. 115, 1. Ierem. 33, 8. 9
128
[82]Wie beschließt du dieses Gebet? »Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit«.

Damit beten wir: Dies alles erbitten wir darum von dir, weil du als unser König und aller Dinge mächtig uns alles Gute geben willst und kannst,1 und daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig gepriesen werde.2
  • 1. Röm 10, 11-12; 2. Petr 2, 9
  • 2. Joh 14, 13; Ps 115, 1
129
Was heißt das wörtlein, Amen?

Amen heißt, das sol wahr und gewiß seyn. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen fühle, daß ich solches von ihm begehre.1
  • 1. 2 Cor. 1, 20. 2 Tim. 2, 13
129
Was bedeutet das Wort: »Amen«?

Amen heißt: Das ist wahr und gewiß! Denn mein Gebet ist von Gott viel gewisser erhört, als ich in meinem Herzen fühle, daß ich dies alles von ihm begehre.1
  • 1. 2. Kor 1, 20; 2. T im 2, 13