Heidelberg Catechism

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Der Heidelbergische Catechismus Kleve: Sitzmann, 1774 German
Der Heidelberger Katechismus Wien 1885 German
1
[3]Was ist dein einiger Trost im leben und im sterben?

Daß ich mit leib und seel1 beyde im leben und im sterben2 nicht mein, sondern meines getreuen Heylands JEsu Christi eigen bin,3 der mit seinem theuren blut für alle meine sünden vollkömmlich bezahlet,4 und mich aus allem gewalt des teufels erlöset hat,5 und also bewahret,6 daß ohne den willen meines Vaters im himmel kein haar von meinem haupt kan fallen,7 ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen muß,8 Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichert,9 und ihm forthin zu leben von herzen willig und bereit macht.10
  • 1. 1 Cor. 6, 19. 20. 1 Thess. 5, 10
  • 2. Rom. 14, 8
  • 3. 1 Cor. 3, 16. 23
  • 4. 1 Petr. 1, 19. 1 Joh. 1, 7 & 2, 2
  • 5. 1 Joh 3, 8. Hebr. 2, 14
  • 6. Joh. 6, 39
  • 7. Matt. 10, 30. Luc. 21, 18
  • 8. Rom. 8, 28
  • 9. 2. Cor. 1, 22. & 5, 5
  • 10. Rom. 8, 14
1
[3]Was ist dein einiger Trost im Leben und im Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Sterben1, nicht mein2, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin3, der mit seinem theuren Blute für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlet4, und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöset hat5, und also bewahret6, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen7, ja auch mir Alles zu meiner Seligkeit dienen muss8. Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen Lebens versichert9, und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht10.
  • 1. Röm. 14, 8
  • 2. 1 Cor. 6, 19. 20
  • 3. 1 Cor. 3, 22. 23. Tit. 2, 14
  • 4. 1 Petr. 1, 18. 19. 1 Joh. 1, 7. 1 Joh. 2, 1. 2
  • 5. Hebr. 2, 14. 15. 1 Joh. 3, 8
  • 6. Joh. 6, 39. Joh. 10, 28. 2 Thess. 3, 3. 1 Petr. 1, 5
  • 7. Matth. 10, 30. Luc. 21, 18
  • 8. Röm. 8, 28
  • 9. 2 Cor. 1, 21. 22. 2 Cor. 5, 5. Ephes. 1, 14. Röm. 8, 16
  • 10. Röm. 8, 14. 1 Joh. 3, 3
2
[4]Wie viel stück sind dir nöthig zu wissen, daß du in diesem trost seliglich leben und sterben mögest?

Drey stück.1 Erstlich, wie groß meine sünd und elend seyen.2 Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werde.3 Und zum dritten, wie ich GOtt für solche erlösung sol danckbar seyn.4
  • 1. Luc. 24, 47. 1 Cor. 6, 11. Tit. 3, 3. 4. 5
  • 2. Joh. 9, 41. Rom. 3, 10
  • 3. Joh. 17, 3
  • 4. Ephes. 5, 10. 1 Pet. 2, 9. 10. 11. 12. Rom. 6, 11. 12. 13. Matt. 5, 16. 2 Tim. 2, 15
2
Wie viel Stücke sind dir nöthig zu wissen, dass du in diesem Trost seliglich leben und sterben mögest?

Drei Stücke1; erstlich: wie groß meine Sünde und Elend sei2; zum andern: wie ich von allen meinen Sünden und Elend erlöset werde3; und [4]zum dritten: wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein4.
  • 1. Matth. 11, 28. 29. 30. Ephes. 5, 8. 9
  • 2. Röm. 7, 24. Joh. 9, 41. Matth. 9, 12. Röm. 3, 11. 1 Joh. 1, 9. 10
  • 3. Röm. 7, 24. 25
  • 4. Ephes. 5, 9. 10. Col. 3, 17. Ps. 50, 14. Matth. 5, 16. 1 Petr. 2, 9. 10. 11. 12. Röm. 6, 13. 2 Tim. 2, 15
Der erste Theil. Von des Menschen Elend.
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
3
Woher erkennest du dein elend?

Aus dem gesetz GOttes.1
  • 1. Rom. 3, 20
3
Woher erkennest du dein Elend?

Aus dem Gesetze Gottes1.
  • 1. Röm. 3, 20. Röm. 7, 7
4
Was erfordert dann das göttliche gesetz von uns?

Diß lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22. cap v. 37. 38. 39. 40. Du solt lieben GOtt deinen HErren, von gantzem herzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und von allen kräften: Diß ist das fürnehmste und größte gebot: Das ander aber ist dem gleich: Du solt deinen nechsten lieben als dich selbst. In diesen zweyen geboten hanget das gantze gesetz und die propheten.
4
Was erfordert denn das göttliche Gesetz von uns?

Dies lehret uns Christus in einer Summa, Matth. am 22. Kap. V. 37. 38. 39. 40: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und allen Kräften. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten1.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 5. 3 B. Mos. 19, 18. Marc. 12, 30. 31. Luc. 10, 27
5
[5]Kanst du diß alles vollkömmlich halten?

Nein:1 Dann ich bin von natur geneigt GOtt und meinen nechsten zu hassen.2
  • 1. Rom. 3, 10. 1 Joh. 1, 8
  • 2. Rom. 8, 7. Ephes. 2, 3. Tit. 3, 3
5
Kannst du dies Alles vollkömmlich halten?

Nein1; denn ich bin von Natur geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen2.
  • 1. Röm. 3, 10—12 und 23. 1 Joh. 1, 8. 10
  • 2. Röm. 8, 7. Ephes. 2, 3. 5. Tit. 3, 3. 1 B. Mos. 6, 5. und 8, 21. Jerem. 17, 9. Röm. 7, 23
6
Hat dann GOtt den menschen also bös und verkehrt erschaffen?

Nein:1 Sondern GOtt hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffen,2 das ist, in warhaftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auf daß er GOtt seinen schöpffer recht erkennte, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit ihm lebte, ihn zu loben und zu preisen.3
  • 1. Gen. 1, 31
  • 2. Gen. 1, 26. & 27
  • 3. 2 Cor. 4, 13. Coloss. 3, 10. Ephes. 4, 24
6
[5]Hat denn Gott den Menschen also böse und verkehrt erschaffen?

Nein, sondern Gott hat den Menschen gut1 und nach seinem Ebenbild erschaffen2, das ist, in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit, auf dass er Gott, seinen Schöpfer, recht erkennete, und von Herzen liebte, und in ewiger Seligkeit mit ihm lebte, Ihn zu loben und zu preisen3.
  • 1. 1 B. Mos. 1, 31
  • 2. 1 B. Mos. 1, 26. 27
  • 3. Ephes. 4, 24. Col. 3, 10. 2 Cor. 3, 18
7
Woher kommt denn solche verderbte art des menschen?

Aus dem fall und ungehorsam unser ersten eltern Adam und Even im paradeiß:1 Da unsere natur also vergifftet worden, daß wir alle in sünden empfangen und gebohren werden.2
  • 1. Gen. 3. Rom. 5, 12. 18. 19
  • 2. Psalm. 51, 7. Gen. 5, 3
7
Woher kommt denn solche verderbte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva, im Paradiese1; da unsere Natur also vergiftet worden, dass wir Alle in Sünden empfangen und geboren werden2.
  • 1. 1 B. Mos. 3. Röm. 5, 12. 18. 19
  • 2. Ps. 51, 7. 1 B. Mos. 5, 3
8
Seynd wir aber dermassen verderbt, daß wir ganz und gar untüchtig sind zu einigem guten und, geneigt zu allem bösen?

Ja:1 Es seye denn das wir durch den [6]Geist GOttes wieder geboren werden.2
  • 1. Joh. 3, 6. Gen. 6, 5. Job. 14, 4. & 15, 14. 16. & 35. Esa. 53, 6
  • 2. Joh. 3, 5
8
Sind wir aber dermaßen verderbt, dass wir ganz und gar untüchtig sind zu einigem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja1; es sei denn, dass wir durch den Geist Gottes wiedergeboren werden2.
  • 1. 1 B. Mos. 8, 21 und 6, 5. Jes. 53, 6. Hiob 14, 4. Joh. 14, 4. und 15, 14. 16. 35. Joh. 3, 6
  • 2. Joh. 3, 3 und 5. 1 Cor. 12, 3. 2 Cor. 3, 5
9
Thut denn GOtt dem menschen nicht unrecht, daß er in seinem gesetz von ihm fordert, das er nicht thun kan?

Nein:1 Denn GOtt hat den menschen also erschaffen, daß er es könte thun:2 Der mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, aus anstifftung des teufels durch muthwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.3
  • 1. Ephes. 4, 24
  • 2. Luc. 10, 30. &c
  • 3. Rom. 5, 12
9
Thut denn Gott dem Menschen nicht unrecht, dass er in seinem Gesetz von ihm fordert, das er nicht thun kann?

Nein; denn Gott hat den Menschen also erschaffen, dass er es konnte thun1, der Mensch aber hat sich und alle seine Nachkommen aus Anstiftung des Teufels2, durch muthwilligen Ungehorsam3, derselbigen Gaben beraubet4.
  • 1. Ephes. 4, 24
  • 2. 1 B. Mos. 3, 13. 1 Tim. 2, 14
  • 3. 1 B. Mos. 3, 6
  • 4. 1 B. Mos. 3, 7. Röm. 5, 12
10
Will GOtt solchen ungehorsam und abfall ungestrafft lassen hingehen?

Mit nichten:1 Sondern er zörnet schrecklich, beyde über angeborne, und würckliche sünden, und will sie aus gerechtem urtheil zeitlich und ewig strafen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im buch des gesetzes, daß ers thue.2
  • 1. Rom. 5, 12. Heb. 9, 27
  • 2. Deut. 27, 26. Galat. 3, 10
10
[6]Will Gott solchen Ungehorsam und Abfall ungestraft lassen hingehen?

Mit nichten1, sondern er zürnet schrecklich, beide über angeborne und wirkliche Sünden, und will sie aus gerechtem Urtheil zeitlich und ewig strafen2, wie er gesprochen hat: Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im Buch des Gesetzes, dass er's thue3.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17. Röm. 5, 12
  • 2. Ps. 50, 21 und 5, 6. Nahum 1, 2. 2 B. Mos. 20, 5. und 34, 7. Röm. 1, 18. Ephes. 5, 6
  • 3. Gal. 3, 10. 5 B. Mos. 27, 26
11
Ist dann GOtt nicht auch barmhertzig?

GOtt ist wohl barmhertzig,1 er ist aber auch gerecht:2 Derhalben erfordert seine gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste majestät GOttes begangen ist, [7]auch mit der höchsten, das ist, der ewigen strafe, an leib und seel gestraft werde.
  • 1. Exod. 34, 6
  • 2. Exod. 20, 5. Psal. 5, 5. 2 Cor. 6, 14
11
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig1, er ist aber auch gerecht2. Derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, dass die Sünde, welche wider die allerhöchste Majestät Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, mit der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft werde.
  • 1. 2 B. Mos. 34, 6. 7. und 20, 6
  • 2. Ps. 5, 5. 6. 2 B. Mos. 20, 5. 23, 7. und 34, 7. Nah. 1, 2. 3
Der andere Theil. Von des Menschen Erlösung.
DER ANDERE THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
12
Dieweil wir denn nach dem gerechten urtheil GOttes, zeitliche und ewige strafe verdienet haben: Wie möchten wir dieser strafe entgehen, und wiederum zu gnaden kommen?

GOtt will daß seiner gerechtigkeit genug geschehe:1 Derwegen müssen wir derselbigen entweder durch uns selbst, oder durch einen andern vollkommene bezahlung thun?2
  • 1. Exod. 20, 5. & 23, 7
  • 2. Rom. 8, 3. 4
12
Dieweil wir denn nach dem gerechten Urtheil Gottes zeitliche und ewige Strafe verdient haben: wie mögen wir dieser Strafe entgehen und wiederum zu Gnaden kommen?

Gott will, dass seiner Gerechtigkeit genug geschehe1; derwegen müssen wir derselben entweder durch uns [7]selbst, oder durch einen Andern vollkommene Bezahlung thun2.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17. 2 B. Mos. 23, 7. Ezech. 18, 4. Matth. 5, 26. 2 Thess. 1, 6. Luc. 16, 2
  • 2. Röm. 8, 3
13
Können wir aber durch uns selbst bezahlung thun?

Mit nichten: Sondern wir machen auch die schuld noch täglich grösser.1
  • 1. Job. 9, 2. 3. & 15, 15. Matt. 6, 12
13
Können wir aber durch uns selbst Bezahlung thun?

Mit nichten, sondern wir machen auch die Schuld noch täglich größer1.
  • 1. Hiob 9, 1. 2., 15, 15. 16 und 4, 18. Ps. 130, 3. Matth. 6, 12. und 18, 25. 16, 26
14
Kan aber irgend eine blosse creatur für uns bezahlen?

Keine: Dann erstlich will GOtt an keiner andern creatur strafen, das der mensch verschuldet hat.1 Zum andern, so kan auch keine blosse creatur den last des ewigen zorns GOt[8]tes wider die sünde ertragen, und andere davon erlösen.2
  • 1. Heb. 2, 14
  • 2. Psal. 130, 3
14
Kann aber irgend eine andere oder bloße Kreatur für uns bezahlen?

Keine; denn erstlich: will Gott an keiner andern Kreatur strafen, was der Mensch verschuldet hat1. Zum andern: so kann auch keine bloße Kreatur die Last des ewigen Zorns Gottes wider die Sünde ertragen und andere davon erlösen2.
  • 1. Ezech. 18, 4. 1 B. Mos. 2, 17
  • 2. Nahum 1, 6. Ps. 130, 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein wahrer1 und gerechter mensch,2 und doch stärker dann alle creaturen, das ist, zugleich wahrer GOtt sey.3
  • 1. 1 Cor. 15, 21
  • 2. Ier. 23, 6. Esa. 53, 11. 2 Cor. 5, 14, Heb. 7, 16
  • 3. Esa. 7, 14. Rom. 8, 3. Jer. 23, 6
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein wahrer1 und gerechter Mensch2, und doch stärker, denn alle Kreaturen, das ist, zugleich wahrer Gott sei3.
  • 1. 1 Cor. 15, 21
  • 2. Hebr. 7, 26
  • 3. Jes. 7, 14 und 9, 6. Jerem. 23, 6. Luc. 11, 22
16
Warum mußte er ein wahrer und gerechter mensch seyn?

Darum, daß die gerechtigkeit GOttes erfordert,1 daß die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezahle: Und aber einer, der selbst ein sünder wäre, nicht könte für andere bezahlen.2
  • 1. Rom. 5, 12. 15
  • 2. 1 Petr. 3, 18
16
Warum musste er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Darum, dass die Gerechtigkeit Gottes erfordert, dass die menschliche Natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezahle1; und aber Einer, der selbst ein Sünder wäre, nicht könnte für andere bezahlen2.
  • 1. Ezech. 18, 4. 20. Röm. 5, 18. 1 Cor. 15, 21. Hebr. 2, 14. 15. 16
  • 2. Hebr. 7, 26. 27. Ps. 49, 8. 9. 1 Petr. 3, 18
17
Warum mußte er zugleich wahrer GOtt seyn

Daß er aus kraft seiner Gottheit1 den last des zorns GOttes an seiner menschheit ertragen, und uns die gerechtigkeit und das leben erwerben und wieder geben möchte.2
  • 1. Es. 53, 8. Act. 2, 24. 1 Petr. 3, 18
  • 2. Act. 20, 28, 1 Joh. 1, 2. & 4, 9. 10. Joh. 3, 16
17
[8]Warum musste er zugleich wahrer Gott sein?

Dass er aus Kraft seiner Gottheit die Last des Zornes Gottes an seiner Menschheit ertragen1, und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben möchte2.
  • 1. Jes. 53, 8. Apost. Gesch. 2, 24. 1 Petr. 3, 18
  • 2. 1 Joh. 4, 9. 10. Joh. 3, 16. Apost. Gesch. 20, 28
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer GOtt, und ein wahrer gerechter mensch ist?

Unser HErr JEsus Christus,1 der uns [9]zur vollkommenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt ist.2
  • 1. Matth. 1, 23. 1 Tim. 3, 16. Luc. 2, 11
  • 2. 1 Cor. 1, 30
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer gerechter Mensch ist?

Unser Herr Jesu Christus1, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist2.
  • 1. Matth. 1, 21. 1 Tim. 2, 5. 6. Luc. 2, 11
  • 2. 1 Cor. 1, 30
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelio, welches GOtt selbst anfänglich im paradeiß1 hat offenbaret: Folgends durch die heilige ertzväter2 und propheten lassen verkündigen, und durch die opfer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildet:3 Endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet.4
  • 1. Gen 3, 15
  • 2. Gen. 22, 18. & 49, 10. 11, Rom. 1, 2. Hebr. 1, 1. Act. 3, 22. 23, 24. & 10, 43
  • 3. Joh. 5 46. Hebr. 10, 7
  • 4. Rom. 10, 4. Gal. 4, 4
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelio, welches Gott selbst anfänglich im Paradies hat geoffenbaret1, folgends durch die heiligen Erzväter2 und Propheten3 lassen verkündigen, und durch die Opfer und andere Ceremonien des Gesetzes vorgebildet4, endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet5.
  • 1. 1 B. Mos. 3, 15
  • 2. 1 B. Mos. 22, 18. 12, 3 und 49, 10
  • 3. Jes. 53, 42, 1. 2. 3. 4. 43, 25. und 49, 5. 6. 22. 23. Jer. 23, 5. 6. 31, 32. 33. und 32, 39. 40. 41. Mich. 7, 18. 19. 20. etc. Apost. Gesch. 10, 43. Röm. 1, 2. Hebr. 1, 1. Apost. Gesch. 3, 22. 23. 24
  • 4. Hebr. 10, 1. Col. 2, 17. Hebr. 10, 7. Joh. 5, 46
  • 5. Röm. 10, 4. Gal. 4, 4. und 3, 24. Col. 2, 17
20
Werden dann alle menschen wiederum durch Christum selig, wie sie durch Adam seynd verlohren worden?

Nein: Sondern allein diejenigen, die durch wahren glauben ihm werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annehmen.1
  • 1. Joh. 1, 12. & 3, 36. Esa. 53, 11. Psal. 2, 12. Rom. 11. 17. 19. 20. Hebr. 4, 2. & 10, 39
20
Werden denn alle Menschen wiederum durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein1, sondern allein diejenigen, die durch wahren Glauben Ihm werden eingeleibet und alle seine Wohlthaten annehmen2.
  • 1. Matth. 7, 13. 14. und 22, 14
  • 2. Marc. 16, 16. Joh. 1, 12. und 3, 16. 18. 36. Jes. 53, 11. Ps. 2, 12. Röm. 11, 20. 23. und 3, 22. Hebr. 4, 3. 5. 9. 10, 38. und 11, 6
21
Was ist wahrer glaub?

Es ist nicht allein eine gewisse erkäntniß dadurch ich alles für wahr halte, was uns GOtt in seinem wort hat offenbaret,1 sondern auch ein hertzliches vertrauen,2 welches der heilige Geist3 durchs4 evangelium in mir würcket, daß nicht allein andern, sondern auch [10]mir vergebung der sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von GOtt geschencket sey,5 aus lauter gnaden, allein um des verdiensts Christi willen.6
  • 1. Hebr. 11, 1. 3. Iac. 2, 19. Galat. 2, 20
  • 2. Rom. 4, 16. & 10, 10. Rom. 5, 1
  • 3. Matth. 16, 17. Ioh. 3, 5. 2. Cor. 4, 13. Galat. 5, 22. Phil. 1, 19
  • 4. Rom. 1, 16. Rom. 10. 17
  • 5. Habacuc. 2, 4. Rom. 5, 1. Ephes. 2, 7. 8. 9. Heb. 10, 38. 39
  • 6. Galat. 2, 16. Rom. 3, 24. 25
21
[9]Was ist wahrer Glaube?

Es ist nicht allein eine gewisse Erkenntnis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort hat geoffenbaret1, sondern auch ein herzliches Vertrauen2, welches der heilige Geist3 durch's Evangelium in mir wirket4, dass nicht allein Andern, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt sei5, aus lauter Gnaden, allein um des Verdienstes Christi willen6.
  • 1. Jac. 2, 19
  • 2. Hebr. 11, 1. und 11, 7. Röm. 4, 18. 19. 20. 21. und 10, 10. Ephes. 3, 12. Hebr. 4, 16. Jac. 1, 6
  • 3. Gal. 5, 22. Matth. 16, 17. 2 Cor. 4, 13. Joh. 6, 29. Ephes. 2, 8. Phil. 1, 19. Apost. Gesch. 16, 14
  • 4. Röm. 1, 16. und 10, 17. 1 Cor. 1, 21. Apost. Gesch. 10, 44. und 16, 14
  • 5. Röm. 3, 24. Habac. 2, 4. Röm. 1, 17. Gal. 3, 11. Hebr. 10, 38. Röm. 5, 1. Gal. 2, 16
  • 6. Ephes. 2, 8. Röm. 3, 24. und 5, 19. Luc. 1, 77. 78
22
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles was uns im evangelio verheissen wird,1 welches uns die articul unsers allgemeinen ungezweifelten christlichen glaubens in einer summa lehren.
  • 1. Ioh. 20, 31. Matth. 28, 20
22
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles, was uns im Evangelio verheißen wird1, welches uns die Artikel unsers allgemeinen, ungezweifelten, christlichen Glaubens in einer Summe lehren.
  • 1. Joh. 20, 31. Matth. 28, 20. Marc. 1, 15
23
Wie lauten dieselbigen?

Ich glaub in GOtt Vater den allmächtigen, schöpfer himmels und der erden. Und in JEsum Christum, seinen eingebornen Sohn unsern HErren, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der jungfrauen, gelitten hat unter Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abge[11]stiegen zu der höllen, am dritten tage wieder auferstanden von den todten, aufgefahren gen himmel, sitzet zu der rechten GOttes des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche kirche, die gemeinschaft der heiligen, vergebung der sünden, auferstehung des fleisches, und ein ewiges leben.
23
Wie lauten dieselbigen?

Ich glaube in Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am [10]dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
24
Wie werden diese artickel abgetheilt?

In drey theil: Der erste ist von GOtt dem Vater, und unser erschaffung. Der ander ist von GOtt dem Sohn und unser erlösung. Der dritte von GOtt dem heiligen Geist, und unser heiligung.
24
Wie werden diese Artikel abgetheilt?

In drei Theile: Der erste ist von Gott dem Vater und unserer Erschaffung, der andere von Gott dem Sohn und unserer Erlösung, der dritte von Gott dem heiligen Geist und unserer Heiligung.
25
Dieweil nur ein einig göttlich wesen ist,1 warum nennest du drey, den Vater, Sohn und heiligen Geist?

Darum, daß sich GOtt also in seinem wort geoffenbaret,2 daß diese drey unterschiedliche personen der einige, wahrhaftige, ewige GOtt seynd.
  • 1. Deut. 6, 4. Ephes. 4, 5. & 6
  • 2. Esa. 61, 1. Psalm. 110, 1. Matth. 3, 16. 17. & 28, 19. 1 Joh. 5, 7
25
Dieweil nur ein einig göttlich Wesen ist1, warum nennest du drei, den Vater, Sohn und heiligen Geist?

Darum, dass sich Gott also in seinem Wort geoffenbaret hat2, dass diese drei unterschiedliche Personen der einige, wahrhaftige, ewige Gott sind.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 4. Ephes. 4, 6. Jes. 44, 6. und 45, 5. 1 Cor. 8, 4. 6
  • 2. Jes. 61. 1. Luc. 4, 18. 1 B. Mos. 1, 2. 3. Ps. 33, 6. Jes. 48, 16. Matth. 3, 16. 17. und 28, 19. 1 Joh. 5, 7. Jes. 6, 1. 3. 10. Joh. 12, 40. Apost. Gesch. 28, 26. Joh. 14, 26. 2 Cor. 13, 13. Gal. 4, 6. Ephes. 2, 18. Tit. 3, 5. 6
26
[12]Was glaubst du wenn du sprichst: Ich glaube in GOtt Vater den allmächtigen, schöpfer himmels und der erden?

Daß der ewige Vater unsers HErrn JEsu Christi, der himmel und erden, samt allem was drinnen ist, aus nichts erschaffen,1 auch dieselbige noch durch seinen ewigen rath und fürsehung erhält und regieret,2 um seines Sohns Christi willen mein GOtt und mein Vater sey,3 auch welchen ich also vertraue, daß ich nicht zweifele, er werde mich mit aller nothdurfft leibes und der seelen versorgen,4 auch alles übel, so er mir in diesem jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden,5 dieweil ers thun kan, als ein allmächtiger GOtt,6 und auch thun will, als ein getreuer Vater.7
  • 1. Gen. 1. Psalm. 33, 6
  • 2. Psalm. 104. & 115, 3. Matth. 10, 29. Rom. 11, 36. Hebr. 1, 3
  • 3. Ioh. 1, 12. Rom. 8, 15. Gal. 4, 5. 6. 7. Ehp. 1, 5
  • 4. Psalm. 55, 23. Matth. 6, 25. 26. Luc. 12, 22
  • 5. Rom. 8, 28
  • 6. Rom. 10, 12
  • 7. Matth. 6. 26. & 7, 9. 10. 11
26
Was glaubst du, wenn du sprichst: Ich glaube in Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden?

Dass der ewige Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erde sammt allem, was darinnen ist, aus Nichts erschaffen1, auch dieselbigen noch [11]durch seinen ewigen Rath und Vorsehung erhält und regieret2, um seines Sohnes Christi willen, mein Gott und mein Vater sei3, auf welchen ich also vertraue, dass ich nicht zweifele, er werde mich mit aller Nothdurft des Leibes und der Seele versorgen4, auch alles Uebel, so er mir in diesem Jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden5, dieweil Er es thun kann als ein allmächtiger Gott6, und auch thun will als ein getreuer Vater7.
  • 1. 1 B. Mos. Cap. 1 und 2. 2 B. Mos. 20. 11. Hiob. 33, 4. und Cap. 38 und 39. Apost. Gesch. 4, 24. und 14, 15. Ps. 33, 6. Jes. 45, 7
  • 2. Hebr. 1, 3. Ps. 104, 2. 3. und 115, 3. Matth. 10, 29. Ephes. 1, 11
  • 3. Joh. 1, 12. Röm. 8, 15. Gal. 4, 5. 6. 7. Ephes. 1, 5
  • 4. Ps. 55, 23. Matth. 6, 26. Luc. 12, 22
  • 5. Röm. 8, 28
  • 6. Jes. 46, 4. Röm. 10, 12. und 8, 38. 39
  • 7. Matth. 6, 32. 33. und 7, 9—11
27
Was verstehest du durch die fürsehung GOttes?

Die allmächtige und gegenwärtige krafft GOttes,1 durch welche er himmel und erden, samt allen creaturen, gleich als mit sei[13]ner hand noch erhält,2 und also regieret, daß laub und graß, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jahre, essen und trinken,3 gesundheit und krankheit,4 reichthum und armuth,5 und alles, nicht ohne gefehr, sondern von seiner väterlichen hand uns zukomme.
  • 1. Act. 17, 25
  • 2. Hebr. 1, 2. 3
  • 3. Ier. 5, 24. Act. 14, 17
  • 4. Ioh. 9, 3
  • 5. Prov 22, 2
27
Was verstehst du durch die Vorsehung Gottes?

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes1, durch welche er Himmel und Erde, sammt allen Kreaturen, gleich als mit seiner Hand noch erhält2 und also regieret, dass Laub und Gras, Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken3, Gesundheit und Krankheit4, Reichthum und Armuth5, und Alles nicht ungefähr, sondern von seiner väterlichen Hand uns zukomme6.
  • 1. Apost. Gesch. 17, 25. 27. Jer. 23, 23. 24. Jes. 29, 15. 16. Ezech. 8, 12
  • 2. Hebr. 1, 3
  • 3. Jer. 5, 24. Apost. Gesch. 14, 17
  • 4. Joh. 9, 3
  • 5. Sprüche Salomo 22, 2
  • 6. Matth. 10, 29. 30
28
Was für nutzen bekommen wir aus erkenntniß der schöpffung und fürsehung GOttes.

Daß wir in aller widerwärtigkeit gedultig,1 in glückseligkeit danckbar,2 und aufs zukünftig guter zuversicht zu unserm getreuen GOtt und Vater seyn sollen, daß uns keine creatur von seiner liebe scheiden wird,3 dieweil alle creaturen also in seiner hand seynd, daß sie sich ohne seinen willen auch nicht regen noch bewegen können.4
  • 1. Rom. 5, 3. Iob. 1, 21. Iac. 1, 3
  • 2. Deut. 8, 10. 1 Thes 5, 18
  • 3. Rom. 5, 4. 5. 6. Rom 8, 38
  • 4. Iob. 1, 12. & 2; 6. Act. 17, 27. 28. Prov. 21, 1
28
Was für Nutzen bekommen wir aus der Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Dass wir in aller Widerwärtigkeit geduldig1, in Glückseligkeit dankbar2, und auf's Zukünftige [12]guter Zuversicht zu unserm getreuen Gott und Vater sein sollen3, dass uns keine Kreatur von seiner Liebe scheiden wird4, dieweil alle Kreaturen also in seiner Hand sind, dass sie sich ohne seinen Willen auch nicht regen noch bewegen können5.
  • 1. Röm. 5, 3. Jacob. 1, 2. 3. Ps. 39, 10. Hiob 1, 21
  • 2. 1 Thess. 5, 18. 5 B. Mos. 8, 10
  • 3. Ps. 55, 23. Röm. 5, 4
  • 4. Röm. 8, 38. 39
  • 5. Hiob 1, 12. und 2, 6. Spr. Sal. 21, 1. Apost. Gesch. 17, 26—28
29
Warum wird der Sohn GOttes Jesus, das ist, Seligmacher, genannt?

Darum, daß er uns selig macht von unsern [14]sünden,1 und daß bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden ist.2
  • 1. Matth. 1, 21. Hebr. 7, 25
  • 2. Act. 4, 12
29
Warum wird der Sohn Gottes JESUS, das ist Seligmacher, genannt?

Darum, dass er uns selig macht von unsern Sünden1, und dass bei keinem Andern einige Seligkeit weder zu suchen, noch zu finden ist2.
  • 1. Matth. 1, 21. Hebr. 7, 25
  • 2. Apost. Gesch. 4, 12. Joh. 15, 4. 5. 1 Tim. 2, 5. Jes. 43, 11. 1 Joh. 5, 11. 12
30
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher JEsum, die ihre seligkeit und heyl bey heiligen, bey ihnen selbst, oder anderswo suchen?

Nein: Sondern sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher JEsum, ob sie sich sein gleich rühmen.1 Denn entweder JEsus nicht ein vollkommener Heyland seyn muß: Oder die diesen Heyland mit wahrem glauben annehmen, müssen alles in ihm haben, das zu ihrer seligkeit vonnöthen ist.2
  • 1. 1 Cor. 1, 13. 31. Gal. 5, 4
  • 2. Hebr. 12, 2. Esa 9, 6. Col. 1, 19. 20. & 2, 10. Ioh. 1, 16
30
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher Jesum, die ihre Seligkeit und Heil bei Heiligen, bei sich selbst, oder anderswo suchen?

Nein, sondern sie verleugnen mit der That den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rühmen1; denn entweder Jesus nicht ein vollkommener Heiland sein muss, oder die diesen Heiland mit wahrem Glauben annehmen, müssen Alles in ihm haben, das zu ihrer Seligkeit vonnöthen ist2.
  • 1. 1 Cor. 1, 13. u. 1, 30. 31. Gal. 5, 4
  • 2. Hebr. 12, 2. Jes. 9, 6. Joh. 1, 16. 1 Joh. 1, 7
31
Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genennet?

Daß er von GOtt dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist1 gesalbet ist zu unserm obersten Propheten und Lehrer,2 der uns den heimlichen rath und willen GOttes von unser erlösung vollkömmlich offenbaret:3 Und zu unserm einigen Hohenpriester,4 der uns mit dem einigen opfer seines leibs erlöset hat, und immerdar mit seiner fürbitt für dem Vater vertritt:5 Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem [15]wort und Geist regieret, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhält.6
  • 1. Hebr. 1, 9. Ps. 45, 8
  • 2. Deut. 18, 15. Act. 3, 22
  • 3. Ioh. 1, 18. & 15, 15
  • 4. Ps. 110, 4. Heb. 7, 21. & 10, 12
  • 5. Rom. 8, 34. & 5, 9. & 10
  • 6. Psalm. 2, 6. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18. Ioh. 10, 28
31
Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genannt?

Dass er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist1 zu unserm obersten Propheten und Lehrer2, der uns den heimlichen Rath [13]und Willen Gottes von unserer Erlösung vollkömmlich offenbaret3; und zu unserm einigen Hohenpriester4, der uns mit dem einigen Opfer seines Leibes erlöset hat5, und immerdar mit seiner Fürbitte vor dem Vater vertritt6; und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regieret, und bei der erworbenen Erlösung schützet und erhält7.
  • 1. Ps. 45, 8. Hebr. 1, 9. Jes. 61, 1. 2. Luc. 4, 18. 19
  • 2. 5 B. Mos. 18, 15. Apost. Gesch. 3, 22. und 7, 37
  • 3. Joh. 1, 18. und 15, 15
  • 4. Ps. 110, 4. Hebr. 7, 21
  • 5. Hebr. 10, 14., 10, 12 und 9, 12. 14. 28
  • 6. Röm. 8, 34. Hebr. 9, 24. 1 Joh. 2, 1. Röm. 5, 9. 10
  • 7. Ps. 2, 6. Zach. 9, 9. Matth. 21, 5. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18. Joh. 10. 28. Offenb. Joh. 19, 12. 16
32
Warum wirst du aber ein christ genennet?

Daß ich durch den glauben ein glied Christi,1 und also seiner salbung theilhaftig bin,2 auf daß auch ich seinen namen bekenne,3 mich ihm zu einem lebendigen danckopfer darstelle,4 und mit freyen gewissen in diesem leben wider die sünde und teufel streite,5 und hernach in ewigkeit mit ihm über alle creaturen herrsche.6
  • 1. Act. 11, 26. 1 Cor. 6, 15
  • 2. 2 Ioh. 2, 27. Esa. 59, 21. Act. 2, 17. Ioel 2, 28
  • 3. Marc. 8, 38
  • 4. Rom. 12, 1. Apoc. 5, 8. 10. 1 Petr. 2, 9, Apoc. 1, 6
  • 5. 1 Tim. 1, 18. 19
  • 6. 2 Tim. 2, 12
32
Warum wirst du aber ein Christ genannt?

Dass ich durch den Glauben ein Glied Christi1, und also seiner Salbung theilhaftig bin2, auf dass auch ich seinen Namen bekenne3, mich ihm zu einem lebendigen Dankopfer darstelle4, und mit freiem Gewissen in diesem Leben wider die Sünde und Teufel streite5, und darnach in Ewigkeit mit ihm über alle Kreaturen herrsche6.
  • 1. 1 Cor. 6, 15
  • 2. 1 Joh. 2, 27. Joel 3, 1. Apost. Gesch. 2, 17
  • 3. Matth. 10, 32. Röm. 10, 10
  • 4. Röm. 12, 1. 1 Petr. 2, 5. 9. Offenb. Joh. 1, 6. und 5, 8—10
  • 5. 1 Petr. 2, 11. Röm. 6, 12. 13. Gal. 5, 16. 17. Ephes. 6, 11. 1 Tim. 18, 19
  • 6. 2 Tim. 2, 12. Matth. 25, 34
33
Warum heißt er GOttes eingebohrner Sohn, so doch wir auch kinder GOttes sind?

Darum, daß Christus allein der ewige natürliche Sohn GOttes ist:1 Wir aber um seinetwillen aus gnaden zu kindern GOttes angenommen sind.2
  • 1. Ioh. 1, 14. 18. Hebr. 1, 2
  • 2. Rom. 8, 15. Ephes. 1, 5. 6
33
Warum heißt er Gottes eingeborner Sohn, so doch wir auch Kinder Gottes sind?

Darum, dass Christus allein der ewige natürliche Sohn Gottes ist1; wir aber um seinetwillen aus Gnaden zu Kindern Gottes angenommen sind2.
  • 1. Joh. 1, 14. Hebr. 1, 1. 2. Joh. 3, 16. 1 Joh. 4, 9. Röm. 8, 32
  • 2. Röm. 8, 16. Joh. 1, 12. Gal. 4, 6. Ephes. 1, 5. 6
34
[16]Warum nennest du ihn unsern HErren?

Daß er uns mit leib und seel von der sünden, und aus allem gewalt des teufels, nicht mit gold oder silber, sondern mit seinem theuren blut ihm zum eigenthume erlöset und erkauft hat.1
  • 1. 1 Pet. 1, 18. 19. & 2, 9. 1 Cor. 6, 20. & 7, 23
34
[14]Warum nennest du ihn unsern Herrn?

Dass er uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem theuren Blut sich zum Eigenthum erlöset und erkaufet hat1.
  • 1. 1 Petr. 1, 18. 19. und 2, 9. 1 Cor. 6, 20. 1 Tim. 2, 6. Joh 20, 28
35
Was heißt, daß er empfangen ist von dem heiligen Geist, gebohren aus Maria der jungfrauen?

Daß der ewige Sohn GOttes, der wahrer und ewiger GOtt ist,1 und bleibet,2 wahre menschliche natur aus dem fleisch und blut der jungfrauen Maria,3 durch wirckung des heiligen Geistes, an sich genommen hat,4 auf daß er auch der wahre saame Davids sey,5 seinen brüdern in allem gleich,6 ausgenommen die sünde.7
  • 1. Ioh. 1, 1. & 17, 3. Rom. 1, 4. Rom. 9, 5
  • 2. Ioh. 1, 14. Gal. 4, 4
  • 3. Gal. 4, 4
  • 4. Matth. 1, 18. & 20. Luc. 1, 35
  • 5. Psal. 132, 11. Rom. 1, 3
  • 6. Phil. 2, 7
  • 7. Heb. 4, 15. & 7, 26
35
Was heißt, dass er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau?

Dass der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist1 und bleibet2, wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria3, durch Wirkung des heiligen Geistes an sich genommen hat4, auf dass er auch der wahre Same Davids sei5, seinen Brüder in Allem gleich, ausgenommen die Sünde6.
  • 1. 1 Joh. 5, 20. Joh. 1, 1. Röm. 1, 3. 4. Joh. 17, 3. Col. 1, 15
  • 2. Röm. 9, 5
  • 3. Gal. 4. 4. Luc. 1, 31. 42. 43
  • 4. Matth. 1, 20. Luc. 1, 35
  • 5. Röm. 1, 3. Ps. 132, 11. 2 Sam. 7, 12. Luc. 1, 32. Apost. Gesch. 2, 30
  • 6. Phil. 2, 7. Hebr. 2, 14. 17. Hebr. 4, 15
36
Was nutz bekommest du aus der heiligen empfängniß und gebuhrt Christi?

Daß er unser Mittler ist,1 und mit seiner unschuld und vollkommener heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für GOttes angesicht bedecket.2
  • 1. Heb. 2, 16. 17
  • 2. Psal. 32. 1 Cor. 1, 30
36
Was für Nutzen bekommst du aus der heiligen Empfängnis und Geburt Christi?

Dass er unser Mittler ist1 und mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, darin ich bin empfangen, vor Gottes Angesicht bedecket2.
  • 1. Hebr. 7, 26. 27. Jerem. 23, 5
  • 2. 1 Petr. 1, 18. 19. 1 Cor. 1, 30. 31. 1 Petr. 3, 18. Röm. 8, 3. 4. Jes. 53, 11. Ps. 32, 1
37
[17]Was verstehest du durch das wörtlein gelitten?

Daß er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auf erden, sonderlich aber am end desselben, den zorn GOttes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hat,1 auf daß er mit seinem leyden, als mit dem einigen söhnopfer,2 unser leib und seel von der ewigen verdammniß erlösete, und uns GOttes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
  • 1. 1 Petr. 2, 24. & 3, 18. Esa. 53, 12
  • 2. 1 Ioh. 2, 2. & 4, 10. Rom. 3, 25
37
Was verstehst du durch das Wörtlein gelitten?

Dass er an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, sonderlich aber am Ende desselben, [15]den Zorn Gottes wider die Sünde des ganzen menschlichen Geschlechts getragen hat1, auf dass er mit seinem Leiden, als mit dem einzigen Sühnopfer2, unsern Leib und Seele von der ewigen Verdammnis erlösete3, und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erwürbe4.
  • 1. Jes. 53, 5. 1 Petr. 2, 24. und 3, 18. 1 Tim. 2, 6
  • 2. Jes. 53, 10. Ephes. 5, 2. 1 Cor. 5, 7. 1 Joh. 2, 2. Röm. 3, 25. Hebr. 9, 28. und 10, 14
  • 3. Gal. 3, 13. Col. 1, 13. Hebr. 9, 12. 1 Petr. 1, 18. 19
  • 4. Röm. 3, 25. 2 Cor. 5, 21. Joh. 3, 16. und 6, 51. Hebr. 9, 15. und 10, 19
38
Warum hat er unter dem richter Pontio Pilato gelitten?

Auf daß er unschuldig unter dem weltlichen richter verdammt würde,1 und uns damit von dem strengen urtheil GOttes, das über uns gehen sollte. erledigte.2
  • 1. Act. 3, 14. Luc. 23, 13. 14. 15. Ioh. 19, 4
  • 2. Ps. 69, 5. Esa. 53, 4. 5. 2 Cor. 5, 21. Gal. 3, 13. 14
38
Warum hat er unter dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auf dass er unschuldig unter dem weltlichen Richter verdammt würde1, und uns damit von dem strengen Urtheil Gottes, das über uns ergehen sollte, erledigte2.
  • 1. Joh. 18, 38. Matth. 27, 24. Luc. 23, 14. 15. Joh. 19, 4
  • 2. Ps. 69, 5. Jes. 53, 4. 5. 2 Cor. 5, 21. Gal. 3, 13
39
Ist es etwas mehr, das er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben wäre?

Ja: dannn dadurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung, die auf mir lage, auf sich geladen habe:1 dieweil der tod des creutzes von GOtt verflucht war.2
  • 1. Gal. 3, 13
  • 2. Deut. 21, 23. Gal. 3, 13
39
Ist es etwas mehr, dass er ist gekreuzigt worden, denn so er eines andern Todes gestorben wäre?

Ja; denn dadurch bin ich gewiss, dass er die Vermaledeiung, die auf mir lag, auf sich geladen habe; dieweil der Tod des Kreuzes von Gott verflucht war2.
  • 1. Gal. 3, 13
  • 2. 5 B. Mos. 21, 23
40
[18]Warum hat Christus den tod müssen leiden?

Darum, daß von wegen der gerechtigkeit und warheit1 GOttes, nicht anderst für unsere sünde mochte bezahlt werden, denn durch den tod des Sohns GOttes.2
  • 1. Gen. 2, 17
  • 2. Heb. 2, 9. 14. & 15. Phil. 2, 8
40
Warum hat Christus den Tod leiden müssen?

Darum, dass wegen der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes1 nicht anders für unsere Sünde möchte bezahlet werden, denn durch den Tod des Sohnes Gottes2.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17
  • 2. Röm. 8, 3. 4. Hebr. 2, 14. 15
41
Warum ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.1
  • 1. Matth. 27, 60. Luc. 23, 53. Ioh. 19, 38. Act. 13, 29
41
[16]Warum ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, dass er wahrhaftig gestorben sei1.
  • 1. Apost. Gesch. 13, 29. Matth. 27, 59. 60. Marc. 15, 42. Joh. 19, 38
42
Weil dann Christus für uns gestorben ist, wie kommts daß auch wir sterben müssen?

Unser tod ist nicht eine bezahlung für unsere sünde: Sondern nur eine absterbung der sünden, und eingang zum ewigen leben.1
  • 1. Ioh. 5, 24. Phil. 1, 23. Rom. 7, 24
42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kommt es, dass auch wir sterben müssen?

Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde1; sondern nur eine Absterbung der Sünden und Eingang zum ewigen Leben2.
  • 1. Marc. 8, 37. Ps. 49, 8. 9
  • 2. Phil. 1, 23. Joh. 5, 24. Röm. 7, 24. 25
43
Was bekommen wir mehr für nutz aus dem opfer und tod Christi am creutz?

Daß durch seine krafft unser alter mensch mit ihm gecreutziget, getödtet und begraben wird,1 auf daß die bösen lüste des fleisches in uns nicht mehr regieren,2 sondern das wir uns selbst ihm zur dancksagung aufopfern.3
  • 1. Rom. 6, 6. 7. & 12, 1. Col. 2, 11. 12
  • 2. Rom. 6, 12
  • 3. Rom. 12, 1
43
Was bekommen wir mehr für Nutzen aus dem Opfer und Tod Christi am Kreuze?

Dass durch seine Kraft unser alter Mensch mit ihm gekreuziget, getödtet und begraben wird1, auf dass die bösen Lüste des Fleisches in uns nicht mehr regieren2, sondern dass wir uns selbst Ihm zur Danksagung aufopfern3.
  • 1. Röm. 6, 6
  • 2. Röm. 6, 12
  • 3. Röm. 12, 1
44
[19]Warum folget abgestiegen zu der höllen?

Daß ich meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HErr Christus habe mich durch seine unaussprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seelen am creutz und zuvor erlitten, von der höllischen angst und pein erlöset.1
  • 1. Esa. 53, 10. Matth. 27, 46
44
Warum folgt: Abgestiegen zu der Hölle?

Dass ich in meinen höchsten Anfechtungen versichert sei, mein Herr Christus habe mich durch seine unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken, die er auch an seiner Seele am Kreuz und zuvor erlitten1, von der höllischen Angst und Pein erlöset2.
  • 1. Ps. 18, 5. 6. und 116, 3. Matth. 26, 38. und 27, 46. Hebr. 5, 7
  • 2. Jes. 53, 5
45
Was nutzet die auferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine auferstehung den tod überwunden, daß er uns der gerechtigkeit die er uns durch seinen tod erworben hat, könte theilhaftig machen.1 Zum andern werden wir auch jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem neuen leben.2 Zum dritten ist uns die auferstehung Christi ein gewisses pfand unserer seligen auferstehung.3
  • 1. 1 Cor. 15, 16. 54. 55. Rom. 4, 25. 1 Petr. 1, 3. 21
  • 2. Rom. 6, 4. Col. 3, 3. Ephes. 2, 5
  • 3. 1 Cor. 15, 12. Rom. 8, 11
45
Was nützet uns die Auferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine Auferstehung den Tod überwunden, dass er uns der Gerechtigkeit, die er uns durch seinen Tod erworben hat, könnte theil[17]haftig machen1; zum andern werden wir auch jetzunder durch seine Kraft erwecket zu einem neuen Leben2; zum dritten ist uns die Auferstehung Christi ein gewisses Pfand unserer seligen Auferstehung3.
  • 1. Röm. 4, 25. 1 Cor. 15, 16. 17. 1 Petr. 1, 3
  • 2. Röm. 6, 4. Col. 3, 1—3. Ephes. 2, 5
  • 3. 1 Cor. 15, 20. 21
46
Wie verstehest du, daß er ist gen himmel gefahren?

Daß Christus für den augen seiner jünger ist von der erden aufgehaben gen himmel,1 und uns zu gut daselbst ist,2 bis daß er wieder kommt, zu richten die lebendigen und die todten.3
  • 1. Act. 1, 9. Marc. 16, 19. Luc. 24, 51
  • 2. Hebr. 4, 14. & 7, 24. & 9, 11. Rom. 8, 34. Col. 3, 1
  • 3. Act. 1, 11. Matth. 24, 30
46
Wie verstehest du, dass er ist gen Himmel gefahren?

Dass Christus vor den Augen seiner Jünger ist von der Erde aufgehoben gen Himmel1, und uns zu gut daselbst ist2, bis dass er wiederkommt, zu richten die Lebendigen und die Todten3.
  • 1. Apost. Gesch. 1, 9. Marc. 16, 19. Luc. 24, 51
  • 2. Hebr. 9, 24. und 4, 14. Röm. 8, 34. Col. 3, 1
  • 3. Apost. Gesch. 1, 11. Matth. 24, 30
47
[20]Ist denn Christus nicht bey uns bis an der welt ende, wie er uns verheissen hat?1

Christus ist wahrer mensch, und wahrer GOtt: nach seiner menschlichen natur ist er jetzunder nicht auf erden,2 aber nach seiner GOttheit, majestät, gnad und Geist weichet er nimmer von uns.3
  • 1. Matth. 28, 20
  • 2. Matth. 26, 11. Ioh. 26, 18. & 17, 11. Act. 3, 21
  • 3. Ioh. 14, 17. & 16, 13. Matth. 28, 20. Eph. 4, 8. 12. Augustinus Tract. in Ioh. 50
47
Ist denn Christus nicht bei uns bis an der Welt Ende, wie er uns verheißen hat?

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzunder nicht auf Erden1; aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist weichet er nimmer von uns2.
  • 1. Hebr. 8, 4. Matth. 26, 11. Joh. 16, 28. und 17, 11. Apost. Gesch. 3, 21
  • 2. Joh. 14, 18. und 16. Matth. 28, 20
48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nicht von einander getrennet, so die menschheit nicht überall ist, da die GOttheit ist?

Mit nichten: Denn weil die GOttheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist,1 so muß folgen, daß sie wol ausserhalb ihrer angenommenen menschheit, und dennoch nichts destoweniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereiniget bleibt,2
  • 1. Act. 7, 49. & 17, 28. Ier. 23, 24
  • 2. Col. 2. 9. Ioh. 3, 13. & 15. 11. Matth. 28, 6
48
Werden aber mit der Weise die zwei Naturen in Christo nicht von einander getrennt, so die Menschheit nicht überall ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten; denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist1, so muss folgen, dass sie wohl außerhalb ihrer angenommenen Menschheit2 und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereinigt bleibt3.
  • 1. Jer. 23, 24. Apost. Gesch. 7. 49
  • 2. Joh. 1, 48
  • 3. Col. 2, 9. Joh. 3, 13. und 11, 15. Matth. 28, 6
49
Was nutzet uns die himmelfahrt Christi?

Erstlich, daß er im himmel für dem angesicht seines Vaters unser Fürsprach ist.1 Zum andern, daß wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfand haben, daß er als [21]das Haupt uns seine glieder auch zu sich werde hinauf nehmen.2 Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum gegenpfand herab sendet,3 durch welches krafft wir suchen was droben ist, da Christus ist, sitzend zur rechten GOttes, und nicht das auf erden ist,4
  • 1. 1 Ioh. 2, 1. 2. Rom. 8, 34
  • 2. Ioh. 14, 2. & 20, 17. Ephes. 2, 6
  • 3. Ioh. 14, 16. Act. 1. 2 Cor. 1, 22. & 5, 5
  • 4. Col. 3, 1. Philip. 3, 14. & 20
49
[18]Was nützet uns die Himmelfahrt Christi?

Erstlich, dass er im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher ist1; zum andern, dass wir unser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, dass er, als das Haupt, uns, seine Glieder, auch zu sich werde hinaufnehmen2; zum dritten, dass er uns seinen Geist zum Gegenpfand herabsendet3, durch welches Kraft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes, und nicht, das auf Erden ist4.
  • 1. 1 Joh. 2, 1. Röm. 8, 34
  • 2. Joh. 14, 2. 17, 24. und 20, 17. Ephes. 2, 6
  • 3. Joh. 14, 16. und 16, 7. Apost. Gesch. 2, 33. 2 Cor. 1, 21. 22. 2 Cor. 5, 5
  • 4. Col. 3, 1
50
Warum wird hinzugesetzt, daß er sitze zu der rechten GOttes?

Daß Christus darum gen himmel gefahren ist, daß er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen kirchen,1 durch welches der Vater alles regieret.2
  • 1. Ephes. 1, 20. 21. &c. Col. 1, 18
  • 2. Matth. 28, 18. Ioh. 5, 22. 23
50
Warum wird hinzugesetzt, dass er sitze zu der Rechten Gottes?

Dass Christus darum gen Himmel gefahren ist, dass er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen Kirche1, durch welches der Vater alles regieret2.
  • 1. Ephes. 1, 20. 21. 22. 23. Col. 1, 18
  • 2. Matth. 28, 18. Joh. 5, 22
51
Was nutzet uns diese herrlichkeit unsers Haupts Christi?

Erstlich, daß er durch seinen heiligen Geist in uns seine glieder die himmlischen gaben ausgeußt.1 Darnach daß er uns mit seinem gewalt wider alle feinde schützet und erhält.2
  • 1. Ephes. 4, 10
  • 2. Psal. 2, 9. & 110, 1. 2. Ioh. 10. 28. 29. Ephes. 4, 8. 9
51
Was nützet uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christi?

Erstlich, dass er durch seinen heiligen Geist in uns, seine Glieder, die himmlischen Gaben ausgießt1; darnach, dass er uns mit seiner Gewalt wider alle Feinde schützet und erhält2.
  • 1. Apost. Gesch. 2, 33. Ephes. 4, 10
  • 2. Ps. 2, 9. und 110, 1. 2. Joh. 10, 28. Ephes. 4, 8
52
Was tröstet dich dich die wiederkunft Christi zu richten die lebendigen und die todten?

Daß ich in allem trübsal und verfolgung, mit aufgerichtem haupt eben des richters, der [22]sich zuvor dem gericht GOttes für mich dargestellet, und alle vermaledeyung von mir hinweg genommen hat, aus dem himmel gewärtig bin,1 daß er alle seine und meine feinde in die ewige verdammniß werffe,2 mich aber samt allen auserwehlten zu ihm in die himmlische freud und herrlichkeit nehme.3
  • 1. Luc. 21, 29. Rom. 8, 23. 24. Philip. 3, 20. Tit. 2. 13
  • 2. 2 Thes. 1, 6. 7. 1 Thes. 4, 16. Matth. 25, 41
  • 3. Matth. 25, 24
52
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, zu richten die Lebendigen und die Todten?

Dass ich in aller Trübsal und Verfolgung mit aufgerichtetem Haupt eben des Richters, der sich zu[19]vor dem Gerichte Gottes für mich dargestellet und alle Vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, aus dem Himmel gewärtig bin1, dass er alle seine und meine Feinde in die ewige Verdammnis werfe2, mich aber, sammt allen Auserwählten, zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehme3.
  • 1. Phil. 3, 20. Luc. 21, 28. Röm. 8, 23. Tit. 2, 13
  • 2. 1 Thess. 4, 16. Matth. 25, 41. 2 Thess. 1, 6. 7
  • 3. Matth. 25, 34
53
Was glaubst du vom heiligen Geist?

Erstlich, daß er gleich ewiger GOtt mit dem Vater und Sohn ist.1 Zum andern, daß er auch mir gegeben ist,2 mich durch einen wahren glauben Christi und aller seiner wolthaten theilhaftig macht,3 mich tröstet,4 und bey mir bleiben wird bis in ewigkeit.5
  • 1. Gen. 1, 2. Es. 48, 16. 1 Cor. 3, 16. & 6, 19. Act. 5, 3. 4
  • 2. Matth. 28, 19. 2 Cor. 1, 21. 22
  • 3. Gal. 3, 14. 1 Petr. 1, 2. 1 Cor. 6, 19
  • 4. Act. 9, 31
  • 5. Ioh. 14, 16
53
Was glaubst du vom heiligen Geist?

Erstlich, dass er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn ist1; zum andern, dass er auch mir gegeben ist2, mich durch einen wahren Glauben Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht3, mich tröstet4 und bei mir bleiben wird bis in Ewigkeit5.
  • 1. Joh. 5, 7. 1 B. Mos. 1, 2. Jes. 48, 16. 1 Cor. 3, 6. und 6, 19. Apost. Gesch. 5, 3. 4
  • 2. Gal. 4, 6. Matth. 28, 19. 20. 2 Cor. 1, 21. 22. Ephes. 1, 13
  • 3. Gal. 3, 14. 1 Petr. 1, 1. 2. 1 Cor. 6, 17
  • 4. Joh. 15, 26. Apost. Gesch. 9, 31
  • 5. Joh. 14, 16. 1 Petr. 4, 14
54
Was glaubest du von der heiligen allgemeinen christlichen kirchen?

Daß der Sohn GOttes1 aus dem gantzen menschlichen geschlecht2 ihm ein auserwehlte gemein zum ewigen leben3 durch seinen Geist und wort4 in einigkeit des wahren glaubens5 von anbeginn der welt bis ans [23]ende6 versammle, schütze und erhalte7 und daß ich derselben ein lebendiges glied bin,8 und ewig bleiben werde.9
  • 1. Joh. 10, 11
  • 2. Gen. 26, 4
  • 3. Rom. 8, 29. Eph. 1, 10. 11. 12. 13. 1 Petr. 1, 20
  • 4. Esa. 59, 21. Rom. 1, 16. & 10, 14. 17. Ephes. 5, 25
  • 5. Act. 2, 46
  • 6. Psalm. 71, 18. Ephes. 4, 3. 4. 5
  • 7. Matth. 16, 18. Joh. 10, 28. 29. 30
  • 8. 1 Joh. 3, 21. 1 Cor. 13, 5. 1 Joh. 2, 19
  • 9. 1 Cor. 1, 8. 9
54
Was glaubst du von der heiligen, allgemeinen, christlichen Kirche?

Dass der Sohn Gottes1 aus dem ganzen menschlichen Geschlecht2 sich eine auserwählte Gemeine zum ewigen Leben3 durch seinen Geist und Wort4 in Einigkeit des wahren Glaubens5 von Anbeginn der Welt bis an's Ende6 versammle, schütze und [20]erhalte7, und dass ich derselben ein lebendiges Glied bin und ewig bleiben werde8.
  • 1. Ephes. 5, 25. 26. Joh. 10, 11. Apost. Gesch. 20, 28
  • 2. 1 B. Mos. 26, 4. Offenb. Joh. 5, 9
  • 3. Röm. 8, 29. Ephes. 1, 10. 11. 12. 13
  • 4. Jes. 59, 21. Röm. 1, 16. und 10, 14. 15. 16. 17. Ephes. 5, 26
  • 5. Apost. Gesch. 2, 42. Ephes. 4, 3. 4. 5
  • 6. Ps. 71, 17. 18. Jes. 59, 21. 1 Cor. 11, 26
  • 7. Matth. 16, 18. Joh. 10, 28. 29. 30. Ps. 129, 1. 2. 3. 4. 5
  • 8. 1 Joh. 3, 14. 19. 20. 21. 2 Cor. 13, 5. Röm. 8, 16. Ps. 23, 6. 1 Cor. 1, 8. 9. Joh. 10, 28. 1 Joh. 2, 19. 1 Petr. 1, 5
55
Was verstehest du durch die gemeinschafft der heiligen?

Erstlich, daß alle und jede gläubigen als glieder an dem HErrn Christo und allen seinen schätzen und gaben gemeinschafft haben.1 Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz und heyl der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sol.2
  • 1. 1 Joh. 1, 5. 1 Cor. 1, 9. Rom. 8, 35. 36. 37
  • 2. 1 Cor. 12, 12. & 13, 21. 1 Cor. 6, 17. 1 Cor. 13, 5. Philip. 2, 4. 5. 6
55
Was verstehst du durch die Gemeinschaft der Heiligen?

Erstlich, dass alle und jede Gläubigen als Glieder, an dem Herrn Christo und allen seinen Schätzen und Gaben Gemeinschaft haben1; zum andern, dass ein Jeder seine Gaben zu Nutz und Heil der andern Glieder willig und mit Freuden anzulegen sich schuldig wissen soll2.
  • 1. 1 Joh. 1, 3. Röm. 8, 32. 1 Cor. 12, 12. und 6, 17
  • 2. 1 Cor. 12, 21. und 13, 5. Phil. 2, 4. 5. 6
56
Was glaubest du von vergebung der sünden?

Das GOtt um der genugthuung Christi willen,1 aller meiner sünde, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zu streiten habe,2 nimmermehr gedencken wil: Sondern mir die gerechtigkeit Christi aus gnaden schencket, daß ich ins gericht nimmermehr sol kommen.3
  • 1. 1 Joh. 2, 2. 2 Cor. 5, 19, 21
  • 2. Jer. 31, 34. Psal. 103, 3. 10. 12. Rom. 7, 24. 25. & 8, 1. 2. 3
  • 3. Joh. 3, 18
56
Was glaubst du von Vergebung der Sünden?

Dass Gott um der Genugthuung Christi willen1 aller meiner Sünden, auch der sündlichen Art, mit der ich mein Lebenlang zu streiten habe2, nimmermehr gedenken will3; sondern mir die Gerechtigkeit Christi aus Gnaden schenket, daß ich in's Gericht nimmermehr soll kommen4.
  • 1. 1 Joh. 2, 2. u. 1, 7. 2 Cor. 5, 19. 21
  • 2. Röm. 7, 23. 24. 25
  • 3. Jer. 31, 34. Mich. 7, 19. Ps. 130, 3. 10. 12. Röm. 8, 1. 2. 3
  • 4. Joh. 3, 18. und 5, 24
57
[24]Was tröstet dich die auferstehung des fleisches?

Daß nicht allein meine seele nach diesem leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird,1 sondern auch daß dis mein fleisch durch die kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner seelen vereiniget, und dem herrlichen leib Christi gleichförmig werden sol.2
  • 1. Luc. 23, 43. Phil. 1, 23
  • 2. 1 Cor. 15, 52. 54. Job. 19, 25. 26. 1 Joh. 3, 2. Phil. 3, 21
57
Was tröstet dich die Auferstehung des Fleisches?

Dass nicht allein meine Seele nach diesem Leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird1, [21]sondern auch, dass dies mein Fleisch durch die Kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner Seele vereiniget und dem herrlichen Leib Christi gleichförmig werden soll2.
  • 1. Luc. 16, 22 und 23, 43. Phil. 1, 21. 23
  • 2. Hiob 19, 25. 26. 1 Cor. 15, 53. 1 Joh. 3, 2. Phil. 3, 21
58
Was tröstet dich der artickel vom ewigen leben?

Daß, nachdem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde,1 ich nach diesem leben vollkommene seligkeit besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie kommen ist,2 GOtt ewiglich darinn zu preisen.3
  • 1. 2 Cor. 5, 2. 3
  • 2. 1 Cor. 2, 9
  • 3. Joh. 17, 3
58
Was tröstet dich der Artikel vom ewigen Leben?

Dass, nachdem ich jetzund den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen empfinde1, ich nach diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret und in keines Menschen Herz nie gekommen ist2, Gott ewiglich darin zu preisen3.
  • 1. Röm. 8, 23. 1 Joh. 3, 2
  • 2. 1 Cor. 2, 9
  • 3. Joh. 17, 3. Offenb. Joh. 5, 9. 10
59
Was hülfft es dich aber nun, wenn du diß alles glaubest?

Daß ich in Christo für GOtt gerecht, und ein erb des ewigen lebens bin.1
  • 1. Habacuc 2, 4. Rom. 1, 17. Joh. 3, 36
59
Was hilft es dir aber nun, wenn du dieses Alles glaubest?

Dass ich in Christo vor Gott gerecht und ein Erbe des ewigen Lebens bin1.
  • 1. Hab. 2, 4. Röm. 1, 17. Joh. 3, 36
60
Wie bist du gerecht für GOtt?

Allein durch wahren glauben in JEsum Christum,1 also, daß ob mich schon mein ge[25]wissen anklagt, daß ich wider alle gebott GOttes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten habe,2 auch noch immerdar zu allem bösen geneigt bin,3 doch GOtt ohn alle mein verdienst,4 aus lauter gnaden,5 mir die vollkommne gnugthuung,6 gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencket,7 und zurechnet,8 als hätte ich nie keine sünde begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam vollbracht den Christus für mich hat geleistet,9 wenn ich allein solche wolthat mit gläubigem hertzen annehme.10
  • 1. Rom. 3, 21. 22. &c. & 5, 1. 2. Gal. 2, 16. Eph. 2, 6. 9. Phil. 3, 9
  • 2. Rom 3, 9. &c
  • 3. Rom. 7, 23. Rom 3, 14. Joh. 3, 18
  • 4. Tit. 3, 5. Deut. 9, 10. Ezech. 36, 22
  • 5. Rom. 3, 24. Eph. 2, 8
  • 6. 1 Joh. 2, 2
  • 7. 1 Joh. 2, 1
  • 8. Rom. 4, 4. 5. 2 Cor. 5, 19
  • 9. 2 Cor. 5, 21
  • 10. Rom. 3, 22. Joh. 3, 18
60
Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben in Jesum Christum1, also, dass, ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebote Gottes schwerlich gesündiget2 und derselben keines nie gehalten habe, auch noch immerdar zu allem Bösen geneigt bin3, doch Gott ohne all mein Verdienst4 aus lauter Gnade5 mir die vollkommene Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi schenket und zurechnet6, als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt, und selbst [22]allen den Gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet7, wenn ich allein solche Wohlthat mit gläubigem Herzen annehme8.
  • 1. Röm. 3, 28. Gal. 2, 16. Ephes. 2, 8. 9. Phil. 3, 9
  • 2. Röm. 3, 23. und 3, 9. 10. 11. 12
  • 3. Röm. 7, 18. 19
  • 4. Röm. 3, 24. Tit. 3, 5. 5 B. Mos. 9, 6
  • 5. Röm. 3, 24. Tit. 3, 5. Ephes. 2, 9
  • 6. Röm. 5, 19 und 4, 5, 6. 1 Joh. 2, 2. 2 Cor. 5, 19. 21. Joh. 17, 19. Hebr. 10, 10. 14
  • 7. 2 Cor. 5, 21. Röm. 8, 3. 4
  • 8. Röm. 1, 17. Marc. 16, 16. Röm. 3, 22. Joh. 3, 36
61
Warum sagst du, daß du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht daß ich von wegen der würdigkeit meines glaubens GOtt gefalle: Sondern darum, daß allein die genugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für GOtt ist,1 und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den glauben annehmen, und mir zueignen kan.2
  • 1. 1 Cor. 1, 30. & 2, 2
  • 2. Joh. 5, 10
61
Warum sagst du, dass du allein durch den Glauben gerecht seiest?

Nicht, dass ich wegen der Würdigkeit meines Glaubens Gott gefalle, sondern darum, dass allein die Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi meine Gerechtigkeit vor Gott ist1, und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den Glauben annehmen und mir zueignen kann2.
  • 1. 1 Cor. 1, 30 und 2, 2
  • 2. Röm. 1, 17. 1 Joh. 5, 10. Hebr. 11, 6
62
[26]Warum können aber unsere gute wercke nicht die gerechtigkeit für GOtt, oder ein stück derselben seyn?

Darum, das die gerechtigkeit, so für GOttes gericht bestehen sol, durchaus vollkommen, und dem göttlichen gesetz gantz gleichförmig seyn muß,1 und aber auch unsere beste wercke in diesem leben alle unvollkommen, und mit sünden befleckt seynd.2
  • 1. Galat. 3, 10. Deut. 27, 26
  • 2. Esa. 64, 6
62
Warum können aber unsere guten Werke nicht die Gerechtigkeit vor Gott oder ein Stück derselben sein?

Darum, daß die Gerechtigkeit, so vor Gottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen und dem göttlichen Gesetz ganz gleichförmig sein muss1; und aber auch unsere besten Werke in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünden befleckt sind2.
  • 1. 3 B. Mos. 18, 5. 5 B. Mos. 27, 26. Gal. 3, 10
  • 2. Jes. 64. 6
63
Verdienen aber unsere gute wercke nichts, so sie doch GOtt in diesem und zukünftigen leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nicht aus verdienst, sondern aus gnaden.1
  • 1. Luc. 17, 10
63
Verdienen aber unsere guten Werke nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünftigem Leben will belohnen?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnaden1.
  • 1. Luc. 17, 10
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose und verruchte leute?

Nein: denn es unmüglich ist, daß die, so Christo durch wahren glauben seynd eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeit sollen bringen.1
  • 1. Matt. 7, 18. Ioh. 15, 5
64
[23]Macht aber diese Lehre nicht sorglose und verruchte Leute?

Nein, denn es unmöglich ist, dass die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzet, nicht Frucht der Dankbarkeit sollen bringen1.
  • 1. Matth. 7, 18. Joh. 15, 5. Röm. 8, 14
65
Dieweil denn allein der glaub uns Christi und aller seiner wolthaten theilhaftig macht, woher kommt solcher glaube?

Der heilige Geist wircket denselben in unsern hertzen,1 durch die predigt des heiligen [27]evangelions, und bestätiget den durch den brauch der heiligen sacramenten.2
  • 1. Ephes 2, 8. & 6, 23. Ioh. 3, 5. Phil 1, 29
  • 2. Matt. 28, 19. 20. 1 Petr. 1, 22. 23
65
Dieweil denn allein der Glaube uns Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht, woher kommt solcher Glaube?

Der heilige Geist wirket denselben in unsern Herzen1 durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Brauch der heiligen Sakramente2.
  • 1. Ephes. 2, 8. Joh. 3, 5. Phil. 1, 29. Joh. 6, 29
  • 2. Matth. 28, 19. 20. Marc. 16, 15. 16. 1 Petr. 1, 22. 23. Röm. 10, 14. 17
66
Was seynd die sacrament?

Es seynd sichtbare heilige warzeichen und siegel, von GOtt darzu eingesetzt, daß er uns durch den brauch derselbigen, die verheissung des Evangelions desto besser zu verstehen gebe und versiegle: Nemlich, daß er uns von wegen des einigen opfers Christi am Creutz vollbracht, vergebung der sünden, und ein ewiges leben aus gnaden schencket.1
  • 1. Gen. 17, 11. Rom. 4, 11. Deut. 30, 6. Levit. 6, 25. Hebr. 9, 8. 9. 24. Ezech. 20, 12. 1 Sam. 17, 36. Esa 6, 6. 7. & 54, 9
66
Was sind die Sakramente?

Es sind sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, von Gott dazu eingesetzt, dass Er uns durch den Brauch derselbigen die Verheißung des Evangeliums desto besser zu verstehen gebe und versiegele; nämlich, dass Er uns, von wegen des einigen Opfers Christi am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben aus Gnaden schenket1.
  • 1. Röm. 4, 11. 1 B. Mos. 17, 11. 5 B. Mos. 30, 6. Ezech. 20, 12. Marc 16, 16. Luc. 22, 20
67
Seynd dann beyde das wort und die sacrament dahin gericht, daß sie unsern glauben auf das opfer JEsu Christi am creutz als auf den einigen grund unserer seligkeit weisen?

Ja freylich: Dann der heilige Geist lehret im evangelio, und bestätiget durch die heilige sacrament, daß unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opfer Christi, für uns am creutz geschehen.1
  • 1. Rom. 6, 3. Gal. 3, 27
67
Sind denn beide, das Wort und die Sakramente, dahin gerichtet, dass sie unsern Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz, als auf den einigen Grund unserer Seligkeit weisen?

Ja freilich; denn der heilige Geist lehret im Evangelio und bestätiget durch die heiligen Sakramente, [24]dass unsere ganze Seligkeit stehe in dem einigen Opfer Christi, für uns am Kreuz geschehen1.
  • 1. Röm. 6, 3. Gal. 3, 26. 27. 1 Cor. 11, 26
68
Wie viel sacrament hat Christus im neuen testament eingesetzt?

Zwey, den heiligen tauf, und das heilig abendmahl.
68
Wie viel Sakramente hat Christus im neuen Testament eingesetzt?

Zwei: Die heilige Taufe1 und das heilige Abendmahl2.
  • 1. Matth. 28, 19. Marc. 16, 15. 16
  • 2. 1 Cor. 11, 23—25. Matth. 26, 26—28. Marc. 14, 22—25. Luc. 22, 19. 20
69
[28]Wie wirst du im heiligen tauf erinnert und versichert, daß das einige opfer Christi am creutz dir zu gut komme?

Also, daß Christus dis äusserlich wasserbad eingesetzt,1 und darbey verheissen hat,2 daß ich so gewiß mit seinem blut und Geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden, gewaschen sey, so gewiß ich äusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunehmen, gewaschen bin.3
  • 1. Matt. 28, 19. Actor. 2, 38
  • 2. Matt. 3. 11. Marc. 16, 16. Rom. 6, 3
  • 3. Marc. 1, 4. Luc. 3, 3
69
Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und versichert, dass das einige Opfer Christi am Kreuze dir zu gut komme?

Also, dass Christus dies äußerliche Wasserbad eingesetzt1 und dabei verheißen hat2, daß ich so gewiss mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden gewaschen sei, so gewiss ich äußerlich mit dem Wasser, welches die Unsauberkeit des Leibes pflegt hinwegzunehmen, gewaschen bin3.
  • 1. Matth. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 16. Apost. Gesch. 2, 38. Joh. 1, 33. Matth. 3, 11. Röm. 6, 3. 4
  • 3. 1 Petr. 3, 21. Marc. 1, 4. Luc. 3, 3
70
Was heißt mit dem blut und geist Christi gewaschen seyn?

Es heist vergebung der sünden von GOtt aus gnaden haben, um des bluts Christi willen, welches er in seinem opfer am creutz für uns vergossen hat:1 Darnach auch durch den heiligen Geist erneuert, und zu einem glied Christi geheiliget seyn, daß wir je länger je mehr der sünden absterben, und in einem gottseligen unsträflichen leben wandeln.2
  • 1. Hebr. 12, 24. 1 Pet. 1, 2. Apoc. 1, 5. & 22, 14. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25
  • 2. Ioh. 1, 33. & 3. 5. 1 Cor. 6, 11. & 12. 13. Rom. 6, 4. Col. 2, 11. 12
70
Was heißt mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt Vergebung der Sünden von Gott aus Gnaden haben um des Blutes Christi willen, welches er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat1; darnach auch durch den heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, dass wir je [25]länger je mehr der Sünde absterben und in einem gottseligen, unsträflichen Leben wandeln2.
  • 1. 1 Petr. 1, 2. Hebr. 12, 24. Offenb. Joh. 1, 5 und 7, 14. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25. 26. 27
  • 2. Joh. 1, 33 und 3, 5. 1 Cor. 6, 11 und 12, 13. Röm. 6, 4. Col. 2, 11. 12
71
[29]Wo hat Christus verheissen, daß wir so gewiß mit seinem blut und geist, als mit dem taufwasser, gewaschen seynd?

In der einsatzung des taufs, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle völcker und taufet sie im namen des Vaters, und des Sohns, und des heiligen Geistes:1 Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.2 Diese verheissung wird auch wiederholet, da die schrift den tauf ein bad der wiedergeburt,3 und abwaschung der sünden nennet.4
  • 1. Matt. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 16
  • 3. Tit. 3, 5
  • 4. Act. 22, 16
71
Wo hat Christus verheißen, dass wir so gewiss mit seinem Blut und Geist, als mit dem Taufwasser gewaschen sind?

In der Einsetzung der Taufe, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes1. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden2. Diese Verheißung wird auch wiederholt, da die Schrift die Taufe das Bad der Wiedergeburt3 und die Abwaschung der Sünden nennet4.
  • 1. Matth. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 15. 16
  • 3. Tit. 3, 5
  • 4. Apost. Gesch. 22, 16
72
Ist denn das äusserliche wasserbad die abwaschung der sünden selbst?

Nein:1 Denn allein das blut JEsu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen sünden.2
  • 1. Matt. 3, 11. 1 Petr. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • 2. 1 Joh. 1, 7. 1 Cor. 6, 11
72
Ist denn das äußerliche Wasserbad die Abwaschung der Sünden selbst?

Nein1; denn allein das Blut Jesu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen Sünden2.
  • 1. Matth. 3, 11. 1 Petr. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • 2. 1 Joh. 1, 7. 1 Cor. 6, 11
73
Warum nennet denn der heilige Geist den tauf das bad der wiedergeburt, und die abwaschung der sünden?

GOtt redet also nicht ohne grosse ursach: Nemlich nicht allein daß er uns damit wil lehren, daß gleich wie die unsauberkeit des leibs [30]durchs wasser, also unsere sünden durchs blut und Geist Christi hinweg genommen werden,1 sondern vielmehr, daß er uns durch dis göttlich pfand und warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewaschen seynd, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werden.2
  • 1. Apoc. 1, 5. & 7, 14. 1 Cor. 6, 11
  • 2. Marc. 16, 16. Gal. 3, 17. 18
73
Warum nennet denn der heilige Geist die Taufe das Bad der Wiedergeburt und die Abwaschung der Sünden?

Gott redet also nicht ohne große Ursache; nämlich: nicht allein, dass er uns damit will lehren, dass, gleichwie die Unsauberkeit des Leibes durch's Wasser, also unsere Sünden durch's Blut und Geist Christi hin[26]weggenommen werden1; sondern vielmehr, dass er uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen will versichern, dass wir so wahrhaftig von unsern Sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen Wasser gewaschen werden2.
  • 1. Offenb. Joh. 1, 5 und 7, 14. 1 Cor. 6, 11
  • 2. Gal. 3, 27. Marc. 16, 16
74
Soll man auch die jungen kinder taufen?

Ja: Denn dieweil sie sowol als die alten in den bund GOttes und seine gemeine gehören,1 und ihnen in dem blut Christi die erlösung von sünden,2 und der heilige Geist, welcher den glauben wircket nicht weniger denn den alten zugesagt wird,3 so sollen sie auch durch den tauf, als des bundes zeichen, der christlichen kirchen eingeleibt, und von der ungläubigen kindern unterscheiden werden,4 wie im alten testament durch die Beschneidung geschehen ist,5 an welcher statt im neuen testament der tauf ist eingesetzt.6
  • 1. Gen. 17, 7
  • 2. Matt. 19, 14
  • 3. Luc. 1, 14. 15. Psalm. 22, 11. Esa. 44, 1. 2. 3. Actor. 2, 39
  • 4. Actor. 10, 47
  • 5. Gen. 17, 14
  • 6. Col. 2, 11. 12. 13
74
Soll man auch die jungen Kinder taufen?

Ja; denn dieweil sie sowohl als die Alten in den Bund Gottes und seine Gemeine gehören1, und ihnen in dem Blut Christi die Erlösung von Sünden, und der heilige Geist, welcher den Glauben wirket2, nicht weniger denn den Alten zugesagt wird3, so sollen sie auch durch die Taufe, als des Bundes Zeichen, der christlichen Kirche eingeleibet und von der Ungläubigen Kinder unterschieden werden4 wie im alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist5, an welcher Statt im neuen Testament die Taufe ist eingesetzt6.
  • 1. 1 B. Mos. 17, 7
  • 2. Marc. 9, 42
  • 3. Matth. 19, 14. Luc. 1, 15. Ps. 22, 11. Jes. 44, 1—4. Apost. Gesch. 2, 39
  • 4. Apost. Gesch. 10, 47
  • 5. 1 B. Mos. 17, 14. Matth. 28, 19
  • 6. Col. 2, 11. 12. 13
75
[31]Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und versichert, daß du an dem einigen opfer Christi am creutz, und allen seinen gütern gemeinschaft habest?

Also, daß Christus mir und allen gläubigen von diesem gebrochenen brod zu essen, und von diesem kelch zu trincken befohlen hat, zu seinem gedächtniß, und darbey verheissen,1 Erstlich, daß sein leib so gewiß für mich am creutz geopfert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit augen sehe, daß das brod des HERRN mir gebrochen, und der kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, daß er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossenem blut, so gewiß zum ewigen leben speise und träncke, als ich aus der hand des dieners empfange, und leiblich niesse das brod und den kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
  • 1. Matt. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. &c. Luc. 22, 19. 20. 1 Cor. 10, 16. 17, &c. & 11, 23. 24. 25. 1 Cor. 12, 13
75
Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und versichert, dass du an dem einigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gütern Gemeinschaft habest?

Also, dass Christus mir und allen Gläubigen von diesem gebrochenen Brod zu essen und von diesem Kelch zu trinken befohlen hat, zu seinem Gedächtnis, und dabei verheißen1: Erstlich, dass sein Leib so [27]gewiss für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen sei, so gewiss ich mit Augen sehe, dass das Brod des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir mitgetheilt wird; und zum andern, dass er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiss zum ewigen Leben speise und tränke, als ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brod und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
  • 1. Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20. 1 Cor. 10, 16. 17. 11, 23. 24. 25 und 12, 13
76
Was heißt den gecreutzigten leib Christi essen, und sein vergossen blut trincken?

Es heißt nicht allein mit gläubigem her[32]tzen das ganze leyden und sterben Christi annehmen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekommen:1 Sondern auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeyten leib jemehr und mehr vereiniget werden,2 daß wir, ob gleich er im himmel,3 und wir auf erden seynd, dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beinen seynd,4 und von einem Geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werden,5
  • 1. Ioh. 6, 35. 40. 48. 50. 51. 53. 54
  • 2. Ioh. 6, 55. 56
  • 3. Actor. 3, 21. Actor. 1, 9. 1 Cor. 11, 26
  • 4. Ephes. 3, 16. 17. & 5. 29. 1 Cor. 6, 15. 17. 19. 1 Ioh. 3, 24. & 4. 13. Ioh. 14, 22. 23
  • 5. Ioh. 6. 56. 57. 58. & 15, 1. 2. 3. 4. 5. 6. Ephes. 4, 15. 16
76
Was heißt den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünden und ewiges Leben bekommen1, sondern auch daneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeiten Leib je mehr und mehr vereinigt werden2, dass wir, obgleich er im Himmel3, und wir auf Erden sind, dennoch Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinen Beinen sind4, und von einem Geist, (wie die Glieder unsers Leibes von einer Seele) ewig leben und regiert werden5.
  • 1. Joh. 6, 35. 40. 47. 48. 50. 51. 53. 54
  • 2. Joh. 6, 55. 56
  • 3. Col. 3, 1. Apost. Gesch. 3, 21. 1 Cor. 11, 26
  • 4. Ephes. 5, 30 und 3, 17. 1 Cor. 6, 15. 1 Joh. 4, 13. 1 Joh. 3, 24
  • 5. Joh. 6, 57 und 15, 1. 2. 3. 4. 5. 6. Ephes. 4, 15. 16
77
Wo hat Christus verheissen, daß er die gläubigen so gewiß also mit seinem leib und blut speise und träncke, als sie von diesem gebrochenen brod essen, und von diesem kelch trinken?

In der einsatzung des abendmahls, welche also lautet:1 Unser HErr JEsus in der nacht, da er verrathen ward, nahm er das brod, dancket und brachs, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wird: Sol[33]ches thut zu meiner gedächtniß. Desselben gleichen auch den kelch nach dem abendmahl, und sprach: Dieser kelch ist das neue Testament in meinem blut: Solches thut, so oft ihrs trincket, zu meiner gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem brod esset, und von diesem kelch trincket, solt ihr des HERREN tod verkündigen, bis daß er kommt. Und diese verheissung wird auch wiederholet durch Sanct Paulum,2 da er spricht: Der kelch der dancksagung damit wir dancksagen, ist der nicht die gemeinschaft des bluts Christi? Das brod das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so sind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brods theilhaftig seynd.
  • 1. Cor. 11, 23. Matth. 26, 26. &c. Marc. 14, 22. &c. Luc. 22, 19 &c
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
77
[28]Wo hat Christus verheißen, dass Er die Gläubigen so gewiss mit seinem Leib und Blut speise und tränke, als sie von diesem gebrochenen Brod essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des heiligen Abendmahls, welche also lautet1: Unser Herr Jesus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis dass er kommt. Und diese Verheißung wird auch wiederholt durch Sanct Paulus, da er spricht2: Der Kelch der Danksagung, damit wir danksagen, ist der nicht die Gemeinschaft des Bluts Christi? Das Brod, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brod ist's, so sind wir Viele ein Leib, dieweil wir Alle Eines Brodes theilhaftig sind.
  • 1. 1 Cor. 11, 23. 24. 25. Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
78
Wird dann aus brod und wein der wesentliche leib und blut Christi?

Nein: Sondern wie das wasser in dem tauf, nicht in das blut Christi verwandelt, [34]oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein göttlich warzeichen und versicherung ist:1 Also wird auch das heilig brod im abendmahl nicht der leib Christi selbst,2 wiewol es nach art und brauch der sacramenten,3 der leib Christi genennet wird.
  • 1. Matt. 26, 29. Marc. 14, 24
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17. & 11, 26. 27. 28
  • 3. Gen. 17, 10. 14 19. Exod. 12, 27. 43. 48. & 13, 9. Act. 7, 8. Exod. 24, 8. Levit 16, 10. & 17, 11. Jesa. 6, 6. 7. Act. 22, 16. Tit. 3, 6. 1 Pet. 3, 21. 1 Cor. 10, 1. &c
78
Wird denn aus Brod und Wein der wesentliche Leib und Blut Christi?

Nein1, sondern wie das Wasser in der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wird, deren es allein [29]ein göttliches Wahrzeichen und Versicherung ist2, also wird auch das heilige Brod im Abendmahl nicht der Leib Christi selbst3, wiewohl es nach Art und Brauch der Sakramente4 der Leib Christi genannt wird.
  • 1. Matth. 26, 29. Apost. Gesch. 7, 8. 2 B. Mos. 24, 8. 3 B. Mos. 16, 10. und 17, 11. Jes. 6, 6. 7. Apost. Gesch. 22, 16
  • 2. Ephes. 5, 26
  • 3. 1 Cor. 10, 16 und 11, 26
  • 4. 1 B. Mos. 17, 10. 11. 2 B. Mos. 12, 11. 13. 26. 27 u. 13, 9. Tit. 3. 5. 1 Petr. 3, 21. 1 Cor. 10, 4
79
Warum nennet denn Christus das brod seinen leib, und den kelch sein blut, oder das neue testament in seinem blut, und St. Paulus die gemeinschaft des leibs und bluts Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohn grosse ursach: Nemlich, daß er uns nicht allein damit will lehren, daß gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten: Also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die wahre speiß und tranck unserer seelen zum ewigen leben,1 sondern vielmehr, daß er uns durch diß sichtbare zeichen und pfand will versichern, daß wir so warhaftig seines wahren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geistes theilhaftig werden, als wir diese heilige warzeichen mit dem leiblichen mund zu seiner gedächtniß empfangen,2 und daß all sein leiden und gehorsam so gewiß unser eigen sey, als [35]hätten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und genug gethan.
  • 1. Joh. 6, 51. 55
  • 2. 1 Cor. 10 16. 17
79
Warum nennet denn Christus das Brod seinen Leib und den Kelch sein Blut, oder das neue Testament in seinem Blut, und St. Paulus die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohne große Ursache; nämlich, dass er uns nicht allein damit will lehren, dass, gleichwie Brod und Wein das zeitliche Leben erhalten, also sei auch sein gekreuzigter Leib und vergossenes Blut die wahre Speise und Trank unserer Seelen zum ewigen Leben1, sondern vielmehr, dass Er uns durch dies sichtbare Zeichen und Pfand will versichern, dass wir so wahrhaftig seines wahren Leibes und Blutes durch Wirkung des heiligen Geistes theilhaftig werden2, als wir diese heiligen Wahrzeichen mit dem leiblichen Mund zu seinem Gedächtnis empfangen, und dass all sein Leiden und Gehorsam so gewiss unser eigen sei, als hätten wir selbst in unserer eigenen Person Alles gelitten und genug gethan.
  • 1. Joh. 6, 55
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
80
Was ist für ein unterscheid zwischen dem abendmahl des HErren, und der päbstischen Meß?

Das abendmahl bezeuget uns, daß wir vollkommene vergebung aller unser sünden haben, durch das einig opffer JEsu Christi, so er selbst einmal am creutz vollbracht hat:1 Und daß wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibt,2 der jetzund mit seinem wahren leib im himmel zur rechten des Vaters ist,3 und daselbst will angebetet werden.4 Die meß aber lehret, daß die lebendigen und die todten nicht durch das leyden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn, daß Christus noch täglich für sie von den meß-priestern geopfert werde: Und das Christus leiblich unter der gestalt brods und weins sey, und derhalben darin soll angebetet werden.5 Und ist also die meß im grund nichts anders dann ein verleugnung des einigen opfers und leydens JEsu Christi,6 und ein vermaledeyte abgötterey. [36]
  • 1. Hebr. 7, 26. & 9, 12. 26. 27. 28. & 10, 10. 12. 14. Joh. 19, 20. Matt. 26, 28. Luc. 22. 19
  • 2. 1 Cor. 6, 17. & 10, 16. & 12, 13
  • 3. Hebr. 1, 3. & 8, 1
  • 4. Joh. 4, 21. 22. 23. & 20, 17. Luc. 24, 52. Actor. 7, 55. 56. Coloss. 3, 1. Phil. 3, 20. 1 Tess. 1, 10
  • 5. In Cano. Miss. Item De consec. Distinct. 2
  • 6. Hebr. 9. & 10
80
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeuget uns, dass wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben [30]durch das einige Opfer Jesu Christi, so er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat1, und dass wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibet2, der jetzund mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist3, und daselbst will angebetet werden4. Die Messe aber lehret, dass die Lebendigen und die Todten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, dass Christus noch täglich für sie von den Messpriestern geopfert werde, und dass Christus leiblich unter der Gestalt Brods und Weins sei, und derhalben darin soll angebetet werden5. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes, denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi.
  • 1. Hebr. 10, 10. 12, 7, 26. 27 und 9, 12. 25. Joh. 19, 30. Matth. 26, 28. Luc. 22, 19
  • 2. 1 Cor. 12, 13. 6, 17 und 10, 16. 17
  • 3. Col. 3, 1. Hebr. 1, 3 und 8, 1
  • 4. Matth. 6, 20. 21. Joh. 4, 21. 23 und 20, 17. Luc. 24, 52. Apost. Gesch. 7, 55. Col. 3, 1. Phil. 3, 20. 1 Thess. 1, 9. 10
  • 5. In canone Missae et de consecrat. dist. 2 Conc. Trid. sess. 13, 5. Hebr. 9, 26 und 10, 12. 14
81
Welche sollen zu dem tisch des HERREN kommen?

Die ihnen selbst um ihrer sünden willen mißfallen, und doch vertrauen, daß dieselbige ihnen verziehen, und die übrige schwachheit mit dem leyden und sterben Christi bedeckt sey, begehren auch je mehr und mehr ihren glauben zu stärcken, und ihr leben zu bessern. Die unbußfertigen aber und heuchler essen und trincken ihnen selbst das gericht.1
  • 1. 1 Cor. 10, 19. & 11, 28
81
Welche sollen zu dem Tisch des Herrn kommen?

Die sich selbst um ihrer Sünde willen missfallen und doch vertrauen, dass dieselbigen ihnen verziehen, und die übrige Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt sei, begehren auch je mehr und mehr ihren Glauben zu stärken, und ihr Leben zu bessern. Die Unbußfertigen aber und Heuchler essen und trinken sich selbst das Gericht1.
  • 1. 1 Cor. 11, 28. 29 und 10, 19. 20. 21. 22
82
Sollen aber zu diesem abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrer bekäntniß und leben als ungläubige und gottlose erzeigen?

Nein: Denn es wird also der bund GOttes geschmäht, und sein zorn über die ganze gemeine gereitzet.1 Derhalben die christliche kirche schuldig ist nach der ordnung Christi und seiner aposteln, solche bis zur besserung ihres lebens, durch das ampt der schlüssel auszuschliessen.
  • 1. 1 Cor. 11, 20. 34. Esa. 1, 11. 12. 13. & 66, 3. Jer. 7, 21. Psalm. 50, 16
82
[31]Sollen aber zu diesem Abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erzeigen?

Nein; denn es wird also der Bund Gottes geschmähet und sein Zorn über die ganze Gemeine gereizet1; derhalben die christliche Kirche schuldig ist, nach der Ordnung Christi und seiner Apostel, Solche, bis zur Besserung ihres Lebens, durch das Amt der Schlüssel auszuschließen.
  • 1. 1 Cor. 11, 30. 31. Jes. 1, 11. 12 und 66, 3. Jer. 7, 21. 22. Ps. 50, 16. 17
83
Was ist das ampt der schlüssel?

Die predigt des heiligen evangelions, und die christliche buß-zucht, durch welche beyde stück das himmelreich den gläubigen aufge[37]schlossen, und den ungläubigen zugeschlossen wird.1
  • 1. Matth. 16, 19. & 18, 18
83
Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht, durch welche beide Stücke das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen und den Ungläubigen zugeschlossen wird1.
  • 1. Matth. 18, 18 und 16, 19. Joh. 20, 23
84
Wie wird das himmelreich durch die predigt des heiligen evangelions auf- und zugeschlossen?

Also, daß nach dem befehl Christi allen und jeden gläubigen verkündigt und öffentlich bezeugt wird, daß ihnen, so oft sie die verheissung des evangelions mit wahrem glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre sünden von GOTT, um des verdiensts Christi willen, vergeben seynd: Und hinwiederum allen ungläubigen und heuchlern, daß der zorn GOttes und die ewige verdammniß auf ihnen liegt, so lang sie sich nicht bekehren.1 Nach welchem zeugniß des evangelii, GOtt beyde in diesem und zukünftigem leben urtheilen wil.
  • 1. Joh. 20, 23. Matth. 16, 19
84
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Also, dass nach dem Befehl Christi allen und jeden Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeuget wird, dass ihnen, so oft sie die Verheißung des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre Sünden von Gott, um des Verdienstes Christi willen, vergeben sind; und herwiederum allen Ungläubigen und Heuchlern, dass der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt, so lange sie sich nicht bekehren1. Nach welchem Zeugnis des Evangelii Gott beide in diesem und zukünftigen Leben urtheilen will.
  • 1. Joh. 20, 22. 23. Matth. 16, 19
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Wie wird das himmelreich zu- und aufgeschlossen durch die christliche buß-zucht?

Also, daß nach dem befehl Christi, diejenigen, so unter dem christlichen namen unchristliche lehr oder wandel führen,1 nachdem sie etlich mal brüderlich vermahnt seyn, und von ihren irrthumen oder lastern nicht abstehen, der kirchen oder denen, so von der kirchen dazu verordnet seynd, angezeigt, und [38]so sie sich an derselben vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch verbietung der heiligen sacrament aus der christlichen gemein, und von GOtt selbst, aus dem reich Christi werden ausgeschlossen: und wiederum als glieder Christi und der kirchen angenommen, wenn sie wahre besserung verheissen und erzeigen.2
  • 1. Rom. 12, 7. 8. 1 Cor. 12, 28. 1 Tim. 5, 17. 1 Cor. 5, 3. 4. 5. 2 Cor. 2, 6. 7. 8
  • 2. Matth. 18, 15. 16. 17. 18. 1 Cor. 5, 3 2 Thess. 3, 14. 15. 2 Ioh. 2, 10. 11. 2 Cor. 2, 6. 7. 10. 11
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[32]Wie wird das Himmelreich zu- und aufgeschlossen durch die christliche Bußzucht?

Also, dass nach dem Befehl Christi diejenigen, so unter dem christlichen Namen unchristliche Lehre oder Wandel führen, nachdem sie etlichemal brüderlich vermahnet sind, und von ihren Irrthümern oder Lastern nicht abstehen, der Kirche, oder denen, so von der Kirche dazu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben Vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch Verbietung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeine und von Gott selbst aus dem Reich Christi werden ausgeschlossen; und wiederum als Glieder Christi und der Kirche angenommen, wenn sie wahre Besserung verheißen und erzeigen1.
  • 1. Matth. 18, 15. 16. 17. 1 Cor. 5, 4. 5. 11. 2 Thess. 3, 6. 14. 15. 2 Joh. 10, 11. 2 Cor. 2, 6. 7. 8
Der dritte Theil. Von der Danckbarkeit.
DER DRITTE THEIL. VON DER DANKBARKEIT.
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Dieweil wir dann aus unserm elend ohne alle unser verdienst, aus gnaden durch Christum erlöset seynd, warum sollen wir gute werck thun?

Darum, daß Christus, nachdem er uns mit seinem blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem ebenbild, daß wir mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen GOtt für seine wolthat erzeigen,1 und er durch uns gepriesen werde.2 Darnach auch, daß wir bey uns selbst unsers glaubens aus seinen früchten gewiß seyn,3 und mit unserm gottseligen wandel unsere nähesten auch Christo gewinnen.4
  • 1. Rom. 6, 13. & 12, 1. 2. 1 Petr. 2, 5. 9. 10. 1 Cor. 6, 20
  • 2. Matt. 5, 16. 1 Pet. 2, 12
  • 3. 2 Petr. 1, 10. Matt. 7, 17. Gal. 5, 6. 22
  • 4. 1 Pet. 3, 1. 2. Rom. 14, 19
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Dieweil wir denn aus unserm Elend ohne all unser Verdienst, aus Gnaden durch Christum erlöset sind, warum sollen wir gute Werke thun?

Darum, dass Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, dass wir mit unserm ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohlthaten erzeigen1, und er durch uns gepriesen werde2. Darnach auch, dass wir bei uns [33]selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiss seien3, und mit unserm gottseligen Wandel unsern Nächsten auch Christo gewinnen4.
  • 1. Röm. 12, 1. 2 und 6, 13. 1 Petr. 2, 5. 9. 10
  • 2. Matth. 5. 16. 1 Petr. 2, 11. 12
  • 3. 2 Petr. 1, 10. Matth. 7, 17. Gal. 5, 6. 22
  • 4. 1 Petr. 3, 1. 2. Röm. 14, 19
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[39]Können dann die nicht selig werden, die sich von ihrem undanckbaren unbußfertigen wandel zu GOtt nicht bekehren?

Keineswegs: Denn wie die schrift sagt, kein unkeuscher, abgöttischer, ehebrecher, dieb, geitziger, trunckenboltz, lästerer, räuber und dergleichen, wird das reich GOttes ererben.1
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. Ephes. 5, 5. 6. 1 Joh. 3, 14. 15
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Können denn die nicht selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Wandel zu Gott nicht bekehren?

Keineswegs; denn wie die Schrift sagt: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes ererben1.
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. Ephes. 5, 5. 6. 1 Joh. 3, 14
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In wie viel stücken stehet die warhaftige buß oder bekehrung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des alten,1 und auferstehung des neuen menschen?
  • 1. Rom. 6, 4. 5. 6. Ephes. 4, 22. 23. 24. Col. 3, 5. 6. 8. 9. 10. 1 Cor. 5, 7. 2 Cor. 7, 11
88
In wie viel Stücken bestehet die wahrhafte Buße oder Bekehrung des Menschen?

In zwei Stücken: In Absterbung des alten, und Auferstehung des neuen Menschen1.
  • 1. Röm. 6, 4—6. Ephes. 4, 22. 23. 24. Col. 3, 5. 6. 8. 9. 10
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Was ist die absterbung des alten menschen?

Ihm die sünde von hertzen lassen leyd seyn, und dieselbige je länger je mehr hassen und fliehen.1
  • 1. Rom. 8, 13. Joel 2, 13. Hos. 5, 15. & 6, 1
89
Was ist die Absterbung des alten Menschen?

Sich die Sünde von Herzen lassen leid sein, und dieselbe je länger je mehr hassen und fliehen1.
  • 1. 2 Cor. 7, 10. Röm. 8, 13. Joel 2, 13. Col. 3, 5. 8
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Was ist die auferstehung des neuen menschen?

Hertzliche freud in GOtt durch Christum,1 und [40]lust und lieb haben nach dem willen GOttes in allen guten wercken zu leben.2
  • 1. Rom. 3, 1. & 14, 17. Esa 57, 15
  • 2. Rom. 6, 10. 11. Gal. 2, 20
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Was ist die Auferstehung des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christum1, und Lust und Liebe haben nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben2.
  • 1. Röm. 5, 1 und 14, 17. Jes. 57, 15
  • 2. Röm. 7, 22. 6, 12—14. etc. Ps. 1, 2. Gal. 2, 19. 20
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Welches seynd aber gute werck?

Allein die aus wahrem glauben,1 nach dem gesetz GOttes,2 ihm zu ehren geschehen,3 und nicht die auf unser gutdüncken oder menschensatzung gegründet seyn.4
  • 1. Rom. 14, 23
  • 2. 1 Sam. 15, 22. Ephes. 2, 10. & 6, 17
  • 3. 1 Cor. 10, 31
  • 4. Deut. 12, 32. Ezech. 20, 18. 19. Esa. 29, 13. Matth. 15, 9
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Welches sind aber gute Werke?

Allein die aus wahrem Glauben1, nach dem Gesetz Gottes2, Ihm zu Ehren geschehen3, und [34]nicht die auf unser Gutdünken oder Menschensatzung gegründet sind4.
  • 1. Röm. 14, 23. Ephes. 2, 10
  • 2. 3 B. Mos. 18, 4. 1 Sam. 15, 22. 5 B. Mos. 4, 2 und 12, 32
  • 3. 1 Cor. 10, 31
  • 4. Ezech. 20, 18. 19. Jes. 29, 13. 14. Matth. 15, 7. 8. 9
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Wie lautet das Gesetz des HErren?

GOtt redet alle diese wort:1 Das erste gebott. Ich bin der HERR dein GOtt, der ich dich aus Egyptenland, aus dem dienst-hauß, geführet hab: Du solt kein andere götter für mir haben. Das ander. Du solt dir kein bildniß noch irgend ein gleichniß machen, weder des, das oben im himmel, noch des, das unten auf erden, oder des, das im wasser unter der erden ist: Du solt sie nicht anbeten, noch ihnen dienen. Denn ich [41]der HERR dein GOTT, bin ein starcker eifriger GOTT, der die missethat der väter heimsuchet an den kindern, bis ins dritte und vierdte glied deren die mich hassen: und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine gebott halten. Das dritte. Du solt den nahmen des HERREN deines GOttes nicht mißbrauchen. Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen nahmen mißbraucht. Das vierdte. Gedenck des sabbath-tages daß du ihn heiligest. Sechs tag solt du arbeiten, und alle deine werck thun, aber am siebenden tag ist der sabbath des HERREN deines GOttes, da solt du kein arbeit thun, noch dein sohn, noch deine tochter, noch dein knecht, noch deine magd, noch dein vieh, noch der frembdling der in deinen thoren ist. Dann in sechs tagen hat der HERR him[42]mel und erden gemacht, und das meer, und alles was darinnen ist, und ruhete am siebenden tage. Darum segnete der HERR den sabbath-tag, und heiligte ihn. Das fünfte. Du solt deinen vater und deine mutter ehren, auf daß du lange lebest im land, daß dir der HERR dein GOtt gibt. Das sechste. Du solt nicht tödten. Das siebende. Du solt nicht ehebrechen. Das achte. Du solt nicht stehlen. Das neundte. Du solt kein falsch zeugniß reden wider deinen nehesten. Das zehende. Laß dich nicht gelüsten deines nechsten hauß: Laß dich nicht gelüsten deines nechsten weibs, noch seines knechts, noch seiner magd, noch seines ochsens, noch seines esels, noch alles was dein nechster hat.
  • 1. Exod. 20. Deut. 5, 6
92
Wie lautet das Gesetz des Herrn?

Gott redet alle diese Worte:

Das erste Gebot.

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Egyptenland, aus dem Diensthause, geführet habe. Du sollst keine andere Götter vor mir haben.

Das andere Gebot.

Du sollst dir kein Bildnis, noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen; denn Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der die Missethat der Väter heimsuchet an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied derer, die Mich hassen, und thue Barmherzigkeit an viel Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten.

Das dritte Gebot.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Das vierte Gebot.

Gedenke des Sabbathtages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten, und alle deine Werke [35]thun; aber am siebenten Tage ist der Sabbath des Herrn, deines Gottes, da sollst du keine Arbeit thun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Thoren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht, und das Meer, und Alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag, und heiligte ihn.

Das fünfte Gebot.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, giebt.

Das sechste Gebot.

Du sollst nicht tödten.

Das siebente Gebot.

Du sollst nicht ehebrechen.

Das achte Gebot.

Du sollst nicht stehlen.

Das neunte Gebot.

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das zehnte Gebot.

Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses; laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsens, noch seines Esels, noch Alles, was dein Nächster hat.
93
[43]Wie werden diese gebott getheilt?

In zwo tafeln:1 Deren die erst in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen GOtt sollen halten: Die ander, in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig seynd.2
  • 1. Exod. 34, 28. Deut. 4, 13. & 10, 3. 4
  • 2. Matt. 28, 37. 38. 39
93
[36]Wie werden diese Gebote getheilet?

In zwei Tafeln1, deren die erste in vier Geboten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen verhalten; die andere in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind2.
  • 1. 5 B. Mos. 4, 13. 2 B. Mos. 34, 1. 28. 5 B. Mos. 10. 3. 4
  • 2. Matth. 22, 37. 38. 39
94
Was erfordert der HERR im ersten gebot?

Daß ich bey verlierung meiner seelen heyl und seligkeit, alle abgötterey,1 zauberey, abergläubische segen,2 anrufung der heiligen oder anderer creaturen,3 meiden und fliehen sol: Und den einigen wahren GOtt recht erkennen,4 ihm allein vertrauen,5 in aller demuth,6 und gedult,7 von ihm allein alles guts erwarten,8 und ihm von gantzen hertzen lieben,9 förchten,10 und ehren.11 Also daß ich ehe alle creaturen übergebe, dann in dem geringsten wider seinen willen thue.12
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. & 10, 7. 14
  • 2. Lev. 19, 31. Deut. 18, 11
  • 3. Matt. 4, 10. Apoc. 19, 10. & 22, 8. 9
  • 4. Joh. 17, 3
  • 5. Ier. 17, 5
  • 6. 1 Pet. 5, 5. 6
  • 7. Hebr. 10, 37. Coloss. 1, 11. Rom. 5, 3. 4. 1 Cor. 10, 10. Phillip. 2, 14
  • 8. Psalm. 104. 27. 28. 29. 30. Esa. 45, 7. Iacob. 1, 17
  • 9. Deut. 6, 5. Matt. 22, 37
  • 10. Deut. 6, 2. Psal. 1 1, 10. Prov. 1, 7. & 9, 10. Matt. 10, 28
  • 11. Matth. 4, 10. Deut. 10, 20
  • 12. Matt. 5, 29. 30. & 10. 37. Actor. 5, 29. Ephes. 2, 12. Rom. 1, 23
94
Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Dass ich, bei Verlierung meiner Seelen Heil und Seligkeit, alle Abgötterei1, Zauberei, abergläubige Segen2, Anrufung der Heiligen oder anderer Kreaturen3 meiden und fliehen soll, und den einigen wahren Gott recht erkennen4, ihm allein vertrauen5 in aller Demuth6 und Geduld7, von ihm allein alles Gute erwarten8, und ihn von ganzem Herzen lieben9, fürchten10 und ehren11; also, dass ich ehe alle Kreaturen übergebe, denn in dem geringsten wider seinen Willen thue12.
  • 1. 1 Joh. 5, 21. 1 Cor. 6, 9. 10 und 10, 7. 14
  • 2. 3 B. Mos. 19, 31. 5 B. Mos. 18, 9. 10. 11. 12
  • 3. Matth. 4, 10. Off. Joh. 19, 10 und 22, 8. 9
  • 4. Joh. 17, 3
  • 5. Jer. 17, 5. 7
  • 6. 1 Petr. 5, 5
  • 7. Hebr. 10, 36. Col. 1, 11. Röm. 5, 3. 4. 1 Cor. 10, 10. Phil. 2, 14
  • 8. Ps. 104, 27. Jac. 1, 17
  • 9. 5 B. Mos. 6, 5. Matth. 22, 27
  • 10. 5 B. Mos. 6, 2. Ps. 111, 10. Spr. Sal. 1, 7 und 9, 10. Matth. 10, 28
  • 11. Matth. 4, 10. 5 B. Mos. 10, 20
  • 12. Matth. 5, 29. und 10, 37. Apost. 5, 29
95
[44]Was ist abgötterey?

An statt des einigen wahren GOttes, der sich in seinem wort hat offenbahret, oder neben demselbigen etwas anders tichten oder haben, darauf der mensch sein vertrauen setzt.1
  • 1. Ephes. 5, 5. 1 Paral. 16, 26. Philip. 3, 19. Gal. 4, 8. 1 Ioh. 2, 23
95
Was ist die Abgötterei?

Anstatt des einigen wahren Gottes, der sich in seinem Wort hat geoffenbaret, oder neben demselbigen etwas Anders dichten oder haben, darauf der Mensch sein Vertrauen setzt1.
  • 1. Ephes. 5, 5. 1 Chron. 17, 26. Phil. 3, 19. Gal. 4, 8. Ephes. 2, 12. 1 Joh. 2, 23. 2 Joh. 9. Joh. 5, 22. 23
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Was will GOTT im andern gebott?

Daß wir GOtt in keinen weg verbilden,1 auch auf irgend ein andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollen.2
  • 1. Deut. 4, 15. Esa. 40, 18. Act. 17, 29
  • 2. 1 Sam. 15, 23. Deut. 12. 30. Matt. 15, 9
96
[37]Was will Gott im andern Gebot.

Dass wir Gott in keinem Weg verbilden1, noch auf irgend eine andere Weise, denn er in seinem Wort befohlen hat, verehren sollen2.
  • 1. Jes. 40, 18. 19. 25. 5 B. Mos. 4, 15. 16. Röm. 1, 23—25. Apost. Gesch. 17, 29
  • 2. 1 Sam. 15, 23. 5 B. Mos. 12, 29—32. Matth. 15, 9
97
Soll man denn gar kein bildniß machen?

GOtt kan und sol keineswegs abgebildet werden. Die creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden: So verbeut doch GOtt derselben bildniß zu machen und zu haben, daß man sie verehre oder ihm damit diene.1
  • 1. Exod. 23, 24. & 34, 13. Num. 33, 51. 52. Deut. 7, 5. & 12, 3. & 16, 22. 2 Reg. 18, 4
97
Soll man denn gar kein Bildnis machen?

Gott kann und soll keineswegs abgebildet werden1; die Kreaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbietet doch Gott, derselben Bildnis zu machen und zu haben, dass man sie verehre, oder ihm damit diene2.
  • 1. Jes. 40, 25
  • 2. 2 B. Mos. 34, 17 und 34, 13. 4 B. Mos. 33, 51. 52. 5 B. Mos. 7, 5; 12, 3 und 16, 22. 2 Kön. 18, 4
98
Mögen aber nicht die bilder als der layen bücher, in der kirchen geduldet werden?

Nein: Dann wir nicht sollen weiser seyn denn GOtt, welcher seine christenheit nicht durch stumme götzen,1 sondern durch die le[45]bendige predigt seines worts wil unterwiesen haben.2
  • 1. Ier. 10, 8. Habac. 2, 18. 19
  • 2. 1 Petr. 1, 19. 2 Tim. 3, 16. 17
98
Mögen aber nicht die Bilder, als der Laien Bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein; denn wir sollen nicht weiser sein als Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzen1, sondern durch die lebendige Predigt seines Worts will unterwiesen haben2.
  • 1. Jer. 10, 8. Hab. 2, 18—20
  • 2. Röm. 10, 17. 2 Petr. 1, 19. 2 Tim. 3, 16. 17
99
Was will das dritte gebott?

Daß wir nicht allein mit fluchen,1 oder mit falschem eyd,2 sondern auch mit unnöthigem schweren den nahmen GOttes nicht lästern oder mißbrauchen, noch uns mit unserm stillschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen; Und in summa, daß wir den heiligen namen GOttes anders nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchen,3 auf daß er von uns recht bekennt,4 angeruffen,5 und in allen unsern worten und wercken6 gepriesen wird.
  • 1. Levit. 24, 11, &c
  • 2. Levit. 19, 12
  • 3. Matth. 5, 37. Iacob. 5, 12
  • 4. Esa. 45, 23
  • 5. Matt. 10, 32
  • 6. 1 Tim. 2, 8. Rom. 2, 24. 1 Tim. 6, 1. Coloss. 3, 16
99
Was will das dritte Gebot?

Dass wir nicht allein mit Fluchen1, oder mit falschem Eid2, sondern auch mit unnöthigem Schwören3 den Namen Gottes nicht lästern oder missbrauchen, noch uns mit unserm Stillschweigen und Zusehen solcher schrecklichen Sünden theilhaftig machen4; und in Summa, dass wir den heiligen Namen Gottes [38]anders nicht, denn mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen5, auf dass er von uns recht bekennet6, angerufen7 und in allen unsern Worten und Werken gepriesen werde8.
  • 1. 3 B. Mos. 24, 15. 16
  • 2. 3 B. Mos. 19, 12
  • 3. Matth. 5, 34. 35. 36. 37. Jac. 5, 12
  • 4. 3 B. Mos. 5, 1. Spr. Sal. 29, 24
  • 5. Jer. 4, 2. Jes. 45, 23
  • 6. Matth. 10, 32. Röm. 10, 9. 10
  • 7. Ps. 50, 15
  • 8. Col. 3, 17. Röm. 2, 24. 1 Tim. 6, 1
100
Ist denn mit fluchen und schweren GOttes nahmen lästern, so eine schwere sünd, daß GOtt auch über die zörnet, die so viel an ihnen ist, dieselbe nicht helfen wehren und verbieten?

Ja freylich:1 Dann keine sünde grösser ist, noch GOtt heftiger erzörnet, dann lästerung seines nahmens. Darum er sie auch mit dem tod zu strafen befohlen hat.2
  • 1. Luc. 5, 1
  • 2. Levit. 24, 15. 16
100
Ist denn mit Schwören und Fluchen Gottes Namen lästern so eine schwere Sünde, dass Gott auch über die zürnet, die, so viel an ihnen ist, dieselbigen nicht helfen wehren und verbieten?

Ja freilich1; denn keine Sünde größer ist, noch Gott heftiger erzürnet, denn Lästerung seines Namens; darum er sie auch mit dem Tode zu strafen befohlen hat2.
  • 1. Spr. Sal. 29, 24. 3 B. Mos. 5, 1
  • 2. 3 B. Mos. 24, 16
101
[46]Mag man aber auch gottselig bey dem nahmen GOttes einen eyd schwehren?

Ja. Wenn es die oberkeit von ihren unterthanen, oder sonst die noth erfodert, treue und warheit zu GOttes ehr, und des nechsten heyl dadurch zu erhalten und zu fördern. Denn solches eyd schweren ist in GOttes wort gegründet,1 und derhalben von den heiligen im alten und neuen testament recht gebrauchet worden.2
  • 1. Deut. 6, 13. & 10, 20 Esa. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • 2. Gen. 21, 24. & 31, 53. Iosuæ 9, 15. & 19. 1 Sam. 24, 23. 2 Sam. 3, 35. 1 Reg. 1, 29. Rom. 1, 9. 2 Cor 1, 23
101
Mag man aber auch gottselig bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja; wenn es die Obrigkeit von ihren Unterthanen, oder sonst die Noth erfordert, Treu und Wahrheit zu Gottes Ehr' und des Nächsten Heil dadurch zu erhalten und zu fördern; denn solches Eidschwören ist in Gottes Wort gegründet1, und derhalben von den Heiligen im alten und neuen Testament recht gebrauchet worden2.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 13 und 10, 20. Jes. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • 2. 1 B. Mos. 21, 24 und 31, 54. Jos. 9, 15. 1 Sam. 24, 22. 23. 2 Sam. 3, 35. 1 Kön. 1, 28—30. 2 Cor. 1, 23. Röm. 9. 1
102
Mag man auch bey den heiligen oder andern creaturen eyd schweren?

Nein: Denn ein rechtmäßiger eyd ist ein anruffung GOttes, daß er, als der einige hertzkündiger, der warheit zeugniß wolle geben, und mich strafen, so ich falsch schwere1 welche ehre denn keiner creaturen gebührt.2
  • 1. 2 Cor. 1, 23
  • 2. Matt. 5, 34. 35. 36. Iac. 5, 12
102
Mag man auch bei den Heiligen oder andern Kreaturen einen Eid schwören?

Nein; denn ein rechtmäßiger Eid ist eine Anrufung Gottes, dass er, als der einige Herzenskündiger, [39]der Wahrheit Zeugnis wolle geben und mich strafen, so ich falsch schwöre1, welche Ehre denn keiner Kreatur gebührt2.
  • 1. 2 Cor. 1, 23. Röm. 9, 1
  • 2. Matth. 5, 34. 35. 36. Jac. 5, 12
103
Was wil GOTT im vierdten gebott?

GOtt will erstlich, daß das predigamt und schulen erhalten werde,1 und ich, sonderlich am feyertage, zu der gemeine GOttes fleissig komme,2 das wort GOttes zu lernen,3 die heiligen sacrament zu gebrauchen,4 den HErren öffentlich anzurufen,5 und [47]das christlich allmosen zu geben.6 Zum andern, daß ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feyre, den HErren durch seinen Geist in mir wircken lasse, und also den ewigen sabbath in diesem leben anfange.7
  • 1. Tit. 1, 5. 1 Tim. 3, 14. 15. & 5, 17. 1 Cor. 9, 11. 13. 14. 2 Tim. 2, 2. & 3, 15. 1 Tim. 4, 13. & 5, 17
  • 2. Psalm. 40, 10. 11. & 68, 27. Actor. 2, 42. 46
  • 3. 1 Cor. 14, 19. 29. 31
  • 4. 1 Cor. 11, 33
  • 5. 1 Tim. 2, 1. 2. 3. 8. 9. 1 Cor. 14, 16
  • 6. 1 Cor. 16, 2
  • 7. Esa. 66, 23
103
Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will erstlich, dass das Predigtamt und Schulen erhalten werde1, und ich, sonderlich am Feiertage, zu der Gemeine Gottes fleißig komme2, das Wort Gottes zu lernen3, die heiligen Sakramente zu gebrauchen4, den Herrn öffentlich anzurufen5, und das christliche Almosen zu geben6; zum andern, dass ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen Werken feiere, den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem Leben anfange7.
  • 1. Tit. 1. 5. 2 Tim. 3, 14. 1 Cor. 9, 13. 14. 2 Tim. 2, 2, 3. 15
  • 2. Ps. 40, 10. 11 und 68, 27. Apost. Gesch. 2, 42
  • 3. 1 Tim. 4, 13. 1 Cor. 4, 19
  • 4. 1 Cor. 11, 33
  • 5. 1 Tim. 2, 1. 1 Cor. 14, 16
  • 6. 1 Cor. 16, 2
  • 7. Jes. 66, 23. Luc. 17, 20
104
Was will GOtt im fünften Gebott?

Daß ich meinem vater und mutter, und allen die mir fürgesetzt seyn, alle ehr, liebe und treue beweisen, und mich aller guter lehr und straf mit gebührlichem gehorsam unterwerffen,1 und auch mit ihren gebrechen gedult haben sol,2 dieweil uns GOtt durch ihre hand regieren wil.3
  • 1. Ephes. 6, 1. 2. 5. Col. 3, 18. 20. Ephes. 2, 25. Prov. 1, 8. & 4, 1. & 5, 20. & 20, 20. Exod. 21, 17. Rom. 13, 1
  • 2. Prov. 23, 22. Gen. 9, 25. 1 Petr. 2, 18
  • 3. Ephes. 6, 4. 9. Col. 3, 19. 21. Rom. 13, 2. Matth. 22, 21
104
Was will Gott im fünften Gebot?

Dass ich meinem Vater und Mutter, und Allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue beweisen, und mich aller guten Lehre und Strafe mit gebührlichem Gehorsam unterwerfen1, und auch mit ihren Gebrechen Geduld haben soll2; dieweil uns Gott durch ihre Hand regieren will3.
  • 1. Ephes. 6, 1. 2. 3. 5. Col. 3, 18. 20. 22. Ephes. 5, 22, Spr. Sal. 1, 8. 4, 1. 15, 20 und 20, 20. 2 B. Mos. 21, 17. Röm. 13, 1
  • 2. Spr. Sal. 23, 22. 1 B. Mos. 9, 24. 25. 1 Petr. 2, 17. 18
  • 3. Ephes. 6, 4. 9. Col. 3, 20. Röm. 13, 2. 3. Matth. 22, 21
105
Was will GOtt im sechsten Gebott?

Daß ich meinem nächsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere, schmähen, hassen, beleidigen oder tödten,1 sondern alle rachgierigkeit able[48]gen,2 auch mich selbst nicht beschädigen, oder muthwillig in gefahr begeben sol.3 Darum auch die obrigkeit, dem todschlag zu wehren, das schwerdt trägt.4
  • 1. Matth. 5, 21. 22. & 26, 52. Gen. 9, 6
  • 2. Ephes. 4, 26. Rom. 12, 19. Matt. 5, 25. & 18, 25
  • 3. Rom. 13, 14. Coloss. 2, 23. Sir. 3, 27. Matth. 4, 7
  • 4. Gen. 9, 6. Exod. 21, 14. Matth. 26, 52. Rom. 13, 4
105
[40]Was will Gott im sechsten Gebot?

Dass ich meinen Nächsten weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Geberden viel weniger mit der That, durch mich selbst oder Andere schmähen, hassen, beleidigen oder tödten1, sondern alle Rachgierigkeit ablegen2, auch mich selbst nicht beschädigen oder muthwillig in Gefahr begeben soll3; darum auch die Obrigkeit, den Todtschlag zu wehren, das Schwerdt trägt4.
  • 1. Matth. 5, 21. 22 und 26, 52. 1 B. Mos. 9, 6
  • 2. Ephes. 4, 26. Röm. 12, 19. Matth. 5, 25 und 18, 35
  • 3. Röm. 13, 12. Col. 2, 23. Matth. 4, 7
  • 4. 1 B. Mos. 9, 6. 2 B. Mos. 21, 14. Matth. 26, 52. Röm. 13, 4
106
Redet doch diß gebott allein vom tödten?

Es wil uns aber GOtt durch verbietung des todschlags, lehren, daß er die wurtzel des todschlags, als neid,1 haß,2 zorn,3 rachgierigkeit hasset, und daß solches alles für ihm ein heimlicher todschlag seye,4
  • 1. Rom. 1, 29
  • 2. 1 Ioh. 2, 9. 11
  • 3. Iacob. 1, 20. Gal. 5, 20
  • 4. 1 Ioh. 3, 15
106
Redet doch dies Gebot allein vom Tödten?

Es will uns aber Gott durch Verbietung des Todschlages lehren, dass er die Wurzel des Todtschlages, als Neid1, Hass2, Zorn3, Rachgierigkeit hasset, und dass solches Alles vor ihm ein heimlicher Todtschlag sei4.
  • 1. Spr. Sal. 14, 30. Röm. 1, 29
  • 2. 1 Joh. 2, 11
  • 3. Jac. 1, 20. Gal. 5, 19
  • 4. 1 Joh. 3, 15
107
Ist aber damit genug, daß wir unsern nechsten, wie gemeldt, nicht tödten?

Nein: Denn indem GOtt neid, haß und zorn verdammt, wil er von uns haben, daß wir unsern nechsten lieben als uns selbst,1 gegen ihm gedult, friede, sanftmuth,2 barmhertzigkeit,3 und freundlichkeit4 erzeigen, seinen schaden, so viel uns möglich, abwenden,5 und auch unsern feinden guts thun.6 [49]
  • 1. Matth. 7, 12. & 22, 39
  • 2. Ephes. 4, 2. Gal. 6, 1. Matth. 5, 5. Rom. 12, 18
  • 3. Matth. 5, 7. Luc. 6, 36
  • 4. Rom. 12, 10
  • 5. Exod. 23, 5
  • 6. Matth. 5, 44. Rom. 12, 20
107
Ist's aber damit genug, wenn wir unsern Nächsten, wie gemeldet, nicht tödten?

Nein; denn indem Gott Neid, Hass und Zorn verdammt, will er von uns haben, dass wir unsern Nächsten lieben als uns selbst1, gegen ihn Geduld, Friede, Sanftmuth2, Barmherzigkeit und3 Freundlichkeit4 erzeigen, seinen Schaden, so viel uns möglich ist, abwenden5, und auch unsern Feinden Gutes thun6.
  • 1. Matth. 22, 39 und 7, 12. Röm. 12, 10
  • 2. Ephes. 4, 1—3. Gal. 6, 1. 2. Matth. 5, 5. Röm. 12, 18
  • 3. Luc. 6, 36. Matth. 5, 7
  • 4. 1 Petr. 3, 8. Col. 3, 12
  • 5. 2 B. Mos. 23, 5
  • 6. Matth. 5, 44. 45. Röm. 12, 20
108
Was will das siebende gebott?

Daß alle unkeuschheit von GOtt vermaledeyet sey,1 und daß wir darum ihr von hertzen feind seyn, und keusch und züchtig leben sollen,3 es sey im heiligen ehestand, oder ausserhalb desselben.4
  • 1. Luc. 18, 27. 28
  • 2. Iudæ 23
  • 3. 1 Thess. 4, 3. 4. 5
  • 4. Hebr. 13, 3. 4. 5. 1 Cor. 7, 4
108
[41]Was will das siebente Gebot?

Dass alle Unkeuschkeit von Gott vermaledeiet sei1, und dass wir darum ihr von Herzen feind sein2 und keusch und züchtig leben sollen3, es sei im heiligen Ehestand oder außerhalb desselben4.
  • 1. 3 B. Mos. 18, 29
  • 2. Jud. 23
  • 3. 1 Thess. 4, 3. 4. 5
  • 4. Hebr. 13, 4. 1 Cor. 7, 7
109
Verbeut GOtt in diesem gebott nichts mehr den ehebruch und dergleichen schanden?

Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geistes seyn, so wil er, daß wir sie beyde sauber und heilig bewahren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, worte,1 gedanken, lust,2 und was den menschen darzu reitzen mag.3
  • 1. Ephes. 5, 3. 4. 1 Cor. 6, 18. 19
  • 2. Matt. 5, 28
  • 3. Ephes. 5, 18
109
Verbietet Gott in diesem Gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen Schanden?

Dieweil beide, unser Leib und Seele, Tempel des heiligen Geistes sind, so will er, dass wir sie beide sauber und heilig bewahren; verbietet derhalben alle unkeusche Thaten, Geberden1, Worte, Gedanken, Lust2, und was den Menschen dazu reizen mag.
  • 1. Ephes. 5, 3. 4. 1 Cor. 6, 18. 19
  • 2. Matth. 5, 27. 28
110
Was verbeut GOtt im achten gebott?

Er verbeut nicht allein den diebstal,1 und rauberey,2 welche die oberkeit straft: Sondern GOtt nennet auch diebstal alle böse stück und anschläge, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt, oder schein des rechtens,3 als unrechtem gewicht,4 elen, maaß,5 waar, müntz, [50]wucher,6 oder durch einiges mittel, das von GOtt verbotten ist: Darzu auch allen geitz,7 und unnütze verschwendung seiner gaben.8
  • 1. 1 Cor. 6, 10
  • 2. 1 Cor. 5, 10
  • 3. Luc. 3, 14. 1 Thes. 4, 6
  • 4. Prov. 11, 1. & 16, 11
  • 5. Ezech. 45, 9. Deut. 25, 13
  • 6. Psalm. 15, 5. Luc. 6, 35
  • 7. 1 Cor. 6, 10
  • 8. Prov. 5, 16
110
Was verbietet Gott im achten Gebot?

Er verbietet nicht allein den Diebstahl1 und Räuberei2, welche die Obrigkeit straft; sondern Gott nennet auch Diebstahl alle böse Stücke und Anschläge, damit wir unsers Nächsten Gut gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder Schein des Rechten3, als unrechtem Gewicht, Ellen, Maß4, Waare, Münze, Wucher5, oder durch einiges Mittel, das von Gott verboten ist, dazu auch allen Geiz6 und unnütze Verschwendung seiner Gaben7.
  • 1. 1 Cor. 6, 10
  • 2. 1 Cor. 5, 10. Jes. 33, 1
  • 3. Luc. 3, 14. 1 Thess. 4, 6
  • 4. Spr. Sal. 11, 1 und 16, 11. Ezech. 45, 9. 10. 5 B. Mos. 25, 13
  • 5. Ps. 15, 5. Luc. 6, 35
  • 6. 1 Cor. 6, 10
  • 7. Spr. Sal. 5, 16 und 21, 20
111
Was gebeut dir aber GOtt in diesem gebott?

Daß ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fördere, gegen ihm also handele, wie ich wolte, daß man mit mir handelte1 und treulich arbeite, auf daß ich dem dürftigen in seiner noth helfen möge.2
  • 1. Matth. 7, 12
  • 2. Ephes. 4, 28
111
Was gebietet aber Gott in diesem Gebot?

Dass ich meines Nächsten Nutzen, wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also handele1, wie ich [42]wollte, dass man mit mir handelte, und treulich arbeite, auf dass ich dem Dürftigen in seiner Noth helfen möge2.
  • 1. Matth. 7, 12
  • 2. Ephes. 4, 28
112
Was wil das neunte gebott?

Daß ich wider niemand falsche zeugniß gebe,1 niemand seine worte verkehre,2 kein afterreder und lästerer sey,3 niemand unverhört, und leichtlich verdammen helfe,4 sondern allerley lügen und trügen, als eigene wercke des teufels,5 bey schwerem GOttes zorn vermeide,6 in gerichts- und allen andern handlungen die warheit liebe, aufrichtig sage und bekenne,7 auch meines nechsten ehre und glimpf nach meinem vermögen rette und fördere.8 [51]
  • 1. Prov. 16, 5. 9. & 21, 28
  • 2. Psalm. 15, 3
  • 3. Rom. 1, 28. 30
  • 4. Matth. 7, 1. Luc. 6, 37
  • 5. Joh. 8, 44
  • 6. Prov. 12, 22. & 13, 5
  • 7. 1 Cor. 13, 6. Ephes. 4, 25. 29
  • 8. 1 Petr. 4, 8
112
Was will das neunte Gebot?

Dass ich wider Niemand falsches Zeugnis gebe1, Niemand seine Worte verkehre2, kein Afterredner und Lästerer sei3, Niemand unverhört und leichtlich verdammen helfe4; sondern allerlei Lügen und Trügen, als eigene Werke des Teufels5, bei schwerem Gottes Zorn vermeide6, in Gerichts- und allen anderen Handlungen die Wahrheit liebe, aufrichtig sage und bekenne7, auch meines Nächsten Ehre und Glimpf nach meinem Vermögen rette und fördere8.
  • 1. Spr. Sal. 19, 5. 9 und 21, 28
  • 2. Ps. 15, 3 und 50, 19, 20
  • 3. Röm. 1, 30
  • 4. Matth. 7, 1. Luc. 6, 37
  • 5. Joh. 8, 44
  • 6. Spr. Sal. 12, 22 und 13, 5
  • 7. Ephes. 4, 25. Ps. 15, 2
  • 8. 1 Petr. 4, 8
113
Was wil das zehende gebott?

Daß auch die geringste lust oder gedancken wider irgend ein gebott GOttes in unser hertz nimmermehr kommen, sondern wir für und für von gantzem hertzen aller sünden feind seyn, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollen.1
  • 1. Rom. 7, 7
113
Was will das zehnte Gebot?

Dass auch die geringste Lust oder Gedanken wider irgend ein Gebot Gottes in unser Herz nimmermehr kommen soll; sondern wir für und für von ganzem Herzen aller Sünde feind sein, und Lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen1.
  • 1. Röm. 7, 7
114
Können aber die zu GOtt bekehret sind, solche gebott vollkömmlich halten?

Nein: Sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben seynd, nur einen geringen anfang dieses gehorsams:1 Doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sondern nach allen gebotten GOttes anfangen zu leben.2
  • 1. 1 Joh. 1, 8. Rom. 7, 14. Eccles. 7, 21
  • 2. Rom, 7, 22. Jac. 2, 10. Philip. 3, 14
114
Können aber die zu Gott bekehret sind, solche Gebote vollkömmlich halten?

Nein; sondern es haben auch die Allerheiligsten, so lange sie in diesem Leben sind, nur einen geringen Anfang dieses Gehorsams1, doch also, dass sie mit [43]ernstlichem Vorsatz nicht allein nach etlichen, sondern nach allen Geboten Gottes anfangen zu leben2.
  • 1. 1 Joh. 1, 8. Röm. 7, 14. 15. 19. Predig. Sal. 7, 21. 1 Cor. 13, 9
  • 2. Röm. 7, 22. Ps. 1, 2
115
Warum läßt uns denn GOtt also scharf die zehen gebott predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich, auf daß wir unser gantzes lebenlang unsere sündliche art je länger je mehr erkennen.1 und so viel desto begieriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchen,2 Darnach, daß wir ohne unterlaß uns befleissen, und GOtt bitten um die gnad des heiligen Geistes, daß wir je länger je mehr [52]zu dem ebenbild GOttes erneuert werden, bis wir das ziel der vollkommenheit nach diesem leben erreichen.3
  • 1. 1 Joh. 1, 9. Psalm. 32, 5
  • 2. Rom. 7, 24. 25
  • 3. 1 Cor. 9, 24. Phil. 3, 11. 12. 13. 14
115
Warum lässt uns denn Gott also scharf die zehn Gebote predigen, weil sie in diesem Leben Niemand halten kann?

Erstlich, auf dass wir unser ganzes Lebenlang unsere sündliche Art je länger je mehr erkennen1, und so viel desto begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christo suchen2; darnach, dass wir ohne Unterlass uns befleißigen, und Gott bitten um die Gnade des heiligen Geistes, dass wir je länger je mehr zu dem Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir das Ziel der Vollkommenheit nach diesem Leben erreichen3.
  • 1. Röm. 3, 20. 1 Joh. 1, 9. Ps. 32, 5
  • 2. Matth. 5, 6. Röm. 7, 24
  • 3. 1 Cor. 9, 24. Phil. 3, 12. 13. 14
116
Warum ist den christen das gebet nöthig?

Darum, daß es das fürnehmste stück der danckbarkeit ist, welche GOtt von uns erfordert,1 und daß GOtt seine gnade und heiligen Geist allein denen wil geben, die ihn mit hertzlichem seuftzen ohne unterlaß darum bitten, und ihm dafür dancken.2
  • 1. Psalm. 50, 14. 15
  • 2. Matth. 7, 7. & 13, 12. Luc. 11, 9. 13. Psalm. 50, 15
116
Warum ist den Christen das Gebet nöthig?

Darum, dass es das vornehmste Stück der Dankbarkeit ist, welches Gott von uns fordert1, und dass Gott seine Gnade und heiligen Geist allein Denen will geben, die ihn mit herzlichem Seufzen ohne Unterlass darum bitten und ihm dafür danken2.
  • 1. Ps. 50. 14. 15
  • 2. Matth. 7, 7. Luc. 11, 9. 13. Matth. 13, 12
117
Was gehört zu einem solchen gebet das GOtt gefalle und von ihm erhöret werde?

Daß wir allein den einigen wahren GOtt, der sich uns in seinem wort hat offenbaret,1 um alles das er uns zu bitten befohlen hat,2 von hertzen anrufen,3 unsere noth und elend recht gründlich erkennen,4 uns für dem angesicht seiner majestät zu demüthigen,5 und diesen vesten grund haben,6 daß er unser gebet, unangesehen daß wirs unwürdig seynd, doch um des HErrn Christi willen, gewiß[53]lich wolle erhören,7 wie er uns in seinem wort verheissen hat.8
  • 1. Joh. 4, 22
  • 2. Rom. 8, 26. 1 Joh. 5, 24
  • 3. Joh. 4, 23. 24. Psalm. 145, 18
  • 4. 2 Paral. 20, 12
  • 5. Psalm. 2, 11. 34. 19. Esa. 66, 2
  • 6. Rom. 10, 14. & 8, 15. Jac. 1, 6
  • 7. Joh. 14, 13. 14. & 15, 16. & 16, 23. Dan. 9, 17. 18
  • 8. Matth. 7, 8. Psal. 143, 1
117
Was gehört zu einem solchen Gebet, das Gott gefalle und von ihm erhöret werde?

Dass wir allein den einigen wahren Gott, der sich uns in seinen Wort hat geoffenbaret1, um Alles, [44]das er uns zu bitten befohlen hat2, von Herzen anrufen3; zum andern, dass wir unsere Noth und Elend recht gründlich erkennen4, uns vor dem Angesicht seiner Majestät zu demüthigen5; zum dritten, dass wir diesen festen Grund haben6, dass er unser Gebet, unangesehen, dass wir es unwürdig sind, doch um des Herrn Christi willen gewisslich wolle erhören7, wie er uns in seinem Wort verheißen hat8.
  • 1. Offenb. Joh. 22, 9. Joh. 4, 22
  • 2. Röm. 8, 26. 1 Joh. 5, 14. Jac. 1, 5
  • 3. Joh. 4, 23. 24. Ps. 145, 18
  • 4. 2 Chron. 20, 12
  • 5. Ps. 2, 11 und 34, 19. Jes. 66, 2
  • 6. Röm. 10, 14. Jac. 1, 6
  • 7. Joh. 14, 13 und 16, 23. Dan. 9, 17
  • 8. Matth. 7, 8. Ps. 27, 8
118
Was hat uns GOtt befohlen von ihm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche nothdurfft,1 welche der HErr Christus begriffen hat in dem gebet, das er uns selbst gelehret.
  • 1. Jacob. 1, 17. Matth. 6, 33
118
Was hat uns Gott befohlen von ihm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche Nothdurft1, welche der Herr Christus begriffen hat in dem Gebet, das er uns selbst gelehret.
  • 1. Jac. 1, 17. Matth. 6, 33
119
Wie lautet dasselbige?

Unser1 Vater, der du bist in den himmeln. Geheiliget werde dein nahme. Dein reich komme. Dein will geschehe auf erden wie im himmel. Unser täglich brod gib uns heut Und vergib uns unsere schuld, als wir auch vergeben unsern schuldigern. Und führe uns nicht in versuchung, sondern erlöse uns vom bösen. Dann dein ist das reich, und die krafft, und die herrlichkeit in ewigkeit, Amen.
  • 1. Matth. 6, 9. Luc. 11. 28
119
Wie lautet dasselbige?

Unser Vater, der du bist in den Himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel. Unser täglich Brod gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen1.
  • 1. Matth. 6, 9—13. Luc. 11, 2. 3. 4
120
[54]Warum hat uns Christus befohlen GOtt also anzureden: Unser Vater?

Daß er gleich im anfang unsers gebets in uns erwecke die kindliche furcht und zuversicht gegen GOtt, welche der grund unsers gebets sol seyn: Nemlich, daß GOtt unser Vater durch Christum worden sey, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im glauben bitten, denn unsere väter uns irrdische dinge abschlagen.1
  • 1. Matth. 7, 9. 10. 11. Luc. 11, 11. 12. 13
120
Warum hat uns Christus befohlen, Gott also anzureden: Unser Vater?

Dass er gleich im Anfang unsers Gebets in uns erwecke die kindliche Furcht und Zuversicht gegen Gott, [45]welche der Grund unsers Gebets sein soll: nämlich, dass Gott unser Vater durch Christum worden sei, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im Glauben bitten, denn unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen1.
  • 1. Matth. 7, 9—11. Luc. 11, 11. 12. 13
121
Warum wird hinzu gethan: Der du bist in den himmeln?

Auf daß wir von der himmlischen majestät GOttes nichts irrdisches gedencken,1 und von seiner allmächtigkeit alle nothdurfft leibes und der seelen gewarten.2
  • 1. Jerem. 23 23. 24. Actor. 17, 24. 25. 26. 27
  • 2. Rom. 10, 12
121
Warum wird hinzugethan: Der du bist in den Himmeln?

Auf dass wir von der himmlischen Majestät Gottes nichts Irdisches gedenken1, und von seiner Allmächtigkeit alle Nothdurft Leibes und der Seele gewarten2.
  • 1. Jer. 23, 24. Apost. Gesch. 17, 24. 25. 27
  • 2. Röm. 10, 12
122
Was ist die erste bitt?

Geheiliget werde dein nahme, das ist, gib uns erstlich, daß wir dich recht erkennen,1 und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmächtigkeit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rühmen und preisen.2 Darnach auch, daß wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, daß dein nah[55]me um unsert willen nicht gelästert, sondern geehret und gepriesen werde.3
  • 1. Joh. 17, 3. Jerem. 9, 23. 24. & 31, 33. 34. Matth. 16, 17. Jacob. 1, 5. Psalm. 119, 105
  • 2. Psalm. 119, 137. Luc. 1, 46. Psalm. 145, 8. 9. 17. Exod. 34, 6. 7. Jerem 31, 3. & 32, 18. 19. 40. 41. & 33, 11. 20. Rom. 3, 4. 2 Tim. 2, 19. Matth. 19, 17. Rom. 11, 22
  • 3. Psalm, 71, 8. & 115, 1
122
Was ist die erste Bitte?

Geheiliget werde dein Name; das ist: Gieb uns erstlich, dass wir dich recht erkennen1, und dich in allen deinen Werken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen und preisen2; darnach auch, dass wir unser ganzes Leben Gedanken, Worte und Werke dahin richten, dass dein Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde3.
  • 1. Joh. 17, 3. Jer. 9, 24 und 31, 33. 34. Matth. 16, 17. Jac. 1, 5. Ps. 119, 105
  • 2. Ps. 119, 137. Luc. 1, 46. 47. 68. 69. Röm. 11, 33
  • 3. Ps. 71, 8 und 115, 1
123
Was ist die andere bitt?

Zukomme dein reich, das ist, regiere uns also durch dein wort und Geist, daß wir uns dir je länger je mehr unterwerffen:1 erhalte und mehre deine kirche,2 und zerstöre die wercke des teufels, und allen gewalt, der sich wider dich erhebt, und alle böse rathschläge, die wider dein heiliges wort erdacht werden,3 bis die vollkommenheit deines reichs herzu komme,4 darin du wirst alles in allem seyn.5
  • 1. Matth. 6, 33. Psalm. 119, 5. & 143, 10
  • 2. Psalm. 51, 20. & 122, 6. 1 Joh. 3, 8
  • 3. Rom. 26, 20
  • 4. Apoc. 22, 17. 20. Rom. 8, 22. 23
  • 5. 1 Cor. 15, 28
123
Was ist die andere Bitte?

Zu uns komme dein Reich; das ist: Regiere uns also durch dein Wort und Geist, dass wir uns dir je länger je mehr unterwerfen1; erhalte und [46]mehre deine Kirche2, und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich wider dich erhebt, und alle bösen Rathschläge, die wider dein heiliges Wort erdacht werden3, bis die Vollkommenheit deines Reichs herzu komme4, darin du wirst Alles in Allem sein5.
  • 1. Ps. 143, 10 und 119, 5. Matth. 6, 33
  • 2. Ps. 51, 20 und 122, 6
  • 3. 1 Joh. 3, 8. Röm. 16, 20
  • 4. Offenb. Joh. 22, 20. Röm. 8, 23
  • 5. 1 Cor. 15, 28
124
Was ist die dritte bitt?

Dein will geschehe auf erden wie im himmel, das ist, verleyhe, daß wir und alle menschen unserm eignen willen absagen, und deinem allein guten willen ohne alles widersprechen gehorchen,2 daß also jederman [56]sein amt und beruf so willig und treulich ausrichte,3 wie die engel im himmel.4
  • 1. Matth. 16, 24. Titum 2, 12
  • 2. Lucæ 22, 42
  • 3. 1 Cor. 7, 24
  • 4. Psalm. 103, 20. 21
124
Was ist die dritte Bitte?

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel; das ist: Verleihe, dass wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen1, und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen2, dass also Jedermann sein Amt und Beruf so willig und treulich ausrichte3, wie die Engel im Himmel4.
  • 1. Matth. 16, 24. Tit. 2, 11. 12
  • 2. Luc. 22, 42. Ephes. 5, 10. Röm. 12, 2
  • 3. 1 Cor. 7, 24
  • 4. Ps. 103, 20. 21
125
Was ist die vierte bitt?

Gib uns heut unser täglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblicher nothdurfft versorgen,1 auf daß wir dardurch erkennen, daß du der einige Ursprung alles guten bist,2 und daß ohne deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeyen,3 und wir derhalben unser vertrauen von allen creaturen abziehen, und allein auf dich setzen.4
  • 1. Psal. 104, 27. & 145. 15. Matth. 6, 26
  • 2. Act. 14, 17. & 17, 27
  • 3. 1 Cor. 15, 38. Deut. 8, 3. Psalm. 37, 16. 37
  • 4. Psalm. 25, 23. & 62, 11
125
Was ist die vierte Bitte?

Gieb uns heute unser täglich Brod; das ist: Wollest uns mit aller leiblichen Nothdurft versorgen1, auf dass wir dadurch erkennen, dass du der einige Ursprung alles Guten bist2, und dass ohne deinen Segen weder unsere Sorgen und Arbeit, noch deine Gaben uns gedeihen3, und wir derhalben unser Vertrauen von allen Kreaturen abziehen und allein auf dich setzen4.
  • 1. Ps. 145, 15. 16 und 104, 27. Matth. 6, 26
  • 2. Jac. 1, 17. Apost. Gesch. 14, 17 und 17, 27
  • 3. 1 Cor. 15, 58. 5 B. Mos. 8, 3. Ps. 37, 16 und 127, 1. 2
  • 4. Ps. 55, 23. 62, 11 und 146, 3. Jer. 17, 5. 7
126
Was ist die fünfte bitt?

Vergib uns unsere schuld, als wir auch vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, auch das böse, so uns noch immerdar anhänget, um des bluts Christi willen nicht zurechnen,1 wie auch wir diß zeugniß deiner gnad in uns befinden, daß unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zu verzeihen.2
  • 1. Psal. 51, 1. & 143, 2, 1 Joh. 2, 1
  • 2. Matth. 6, 14. 15
126
[47]Was ist die fünfte Bitte?

Vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern; das ist: Wollest uns armen Sündern alle unsere Missethaten, auch das Böse, so uns noch immerdar anhänget, um des Blutes Christi willen nicht zurechnen1, wie auch wir das Zeugnis deiner Gnade in uns befinden, dass unser ganzer Vorsatz ist, unserm Nächsten von Herzen zu verzeihen2.
  • 1. Ps. 51, 3. 4 u. 143, 2. 1 Joh. 2, 1. Röm. 8, 1
  • 2. Matth. 6, 14
127
Was ist die sechste bitt?

Und führe uns nicht in versuchung, [57]sondern erlöse uns vom bösen, das ist, dieweil wir aus uns selbst so schwach seyn, daß wir nicht einen augenblick bestehen können,1 und darzu unsere abgesagte feinde, der teufel,2 die welt,3 und unser eigen fleisch,4 nicht aufhören uns anzufechten: So wollest du uns erhalten und stärcken durch die kraft deines heiligen Geistes, auf daß wir ihnen mögen vesten widerstand thun, nur in diesem geistlichen streit nicht unten liegen,5 bis daß wir endlich den sieg vollkömmlich behalten.6
  • 1. Joh. 15, 5. Psal. 103, 14
  • 2. 1 Pet. 1, 5. 8. Eph. 6, 12
  • 3. Joh. 15, 19
  • 4. Rom. 7, 23. Gal. 5, 17
  • 5. Matth. 26, 41. Marc. 13, 33
  • 6. 1 Thess. 3, 13. & 5, 23
127
Was ist die sechste Bitte?

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen; das ist: Dieweil wir aus uns selbst so schwach sind, dass wir nicht einen Augenblick bestehen können1, und dazu unsere abgesagten Feinde, der Teufel2, die Welt3, und unser eigen Fleisch4, nicht aufhören uns anzufechten: so wollest du uns erhalten und stärken durch die Kraft deines heiligen Geistes, auf dass wir ihnen mögen festen Widerstand thun und in diesem geistlichen Streit nicht unterliegen5, bis dass wir endlich den Sieg vollkömmlich behalten6.
  • 1. Joh. 15, 5. Ps. 103, 14
  • 2. 1 Petr. 5, 8. Ephes. 6, 12
  • 3. Joh. 15, 19
  • 4. Röm. 7, 23. Gal. 5, 17
  • 5. Matth. 26, 41. Marc. 13, 33
  • 6. 1 Thess. 5, 23
128
Wie beschleußt du diß gebet?

Denn dein ist das reich, die kraft, und die herrlichkeit, in ewigkeit, das ist, solches alles bitten wir darum von dir, daß du als unser könig, und aller ding mächtig, uns alles guts geben wilst und kanst,1 und daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger nahme ewig sol gepriesen werden.2
  • 1. Rom. 10, 11. 12. 2 Petr. 2, 9
  • 2. Ioh. 14, 13 Psalm. 115, 1. Ierem. 33, 8. 9
128
Wie beschließest du dieses Gebet?

Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit; das ist: Solches bitten wir Alles darum von dir, dass [48]du als unser König und aller Dinge mächtig, uns alles Gute geben willst und kannst1, und dass dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden2.
  • 1. Röm. 10, 12. 2 Petr. 2, 9
  • 2. Joh. 14, 13. Jer. 33, 8, 9. Ps. 115, 1
129
Was heißt das wörtlein, Amen?

Amen heißt, das sol wahr und gewiß seyn. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen fühle, daß ich solches von ihm begehre.1
  • 1. 2 Cor. 1, 20. 2 Tim. 2, 13
129
Was heißt das Wörtlein Amen?

Amen heißt: Das soll wahr und gewiss sein; denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, als ich in meinem Herzen fühle, dass ich solches von ihm begehre1.
  • 1. 2 Cor. 1, 20. 2 Tim. 2, 13. Ephes. 3, 20. 21