Heidelberg Catechism

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Catechismus 1st ed. 1563 (Heidelberg: Mayer) German
Heidelberger Katechismus Revidierte Ausgabe 1997 (Reformierter Bund) German
1. Sonntag
1
[12]Waß ist dein einiger trost in leben und in sterben?

Daß ich mit Leib und Seela, beyde in leben und in sterbenb, nit mein, sonder meines getrewen Heylands Jesu Christi eigen binc, der mit seinem thewern blut, für alle meine sünden volkomlich bezalet, und mich auß allem gewalt des Teufels erlöst hatd, und also bewarete, daß ohne den willen meines Vaters im himel kein haar von meinem haupt kan [13]fallena, ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen mußb, darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichertc, und jm forthin zuleben von hertzen willig und bereit machtd.
  • a. 1. Cor. 6
  • b. Rom. 14
  • c. 1. Cor. 3
  • d. Ioan. 1
  • e. 1. Ioha. 3. 1. Pet. 1. Ioan. 6
  • a. Matt. 10. Luc. 21
  • b. Rom. 8
  • c. 2. Cor. 1. Ephes. 1. Rom. 8
  • d. Rom. 8
1
[7]Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir,1 sondern meinem getreuen Heiland2 Jesus Christus gehöre.3
Er hat mit seinem teuren Blut4 für alle meine Sünden vollkommen bezahlt5 und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;6 und er bewahrt mich so,7 daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel8 kein Haar von meinem Haupt kann fallen,9 ja, daß mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß.10
Darum macht er mich auch11 durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiß12 und von Herzen willig und bereit,13 ihm forthin zu leben.
  • 1. Röm 14, 8
  • 2. 1. Kor 6, 19
  • 3. 1. Kor 3, 23
  • 4. 1. Petr 1, 18.19
  • 5. 1. Joh 1, 7; 2, 2
  • 6. 1. Joh 3, 8
  • 7. Joh 6, 39
  • 8. Mt 10, 29-31
  • 9. Lk 21, 18
  • 10. Röm 8, 28
  • 11. 2. Kor 1, 21.22
  • 12. Eph 1, 13.14
  • 13. Röm 8, 15.16
2
Wieuil stück seind dir nötig zu wissen, daß du in diesem trost seliglich leben und sterben mögest?

Drey stücke. Erstlich wie groß meine sünde und elend seyenf. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werdeg. Und zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung soll danckbar seinh.
  • e. Luc. 24. 1. Cor. 6. Tit. 3
  • f. Iohan. 9. Iohan. 15
  • g. Ioan. 17
  • h. Ephes. 5
2
[9]Was mußt du wissen, damit du in diesem Trost selig leben und sterben kannst?1

Erstens: Wie groß meine Sünde und Elend ist.2
Zweitens: Wie ich von allen meinen Sünden und Elend3 erlöst werde.
Drittens: Wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein.4
  • 1. Lk 24, 46.47; 1. Kor 6, 11
  • 2. Tit 3, 3-7; Joh 9, 41; 15, 22
  • 3. Joh 17, 3
  • 4. Eph 5, 8-11; 1. Petr 2, 9-12; Röm 6, 11-14
DER ERSTE TEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
Der erste Teil. Von des Menschen Elend
2. Sonntag
3
Woher erkennestu dein elendt?

[14]Auß dem gesetz Gottesa.
  • a. Rom. 3
3
[10]Woher erkennst du dein Elend?

Aus dem Gesetz Gottes.1
  • 1. Röm 3, 20
4
Waß erfordert denn das Göttlich gesetz von uns?

Diß lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22. Du solt lieben Gott deinen Herrn, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und allen krefften, diß ist das fürnembste und das gröste gebot, Daß ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen gebotten hanget daß gantze gesetz und die Propheten.
4
Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?

Dies lehrt uns Christus mit folgenden Worten:
»Du sollst den HERRN, deinen Gott,1 lieben von ganzem Herzen,2 von ganzer Seele3 und von ganzem Gemüt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.«
  • 1. Mt 22, 37-40
  • 2. Mk 12, 30.31
  • 3. Lk 10, 27
5
Kanstu diß alles volkömlich halten?

Neinb, denn ich bin von Natur geneigt Gott und meinen nechsten zuhassenc.
  • b. Rom. 3. 1. Ioan. 1
  • c. Rom. 8. Ephes. 2
5
[11]Kannst du das alles vollkommen halten?

Nein, denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen.1
  • 1. Röm 3, 10-12.23; 1. Joh 1, 8.10; Röm 8, 7; Eph 2, 3
3. Sonntag
6
[15]Hat denn Gott den menschen also böß und verkert erschaffen?

Neina: sonder Gott hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffenb, das ist, in warhafftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auff dz er Gott seinen schöpffer recht erkennte, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit jm lebte, jn zu loben und zu preisenc.
  • a. Gen. 1
  • b. Gen. 1
  • c. 2. Cor. 3. Coloss. 3. Ephes. 4
6
Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein.1 Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet:2 wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen.3
  • 1. 1. Mose 1, 31
  • 2. 1. Mose 1, 26.27
  • 3. 2. Kor, 3, 18; Kol 3, 10; Eph 4, 24
7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?

Auß dem fall und ungehorsam unser ersten Eltern Adams und Euen im Paradeisd, da unser Natur also vergifftet worden, daß wir alle in sünden empfangen und geboren werdene.
  • d. Gen. 3. Rom. 5
  • e. Psal. 51
7
Woher kommt denn diese böse und verkehrte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva1 im Paradies.2 Da ist unsere Natur so vergiftet worden, daß wir alle von Anfang an Sünder sind.3
  • 1. 1. Mose 3
  • 2. Röm 5, 12.18.19
  • 3. Ps 51, 7
8
Sind wir aber dermassen verderbt, dz wir [16]gantz und gar untüchtig seind zu einigem guten, und geneigt zu allem bösen?

Ja.a Es sey denn, daß wir durch den Geist Gottes wider geboren werden.
  • a. Ioan. 3. Iob. 15. Iob. 14. Habac. 53
8
[12]Sind wir aber so böse und verkehrt, daß wir ganz und gar unfähig sind zu irgendeinem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja, es sei denn, daß wir durch den Geist Gottes1 wiedergeboren werden.2
  • 1. Joh 3, 6; 1.Mose 6, 5; Hiob 14, 4; 15, 14; 16, 35; Jes 53, 6
  • 2. Joh 3, 5
4. Sonntag
9
Thut denn Gott dem menschen nit unrecht, daß er in seinem gesetz von jm fordert das er nicht kan thun?

Nein.b Denn Gott hat den menschen also erschaffen, daß er es kondte thun, der mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, auß anstifftung des Teufels, durch mutwilligen ungehorsam, derselbigen gaben beraubt.
  • b. Ephes. 4
9
Tut denn Gott dem Menschen nicht Unrecht, wenn er in seinem Gesetz etwas fordert, was der Mensch nicht tun kann?

Nein,1 sondern Gott hat den Menschen so erschaffen, daß er es tun konnte. Der Mensch aber, vom Teufel angestiftet,2 hat sich und alle seine Nachkommen durch mutwilligen Ungehorsam der Gabe Gottes beraubt.
  • 1. Eph 4, 24
  • 2. Röm 5, 12
10
Wil Gott solchen ungehorsam und abfall ungestrafft lassen hingehen?

Mit nichten:c sonder er zörnet schrecklich, beyde uber angeborne und würck[17]liche sünden, und wil sie auß gerechtem urtheil zeitlich und ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, daß geschriben steht in dem buch des gesetzes, daß ers thuea.
  • c. Rom. 5. Heb. 9
  • a. Deu. 27. Gal. 3
10
[13]Will Gott diesen Ungehorsam ungestraft lassen?

Nein,1 sondern er zürnt schrecklich über die sündige Art des Menschen und seine sündigen Taten. Beides will er nach seinem gerechten Urteil schon jetzt und ewig strafen, wie er gesprochen hat:
»Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes,2 daß er’s tue!«3
  • 1. Röm 5, 12; Hebr 9, 27
  • 2. 5. Mose 27, 26
  • 3. Gal 3, 10
11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?

Gott ist wol barmhertzigb, er ist aber auch gerechtc, derhalben seine gerechtigkeit erfordert, daß die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straff an leib und seel gestrafft werde.
  • b. Exo. 34
  • c. Exo. 20. Psal. 5. 2. Cor. 6
11
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig,1 er ist aber auch gerecht.2 Deshalb fordert seine Gerechtigkeit, daß die Sünde, die Gottes Ehre und Hoheit antastet, mit der höchsten, nämlich der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft wird.
  • 1. 2. Mose 34, 6 – 7
  • 2. 2. Mose 20, 5; Ps 5, 5.6; 2. Kor. 6, 14-16
DER ANDER TEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
Der zweite Teil. Von des Menschen Erlösung
5. Sonntag
12
[18]Dieweil wir denn nach dem gerechten urtheil Gottes zeitliche und ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, und widerumb zu genaden kommen?

Gott wil daß seiner gerechtigkeit genug geschehea, derwegen müssen wir derselben entweder durch uns selbst, oder durch einen andern volkomene bezalung thun.
  • a. Exo. 20. et 23. Num. 23
12
[14]Wenn wir also nach dem gerechten Urteil Gottes schon jetzt und ewig Strafe verdient haben, wie können wir dieser Strafe entgehen und wieder Gottes Gnade erlangen?

Gott will zu seinem Recht kommen,1 darum müssen wir für unsere Schuld entweder selbst oder durch einen anderen2 vollkommen bezahlen.
  • 1. 2. Mose 20, 5; 23, 7
  • 2. Röm 8, 3.4
13
Können wir aber durch uns selbst bezalung thun?

Mit nichten, sondern wir machen auch die schuldt noch teglich grösserb.
  • b. Iob. 15. et 9. Matt. 6
13
Können wir aber selbst für unsere Schuld bezahlen?

Nein,1 sondern wir machen sogar die Schuld noch täglich größer.
  • 1. Hiob 9, 2.3; 15, 15.16; Mt 6,12
14
Kan aber jrgend eine blosse creatur für uns bezalen?

Keinec, denn erstlich wil Gott an [19]keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch keine blosse Creatur den laßt des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, und andere daruon erlösena.
  • c. Heb. 2
  • a. Psal. 130
14
[15]Kann aber irgendein Geschöpf für uns bezahlen?

Nein, denn erstens will Gott an keinem anderen Geschöpf strafen,1 was der Mensch verschuldet hat. Zweitens kann kein Geschöpf die Last des ewigen Zornes Gottes gegen die Sünde ertragen und andere davon erlösen.2
  • 1. Hebr 2, 14-18
  • 2. Ps 130, 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen,b der ein warer, und gerechter mensch, und doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.
  • b. Esai. 7. Matth. 1. Iere. 33
15
Was für einen Mittler und Erlöser müssen wir denn suchen?

Einen solchen, der ein wahrer und gerechter Mensch1 und doch stärker als alle Geschöpfe, also auch wahrer Gott ist.2
  • 1. 1. Kor 15, 21-22.25-26; Jer 33, 16; Jes 53, 11; 2. Kor 5, 21; Hebr 7,15–17
  • 2. Jes 7, 14; Röm 9, 5; Jer 23, 6
6. Sonntag
16
Warumb muß er ein warer und gerechter mensch sein?

Darumb, daß die gerechtigkeit Gottes erfordertc, daß die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale, und aber einer, der selbst ein sünder wehr, nicht köndte für andere bezalend.
  • c. Rom. 1. Esai. 53
  • d. 1. Pet. 3
16
Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Die Sünde wird von den Menschen begangen,1 darum verlangt Gottes Gerechtigkeit, daß ein Mensch für die Sünde bezahlt; wer aber selbst ein Sünder ist, kann nicht für andere bezahlen.2
  • 1. Röm 5, 12.15
  • 2. 1. Petr. 3, 18; Jes 53, 3-5
17
[20]Warumb muß er zugleich warer Gott sein?

Daß er auß krafft seiner Gottheita, den last des zorns Gottes, an seiner menschheit ertragen, und uns die gerechtigkeit, und das leben erwerben, und widergeben möchteb.
  • a. Esai. 53
  • b. Iere. 33. Iohan. 1
17
[16]Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?

Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist,1 kann ein Mensch2 die Last des Zornes Gottes ertragen3 und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.4
  • 1. Jes 53,8
  • 2. Apg 2, 24
  • 3. 1. Petr 3, 18
  • 4. Joh 3, 16; Apg 20, 28; 1. Joh 1, 2
18
Wer ist aber derselbe mittler, der zugleich warer Gott, und ein warer gerechter mensch ist?

Unser Herr Jesus Christusc, der uns zur volkomenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt istd.
  • c. Matth. 1. Rom. 1. 1. Tim. 3
  • d. Luc. 2. 1. Cor. 1
18
Wer ist denn dieser Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?

Unser Herr Jesus Christus, der uns1 zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist.2
  • 1. Mt 1, 23; Lk 2, 11; 1. Tim 3, 16
  • 2. 1. Kor 1, 30
19
Woher weistu das?

Auß dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeise hat offenbaret: folgends durch die hei[21]lige Ertzuettera und Propheten lassen verkündigen, und durch die opffer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildetb. Entlich aber durch seinen eingeliebten Son erfülletc.
  • e. Gen. 3
  • a. Gen. 22. Rom. 1. Hebr. 1
  • b. Iohan. 5. Hebr. 10
  • c. Rom. 10. Gala. 4
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelium. Gott selbst hat es zuerst im Paradies offenbart,1 dann durch die heiligen Erzväter und Propheten2 verkündigen lassen und durch die Opfer und andere Bräuche des Gesetzes3 vorgebildet, zuletzt aber durch seinen einzig geliebten Sohn erfüllt.4
  • 1. 1. Mose 3, 15
  • 2. 1. Mose 22,18; 49, 10.11.; Röm 1, 2; Hebr 1,1; Apg 3, 22 – 24; 10, 43
  • 3. Joh 5, 46; Hebr 10, 7
  • 4. Röm 10, 4; Gal 4, 4.5
7. Sonntag
20
Werden denn alle menschen widerumb durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Neind, sonder allein die jenigen, die durch waren glauben jm werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annemen.
  • d. Iohan. 3. Esai. 53. Psalm. 2. Rom. 11. Hebr. 10
20
[17]Werden denn alle Menschen wieder durch Christus gerettet, so wie sie durch Adam verloren gegangen sind?

Nein, sondern nur diejenigen, die durch wahren Glauben seinem Leib als Glieder eingefügt werden und alle seine Wohltaten annehmen.1
  • 1. Joh 1, 12.13; Jes 53, 11; Ps 2, 12; Röm 11, 20; Hebr 4, 2-3; 10, 39
21
Waß ist warer glaube?

Es ist nicht allein ein gewisse erkantnuße, dardurch ich alles für war halte, was uns Gott in seinem wort hat offenbaretf, sondern auch ein hertzliches vertraweng, welches der heilige Geisth durchs Euangelium in mir wircketi, daß nicht allein andern, sondern [22]auch mir vergebung der sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von Gott geschenckt sey, auß lauter gnaden, allein umb des verdiensts Christi willena.
  • e. Heb. 11. Iacob. 2
  • f. Heb. 11. Ephes. 3
  • g. 1. Cor. 4
  • h. Rom. 1
  • i. Galat. 2
  • a. Ephes. 2
21
Was ist wahrer Glaube?

Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis, durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat,1 sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durchs Evangelium in mir wirkt,2 daß nicht allein anderen, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt ist,3 aus lauter Gnade,4 allein um des Verdienstes Christi willen.5
  • 1. Jak 1, 6
  • 2. Röm 4, 16-18; 5, 1; 2. Kor 4, 13; Eph 2, 8; Mt 16, 17; Phil 1, 19-20; Röm 1, 16; 10, 17
  • 3. Hebr 11,1-2; Röm 1,17
  • 4. Eph 2, 7-9
  • 5. Röm 3,24-25; Gal 2,16
22
Waß ist aber einem Christen noth zuglauben?

Alles was uns im Euangelio verheissen wirdb, welchs uns die Artickel unsers algemeinen ungezweiffelten Christlichen Glaubens in einer summa lehren.
  • b. Ioan. 20
22
[18]Was ist für einen Christen notwendig zu glauben?

Alles, was uns im Evangelium zugesagt wird,1 wie es uns unser allgemeines, wahrhaftiges, christliches Glaubensbekenntnis zusammengefaßt lehrt.
  • 1. Joh 20, 31; Mt 28, 20
23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott, Vater den almechtigen, Schöpffer himmels und der erden. [23]Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Son, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen, gelitten unter Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage wider aufferstanden von den todten, auffgefahren gen Himmel, sitzet zu der rechten Gottes des almechtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zurichten die lebendigen und die todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige algemeine Christliche Kirche, die ge[24]meinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches, und ein ewiges leben.
23
Wie lautet dieses Glaubensbekenntnis?

Ökumenische Fassung:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. [19]Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige allgemeine christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Die Erklärungen des Heidelberger Katechismus folgen einer älteren Fassung des Glaubensbekenntnisses:
Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. [20]Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
8. Sonntag
24
Wie werden die Artickel abgeteilt?

In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vater, und unser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, und unser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, und unser Heiligung.
24
Wie wird das Glaubensbekenntnis eingeteilt?

In drei Teile:
der erste handelt von Gott dem Vater und unserer Erschaffung;
der zweite von Gott dem Sohn und unserer Erlösung;
der dritte von Gott dem Heiligen Geist und unserer Heiligung.
25
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ista: warumb nennestu drey, den Vater, Son und heiligen Geist?

Darumb daß sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hatb, daß diese drey underschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
  • a. Deut. 6
  • b. Psal. 33. Matt. 3. Matt. 28. 1. Ioan. 5
25
Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist,1 wo doch Gott nur einer ist?

Weil Gott sich in seinem Wort so offenbart hat,2 daß diese drei Personen unterschieden3 und doch der eine, wahre und ewige Gott sind.4
  • 1. 5. Mose 6, 4
  • 2. Jes 61,1; Ps 110, 1
  • 3. Mt 3, 16-17; 28, 19
  • 4. 1. Joh 5, 7
9. Sonntag
26
[25]Waß glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vater, den almechtigen, Schöpffer Himels und der Erden?

Daß der ewig Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himel und Erden sampt allem was drinnen ist, auß nichts erschaffena, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen rhat und fürsehung erhelt und regieretb: umb seines Sons Christi willen mein Gott und mein Vater seyc, auff welchen ich also vertrawe, daß ich nit zweifel, er werde mich mit aller notturfft leibs und der seelen versorgend, auch alles ubel, so er mir in diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wendene: dieweil ers thun kan, als ein almechtiger Gottf: und auch thun wil als ein getrewer Vaterg.
  • a. Gen. 1. Psal. 33
  • b. Psa. 146. Matt. 10. Heb. 1
  • c. Ioan. 1. Rom. 8. Gal. 5. Ephes. 1
  • d. Psal. 54. Matt. 6. Luc. 12
  • e. Rom. 8
  • f. Rom. 10
  • g. Matt. 6
26
[21]Was glaubst du, wenn du sprichst: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde«?

Ich glaube, daß der ewige Vater unsers Herrn Jesus Christus um seines Sohnes willen1 mein Gott und mein Vater ist.2 Er hat Himmel und Erde mit allem, was darin ist, aus nichts erschaffen3 und erhält und regiert sie noch immer durch seinen ewigen Rat und seine Vorsehung.4 Auf ihn vertraue ich und zweifle nicht, daß er mich mit allem versorgt,5 was ich für Leib und Seele nötig habe, und auch alle Lasten, die er mir in diesem Leben auferlegt, mir zum Besten wendet.6 Er kann es tun als ein allmächtiger Gott7 und will es auch tun als ein getreuer Vater.8
  • 1. Gal 4, 5-7; Eph 1, 5
  • 2. Joh 1, 12; Röm 8, 15
  • 3. 1. Mose 1; Ps 33, 6
  • 4. Ps 104, 2-5; Mt 10, 29-30; Hebr 1, 3; Ps 115, 3
  • 5. Ps 55, 23; Mt 6, 25-26; Lk 12, 22-24
  • 6. Röm 8, 28
  • 7. Röm 10, 12
  • 8. Mt 6, 26; 7, 9-11
10. Sonntag
27
[26]Waß verstehestu durch die fürsehung Gottes?

Die almechtige und gegenwertige krafft Gottesa, durch welche er himel und erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erheltb, und also regiert, daß laub und graß, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jar, essen und trinckenc, gesundheit und kranckheitd, reichthumb und armuthe, und alles, nicht ohne gefehr, sonder von seiner väterlichen hand uns zukomme.
  • a. Act. 17
  • b. Hebr. 1
  • c. Iere. 5. Act. 14
  • d. Iohan. 9
  • e. Prou. 22
27
[22]Was verstehst du unter der Vorsehung Gottes?1

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes, durch die er Himmel und Erde mit allen Geschöpfen2 wie durch seine Hand noch erhält und so regiert, daß Laub und Gras, Regen und Dürre,3 fruchtbare und unfruchtbare Jahre,4 Essen und Trinken,5 Gesundheit und Krankheit, Reichtum und Armut und alles andere uns nicht durch Zufall, sondern aus seiner väterlichen Hand zukommt.
  • 1. Apg 17, 25-28
  • 2. Hebr 1, 2-3
  • 3. Jer 5, 24; Apg 14, 17
  • 4. Joh 9, 3
  • 5. Spr 22, 2
28
Waß für nutz bekommen wir auß erkantnuß der schöpffung und fürsehung Gottes?

Daß wir in aller widerwertigkeit gedultigf, in glückseligkeit danckbarg, und auffs zukünfftig guter zuuersicht zu unserm getrewen Gott und Vater sein sol[27]len, das uns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirda, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, daß sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen könnenb.
  • f. Rom. 5. Iacob. 1. Iob. 1
  • g. Deut. 8. 1. Thess. 5
  • a. Rom. 5
  • b. Iob. 1. Rom. 8. Act. 17. Prou. 21
28
Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Gott will damit, daß wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar1 und auf die Zukunft hin voller Vertrauen zu unserem treuen Gott und Vater sind, daß uns nichts [23]von seiner Liebe scheiden wird,2 weil alle Geschöpfe so in seiner Hand sind, daß sie sich ohne seinen Willen weder regen noch bewegen können.3
  • 1. Röm 5, 3; Jak 1, 3; Hiob 1, 21; 5. Mose 8, 10; 1. Thess 5, 18
  • 2. Röm 8, 38-39
  • 3. Hiob 1, 12; Apg 17, 25-28; Spr 21, 1
11. Sonntag
29
Warumb wird der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genant?

Darumb das er uns selig macht von unsern sündenc, und das bey keinem andern einige seligkeit zusuchen noch zufinden istd.
  • c. Matt. 1
  • d. Act. 4
29
Warum wird der Sohn Gottes Jesus, daß heißt »Heiland«, genannt?

Weil er uns heilt von unseren Sünden,1 und weil bei keinem anderen ein solches Heil2 zu suchen noch zu finden ist.
  • 1. Mt 1, 21; Hebr 7, 25
  • 2. Apg 4, 12
30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die jre seligkeit und heil bey heiligen, bey jnen selbst, oder anderstwo suchen?

Neine: sondern sie verleugnen mit der that den einigen seligmacher und Heilandt Jesum, ob sie sich sein gleich rhümen. Den entweder Jesus nicht ein [28]volkommener Heiland sein muß: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in jm haben, daß zu jrer seligkeit vonnöten ista.
  • e. 1. Cor. 1
  • a. Esai. 9
30
Glauben denn auch die an den einzigen Heiland Jesus, die Heil und Seligkeit bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen?

Nein. Sie rühmen sich zwar seiner mit Worten,1 verleugnen ihn aber mit der Tat. Denn entweder ist Jesus [24]kein vollkommener Heiland, oder er ist denen, die ihn mit wahrem Glauben annehmen, alles, was zu ihrer Seligkeit nötig ist.2
  • 1. 1. Kor 1, 13.30-31; Gal 5, 4
  • 2. Jes 9, 5; Kol 1, 19-20; 2, 10; Joh 1, 16
12. Sonntag
31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genant?

Daß er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geistb gesalbet ist, zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen rhat und willen Gottes von unser erlösung volkomlich offenbaretc, und zu unserem einigen hohen Priester, der uns mit dem einigen Opffer seines Leibs erlöset hat, und jmerdar mit seiner fürbitt für dem Vatter vertritd. Und zu unserem ewigen König, der uns mit seinem wort und Geist regierte, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhelt.
  • b. Hebr. 1
  • c. Psal. 110. Heb. 7. Rom. 8
  • d. Psal. 2. Luc. 1
  • e. Rom. 5. Matt. 28
31
Warum wird er Christus, das heißt »Gesalbter« genannt?

Er ist von Gott dem Vater eingesetzt und mit dem Heiligen Geist gesalbt1 zu unserem obersten Propheten und Lehrer,2 der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von unserer Erlösung vollkommen offenbart;3 und zu unserem einzigen Hohenpriester, der uns mit dem einmaligen Opfer seines Leibes4 erlöst hat und uns alle Zeit mit seiner Fürbitte5 vor dem Vater vertritt; und zu unserem ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regiert und bei der erworbenen Erlösung6 schützt und erhält.
  • 1. Hebr 1, 9
  • 2. 5. Mose 18, 15; Apg 3, 22
  • 3. Joh 1, 18; 15, 15
  • 4. Ps 110, 4; Hebr 7, 21
  • 5. Röm 8, 34; 5, 9-10
  • 6. Ps 2, 6; Lk 1, 33; Mt 28, 18
32
Warumb wirst aber du ein Christ genent?

[29]Daß ich durch den glauben ein glied Christia, und also seiner salbung theilhafftig binb, auff daß auch ich seinen Namen bekennec, mich jm zu einem lebendigen danckopffer darstelled, und mit freyem gewissen in diesem leben wider die sünde und Teufel streite, und her nach in ewigkeit mit jm uber alle Creaturen hersche.
  • a. Act. 11. 1. Ioan. 2
  • b. Act. 2. Ioel 2. Marc. 8
  • c. Rom. 12. Apoc. 5
  • d. Rom. 6. Apoc. 1
32
[25]Warum wirst aber du ein Christ genannt?

Weil ich durch den Glauben ein Glied Christi bin1 und dadurch an seiner Salbung Anteil habe,2 damit auch ich seinen Namen bekenne,3 mich ihm4 zu einem lebendigen Dankopfer hingebe5 und mit freiem Gewissen in diesem Leben gegen die Sünde und den Teufel streite6 und hernach in Ewigkeit mit ihm über alle Geschöpfe herrsche.7
  • 1. Apg 2, 17; 11, 26; 1. Joh 2, 27
  • 2. Joel 3, 1
  • 3. Mk 8, 38
  • 4. Röm 12, 1; Offb 5, 8.10
  • 5. 1. Petr 2, 9; Offb 1, 6
  • 6. 1. Tim 1, 18.19
  • 7. 2. Tim 2, 12
13. Sonntag
33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?

Darumb das Christus allein der ewig natürlich Son Gottes iste, wir aber umb seinet willen auß gnaden zu kindern Gottes angenommen sindf.
  • e. Ioha. 1. Heb. 1
  • f. Rom. 8. Ephes. 1
33
Warum heißt Jesus Christus »Gottes eingeborener Sohn«, da doch auch wir Kinder Gottes sind?

Christus allein ist von Ewigkeit her1 seinem Wesen nach der Sohn Gottes. Wir aber sind um seinetwillen aus Gnade2 als Kinder Gottes angenommen.3
  • 1. Joh 1, 14.18; Hebr 1, 2
  • 2. Röm 8, 15-17
  • 3. Eph 1, 5-6
34
Warumb nennestu jn unsern Herrn?

Daß er uns mit leib und seel von der [30]sünden und auß allem gewalt des Teufels, nicht mit golt oder silber, sondern mit seinem thewern Blut, jhm zum eigenthumb erlöset und erkaufft hata.
  • a. 1. Pet. 1. 1. Cor. 6. 1. Pet. 2
34
[26]Warum nennst du ihn »unseren Herrn«?

Er hat uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels sich zum Eigentum erlöst und erkauft,1 nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut, indem er sein Leben für uns gab.
  • 1. 1. Petr 1, 18-19; 2, 9; 1. Kor 6, 20; 7, 23
14. Sonntag
35
Was heist, das er empfangen ist von dem heiligen Geist, geborn auß Maria der Jungfrawen?

Das der ewige Son Gottes, der warer und ewiger Gott istb, und bleibetc, ware menschliche natur, auß dem fleisch und blut der Jungfrawen Mariad, durch würckung des heiligen Geists an sich genommen hate, auff daß er auch der ware samen Dauids seyf, seinen Brüdern in allem gleichg, außgenommen die sündeh.
  • b. Ioan. 1. Rom. 1
  • c. Rom. 9
  • d. Iohan. 1
  • e. Matt. 1. Luc. 1. Ephes. 1
  • f. Psal. 132. Rom. 1
  • g. Phil. 2
  • h. Hebr. 4
35
Was bedeutet: »Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria«?

Der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist und bleibt,1 hat durch Wirkung des Heiligen Geistes2 wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria3 angenommen, so daß er auch der wahre Nachkomme Davids ist,4 seinen Schwestern und Brüdern in allem gleich, doch ohne Sünde.
  • 1. Joh 1,1; Röm 1, 3-4; 9, 5
  • 2. Mt 1, 18-20; Lk 1, 35
  • 3. Gal 4, 4; Joh 1, 14
  • 4. Ps 132, 11; Röm 1, 3; Phil 2, 7; Hebr 4, 15
36
Waß nutz bekomestu auß der heiligen empfengnuß Christi?

Daß er mit seiner unschuldt und [31]volkommenen heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangena, für Gottes angesicht bedecket.
  • a. Psal. 32. 1. Cor. 1
36
[27]Was nützt es dir, daß er durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren ist?

Er ist unser Mittler,1 und er bedeckt vor Gottes Angesicht2 mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, in der ich immer schon lebe.
  • 1. Hebr 2, 16-17
  • 2. Ps 32, 1-2; 1. Kor 1, 30
15. Sonntag
37
Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?

Daß er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hatb, auff daß er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sünopfferc, unser leib und seel von der ewigen verdamnuß erlösete, und uns Gottes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben ewürbe.
  • b. 1. Pet. 2. Isai. 53
  • c. 1. Ioan. 2. 1. Ioan. 4. Rom. 3
37
Was verstehst du unter dem Wort »gelitten«?

Jesus Christus hat an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, besonders aber an dessen Ende, den Zorn Gottes über die Sünde des ganzen1 Menschengeschlechts getragen. Mit seinem Leiden2 als dem einmaligen Sühnopfer hat er unseren Leib und unsere Seele von der ewigen Verdammnis erlöst und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erworben.
  • 1. 1. Petr 2, 24
  • 2. Jes 53, 12; 1. Joh 2, 2; 4, 10; Röm 3, 25-26
38
Warumb hat er under dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auff daß er unschuldig under dem weltlichen Richter verdammet würdedd, und uns damit von dem strengen [32]urtheil Gottes, daß uber uns gehen solte, erledigtea.
  • d. Luc. 23. Ioan. 19
  • a. Psal. 69. Esai. 53. 2. Cor. 5. Galat. 3
38
[28]Warum hat er unter dem Richter Pontius Pilatus gelitten?

Er wurde unschuldig1 vom weltlichen Richter verurteilt2 und hat uns dadurch von Gottes strengem Urteil, das über uns ergehen sollte,3 befreit.4
  • 1. Apg 4, 27-28
  • 2. Lk 23, 13-15; Joh 19,4
  • 3. Ps 69, 5; Jes 53, 4-5
  • 4. 2. Kor 5, 1; Gal 3, 13
39
Ist es etwas mehr, daß er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern todes gestorben were?

Ja, Denn dardurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeiung die auff mir lage, auff sich geladen habeb. Dieweil der todt des Creutzes von Gott verflucht warc.
  • b. Galat. 3
  • c. Deut. 21. Galat. 3
39
Bedeutet sein Tod am Kreuz mehr, als wenn er eines anderen Todes gestorben wäre?

Ja, denn dadurch bin ich gewiß, daß er den Fluch, der auf mir lag, auf sich genommen hat,1 weil der Tod am Kreuz von Gott verflucht war.2
  • 1. Gal 3, 13-14
  • 2. 5. Mose 21, 23
16. Sonntag
40
Warumb hat Christus den todt müssen leiden?

Darumb, daß von wegen der gerechtigkeit und warheitd Gottes nicht anderst für unsere sünden möchte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottese.
  • d. Gen. 2
  • e. Heb. 2
40
Warum hat Christus den Tod erleiden müssen?

Um der Gerechtigkeit1 und Wahrheit Gottes willen konnte für unsere Sünde nicht anders bezahlt werden als durch den Tod des Sohnes Gottes.2
  • 1. 1. Mose 2, 17
  • 2. Hebr 2, 9.14-15
41
Warumb ist er begraben worden?

[33]Damit zubezeugen, das er warhafftig gestorben seya.
  • a. Mat. 27. Luc. 23. Iohan. 19. Act. 13
41
[29]Warum ist er begraben worden?

Damit wird bezeugt, daß er wirklich gestorben ist.1
  • 1. Mt 27, 59-60; Lk 23, 52-53; Joh 19, 38-42; Apg 13, 29
42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kompts daß wir auch sterben müssen?

Unser todt ist nicht ein bezalung für unser sünde: sonder nur ein absterbung der sünden, und eingang zum ewigen lebenb.
  • b. Ioan. 5. Phil. 1
42
Warum müssen wir noch sterben, obwohl Christus für uns gestorben ist?

Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde, sondern nur ein Absterben der Sünden und Eingang zum ewigen Leben.1
  • 1. Joh 5, 24; Phil 1, 23; Röm 7, 24-25
43
Waß bekommen wir mehr für nutz auß dem opffer und todt Christi am Creutz?

Daß durch seine krafft unser alter mensch mit jm gecreutziget, getödtet und begraben wirdc, auff daß die bösen lüste des fleisches nicht mehr in uns regierend, sonder daß wir uns selbst jm zur dancksagung auffopfferne.
  • c. Rom. 6. Coloss. 2
  • d. Rom. 6
  • e. Rom. 12
43
Welchen weiteren Nutzen haben wir aus Opfer und Tod Christi am Kreuz?

Durch die Kraft Christi wird unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt, getötet und begraben, damit die Sünde uns nicht mehr beherrscht,1 sondern wir uns ihm zu einem lebendigen Dankopfer hingeben.2
  • 1. Kol 2, 12; Röm 6, 6-8.11.12; Röm 6, 12
  • 2. Röm 12, 1
44
[34]Warumb folget abgefaren zu der hellen?

Daß ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein Herr Christus habe mich durch seine unaußsprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seelen, am Creutz und zuuor erlitten, von der hellischen angst und pein erlöseta.
  • a. Esai. 53. Mat. 27
44
Warum folgt »abgestiegen zu der Hölle«?

Damit wird mir zugesagt, daß ich selbst in meinen schwersten Anfechtungen gewiß sein darf, [30]daß mein Herr Christus mich von der höllischen Angst und Pein1 erlöst hat, weil er auch an seiner Seele unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken am Kreuz und schon zuvor erlitten hat.
  • 1. Jes 53, 10; Mt 27, 46
17. Sonntag
45
Was nützet uns die aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine aufferstehung den todt uberwunden, daß er uns der gerechtigkeit, die er uns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machenb. Zum andern daß auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket werden, zu einem newen lebenc. Zum dritten ist uns die aufferstehung Christi ein [35]gewisses pfandt unserer seligen aufferstehungd.
  • b. 1. Cor. 15. Rom. 4. 1. Pet. 1
  • c. Rom. 6. Coloss. 3
  • d. 1. Cor. 15. Ephes. 2
45
Was nützt uns die Auferstehung Christi?

Erstens: Christus hat durch seine Auferstehung den Tod überwunden, um uns an der Gerechtigkeit Anteil zu geben, die er uns durch seinen Tod erworben hat.1
Zweitens: Durch seine Kraft werden auch wir2 schon jetzt erweckt zu einem neuen Leben.3
Drittens: Die Auferstehung Christi ist uns ein verläßliches Pfand unserer seligen Auferstehung.4
  • 1. 1. Petr 1, 3-5.21; 1. Kor 15, 17. 54-55; Röm 4, 25
  • 2. Röm 6, 4; Kol 3, 1-4
  • 3. Eph 2, 5
  • 4. 1. Kor 15, 12; Röm 8, 11
46
Wie verstehestu daß er ist gen himmel gefaren?

Daß Christus für den augen seiner jünger, ist von der erden auffgehaben gen himmelb, und uns zu gut daselbst istc, biß das er widerkompt zu richten die lebendigen und die todtend.
  • b. Act. 1. Matt. 26. Mar. 16. Luc. 24
  • c. Heb. 4. 7. & 9. Rom. 8. Ephes. 4
  • d. Act. 1. Matt. 24
46
[31]Wie verstehst du, daß es heißt »aufgefahren in den Himmel«?

Jesus Christus wurde vor den Augen seiner Jünger von der Erde zum Vater in den Himmel erhöht1 und ist dort uns zugut, bis er kommen wird,2 zu richten die Lebenden und die Toten.3
  • 1. Mk 16, 19; Lk 24, 51; Hebr 4, 14; 7, 24-25; Röm 8, 34; Eph 4, 10; Kol 3, 1
  • 2. Apg 1, 11
  • 3. Mt 24, 30
47
Ist denn Christus nit bey uns biß ans ende der welt, wie er uns verheissen hat?e

Christus ist warer mensch und warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nit auff erdenf: aber nach seiner Gottheit, Maiestet, gnad und Geist weicht er nimmer von unsg.
  • e. Mat. 28
  • f. Matt. 26
  • g. Ioan. 14. & 16. Matt. 28. Ephes. 4
47
Ist denn Christus nicht bei uns bis ans Ende der Welt, wie er uns verheißen hat?1

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht mehr auf der Erde,2 aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist3 weicht er niemals von uns.
  • 1. Mt 28, 20
  • 2. Joh 16, 28; 17, 11; Mt 26, 11; Apg 3, 21
  • 3. Joh 14, 17-20; 16, 13; Mt 28, 20; Eph 4, 8
48
Werden aber mit der weis die zwo [36]naturen in Christo nit von einander getrennet, so die menschheit nicht uberal ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwertig ista: so muß folgen, daß sie wol ausserhalb jrer angenommenen menschheit, und dennoch nichts destoweniger auch in derselben ist, und personlich mit jr vereiniget bleibtb.
  • a. Act. 7
  • b. Coloss. 2
48
[32]Werden aber auf diese Weise nicht Gottheit und Menschheit in Christus voneinander getrennt, wenn er nach seiner menschlichen Natur nicht überall ist, wo er nach seiner Gottheit ist?

Nein, weil die Gottheit unbegreiflich und überall gegenwärtig ist,1 folgt daraus, daß sie wohl außerhalb ihrer angenommenen menschlichen Natur und dennoch auch in derselben ist2 und in einer Person3 mit ihr vereinigt bleibt.*
* Mit dem Wort »unbegreiflich« will der Katechismus nicht sagen, daß man Gott nicht verstehen könne, sondern daß er von keinem Raum umschlossen werden kann. Die Aussage des Katechismus kann auch so formuliert werden: Weil Gott nach seinem Wesen von keinem Raum oder Körper umgrenzt wird, sondern überall gegenwärtig ist, so ergibt sich, daß auch Christus nach seiner Gottheit zugleich in seiner menschlichen Natur und dennoch auch außerhalb ihrer ist und deshalb in seiner Person zugleich ein wahrer und gerechter Mensch und wahrer Gott ist.
  • 1. Apg 7, 49; Jer 23, 24
  • 2. Kol 2, 9; Mt 28, 6
  • 3. Joh 3, 13; 11, 15
18. Sonntag
49
Was nützet uns die Himmelfart Christi?

Erstlich daß er im himmel für dem angesicht seines Vaters unser fürsprecher istc. Zum andern, daß wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfandt haben, daß er als das haupt, uns seine glieder auch zu sich werde hinauff nemend. Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum gegenpfand herab sendete, durch welches krafft wir suchen, was [37]droben ist, da Christus ist, sitzendt zu der rechten Gottes, und nicht das auff erden ista.
  • c. 1. Ioan. 2. Rom. 8
  • d. Ioan. 14. & 20. Ephes. 2
  • e. Ioan. 14. Act. 2. 2. Cor. 1. 2. Cor. 5
  • a. Coloss. 3. Phil. 3
49
[33]Was nützt uns die Himmelfahrt Christi?

Erstens: Er ist im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher.1
Zweitens: Wir haben durch unseren Bruder Jesus Christus im Himmel die Gewißheit, daß er als das Haupt uns, seine Glieder, auch zu sich nehmen wird.2
Drittens: Er, sitzend zur Rechten Gottes, sendet seinen Geist zu uns, der uns die Kraft gibt,3 zu suchen, was droben ist, und nicht das, was auf Erden gilt.4
  • 1. 1. Joh 2, 1; Röm 8, 34
  • 2. Joh 14, 2; 20, 17; Eph 2, 6
  • 3. Joh 14, 16; Apg 2, 33; 2. Kor 1, 21-22; 5,5
  • 4. Kol 3, 1; Phil 3, 14
50
Warumb wird hinzu gesetzt, daß er sitze zur rechten Gottes?

Daß Christus darumb gen himmel gefaren ist, daß er sich daselbst erzeige, als das haupt seiner Christlichen kirchenb, durch welches der Vater alles regiertc.
  • b. Ephes. 1. Coloss. 1
  • c. Mat. 28. Ioha. 5
50
Warum wird hinzugefügt »er sitzt zur Rechten Gottes«?

Christus ist dazu in den Himmel erhöht worden, daß er sich dort erweise als das Haupt seiner Kirche,1 durch das der Vater alles regiert.2
  • 1. Eph 1, 20-23; Kol 1, 18
  • 2. Mt 28, 18; Joh 5, 22
19. Sonntag
51
Was nützet uns diese herligkeit unsers haupts Christi?

Erstlich daß er durch sein heiligen Geist, in uns seine glieder, die himlischen gaben außgeustd. Darnach, daß er uns mit seinem gewalt wider alle feind schützet und erhelte.
  • d. Ephes. 4
  • e. Psal. 2. Ioan. 10. Ephes. 4
51
[34]Was nützt uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christus?

Christus teilt uns, seinen Gliedern, durch seinen Heiligen Geist die himmlischen Gaben aus.1
Er schützt und erhält uns mit seiner Macht gegen alle Feinde.2
  • 1. Eph 4, 10-12
  • 2. Joh 10, 28-30; Ps 2, 9; Eph 4, 8
52
Was tröstet dich die widerkunfft [38]Christi zu richten die lebendigen und die todten?

Daß ich in allem trübsal und verfolgung mit auffgerichtem haupt, eben des Richters der sich zuuor dem gericht Gottes für mich dargestelt, und alle vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, auß dem himel gewertig bina, daß er alle seine und meine feinde, in die ewige verdamnuß werffeb: mich aber sampt allen außerwelten zu jm in die himlische freud und herrligkeit nemec.
  • a. Luc. 21. Rom. 8. Phil. 3. Tit. 2
  • b. 2. Thess. 1. 1. Thess 4. Matt. 25
  • c. Matt. 25
52
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, »zu richten die Lebenden und die Toten«?

In aller Trübsal und Verfolgung darf ich mit erhobenem Haupt aus dem Himmel eben den Richter erwarten,1 der sich zuvor für mich dem Gericht Gottes gestellt und alle Verurteilung von mir genommen hat. Er wird alle seine Feinde, die darum auch meine Feinde sind,2 in die ewige Verdammnis werfen, mich aber mit allen Auserwählten zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehmen.3
  • 1. Lk 21, 28; Röm 8, 23-24; Phil 3, 20-21; Tit 2, 13
  • 2. 1. Thess 4, 16-17; 2. Thess 1,6-10; Mt 25,41
  • 3. Mt 25, 34
20. Sonntag
53
Was glaubestu vom heiligen Geist?

Erstlich daß er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Son istd. Zum andern daß er auch mir gegeben [39]ista, mich durch ein waren glauben, Christi und aller seiner wolthaten theilhafftig machtb, mich tröstetc, und bey mir bleiben wird biß in ewigkeitd.
  • d. Gen. 1. Esai. 48. 1. Cor. 3. 1. Cor. 6. Act. 5
  • a. Matt. 28. 2. Cor. 1
  • b. Galat. 3. 1. Pet. 1. 1. Cor. 6
  • c. Act. 9
  • d. Ioan. 14. 1. Pet. 4
53
[35]Was glaubst du vom Heiligen Geist?

Erstens: Der Heilige Geist ist gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn.1
Zweitens: Er ist auch mir gegeben2 und gibt mir durch wahren Glauben Anteil an Christus3 und allen seinenWohltaten.4 Er tröstet mich und wird bei mir bleiben in Ewigkeit.5
  • 1. 1. Mose 1,2; Jes 48, 16; 1. Kor 3, 16; 6, 19; Apg 5, 3-4
  • 2. Mt 28, 19-20; 2. Kor 1, 21-22
  • 3. 1. Kor 6, 17
  • 4. Gal 3, 14; 1. Petr.1, 2
  • 5. Apg 9, 31; Joh 14, 16; 1. Petr 4, 14
21. Sonntag
54
Was glaubstu von der heiligen algemeinen Christlichen Kirchen?

Daß der Son Gottes auß dem gantzen menschlichen geschlechte, jhm ein außerwelte gemein zum ewigen lebenf, durch sein Geist und wortg in einigkeit des waren glaubensh, von anbegin der welt, biß ans end versamle, schütze und erhalte, und daß ich derselben ein lebendiges glied bini, und ewig bleiben werde.
  • e. Gen. 4
  • f. Rom. 8. Ephes. 1
  • g. Esai. 59. Rom. 10
  • h. Ephes. 5
  • i. Matt. 16. Ioan. 10. 1. Cor. 1
54
Was glaubst du von der »heiligen allgemeinen christlichen Kirche«?

Ich glaube, daß der Sohn Gottes1 aus dem ganzen Menschengeschlecht2 sich eine auserwählte Gemeinde zum ewigen Leben3 durch seinen Geist und Wort4 [36]in Einigkeit des wahren Glaubens5 von Anbeginn der Welt bis ans Ende6 versammelt, schützt und erhält7 und daß auch ich ein lebendiges Glied dieser Gemeinde bin8 und ewig bleiben werde.9
  • 1. Joh 10, 11
  • 2. 1. Mose 26, 4
  • 3. Röm 8, 29-30; Eph 1, 10-13
  • 4. Jes 59, 21; Röm 1, 16; Röm 10, 14-17; Eph 5, 26
  • 5. Apg 2, 46; Eph 4, 3-6
  • 6. Ps 71, 18; 1. Kor 11, 26
  • 7. Mt 16, 18; Joh 10, 28-30; 1. Kor 1, 8-9
  • 8. 1. Joh 3, 31
  • 9. 1. Joh 2, 19
55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

Erstlich daß alle und jede glaubigen, als glieder, an dem HERRN Christo, und allen seinen schetzen [40]und gaben, gemeinschafft habena. Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz und heil der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen solb.
  • a. 1. Ioan. 1. 1. Cor. 1
  • b. 1. Cor. 12. 1. Cor. 13. Phil. 2
55
Was verstehst du unter der »Gemeinschaft der Heiligen«?

Erstens: Alle Glaubenden haben als Glieder Gemeinschaft an dem Herrn Christus1 und an allen seinen Schätzen und Gaben.2
Zweitens: Darum soll auch jeder seine Gaben willig und mit Freuden zum Wohl und Heil der anderen3 gebrauchen.4
  • 1. 1. Joh 1, 3; 1. Kor 1, 9
  • 2. Röm 8, 32
  • 3. 1. Kor 12, 12-13. 21
  • 4. 13, 5-6; Phil 2, 4-6
56
Waß glaubstu von vergebung der Sünden?

Daß Gott umb der gnugthuung Christi willenc, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreiten habed, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeit Christi auß gnaden schencket, daß ich ins gericht nimmermehr soll kommene.
  • c. 2. Cor. 5. Ierem. 31. Psal. 103
  • d. Rom. 7. & 8
  • e. Iohan. 3
56
[37]Was glaubst du von der »Vergebung der Sünden«?

Gott will um Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündigen Art,1 mit der ich mein Leben lang zu kämpfen habe, nicht mehr gedenken.2 Aus Gnade schenkt er mir die Gerechtigkeit Christi, so daß ich nicht mehr ins Gericht kommen werde.3
  • 1. 1. Joh 2, 2; 2. Kor 5, 19.21
  • 2. Ps 103, 3.10.12; Jer 31, 34; Röm 7, 24-25; 8, 1-4
  • 3. Joh 3, 18
22. Sonntag
57
Waß tröst dich die aufferstehung des fleisches?

Daß nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo jrem haupt genommen wirdf: sondern auch das [41]diß mein fleisch durch die krafft Christi aufferweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, und dem heiligen Leib Christi gleichformig werden sol.
  • f. Luc. 23. Phil. 1. 1. Cor. 15. Iob. 19
57
Was tröstet dich die »Auferstehung der Toten«?

Nach diesem Leben werde ich durch die Kraft Christi auferweckt werden und zu Christus, meinem Herrn, kommen. Er wird mir Anteil geben an seiner Herrlichkeit.
58
Was tröst dich der Artickel vom ewigen leben?

Daß, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde: ich nach diesem leben volkommene seligkeit besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehört, und in keines menschen hertz nie komen ist, Gott ewiglich darin zupreisena.
  • a. Ioan. 17. 1. Cor. 2
58
[38]Was tröstet dich die Verheißung des ewigen Lebens?

Schon jetzt empfinde ich den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen.1 Nach diesem Leben aber werde ich vollkommene Seligkeit besitzen, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz je gekommen ist,2 Gott ewiglich darin zu preisen.3
  • 1. 2. Kor 5, 2-3
  • 2. 1. Kor 2, 9
  • 3. Joh 17, 3
23. Sonntag
59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du diß alles glaubest?

Daß ich in Christo für Gott gerecht, und ein erb des ewigen lebens binb.
  • b. Ioan. 15
59
[39]Was hilft es dir aber nun, wenn du das alles glaubst?

Ich bin dadurch in Christus vor Gott gerecht1 und ein Erbe des ewigen Lebens.2
  • 1. Hab 2, 4
  • 2. Röm 1, 17; Joh 3, 36
60
Wie bistu gerecht für Gott?

[42]Allein durch waren glauben in Jesum Christuma: Also, daß ob mich schon mein gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebot Gottes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten habeb, auch noch jmmerdar zu allem bösen geneigt binc: doch Gott ohn alle meine verdienstd, auß lauter gnadene, mir die volkommene gnugthuungf, gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencketg und zurechneth, als hette ich nie kein sünde begangen noch gehabt, und selbst alle den gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleisteti, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigem hertzen anneme.
  • a. Rom. 3. Galat. 2. Ephes. 2. Phil. 3
  • b. Rom. 3
  • c. Rom. 7
  • d. 2. Tim. 3
  • e. Rom. 3. Ephes. 2
  • f. 1. Ioan. 2
  • g. 1. Ioan. 2
  • h. Rom. 4. 2. Cor. 5
  • i. 2. Cor. 5
60
Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben an Jesus Christus.1 Zwar klagt mich mein Gewissen an, daß ich gegen alle Gebote Gottes schwer gesündigt und keines je gehalten habe2 und noch immer zu allem Bösen geneigt bin.3 Gott aber schenkt mir ganz ohne mein Verdienst4 aus lauter Gnade5 die vollkommene Genugtuung,6 Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi.7 Er rechnet sie mir an,8 als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht, den Christus für mich geleistet hat,9 wenn ich allein diese Wohltat mit gläubigem Herzen annehme.10
  • 1. Röm 3,21-25.28; Gal 2, 16; Eph 2, 8-9; Phil 3, 9
  • 2. Röm 3, 9-20
  • 3. Röm 7, 23
  • 4. Tit 3, 5
  • 5. Röm 3, 24; Eph 2, 8
  • 6. 1. Joh 2, 2
  • 7. 1. Joh 2, 1
  • 8. Röm 4, 4-5; 2. Kor 5, 19
  • 9. 2. Kor 5, 21
  • 10. Röm 3, 22; Joh 3, 18
61
Warumb sagstu daß du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht daß ich von wegen der wirdigkeit meines glaubens Gott gefalle: sondern darumb das allein die gnug[43]thuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für Gott ista, und ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den glauben annemen, und mir zueignen kanb.
  • a. 1. Cor. 1
  • b. 1. Ioan. 5
61
[40]Warum sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht bist?

Ich gefalle Gott nicht deswegen, weil mein Glaube ein verdienstvolles Werk wäre. Allein die Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi ist meine Gerechtigkeit vor Gott.1 Ich kann sie nicht anders als durch den Glauben annehmen und mir zueignen.2
  • 1. 1. Kor 1, 30; 2, 2
  • 2. 1. Joh 5, 10
24. Sonntag
62
Warumb können aber unsere gute werck nit die gerechtigkeit für Gott, oder ein stück derselben sein?

Darumb daß die gerechtigkeit, so für Gottes gericht bestehen sol, durchauß volkommen, und dem Göttlichen gesetz gantz gleichformig sein mußc, und aber auch unsere beste werck, in diesem leben alle unuolkomen, und mit sünden befleckt sindd.
  • c. Galat. 3. Deu. 27
  • d. Esai. 64
62
Warum können denn unsere guten Werke uns nicht ganz oder teilweise vor Gott gerecht machen?

Die Gerechtigkeit, die vor Gottes Gericht bestehen soll, muß vollkommen sein und dem göttlichen Gesetz ganz und gar entsprechen.1 Aber auch unsere besten Werke sind in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünde befleckt.2
  • 1. Gal 3, 10; 5. Mose 27, 26
  • 2. Jes 64, 5
63
Verdienen aber unsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünfftigem leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nit auß ver[44]dienst, sondern auß gnadena.
  • a. Luc. 17
63
[41]Verdienen aber unsere guten Werke nichts, obwohl Gott sie doch in diesem und dem zukünftigen Leben belohnen will?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnade.1
  • 1. Lk 17, 10
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose und verruchte leut?

Nein, denn es unmöglich ist, daß die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeit sollen bringenb.
  • b. Matt. 17
64
Macht aber diese Lehre die Menschen nicht leichtfertig und gewissenlos?

Nein; denn es ist unmöglich, daß Menschen, die Christus durch wahren Glauben eingepflanzt sind, nicht Frucht der Dankbarkeit bringen.1
  • 1. Mt 7, 18
25. Sonntag
65
Dieweil denn allein der glaub uns Christi, und aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher glaube?

Der heilig Geist würckt denselben in unsern hertzenc, durch die predig des heiligen Euangelions, und bestetiget den durch den brauch der heiligen Sacramented.
  • c. Ephes. 2. Ioan. 3
  • d. Matt. 28. 1. Pet. 1
65
[42]Wenn nun allein der Glaube uns Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten gibt, woher kommt solcher Glaube?

Der Heilige Geist wirkt den Glauben in unseren Herzen1 durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Gebrauch der heiligen Sakramente.2
  • 1. Eph 2, 8-9; Joh 3, 5
  • 2. Mt 28, 19-20; 1. Petr 1, 22-23
66
[45]Was seind die Sacrament?

Es seind sichtbare heilige warzeichen und Sigill, von Gott darzu eingesetzt, daß er uns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, und versigele: Nemlich daß er uns von wegen des einigen opffers Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, und ewiges leben auß gnaden schenckea.
  • a. Gen. 17. Rom. 4. Deut. 30. Leuit. 6. Heb. 9. Ezech. 20
66
Was sind Sakramente?

Es sind sichtbare heilige Wahrzeichen und Siegel. Gott hat sie eingesetzt, um uns durch ihren Gebrauch den Zuspruch des Evangeliums besser verständlich zu machen und zu versiegeln: daß er uns auf Grund des einmaligen Opfers Christi, am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnade schenkt.1
  • 1. 5. Mose 30, 6; 3. Mose 6, 18; 1. Mose 17, 11; Röm 4, 11; Hebr 9, 8-9.24; Hes 20,12
67
Seind denn beyde das wort und die Sacrament dahin gericht, daß sie unsern glauben, auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund unserer seligkeit weisen?

Ja freylich, denn der heilig Geist lehret im Euangelio, und bestetiget durch die heiligen Sacrament, daß unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opffer Christi, für uns am Creutz geschehenb.
  • b. Rom. 6. Galat. 3
67
[43]Sollen denn beide, Wort und Sakrament, unseren Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz als den einzigen Grund unserer Seligkeit hinweisen?

Ja; denn der Heilige Geist lehrt im Evangelium und bestätigt durch die heiligen Sakramente, daß unsere ganze Seligkeit gegründet ist auf das einmalige Opfer Christi, das für uns am Kreuz geschah.1
  • 1. Röm 6, 3; Gal 3, 27
68
[46]Weiuiel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den Heiligen Tauff, und das heilig Abendmal.
68
Wieviel Sakramente hat Christus im Neuen Testament eingesetzt?

Zwei, die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.
26. Sonntag
69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert und versichert, daß das einige opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

Also daß Christus diß eusserlich wasserbad eingesetzt, und darbey verheissen hat, daß ich so gewiß mit seinem blut und geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewasschen sey, so gewiß ich eusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunemen, gewasschen bina.
  • a. Mar. 1. Luc. 3
69
[44]Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und gewiß gemacht, daß das einmalige Opfer Christi am Kreuz dir zugut kommt?

Christus hat dies äußerliche Wasserbad eingesetzt und dabei verheißen,1 daß ich so gewiß mit seinem Blut und Geist2 von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden, reingewaschen bin, wie ich äußerlich durch das Wasser gereinigt werde, das die Unsauberkeit des Leibes hinwegnimmt.3
  • 1. Mt 28, 19-20; Apg 2, 38
  • 2. Mt 3, 11; Mk 16, 16; Röm 6, 3-4
  • 3. Mk 1, 4; Lk 3, 3
70
[47]Was heist mit dem blut und Geist Christi gewasschen sein?

Es heist vergebung der sünden von Gott auß gnaden haben, umb des bluts Christi willen, welchs er in seinem opffer am Creutz für uns vergossen hata: Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, und zu einem glied Christi geheiliget sein, daß wir jelenger je mehr der sünden absterben, und in einem Gottseligen, unstreflichen leben wandlenb.
  • a. Hebr. 12. 1. Pet. 1. Apoc. 1. Zach. 13. Ezech. 36
  • b. Ioan. 1. Iohan. 3. 1. Cor. 6. 1. Cor. 12. Rom. 6. Coloss. 2
70
Was heißt, mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt, Vergebung der Sünde von Gott aus Gnade haben um des Blutes Christi willen, das er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat.1 [45]Es heißt ferner, durch den Heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, so daß wir je länger je mehr der Sünde absterben und ein Leben führen, das Gott gefällt.2
  • 1. Hebr 12, 24; 1. Petr 1, 2; Offb 1, 5; Sach 13, 1; Hes 36, 25-27
  • 2. Joh 1, 33; 3, 5; 1. Kor 6, 11; 12, 13; Röm 6, 4; Kol 2, 11-12
71
Wo hat Christus verheissen, dz wir so gewiß mit seinem blut und geist als mit dem tauffwasser gewasschen seind?

In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet. Gehet hin, und lehret alle Völcker, und tauffet sie, im namen des Vaters und des Sons, und des heiligen Geists, [48]wer da glaubet und getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdampt werdena. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburtb und abwasschung der sünden nennetc.
  • a. Mar. 16
  • b. Tit. 3
  • c. Act. 22
71
Wo hat Christus verheißen, daß wir so gewiß mit seinem Blut und Geist wie mit dem Taufwasser gewaschen sind?

Bei der Einsetzung der Taufe sagt er:
»Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.«1 »Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.«2
Diese Verheißung wird dort wiederholt, wo die Heilige Schrift die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und3 die »Abwaschung der Sünden« nennt.4
  • 1. Mt 28, 19
  • 2. Mk 16, 16
  • 3. Tit 3,5
  • 4. Apg 22, 16
27. Sonntag
72
Ist denn das eusserlich wasserbad die abwasschung der sünden selbst?

Neind, denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist reiniget uns von allen sündene.
  • d. Matt. 3. 1. Pet. 3. Ephes. 5
  • e. 1. Ioh. 1. 1. Cor. 6
72
[46]Ist denn das äußerliche Wasserbad selbst die Abwaschung der Sünden?

Nein; denn allein das Blut Jesu Christi1 und der Heilige Geist reinigt uns von allen Sünden.2
  • 1. Eph 5, 26; Mt 3, 11; 1. Petr 3, 21
  • 2. 1. Joh 1, 7; 1. Kor 6, 11
73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, und die abwasschung der sünden?

Gott redet also nicht ohne grosse ur[49]sach, nemlich, nit allein das er uns damit wil lehren, daß, gleich wie die unsauberkeit des leibs durch wasser, also unsere sünden durchs blut und geist Christi hinweg genommen werdena: sonder viel mehr, dz er uns durch diß Göttlich pfand und warzeichen wil versicheren, daß wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewasschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewasschen werdenb.
  • a. Apoc. 1. & 7. 1. Cor. 6
  • b. Marc. 16. Galat. 3
73
Warum nennt denn der Heilige Geist die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden«?

Gott redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns damit lehren: Wie die Unsauberkeit des Leibes durch Wasser, so werden unsere Sünden durch Blut und Geist Christi hinweggenommen.1 Ja vielmehr:
Er will uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen gewißmachen, daß wir so wahrhaftig von unseren Sünden geistlich gewaschen sind, wie wir mit dem leiblichen Wasser2 gewaschen werden.
  • 1. Offb 1, 5; 7, 14; 1. Kor 6, 11
  • 2. Mk 16, 16; Gal 3, 17
74
Soll man auch die jungen Kinder tauffen?

Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den bundt Gottes und seine gemein gehörenc, und jnen in dem blut Christi die erlösung von sündend, und der heilig Geist, welcher den glauben wircket, nit weniger denn den alten zugesagt wirde, so sollen sie auch durch den tauff, als des Bundszeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, und von der [50]unglaubigen kindern underscheiden werdena, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen istb, an welcher stat im newen Testament der Tauff ist eingesetztc.
  • c. Gen. 17
  • d. Matt. 19
  • e. Luc. 1. Psal. 22. Esai. 46. Act. 2
  • a. Act. 10
  • b. Gen. 17
  • c. Coloss. 2
74
[47]Soll man auch die kleinen Kinder taufen?

Ja; denn sie gehören ebenso wie die Erwachsenen in den Bund Gottes und seine Gemeinde.1
Auch ihnen wird, nicht weniger als den Erwachsenen, in dem Blut Christi die Erlösung von den Sünden2 und der Heilige Geist, der den Glauben wirkt, zugesagt.3
Darum sollen auch die Kinder durch die Taufe, das Zeichen des Bundes, in die christliche Kirche als Glieder eingefügt und von den Kindern der Ungläubigen unterschieden werden,4 wie es im Alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist,5 an deren Stelle im Neuen Testament die Taufe eingesetzt wurde.6
  • 1. 1. Mose 17, 7
  • 2. Mt 19, 14
  • 3. Lk 1, 14-15; Ps 22, 11; Jes 44, 1-3; Apg 2, 39
  • 4. Apg 10, 47
  • 5. 1. Mose 17, 14
  • 6. Kol 2, 11-13
28. Sonntag
75
Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert und versichert, daß du an dem einigen opffer Christi am Creutz, und allen seinen gütern gemeinschafft habest?

Also das Christus mir und allen glaubigen von diesem gebrochnen brod zu essen, und von diesem Kelch zu trincken befohlen hat, und darbey verheissen, Erstlich daß sein leib so gewiß für mich am Creutz geopffert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so [51]gewiß ich mit augen sehe, daß das brod des Herrn mir gebrochen, und der Kelch mir mitgeteilet wird. Und zum andern, daß er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossenen blut so gewiß zum ewigen leben speise und trencke, als ich auß der handt des Dieners empfange und leiblich niesse das brod und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
75
[48]Wie wirst du im Heiligen Abendmahl erinnert und gewiß gemacht, daß du an dem einzigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gaben Anteil hast?

Christus hat mir und allen Gläubigen befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen und von dem Kelch zu trinken.1 Dabei hat er verheißen: Erstens, daß sein Leib so gewiß für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen ist, wie ich mit Augen sehe, daß das Brot des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir gegeben wird. Zweitens, daß er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiß zum ewigen Leben speist und tränkt, wie ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brot und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
  • 1. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; Lk 22, 19-20; 1. Kor 10, 16-17; 11, 23-; 25; 12, 13
76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, und sein vergossen blut trincken?

Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden und sterben Christi annemen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekomena: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wonet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr und mehr vereiniget werdenb, daß wir, ob gleich er im him[52]mela, und wir auff erden sind, dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beinen sindb, und von einem geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werdenc.
  • a. Ioan. 6
  • b. Ioan. 6
  • a. Act. 3. 1. Cor. 11
  • b. Ephes. 5. 1. Cor. 6. 1. Ioan. 3. & 4. Ephes. 3. Ioha. 14
  • c. Ioan. 6. & 15. Ephes. 4
76
[49]Was heißt, den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein, mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünde und ewiges Leben empfangen,1 sondern auch, durch den Heiligen Geist, der zugleich in Christus und in uns wohnt, mit seinem verherrlichten Leib2 mehr und mehr vereinigt werden, so daß, obgleich er im Himmel ist3 und wir auf Erden sind, wir doch ein Leib mit ihm sind und von einem Geist4 ewig leben und regiert werden.5
  • 1. Joh 6, 35.40.47-48.50-54
  • 2. Joh 6, 55-56
  • 3. Apg 3, 21; 1. Kor 11, 26
  • 4. Eph 3, 16-17; 5, 29-32; 1. Kor 6, 15-19; 1. Joh 3, 24; 4, 13
  • 5. Joh 6, 56-58; 14, 23; 15, 1-6; Eph 4, 15-16
77
Wo hat Christus verheissen, daß er die glaubigen so gewiß also mit seinem leib und blut speise und trencke, als sie von diesem gebrochnen brod essen, und von diesem Kelch trincken?

In der einsatzung des Abendmals, welche also lautetd: Unser HErr Jesus in der nacht da er verrhaten ward, nam er das brodt, dancket und brachs und sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut, zu meiner gedechtnuß. Desselben gleichen auch [53]den Kelch, nach dem Abendtmal, und sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt jrs trinckt, zu meiner gedechtnuß: Denn so offt jr von diesem brod esset, und von diesem Kelch trincket, solt jr des Herren todt verkündigen, biß das er kompt. Und diese verheissung wirt auch widerholet durch S. Pauluma da er spricht: Der kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nit die gemeinschafft des leibs Christi? denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle [54]eines brods theilhafftig seind.
  • d. 1. Cor. 11. Matt. 26. Mar. 14. Luc. 22
  • a. 1. Cor. 10
77
[50]Wo hat Christus verheißen, daß er die Gläubigen so gewiß mit seinem Leib und Blut speist und tränkt, wie sie von diesem gebrochenen Brot essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des Abendmahls:1 »Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: (Nehmet, esset,) das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.« Diese Verheißung wiederholt der Apostel Paulus,2 wenn er sagt: »Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn e i n Brot ist’s: so sind wir viele e i n Leib, weil wir alle an e i n e m Brot teilhaben.«
  • 1. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24, Lk 22, 19-20; 1. Kor 11, 23-25
  • 2. 1. Kor 10, 16,17
29. Sonntag
78
Wird denn auß brot und wein der wesentlich leib und blut Christi?

Nein: sonder wie das wasser in der Tauff, nit in dz blut Christi verwandelt, oder die abwasschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen und versicherung ista: also wird auch dz heilig brod im Nachtmal nit der leib Christi selbstb, wiewol es nach art und brauch der Sacramentenc der leib Christi genennt wird.
  • a. Matt. 26. Mar. 14
  • b. 1. Cor. 11. 1. Cor. 10
  • c. Gen. 17. Exod. 12. Tit. 3. 1. Pet. 4. 1. Cor. 10
78
[51]Werden denn Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt?

Nein. Wie das Wasser bei der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt wird oder selbst die Sünden abwäscht, sondern Gottes Wahrzeichen1 und Pfand dafür ist, so wird auch das Brot im Abendmahl nicht der Leib Christi,2 auch wenn es in den Worten, die beim Abendmahl gebraucht werden, als der Leib Christi bezeichnet wird.3
  • 1. Mt 26, 29; Mk 14, 24
  • 2. 1. Kor 10, 16-17; 11, 26-28
  • 3. 1. Mose 17, 10-19; 2. Mose 12, 26-27.43.48; 1. Petr 3, 21; 1. Kor 10, 1- 4; Tit 3, 5
79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, und den Kelch sein blut, oder dz newe Testament in seinem blut, und S. Paulus die gemeinschafft des leibs und bluts Jesu Christi?

Christus redet also nit one grosse ursach, nemlich, daß er uns nit allein damit wil lehren, daß, gleich wie brod und [55]wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die ware speiß und tranck unser seelen, zum ewigen lebena: sonder viel mehr daß er uns durch diß sichtbare zeichen, und pfand wil versichern, daß wir so warhafftig seines waren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geists theilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnuß empfangen: und dz all sein leiden und sterben so gewiß unser eigen sey, als hetten wir selbst an unser eigen person alles gelitten und genug gethan.
  • a. Iohan. 6
  • b. 1. Cor. 10
79
Warum nennt denn Christus das Brot seinen Leib und den Kelch sein Blut oder nennt den Kelch den neuen Bund in seinem Blut, und warum spricht Paulus von der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns damit lehren: Wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten, so sind sein gekreuzigter Leib und sein vergossenes Blut die wahre Speise und der wahre Trank unserer Seele zum ewigen Leben.1 [52]Darüberhinaus will er uns durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand gewiß machen, daß wir so wahrhaftig durch seinen Heiligen Geist an seinem Leib und Blut Anteil bekommen wie wir diese heiligen Wahrzeichen mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis empfangen.2 All sein Leiden und sein Gehorsam sind uns so gewiß zugeeignet, als hätten wir selbst das alles gelitten und vollbracht.
  • 1. Joh 6, 51.55
  • 2. 1. Kor 10, 16-17
30. Sonntag
—
80
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeugt uns, daß wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben durch das einmalige Opfer Jesu Christi, das er selbst einmal am Kreuz1 vollbracht hat, und daß wir durch den Heiligen Geist Christus werden eingeleibt,2 der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist und daselbst will angebetet werden.3 [53]Die Messe aber lehrt,4 daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde, und daß Christus leiblich unter der Gestalt des Brotes und Weines sei und deshalb darin soll angebetet werden. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes als eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi und eine vermaledeite Abgötterei.*5
*Das Moderamen des Reformierten Bundes hat hierzu erklärt: Diese Verwerfung wurde vor 400 Jahren formuliert; sie läßt sich nach Inhalt und Sprache in dieser Form nicht aufrechterhalten: Die Polemik gegen die Wiederholung des einmaligen Opfers Christi am Kreuz und die Anbetung der Elemente (Brot und Wein) wird dem nicht gerecht, was im ökumenischen Gespräch inzwischen an Verständigung erreicht werden konnte. Der bleibende Lehrunterschied besteht darin, daß die Eucharistie in der römisch- katholischen Kirche als »Opfer«, das Abendmahl im evangelischen Gottesdienst als »Mahlfeier« begriffen wird; doch sollte sich dieser Unterschied nicht kirchentrennend auswirken.
  • 1. Hebr 7, 27; 9, 12.25-28; 10, 10-14; Joh 19, 30; Mt 26, 28; Lk 22, 19-20
  • 2. 1. Kor 6, 17; 10, 16-17
  • 3. Hebr 1, 3; 8, 1; Joh 4, 21-24; 20, 17; Lk 24, 52; Apg 7, 55
  • 4. Kol 3, 1; Phil 3, 20-21; 1. Thess 1, 9-10
  • 5. Hebr 9, 10
81
Welche sollen zu dem Tisch des Herren kommen?

Die jnen selbst umb jrer sünden willen mißfallen, und doch vertrawen, daß dieselbige jnen verziegen und die ubrige schwachheit mit dem leiden und sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr [56]und mehr jren glauben zustercken und jr leben zu bessern, die unbußfertigen aber und heuchler essen und trincken jnen selbst das gerichta.
  • a. 1. Cor. 10. & 11
81
[54]Welche Menschen sollen zum Tisch des Herrn kommen?

Alle, die sich selbst um ihrer Sünde willen mißfallen und doch vertrauen, daß Gott sie ihnen vergeben hat und daß auch die bleibende Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi zugedeckt ist, die aber auch begehren, mehr und mehr ihren Glauben zu stärken und ihr Leben zu bessern. Wer aber unbußfertig und heuchlerisch zum Abendmahl kommt, ißt und trinkt sich selbst zum Gericht.1
  • 1. 1. Kor 10, 19-22; 11, 28-29
82
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zugelassen werden, die sich mit jrer bekanntnuß und leben, als unglaubige und Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirdt also der bundt Gottes geschmecht, und sein zorn uber die gantze gemein gereitzetb. Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi und seiner Aposteln, solche biß zu besserung jres lebens durch das ampt der schlüssel außzuschliessen.
  • b. 1. Cor. 11. Esai. 1. & 66. Ierem. 7. Psal. 50
82
Dürfen aber zum heiligen Abendmahl auch solche zugelassen werden, die sich in ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erweisen?

Nein; denn sonst wird der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde erregt.1 Darum muß die christliche Kirche nach der Ordnung Christi und seiner Apostel solche durch das Amt der Schlüssel ausschließen, bis sie ihr Leben bessern.
  • 1. 1. Kor 11, 20.34; Jes 1, 11-15; 66, 3; Jer 7, 21-23; Ps 50, 16-17
31. Sonntag
83
Was ist das ampt der Schlüssel?

Die Predig des heiligen Euangelions, und die Christliche Bußzucht, durch welche beide stück das himmelreich den [57]glaubigen auffgeschlossen, und den unglaubigen zugeschlossen wird.
83
[55]Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht. Durch diese beiden wird das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen,1 den Ungläubigen aber zugeschlossen.
  • 1. Mt 16, 18-19; 18, 18
84
Wie wird das himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff und zugeschlossen?

Also, das nach dem befelch Christi allen und jeden glaubigen verkündigt und offentlich bezeuget wird, daß jnen so offt sie die verheissung des Euangelions mit warem glauben annemen, warhafftig alle jre sünden von Gott, umb des verdiensts Christi willen vergeben sind: und herwiderumb allen unglaubigen und heuchlern, daß der zorn Gottes und die ewige verdamnuß auff jnen ligt, so lang sie sich nit bekerena: Nach welchem zeugnuß des Euangelij Gott beide in diesem und zukünfftigen leben urtheilen wil.
  • a. Ioan. 20. Matt. 16
84
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Nach dem Befehl Christi wird allen Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeugt, daß ihnen alle ihre Sünden von Gott um des Verdienstes Christi willen wahrhaftig vergeben sind, sooft sie den Zuspruch des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen. Dagegen wird allen, die den Glauben verwerfen oder heucheln, öffentlich bezeugt, daß der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt,1 solange sie sich nicht bekehren. Nach diesem Zeugnis des Evangeliums will Gott in diesem und im zukünftigen Leben urteilen.
  • 1. Joh 20, 21-23; Mt 16, 19
85
Wie wird das Himmelreich auff und zugeschlossen, durch die Christliche Bußzucht?

[58]Also daß nach dem befehl Christi, die jenigen so unter dem Christlichen namen, unchristliche lehr oder wandel füren, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, und von jren jrthumen oder lastern nit abstehen, der kirchen oder denen, so von der kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von jnen durch verbietung der heiligen Sacrament auß der Christlichen gemein, und von Gott selbst, auß dem Reich Christi werden außgeschlossen: und widerumb als glieder Christi, und der kirchen angenomen, wenn sie ware besserung verheissen und erzeigena.
  • a. Matt. 18. 1. Cor. 5. 2. Thess. 3. 2. Iohan
85
[56]Wie wird das Himmelreich durch die christliche Bußzucht zu- und aufgeschlossen?

Nach dem Befehl Christi werden alle, die sich Christen nennen, aber unchristlich lehren oder leben, mehrmals seelsorgerlich vermahnt.
Wenn sie von ihren Irrtümern und Lastern nicht ablassen, werden sie der Gemeinde oder den von ihr Beauftragten namhaft gemacht.
Wenn sie auch deren Vermahnung nicht folgen, werden sie von diesen durch Versagung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeinde und von Gott selber aus dem Reich Christi ausgeschlossen.
Jedoch werden sie als Glieder Christi undder Kirche wieder angenommen, wenn sie wahre Besserung versprechen und zeigen.1
  • 1. Mt 18, 15-18; 1. Kor 5, 3-5.11; 2. Thess 3, 14-15; 2. Joh 10, 11
DER DRITTE TEIL. VON DER DANCKBARKEIT.
Der dritte Teil. Von der Dankbarkeit
32. Sonntag
86
Dieweil wir denn auß unserm elendt one alle unsere verdienst, auß gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thun?

[59]Darumb, daß, nach dem uns Christus mit seinem blut erkaufft hat, so ernewert er uns auch durch seinen heiligen Geist zu seinem ebenbild, daß wir mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigena, und er durch uns gepriesen werdeb, darnach auch, das wir bey uns selbst unsers glaubens auß seinen früchten gewiß seinc, und mit unserm Gottseligen wandel, unsere nechsten auch Christo gewinnend.
  • a. Rom. 6. & 12. 1. Pet. 2. 1. Cor. 6
  • b. Matt. 5. 1. Pet. 2
  • c. 1. Pet. 1. Matt. 7. Galat. 5
  • d. 1. Pet. 3. Rom. 14
86
[57]Da wir nun aus unserm Elend ganz ohne unser Verdienst aus Gnade durch Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke tun?

Wir sollen gute Werke tun, weil Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen Heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, damit wir mit unserem ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat erweisen und er durch uns gepriesen wird.1 Danach auch, daß wir bei uns selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiß werden2 und mit einem Leben, das Gott gefällt, unsern Nächsten auch für Christus gewinnen.3
  • 1. 1. Kor 6, 20; Röm 6, 13; 12, 1-2; Mt 5, 16; 1. Petr 2, 5.9-12
  • 2. 2. Petr 1, 10; Mt 7, 17-18; Gal 5, 6.22
  • 3. 1. Petr 3, 1-2; Röm 14, 19
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von jrem undanckbaren unbußfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn, wie die schrifft saget, kein unkeusscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpolz, Lesterer, Rauber und dergleichen wird das reich Gottes erbene.
  • e. 1. Cor. 6. Ephes. 5. 1. Ioan. 3
87
[58]Können denn auch die selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Leben nicht zu Gott bekehren?

Keineswegs; denn die Schrift sagt: kein Unzüchtiger, Götzendiener, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen1 wird das Reich Gottes erben.
  • 1. 1. Kor 6, 9-10; Eph 5, 5-6; 1. Joh 3, 14-15
33. Sonntag
88
[60]Inwieuiel stücken stehet die warhafftige buß oder bekerung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des altena, und aufferstehung des newen menschen.
  • a. Rom. 6. Ephes. 4. Coloss. 3. 1. Cor. 5
88
Worin besteht die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des Menschen?

Im Absterben des alten Menschen und im Auferstehen des neuen Menschen.1
  • 1. Röm 6, 4-6; Eph 4, 22-24; Kol 3, 5-10; 1. Kor 5, 7
89
Waß ist die absterbung des alten menschen?

Im die sünde von hertzen lassen leidt sein, und dieselbige je lenger je mehr hassen und fliehenb.
  • b. Rom. 8. Ioel 2
89
Was heißt Absterben des alten Menschen?

Sich die Sünde von Herzen leid sein lassen und sie je länger je mehr hassen und fliehen.1
  • 1. Röm 8, 13; Joel 2, 13
90
Waß ist die aufferstehung des newen menschen?

Hertzliche freud in Gott, und lust und lieb haben nach dem willen Gottesc, in allen guten wercken zulebend.
  • c. Rom. 5. & 14. Gal. 2
  • d. Rom. 6
90
[59]Was heißt Auferstehen des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christus haben1 und Lust und Liebe, nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben.2
  • 1. Röm 5, 1; 14, 17; Jes 57, 15
  • 2. Röm 6, 10-11; Gal 2, 20
91
Welches seind aber gute werck?

[61]Allein die auß warem glaubena, nach dem gesetz Gottesb jm zu ehren geschehenc, und nicht die auff unser gutdüncken oder menschen satzung gegründet seind.
  • a. Rom. 14
  • b. 1. Sam. 11. Ephes. 2
  • c. 1. Cor. 10
  • d. Deut. 12. Ezech. 20. Esai. 29. Matt. 15
91
Was sind denn gute Werke?

Allein solche, die aus wahrem Glauben1 nach dem Gesetz Gottes ihm zur Ehre geschehen,2 und nicht solche, die auf unser Gutdünken oder auf Menschengebote gegründet sind.3
  • 1. Röm 14, 23
  • 2. 1. Sam 15, 22; Eph 2, 10; 1. Kor 10, 31
  • 3. Mt 15, 9; Hes 20, 18-19; Jes 29, 13; 5. Mose 13, 1
92
Wie laut das gesetz des Herrn?

Gott redet alle dise wort.

I.

Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich auß Egyptenland, auß dem Diensthauß gefüret habe. Du solt kein ander Götter für mir haben.

II.

Du solt dir kein Bildnuß noch jrgendt ein gleichnuß ma[62]chen, weder deß, das oben im Himel, noch deß, das unden auff Erden, oder deß, das im wasser under der erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch jnen dienen, denn ich der Herr dein Gott bin ein starcker eyueriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den Kindern biß ins dritt und vierd glid, deren die mich hassen, und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine Gebot halten.

III.

Du solt den Namen des Herren deines Gottes nicht mißbrauchen, Denn der Herr wird [63]den nicht ungestrafft lassen, der seinen namen mißbraucht.

IIII.

Gedenck des Sabbath tags, das du jhn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, und alle deine werck thun, aber am siebenden tage ist der Sabbath des Herren deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dein Son, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine magt, noch dein Vieh, noch der frembling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der Herr himmel und erden gemacht, und dz mehr, und alles was drinnen ist, und rhuete am sibenden tage, darumb [64]segnete der Herr den Sabbath tag, und heiligte jn.

V.

Du solt dein Vater und deine Mutter ehren, auff daß du lang lebest im Land, das dir der Herr dein Gott gibt.

VI.

Du solt nit tödten.

VII.

Du solt nit Ehebrechen.

VIII.

Du solt nit stelen.

IX.

Du solt kein falsch zeugnuß reden wider deinen nechsten.

X.

Laß dich nit gelüsten deines nechsten Hauß, Laß dich nit gelüsten deines nechsten weibs, [64]noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles das dein nechster hat.
92
Wie lautet das Gesetz des Herrn?

»Gott redete alle diese Worte:

Das 1. Gebot

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das 2. Gebot

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, [60]noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

Das 3. Gebot

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Das 4. Gebot

Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht, und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. [61]

Das 5. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

Das 6. Gebot

Du sollst nicht töten.

Das 7. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Das 8. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Das 9. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das 10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was dein Nächster hat.« (2. Mose 20, 1-17)
34. Sonntag
93
Wie werden diese Gebot geteilt?

In zwo Tafelna, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen halten. Die ander in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig seindb.
  • a. Exo. 34. Deut. 4
  • b. Matt. 22
93
Wie werden diese Gebote eingeteilt?

In zwei Tafeln: Die erste Tafel lehrt in vier Geboten, wie wir uns Gott gegenüber verhalten sollen,1 die zweite in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind.2
  • 1. 2. Mose 34, 28; 5. Mose 4, 13; 10, 3-4
  • 2. Mt 22, 37-40
94
Was erfordert der Herr im ersten Gebot?

Daß ich bey verlierung meiner seelen heil und seligkeit alle abgöttereyc, zauberey, aberglaubische segend, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturene, meiden und fliehen sol, und den einigen waren Gott recht erkennenf, jm [65]allein vertrawena, in aller demutb und gedultc, von jm allein alles guts gewartend, und jn von gantzem hertzen lieben, fürchten und ehrene: also daß ich ehe alle creaturen ubergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thue.
  • c. 1. Cor. 6
  • d. Leuit. 19. Deut. 18
  • e. Matt. 4. Apoc. 19
  • f. Ioan. 17
  • a. Iere. 17
  • b. 1. Pet. 3
  • c. Hebr. 10. Coloss. 1. Rom. 5. 1. Cor. 10. Phil. 2
  • d. Deut. 6. Matt. 22. Psal. 111. Prou. 1. Matt. 10. Act. 5
  • e. Matt. 4. Act. 5
94
[62]Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Gott will, daß ich allen Götzendienst,1 alle Zauberei und Wahrsagerei, allen Aberglauben, auch das Anrufen der Heiligen oder2 anderer Geschöpfe meide und fliehe, damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit nicht verliere. Stattdessen soll ich3 den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren,4 so daß ich eher alle Geschöpfe preisgebe,5 als im Geringsten gegen seinen Willen handle.
  • 1. 1. Kor 6, 9-10; 10, 7.14
  • 2. 3. Mose 19, 31; Mt 4, 10; 5. Mose 18, 10-12; Offb 19, 10; 22, 8.9
  • 3. Joh 17, 3
  • 4. Jer 17, 5; 1. Petr 5, 5-6; Röm 5, 3,4; 1. Kor 10, 10; Phil 2, 14; Ps 104, 27-30; Jes 45, 7; Jak 1, 17; Spr 1, 7; 9, 10; Hebr 10, 36; Kol 1, 11; 5. Mose 6, 2.5; Mt 22, 37; Ps 111, 10; Mt 4, 10; 10, 28; 5. Mose 10, 20
  • 5. Mt 5, 29-30; 10, 37; Apg 5, 29
95
Was ist Abgötterey?

An stat des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder haben, darauff der mensch sein vertrawen setztf.
  • f. Ephes. 5. 1. Par. 16. Phil. 3. Gala. 4. Ephes. 2. 1. Ioan. 2. 2. Ioan. 6. & 5
95
Was ist Götzendienst?

Anstelle des einen wahren Gottes, der sich in seinem Wort offenbart hat, oder neben ihm1 irgendetwas anderes ersinnen oder haben, worauf der Mensch sein Vertrauen setzt.
  • 1. Eph 5, 5; 1.Chron 16, 26; Phil 3, 19; Joh 5, 23; Gal 4, 8; Eph 2, 12; 1. Joh 2, 23; 2. Joh 9
35. Sonntag
96
Was wil Gott im andern Gebot?

Daß wir Gott in keinem weg verbildeng, noch auff jrgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollenh.
  • g. Deut. 4. Esai. 40. Rom. 1. Act. 17
  • h. 1. Sam. 15. Deut. 12
96
[63]Was will Gott im zweiten Gebot?

Gott will, daß wir ihn in keiner Weise abbilden, noch ihn auf irgendeine andere Art verehren,1 als er es in seinem Wort befohlen hat.2
  • 1. 5. Mose 4, 15-19; Jes; 40, 18-20.25; Röm 1, 23-24; Apg 17, 29
  • 2. 1. Sam 15, 23; Mt 15, 9; 5. Mose 12,30-32
97
Sol man denn gar kein bildnuß machen?

[66]Gott kan und sol keines weges abgebildet werden: die Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbeut doch Gott derselbigen bildnuß zu machen und zu haben, daß man sie verehre oder jm damit dienea.
  • a. Exo. 23. Num. 33. Deut. 7. 2. Reg. 18
97
Darf man denn gar kein Bild machen?

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden. Die Geschöpfe dürfen abgebildet werden, aber Gott verbietet, Bilder von ihnen zu machen und zu haben, um sie zu verehren oder ihm damit zu dienen.1
  • 1. 2. Mose 23, 24; 34, 13-; 14; 4. Mose 33, 52; 5. Mose 7, 5; 12, 3; 16, 22; 2. Kön 18, 4
98
Mögen aber nicht die bilder als der leyen bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein, denn wir nit sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nit durch stumme götzenb, sonder durch die lebendige predig seines worts wil underwiesen habenc.
  • b. Iere. 10. Habac. 2
  • c. 2. Pet. 1. 2. Tim. 3
98
Dürfen denn nicht die Bilder als »der Laien Bücher« in den Kirchen geduldet werden?

Nein; denn wir sollen uns nicht für weiser halten als Gott, der seine Christenheit nicht1 durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben will.2
  • 1. Jer 10, 8; Hab 2, 18-19
  • 2. 2. Petr 1, 19; 2. Tim 3, 16-17
36. Sonntag
99
Was wil das dritt Gebot?

Das wir nicht allein mit fluchend, oder mit falschem aydee: sonder auch mit unnötigem schwerenf den namen Gottes [67]nicht lestern oder mißbrauchen, noch uns mit unserm stilschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen. Und in summa, daß wir den heiligen namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchena, auff daß er von uns recht bekentb, angeruffenc, und in all unsern worten und werckend, gepriesen werde.
  • d. Leui. 24
  • e. Leuit. 19
  • f. Matt. 5. Iac. 5
  • a. Esai. 45
  • b. Matt. 10
  • c. 1. Tim. 2
  • d. Rom. 2. 1. Tim. 6. Coloss. 3
99
[64]Was will Gott im dritten Gebot?

Gott will, daß wir weder mit Fluchen1 oder mit falschem Eid,2 noch mit unnötigem Schwören3 seinen Namen lästern oder mißbrauchen. Wir sollen uns auch nicht durch unser Stillschweigen und Zusehen an solchen schrecklichen Sünden mitschuldig machen. Gottes heiligen Namen sollen wir nur mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen,4 so daß er von uns recht bekannt, angerufen5 und in allen unseren Worten und Werken gepriesen wird.6
  • 1. 3. Mose 24, 10-16
  • 2. 3. Mose 19, 12
  • 3. Mt 5, 37; Jak 5, 12
  • 4. Jes 45, 23
  • 5. Mt 10, 32; 1.Tim 2, 8
  • 6. Röm 2, 24; 1.Tim 6, 1; Kol 3, 16-17
100
Ist denn mit schweren und fluchen Gottes namen lestern, so ein schwere sünde, daß Gott auch uber die zürnet, die, souiel an jnen ist, dieselbe nicht helffen wehren und verbieten?

Ja freyliche, Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines namens, Darumb er sie auch mit dem todt zustraffen befohlen hatf.
  • e. Leuit. 5
  • f. Leui. 24
100
Ist es denn eine so schwere Sünde, Gottes Namen mit Schwören und Fluchen zu lästern, daß Gott auch über die zürnt, die nicht alles tun, um es zu verhindern?

Ja;1 denn es gibt keine Sünde, die größer ist und Gott heftiger erzürnt, als die Lästerung seines Namens. Darum hat er auch befohlen, sie mit dem Tode zu bestrafen.2
  • 1. 3. Mose 5, 1
  • 2. 3. Mose 24, 15-16
37. Sonntag
101
Mag man aber auch Gottselig bey [68]dem Namen Gottes einen Ayd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeit von jren underthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe und warheit zu Gottes ehr und des nechsten heil dardurch zuerhalten und zufürdern. Denn solches aydschweren ist in Gottes wort gegründeta, und derhalben von den Heiligen im alten und newen Testament recht gebrauchet wordenb.
  • a. Deut. 6. Esai. 48. Heb. 6
  • b. Gen. 21. & 31. Esai. 9. 1. Sam. 24. 2. Sam. 3. 1. Reg. 1. Rom. 1. 2. Cor. 1
101
[65]Darf man aber überhaupt bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja, wenn es die Obrigkeit fordert oder die Not es gebietet, auf diese Weise Treue und Wahrheit zu Gottes Ehre und des Nächsten Wohl zu erhalten und zu fördern. Denn solches Schwören ist in Gottes Wort begründet.1 Deshalb haben die Menschen im Alten und Neuen Testament zu Recht davon Gebrauch gemacht.2
  • 1. 5. Mose 6, 13; 10, 20; Jes 48, 1; Hebr 6, 16
  • 2. 1. Mose 21, 24; 31, 53-; 54; 1. Sam 24, 22; 2. Sam 3, 35; Jes 9, 15; 1. Kön 1, 29; Röm 1, 9; 2. Kor 1, 23
102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen ayd schweren?

Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, daß er als der einig hertzkündiger, der warheit zeugnuß wölle geben, und mich straffen, so ich falsch schwerec, welche ehr denn keiner creaturen gebüretd.
  • c. 2. Cor. 1
  • d. Matt. 5. Iacob. 5
102
Darf man auch bei den Heiligen oder anderen Geschöpfen schwören?

Nein; denn in einem rechtmäßigen Eid rufe ich Gott selbst zum Zeugen an,1 daß er, der allein die Herzen kennt, die Wahrheit bestätige und mich strafe, wenn ich falsch schwöre. Diese Ehre aber gebührt keinem Geschöpf.2
  • 1. 2. Kor 1, 23
  • 2. Mt 5, 34-36; Jak 5, 12
38. Sonntag
103
Waß wil Gott in dem vierdten gebot?

[69]Gott wil erstlich, daß das Predigampt und schulen erhalten werdena, und ich, sonderlich am feiertag zu der gemeine Gottes vleissig kommeb, das wort Gottes zulernenc, die heilige Sacrament zugebrauchend, den Herren offentlich anzuruffene, und das Christlich almoß zugebenf. Zum andern, daß ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feyere, den Herren durch seinen Geist in mir wircken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem leben anfangg.
  • a. Tit. 1. 1. Tim. 3. 4. & 5. 1. Cor. 9. 2. Tim. 2. & 3
  • b. Psal. 40. & 68. Act. 3
  • c. 1. Cor. 14
  • d. 1. Cor. 11
  • e. 1. Tim. 2. 1. Cor. 14
  • f. 1. Cor. 16
  • g. Esai. 66
103
[66]Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will zum einen, daß das Predigtamt und die christliche Unterweisung1 erhalten bleiben und daß ich, besonders am Feiertag, zu der Gemeinde Gottes fleißig komme.2 Dort soll ich Gottes Wort lernen, die heiligen Sakramente gebrauchen, den Herrn öffentlich anrufen3 und in christlicher Nächstenliebe für Bedürftige spenden.4
Zum andern soll ich an allen Tagen meines Lebens von meinen bösen Werken feiern* und den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lassen.5
So fange ich den ewigen Sabbat schon in diesem Leben an.
* »feiern« = ablassen
  • 1. Tit 1, 5; 1. Tim 3, 14-15; 1. Tim 4, 13-16; 5, 17; 1. Kor 9, 11-14; 2. Tim 2, 2; 3, 15
  • 2. Ps 40, 10-11; 68, 27; Apg 2, 42.46; 1. Kor 14, 19.29-31
  • 3. 1. Kor 11, 33; 1. Tim 2, 1-3.8-10; 1. Kor 14, 16
  • 4. 1. Kor 16, 2
  • 5. Jes 66, 23
39. Sonntag
104
Waß wil Gott im fünfften Gebot?

Daß ich meinem Vater und Mutter, und allen die mir fürgesetzet sein, alle ehre, liebe und trewe beweisen, und mich aller guten lehr und straff, mit gebürlichem gehorsam underwerffenh, und auch mit jren gebrechen ge[70]dult haben sola, dieweil uns Gott durch jre hand regieren wilb.
  • h. Ephes. 6. Coloss. 3. Ephes. 5. Prou. 1. Exo. 21
  • a. Prou. 23. Gen. 9
  • b. Ephes. 6. Coloss. 3. Rom. 13
104
[67]Was will Gott im fünften Gebot

Ich soll meinem Vater und meiner Mutter und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und alle gute Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam annehmen,1 auch mit ihren Schwächen und Fehlern Geduld haben,2 weil Gott uns durch ihre Hand regieren will.3
  • 1. Eph 5, 22; 6. 1-2.5; Kol 3, 18.20-24; Spr 1, 8; 4, 1; 15, 20; 20, 20; 2.Mose 21, 17; Röm 13, 1
  • 2. Spr 23, 22; 1. Mose 9, 24-25; 1. Petr 2, 18
  • 3. Eph 6, 4.9; Kol 3, 19.21; Röm 13, 2-7; Mt 22, 21
40. Sonntag
105
Was wil Gott in dem sechsten gebot?

Daß ich meinen nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödtenc: sonder alle rachgirigkeit ablegend, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben sole. Darumb auch die Oberkeit, dem todschlag zuweren, das Schwert tregt.
  • c. Matt. 5. & 26. Gen. 9
  • d. Ephes. 4. Rom. 12. Matt. 5
  • e. Rom. 13. Coloss. 2. Syr. 3. Matt. 4
105
Was will Gott im sechsten Gebot?

Ich soll meinen Nächsten weder mit Gedanken noch mit Worten oder Gebärden, erst recht nicht mit der Tat, auch nicht mit Hilfe anderer, schmähen, hassen, beleidigen oder töten. Ich soll vielmehr1 alle Rachgier ablegen, mir auch nicht selbst Schaden zufügen oder mich mutwillig in Gefahr begeben.2 Darum hat auch der Staat den Auftrag, durch seine Rechtsordnung das Töten zu verhindern.3
  • 1. Mt 5, 21-22.26.52; 1. Mose 9, 6; Eph 4, 26; Röm 12, 19; Mt 5, 25; 18, 35
  • 2. Röm 13, 14; Kol 2, 23; Sir 3, 27; Mt 4, 7
  • 3. 1. Mose 9, 6; 2. Mose 21, 14; Mt 26.52; Röm 13, 4
106
Redet doch diß gebot allein von tödten?

Es wil uns aber Gott durch verbietung deß Todtschlags lehren, daß er die wurtzel des todtschlags, als neidf, haßg, zornh, Rachgirigkeit, hasset, und das solches alles für jm ein heimlicher todtschlag seyei.
  • f. Rom. 1
  • g. 1. Ioan. 2
  • h. Iac. 2. Gal. 5
  • i. 1. Ioh. 3
106
[68]Redet denn dieses Gebot nur vom Töten?

Nein. Gott will uns durch das Verbot des Tötens lehren, daß er schon die Wurzel des Tötens, nämlich Neid, Haß, Zorn und Rachgier1 haßt und daß alles für ihn heimlichesTöten ist.2
  • 1. Röm 1, 28-32; 1. Joh 2, 9-11; Jak 1, 20; Gal 5, 19-21
  • 2. 1. Joh 3, 15
107
[71]Ists aber damit gnug, daß wir unsern nechsten, wie gemelt, nit tödten?

Nein. Denn in dem Gott neid, haß und zorn verdampt: wil er von uns haben, daß wir unsern nechsten lieben als uns selbsta, gegen jm gedult, friedeb, sanfftmuthc, barmhertzigkeitd und freundligkeite erzeigen, seinen schaden, souiel uns möglich, abwendenf, und auch unsern feinden guts thung.
  • a. Matt. 22. & 7
  • b. Ephes. 4
  • c. Matt. 5. Rom. 12
  • d. Matt. 5
  • e. Rom. 12
  • f. Exo. 23
  • g. Matt. 5. Rom. 12
107
Haben wir das Gebot schon erfüllt, wenn wir unseren Nächsten nicht töten?

Nein. Indem Gott Neid, Haß und Zorn verdammt, will er, daß wir unseren Nächsten1 lieben wie uns selbst, ihm Geduld, Frieden, Sanftmut, Barmherzigkeit und2 Freundlichkeit erweisen,3 Schaden, so viel uns möglich, von ihm abwenden, und auch unseren Feinden Gutes tun.4
  • 1. Mt 7, 12; 22, 39
  • 2. Eph 4,2; Gal 6, 1-2; Mt 5, 5.7; Lk 6, 36
  • 3. Röm 12, 10.18; 2. Mose 23, 5
  • 4. Mt 5, 44-45; Röm 12, 20-21
41. Sonntag
108
Waß wil das siebende Gebot?

Daß alle unkeuscheit von Gott vermaledeiet seyh, und daß wir darumb jr von hertzen feind seini, und keusch und züchtig leben sollenk, es sey im heiligen ehestandt oder ausserhalb desselbenl.
  • h. Deut. 18
  • i. Iudæ 1
  • k. 1. Thess. 4
  • l. Heb. 13. 1. Cor. 7
108
[69]Was will Gott im siebenten Gebot?

Gott verurteilt alle Zügellosigkeit.1 Darum sollen wir ihr von Herzen feind sein,2 rücksichtsvoll und verantwortungsbewußt leben,3 sei es nun in der Ehe oder außerhalb derselben.4
  • 1. 3. Mose 18, 27-29
  • 2. Jud 22, 23
  • 3. 1. Thess 4, 3-5
  • 4. Hebr 13, 4; 1. Kor 7, 4
109
Verbeut Gott in diesem gebot nichts [72]mehr denn ehebruch und dergleichen schanden?

Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geists sein, so wil er, daß wir sie beyde sauber und heilig bewaren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, worta, gedancken, lustb, und was den menschen darzu reitzen magc.
  • a. Ephes. 5. 1. Cor. 6
  • b. Matt. 5
  • c. Ephes. 5. 1. Cor. 15
109
Verbietet Gott in diesem Gebot allein den Ehebruch?

Nein. Weil beide, unser Leib und unsere Seele, Tempel des Heiligen Geistes sind, darum will Gott, daß wir beide rein und heilig bewahren. Er verbietet deshalb alle zügellosen Taten, Gebärden, Worte, Gedanken, Begierden1 und alles, was den Menschen dazu reizen kann.2
  • 1. Eph 5, 3-4; 1. Kor 6, 18-; 20; Mt 5, 27-28
  • 2. Eph 5, 18; 1. Kor 15, 33
42. Sonntag
110
Was verbeut Gott im achten Gebot?

Er verbeut nicht allein den diebstald und raubereye, welche die Oberkeit strafft: sondern Gott nennet auch diebstal alle böse stück und anschlege, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zubringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtensf: als unrechtem gewichtg, Elln, maßh, wahre, müntz, wucher, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: darzu auch al[73]len geitza, und unnütze verschwendung seiner gabenb.
  • d. 1. Cor. 6
  • e. 1. Cor. 5
  • f. Luc. 3. 1. Thess. 4
  • g. Prou. 11
  • h. Eze. 45. Deut. 25
  • a. 1. Cor. 6
  • b. Prou. 5
110
[70]Was verbietet Gott im achten Gebot?

Gott verbietet nicht nur Diebstahl und Raub,1 die nach staatlichem Recht bestraft werden. Er nennt Diebstahl auch alle Schliche und betrügerischen Handlungen, womit wir versuchen, unseres Nächsten Gut an uns zu bringen, sei es mit Gewalt oder einem Schein des Rechts:2 mit falschem Gewicht und Maß, mit schlechter Ware,3 gefälschtem Geld und Wucher, oder mit irgendeinem Mittel, das von Gott verboten ist. Er verbietet auch allen Geiz4 und alle Verschwendung seiner Gaben.5
  • 1. 1. Kor 5, 10; 6, 10
  • 2. Lk 3, 14; 1.Thess 4, 6; Spr 11, 1; 16, 11
  • 3. Hes 45, 9-10; Ps 15, 55; 5. Mose 25, 13-15; Lk 6, 35
  • 4. 1. Kor 6, 10
  • 5. Spr 5, 16
111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebot?

Daß ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fürdere, gegen jm also handle, wie ich wolte, daß man mit mir handletec, und trewlich arbeite, auff daß ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mögd.
  • c. Matt. 7
  • d. Ephes. 4
111
Was gebietet dir aber Gott in diesem Gebot?

Ich soll das Wohl meines Nächsten fördern, wo ich nur kann, und an ihm so handeln,1 wie ich möchte, daß man an mir handelt. Auch soll ich gewissenhaft arbeiten, damit ich dem Bedürftigen in seiner Not helfen kann.2
  • 1. Mt 7, 12
  • 2. Eph 4, 28
43. Sonntag
112
Was wil das neund Gebot?

Daß ich wider niemand falsche zeugnuß gebee, niemand seine wort verkeref, kein affterreder und lesterer seieg, Niemand unuerhört, und leichtlich verdammen helffeh: sonder allerley liegen und triegen, als eigene werck des Teufelsi, bey schwerem Gottes zorn vermeidek, in gerichts und allen andern handlungen die warheit liebe, auffrichtig sage und beken[74]nel, auch meines nechsten ehre und glimpff nach meinem vermögen rette und fürderea.
  • e. Prou. 19
  • f. Psal. 15
  • g. Rom. 1
  • h. Matt. 7. Luc. 6
  • i. Ioan. 8
  • k. Prou. 12
  • l. 1. Cor. 13. Ephes. 4
  • a. 1. Pet. 4
112
[71]Was will Gott im neunten Gebot?

Ich soll gegen niemanden1 falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen,2 nicht hinter seinem Rücken reden3 und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig4 verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels5 bei Gottes schwerem Zorn vermeiden.6 Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf7 nach Kräften retten und fördern.8
  • 1. Spr 19, 5.9; 21, 28
  • 2. Ps 15, 3
  • 3. Röm 1, 28.30
  • 4. Mt 7, 1.2; Lk 6, 37
  • 5. Joh 8, 44
  • 6. Spr 12, 22; 13, 5
  • 7. 1. Kor 13, 6; Eph 4, 25
  • 8. 1. Petr 4, 8
44. Sonntag
113
Was wil das zehend Gebot?

Daß auch die geringste lust oder gedancken wider jrgend ein gebot Gottes, in unser hertz nimmermehr komen, sonder wir für und für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollenb.
  • b. Rom. 7
113
Was will Gott im zehnten Gebot?

Wir sollen in unserem Herzen keine Lust und keinen Gedanken aufkommen lassen, gegen irgendein Gebot Gottes zu handeln, sondern wir sollen jederzeit von ganzem Herzen aller Sünde feind sein und Lust zu aller Gerechtigkeit haben.1
  • 1. Röm 7, 7-8
114
Können aber die zu Gott bekeret sind, solche gebot volkömlich halten?

Nein: sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsamsc: doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zulebend.
  • c. 1. Ioan. 1. Rom. 7. Eccl. 7
  • d. Rom. 7. Iac. 2
114
[72]Können aber die zu Gott Bekehrten diese Gebote vollkommen halten?

Nein, sondern es kommen auch die frömmsten Menschen in diesem Leben über einen geringen Anfang dieses Gehorsams nicht hinaus.1 Wohl aber beginnen sie, mit fester Absicht nicht nur nach einigen, sondern nach allen Geboten Gottes zu leben.2
  • 1. 1. Joh 1, 8-10; Röm 7, 14-15; Pred 7, 20
  • 2. Röm 7, 22; Jak 2, 10-11
115
[75]Warumb lest uns denn Gott also scharff die zehen Gebot predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich auff dz wir unser gantzes leben lang unser sündliche art je lenger je mehr erkennena, und souiel desto begiriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchenb. Darnach das wir one underlaß uns befleissen, und Gott bitten umb die gnade des heiligen Geists, daß wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, biß wir das ziel der volkommenheit nach diesem leben erreichenc.
  • a. 1. Ioh. 1. Psal. 32
  • b. Rom. 7
  • c. 1. Cor. 9. Phil. 3
115
[73]Warum läßt uns Gott denn die zehn Gebote so eindringlich predigen, wenn sie doch in diesem Leben niemand halten kann?

Erstens sollen wir unser ganzes Leben lang unsere sündige Art je länger, je mehr erkennen1 und um so begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christus suchen.2
Zweitens sollen wir unaufhörlich uns bemühen und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten, daß wir je länger, je mehr zum Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir nach diesem Leben3 das Ziel der Vollkommenheit erreichen.4
  • 1. 1. Joh 1, 9; Ps 32, 5
  • 2. Röm 7, 24-25
  • 3. 1. Kor 9, 24-25
  • 4. Phil 3, 11-14
45. Sonntag
116
Warumb ist den Christen das gebet nötig?

Darumb das es das fürnembste stück [76]der danckbarkeit ist, welche Gott von uns erforderta, Und das Gott seine gnade und heiligen Geist allein denen wil geben, die jn mit hertzlichem seufftzen ohne underlaß darumb bitten, und jm darfür danckenb.
  • a. Psal. 50
  • b. Matt. 7. Luc. 11. Matt. 13
116
[74]Warum ist den Christen das Gebet nötig?

Weil es die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit ist, die Gott von uns fordert,1 und weil Gott seine Gnade und seinen Heiligen Geist nur denen geben will, die ihn herzlich und unaufhörlich darum bitten und ihm dafür danken.2
  • 1. Ps 50, 14-15
  • 2. Mt 7, 7-8; 13, 12; Lk 11, 9.10.13
117
Was gehöret zu einem solchen gebet das Gott gefalle, und von jm erhöret werde?

Erstlich daß wir allein den einigen waren Gott, der sich uns in seinem wort hat offenbaretc, umb alles daß er uns befohlen hat, von hertzen anruffend. Zum andern daß wir unsere nothe und elend recht gründlich erkennen, uns für dem angesicht seiner Maiestet, zudemütigen. Zum dritten, daß wir diesen festen grund habeng, daß er unser gebed, unangesehen daß wirs unwirdig seind, doch umb des Herrn Christi willen gewißlich wölle erhörenh, wie er uns in seinem wort verheissen hati.
  • c. Ioan. 4
  • d. Rom. 8. 1. Ioan. 5
  • e. 2. Par. 20
  • f. Psal. 2. Esai. 66. Psa. 34
  • g. Rom. 10. Iac. 1
  • h. Ioan. 14. Dan. 9
  • i. Matt. 7. Psal. 143
117
Was gehört zu einem Gebet, damit es Gott gefällt und von ihm erhört wird?

Erstens, daß wir allein den wahren Gott, der sich uns in seinem Wort geoffenbart hat,1 von Herzen anrufen2 um alles, was er uns zu bitten befohlen hat.3
Zweitens, daß wir unsere Not und unser Elend gründlich erkennen,4 um uns vor seinem göttlichen Angesicht zu demütigen.5 [75]Drittens, daß wir diesen festen Grund haben,6 daß er unser Gebet trotz unserer Unwürdigkeit um des Herrn Christus willen gewiß erhören will,7 wie er uns in seinem Wort verheißen hat.8
  • 1. Joh 4, 22-24
  • 2. Joh 4, 23.24
  • 3. Röm 8, 26; 1. Joh 5, 14
  • 4. 2. Chron 20, 12
  • 5. Ps 2, 11; 34, 19; Jes 66, 2
  • 6. Röm 10, 14; Jak 1, 6
  • 7. Joh 14, 13-16; Dan 9, 17-18
  • 8. Mt 7, 8; Ps 143, 1
118
[77]Was hat uns Gott befohlen von jm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche notturffta, welche der HERR Christus begriffen hat in dem Gebet, welches er uns selbst gelehret.
  • a. Iacob. 1. Matt. 6
118
Was hat uns Gott befohlen, von ihm zu erbitten?

Alles, was wir für unser geistliches und leibliches Leben1 nötig haben, wie es der Herr Christus in dem Gebet zusammengefaßt hat, das er uns selber lehrt.
  • 1. Jak 1, 17; Mt 6, 33
119
Wie lautet dasselbe?

Unserb Vater der du bist in himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im himmel. Unser teglich brod gib uns heut. Und vergib uns unser schult, als wir vergeben unsern schuldigern. Nit einfüre uns in versuchung, sonder erlöse uns vom bösen. Denn dein ist [78]das reich, und die krafft, und die herligkeit in ewigkeit, Amen.
  • b. Matt. 6. Luc. 11
119
[76]Wie lautet dieses Gebet?

Unser Vater im Himmel!1 Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wir auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen.
  • 1. Mt 6, 9-13; Lk 11, 2-4
46. Sonntag
120
Warumb hat uns Christus befohlen Gott also anzureden, Unser Vater?

Daß er gleich im anfang unsers gebets in uns erwecke die kindliche furcht und zuuersicht gegen Gott, welche der grund unsers gebets sol sein: nemlich, daß Gott unser Vater durch Christum worden sey, und wolle uns viel weniger versagen, warumb wir jn im glauben bitten, denn unsere Väter uns jrdische ding abschlagena.
  • a. Matt. 7. Luc. 11
120
[77]Warum hat uns Christus befohlen, Gott so anzureden: »Unser Vater«?

Er will in uns gleich zu Anfang unseres Gebetes die kindliche Ehrfurcht und Zuversicht Gott gegenüber wecken, auf die unser Gebet gegründet sein soll; daß nämlich Gott durch Christus unser Vater geworden ist und uns das, worum wir ihn im Glauben bitten, noch viel weniger verweigern will, als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen.1
  • 1. Mt 7, 9-11; Lk 11, 11-13
121
Warumb wird hinzugethan, Der du bist in himmeln?

Auff daß wir von der himlischen [79]Maiestet Gottes nichts jrdisch gedenckena, und von seiner almechtigkeit alle notturfft leibs und der seelen gewartenb.
  • a. Iere. 23. Act. 17
  • b. Rom. 10
121
Warum wird hinzugefügt: »Im Himmel«?

Wir sollen von der himmlischen Hoheit Gottes nichts Irdisches denken und von seiner Allmacht alles erwarten,1 was für Leib und Seele nötig ist.2
  • 1. Jer 23, 23-24; Apg 17, 24-27
  • 2. Röm 10, 12
47. Sonntag
122
Waß ist die erste Bitt?

Geheiliget werde dein name, daß ist, gib uns erstlich daß wir dich recht erkennenc, und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeit, weißheit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rhümen und preisend. Darnach auch daß wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, daß dein Name umb unsert willen nit gelestert, sonder geehret und gepriesen werdee.
  • c. Ioan. 17. Matt. 16. Iac. 1. Psal. 119
  • d. Psal. 119. Rom. 11
  • e. Psal. 115. & 71
122
[78]Was bedeutet die erste Bitte: »Geheiligt werden dein Name«?

Damit beten wir: Gib uns zuerst, daß wir dich recht erkennen und dich heiligen, rühmen und preisen1 in allen deinen Werken, in denen deine Allmacht, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit leuchten. Gib uns auch, daß wir unser ganzes Leben, unsere Gedanken, Worte und Werke darauf richten, daß dein Name unsertwegen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde.2
  • 1. Joh 17, 3; Mt 16, 17; Jak 1, 5; Ps 119, 105; Ps 119, 137; Röm 11, 22.33
  • 2. Ps 71, 8; 115, 1
48. Sonntag
123
Was ist die ander Bitt?

Zukom dein Reich, daß ist, [80]Regiere uns also durch dein wort und geist, daß wir uns dir je lenger je mehr underwerffena, erhalt und mehre deine kirchenb, und zerstöre die werck des Teuffels, und allen gewalt, der sich wider dich erhebt, und alle böse rhatschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werdenc, biß die volkommenheit deines Reichs herzu kommed, darin du wirst alles in allen seine.
  • a. Matt. 6. Psal. 119. & 143
  • b. Psal. 51. & 122
  • c. 1. Ioan. 3. Rom. 16
  • d. Apoc. 22. Rom. 8
  • e. 1. Cor. 15
123
[79]Was bedeutet die zweite Bitte: »Dein Reich komme«?

Damit beten wir: Regiere uns durch dein Wort und deinen Geist, daß wir dir je länger, je mehr gehorchen.1 Erhalte und mehre deine Kirche2 und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich gegen dich erhebt, und alle Machenschaften, die gegen dein heiliges Wort erdacht werden,3 bis die Vollendung deines Reiches kommt, in dem du alles in allen sein wirst.4
  • 1. Ps 119, 5; 143, 10; Mt 6, 33
  • 2. Ps 51, 20; 122, 6-7
  • 3. 1. Joh 3, 8; Röm 16, 20
  • 4. Offb 22, 17.20; Röm 8, 22-23; 1. Kor 15, 28
49. Sonntag
124
Was ist die dritte Bitt?

Dein Will geschehe auff erden wie im himmel, das ist, verleihe daß wir und alle menschen unserm eigenen willen absagenf, und deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorcheng, daß also jederman sein ampt und beruff so willig und trewlich außrichteh, wie die Engel im himmeli.
  • f. Matt. 16. Tit. 2
  • g. Luc. 22
  • h. 1. Cor. 7
  • i. Psal. 103
124
Was bedeutet die dritte Bitte: »Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden«?

Damit beten wir: Hilf, daß wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen1 und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen,2 so daß jeder seine irdischen Aufgaben so willig und treu ausübt3 wie die Engel im Himmel.4
  • 1. Mt 16, 24; Tit 2, 12
  • 2. Lk 22, 42
  • 3. 1. Kor 7, 24
  • 4. Ps 103, 20-21
50. Sonntag
125
[81]Was ist die vierde Bitt?

Gib uns heut unser teglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblichen notturfft versorgena, auff daß wir dardurch erkennen, daß du der einig ursprung alles guten bistb, und daß one deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeienc, und wir derhalben unser vertrawen von allen Creaturen abziehen, und allein auff dich setzend.
  • a. Psa. 104. & 145. Matt. 6
  • b. Act. 14. & 17
  • c. 1. Cor. 15. Deut. 8. Psal. 37
  • d. Psal. 55. & 62
125
[80]Was bedeutet die vierte Bitte: »Unser tägliches Brot gibt uns heute«?

Damit beten wir: Versorge uns mit allem, was für Leib und Leben nötig ist.1 Lehre uns dadurch erkennen, daß du allein der Ursprung alles Guten bist2 und daß ohne deinen Segen unsere Sorgen und unsere Arbeit wie auch deine Gaben uns nichts nützen.3 Laß uns deshalb unser Vertrauen von allen Geschöpfen abwenden und es allein auf dich setzen.4
  • 1. Ps 104, 27-28; 145, 15-16; Mt 6, 25-26
  • 2. Apg 14, 17; 17, 27-28
  • 3. 1. Kor 15, 58; 5. Mose 8, 3; Ps 37, 16-17
  • 4. Ps 55, 23; 62, 11
51. Sonntag
126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib uns unsere schuld, als auch wir vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, auch das böse, so uns noch jmmerdar anhenget umb des bluts Christi willen nit zurech[82]nene, wie auch wir diß zeugnuß deiner gnad in uns befinden, daß unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zuuerzeihena.
  • e. Psal. 51. & 143. 1. Ioan. 2
  • a. Matt. 6
126
Was bedeutet die fünfte Bitte: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern«?

Damit beten wir: Rechne uns armen Sündern alle unsere Missetat und das Böse, das uns immer noch anhängt,1 um des Blutes Christi willen nicht zu, wie auch wir es als Zeugnis deiner Gnade2 in uns finden, unserem Nächsten von Herzen verzeihen zu wollen.
  • 1. Ps 51, 1-5; 143, 2; 1. Joh 2, 1-2
  • 2. Mt 6, 14-15
52. Sonntag
127
Was ist die sechste Bitt?

Und für uns nit in versuchung, sondern erlöse uns vom bösen, das ist, dieweil wir auß uns selbst so schwach seind, daß wir nit einen augenblick bestehen könnenb, und darzu unsere abgesagte feind, der Teufelc, die weltd, und unser eigen fleische, nit auffhören uns anzufechten, so wollest uns erhalten und stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff dz wir jnen mögen festen widerstant thun, und in diesem geistlichen streit nit unden ligenf, biß das wir entlich den sieg volkomlich behalteng.
  • b. Ioan. 15. Psal. 103
  • c. 1. Pet. 5. Ephes. 6
  • d. Ioan. 15
  • e. Rom. 7. Galat. 5
  • f. Matt. 26. Mar. 13
  • g. 1. Thess. 3
127
[81]Was bedeutet die sechste Bitte: »Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen«?

Damit beten wir: Aus uns selbst sind wir so schwach, daß wir nicht einen Augenblick1 bestehen können.2 Auch hören unsere erklärten Feinde, der Teufel, die Welt und unser eigenes Wesen, nicht auf, uns anzufechten.3 Darum erhalte und stärke uns durch die Kraft deines Heiligen Geistes, daß wir ihnen fest widerstehen4 und in diesem geistlichen Streit5 nicht unterliegen, bis wir endlich den völligen Sieg6 davontragen.
  • 1. Joh 15, 5
  • 2. Ps 103, 14-16
  • 3. 1. Petr 5, 8; Eph 6, 12; Joh 15, 19; Röm 7, 23; Gal 5, 17
  • 4. Mt 26, 41
  • 5. Mk 13, 33
  • 6. 1. Thess 3, 13; 5, 23-24
128
Wie beschleust du diß Gebet?

[83]Denn dein ist das Reich, die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, daß du als unser König, und aller ding mechtig, uns alles guts geben wilst, und kansta, und daß also nicht wir, sonder dein heiliger name ewig sol gepriesen werdenb.
  • a. Rom. 10. 2. Pet. 2
  • b. Ioan. 14
128
[82]Wie beschließt du dieses Gebet? »Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit«.

Damit beten wir: Dies alles erbitten wir darum von dir, weil du als unser König und aller Dinge mächtig uns alles Gute geben willst und kannst,1 und daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig gepriesen werde.2
  • 1. Röm 10, 11-12; 2. Petr 2, 9
  • 2. Joh 14, 13; Ps 115, 1
129
Was bedeut das wörtlein, Amen?

Amen heist, das sol war und gewiß sein: denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, daß ich solches von jhm begerec.
  • c. 2. Cor. 1. 2. Tim. 2
129
Was bedeutet das Wort: »Amen«?

Amen heißt: Das ist wahr und gewiß! Denn mein Gebet ist von Gott viel gewisser erhört, als ich in meinem Herzen fühle, daß ich dies alles von ihm begehre.1
  • 1. 2. Kor 1, 20; 2. T im 2, 13