Heidelberg Catechism

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Catechismus 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907) German
Catechismus Heidelberg: Mayer, 1576 German
I. LECTIO. Der 1. Sontag.
I. LECTIO. Der 1. Sontag.
1
[4]Was ist dein einiger trost in leben vnd in sterben?

Das ich mit Leib vnd Seel, beyde in leben vnd in sterbena nicht meinb, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen binc, der mit seinem thewren blutd, für alle meine sünden volkommlich bezalete, vnd mich ausz allem gewalt des Teuffels erlöset hatf, vnd also bewaretg, das one den willen meines Vatters im Himmel, kein har von meinem haupt kan fallenh, ja auch mir alles zu meiner seligkeyt dienen muszi. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichertk, vnd jm forthin zu leben von hertzen willig vnd bereit machtl.
  • a. Rom. 14, 8
  • b. 1. Cor. 6, 19
  • c. 1. Cor. 3, 23
  • d. 1. Pet. 1, 18f
  • e. 1. Ioha. 1, 7; 2, 2
  • f. 1. Ioha. 3, 8
  • g. Ioh. 6, 39
  • h. Matt. 10, 29—31. Luc. 21, 18
  • i. Rom 8, 28
  • k. 2. Cor. 1, 21f. Ephes. 1, 13f. Rom. 8, 15f
  • l. Rom. 8, 14
1
[1]Was ist dein einiger Trost in leben vnd in sterben?

Daß ich mit Leib vnnd Seel, beyde in leben vnnd in sterbena nicht meinb, sonder meines getrewen Heylands Jesu CHristi eigen binc, der mit seinem thewren Blutd für alle meine Sünden vollkömlich bezalete, vnd mich auß allem gewalt deß Teuffels erlöset hatf, vnd also bewaretg, daß one den willen meines Vatters im Himmel kein haar von meinem haupt kan fallenh, ja auch mir alles zu meiner Seligkeit dienen mußi. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist deß ewigen Lebens versichertk, vnd im forthin zuleben von Hertzen willig vnd bereit macht.l
  • a. Cor. 6. versu. 19
  • b. Ro. 14. 8
  • c. 1. Cor. 3. 16. 23
  • d. 1. Pet. 1. 19
  • e. 1. Ioha. 1. 7 & 2. 2
  • f. 1. Ioh. 3. 8. Heb. 14
  • g. Ioh. 6. 39
  • h. Matt. 10. 30. Lu. 21. 18
  • i. Ro. 8. 28
  • k. 2. Cor. 1. 22. & 5. 5
  • l. Ro. 8. 14
2
Wieuiel stück seind dir nötig zu wissen, dasz du in diesem trost seliglich leben vnd sterben mögest?

Drey stücka. Erstlich wie grosz meine sünde vnnd elend [5]seyenb. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden vnnd elend erlöset werdec. Vnd zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung sol danckbar seind.
  • a. Luc. 24, 46f. 1. Cor. 6, 11. Tit. 3, 3—7
  • b. Ioha. 6. [9, 41]; 15, 22
  • c. Ioha. 17, 3
  • d. Ephe. 5, 8—11. 1. Pet. 2, 9—12. Rom. 6, 11—14
2
Wieuiel stück seind dir nötig zuwissen, daß du in diesem trost seliglich leben vnd sterben mögest?

[2]Drey stücka. Erstlich wie groß meine Sünd vnd elend seyenb. Zum andern, wie ich von allen meinen Sünden vnnd elend erlöset werdec. Vnnd zum dritten, wie ich GOtt für solche erlösung sol danckbar sein.d
  • a. Lu. 24. 47 1. Cor. 6. 11 Tim. 3. & 4. 5
  • b. Ioh. 6. 41
  • c. Ioh. 17. 3
  • d. Eph. 5. 10. 1. Pet. 2. Rom. 6
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
Der erste theil. Von deß Menschen elend.
Der 2. Sontag.
Der 2. Sontag.
3
Woher erkennest dein elend?

Ausz dem Gesetz Gottesa.
  • a. Rom. 3, 20
3
Woher erkennestu dein elend?

Auß dem Gesetz Gottes.e
  • e. Rom. 3. 20
4
Was erfordert denn das Göttlich Gesetz von vns?

Disz lehret vns Christus in einer summa, Matth. am 22. Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth vnd allen krefften, disz ist das fürnemste vnnd das gröste gebott: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen gebotten hanget das gantze gesetz vnd die Prophetena.
  • a. Luc. 10, 27
4
Was erfordert denn das Göttlich Gesetz von vns?

Diß lehret vns CHRistus in einer Summa, Matth am 22. Du solt lieben Gott deinen Herrn, von gantzem Hertzen, von gantzer Seelen, von gantzem Gemüt, vnd allen Kräff[3]ten, Diß ist das fürnemmeste vnd das gröste Gebott: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen Gebotten hanget das gantze Gesetz vnd die Propheten.a
  • a. Luc. 10. 27
5
Kanstu disz alles vollkomlich halten?

Neina: denn ich bin von natur geneigt Gott vnd meinen Nechsten zu hassenb.
  • a. Rom. 3, 10—12, 23. 1. Iohan. 1, 8, 10
  • b. Rom. 8, 7. Ephes. 2, 3
5
Kanstu diß alles vollkömlich halten?

Neinb: denn ich bin von natur geneigt GOtt vnnd meinen Nechsten zu hassen.c
  • b. Ro. 3. 20. 1. Ioh. 1. 8
  • c. Rom. 7. 8. Ephes. 2. 3
Der 3. Sontag.
Der 3. Sontag.
6
[6]Hat denn Gott den menschen also bösz vnnd verkert erschaffen?

Neina: sonder Gott hat den menschen gut, vnnd nach seinem ebenbild erschaffenb, das ist, in warhafftiger gerechtigkeyt vnd heiligkeyt, auff dasz er Gott seinen Schöpffer recht erkennte, vnd von hertzen liebte, vnd in ewiger seligkeyt mit jm lebte, jn zu loben vnd zu preisenc.
  • a. Gen. 1, 31
  • b. Gen. 1, 26f
  • c. 2. Cor. 3, 18. Coloss. 3, 10. Ephes. 4, 24
6
Hat denn Gott den Menschen also böß vnd verkert erschaffen?

Neind: sonder Gott hat den Menschen gut, vnd nach seinem Ebenbild erschaffene, das ist, in warhafftiger Gerechtigkeit vnnd Heiligkeit, auff daß er Gott seinen Schöpffer recht erkennte, vnd von Hertzen liebte, vnnd in ewiger selig[4]keit mit jm lebte, jn zu loben, vnd zu preisen.a
  • d. Gen. 1. 31
  • e. Gen. 1. 26
  • a. 2. Cor. 3. 18. Col. 3. 10. Eph. 4. 24
7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?

Ausz dem fall vnd vngehorsam vnser ersten eltern Adams vnd Euen im Paradeisza, da vnser natur also vergifftet worden, dasz wir alle in sünden empfangen vnd geboren werdenb.
  • a. Gen. 3. Rom. 5, 12, 18f
  • b. Psalm. 51, 7
7
Woher kompt denn solche verderbte art deß Menschen?

Auß dem fall vnd vngehorsam vnser ersten Eltern Adams vnnd Euen im Paradeißb, da vnser Natur also vergifftet worden, daß wir alle in Sünden empfangen vnd geboren werden.c
  • b. Genes. 3. Rom. 5. 12 18. 19
  • c. Psal. 51. 7. Gen. 5. 3
8
Seind wir aber dermassen verderbt, dasz wir gantz vnnd gar vntüchtig seind zu einigem guten, vnnd geneigt zu allem bösen?

Jaa: Es sey denn, dasz wir durch den Geist Gottes wider geboren werdenb.
  • a. Iohan. 3, 6. Gen. 6, 5. Iohan. [Job.] 14, 4; 15, 14, 16, 35. Esai. 53, 6
  • b. Iohan. 3, 5
8
Seind wir aber dermassen verderbet, daß wir gantz vnnd gar vntüchtig seind zu einigem guten, vnd geneiget zu allem bösen?

Jad: Es sey denn daß wir durch den Geist Gottes wider geboren werden.e
  • d. Ioh. 2. 16. Gen. 6. 5. Ioh. 14. 4. & 15. 16. & 35. Esa. 53. 6
  • e. Ioh. 3. 6
Der 4. Sontag.
Der 4. Sontag.
9
Thut denn Gott dem menschen nicht vnrecht, dasz er in seinem Gesetz von jm fordert das er nicht thun kan?

[7]Nein: Denn Gott hat den menschen also erschaffen, dasz er es kondte thuna: der mensch aber hat sich vnd alle seine nachkommen, ausz anstifftung des Teuffels, durch mutwilligen vngehorsam derselbigen gaben beraubtb.
  • a. Ephe. 4, 24
  • b. Rom. 5, 12
9
Thut denn Gott dem Menschen nit vnrecht, daß er in seinem Gesetz von jm fordert das er nicht thun kan?

Neinf: Denn Gott hat den Men[5]schen also erschaffen, daß er es köndte thuna: der Mensch aber hat sich vnd alle seine nachkommen, auß anstifftung deß Teuffels, durch mutwilligen vngehorsam derselbigen gaben beraubt.b
  • f. Eph. 4. 14
  • a. Luc. 10. 30. &c
  • b. Rom. 5. 12
10
Wil Gott solchen vngehorsam vnnd abfall vngestrafft lassen hingehen?

Mit nichtena: sonder er zürnet schrecklich, beyde vber angeborne vnd würckliche sünden, vnd will sie ausz gerechtem vrtheil zeitlich vnnd ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des gesetzes, dasz ers thueb.
  • a. Rom. 5, 12. Heb. 9, 27
  • b. Deut. 27, 26. Galat. 3, 10
10
Wil Gott solchen vngehorsam vnd abfall vngestrafft lassen hingehen?

Mit nichtenc: sondern er zürnet schrecklich, beyde vber angeborne vnnd wirckliche Sünden, Vnd wil sie auß gerechtem vrtheil zeitlich vnd ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verfluchet sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem Buch deß Gesetzes, daß ers thue.d
  • c. Rom. 5. 12 Heb. 9. 27
  • d. Deu. 27. 26. Gal. 3. 10
11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?

Gott ist wol barmhertziga, er ist aber auch gerechtb, derhalben erfordert seine gerechtigkeyt, dasz die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, dz ist, der ewigen straff an leib vnd seel gestrafft werde.
  • a. Exo. 34, 6f
  • b. Exo. 20, 5. Psal. 5, 5f. 2. Cor. 6, 14—16
11
Ist denn GOTT nicht auch barmhertzig?

GOtt ist wol barmhertzige, er ist [6]aber auch gerechta, derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste Maiestet GOttes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straffe an Leib vnd Seel gestrafft werde.
  • e. Exo. 34. 6
  • a. Exo. 20. 5. Psal. 5. 5. 2. Cor. 6. 14
DER ANDER THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
Der ander theil. Von deß Menschen Erlösung.
II. LECTIO. Der 5. Sontag.
II. LECTIO. Der 5. Sontag.
12
[8]Dieweil wir denn nach dem gerechten vrtheil Gottes zeitliche vnnd ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, vnd widerumb zu gnaden kommen?

Gott will das seiner gerechtigkeyt gnug geschehea, derwegen müssen wir derselben entweder durch vns selbst, oder durch einen andern volkommene bezalung thunb.
  • a. Exo. 20, 5; 23, 7
  • b. Rom. 8, 3f
12
Dieweil wir denn nach dem gerechten Vrtheil Gottes zeitliche vnd ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, vnd widerumb zu gnaden kommen?

GOtt wil daß seiner Gerechtigkeit genug gescheheb, Derwegen müssen wir derselben entweder durch vns selbst, oder durch einen andern vollkommene bezalung thun.c
  • b. Exod. 20. 5. & 2. 7
  • c. Rom. 8. 3
13
Können wir aber durch vns selbst bezalung thun?

Mit nichten: sonder wir machen auch die schuld noch täglich grössera.
  • a. Iob. 9, 2f.; 15, 15f. Matth. 6, 12
13
Können wir aber durch vns selbst bezalung thun?

Mit nichten: sondern wir machen [7]auch die schuld noch täglich grösser.a
  • a. Iob 9. 23. & 15. 25. Mat. 6. 12
14
Kan aber jrgend eine blosse Creatur für vns bezalen?

Keine: Denn erstlich will Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hata. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, vnd andere dauon erlösenb.
  • a. Heb. 2, 14—18
  • b. Psal. 130, 3
14
Kan aber jrgend eine blosse Creatur für vns bezalen?

Keine; Dann erstlich wil Gott an keiner andern Creatur straffen, das der Mensch verschuldet hatb. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last deß ewigen zorns Gottes wider die Sünde ertragen, vnd andere dauon erlösen.c
  • b. Heb. 2. 14
  • c. Psa. 130. 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler vnnd Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein warera, vnd gerechter menschb, vnd [9]doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott seyc.
  • a. 1. Cor. 15, 21f., 25f
  • b. Iere. 33, 16. Ies. 53, 11. 2. Cor. 5, 21. Heb. 7, 15—17
  • c. Esai. 7, 14. Rom. 9. [8, 3f.]. Ierem. 23, 6
15
Was müssen wir denn für einen Mittler vnd erlöser suchen?

Einen solchen der ein warerd, vnd gerechter Mensche, vnd doch stercker dann alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.f
  • d. 1. Cor. 15. 21
  • e. Ier. 23. 6. Esa. 53. 11. 2. Cor. 5. Heb. 7
  • f. Esa. 7. 14. Rom. 8. 3. Iere. 23
Der 6. Sontag.
Der 6. Sontag.
16
Warumb musz er ein warer vnd gerechter mensch sein?

Darumb, dasz die gerechtigkeyt Gottes erforderta, dasz die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: vnd aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezalenb.
  • a. Rom. 5, 12, 15
  • b. 1. Petr. 3, 18. Esai. 53, 3—5
16
Warumb muß er ein warer vnnd gerechter Mensch sein?

Darumb, daß die Gerechtigkeit Got[8]tes erfoderta, daß die Mnsechlich natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezalet: vnd aber einer, der selbst ein Sünder were, nit könte für andere bezalen.b
  • a. Rom. 5. Ierem. 33
  • b. 1. Pet. 3. 18
17
Warumb musz er zugleich warer Gott sein?

Dasz er ausz krafft seiner Gottheita, den last des zorns Gottes, an seiner menschheyt ertragen, vnnd vns die gerechtigkeyt, vnd das leben erwerbenb, vnd widergeben möchtec.
  • a. Esai. 53, 8. Actor. 2, 24. 1. Pet. 3, 18
  • b. Iohan. 3, 16. Act. 20, 28
  • c. 1. Ioh. 1, 2
17
Warumb muste er zugleich warer Gott sein?

Daß er auß krafft seiner Gottheitc den last deß zorns GOttes an seiner Menschheit ertragen, vnnd vns die Gerechtigkeit, vnd das Leben erwerbend, vnd wider geben möchte.e
  • c. Esa. 33. 8. Acto. 2. 24 1. Pet. 3. 18
  • d. Ioh. 3. 16
  • e. Act. 20. 28 Ioh. 1. 2. & 4. 9
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zu gleich warer Gott, vnd ein warer gerechter mensch ist?

[10]Vnser Herr Jesus Christusa, der vns zur volkommenen erlösung vnd gerechtigkeyt geschenckt istb.
  • a. Matt. 1, 23. 1. Tim. 3, 16. Luc. 2, 11
  • b. 1. Cor. 1, 30
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich warer Gott, vnd ein warer gerechter Mensch ist?

Vnser Herr Jesus Christusf, der vns zur vollkommenen Erlösung vnnd Gerechtigkeit geschenckt ist.g
  • f. Mat. 1. 23. 1. Ti. 3. 16. Luc. 2. 11
  • g. 1. Cor. 1. 30
19
Woher weistu das?

Ausz dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeisza hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzuätterb vnd Propheten lassen verkündigen, vnd durch die Opffer vnnd andere Ceremonien des Gesetzes fürgebildetc. Endtlich aber durch seinen eingeliebten Son erfülletd.
  • a. Gen. 1. [3, 15.]
  • b. Gen. 22, 18; 49, 10f. Rom. 1, 2. Heb. 1, 1. Act. 3, 22—24; 10, 43
  • c. Iohan. 5, 46. Hebr. 10, 7
  • d. Rom. 10, 4. Gal. 4, 4f
19
Woher weistu das?

Auß dem heiligen Euangelio, wel[9]ches GOtt selbst anfänglich im Paradeißa hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzuätterb vnd Propheten lassen verkündigen, vnd durch die Opffer vnnd andere Ceremonien deß Gesetzes fürgebildetc, Endlich aber durch seinen eingeliebten Son erfüllet.d
  • a. Gen. 3. 15
  • b. Gen. 22. 18. & 49. 10. 11. Rom. 1. 2. Heb. 1. 1. Act. 3. 22. 23. 24. & 10. 43
  • c. Iohan. 5. 46. Heb. 10. 5
  • d. Rom. 10. 4. Gal. 4. 4
Der 7. Sontag.
Der 7. Sontag.
20
Werden denn alle menschen widerumb durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben jm werden eingeleibet, vnd alle seine wolthaten annemena.
  • a. Iohan. 1, 12f. Esai. 53, 11. Psalm. 2, 12. Rom. 11, 20. Heb. 4, 2f.; 10, 39
20
Werden denn alle Menschen widerumb durch CHristum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sondern allein diejenigen, die durch waren Glauben jm werden eingeleibet, vnd alle seine wolthaten annemen.e
  • e. Ioha. 1. 12. & 3. 36. Esa. 53. 11. Psal. 2. 12. Rom. 11. 17. 19. Heb. 4. 2
21
Was ist warer glaub?

Es ist nicht allein ein gewisse erkandtnusz, dardurch ich alles für war halte, was vns Gott in seinem wort hat offenbareta: sonder auch ein hertzliches vertrawenb, welches der heilige geistc durchs Euangelium in mir würcketd, dasz nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der sünden, ewige [11]gerechtigkeyt vnd seligkeyt von Gott geschenckt seye, ausz lauter gnaden, allein vmb des verdiensts Christi willenf.
  • a. Iacob. 1, 6
  • b. Rom. 4, 16—18; 5, 1
  • c. 2. Cor. 4, 13. Ephes. 2. Matt. 16, 17. Philip. 1, 19, 29
  • d. Rom. 1, 16; 10, 17
  • e. Hebr. 11, 1f. Rom. 1, 17
  • f. Ephe. 2, 7—9. Rom. 3, 24f. Gal. 2, 16
21
Was ist warer Glaub?

Es ist nit allein ein gewisse erkanntnuß, dardurch ich alles für war halte, was vns GOtt in seinem wort hat offenbaretf: sonder auch ein Hertzliches vertraweng, welches der H. Geisth durchs [10]Euangelium in mir wircketa, daß nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit vnd seligkeit von Gott geschenckt seyb, auß lauter gnaden allein vmb deß verdiensts Christi willen.c
  • f. Heb. 11. 1. 3. Iac. 3. 19
  • g. Rom. 4. 16. & 10
  • h. 2. Cor. 4. Ephes. 2. 7. 8. 9. & 10. 39
  • a. Heb. 10. 38
  • b. Rom. 3. 24. 25. Gal. 2. 6
  • c. Mat. 28. 20
22
Was ist aber einem Christen noth zuglauben?

Alles was vns im Euangelio verheissen wirda, welchs vns die Artickel vnsers allgemeinen vngezweifelten Christlichen glaubens in einer summa lehren.
  • a. Ioha. 20, 31. Matt. 28, 20
22
Was ist aber einem Christen not zu glauben?

Alles was vns im Euangelio verheissen wirdtd, welches vns die Articul vnsers allgemeinen vngezweiffelten Christlichen Glaubens in einer Summa lehren.
  • d. Ioh. 20. 31
23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vatter, den allmechtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden. Vnd in Jesum Christum, seinen eingebornen Son vnsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren ausz Maria der Jungfrawen, gelitten vnder Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben vnnd begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage [12]wider aufferstanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vatters, von dannen er kommen wird, zu richten die lebendigen vnd die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches, vnd ein ewigs leben.
23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vatter den Allmächtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden. Vnd in Jesum Christum, seinen eingebornen Son vn[11]sern HERRN, der empfangen ist von dem H. Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen, gelidten hat vnder Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben vnd begraben, abgestigen zu der Hellen, am dritten tage wider aufferstanden ist von den Todten, auffgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes deß Allmächtigen Vatters, von dannen er kommen wirt, zurichten die Lebendigen vnd die Todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der Sünden, aufferstehung [12]deß Fleisches, vnd ein ewiges Leben.
Der 8. Sontag.
Der 8. Sontag.
24
Wie werden diese Artickel abgetheilt?

In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vatter, vnnd vnser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, vnd vnser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, vnd vnser heiligung.
24
Wie werden dise Articul abgetheilt?

In drey theil, Der erst ist von Gott dem Vatter, vnnd vnser erschaffung. Der ander von Gott dem Sohn, vnnd vnser Erlösung. Der dritte von Gott dem H. Geist, vnnd vnser Heiligung.
25
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ista: warumb nennestu drey, den Vatter, Son, vnd heiligen Geist?

Darumb dasz sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hatb, dasz dise drey vnderschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
  • a. Deut. 6, 4
  • b. Esai. 61, 1. Psal. 110, 1. Matth. 3, 16f.; 28, 19. 1. Ioha. 5, 7
25
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ista, warumb nennest du drey, den Vatter, Sohn vnd heiligen Geist?

Darumb daß sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hatb, daß diese drey vnterschiedliche Personen der einig warhafftig ewig Gott seind.
  • a. Deut. 6. 4 Ephes. 4 5. & 6
  • b. Esa. 61. 1. Psal. 110. 1. Matth. 3. 16. 27. & 28. 19. 1. Ioh. 5. 7
Der 9. Sontag.
Der 9. Sontag.
26
Was glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vatter, den allmechtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden?

Dasz der ewig Vatter vnsers Herrn Jesu Christi, der Himmel [13]vnnd Erden sampt allem was drinnen ist, ausz nichts erschaffena, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen raht vnd fürsehung erhelt vnd regieretb: vmb seines Sons Christi willen, mein Gott vnnd mein Vatter seyc, auff welchen ich also vertrawe, dasz ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notturfft leibs vnd der seelen versorgend, auch alles vbel, so er mir in diesem jammerthal zuschicket, mir zu gut wendene: dieweil ers thun kan, als ein allmechtiger Gottf: vnd auch thun will als ein getrewer Vatterg.
  • a. Gen. 1. Psal. 33, 6
  • b. Psal. 104, 2—5. Matt. 10, 29f. Heb. 1, 3. Psal. 115, 3
  • c. Ioh. 1, 12. Rom. 8, 15. Gal. 4, 5—7. Ephes. 1, 5
  • d. Psal. 55, 23. Matth. 6, 25f. Luc. 12, 22—24
  • e. Rom. 8, 28
  • f. Rom. 10, 12
  • g. Matt. 6, 26; 7, 9—11
26
Was glaubstu wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vatter den Allmächtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden?

[13]Daß der ewig Vatter vnsers Herrn Jesu Christi, der Himmel vnd Erden, samt allem was drinnen ist, auß nichts erschaffena, auch dieselbige noch durch seinen ewigen Raht vnd Fürsehung erhelt vnnd regiertb, vmb seines Sohns Christi willen mein Gott vnd mein Vatter seyc, auff welchen ich also vertrawe, daß ich nit zweiffel, er werde mich mit aller notturfft leibs vnd der seelen versorgend, auch alles vbel, so er mir inn diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wendene: dieweil ers thun kan, als ein allmächtiger Gottf, vnd auch thun wil als ein getrewer Vatter.g
  • a. Gen. 1. Psal. 33. 9
  • b. Psal. 104. & 105. 3. Matth. 10. 29. Heb. 1. 3. Psal. 115
  • c. Ioh. 1. 12. Rom. 8. 15 Ioha. 1. 5. Gal. 4. 5. 6. 7
  • d. Psal. 55. 23. Matth. 6. 25. 26. Luc. 12. 22
  • e. Ro. 8. 28
  • f. Ro. 10. 12
  • g. Matth. 6. 26. & 7. 9. 10. 11
Der 10. Sontag.
Der 10. Sontag.
27
Was verstehestu durch die fürsehung Gottes?

Die allmechtige vnd gegenwertige krafft Gottesa, durch welche er Himel vnnd Erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erheltb, vnnd also regiert, das laub vnnd grasz, regen vnd dürre, fruchtbare vnd vnfruchtbare jar, essen vnd trinckenc, gesundheyt vnd kranckheitd, reichthumb vnd armute, vnd alles, nicht one gefähr, sonder von seiner väterlichen hand vns zukomme.
  • a. Acto. 17, 25ff
  • b. Heb. 1, 2f
  • c. Ierem. 5, 24. Actor. 14, 17
  • d. Ioh. 9, 3
  • e. Prou. 22, 2
27
Was verstehestu durch die Fürsehung Gottes?

Die allmächtige vnd gegenwertige krafft Gottesh, durch welche er Himmel vnd Erden, sampt allen Creaturen gleich als mit seiner Hand noch erhelti [14]vnd also regieret, daß Laub vnd Graß, Regen vnd dürre, fruchtbare vnnd vnfruchtbare Jar, Essen vnd Trinckena, Gesundheit vnd Kranckheitb, Reichthumb vnd Armutc, vnd alles, nit one gefähr, sondern von seiner Vätterlichen Hand vns zukomme.
  • h. Acto. 17. 25
  • i. Heb. 1. 3
  • a. Ier. 5. 24. Act. 14. 17
  • b. Ioh. 9. 3
  • c. Pro. 22. 2
28
Was für nutz bekommen wir ausz erkandtnusz der schöpffung vnd fürsehung Gottes?

Das wir in aller widerwertigkeyt gedultiga, in glückselig[14]keyt danckbarb, vnnd auffs zukünfftig guter zuuersicht zu vnserm getrewen Gott vnd Vatter sein sollen, dasz vns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirdc, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, dasz sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen könnend.
  • a. Rom. 5, 3. Iacob. 1, 3. Iob. 1, 21
  • b. Deut. 8, 10. 1. Thess. 5, 18
  • c. Rom. 8, 38f
  • d. Iob. 1, 12. Acto. 17, 25—28. Prou. 21, 1
28
Was für nutz bekommen wir auß erkanntnuß der Schöpffung vnnd Fürsehung Gottes?

Daß wir in aller widerwertigkeit gedultigd, in glückseligkeit danckbare, vnnd auffs zukünfftig guter zuuersicht zu vnserm getrewen Gott vnd Vatter, sein sollen, daß vns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirtf, dieweil alle Creaturen also in seiner Hand sind, daß sie sich ohne seinen willen auch nit regen noch bewegen können.g
  • d. Rom. 5. 3. Iacob. 1. 3. Iob. 1. 21
  • e. Deu. 8. 10. 1. Th. 5. 18
  • f. Rom. 5. 4. 5. 6. Ro. 8. 38
  • g. Ioh. 1. 12. & 2. 6. Act. 7. 25. 26. Prou. 21. 1
III. LECTIO. Der 11. Sontag.
III. LECTIO. Der 11. Sontag.
29
Warumb wird der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genannt?

Darumb dasz er vns selig macht von vnsern sündena, vnd dasz bey keinem andern einige seligkeyt zusuchen noch zufinden istb.
  • a. Matt. 1, 21. Heb. 7, 25
  • b. Act. 4, 12
29
Warumb wirt der Son GOttes Jesus, das ist, Seligmacher, genannt?

[15]Darumb, daß er vns selig macht von vnsern sündena, vnnd daß bey keinem andern einige Seligkeit zusuchen noch zufinden ist.b
  • a. Mat. 1. 21. Heb. 7. 25
  • b. Act. 4. 12
30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die jre seligkeyt vnd heil bey heiligen, bey jnen selbst, oder anderstwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher vnd Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümena. Denn entweder Jesus nicht ein volkommener Heiland sein musz: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in jm haben, das zu jrer seligkeyt vonnöten istb.
  • a. 1. Cor. 1, 13, 30f. Gal. 5, 4
  • b. Esai. 9, 6. Coloss. 1, 19f.; 2, 10. Iohan. 1, 16
30
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher Jesum, die jhre Seligkeit vnnd Heil bey Heiligen, bey jnen selbst, oder anderßwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher vnd Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rühmenc, Denn entweder Jesus nicht ein vollkomener Heiland sein muß: Oder die disen Heyland mit warem Glauben annemen, müssen alles in jm haben, das zu jrer Seligkeit von nöten ist.d
  • c. 1. Cor. 1. 13 31. Gala. 5. 4
  • d. 1. He. 12. 2. Esa. 9. 6. 19 Colos. 1. 2. 10. Ioha. 1. 6
Der 12. Sontag.
Der 12. Sontag.
31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genannt?

[15]Dasz er von Gott dem Vatter verordnet, vnnd mit dem heiligen Geista gesalbet ist, zu vnserm öbersten Propheten vnd Lehrerb, der vns den heimlichen rath vnnd willen Gottes von vnser erlösung volkomlich offenbaretc: Vnd zu vnserem einigen hohen Priesterd, der vns mit dem einigen Opffer seines Leibs erlöset hat, vnd jmmerdar mit seiner fürbit für dem Vatter vertritte: Vnd zu vnserm ewigen König, der vns mit seinem wort vnd geist regiert, vnnd bey der erworbenen erlösung schützet vnd erheltf.
  • a. Hebr. 1, 9
  • b. Deut. 18, 15. Act. 3, 22
  • c. Ioan. 1, 18; 15, 15
  • d. Psal. 110, 4. Hebr. 7, 21
  • e. Rom. 8, 34; 5, 9f
  • f. Psalm. 2, 6. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18
31
Warumb ist er CHristus, das ist ein Gesalbter genannt?

Daß er von Gott dem Vatter verordnet, vnnd mit dem heiligen Geiste gesalbet ist zu vnserm obersten Prophe[16]ten vnd Lehrera, der vns den heimlichen raht vnd willen Gottes von vnser erlösung vollkömlich offenbarettb, Vnd zu vnserm einigen hohen Priesterc, der vns mit dem einigen Opffer seines Leibs erlöset hat, vnd jmerdar mit seiner Fürbitt für dem Vatter vertrittd: Vnd zu vnserm ewigen König, der vns mit seinem wort vnd Geist regiert, vnd bey der erworbenen erlösung schützt vnd erhelt.e
  • e. Heb. 1. 9. Psal. 45
  • a. Deut. 18. 5 Acto. 3. 22
  • b. Ioh. 1. & 15
  • c. Psal. 110. Heb. 7. 21. & 10
  • d. Rom. 8. 34. & 5. 9. & 10
  • e. Psal. 2. 6. Luc. 1. 33. Matt. 8. 18
32
Warumb wirst aber du ein Christ genent?

Dasz ich durch den glauben ein glied Christia, vnnd also seiner salbung theilhafftig binb, auff dasz auch ich seinen Namen bekennec, mich jhm zu einem lebendigen danckopffer darstelled, vnd mit freiem gewissen in diesem leben wider die sünde vnd Teuffel streittee, vnd hernach in ewigkeyt mit jm vber alle Creaturen herschef.
  • a. Acto. 11, 26
  • b. 1. Ioh. 2, 27. Actor. 2, 17. Ioel 2, 28
  • c. Marc. 8, 38
  • d. Rom. 12, 1. Apocal. 5, 8. 10. 1. Pet. 2, 9. Apoc. 1, 6
  • e. 1. Tim. 1, 18f
  • f. 2. Tim. 2, 12
32
Warumb wirst aber du ein Christ genennet?

Daß ich durch den Glauben ein Glied Christif, vnd also seiner Salbung theilhafftig bing, auff daß auch ich seinen Namen bekenneh, mich jm zu einem lebendigen Danckopffer darstellei, vnnd mit freyem gewissen in diesem Leben wider die Sünd vnd Teuffel streittek, vnnd hernach inn ewigkeit mit jhm vber alle Creaturen herrsche.l
  • f. Actor. 11. 26. 1. Cor. 6
  • g. 1. Ioh. 2. 27. Esa. 59. Acto. 2. 12. Ioel. 2. 28
  • h. Mar. 8. 38
  • i. Rom. 12. 1. Apo. 5. 1. Pet. 2. Apocal. 1. 6
  • k. 1. Timoth. 1. 18
  • l. 2. Timoth. 2. 12
[Der 13. Sontag.]
Der 13. Sontag.
33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?

Darumb dasz Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ista: wir aber vmb seinet willen ausz gnaden zu kindern Gottes angenommen sindb.
  • a. Ioha. 1, 14, 18. Hebr. 1, 2
  • b. Rom. 8, 15—17. Ephes. 1, 5f
33
[17]Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch Kinder Gottes sind?

Darumb daß CHristus allein der ewig natürlich Sohn GOttes ista: wir aber vmb seinet willen auß Gnaden zu Kindern Gottes angenommen sind.b
  • a. Io. 1. 14. 18 Heb. 1. 2
  • b. Ro. 8. 15. Ephe. 1. 6
34
[16]Warumb nennestu jn vnsern Herrn?

Dasz er vns mit Leib vnd Seel von der sünden, vnd ausz allem gewalt des Teuffels, nicht mit Gold oder Silber, sonder mit seinem thewern Blut, jhm zum eigenthumb erlöset vnd erkaufft hata.
  • a. 1. Pet. 1, 18f.; 2, 9. 1. Cor. 6, 20; 7, 23
34
Warumb nennestu jn vnsern Herrn?

Daß er vns mit Leib vnd Seel von der Sünden, vnd auß allem gewalt deß Teuffels, nicht mit Gold oder Silber, sonder mit seinem thewren Blut, jm zum Eigenthumb erlöset vnd erkaufft hat.c
  • c. 1. Pet. 1. 18. & 2. 9. 1. Cor. 6 20. & 7. 23
[Der 14. Sontag.]
Der 14. Sontag.
35
Was heist, dasz er empfangen ist von dem heiligen Geist, geborn ausz Maria der Jungfrawen?

Dasz der ewige Son Gottes, der warer vnd ewiger Gott ista, vnnd bleibetb, ware menschliche natur, ausz dem fleisch vnd blut der Jungfrawen Mariac, durch würckung des heiligen Geists an sich genommen hatd, auff dasz er auch der ware samen Dauids seye, seinen brüdern in allem gleichf, auszgenommen die sündeg.
  • a. Ioha. 1, 1. Rom. 1, 3f
  • b. Rom. 9, 5
  • c. Gal. 4, 4. Ioha. 1, 14
  • d. Matth. 1, 18—20. Luc. 1, 35
  • e. Psal. 132, 11. Rom. 1, 3
  • f. Phil. 2, 7
  • g. Hebr. 4, 15
35
Was heist, daß er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen?

Daß der ewige Son GOttes, der warer vnd ewiger Gott istd, vnd bleibete, ware Menschliche natur, auß dem [18]Fleisch vnd Blut der Jungfrawen Mariaa durch wirckung deß H. Geists an sich genommen hatb, auff daß er auch der ware Samen Dauids seyc, seinen Brüdern in allem gleichd, außgenommen die Sünde.e
  • d. Io. 1. & 17 Rom. 1. 4 Rom. 9
  • e. Gal. 4. 4. Ioh. 1. 14
  • a. Gal. 4. 4
  • b. Mat. 1. 18. & 20. Luc. 1. 35
  • c. Psa. 132. 11. Rom. 1. 3
  • d. Phil. 2. 7
  • e. Heb. 4. 15. & 7. 26
36
Was nutz bekomestu ausz der heiligen empfengnusz vnnd geburt Christi?

Das er vnser mittler ista, vnd mit seiner vnschuldt vnnd volkommenen heiligkeyt meine sünde, darinn ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecketb.
  • a. Heb. 2, 16f
  • b. Psal. 32, 1f. 1. Cor. 1, 30
36
Was nutz bekomestu auß der heiligen Empfängnuß vnd Geburt Christi?

Daß er vnser Mittler istf, vnd mit seiner vnschult vnd vollkomenen heiligkeit meine Sünde, darin ich bin empfangen, für Gottes Angesicht bedecket.g
  • f. Heb. 2. 16. 17
  • g. Psal. 32. 1. Cor. 30
Der 15. Sontag.
Der 15. Sontag.
37
[17]Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?

Dasz er an leib vnnd seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hata, auff dasz er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopfferb, vnser leib vnd seel von der ewigen verdamnusz erlösete, vnn vns Gottes gnade, gerechtigkeyt vnd ewiges leben erwürbe.
  • a. 1. Pet. 2, 24. Esai. 53, 12
  • b. 1. Ioha. 2, 2; 4, 10. Rom. 3, 25f
37
Was verstehestu durch das wörtlein gelidten?

Daß er an Leib vnd Seel, die gantze zeit seines lebens auff Erden, sonderlich aber am end desselben, den zorn Gottes wider die Sünde deß gantzen Menschlichen Geschlechts getragen hath, auff daß er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopfferi, vnser Leib vnd Seel [19]von der ewigen verdamnuß erlösete, vnd vns Gottes Gnade, Gerechtigkeit vnd ewiges Leben erwürbe.
  • h. 1. Pe. 2. 24. & 3. 18. Esa. 53. 12
  • i. 1. Ioha. 2. & 4. 10. Rom. 3. 25
38
Warumb hat er vnder dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auff dasz er vnschuldig vnder dem weltlichen Richter verdampt würdea, vnd vns damit von dem strengen vrtheil Gottes, das vber vns gehen solte, erledigetb.
  • a. Acto. 4, [27f.?] Luc. 23, 13—15. Iohan. 19, 4
  • b. Psal. 69, 5. Esai. 53, 4f. 2. Cor. 5, 21. Gal. 3, 13
38
Warumb hat er vnter dem Richter Pontio Pilato gelidten?

Auff daß er vnschuldig vnter dem weltlichen Richter verdammt würdea vnd vns damit von dem gestrengen Vrtheil Gottes, das vber vns gehen solte, erledige.b
  • a. Actor. 4. [27.] Luc. 23. 14 Ioh. 19. 4
  • b. Psal. 69. 5 Esa. 53. 2. Cor. 5. 21. Gal. 3. 1[3]
39
Ist es etwas mehr, dasz er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben were?

Ja, Denn dardurch bin ich gewisz, dasz er die vermaledeiung die auff mir lage, auff sich geladen habea, Dieweil der todt des Creutzes von Gott verflucht warb.
  • a. Gal. 3, 13f
  • b. Deut. 21, 23. Gala. 3, 13
39
Ist es etwas mehr, daß er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern Todts gestorben were?

Ja, Dann dardurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung die auff mir lage, auff sich geladen habec, Dieweil der Todt deß Creutzes von Gott verflucht war.d
  • c. Gal. 3. 13
  • d. Deu. 21. 2[3.] Gal. 3. 13
Der 10. [16.] Sontag.
Der 16. Sontag.
40
Warumb hat Christus den todt müssen leiden?

[18]Darumb, dasz von wegen der gerechtigkeyt vnd warheyta Gottes, nicht anderst für vnsere sünden mochte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottesb.
  • a. Gen. 2, 17
  • b. Hebr. 2, 9, 14f
40
Warumb hat CHristus den Todt müssen leiden?

[20]Darumb, daß von wegen der Gerechtigkeit vnd Warheita Gottes, nit anderst für vnsere Sünden möchte bezalet werden, denn durch den Todt deß Sons Gottes.b
  • a. Gen. 2. 17
  • b. Heb. 2. 9. 14. & 15
41
Warumb ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, dasz er warhafftig gestorben seya.
  • a. Matt. 27, 59f. Luc. 23, 52f. Iohan. 19, 38—42. Acto. 13, 29
41
Warumb ist er begraben worden?

Damit zubezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.c
  • c. Matt. 27. 60. Luc. 23. 53. Ioh. 19. 38. Actor. 13
42
Weil denn Christus für vns gestorben ist, wie kompts dasz wir auch sterben müssen?

Vnser todt ist nicht ein bezalung für vnsere sünde: sonder nur ein absterbung der sünden, vnd eingang zum ewigen lebena.
  • a. Iohan. 5, 24. Philip. 1, 23. Rom. 7, 24f
42
Weil denn Christus für vns gestorben ist, wie kompts daß wir auch sterben müssen?

Vnser Todt ist nit ein bezahlung für vnsere sünde: sonder nur ein absterbung der Sünden, vnnd eingang zum ewigen leben.d
  • d. Ioh. 5. 24. Phil. 1. 23. Ro. 7. 14
43
Was bekommen wir mehr für nutz ausz dem Opffer vnnd todt Christi am Creutz?

Dasz durch seine krafft vnser alter mensch mit jm gecreutziget, getödtet vnnd begraben wirda, auff dasz die bösen lüste des fleisches nicht mehr in vns regierenb, sonder dasz wir vns selbst jm zur dancksagung auffopffernc.
  • a. Rom. 4. [6, 6—8, 11f.] Coloss. 2, 12
  • b. Rom. 6, 12
  • c. Rom. 12, 1
43
Was bekommen wir mehr für nutz auß dem Opffer vnd Todt Christi am Creutz?

[21]Daß durch seine krafft vnser alter Mensch mit jm gecreutziget, getödtet, vnd begraben wirta, auff daß die bösen lüste deß Fleisches nicht mehr in vns regierenb, sondern daß wir vns selbst jm zur Dancksagung auffopffern.c
  • a. Ro. 7. 12. Colos. 2
  • b. Rom. 6. 6. 7. 8
  • c. Rom. 12. 1
44
[19]Warumb folget, Abgestiegen zu der Hellen?

Dasz ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HErr Christus habe mich durch seine vnauszsprechliche angst, schmertzen vnd schrecken, die er auch an seiner seelen, am Creutz vnnd zuuor erlitten, von der hellischen angst vnnd pein erlöseta.
  • a. Esai. 53, 10. Matt. 27, 46
44
Warumb folget, Abgestiegen zu der Hellen?

Daß ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein Herre Christus hab mich durch seine vnaußsprechliche angst, schmertzen vnd schrecken, die er auch an seiner Seelen, am Creutz vnd zuuor erlidten, von der Hellischen angst vnd pein erlöset.d
  • d. Esa. 53. 10 Matt. 27. 46
Der 17. Sontag.
Der 17. Sontag.
45
Was nützet vns die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine aufferstehung den todt vberwunden, dasz er vns der gerechtigkeyt, die er vns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machena. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen lebenb. Zum dritten, ist vns die aufferstehung Christi ein gewisses pfandt vnserer seligen aufferstehungc.
  • a. 1. Cor. 15, 17, 54f. Roman. 4, 25. 1. Pet. 1, 3—5, 21
  • b. Rom. 6, 4. Coloss. 3, 1—4. Ephes. 2, 5
  • c. 1. Cor. 15, 12. Rom. 8, 11
45
Was nutzet dich die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch sein Aufferstehung den Tod vberwunden, daß er vns der Gerechtigkeit, die er vns durch seinen todt erworben hat, könte theilhafftig machene, Zum andern, werden auch [22]wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen Lebena. Zum dritten ist vns die Aufferstehung Christi ein gewisses pfand vnserer seligen aufferstehung.b
  • e. 1. Cor. 15. 19. 54. 55. Ro. 4. 25. 1. Pet. 1. 3. 21
  • a. Rom. 6. 4 Colos. 3. 5 Ephe. 2. 5
  • b. 1. Co. 15. 12 Rom. 8. 11
46
IIII. LECTIO. Wie verstehestu dasz er ist gen Himmel gefahren?

Dasz Christus für den augen seiner Jünger, ist von der [20]erden auffgehaben gen Himmela, vnd vns zu gut daselbst istb, bisz dasz er wider kompt zurichten die lebendigen vnd die todtenc.
  • a. Acto. 1, 9. Matt. 26, 64. Mar. 16, 19. Luc. 24, 51
  • b. Heb. 4, 14; 7, 24f.; 9, 11. Rom. 8, 34. Ephes. 4, 10. Coloss. 3, 1
  • c. Act. 1, 11. Matt. 24, 30
46
Wie verstehestu, daß er ist gen Himmel gefahren?

Daß Christus für den Augen seiner Jünger ist von der Erden auffgehaben gen Himmelc, vnd vns zu gut daselbst istd, biß daß er widerkompt zurichten die Lebendigen vnd die Todten.e
  • c. Actor. 1. 9. Matt. 28. Marc. 16. Luc. 24
  • d. Heb. 4. 14 25. 11. 7. & 9 Roman. 8 Colos. 3. 1
  • e. Actor. 1. Matt. 24
47
Ist denn Christus nit bey vns bisz ans ende der Welt, wie er vns verheissen hata?

Christus ist warer mensch vnd warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nit auff erdenb: aber nach seiner Gottheyt, Maiestet, gnad vnnd Geist, weicht er nimmer von vnsc.
  • a. Matt. 28, 20
  • b. Matt. 26, 11. Iohan. 16, 28; 17, 11. Actor. 3, 21
  • c. Ioh. 14, 17ff.; 16, 13. Matt. 28, 20. Ephes. 4, 8
47
Ist denn Christus nit bey vns biß an das end der welt, wie er vns verheissen hat?f

Christus ist warer Mensch vnd warer GOtt: Nach seiner Menschlichen natur ist er jetzunder nit auff Erdeng, aber nach seiner Gottheit, Maiestät, Gnad vnd Geist weicht er nimmer von vns.h
  • f. Matt. 28. 20
  • g. Matth 26. 11. Iohan. 16. 7. Actor. 3
  • h. Ioha. 1[4]. 17. & 16. Matth. 28. Ephes. 4. 8. August. Tract. in Iohan. 50
48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nit von einander getrennet, so die menscheit nicht vberal ist, da die Gottheyt ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheyt vnbegreiflich vnd allenthalben gegenwertig ista: so musz folgen, dasz sie wol ausserhalb jrer angenommenen menschheyt, vnd dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, vnd persönlich mit jr vereiniget bleibtb.
  • a. Acto. 7, 49. Ierem. 23, 24
  • b. Coloss. 2, 9. Iohan. 3, 13; 11, 15. Matt. 28, 6
48
[23]Werden aber mit der weiß die zwo Naturen in Christo nicht von einander getrennet, so die Menschheit nicht vberall ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheit vnbegreifflich vnd allenthalben gegenwertig ista: so muß folgen, daß sie wol ausserhalb jhrer angenommenen Menschheit, vnnd dennoch nichts desto weniger auch in derselbigen ist vnd persönlich mit jr vereiniget bleibt.b
  • a. Acto. 7. 4. & 7. 28. Ier. 23. 24
  • b. Col. 2. 9. Ioha. 3. & 11. 13 & 15. Mat. 28. 9
Der 18. Sontag.
IIII. LECTIO. Der 18. Sontag.
49
Was nützet vns die Himmelfahrt Christi?

[21]Erstlich dasz er im Himmel für dem angesicht seines Vatters vnser Fürsprecher ista. Zum andern, dasz wir vnser fleisch im Himmel zu einem sichern pfand haben, dasz er als das haupt, vns seine glieder auch zu sich werde hinauff nemenb. Zum dritten, dasz er vns seinen Geist zum gegenpfand herab sendetc, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, vnd nicht das auff erden istd.
  • a. 1. Ioh. 2, 1. Rom. 8, 34
  • b. Ioha. 14, 2; 20, 17. Ephes. 2, 6
  • c. Ioh. 14, 16. Act. 2, 33. 2. Cor. 1, 21f. 2. Cor. 5, 5
  • d. Coloss. 3, 1. Philip. 3, 14
49
Was nützet vns die Himmelfahrt Christi?

Erstlich daß er im Himmel für dem Angesicht seines Vatters vnser Fürsprecher istc. Zum andern, daß wir vnser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, daß er als das Haupt vns seine Glied auch zu sich werde hinauff nemmend. Zum dritten, daß er vns seinen Geist zum Gegenpfand her[24]absendeta, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, vnd nicht das auff Erden ist.b
  • c. 1. Io. 2. 1. 2. Ro. 8. 34
  • d. Ioh. 14. 2. & 20. 17. Ephe. 2. 6
  • a. Ioh. 14. 16. Actor. 2. 2. Cor. 1. 1. 22. & 5. 5
  • b. Col. 3. 1. Phil. 3. 14
50
Warumb wirdt hinzu gesetzt, dasz er sitze zur rechten Gottes?

Dasz Christus darumb gen Himmel gefahren ist, dasz er sich daselbst erzeige, als das haupt seiner Christlichen kirchena, durch welches der Vatter alles regiertb.
  • a. Ephes. 1, 20—23. Coloss. 1, 18
  • b. Mat. 28, 18. Iohan. 5, 22
50
Warumb wird hinzu gesetzt, daß er sitzt zu der rechten Gottes?

Daß Christus darumb gehn Himel gefahren ist, daß er sich daselbst erzeige, als das Haupt seiner Christlichen Kirchenc, durch welches der Vatter alles regiert.d
  • c. Ephes. 1. 20. 21. Col. 1. 18
  • d. Matt. 28. 18. Ioh. 5. 22
Der 19. Sontag.
Der 19. Sontag.
51
Was nutzet vns diese herrligkeyt vnsers haupts Christi?

Erstlich dasz er durch seinen heiligen Geist, in vns seine glieder, die himlischen gaben auszgeuszta. Darnach, dasz er vns mit seinem gewalt wider alle feind schützet vnd erheltb.
  • a. Ephes. 4, 10—12
  • b. Psalm. 2, 9. Iohan. 10, 28—30. Ephe. 4, 8
51
Was nützet vns diese Herrligkeit vnsers Haupts Christi?

Erstlich, daß er durch seinen heiligen Geist, in vns seine Glieder, die Himlischen gaben außgeußte, Darnach, daß er vns mit seinem gewalt wider alle Feind schützet vnd erhelt.f
  • e. Eph. 4. 10
  • f. Psal. 2. 9. & 110. 1. Ioh. 10. 28 Eph. 4. 8
52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zu richten die lebendigen vnd die todten?

Dasz ich in allem trübsal vnd verfolgung mit auffgerichtem [22]haupt, eben des Richters der sich zuuor dem gericht Gottes für mich dargestellt, vnd alle vermaledeyung von mir hinweg genommen hat, ausz dem Himmel gewertig bina, dasz er alle seine vnnd meine feinde, in die ewige verdamnusz werffeb: mich aber sampt allen auszerwehlten zu jm in die himlische freud vnd herrligkeyt nemec.
  • a. Luc. 21, 28. Rom. 8, 23f. Philip. 3, 20f. Tit. 2, 13
  • b. 2. Thes. 1, 6—10. 1. Thess. 4, 16f. Matt. 25, 41
  • c. Mat. 25, 34
52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zurichten die Lebendigen vnnd die Todten?

[25]Daß ich in allem Trübsal vnd verfolgung mit auffgerichtem Haupt eben deß Richters, der sich zuuor dem Gericht Gottes für mich dargestellt, vnnd alle vermaledeyung von mir hinweg genomen hat, auß dem Himmel gewertig bina, daß er alle seine vnd meine Feinde in die ewige verdamnuß werffeb, mich aber samt allen Außerwelten zu jm in die Himlische freud vnd herrligkeit neme.c
  • a. Lu. 21. 28. Ro. 8. 23. Phil. 3. 20 Tit. 2. 12
  • b. 2. Thes. 1. 6. 7. 1. Thes. 4. 4. 16. Matt. 25. 41
  • c. Matt. 25
Der 20. Sontag.
Der 20. Sontag.
53
Was glaubestu vom heiligen Geist?

Erstlich dasz er gleich ewiger Gott mit dem Vatter vnnd dem Son ista. Zum andern dasz er auch mir gegeben istb, mich durch ein waren glauben, Christi vnnd aller seiner wolthaten theilhafftig machtc, mich tröstetd, vnnd bey mir bleiben wird bisz in ewigkeyte.
  • a. Gen. 1, 2. Esai. 48, 16. 1. Cor. 3, 16. 1. Cor. 6, 19. Acto. 5, 3f
  • b. Matt. 28, 19f. 2. Cor. 1, 21f
  • c. Gal. 3, 14. 1. Pet. 1, 2. 1. Cor. 6, 17
  • d. Actor. 9, 31
  • e. Ioan. 14, 16. 1. Pet. 4, 14
53
Was glaubstu vom heiligen Geist?

Erstlich, daß er gleich ewiger Gott mit dem Vatter vnd dem Sohn istd. Zum andern, daß er auch mir gegeben iste, mich durch ein waren Glauben Christi vnnd aller seiner wolthat theilhafftig machtf, mich tröstetg, vnd bey mir bleiben wirdt biß in Ewigkeit.h
  • d. Gen. 1. 2. Esa. 48. 16 1. Cor. 3. 16. & 6. 19. Act. 5. 3. 4
  • e. Matt. 28. 19. 2. Cor. 1
  • f. Gal. 3. 14. 1. Pet. 1. 2. 1. Cor. 6. 17
  • g. Actor. 9. 31
  • h. Ioh. 14. 16
Der 21. Sontag.
Der 21. Sontag.
54
Was glaubstu von der heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen?

Dasz der Son Gottesa ausz dem gantzen menschlichen geschlechtb, jhm ein auszerwelte gemein zum ewigen lebenc, durch seinen geist vnd wortd in einigkeyt des waren glaubense, von anbegin der welt, bisz ans endf versamle, schütze vnnd [23]erhalteg, vnd dasz ich derselben ein lebendiges glied binh, vnnd ewig bleiben werdei.
  • a. Ioh. 10, 11
  • b. Gen. 26, 4
  • c. Rom. 8, 29f. Ephes. 1, 10—13
  • d. Esai. 59, 21. Rom. 1, 16; 10, 14—17. Ephes. 5, 26
  • e. Acto. 2, 46. Ephes. 4, 3—6
  • f. Psal. 71, 18. 1. Cor. 11, 26
  • g. Matt. 16, 18. Iohan. 10, 28—30. 1. Cor. 1, 8f
  • h. 1. Ioh. 3, 21
  • i. 1. Ioha. 1
54
[26]Was glaubstu von der heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen?

Daß der Son Gottesa, auß dem gantzen Menschlichen Geschlechtb, jm ein außerwelte Gemein zum ewigen lebenc, durch seinen Geist vnd wortd, in einigkeit deß waren Glaubense, von anbegin der Welt biß ans endf versamle, schütze vnd erhalteg, vnd daß ich derselben ein lebendiges Glied binh, vnnd ewig bleiben werde.i
  • a. Ioh. 10. 11
  • b. Gen. 26. 4
  • c. Ro. 8. 29. Eph. 1. 10
  • d. Esa. 59. 21
  • e. Act. 2. 46
  • f. Psal. 71. 18
  • g. Mat. 16. 18
  • h. 1. Ioh. 1
  • i. 1. Ioh. 1. 3. 1. Cor. 1. 8
55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

Erstlich dasz alle vnnd jede gläubigen, als glieder an dem HErren Christo, vnd allen seinen schätzen vnd gaben, gemeinschafft habena. Zum andern, dasz ein jeder seine gaben zu nutz vnd heil der andern glieder, willig vnd mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sollb.
  • a. Iohan. 1. [1. Joh. 1, 3.] 1. Cor. 1, 9. Rom. 8, 32
  • b. 1. Cor. 12, 12f., 21; 13, 5f. Philip. 2, 4—6
55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

Erstlich, daß alle vnd jede Glaubigen, als Glieder, an dem Herrn Christo vnd allen seinen schätzen vnnd gaben gemeinschafft habenk. Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz vnd heil der andern Glieder, willig vnd mit freuden anzulegen sich schuldig wissen soll.l
  • k. 1. Ioh. 1. 3. 1. Cor. 1. 8. Rom. 8
  • l. 1. Cor. 11. 12. & 13. 5. Phil. 2. 4
56
Was glaubstu von vergebung der sünden?

Dasz Gott vmb der gnugthuung Christi willena, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreitten habeb, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeyt Christi ausz gnaden schencket, dasz ich ins gericht nimmermehr soll kommenc.
  • a. 1. Ioha. 2, 2. 2. Cor. 5, 19, 21
  • b. Iere. 31, 34. Psal. 103, 3, 10, 12. Rom. 7, 24f.; 8, 1—4
  • c. Iohan. 3, 18
56
[27]Was glaubstu von vergebung der Sünden?

Daß GOtt vmb der gnugthuung Christi willena aller meiner Sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreitten habeb, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die Gerechtigkeit CHristi auß Gnaden schencket, daß ich inns Gericht nimmermehr soll kommen.c
  • a. 1. Ioh. 2. 2. 2. Cor. 5. 19. 21
  • b. Ier. 31. 34. Psal. 103. 2. 10. 2. Rom. 7. 24. 25. & 8. 1. 2. 3
  • c. Ioh. 3 8
Der 22. Sontag.
Der 22. Sontag.
57
[24]Was tröst dich die aufferstehung des fleisches?

Dasz nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo jrem haupt genommen wirda: sonder auch dasz disz mein fleisch durch die krafft Christi aufferweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, vnd dem herrlichen leib Christi gleichförmig werden sollb.
  • a. Luc. 23, 43. Philip. 1, 21—23
  • b. 1. Cor. 15, 53f. Iob. 19, 25—27. 1. Ioh. 3, 2. Philip. 3, 21
57
Was tröst dich die Aufferstehung deß Fleisches?

Daß nit allein meine seel nach diesem Leben als bald zu Christo jrem Haupt genommen wirtd, sondern auch daß diß mein Fleisch durch die krafft CHristi aufferweckt, wider mit seiner Seelen vereiniget vnd dem herrlichen Leib Christi gleichförmig werden soll.e
  • d. Luc. 23. 4[3.] Phil. 1. 23
  • e. 1. Cor. 15. 52. 54. Iob. 19. 25. 26. 1. Ioh. 3. 2. Phil. 3. [21.]
58
Was tröst dich der Artickel vom ewigen leben?

Dasz, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfindea, ich nach diesem leben volkommene seligkeyt besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, vnnd in keines menschen hertz nie kommen istb, Gott ewiglich darinn zu preisenc.
  • a. 2. Cor. 5, 2f
  • b. 1. Cor. 2, 9
  • c. Ioha. 17, 3
58
Was tröst dich der Articul vom ewigen [28]Leben?

Daß, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem Hertzen empfindea, ich nach diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret, vnd in keines Menschen Hertz nie kommen istb, GOTT ewiglich darin zupreisen.c
  • a. 2. Cor. 5. 2. 3
  • b. 1. Cor. 2. 9
  • c. Ioh. 17
V. LECTIO. Der 23. Sontag.
V. LECTIO. Der 23. Sontag.
59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du disz alles glaubest?

Dasz ich in Christo für Gott gerecht, vnnd ein Erb des ewigen lebens bina.
  • a. Hab. 2, 4. Rom. 1, 17. Iohan. 3, 36
59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du diß alles glaubest?

Daß ich in Christo für Gott gerecht vnd ein Erb deß ewiges Lebens bin.d
  • d. Hab. 2. 4. Rom. 1. 17 Ioh. 3. 36
60
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren glauben in Jesum Christuma, Also: dasz [25]ob mich schon mein gewissen anklagt, dasz ich wider alle gebott Gottes schwerlich gesündiget, vnd derselben keines nie gehalten habb, auch noch jmmerdar zu allem bösen geneigt binc: doch Gott on alle meine verdienstd, ausz lauter gnadene, mir die volkommene gnugthuungf, gerechtigkeyt vnnd heiligkeyt Christi schencketg vnd zurechneth, als hette ich nie keine sünd begangen noch gehabt, vnd selbst allen den gehorsam volbracht, den Christus für mich hat geleisteti, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigem hertzen annemek.
  • a. Rom. 3, 21—25, 28. Gala. 2, 16. Ephes. 2, 8f. Philip. 3, 9
  • b. Rom. 3, 9ff
  • c. Rom. 7, 23
  • d. Tit. 3, 5
  • e. Rom. 3, 24. Ephes. 2, 8
  • f. 1. Ioh. 2, 2
  • g. 1. Ioh. 2, 1
  • h. Rom. 4, 4f. 2. Cor. 5, 19
  • i. 2. Cor. 5, 21
  • k. Rom. 3, 22. Iohan. 3, 18
60
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren Glauben in Jesum CHRistume, Also, daß ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle gebott Gottes schwerlich gesündiget, vnd derselben keines nie gehalten habf, auch noch jmmerdar zu allem [29]bösen geneigt bina, doch Gott ohn alle meine verdienstb, auß lauter gnadenc mir die vollkommene gnugthuungd, gerechtigkeit vnd heiligkeit Christi schenckete, vnnd zurechnetf, als hette ich nie keine Sünd begangen noch gehabt, vnd selbst allen den gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistetg, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigem Hertzen annemme.h
  • e. Rom. 3. 21. 22. Gal. 2. 16. Eph. 2. 8. 9 Phil. 3. 9
  • f. Rom. 3. 9. &c
  • a. Ro. 7. 23
  • b. Tit. 3. 5
  • c. Ro. 3. 22. Ephe. 2. 8
  • d. 1. Ioh. 2. 1
  • e. 1. Ioh. 2
  • f. Rom. 4. 2. Co. 5. 19
  • g. 2. Cor. 5. 21
  • h. Ro. 3. 22. Ioh. 3. 8
61
Warumb sagstu dasz du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht dasz ich von wegen der wirdigkeyt meines glaubens Gott gefalle: sondern darumb dasz allein die gnugthuung, gerechtigkeyt vnnd heiligkeyt Christi, meine gerechtigkeyt für Gott ista, vnnd ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den glauben annemen, vnd mir zueignen kanb.
  • a. 1. Cor. 1, 30; 2, 2
  • b. 1. Ioh. 5, 10
61
Warumb sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht seyest?

Nicht daß ich von wegen der Wirdigkeit meines Glaubens Gott gefalle: sonder darumb, daß allein die gnugthuung, gerechtigkeit vnd heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für GOtt isti, vnd ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den Glauben annemmen, vnd mir zueignen kan.k
  • i. 1. Cor. 1. 30. 2. & 1
  • k. 1. Io. 5. 10
Der 24. Sontag.
Der 24. Sontag.
62
Warumb können aber vnsere gute werck nit die gerechtigkeyt für Gott, oder ein stück derselben sein?

Darumb dasz die gerechtigkeyt, so für Gottes gericht bestehen soll, durch ausz volkommen, vnnd dem Göttlichen gesetz gantz gleichförmig sein musza, vnn aber auch vnsere beste werck in disem leben alle vnuolkommen, vnd mit sünden befleckt sindb.
  • a. Gal. 3, 10. Deute. 27, 26
  • b. Esai. 64, 6
62
Warumb können aber vnsere gute werck nicht die Gerechtigkeit für Gott, oder ein stück derselbigen sein?

[30]Darumb, daß die Gerechtigkeit, so für Gottes Gericht bestehen soll, durchauß vollkommen, vnnd dem Göttlichen Gesetz gantz gleichförmig sein mußa, vnd aber auch vnser beste werck in diesem Leben alle vnuollkommen vnd mit Sünden befleckt sind.b
  • a. Gal. 3. 10. Deu. 27. 26
  • b. Esa. 64. 6
63
[26]Verdienen aber vnsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem vnd zukünfftigem leben will belohnen?

Diese belohnung geschicht nit ausz verdienst, sonder ausz gnadena.
  • a. Luc. 17, 10
63
Verdienen aber vnsere gute Werck nichts, so sie doch GOTT in diesem vnd zukünfftigen Leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nicht auß verdienst, sonder auß gnaden.c
  • c. Luc. 17. 10
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose vnd verruchte leuth?

Nein: Denn es vnmöglich ist, dasz die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeyt sollen bringena.
  • a. Matt. 7, 18
64
Macht aber diese Lehr nit sorglose vnd verruchte Leut?

Nein: Denn es vnmüglich ist, daß die, so CHristo durch waren Glauben sind eingepflantzt, nit frucht der danckbarkeit sollen bringen.d
  • d. Mat. 17. 18 Ioh. 15. 5
Der 25. Sontag.
Der 25. Sontag.
65
Dieweil denn allein der glaub vns Christi, vnd aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher glaube?

Der heilig Geist würckt denselben in vnsern hertzena, durch die predig des heiligen Euangelions, vnd bestätiget den durch den brauch der heiligen Sacramentenb.
  • a. Ephes. 2, 8f. Ioh. 3, 5
  • b. Matt. 28, 19f. 1. Pet. 1, 22f
65
[31]Dieweil denn allein der Glaub vns Christi vnd aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher Glaube?

Der heilig Geist wircket denselben in vnsern Hertzena, durch die Predigt deß heiligen Euangelions, vnd bestättiget den durch den brauch der heiligen Sacrament.b
  • a. Ephe. 2. 8. & 6. 23. Ioh. 3. 5
  • b. Matt. 28. 19. 20. 1. Pet. 1. 22. 23
66
Was seind die Sacrament?

Es seind sichtbare heilige warzeichen vnnd Sigill, von Gott darzu eingesetzt, dasz er vns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, vnnd versigele: Nemlich dasz er vns von wegen des einigen opffers [27]Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, vnd ewiges leben ausz gnaden schenckea.
  • a. Gen. 17, 11. Rom. 4, 11. Deut. 30, 6. Leuit. 6, 25. Hebr. 9, 8f., 24. Ezech. 20, 12
66
Was seind die Sacrament?

Es sind sichtbare heilige Warzeichen vnd Sigill, von Gott darzu eingesetzet, daß er vns durch den brauch derselbigen, die verheissung deß Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, vnnd versiegele: Nemlich daß er vns von wegen deß einigen Opffers Christi am Creutz vollbracht, vergebung der Sünden, vnnd ein ewiges Leben auß Gnaden schencke.c
  • c. Gen. 17. 11. Rom. 4. 11 De. 30. 6. Leu. 6. 25. Heb. 9. 8. 7. 24. Eze. 20. 12. 1. Sa. 17. 36. Esa. 6. 6. 7. & 54. 9
67
Seind denn beyde das wort vnnd die Sacrament dahin gericht, dasz sie vnsern glauben auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund vnserer seligkeyt weisen?

Ja freilich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, vnd bestätiget durch die heiligen Sacrament, dasz vnsere gantze seligkeyt stehe in dem einigen opffer Christi, für vns am Creutz geschehena.
  • a. Rom. 6, 3. Galat. 3, 27
67
[32]Seind denn beyde das wort vnd die Sacrament dahin gericht, daß sie vnsern Glauben auff das Opffer JEsu Christi am Creutz, als auff den einigen grund vnserer Seligkeit weisen?

Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, vnnd bestättiget durch die heiligen Sacrament, daß vnsere gantze Seligkeit stehe in dem einigen Opffer Christi, für vns am Creutz geschehen.a
  • a. Rom. 6. 3. Gal. 3. 27
68
Wieuiel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den heiligen Tauff, vnd das heilig Abendmal.
68
Wie viel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den heiligen Tauff, vnd das heilig Abendmal.
Der 26. Sontag.
Der 26. Sontag.
69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert vnnd versichert, dasz das einige opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

Also: dasz Christus disz eusserlich wasserbad eingesetzta, vnnd darbey verheissen hatb, dasz ich so gewisz mit seinem blut vnd geist, von der vnreinigkeyt meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewaschen sey, so gewisz ich eusserlich [28]mit dem wasser, welches die vnsauberkeyt des leibs pflegt hinzunemmen, gewaschen binc.
  • a. Matt. 28, 19f. Actor. 2, 38
  • b. Mat. 3, 11. Mar. 16, 16. Rom. 6, 3f
  • c. Mar. 1, 4. Luc. 3, 3
69
Wie wirst du im heiligen Tauff erinnert vnnd versichert, daß das einige Opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

[33]Also: daß Christus diß eusserlich Wasserbad eingesetzta, vnd darbey verheissen hatb, daß ich so gewiß mit seinem Blut vnd Geist, von der vnreinigkeit meiner Seelen, das ist, allen meinen Sünden gewaschen sey, so gewiß ich eusserlich mit dem Wasser, welches die vnsauberkeit deß Leibs pfleget hinzunemen, gewaschen bin.c
  • a. Mat. 28. 9. Act. 2. 38
  • b. Mat. 3. 11. Mar. 16. 16 Rom. 6. 3
  • c. Mar. 1. 4. Luc. 3. 3
70
Was heist mit dem Blut vnnd Geist Christi gewaschen sein?

Es heist vergebung der sünden von Gott ausz gnaden haben, vmb des bluts Christi willen, welches er in seinem opffer am Creutz für vns vergossen hata, Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, vnnd zu einem glied Christi geheiliget sein, dasz wir je lenger je mehr der sünden absterben, vnnd in einem Gottseligen, vnsträflichen leben wandlenb.
  • a. Heb. 12, 24. 1. Pet. 1, 2. Apoc. 1, 5. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25—27
  • b. Ioh. 1, 33. Iohan. 3, 5. 1. Cor. 6, 11; 12, 13. Rom. 6, 4. Coloss. 2, 11f
70
Was heist mit dem Blut vnd Geist Christi gewaschen sein?

Es heist vergebung der Sünden von GOTT auß gnaden haben, vmb deß Bluts Christi willen, welches er in seinem Opffer am Creutz für vns vergossen hatd, Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, vnd zu einem glied Christi geheiliget sein, daß wir je lenger je mehr der sünden absterben, vnd in einem Gottseligen, vnsträfflichen Leben wandlen.e
  • d. Heb. 12. 2. 1. Pet. 1. 2. Apo. 1. 5. Zach. 13. 1 Ezech. 36. 25
  • e. Ioh. 1. 33. & 3. 5. 1. Cor. 6. 11. 12. 13. Rom. 6. 4 Col. 2. 12
71
Wo hat Christus verheissen, dasz wir so gewisz mit seinem Blut vnnd Geist, als mit dem Tauffwasser gewaschen seind?

In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet: Gehet hin, vnd lehret alle Völcker, vnnd tauffet sie, im namen des Vatters, vnd des Sons, vnd des heiligen geistsa: Wer da glaubet vnn getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wirdt verdampt werdenb. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburtc, vnd abwäschung der sünden nennetd.
  • a. Mat. 28, 19
  • b. Mar. 16, 16
  • c. Tit. 3, 5
  • d. Acto. 22, 16
71
[34]Wo hat Christus verheissen, daß wir so gewiß mit seinem Blut vnd Geist, als mit dem Tauffwasser gewaschen sind?

In der einsatzung deß Tauffs, welche also lautet: Gehet hin vnd lehret alle Völcker, vnnd tauffet sie im Namen deß Vatters, vnd deß Sons, vnd deß heiligen Geistsa: Wer da glaubet vnd getaufft wirt, der wirt selig werden, wer aber nicht glaubet, der wirdt verdampt werden.b Diese verheissung wirt auch widerholet, da die Schrifft den Tauff das Bad der Widergeburtc, vnnd abwaschung der Sünden nennet.d
  • a. Matth. 28 19
  • b. Mar. 16. 16
  • c. Tim. 3. 5
  • d. Act. 22. 16
Der 27. Sontag.
Der 27. Sontag.
72
Ist denn das eusserlich Wasserbad die abwaschung der sünden selbst?

[29]Neina, Denn allein das blut Jesu Christi, vnd der heilige Geist reiniget vns von allen sündenb.
  • a. Matth. 3, 11. 1. Pet. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • b. 1. Ioh. 1, 7. 1. Cor. 6, 11
72
Ist denn das eusserlich Wasserbad die abwaschung der Sünden selbst?

[35]Neina, Denn allein das Blut Jesu CHristi vnnd der heilige Geist reiniget vns von allen Sünden.b
  • a. Mat. 3. 11. 1. Pet. 3. 21. Ephe. 5. 26
  • b. 1. Ioh. 1. 7. 1. Cor. 6. 11
73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, vnd die abwäschung der sünden?

Gott redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, nit allein dasz er vns damit wil lehren, dasz, gleich wie die vnsauberkeyt des leibs durch Wasser, also vnsere Sünden durchs blut vnd geist Christi hinweg genommen werdena: sonder viel mehr, dasz er vns durch disz Göttlich pfand vnnd warzeichen wil versichern, dasz wir so warhafftig von vnsern sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werdenb.
  • a. Apoc. 1, 5; 7, 14. 1. Cor. 6, 11
  • b. Mar. 16, 16. Galat. 3, 17
73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das Bad der widergeburt, vnd die abwaschung der sünden?

Gott redet also nicht one grosse vrsach: Nemlich, nicht allein daß er vns damit will lehren, daß gleich wie die vnsauberkeit deß Leibs durchs wasser, also vnsere sünden durchs Blut vnd Geist CHristi hinweg genommen werdenc, sondern viel mehr, daß er vns durch diß Göttlich Pfand vnnd Warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von vnsern sünden Geistlich gewaschen sind, als wir mit dem Leiblichen Wasser gewaschen werden.d
  • c. Apo. 1. 5. 14. & 7. 1. Cor. 6. 11
  • d. Mar. 16. 16 Gal. 3. 7. 18
74
Soll man auch die jungen kinder tauffen?

Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bund Gottes vnnd seine gemein gehörena, vnnd jhnen in dem blut Christi die erlösung von sündenb, vnd der heilig Geist, welcher den glauben würcket, nit weniger denn den alten zugesagt wirdc: so sollen sie auch durch den Tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen kirchen eingeleibt, vnd von der vngläubigen kinder vnderscheiden werdend, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen iste, an welcher statt im newen Testament, der Tauff ist eingesetztf.
  • a. Gen. 17, 7
  • b. Matt. 19, 14
  • c. Luc. 1, 14f. Psal. 22, 11. Esai. 44, 1—3. Actor. 2, 39
  • d. Acto. 10, 47
  • e. Gen. 17, 14
  • f. Col. 2, 11—13
74
Soll man auch die jungen Kinder tauffen?

[36]Ja: Denn dieweil sie so wol als die Alten in den Bund Gottes, vnnd seine Gemeine gehörena, vnnd jhnen in dem Blut Christi die erlösung von sündenb, vnd der heilig Geist, welcher den Glauben wircket, nit weniger denn den Alten zugesagt wirtc, so sollen sie auch durch den Tauff, als deß Bunds zeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, vnd von der Vngläubigen Kinder vnterscheiden werdend, wie im alten Testament durch die Beschneidung geschehen iste, an welcher statt im newen Testament der Tauff ist eingesetzt.f
  • a. Gen. 17. 7
  • b. Mat. 19. 14
  • c. Luc. 1. 14. Psal. 22. 11. Esa. 44. 1. 2. 3. Act. 2. 39
  • d. Act. 10. 4. 7
  • e. Gen. 17. 14
  • f. Col. 2. 11. 12
VI. LECTIO. Der 28. Sontag.
VI. LECTIO. Der 28. Sontag.
75
[30]Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert vnd versichert, dasz du an dem einigen opffer Christi am Creutz, vnd allen seinen gütern gemeinschafft habest?

Also, dasz Christus mir vnnd allen gläubigen von diesem gebrochnen brod zu essen, vnnd von disem Kelch zutrincken befohlen hat zu seinem gedechtnisz, vnnd darbey verheissena, Erstlich dasz sein leib so gewisz für mich am Creutz geopffert vnd gebrochen, vnnd sein blut für mich vergossen sey, so gewisz ich mit augen sehe, dasz das brod des HERRN mir gebrochen, vnd der Kelch mir mitgetheilet wird: Vnd zum andern, dasz er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten Leib vnnd vergossnen Blut, so gewisz zum ewigen leben speise vnd trencke, als ich ausz der hand des Dieners empfange, vnnd leiblich niesse das brod vnnd den Kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs vnd bluts Christi gegeben werden.
  • a. Matt. 26, 26—28. Marc. 14, 22—24. Luc. 22, 19f. 1. Cor. 10, 16f.; 11, 23—25; 12, 13
75
Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert vnnd versichert, daß du an dem einigen Opffer Christi am Creutz, vnd allen seinen Gütern gemeinschafft habst?

Also, daß Christus mir vnnd allen Gläubigen von disem gebrochnen Brod [37]zuessen vnnd von diesem Reich zutrincken befohlen hat zu seinem Gedechtnuß, vnd dabey verheissena, Erstlich daß sein Leib so gewiß für mich am Creutz geopffert vnd gebrochen, vnd sein Blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit Augen sehe, daß das Brodt deß Herrn mir gebrochen, vnd der Kelch mir mitgetheilt wirt: Vnd zum andern, daß er selbst meine Seel mit seinem gecreutzigten Leib vnd vergossenem Blut, so gewiß zum ewigen leben speise vnnd trencke, als ich auß der Hand deß Dieners empfange vnd leiblich niesse das Brod vnd den Kelch deß Herren, welche mir als gewisse Warzeichen deß Leibs vnd Bluts Christi gegeben werden.
  • a. Matt. 26. 27. 28. Mar. 14. 22. &c. Luc. 22. 19 20. 1. Cor. 10. 16. 7. &c
76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, vnnd sein vergossen Blut trincken?

Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden vnnd sterben Christi annemmen, vnd dardurch vergebung der sünden vnd ewiges leben bekommena: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zu gleich in Christo vnnd in vns wohnet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr vnnd mehr vereiniget werdenb: dasz wir, ob gleich er im Himmelc, vnnd wir auff Erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, [31]vnnd bein von seinen beinen sindd, vnnd von einem geist (wie die glieder vnsers leibs von einer seelen) ewig leben vnnd regieret werdene.
  • a. Iohan. 6, 35, 40, 47f., 50f., 53f
  • b. Iohan. 6, 55f
  • c. Act. 3, 21. 1. Cor. 11, 26
  • d. Ephes. 3, 16f.; 5, 29f., 32. 1. Cor. 6, 15, 17, 19. 1. Ioh. 3, 24; 4, 13
  • e. Ioha. 14, 23. Iohan. 6, 56—58; 15, 1—6. Ephes. 4, 15f
76
Was heist den gecreutzigten Leib Christi essen, vnd sein vergossen Blut trincken?

Es heist nicht allein mit gläubigem Hertzen das gantze Leiden vnd Sterben Christi annemmen, vnd dardurch vergebung der Sünden vnd ewiges Leben [38]bekommena, Sondern auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo vnd in vns wohnet, also mit seinem gebenedeyten Leib je mehr vnnd mehr vereiniget werdenb, daß wir, ob gleich er im Himmelc, vnd wir auff Erden sind: Dennoch Fleisch von seinem Fleisch vnd Bein von seinen Beinen sindd, vnd von einem Geist, (wie die Glieder vnsers Leibs von einer Seelen) ewig leben vnd regieret werden.e
  • a. Ioh. 6. 35. 40. 48. 50 51
  • b. Ioh. 6. 55. 65
  • c. Acto. 3. 21. Acto. 1. 9. 1. Co. 11. 26
  • d. Eph. 3. 17. & 5. 29. 1. Co. 6. 15. 17 1. Ioh. 3. & 4. 13. 24. Ioh 14. 23
  • e. Ioh. 6. 57. 56. & 15. 5. 6. 1. 2. 3. 4. Eph. 4. 15. 16
77
Wo hat Christus verheissen, dasz er die gläubigen so gewisz also mit seinem leib vnd blut speise vnd trencke, als sie von diesem gebrochnen brod essen, vnd von diesem Kelch trincken?

In der einsatzung des Abendmals, welche also lauteta: Vnser HERR Jesus, in der nacht da er verrahten ward, nam er das brodt, dancket vnd brachs vnnd sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut zu meiner gedechtnusz. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, vnnd sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt jrs trincket, zu meiner gedechtnusz: Denn so offt jr von diesem brod esset, vnnd von diesem Kelch trincket, solt jr des Herren tod verkündigen, bisz dasz er kompt. Vnd diese verheissung wirdt auch widerholet durch S. Paulumb, da er spricht: Der Kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brots theilhafftig seind.
  • a. 1. Cor. 11, 23—25. Matt. 26, 26—28. Mar. 14, 22—24. Luc. 22, 19f
  • b. 1. Cor. 10, 16f
77
Wo hat Christus verheissen, daß er die Gläubigen so gewiß also mit seinem Leib vnd Blut speise vnd trencke, als sie von disem gebrochnen Brodt essen vnd von disem Kelch trincken?

In der einsatzung deß Abendmals, welche also lautetf: Vnser Herr JESus, in der Nacht da er verrahten ward, nam er das Brodt, [39]dancket vnnd brachs, vnd sprach, Nemet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wirdt, solches thut zu meiner Gedächtnuß. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmal, vnnd sprach. Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem Blut, solches thut, so offt jrs trinckt, zu meiner Gedächtnuß: Denn so offt jr von diesem Brodt esset, vnd von diesem Kelch trincket, solt jhr deß Herren todt verkündigen, biß daß er kompt. Vnnd diese verheissung wirdt auch widerholet, durch S. Pauluma, da er spricht: Der Kelch der Dancksagung, damit wir [40]dancksagen, ist er nicht die gemeinschafft deß Bluts Christi? Das Brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft deß Leibs CHRisti? Denn ein Brodt ists, so seind wir viel ein Leib, dieweil wir alle eines Brodst theilhafftig seind.
  • f. 1. Co. 11. 22 Matt. 20. 26. Mar. 14. 22 Lu. 22. 19
  • a. 1. Cor. 10. 16. 16
Der 29. Sontag.
Der 29. Sontag.
78
Wirdt denn ausz brod vnd wein der wesentlich Leib vnnd Blut Christi?

[32]Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nicht in das blut Christi verwandlet, oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen vnd versicherung ista: also wirdt auch das heilig brodt im Abendmal nit der leib Christi selbstb, wiewol es nach art vnd brauch der Sacramentenc, der leib Christi genennet wird.
  • a. Matt. 26, 29. Marc. 14, 24
  • b. 1. Cor. 10, 16f.; 11, 26—28
  • c. Gen. 17, 10f., 14, 19. Exod. 12, 26f., 43, 48. Tit. 3, 5. 1. Pet. 3, 21. 1. Cor. 10, 1—4
78
Wirdt dann auß Brodt vnd Wein der wesentlich Leib vnd Blut Christi?

Nein: sondern wie das Wasser in dem Tauff, nicht in das Blut CHristi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wirdt, deren es allein ein Göttlich Warzeichen vnd versicherung ista: Also wirdt auch das heilig Brod im Abendmal nit der leib Christi selbstb, wiewol es nach art vnnd brauch der Sacramentenc, der Leib CHristi genennet wirdt.
  • a. Mat. 26. 26 Marc. 14. 24
  • b. 1. Cor. 10. 16. 17. & 11 26. 27
  • c. Ge. 17. 10. & 14. 19. Exo. 12. 27 & 13. 9. Tit. 3. 5. 1. Pet. 3. 11. 1. Co. 10. 1
79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, vnd den Kelch sein blut, oder das newe Testament in seinem blut, vnd S. Paulus, die gemeinschafft des leibs vnnd bluts Jesu Christi?

Christus redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, dasz er vns nicht allein damit wil lehren, dasz, gleich wie brod vnnd wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib vnd vergossen blut, die ware speisz vnnd tranck vnserer seelen, zum ewigen lebena: sonder viel mehr dasz er vns durch disz sichtbare zeichen vnd pfand wil versichern, dasz wir so warhafftig seines waren leibs vnd bluts durch würckung des heiligen Geists theilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnusz empfangenb: vnd dasz all sein leiden vnnd gehorsam so gewisz vnser eigen sey, als hetten wir selbst in vnser eigen person alles gelitten vnnd gnug gethan.
  • a. Ioh. 6, 51, 55
  • b. 1. Cor. 10, 16f
79
[41]Warumb nennet denn CHRistus das Brodt seinen Leib, vnnd den Kelch sein Blut, oder das newe Testament in seinem Blut, vnd S. Paulus die Gemeinschafft deß Leibs vnd Bluts Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohne grosse vrsach: Nemlich, daß er vns nit allein damit wil lehren daß, gleich wie Brodt vnd Wein das zeitliche Leben erhalten, so sey auch sein gecreutzigter Leib vnd vergossen Blut, die ware Speiß vnnd Tranck vnserer Seelen zum ewigen lebena: sonder vil mehr daß er vns durch diß sichtbare Zeichen vnnd Pfand wil versichern, daß wir so warhafftig seines waren Leibs vnd Bluts durch wirckung deß heiligen Geistes theilhafftig werden, als wir diese heilige Warzeichen, mit dem leiblichen Mund zu seiner Gedechtnuß empfangenb, vnd daß all sein leiden vnnd gehorsam so gewiß vnser eigen sey, als hetten wir selbst in [42]vnser eigen Person alles gelidten vnnd gnug gethan.
  • a. Ioh. 6. 5
  • b. 1. Cor. 10. 16
Der 30. Sontag.
Der 30. Sontag.
80
Was ist für ein vnderscheid zwischen dem Abendtmal des HERRN, vnnd der Bäpstlichen Mesz?

[33]Das Abendmal bezeuget vns, dasz wir volkommene vergebung aller vnser sünden haben, durch das einige opffer Jesu Christi, so er selbst ein mal am Creutz vollbracht hata, Vnnd dasz wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibtb, der jetzund mit seinem waren leib im Himmel zur Rechten des Vatters istc, vnd daselbst wil angebettet werdend. Die Mesz aber lehret, dasz die lebendigen vnd die todten nicht durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn dasz Christus noch täglich für sie von den Meszpriestern geopffert werde. Vnd das Christus leiblich vnder der gestalt brots vnnd weins sey, vnd derhalben darinn soll angebettet werdene: Vnd ist also die Mesz im grund nichts anderst, denn ein verleugnung des einigen opffers vnd leidens Jesu Christif, vnd ein vermaledeyte Abgötterey.
  • a. Hebr. 7, 27; 9, 12, 25—28; 10, 10, 12, 14. Ioh. 19, 30. Matt. 26, 28. Luc. 22, 19f
  • b. 1. Cor. 6, 17; 10, 16f
  • c. Hebr. 1, 3; 8, 1
  • d. Iohan. 4, 21—24; 20, 17. Luc. 24, 52. Acto. 7, 55. Coloss. 3, 1. Phil. 3, 20f. 1. Thes. 1, 9f
  • e. In Can. Missae. Item. De consecrat. distinct: 2
  • f. Hebr. 9. und 10
80
Was ist für ein vnderscheid zwischen dem Abendmal deß HErren, vnnd der Bäpstischen Meß?

Das Abendmal bezeuget vns, daß wir vollkommene vergebung aller vnser Sünden haben, durch das einige Opffer Jesu Christi so er selbst ein mal am Creutz vollbracht hata, Vnnd daß wir durch den heiligen Geist CHRisto werden eingeleibtb, der jetzund mit seinem waren Leib im Himmel zur Rechten deß Vatters istc, vnd daselbst wil angebettet werdend. Die Meß aber lehret, daß die Lebendigen vnd die Todten nicht durch das Leiden CHristi vergebung der Sünden haben es sey denn daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopffert werde: Vnnd daß Christus Leiblich vnter der gestalt Brodts vnd Weins sey, vnd derhalben darinn soll angebettet werdene. Vnnd [43]ist also die Meß im grund nicht anderst, denn ein verleugnung deß einigen Opffers vnd Leidens Jesu Christia vnd ein vermaledeyte Abgötterey.
  • a. Heb. 7. 9. 12. 27. & 10 10 & 12. 14 Ioh. 19. 30 Mat. 26. 28 Luc. 22. 19
  • b. 1. Cor. 6. 17. 16. 10. & 12. 13
  • c. Heb. 1. 3. & 8
  • d. Ioh. 4. 21. Luc. 24. Actor. 6. Colos. 31 Phi. 3. 20. 1. Thes. 1
  • e. In Cano. Miss. Item De Conse. Distinct. 2
  • a. Heb. 9. & 10
81
Welche sollen zu dem Tisch des HErren kommen?

Die jhnen selbst vmb jrer sünden willen miszfallen, vnnd [34]doch vertrawen, dasz dieselbige jhnen verzihen, vnd die vbrige schwachheyt mit dem leiden vnd sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr vnd mehr jhren glauben zu stercken vnd jhr leben zubessern. Die vnbuszfertigen aber vnd heuchler, essen vnd trincken jnen selbst das gerichta.
  • a. 1. Cor. 10, 19—22; 11, 28f
81
Welche sollen zu dem Tisch deß HERRN kommen?

Die jnen selbst vmb jrer sünden willen mißfallen, vnd doch vertrawen, daß dieselbige jhnen verziehen, vnnd die vbrige schwachheit mit dem leiden vnd sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr vnnd mehr jhren Glauben zustercken, vnnd jhr leben zubessern. Die Vnbußfertigen aber vnnd Heuchler, essen vnd trincken jnen selbst das Gericht.b
  • b. 1. Cor. 10. 12. & 11. 28
82
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zu gelassen werden, die sich mit jhrer bekandtnusz vnnd leben, als vnglaubige vnd Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, vnd sein zorn vber die gantze gemein gereitzeta. Derhalben die Christliche kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi vnd seiner Aposteln, solche, bisz zu besserung jres lebens, durch das ampt der Schlüssel auszzuschliessen.
  • a. 1. Cor. 11, 20, 34. Esai. 1, 11—15; 66, 3. Ierem. 7, 21—23. Psalm. 50, 16f
82
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zugelassen werden die sich mit jrer Bekanntnuß vnd Leben als Vnglaubige vnd Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirt also der Bund Gottes geschmächt, vnnd sein zorn vber [44]die gantze Gemein gereitzet.a Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der Ordnung Christi vnnd seiner Aposteln, solche, biß zur besserung jhres lebens, durch das Ampt der Schlüssel außzuschliessen.
  • a. 1. Cor. 11. 20. Esa. 1. 66. 11. 3. Ier. 7. 21. Psa. 50. 16
Der 31. Sontag.
Der 31. Sontag.
83
Was ist das ampt der Schlüssel?

Die Predig des heiligen Euangelions, vnd die Christliche Buszzucht, durch welche beyde stück, das Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, vnd den vnglaubigen zugeschlossen wirda.
  • a. Matt. 16, 18f.; 18, 18
83
Was ist das Ampt der Schlüssel?

Die Predig deß heiligen Euangelions, vnnd die Christliche Bußzucht, durch welche beyde stück das Himmelreich den Glaubigen auffgeschlossen, vnnd den Vnglaubigen zugeschlossen wirdt.b
  • b. Mat. 16. 19 & 18. 18
84
Wie wird das Himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff vnd zu geschlossen?

Also: das nach dem befelch Christi, allen vnd jeden glaubigen [35]verkündigt vnnd offentlich bezeuget wird, dasz jhnen so offt sie die verheissung des Euangelions mit warem glauben annemen, warhafftig alle jre sünden von Gott, vmb des verdiensts Christi willen, vergeben sind: Vnd herwiderumb, allen vnglaubigen vnd heuchlern, dasz der zorn Gottes, vnnd die ewige verdamnusz auff jnen ligt, so lang sie sich nicht bekerena: Nach welchem zeugnusz des Euangelij, Gott beide in diesem vnd zukünfftigen leben vrtheilen wil.
  • a. Ioh. 20, 21—23. Matth. 16, 19
84
Wie wirt das Himmelreich durch die Predig deß heiligen Euangelions auff vnd zugeschlossen?

Also: daß nach dem Befehl Christi, allen vnnd jeden Glaubigen verkündigt vnd offentlich bezeuget wirdt, daß jhnen so offt sie die verheissung deß Euangelions mit warem Glauben annemmen, [45]warhaftig alle jre Sünden von Gott vmb deß verdiensts Christi willen, vergeben sind: Vnnd herwiderumb allen Vnglaubigen vnnd Heuchlern, daß der Zorn Gottes, vnd die ewige Verdamnuß auff jhnen ligt, so lang sie sich nicht bekehrena: Nach welchem Zeugnuß deß Euangelii, Gott beyde in disem vnd zukünfftigen Leben vrtheilen wil.
  • a. Ioh. 10. 21. Mat. 6. 19
85
Wie wirdt das Himmelreich zu vnnd auffgeschlossen, durch die Christliche Buszzucht?

Also: dasz nach dem befelch Christi, die jenigen so vnder dem Christlichen namen, vnchristliche Lehr oder wandel führen, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, vnd von jren jrrthumen oder lastern nit abstehen, der Kirchen, oder denen so von der Kirchen darzu verordnet seind, angezeigt, vnnd so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von jhnen durch verbietung der heiligen Sacrament ausz der Christlichen gemein, vnd von Gott selbst, ausz dem Reich Christi werden ausz geschlossen: vnd widerumb als glieder Christi vnd der Kirchen angenommen, wenn sie ware besserung verheissen vnd erzeigena.
  • a. Matt. 18, 15—18. 1. Cor. 5, 3—5, 11. 2. Thess. 3, 14f. 2. Iohan. 10f
85
Wie wirt das Himmelreich zu vnd auffgeschlossen, durch die Christliche Bußzucht?

Also: daß nach dem Befelch Christi die jenigen, so vnter dem Christlichen Namen vnchristliche Lehr oder Wandel führen, nach dem sie etlichmal Brüderlich vermahnt sein, vnnd von jhren Jrrthumen oder Lastern nicht abstehen, der Kirchen, oder denen so von der Kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, vnd so sie sich an derselben vermanung auch nicht kehren, von jhnen durch verbietung der heiligen Sacrament auß [46]der Christlichen Gemein, vnd von Gott selbst, auß dem Reich CHristi werden außgeschlossen: vnd widerumb als Glieder Christi vnd der Kirchen angenommen, wenn sie ware besserung verheissen vnd erzeigen.a
  • a. Mat. 18. 15 1. Cor. 5. 2. Th. 3. 14 2. Ioh. 10. 2. Cor. 2. 6. & 10
DER DRITTE THEIL. VON DER DANCKBARKEYT.
Der dritte theil. Von der Danckbarkeit.
VII. LECTIO. Der 32. Sontag.
VII. LECTIO. Der 32. Sontag.
86
Dieweil wir denn ausz vnserm elend one alle vnsere verdienst, ausz gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thun?

[36]Darumb, dasz Christus, nach dem er vns mit seinem blut erkaufft hat, vns auch durch seinen heiligen Geist ernewert zu seinem ebenbildt, dasz wir mit vnserm gantzen leben vns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigena, vnd er durch vns gepriesen werdeb: Darnach auch, dasz wir bey vns selbst vnsers glaubens ausz seinen früchten gewisz seinc, vnnd mit vnserm Gottseligen wandel, vnsere nechsten auch Christo gewinnend.
  • a. Rom. 6, 13; 12, 1f. 1. Pet. 2, 5, 9f. 1. Cor. 6, 20
  • b. Matt. 5, 16. 1. Pet. 2, 12
  • c. 1. Pet. 1. Matth. 7, 17f. Gal. 5, 6, 22
  • d. 1. Pet. 3, 1f. Rom. 14, 19
86
Dieweil wir dann auß vnserm Elend ohne alle vnser verdienst, auß gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute Werck thun?

Darumb, daß Christus, nach dem er vns mit seinem Blut erkaufft hat, vns auch durch seinen heiligen Geist, ernewert zu seinem Ebenbild, daß wir mit vnserm gantzen Leben vns danckbar gegen GOtt für seine Wolthat erzeigenb, vnnd er durch vns gepriesen werdec: Darnach auch, daß wir bey vns selbst vnsers Glaubens auß seinen früchten gewiß seind, vnd mit vnserm [47]Gottseligen wandel, vnsere Nächsten auch Christo gewinnen.a
  • b. Ro. 6. 13. & 12. 1. 2. 1. Pet. 2. 5. 1. Co. 6. 20
  • c. Mat. 5. 16. 1. Pet. 2. 12
  • d. 2. Pe. 1. 10. Mat. 7 17. Ga. 5. 6. 22
  • a. 1. Pet. 3. 12. Ro. 14. 19
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von jhrem vndanckbaren vnbuszfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein vnkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber vnd dergleichen, wird das reich Gottes erbena.
  • a. 1. Cor. 6, 9f. Ephes. 5, 5f. 1. Iohan. 3, 14f
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von jrem vndanckbaren vnbußfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn wie die Schrifft saget: Kein Vnkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lästerer, Rauber, vnnd dergleichen, wirdt das Reich GOttes erben.b
  • b. 1. Co. 6 10 Ep. 5. 5. 6. 1. Ioh. 3. 14
Der 33. Sontag.
Der 33. Sontag.
88
In wieuiel stücken stehet die warhafftige busz oder bekerung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des altena, vnd aufferstehung des newen menschen.
  • a. Rom. 6, 4—6. Ephes. 4, 22—24. Coloss. 3, 5—10. 1. Cor. 5, 7
88
Jnn wie viel stücken stehet die warhafftige Buß oder bekerung deß Menschen?

Jn zweyen stücken: Jn absterbung deß altenc, vnnd aufferstehung deß newen Menschen.
  • c. Rom. 6. 4 5. 6. Ephe. 4. 22. 23. Col. 3. 5. 6. 8. 9. 10. 1. Co. 5. 7
89
Was ist die absterbung des alten menschen?

[37]Im die sünde von hertzen lassen leid sein, vnnd dieselbige je lenger je mehr hassen vnd fliehena.
  • a. Rom. 8, 13. Ioel 2, 13
89
Was ist die absterbung deß alten Menschen?

[48]Jm die sünde von hertzen lassen leid sein, vnd dieselbige je lenger je mehr hassen vnd fliehen.a
  • a. Ro. 8. 13. Ioel. 2
90
Was ist die aufferstehung des newen menschen?

Hertzliche freud in Gott durch Christuma, vnd lust vnd lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu lebenb.
  • a. Rom. 5, 1; 14, 17. Esai. 57, 15
  • b. Rom. 6, 10f. Galat. 2, 20
90
Was ist die Aufferstehung deß newen Menschen?

Hertzliche freud in GOTT durch Christumb, vnnd lust vnnd lieb haben nach dem willen Gottes in allen guten wercken zuleben.c
  • b. Rom. 3. 1. & 14. 17. Esa. 57. 18
  • c. Rom. 6. 10. 11. Gal. 2. 20
91
Welches seind aber gute werck?

Allein die ausz warem glaubena, nach dem Gesetz Gottesb jm zu ehren geschehenc: vnd nicht die auff vnser gutduncken oder menschen satzung gegründet seind.
  • a. Rom. 14, 23
  • b. 1. Sam. 15, 22. Ephes. 2, 10
  • c. 1. Cor. 10, 31
  • d. Deut. 12, 32. Ezech. 20, 18f. Esai. 29, 13. Matt. 15, 9
91
Welches sind aber gute werck?

Allein die auß warem Glaubend, nach dem Gesetz Gottese jm zu Ehren geschehenf: vnd nit die auff vnser gutduncken oder Menschen satzung gegründet sein.g
  • d. Ro. 14. 3
  • e. 1. Sa. 15. 22. Eph. 2. 10
  • f. 1. Co. 10. 31
  • g. Deu. 12. 32 Eze. 20. 18 Esa. 29. 13. Mat. 5. 9
92
Wie laut das Gesetz des HERRN?

Gott redet alle diese wort.

Das erst Gebott.

Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich ausz [38]Egyptenland, ausz dem Diensthausz geführet habe. Du solt kein ander Götter für mir haben.

Das Ander.

Du solt dir keine Bildnusz noch jrgendt eine gleichnus machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das vnden auff Erden, oder desz, das im wasser vnder der Erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch jnen dienen. Denn ich der HERR dein Gott, bin ein starcker eyueriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den kindern, bis ins dritte vnd vierde glied, deren die mich hassen: vnnd thue barmhertzigkeyt an viel tausenden die mich lieben, vnd meine Gebott halten.

Das Dritt.

Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht miszbrauchen, Denn der HERR wirdt den nicht vngestrafft lassen, der seinen Namen miszbraucht.

Das vierdt.

Gedenck des Sabbaht tags, dasz du jhn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, vnd alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dein Son, noch deine Tochter, noch dein knecht, noch deine magt, noch dein vieh, noch der frembdling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR Himmel vnd Erden gemacht, vnnd das Meer, vnnd alles was drinnen ist, vnnd rhuete am sibenden tage, darumb segnete der HErr den Sabbath tag, vnd heiliget jn.

Das fünffte.

Du solt dein Vatter vnnd deine Mutter ehren, auff dasz du lang lebest im Land, das dir der HErr dein Gott gibt. [39]

Das sechste.

Du solt nit tödten.

Das sibende.

Du solt nit Ehebrechen.

Das achte.

Du solt nit stelen.

Das neunde.

Du solt kein falsch zeugnusz reden wider deinen Nechsten.

Das zehende.

Lasz dich nit gelüsten deines nechsten hausz, Lasz dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochssen, noch seines Esels, noch alles dasz dein nechster hat.
  • *. Exod. 20. Deut. 5
92
Wie laut das Gesetz deß HErrn?

Gott redet alle diese Wort.a [49]Das erste Gebott. Jch bin der HERR dein Gott, der ich dich auß Egyptenland, auß dem Diensthauß geführt habe. Du solt kein andere Götter für mir haben. Das ander. Du solt dir kein Bildnuß noch jrgend ein gleichnuß machen, weder deß, das oben im Himmel, noch deß, das vnden auff Erden, oder deß, das im wasser vnter der Erden ist, Du solt sie nicht anbetten, noch jhnen dienen. Denn ich der Herr dein Gott, bin ein starcker eifferiger GOtt, der die missethat der Vätter heimsucht an den Kindern, biß ins [50]dritte vnd vierde Glied deren die mich hassen: vnnd thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, vnnd meine Gebott halten. Das dritte. Du solt den Namen deß Herren deines Gottes nicht mißbrauchen, Denn der Herr wirt den nicht vngestrafft lassen, der seinen Namen mißbraucht; Das vierde. Gedenck deß Sabbath tages, daß du jn heiligst. Sechß tag soltu arbeiten, vnnd alle deine Werck thun, aber am siebenden tag ist der Sabbath deß HERren deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, [51]noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch deine Knecht, noch deine Magdt, noch dein Viehe, noch der Frembdling der in deinen Thoren ist. Denn in sechß tagen hat der HERr Himmel vnd Erden gemacht, vnd das Meer, vnd alles was drinnen ist, vnnd ruhete am siebenden tage, Darumb segnete der HErr den Sabbath tag, vnd heiligte jn. Das fünffte. Du solt deinen Vatter vnd deine Mutter ehren, auff daß du lang lebest im Land, das dir der HErr dein Gott gibt. Das sechste. Du solt nicht tödten. Das siebende. [52]Du solt nicht Ehebrechen. Das achte. Du solt nicht stelen. Das neunde. Du solt kein falsch Zeugnuß reden wider deinen Nächsten. Das zehende. Laß dich nit gelüsten deines nächsten Hauß, Laß dich nit gelüsten deines nächsten Weibs, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles das dein Nächster hat.
  • a. Exod. 20. Deu. 15
Der 34. Sontag.
Der 34. Sontag.
93
Wie werden diese Gebott getheilt?

In zwo Tafelna, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir vns gegen Gott sollen halten: Die ander in sechs gebotten, was wir vnserem nechsten schuldig seinb.
  • a. Exo. 34, 28. Deut. 4, 13; 10, 3f
  • b. Matt. 22, 37—40
93
Wie werden diese Gebott getheilt?

Jn zwo Taffelna, deren die erst in vier Gebotten lehret, wie wir vns gegen GOtt sollen halten: Die ander in [53]sechs Gebotten, was wir vnserm Nächsten schuldig seind.a
  • a. Exo. 4. 28. Deut. 7. 13. & 10. 3
  • a. Mat. 22. 37 38
94
Was erfordert der Herr im ersten Gebott?

Dasz ich bey verlierung meiner seelen heil vnd seligkeyt alle abgöttereya, zauberey, abergläubische segenb, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturenc, meiden vnnd fliehen soll, Vnnd den einigen waren Gott recht erkennend, jm allein vertrawene, In aller demutf vnd gedultg, von jm allein alles guts [40]gewartenh, vnd jn von gantzem hertzen liebeni, förchtenk vnnd ehrenl: Also dasz ich ehe alle Creaturen vbergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thuem.
  • a. 1. Cor. 6, 9f.; 10, 7, 14
  • b. Leuit. 19, 31. Deut. 18, 10—12
  • c. Matt. 4, 10. Apoc. 19, 10; 22, 8f
  • d. Ioh. 17, 3
  • e. Iere. 17, 5
  • f. 1. Pet. 5, 5f
  • g. Hebr. 10, 36. Coloss. 1, 11. Rom. 5, 3f. 1. Cor. 10, 10. Philip. 2, 14
  • h. Psal. 104, 27—30. Esai. 45, 7. Iac. 1, 17
  • i. Deut. 6, 5. Matt. 22, 37
  • k. Deut. 6, 2. Psalm. 111, 10. Prouer. 1, 7; 9, 10. Matth. 10, 28
  • l. Matth. 4, 10. Deut. 10, 20
  • m. Matth. 5, 29f.; 10, 37. Actor. 5, 29
94
Was erfordert der HERR im ersten Gebott?

Daß ich bey verlierung meiner Seelen Heil vnd seligkeit alle Abgöttereyb, Zauberey, Abergläubische segenc, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturend, meiden vnd fliehen soll, Vnnd den einigen waren GOtt recht erkennene, jhm allein vertrawenf, in aller demutg, vnnd gedulth, von jhm allein alles gutes erwarteni, vnnd jhn von gantzem Hertzen liebenk, förchtenl vnd ehrenm: Also daß ich ehe alle Creaturen vbergebe, dann inn dem geringsten wider seinen willen thue.n
  • b. 1. Cor. 6. 9 10. 7. 14. & 10
  • c. Leu. 19. 3. Deu. 18. 11
  • d. Mat. 4. 10 Apo. 19. 10 8. 9 & 22
  • e. Ioh. 17. 3
  • f. Iere. 7. 5
  • g. 1. Pet. 5. 5
  • h. He. 10. 36. Col. 1. 11. Rom. 5. 3. 1. Cor. 10. 10. Phil. 2. 14
  • i. Psal. 104. 27. Esa. 45. 7. Iacob. 1. 17
  • k. Deu. 6. 5 Matth. 22 10. Prouerb. 1. 7. & 9. Matth. 10. 18
  • l. Deu. 6. 2. Psal. 110
  • m. Matth. 4. 10. Deut. 10. 20
  • n. Matth. 5. 29. 30. & 10. Actor. 5. 29
95
Was ist Abgötterey?

An statt des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder haben, darauff der mensch sein vertrawen setzta.
  • a. Ephes. 5, 5. 1. Par. 16, 26. Phil. 3, 19. Gal. 4, 8. Ephes. 2, 12. 1. Ioh. 2, 23. 2. Iohan. 9. Iohan. 5, 23
95
Was ist Abgötterey.

[54]An statt deß einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anders dichten oder haben, darauff der Mensch sein vertrawen setzt.a
  • a. Ephe. 5. 5. 1. Pa. 16. 26 Phil. 3. 19. Gal. 4. 8. Ephe. 2. 12. 1. Ioh. 2. 23. Ioh. 5. 23
Der 35. Sontag.
[Der 35. Sontag.]
96
Was wil Gott im andern Gebott?

Dasz wir Gott in keinen weg verbildena, noch auff jrgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollenb.
  • a. Deut. 4, 15ff. Esai. 40, 18ff., 25. Rom. 1, 23f. Acto. 17, 29
  • b. 1. Sam. 15, 23. Deut. 12, 30—32. Matt. 15, 9
96
Was will Gott im andern Gebott?

Daß wir GOtt in keinen weg verbildenb, auch auff jrgend eine ander weise, denn er in seinem Wort befohlen hat, verehren sollen.c
  • b. Deu. 4. 15 Esa. 40. 18 Rom. 1. 23 Act. 17. 29
  • c. 1. Sa. 15. 13. Deu. 12. 30 Mar. 15. 9
97
Sol man denn gar kein bildnusz machen?

Gott kan vnnd soll keines weges abgebildet werden: die [41]Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbeut doch Gott derselbigen bildtnusz zu machen vnd zuhaben, dasz man sie verehre oder jm damit dienea.
  • a. Exod. 23, 24; 34, 13f. Num. 33, 52. Deut. 7, 5; 12, 3; 16, 22. 2. Reg. 18, 4
97
Soll man denn gar kein Bildnuß machen?

Gott kan vnd soll keines weges abgebildet werden: Die Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden: so verbeut doch GOtt derselben Bildnuß zumachen vnd zu haben, daß man sie verehre, oder im damit diene.d
  • d. Ex. 23. 24. & 34. 13. Num. 33. De. 7. 5. & 12. 16. 21. 3. 2. Re. 18. 4
98
Mögen aber nicht die bilder als der Leyen bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein: Denn wir nicht sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheyt nicht durch stumme Götzena, sonder durch die lebendige predig seines worts wil vnderwiesen habenb.
  • a. Iere. 10, 8. Habac. 2, 18f
  • b. 2. Pet. 1, 19. 2. Tim. 3, 16f
98
Mögen aber nicht die Bilder als [55]der der Leyen Bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein: Denn wir nicht sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzena, sondern durch die lebendige Predig seines worts wil vnderwiesen haben.b
  • a. Iere. 10. 8. Ha. 2. 11. 18
  • b. 1. Pet. 1. 19 1. Ti. 3. 36
Der 36. Sontag.
Der 36. Sontag.
99
Was wil das dritt Gebott?

Dasz wir nicht allein mit fluchena, oder mit falschem eydeb, sonder auch mit vnnötigem schwerenc den Namen Gottes nicht lestern oder miszbrauchen, noch vns mit vnserm stillschweigen vnnd zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Vnd in summa, dasz wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht vnd ehrerbietung gebrauchend, auff dasz er von vns recht bekendte, angeruffenf, vnd in allen vnsern worten vnd werckeng gepriesen werde.
  • a. Leuit. 24, 10—16
  • b. Leui. 29. [19, 12.]
  • c. Matt. 5, 37. Iacob. 5, 12
  • d. Esai. 45, 23
  • e. Matt. 10, 32
  • f. 1. Tim. 2, 8
  • g. Rom. 2, 24. 1. Tim. 6, 1. Coloss. 3, 16f
99
Was wil das dritt Gebott?

Daß wir nicht allein mit fluchenc, oder mit falschem Eydd: sondern auch mit vnnötigem schweren den Namen Gottes nicht lästern oder mißbrauchen, noch vns mit vnserm stillschweigen vnd zusehen solcher schrecklichen Sünden theilhafftig machen, Vnd in Summa, daß wir den heiligen Namen GOttes anderst nicht, denn mit forcht vnd Ehrerbietung gebrauchene, auff das er von vns recht bekennetf, angeruffeng, vnd in allen vnsern worten vnd werckenh gepriesen werde.
  • c. Le. 24. 11
  • d. Le. 19. 12
  • e. Mat. 5. 37. Iac. 5. 12
  • f. Esa. 45. 23
  • g. Mat. 10. 32
  • h. 1. Ti. 2. 8. Ro. 2. 24. 1. Tim. 6. 1 Col. 3. 16
100
Ist denn mit schweren vnd fluchen Gottes Namen lestern, so ein schwere sünd, dasz Gott auch vber die zürnet, die, souiel an jnen ist, dieselbe nicht helffen wehren vnnd verbieten?

[42]Ja freilicha: Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens, Darumb er sie auch mit dem todt zustraffen befohlen hatb.
  • a. Leuit. 5, 1
  • b. Leui. 24, 15f
100
[56]Jst denn mit schweren vnnd fluchen GOttes Namen lästern, so ein schwere Sünd, daß Gott auch vber die zürnet, die, so viel an jhnen ist, dieselben nit helffen wehren vnd verbieten?

Ja freylicha: Dann keine Sünde grösser ist, noch GOtt hefftiger erzürnet, dann lästerung seines Namens, Darumb er sie auch mit dem Todt zu straffen befohlen hat.b
  • a. Leu. 5. 1
  • b. Leu. 24. 15. 16
Der 37. Sontag.
Der 37 Sontag.
101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Ayd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeyt von jren vnderthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe vnd warheyt zu Gottes ehr, vnd des nechsten heil dardurch zu erhalten vnnd zu fürdern. Denn solches Eydschweren ist in Gottes wort gegründeta, vnd derhalben von den Heiligen im alten vnd newen Testament recht gebrauchet wordenb.
  • a. Deut. 6, 13; 10, 20. Esai. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • b. Gen. 21, 24; 31, 53f. Iosu. 9, 15, 19. 1. Sam. 24, 22. 2. Sam. 3, 35. 1. Reg. 1, 29. Rom. 1, 9. 2. Cor. 1, 23
101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Eyd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeit von jhren Vnterthanen, oder sonst die not erfordert trewe vnd Warheit zu Gottes Ehr, vnd deß Nächsten Heil dardurch zuerhalten vnnd zufürdern. Denn solches Eydschweren ist in Gottes wort gegründetc, vnnd derhalben von den Heiligen im alten vnnd newen Testament recht gebraucht worden.d
  • c. Deu. 6. 13. & 10. 20. Esa. 48. 1. Heb. 6. 16
  • d. Ge. 21. 24. & 31. 53. Iosua 9. 15. 29. 1. Sa. 24. 13 1. Sa. 3. 35. 1. Reg. 1. 29 Rom. 1. 9. 2. Co. 1. 23
102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen ayd schweren?

Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, dasz er als der einig hertzkündiger, der warheyt zeugnusz wölle geben, vnd mich straffen, so ich falsch schwerea, welche ehre denn keiner Creaturen gebüretb.
  • a. 2. Cor. 1, 23
  • b. Matt. 5, 34—36. Iaco. 5, 12
102
[57]Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen Eyd schweren?

Nein: Denn ein rechtmässiger Eyd ist ein anruffung GOttes, daß er als der einig Hertzkündiger, der Warheit zeugnuß wölle geben, vnnd mich straffen, so ich falsch schwerea, welche Ehre denn keiner Creaturen gebüret.b
  • a. 2. Cor. 1. 23
  • b. Mat. 3. 34
Der 38. Sontag.
Der 38. Sontag.
103
Was wil Gott in dem vierdten gebott?

Gott wil erstlich, dasz das Predigampt vnd Schulen erhalten [43]werdena, vnnd ich, sonderlich am Feiertag, zu der gemeine Gottes vleissig kommeb, das wort Gottes zulernenc, die heiligen Sacrament zugebrauchend, den HERREN offentlich anzuruffene, vnnd das Christlich Almosz zugebenf: Zum andern, dasz ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feiere, den Herren durch seinen Geist in mir wircken lasse, vnd also den ewigen Sabbath in diesem leben anfangg.
  • a. Tit. 1, 5. 1. Tim. 3, 14f.; 4, 13ff.; 5, 17. 1. Cor. 9, 11, 13f. 2. Tim. 2, 2; 3, 15
  • b. Psal. 40, 10f.; 68, 27. Actor. 2, 42, 46
  • c. 1. Cor. 14, 19, 29, 31
  • d. 1. Cor. 11, 33
  • e. 1. Tim. 2, 1—3, 8—10. 1. Cor. 14, 16
  • f. 1. Cor. 16, 2
  • g. Esai. 66, 23
103
Was wil Gott in dem vierden Gebott?

Gott wil erstlich, daß das Predigampt vnnd Schulen erhalten werdec, vnd ich, sonderlich am Feyertag, zu der Gemeine Gottes fleissig komptd, das Wort Gottes zulehrnene, die heiligen Sacrament zugebrauchenf, den Herren offentlich anzuruffeng, vnnd das Christlich Allmosen zugebenh: Zum andern, daß ich alle tag meines lebens von meinen bösen wercken feyre, den HErren [58]durch seinen Geist inn mir wircken lasse, vnnd also den ewigen Sabbath in diesem leben anfange.a
  • c. Tit. 1. 5. 2. Tim. 3. 4. & 5. 1. Cor. 9. 11. 13. 2. Tim. 2. 2 & 3. 15
  • d. Psal. 40. 10. 11. 27. & 68. Act. 2. 42. 46
  • e. Cor. 14. 19. 29. 31
  • f. 1. Cor. 11. 33
  • g. 1. Tim. 2. 1. 2. 3. 8. 1. Cor. 14
  • h. 1. Cor. 16. 12
  • a. Esa. 66. 23
VIII. LECTIO. Der 39. Sontag.
VIII. LECTIO. Der 39. Sontag.
104
Was wil Gott im fünfften gebott?

Dasz ich meinem Vatter vnd Mutter, vnd allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe vnd trewe beweisen, vnd mich aller guten Lehr vnnd straff, mit gebürlichem gehorsam vnderwerffena, vnnd auch mit jhren gebrechen gedult haben sollb, dieweil vns Gott durch jre hand regieren wilc.
  • a. Ephes. 5, 22; 6, 1f., 5. Coloss. 3, 18, 20—24. Prou. 1, 8; 4, 1; 15, 20; 20, 20. Exod. 21, 17. Rom. 13, 1
  • b. Prou. 23, 22. Gen. 9, 24f. 1. Pet. 2, 18
  • c. Ephes. 6, 4, 9. Coloss. 3, 19, 21. Rom. 13, 2—7. Matth. 22, 21
104
Was wil Gott im fünfften Gebott?

Daß ich meinem Vatter vnd Mutter, vnd allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe vnd trew beweisen, vnd mich aller guten Lehr vnd straff mit gebürlichem gehorsam vnterwerffenb, vnnd auch mit jhren gebrechen gedult haben sollc, dieweil vns GOTT durch jhre Hand regieren wil.d
  • b. Ephes. 6. 1. 2. 5. Colos. 3. 18. 20. Pro. 18. 15. & 20. 20. Exod. 21. 20. Rom. 13. 17
  • c. Prou. 23. 22. Gene. 9. 25. 1. Pet. 2. 18
  • d. Ephes. 6. 49. Col. 3. 19. Rom. 13. Matth. 22. 21
Der 40. Sontag.
Der 40. Sontag.
105
Was wil Gott in dem sechsten gebott?

Das ich meinen nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödtena: sonder alle rachgirigkeyt ablegenb, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben solc. Darumb [44]auch die Oberkeyt, dem todschlag zu weren, das Schwert tregtd.
  • a. Matt 5, 21f.; 26, 52. Gen. 9, 6
  • b. Ephes. 4, 26. Rom. 12, 19. Matt. 5, 25; 18, 35
  • c. Rom. 13, 14. Coloss. 2, 23. Syr. 3, 27. Matt. 4, 7
  • d. Gen. 9, 6. Exod. 21, 14. Matt. 26, 52. Rom. 13, 4
105
Was wil Gott im sechsten Gebott?

Daß ich meinen Nächsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmähen, hassen, beleidigen, oder tödtene, sondern alle Rachgirigkeit ablegenf, [59]auch mich selbst nicht beschädigen, oder mutwillig in gefahr begeben solla, Darumb auch die Oberkeit dem Todschlag zuwehren, das Schwerdt trägt.b
  • e. Matt. 5. 21. & 26. 52. Gen. 9. 6
  • f. Eph. 4. 2. Rom. 12. 19. Matth. 5. & 18. 21
  • a. Rom. 13. 5 Col. 21. 23. Syr. 3
  • b. Gen. 9. 6. Exo. 21. 14. Mat. 26. 52 Rom. 13. 4
106
Redet doch disz gebott allein von tödten?

Es wil vns aber Gott durch verbietung des todtschlags lehren, dasz er die wurtzel des todtschlags, als neida, haszb, zornc, rachgirigkeyt, hasset, vnd das solches alles für jhm ein heimlicher todtschlag seyed.
  • a. Rom. 1, 28—32
  • b. 1. Ioh. 2, 9—11
  • c. Iac. 2. [1, 20]. Galat. 5, 19—21
  • d. 1. Ioh. 3, 15
106
Redet doch diß Gebott allein vom tödten?

Es wil vns aber Gott durch verbietung deß Todtschlags lehren, daß er die Wurtzel deß Todtschlags, als neidc, haßd, zorne, rachgirigkeit hasset, vnnd daß solches alles für jhm ein heimlicher Todtschlag seye.f
  • c. Ro. 1. 29
  • d. 1. Io. 2. 9. 11
  • e. Iac. 2. 20. Gal. 5. 20
  • f. 1. Ioh. 3. 15
107
Ists aber damit gnug, dasz wir vnsern nechsten, wie gemeldt, nit tödten?

Nein. Denn in dem Gott neid, hasz vnd zorn verdampt: wil er von vns haben, dasz wir vnsern Nechsten lieben als vns selbsta, gegen jm gedult, friede, sanfftmutb, barmhertzigkeytc vnd freundligkeytd erzeigen, seinen schaden, so viel vns möglich, abwendene, vnd auch vnsern feinden guts thunf.
  • a. Matt. 7, 12; 22, 39
  • b. Ephes. 4, 2. Galat. 6, 1f. Matt. 5, 5. Rom. 12, 18
  • c. Matt. 5, 7. Luc. 6, 36
  • d. Rom. 12, 10
  • e. Exod. 23, 5
  • f. Matt. 5, 44f. Rom. 12, 20f
107
Jsts aber damit gnug, daß wir vnsern Nechsten, wie gemeldt, nit tödten?

Nein: Denn in dem Gott neid, haß vnd zorn verdampt, wil er von vns haben, daß wir vnsern Nechsten lieben als vns selbstg, gegen jm gedult, friede, sanfftmuth, barmhertzigkeiti, vnnd freundtligkeitk erzeigen, seinen schaden, so viel vns möglich, abwendenl, [60]vnd auch vnsern Feinden guts thun.a
  • g. Mat. 7. 12. & 22. 39
  • h. Eph. 4. 2. Gal. 6. 1. Mat. 5. 9. Ro. 12. 18
  • i. Matth. 5. Lu. 6. 63
  • k. Ro. 12. 10
  • l. Exo. 23. 5
  • a. Mat. 5. 44 Ro. 12. 20
Der 41. Sontag.
Der 41. Sontag.
108
Was will das siebende Gebott?

[45]Dasz alle vnkeuschheyt von Gott vermaledeyet seya, vnd dasz wir darumb jr von hertzen feind seinb, vnd keusch vnd züchtig leben sollenc, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselbend.
  • a. Deut. 18
  • b. Iudae 22f
  • c. 1. Thes. 4, 3—5
  • d. Hebr. 13, 4. 1. Cor. 7, 4
108
Was wil das siebende Gebott?

Daß alle vnkeuschheit von GOtt vermaledeyet seyb, vnd daß wir darumb jhr von Hertzen feind seinc, vnnd keusch vnd züchtig leben sollend, es sey im heiligen Ehestand oder ausserhalb desselben.e
  • b. Leu. 8. 27
  • c. Iudæ. 28
  • d. 1. Thes. 23
  • e. Heb. 13. 3. 45. 1. Cor. 7. 4
109
Verbeut Gott in diesem gebott nichts mehr denn Ehebruch vnd dergleichen schanden?

Dieweil beyde vnser leib vnnd seel Tempel des heiligen Geists sein, so will er, dasz wir sie beyde sauber vnnd heilig bewaren. Verbeut derhalben alle vnkeusche thaten, geberden, worta, gedancken, lustb, vnd was den menschen darzu reitzen magc.
  • a. Ephes. 5, 3f. 1. Cor. 6, 18—20
  • b. Matt. 5, 27f
  • c. Ephes. 5, 18. 1. Cor. 15, 33
109
Verbeut GOtt inn diesem Gebott nichts mehr denn Ehebruch vnnd dergleichen schanden?

Dieweil beyde vnser Leib vnd Seel Tempel deß heiligen Geistes sein, so wil er, daß wir sie beyde sauber vnnd heilig bewaren. Verbeut derhalben alle vnkeusche thaten, geberden, wortf, gedancken, lustg, vnnd was den Menschen darzu reitzen mag.h
  • f. Eph. 5. 3. 1. Co. 6. 18
  • g. Mat. 5. 28
  • h. Eph. 5. 18
Der 42. Sontag.
Der 42. Sontag.
110
Was verbeut Gott im achten gebott?

Er verbeut nicht allein den diebstala vnd raubereyb, welche die Oberkeyt strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück vnd anschläge, damit wir vnsers nechsten gut gedencken an vns zubringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtensc: als vnrechtem gewichtd, Ellen, masze, wahre, müntz, wucherf, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitzg, vnd vnnütze verschwendung seiner gabenh. [46]
  • a. 1. Cor. 6, 10
  • b. 1. Cor. 5, 10
  • c. Luc. 3, 14. 1. Thess. 4, 6
  • d. Prou. 11, 1; 16, 11
  • e. Ezec. 45, 9f. Deut. 25, 13—15
  • f. Psalm. 15, 5. Luc. 6, 35
  • g. 1. Cor. 6, 10
  • h. Proue. 5, 16
110
Was verbeut Gott im achten Gebott?

[61]Er verbeut nit allein den Diebstala, vnnd Raubereyb, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch Diebstal alle böse stück vnd anschläge, damit wir vnsers Nechsten Gut gedencken an vns zubringen, es sey mit gewalt oder schein deß rechtensc, als vnrechtem Gewichtd, Elen, Maße, Wahr, Müntz, Wucherf, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen Geitzg, vnnd vnnütze verschwendung seiner Gaben.h
  • a. 1. Cor. 4. 18. 19
  • b. 1. Co. 5. 10
  • c. Luc. 3. 14. 1. Th. 4. 6
  • d. Pro. 11. 1. & 16. 11
  • e. Eze. 45. 9. Deu. 25
  • f. Psal. 15. 5. Luc. 6. 53
  • g. 1. Co. 6. 10
  • h. Pro. 5. 16
111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebott?

Dasz ich meines nechsten nutz, wo ich kan vnd mag, fürdere, gegen jm also handle, wie ich wolte das man mit mir handletea, vnd trewlich arbeite, auff das ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mögb.
  • a. Matt. 7, 12
  • b. Ephes. 4, 28
111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebott?

Daß ich meines Nechsten nutz, wo ich kan vnd mag, fürdere, gegen jhm also handle, wie ich wolte daß man mit mir handletei, vnnd trewlich arbeite auff daß ich dem Dürfftigen inn seiner not helffen mög.k
  • i. Mat. 7. 12
  • k. Ep. 4. 28
Der 43. Sontag.
Der 43. Sontag.
112
Was wil das neund gebott?

Dasz ich wider niemand falsche zeugnusz gebea, niemand seine wort verkereb, kein affterreder vnn lesterer seyec, Niemand vnuerhört, vnd leichtlich verdammen helffed: sonder allerley liegen vnnd triegen, als eigene werck des Teuffelse bey schwerem Gottes zorn vermeidef, In gerichts vnnd allen andern handlungen die warheyt liebe, auffrichtig sage vnd bekenneg, auch meines Nechsten ehre vnd glimpff nach meinem vermögen rette vnd fürdereh.
  • a. Prou. 19, 5, 9; 21, 28
  • b. Psalm. 15, 3
  • c. Rom. 1, 28, 30
  • d. Matt. 7, 1f. Luc. 6, 37
  • e. Ioh. 8, 44
  • f. Prou. 12, 22; 13, 5
  • g. 1. Cor. 13, 6. Ephes. 4, 25
  • h. 1. Pet. 4, 8
112
Was wil das neund Gebott?

[62]Daß ich wider niemand falsche zeugnuß geba, niemand seine wort verkereb, kein Affterreder vnd Lästerer seyc, niemand vnuerhört, vnd leichtlich verdammen helffed, sonder allerley liegen vnd triegen, als eigene werck deß Teufelse, bey schwerem Gottes zorn vermeidef, Jn Gerichts vnnd allen andern handlungen die Warheit liebe, auffrichtig sage vnnd bekenneg, auch meines Nechsten Ehre vnd glimpff nach meinem vermögen rette vnd fördere.h
  • a. Pro. 16. 5. 21. 28
  • b. Psal. 15. 3
  • c. Rom. 1. 28 30
  • d. Mat. 7. 1. Luc. 5. 37
  • e. Ioh. 8. 44
  • f. Pro. 12. 22. & 13. 5
  • g. 1. Co. 13. 6. Eph. 4. 25
  • h. 1. Pet. 4. 8
Der 44. Sontag.
Der 44. Sontag.
113
Was will das zehend gebott?

Dasz auch die geringste lust oder gedancken wider jrgend ein gebott Gottes, in vnser hertz nimmermehr kommen: sonder wir für vnnd für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, vnd lust zu aller gerechtigkeyt haben sollena.
  • a. Rom. 7, 7f
113
Was wil das zehende Gebott?

Daß auch die geringste lust oder gedancken wider jrgend ein Gebott Gottes in vnser Hertz nimmermehr komen: sondern wir für vnnd für von gantzem Hertzen aller sünden feind sein, vnd lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen.i
  • i. Rom. 7. 7
114
[47]Können aber, die zu Gott bekeret sind, solche gebott volkömlich halten?

Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsamsa: doch also, dasz sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zu lebenb.
  • a. 1. Ioh. 1, 8—10. Rom. 7, 14f. Eccles. 7, 21
  • b. Rom. 7, 22. Iac. 2, 10f
114
Können aber, die zu GOtt bekehret sind, solche Gebott vollkömlich halten?

[63]Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsamsa: doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen Gebotten Gottes anfangen zuleben.b
  • a. 1. Ioh. 1. 8. Rom. 7. 14 Eccl. 7. 21
  • b. Rom. 22. Iac. 2. 101. Phil. 3. 24
115
Warumb lest vns denn Gott also scharff die zehen Gebott predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich auff dasz wir vnser gantzes lebenlang vnser sündliche art je lenger je mehr erkennena, vnnd souiel desto begieriger vergebung der sünden vnd gerechtigkeyt in Christo suchenb. Darnach dasz wir one vnderlasz vns befleissen, vnn Gott bitten vmb die gnade des heiligen Geists, dasz wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, bisz wir das ziel der volkommenheyt nach diesem leben erreichenc.
  • a. 1. Ioh. 1, 9. Psalm. 32, 5
  • b. Rom. 7, 24f
  • c. 1. Cor. 9, 24f. Philip. 3, 11—14
115
Warumb läst vns denn Gott also scharff die Zehen Gebott predigen, weil sie inn diesem leben niemand halten kan?

Erstlich, auff daß wir vnser gantzes lebenlang vnser sündliche art je lenger je mehr erkennenc, vnnd so viel desto begieriger vergebung der Sünden vnnd Gerechtigkeit in Christo suchend. Darnach daß wir ohne vnderlaß vns befleissen, vnd Gott bitten vmb die Gnade deß H. Geists, daß wir je lenger je mehr zu dem Ebenbild GOttes ernewert werden, biß wir das ziel der vollkomenheit nach diesem leben erreichen.e
  • c. 1. Ioh. 1. 9. Psal. 32. 5
  • d. Rom. 7. 25
  • e. 1. Co. 9. 24 Phi. 3. 11. 12 13. 14
IX. LECTIO. Der 45. Sontag.
IX. LECTIO. Der 45. Sontag.
116
Warumb ist den Christen das Gebet nötig?

Darumb dasz es das fürnembste stück der danckbarkeyt ist, welche Gott von vns erforderta, Vnnd das Gott seine gnade vnnd heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit hertzlichem [48]seufftzen one vnderlasz darumb bitten, vnd jm darfür danckenb.
  • a. Psal. 50, 14f
  • b. Matt. 7, 7f. Luc. 11, 9f., 13. Matt. 13, 12
116
[64]Warumb ist den Christen das Gebett nötig?

Darumb daß es das fürnemmeste stück der Danckbarkeit ist, welche Gott von vns erforderta, Vnd daß GOtt seine Gnade vnd heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit Hertzlichem seufftzen ohne vnderlaß darumb bitten, vnd jm darfür dancken.b
  • a. Psal. 50. 41. 15
  • b. Mat. 7. 7. & 13. 12. Lu. 11. 9. 13
117
Was gehöret zu einem solchen Gebet das Gott gefalle, vnd von jm erhöret werde?

Erstlich dasz wir allein den einigen waren Gott, der sich vns in seinem wort hat offenbareta, vmb alles dasz er vns zu bitten befohlen hatb, von hertzen anruffenc. Zum andern dasz wir vnsere noth vnnd elend recht gründtlich erkennend, vnsz für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigene. Zum dritten, dasz wir diesen festen grund habenf, dasz er vnser Gebet, vnangesehen dasz wirs vnwirdig seind, doch vmb des HERRN Christi willen gewiszlich wölle erhöreng, wie er vns in seinem wort verheissen hath.
  • a. Ioh. 4, 22—24
  • b. Rom. 8, 26. 1. Iohan. 5, 14
  • c. Iohan. 4, 23f
  • d. 2. Pa. 20, 12
  • e. Psalm. 2, 11; 34, 19. Esai 66, 2
  • f. Rom. 10, 14. Iac. 1, 6
  • g. Ioh. 14, 13—16. Dan. 9, 17f
  • h. Matt. 7, 8. Psal. 143, 1
117
Was gehört zu einem solchen Gebett das Gott gefalle, vnd von jm erhöret werde?

Daß wir allein den einigen waren GOTT, der sich vns in seinem Wort hat offenbaretc, vmb alles das er vns zubitten befohlen hatd, von Hertzen anruffene, Vnsere not vnd Elend recht gründlich erkennenf, vns für dem Angesicht seiner Maiestat zu demütigeng, [65]Vnd diesen festen grund habena, daß er vnser Gebett, vnangesehen daß wir vnwirdig sind, doch vmb deß HERren CHRJsti willen gewißlich wölle erhörenb, wie er vns in seinem wort verheissen hat.c
  • c. Ioh. 4. 22
  • d. Ro. 8. 26. 1. Ioh. 5. 24
  • e. Ioh. 4. 23
  • f. 2. Par. 20. 21
  • g. Psal. 2. 11. & 34. 19. Esa. 66. 2
  • a. Rom. 10. 14. & 8. 15. Iaco. 1 6
  • b. Ioha. 14. 13. 14. 19. Daniel. 9. 17. 18
  • c. Matt. 7. 8. Psa. 143. 11
118
Was hat vns Gott befohlen von jm zu bitten?

Alle geistliche vnd leibliche notturfta, welche der HErr Christus begriffen hat in dem Gebet, dasz er vns selbst gelehret.
  • a. Iacob. 1, 17. Matth. 6, 33
118
Was hat vns GOtt befohlen von jm zubitten?

Alle Geistliche vnnd Leibliche notturfftd, welche der HErr CHristus begriffen hat, in dem Gebett, das er vns selbst gelehret.
  • d. Iac. 1. 17. Mat. 6. 33
119
Wie lautet dasselbe?

Vnsera Vatter der du bist in Himmeln, Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im Himmel. Vnser täglich brot [49]gib vns heut. Vnd vergib vns vnser schuld, als auch wir vergeben vnsern schüldigern. Vnd füre vns nicht in versuchung, sonder erlöse vns vom bösen. Denn dein ist das reich, vnd die krafft, vnnd die herrligkeyt in ewigkeyt, Amen.
  • a. Matt. 6, 9ff. Luc. 11, 2—4
119
Wie lautet dasselbe?

Vnsere Vatter der du bist in Himeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Will geschehe auff Erden wie im Himmel. Vnser täglich Brodt gib vns [66]heut. Vnd vergib vns vnser schuld, als wir auch vergeben vnsern Schüldigern. Vnnd führe vns nit in versuchung, sondern erlöse vns vom bösen. Denn dein ist das Reich, vnd die Krafft, vnd die Herrligkeit in Ewigkeit, Amen.
  • e. Matt. 6. 9. Luc. 11. 2
Der 46. Sontag.
Der 46. Sontag.
120
Warumb hat vns Christus befohlen Gott also anzureden, Vnser Vatter?

Dasz er gleich im anfang vnsers Gebets in vns erwecke die kindliche forcht vnd zuuersicht gegen Gott, welche der grund vnsers Gebets soll sein: Nemlich, dasz Gott vnser Vatter durch Christum worden sey, vnnd wölle vns viel weniger versagen, warumb wir jn im glauben bitten, denn vnsere Vätter vns jrdische ding abschlagena.
  • a. Matt. 7, 9—11. Luc. 11, 11—13
120
Warumb hat vns Christus befohlen GOTT also anzureden, Vnser Vatter?

Daß er gleich im anfang vnsers Gebetts in vns erweckt die kindliche forcht vnnd zuuersicht gegen Gott, welche der grund vnsers Gebetts soll sein: Nemlich, daß GOTT vnser Vatter durch Christum worden sey, vnd wölle vns viel weniger versagen, warumb wir jhn im Glauben bitten, denn vnsere Vätter vns jrrdische ding abschlagen.a
  • a. Mat. 7. 9. 10. 11. Luc. 11. 11. 12. 13
121
Warumb wird hinzu gethan, Der du bist in Himmeln?

Auff dasz wir von der Himmlischen Maiestet Gottes nichts jrdisch gedenckena, vnd von seiner allmechtigkeyt alle notturfft leibs vnd der seelen gewartenb.
  • a. Iere. 23, 23f. Actor. 17, 24f., 27
  • b. Rom. 10, 12
121
[67]Warumb wirt hinzu gethan, Der du bist in den Himmeln?

Auff daß wir von der Himlischen Maiestet GOTtes nichts irrdisch gedenckena vnnd von seiner Allmächtigkeit alle notturfft Leibs vnd der Seelen gewarten.b
  • a. Ierm. 23. 24. 24. Act. 17. 24 25
  • b. Ro. 10. 12
Der 47. Sontag.
Der 47. Sontag.
122
Was ist die erste Bitt?

[50]Geheiliget werde dein name, das ist, gib vns erstlich dasz wir dich recht erkennena, vnnd dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeyt, weiszheyt, güte, gerechtigkeyt, barmhertzigkeyt vnn warheyt, heiligen, rümen vnd preisenb. Darnach auch dasz wir vnser gantzes leben, gedancken, wort vnd werck dahin richten, dasz dein Name vmb vnsert willen nit gelestert, sonder geehret vnd gepriesen werdec.
  • a. Ioh. 17, 3. Matt. 16, 17. Iacob. 1, 5. Psal. 119, 105
  • b. Psal. 119, 137. Rom. 11, 22, 33
  • c. Psal. 71, 8; 115, 1
122
Was ist die erste Bitt?

Geheiliget werde dein Name, das ist, gib vns erstlich, daß wir dich recht erkennenc, vnnd dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weißheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmhertzigkeit, vnnd Warheit, heiligen rühmen vnd preisend Darnach auch, daß wir vnser gantzes leben, gedancken, wort vnd werck dahin richten, daß dein Name vmb vnsert willen nicht gelästert, sondern geehret vnd gepriesen werde.e
  • c. Ioh. 17. 3. Mat. 16. 17 Iaco. 1. 5. Ps. 119. 105
  • d. Psal. 119. 13. 7. Rom. 3. 7. Luc. 1. Psal. 147. Exod. 34. Iere. 32. 33. Matt. 19. Rom. 11
  • e. Psal. 71. 8. & 115. 1
Der 48. Sontag.
Der 48. Sontag.
123
Was ist die ander Bitt?

Zukom dein reich, das ist, regiere vns also durch dein wort vnnd geist, dasz wir vns dir je lenger je mehr vnderwerffena: erhalt vnd mehre deine Kirchenb, vnnd zerstöre die werck des Teuffels, vnd allen gewalt der sich wider dich erhebt vnd alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werdenc, bisz die volkommenheyt deines Reichs herzu kommed, darinn du wirst alles in allen seine.
  • a. Matt. 6, 33. Psal. 119, 5; 143, 10
  • b. Psal. 51, 20; 122, 6f
  • c. 1. Ioh. 3, 8. Rom. 16, 20
  • d. Apoc. 22, 17, 20. Rom. 8, 22f. 1. Cor. 15, 28
123
[68]Was ist die ander Bitt?

Zukomm dein Reich, das ist, regiere vns also durch dein Wort vnnd Geist, daß wir vns dir je lenger je mehr vnterwerffena: erhalt vnd mehre deine Kirchenb, vnnd zerstöre die Werck deß Teufels, vnnd allen gewalt der sich wider dich erhebt, vnnd alle böse Rahtschläge, die wider dein heiliges Wort erdacht werdenc, biß die vollkommenheit deines Reichs herzu kommed, darinn du wirst alles in allen sein.e
  • a. Mat. 6. 23. Psal 119. 5. & 143. 10
  • b. Psa. 51. 20 & 122. 6
  • c. 1. Ioh. 3. 8. Ro. 16. 20
  • d. Ap. 22. 17. 20. Ro. 8. 22. 23
  • e. 1. Cor. 15. 8
Der 49. Sontag.
Der 49. Sontag.
124
Was ist die dritte Bitt?

Dein will geschehe auff Erden wie im Himmel, das ist, verleihe dasz wir vnnd alle menschen vnserm eigenen willen absagena, vnnd deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchenb, dasz also jederman sein ampt vnnd beruff so willig vnnd trewlich auszrichtec, wie die Engel im Himmeld.
  • a. Matt. 16, 24. Tit. 2, 12
  • b. Luc. 22, 42
  • c. 1. Cor. 7, 24
  • d. Psal. 103, 20f
124
Was ist die dritte Bitt?

Dein Will geschehe auff Erden wie im Himmel, das ist, verleihe, daß wir vnd alle Menschen vnserm eigenen willen absagenf, vnnd deinem allein guten willen ohne alles widersprechen gehorcheng, daß also jederman sein Ampt vnd Beruff so willig [69]vnd trewlich außrichtea, wie die Engel im Himmel.b
  • f. Mat 16. 24 Tit. 2. 12
  • g. Lu. 22. 42
  • a. 1. Cor. 7. 24
  • b. Psal. 103. 20. 21
Der 50. Sontag.
Der 50. Sontag.
125
[51]Was ist die vierde Bitt?

Gib vns heut vnser teglich brodt, das ist, wollest vns mit aller leiblichen notturfft versorgena, auff dasz wir dardurch erkennen, dasz du der einig vrsprung alles guten bistb, vnnd dasz one deinen segen, weder vnsere sorgen vnnd arbeit, noch deine gaben vns gedeienc, vnd wir derhalben vnser vertrawen von allen Creaturen abziehen, vnnd allein auff dich setzend.
  • a. Psal. 104, 27f.; 145, 15f. Matt. 6, 25f
  • b. Actor. 14, 17; 17, 27f
  • c. 1. Cor. 15, 58. Deut. 8, 3. Psal. 37, 16f
  • d. Psal. 55, 23; 62, 11
125
Was ist die vierde Bitt?

Gib vns heut vnser täglich Brodt, das ist, wollest vns mit aller Leiblicher notturfft versorgenc, auff daß wir dardurch erkennen, daß du der einig vrsprung alles guten bistd, vnd daß ohne deinen segen, weder vnsere sorgen vnnd arbeit, noch deine gaben vns gedeyene, vnd wir derhalben vnser vertrawen von allen Creaturen abziehen, vnd allein auff dich setzen.f
  • c. Psal. 104. 27. & 145. 15
  • d. Act. 14. 17 & 17. 27
  • e. 1. Cor. 15. 38
  • f. Psal. 55. 23. & 62. 11
Der 51. Sontag.
Der 51. Sontag.
126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib vns vnsere schuld, als auch wir vergeben vnsern schuldigern, das ist, wollest vns armen sündern alle vnsere missethat, auch das böse, so vns noch jmmerdar anhenget, vmb des bluts Christi willen nicht zurechnena, wie auch wir disz zeugnusz deiner gnad in vns befinden, dasz vnser gantzer fürsatz ist, vnserm nechsten von hertzen zuuerzeihenb.
  • a. Psal. 51, 1—5; 143, 2. 1. Ioh. 2, 1f
  • b. Matt. 6, 14f
126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib vns vnser schuld, als wir auch vergeben vnsern Schüldigern, das ist, wollest vns armen Sündern alle vnser Missethat, auch das böse, so vns noch jmmerdar anhenget vmb diß Bluts Christi willen [70]nicht zurechnena, wie auch wir diß zeugnuß deiner Gnad in vns befinden, daß vnser gantzer fürsatz ist, vnserm Nechsten von Hertzen zuuerzeihen.b
  • a. Psal. 51. 1. & 143. 2. 1. Ioh. 2
  • b. Mat. 6. 14
Der 52. Sontag.
Der 52. Sontag.
127
Was ist die sechste bitt?

Vnd füre vns nit in versuchung, sonder erlöse vns vom bösen, dz ist, dieweil wir ausz vns selbst so schwach sein, dasz wir nit einen augenblick bestehen könnena vnnd darzu vnsere abgesagte feind, der Teuffelb, die weltc, vnn vnser eigen fleischd, nit auffhören vns anzufechten: so wollest vns [52]erhalten vnnd stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff dasz wir jnen mögen festen widerstand thun, vnd in diesem geistlichen streit nit vnden ligene, bisz dasz wir endlich den sieg volkomlich behaltenf.
  • a. Ioh. 15, 5. Psal. 103, 14—16
  • b. 1. Pet. 5, 8. Ephes. 6, 12
  • c. Joh. 15, 19
  • d. Rom. 7, 23. Galat. 5, 17
  • e. Matt. 26, 41. Marc. 13, 33
  • f. 1. Thes. 3, 13; 5, 23f
127
Was ist die sechste Bitt?

Vnd führe vns nit in versuchung, sondern erlöse vns vom bösen, das ist, dieweil wir auß vns selbst so schwach sein, daß wir nicht einen Augenblick bestehen könnenc, vnd darzu vnsere abgesagte Feind, der Teufeld, die Welte, vnnd vnser eigen Fleischf nicht auffzuhören vns anzufechten: so wollest vns erhalten vnnd stercken durch die Krafft deines heiligen Geistes, auff daß wir jhnen mögen festen widerstandt thun, vnnd inn diesem Geistlichen streit nit vnden ligeng, biß daß wir endlich den Sieg vollkömlich behalten.h
  • c. Ioh. 15. 5. Ps. 103. 14
  • d. 1. Pet. 5. 8. Eph. 6. 32
  • e. Ioh. 15. 19
  • f. Ro. 17. 23. Gal. 5. 17
  • g. Mat. 26. 41 Mar. 13. 33
  • h. 1. Thes. 3. 13. & 5. 23
128
Wie beschleust du disz Gebet?

Denn dein ist das Reich, die krafft, vnnd die herrligkeyt in ewigkeyt, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, dasz du als vnser König, vnnd aller ding mechtig, vns alles guts geben wilst, vnnd kansta, vnnd dasz dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig soll gepriesen werdenb.
  • a. Rom. 10, 11f. 2. Pet. 2, 9
  • b. Ioh. 14, 13. Psal. 115, 1
128
Wie beschleust du diß Gebet?

[71]Denn dein ist das Reich, die Krafft, vnnd die Herrligkeit in Ewigkeit, das ist, Solches alles bitten wir darumb von dir, daß du als vnser König, vnnd aller ding mächtig, vns alles guts geben wilst vnnd kansta, vnnd daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden.b
  • a. Rom. 10. 11. 12. 2. Pet. 2. 9
  • b. Ioh. 14. 1. Psal. 115. 1. Ier. 33. 8. 9
129
Was bedeut das wörtlein, Amen?

Amen heist, das soll war vnd gewisz sein. Denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, dasz ich solches von jhm begerea.
  • a. 2. Cor. 1, 20. 2. Tim. 2, 13
129
Was heist das wörtlein, Amen?

Amen heist das soll war vnd gewiß sein. Denn mein Gebett viel gewisser von Gott erhöret ist denn ich in meinem hertzen füle, daß ich solches von im begere.c
  • c. 2. Co. 1. 10 2. Ti. 2. 13