Heidelberg Catechism

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Der Heidelberger Katechismus Wien 1885 German
Heidelberger Katechismus Revidierte Ausgabe 1997 (Reformierter Bund) German
1. Sonntag
1
[3]Was ist dein einiger Trost im Leben und im Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Sterben1, nicht mein2, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin3, der mit seinem theuren Blute für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlet4, und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöset hat5, und also bewahret6, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen7, ja auch mir Alles zu meiner Seligkeit dienen muss8. Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen Lebens versichert9, und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht10.
  • 1. Röm. 14, 8
  • 2. 1 Cor. 6, 19. 20
  • 3. 1 Cor. 3, 22. 23. Tit. 2, 14
  • 4. 1 Petr. 1, 18. 19. 1 Joh. 1, 7. 1 Joh. 2, 1. 2
  • 5. Hebr. 2, 14. 15. 1 Joh. 3, 8
  • 6. Joh. 6, 39. Joh. 10, 28. 2 Thess. 3, 3. 1 Petr. 1, 5
  • 7. Matth. 10, 30. Luc. 21, 18
  • 8. Röm. 8, 28
  • 9. 2 Cor. 1, 21. 22. 2 Cor. 5, 5. Ephes. 1, 14. Röm. 8, 16
  • 10. Röm. 8, 14. 1 Joh. 3, 3
1
[7]Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?

Daß ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir,1 sondern meinem getreuen Heiland2 Jesus Christus gehöre.3
Er hat mit seinem teuren Blut4 für alle meine Sünden vollkommen bezahlt5 und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;6 und er bewahrt mich so,7 daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel8 kein Haar von meinem Haupt kann fallen,9 ja, daß mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß.10
Darum macht er mich auch11 durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiß12 und von Herzen willig und bereit,13 ihm forthin zu leben.
  • 1. Röm 14, 8
  • 2. 1. Kor 6, 19
  • 3. 1. Kor 3, 23
  • 4. 1. Petr 1, 18.19
  • 5. 1. Joh 1, 7; 2, 2
  • 6. 1. Joh 3, 8
  • 7. Joh 6, 39
  • 8. Mt 10, 29-31
  • 9. Lk 21, 18
  • 10. Röm 8, 28
  • 11. 2. Kor 1, 21.22
  • 12. Eph 1, 13.14
  • 13. Röm 8, 15.16
2
Wie viel Stücke sind dir nöthig zu wissen, dass du in diesem Trost seliglich leben und sterben mögest?

Drei Stücke1; erstlich: wie groß meine Sünde und Elend sei2; zum andern: wie ich von allen meinen Sünden und Elend erlöset werde3; und [4]zum dritten: wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein4.
  • 1. Matth. 11, 28. 29. 30. Ephes. 5, 8. 9
  • 2. Röm. 7, 24. Joh. 9, 41. Matth. 9, 12. Röm. 3, 11. 1 Joh. 1, 9. 10
  • 3. Röm. 7, 24. 25
  • 4. Ephes. 5, 9. 10. Col. 3, 17. Ps. 50, 14. Matth. 5, 16. 1 Petr. 2, 9. 10. 11. 12. Röm. 6, 13. 2 Tim. 2, 15
2
[9]Was mußt du wissen, damit du in diesem Trost selig leben und sterben kannst?1

Erstens: Wie groß meine Sünde und Elend ist.2
Zweitens: Wie ich von allen meinen Sünden und Elend3 erlöst werde.
Drittens: Wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein.4
  • 1. Lk 24, 46.47; 1. Kor 6, 11
  • 2. Tit 3, 3-7; Joh 9, 41; 15, 22
  • 3. Joh 17, 3
  • 4. Eph 5, 8-11; 1. Petr 2, 9-12; Röm 6, 11-14
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
Der erste Teil. Von des Menschen Elend
2. Sonntag
3
Woher erkennest du dein Elend?

Aus dem Gesetze Gottes1.
  • 1. Röm. 3, 20. Röm. 7, 7
3
[10]Woher erkennst du dein Elend?

Aus dem Gesetz Gottes.1
  • 1. Röm 3, 20
4
Was erfordert denn das göttliche Gesetz von uns?

Dies lehret uns Christus in einer Summa, Matth. am 22. Kap. V. 37. 38. 39. 40: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und allen Kräften. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten1.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 5. 3 B. Mos. 19, 18. Marc. 12, 30. 31. Luc. 10, 27
4
Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?

Dies lehrt uns Christus mit folgenden Worten:
»Du sollst den HERRN, deinen Gott,1 lieben von ganzem Herzen,2 von ganzer Seele3 und von ganzem Gemüt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.«
  • 1. Mt 22, 37-40
  • 2. Mk 12, 30.31
  • 3. Lk 10, 27
5
Kannst du dies Alles vollkömmlich halten?

Nein1; denn ich bin von Natur geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen2.
  • 1. Röm. 3, 10—12 und 23. 1 Joh. 1, 8. 10
  • 2. Röm. 8, 7. Ephes. 2, 3. 5. Tit. 3, 3. 1 B. Mos. 6, 5. und 8, 21. Jerem. 17, 9. Röm. 7, 23
5
[11]Kannst du das alles vollkommen halten?

Nein, denn ich bin von Natur aus geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen.1
  • 1. Röm 3, 10-12.23; 1. Joh 1, 8.10; Röm 8, 7; Eph 2, 3
3. Sonntag
6
[5]Hat denn Gott den Menschen also böse und verkehrt erschaffen?

Nein, sondern Gott hat den Menschen gut1 und nach seinem Ebenbild erschaffen2, das ist, in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit, auf dass er Gott, seinen Schöpfer, recht erkennete, und von Herzen liebte, und in ewiger Seligkeit mit ihm lebte, Ihn zu loben und zu preisen3.
  • 1. 1 B. Mos. 1, 31
  • 2. 1 B. Mos. 1, 26. 27
  • 3. Ephes. 4, 24. Col. 3, 10. 2 Cor. 3, 18
6
Hat denn Gott den Menschen so böse und verkehrt erschaffen?

Nein.1 Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das bedeutet:2 wahrhaft gerecht und heilig, damit er Gott, seinen Schöpfer, recht erkenne, von Herzen liebe und in ewiger Seligkeit mit ihm lebe, ihn zu loben und zu preisen.3
  • 1. 1. Mose 1, 31
  • 2. 1. Mose 1, 26.27
  • 3. 2. Kor, 3, 18; Kol 3, 10; Eph 4, 24
7
Woher kommt denn solche verderbte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva, im Paradiese1; da unsere Natur also vergiftet worden, dass wir Alle in Sünden empfangen und geboren werden2.
  • 1. 1 B. Mos. 3. Röm. 5, 12. 18. 19
  • 2. Ps. 51, 7. 1 B. Mos. 5, 3
7
Woher kommt denn diese böse und verkehrte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva1 im Paradies.2 Da ist unsere Natur so vergiftet worden, daß wir alle von Anfang an Sünder sind.3
  • 1. 1. Mose 3
  • 2. Röm 5, 12.18.19
  • 3. Ps 51, 7
8
Sind wir aber dermaßen verderbt, dass wir ganz und gar untüchtig sind zu einigem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja1; es sei denn, dass wir durch den Geist Gottes wiedergeboren werden2.
  • 1. 1 B. Mos. 8, 21 und 6, 5. Jes. 53, 6. Hiob 14, 4. Joh. 14, 4. und 15, 14. 16. 35. Joh. 3, 6
  • 2. Joh. 3, 3 und 5. 1 Cor. 12, 3. 2 Cor. 3, 5
8
[12]Sind wir aber so böse und verkehrt, daß wir ganz und gar unfähig sind zu irgendeinem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja, es sei denn, daß wir durch den Geist Gottes1 wiedergeboren werden.2
  • 1. Joh 3, 6; 1.Mose 6, 5; Hiob 14, 4; 15, 14; 16, 35; Jes 53, 6
  • 2. Joh 3, 5
4. Sonntag
9
Thut denn Gott dem Menschen nicht unrecht, dass er in seinem Gesetz von ihm fordert, das er nicht thun kann?

Nein; denn Gott hat den Menschen also erschaffen, dass er es konnte thun1, der Mensch aber hat sich und alle seine Nachkommen aus Anstiftung des Teufels2, durch muthwilligen Ungehorsam3, derselbigen Gaben beraubet4.
  • 1. Ephes. 4, 24
  • 2. 1 B. Mos. 3, 13. 1 Tim. 2, 14
  • 3. 1 B. Mos. 3, 6
  • 4. 1 B. Mos. 3, 7. Röm. 5, 12
9
Tut denn Gott dem Menschen nicht Unrecht, wenn er in seinem Gesetz etwas fordert, was der Mensch nicht tun kann?

Nein,1 sondern Gott hat den Menschen so erschaffen, daß er es tun konnte. Der Mensch aber, vom Teufel angestiftet,2 hat sich und alle seine Nachkommen durch mutwilligen Ungehorsam der Gabe Gottes beraubt.
  • 1. Eph 4, 24
  • 2. Röm 5, 12
10
[6]Will Gott solchen Ungehorsam und Abfall ungestraft lassen hingehen?

Mit nichten1, sondern er zürnet schrecklich, beide über angeborne und wirkliche Sünden, und will sie aus gerechtem Urtheil zeitlich und ewig strafen2, wie er gesprochen hat: Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im Buch des Gesetzes, dass er's thue3.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17. Röm. 5, 12
  • 2. Ps. 50, 21 und 5, 6. Nahum 1, 2. 2 B. Mos. 20, 5. und 34, 7. Röm. 1, 18. Ephes. 5, 6
  • 3. Gal. 3, 10. 5 B. Mos. 27, 26
10
[13]Will Gott diesen Ungehorsam ungestraft lassen?

Nein,1 sondern er zürnt schrecklich über die sündige Art des Menschen und seine sündigen Taten. Beides will er nach seinem gerechten Urteil schon jetzt und ewig strafen, wie er gesprochen hat:
»Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes,2 daß er’s tue!«3
  • 1. Röm 5, 12; Hebr 9, 27
  • 2. 5. Mose 27, 26
  • 3. Gal 3, 10
11
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig1, er ist aber auch gerecht2. Derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, dass die Sünde, welche wider die allerhöchste Majestät Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, mit der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft werde.
  • 1. 2 B. Mos. 34, 6. 7. und 20, 6
  • 2. Ps. 5, 5. 6. 2 B. Mos. 20, 5. 23, 7. und 34, 7. Nah. 1, 2. 3
11
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig,1 er ist aber auch gerecht.2 Deshalb fordert seine Gerechtigkeit, daß die Sünde, die Gottes Ehre und Hoheit antastet, mit der höchsten, nämlich der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft wird.
  • 1. 2. Mose 34, 6 – 7
  • 2. 2. Mose 20, 5; Ps 5, 5.6; 2. Kor. 6, 14-16
DER ANDERE THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
Der zweite Teil. Von des Menschen Erlösung
5. Sonntag
12
Dieweil wir denn nach dem gerechten Urtheil Gottes zeitliche und ewige Strafe verdient haben: wie mögen wir dieser Strafe entgehen und wiederum zu Gnaden kommen?

Gott will, dass seiner Gerechtigkeit genug geschehe1; derwegen müssen wir derselben entweder durch uns [7]selbst, oder durch einen Andern vollkommene Bezahlung thun2.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17. 2 B. Mos. 23, 7. Ezech. 18, 4. Matth. 5, 26. 2 Thess. 1, 6. Luc. 16, 2
  • 2. Röm. 8, 3
12
[14]Wenn wir also nach dem gerechten Urteil Gottes schon jetzt und ewig Strafe verdient haben, wie können wir dieser Strafe entgehen und wieder Gottes Gnade erlangen?

Gott will zu seinem Recht kommen,1 darum müssen wir für unsere Schuld entweder selbst oder durch einen anderen2 vollkommen bezahlen.
  • 1. 2. Mose 20, 5; 23, 7
  • 2. Röm 8, 3.4
13
Können wir aber durch uns selbst Bezahlung thun?

Mit nichten, sondern wir machen auch die Schuld noch täglich größer1.
  • 1. Hiob 9, 1. 2., 15, 15. 16 und 4, 18. Ps. 130, 3. Matth. 6, 12. und 18, 25. 16, 26
13
Können wir aber selbst für unsere Schuld bezahlen?

Nein,1 sondern wir machen sogar die Schuld noch täglich größer.
  • 1. Hiob 9, 2.3; 15, 15.16; Mt 6,12
14
Kann aber irgend eine andere oder bloße Kreatur für uns bezahlen?

Keine; denn erstlich: will Gott an keiner andern Kreatur strafen, was der Mensch verschuldet hat1. Zum andern: so kann auch keine bloße Kreatur die Last des ewigen Zorns Gottes wider die Sünde ertragen und andere davon erlösen2.
  • 1. Ezech. 18, 4. 1 B. Mos. 2, 17
  • 2. Nahum 1, 6. Ps. 130, 3
14
[15]Kann aber irgendein Geschöpf für uns bezahlen?

Nein, denn erstens will Gott an keinem anderen Geschöpf strafen,1 was der Mensch verschuldet hat. Zweitens kann kein Geschöpf die Last des ewigen Zornes Gottes gegen die Sünde ertragen und andere davon erlösen.2
  • 1. Hebr 2, 14-18
  • 2. Ps 130, 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein wahrer1 und gerechter Mensch2, und doch stärker, denn alle Kreaturen, das ist, zugleich wahrer Gott sei3.
  • 1. 1 Cor. 15, 21
  • 2. Hebr. 7, 26
  • 3. Jes. 7, 14 und 9, 6. Jerem. 23, 6. Luc. 11, 22
15
Was für einen Mittler und Erlöser müssen wir denn suchen?

Einen solchen, der ein wahrer und gerechter Mensch1 und doch stärker als alle Geschöpfe, also auch wahrer Gott ist.2
  • 1. 1. Kor 15, 21-22.25-26; Jer 33, 16; Jes 53, 11; 2. Kor 5, 21; Hebr 7,15–17
  • 2. Jes 7, 14; Röm 9, 5; Jer 23, 6
6. Sonntag
16
Warum musste er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Darum, dass die Gerechtigkeit Gottes erfordert, dass die menschliche Natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezahle1; und aber Einer, der selbst ein Sünder wäre, nicht könnte für andere bezahlen2.
  • 1. Ezech. 18, 4. 20. Röm. 5, 18. 1 Cor. 15, 21. Hebr. 2, 14. 15. 16
  • 2. Hebr. 7, 26. 27. Ps. 49, 8. 9. 1 Petr. 3, 18
16
Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Die Sünde wird von den Menschen begangen,1 darum verlangt Gottes Gerechtigkeit, daß ein Mensch für die Sünde bezahlt; wer aber selbst ein Sünder ist, kann nicht für andere bezahlen.2
  • 1. Röm 5, 12.15
  • 2. 1. Petr. 3, 18; Jes 53, 3-5
17
[8]Warum musste er zugleich wahrer Gott sein?

Dass er aus Kraft seiner Gottheit die Last des Zornes Gottes an seiner Menschheit ertragen1, und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben möchte2.
  • 1. Jes. 53, 8. Apost. Gesch. 2, 24. 1 Petr. 3, 18
  • 2. 1 Joh. 4, 9. 10. Joh. 3, 16. Apost. Gesch. 20, 28
17
[16]Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?

Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist,1 kann ein Mensch2 die Last des Zornes Gottes ertragen3 und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.4
  • 1. Jes 53,8
  • 2. Apg 2, 24
  • 3. 1. Petr 3, 18
  • 4. Joh 3, 16; Apg 20, 28; 1. Joh 1, 2
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer gerechter Mensch ist?

Unser Herr Jesu Christus1, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist2.
  • 1. Matth. 1, 21. 1 Tim. 2, 5. 6. Luc. 2, 11
  • 2. 1 Cor. 1, 30
18
Wer ist denn dieser Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?

Unser Herr Jesus Christus, der uns1 zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist.2
  • 1. Mt 1, 23; Lk 2, 11; 1. Tim 3, 16
  • 2. 1. Kor 1, 30
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelio, welches Gott selbst anfänglich im Paradies hat geoffenbaret1, folgends durch die heiligen Erzväter2 und Propheten3 lassen verkündigen, und durch die Opfer und andere Ceremonien des Gesetzes vorgebildet4, endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet5.
  • 1. 1 B. Mos. 3, 15
  • 2. 1 B. Mos. 22, 18. 12, 3 und 49, 10
  • 3. Jes. 53, 42, 1. 2. 3. 4. 43, 25. und 49, 5. 6. 22. 23. Jer. 23, 5. 6. 31, 32. 33. und 32, 39. 40. 41. Mich. 7, 18. 19. 20. etc. Apost. Gesch. 10, 43. Röm. 1, 2. Hebr. 1, 1. Apost. Gesch. 3, 22. 23. 24
  • 4. Hebr. 10, 1. Col. 2, 17. Hebr. 10, 7. Joh. 5, 46
  • 5. Röm. 10, 4. Gal. 4, 4. und 3, 24. Col. 2, 17
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelium. Gott selbst hat es zuerst im Paradies offenbart,1 dann durch die heiligen Erzväter und Propheten2 verkündigen lassen und durch die Opfer und andere Bräuche des Gesetzes3 vorgebildet, zuletzt aber durch seinen einzig geliebten Sohn erfüllt.4
  • 1. 1. Mose 3, 15
  • 2. 1. Mose 22,18; 49, 10.11.; Röm 1, 2; Hebr 1,1; Apg 3, 22 – 24; 10, 43
  • 3. Joh 5, 46; Hebr 10, 7
  • 4. Röm 10, 4; Gal 4, 4.5
7. Sonntag
20
Werden denn alle Menschen wiederum durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein1, sondern allein diejenigen, die durch wahren Glauben Ihm werden eingeleibet und alle seine Wohlthaten annehmen2.
  • 1. Matth. 7, 13. 14. und 22, 14
  • 2. Marc. 16, 16. Joh. 1, 12. und 3, 16. 18. 36. Jes. 53, 11. Ps. 2, 12. Röm. 11, 20. 23. und 3, 22. Hebr. 4, 3. 5. 9. 10, 38. und 11, 6
20
[17]Werden denn alle Menschen wieder durch Christus gerettet, so wie sie durch Adam verloren gegangen sind?

Nein, sondern nur diejenigen, die durch wahren Glauben seinem Leib als Glieder eingefügt werden und alle seine Wohltaten annehmen.1
  • 1. Joh 1, 12.13; Jes 53, 11; Ps 2, 12; Röm 11, 20; Hebr 4, 2-3; 10, 39
21
[9]Was ist wahrer Glaube?

Es ist nicht allein eine gewisse Erkenntnis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort hat geoffenbaret1, sondern auch ein herzliches Vertrauen2, welches der heilige Geist3 durch's Evangelium in mir wirket4, dass nicht allein Andern, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt sei5, aus lauter Gnaden, allein um des Verdienstes Christi willen6.
  • 1. Jac. 2, 19
  • 2. Hebr. 11, 1. und 11, 7. Röm. 4, 18. 19. 20. 21. und 10, 10. Ephes. 3, 12. Hebr. 4, 16. Jac. 1, 6
  • 3. Gal. 5, 22. Matth. 16, 17. 2 Cor. 4, 13. Joh. 6, 29. Ephes. 2, 8. Phil. 1, 19. Apost. Gesch. 16, 14
  • 4. Röm. 1, 16. und 10, 17. 1 Cor. 1, 21. Apost. Gesch. 10, 44. und 16, 14
  • 5. Röm. 3, 24. Habac. 2, 4. Röm. 1, 17. Gal. 3, 11. Hebr. 10, 38. Röm. 5, 1. Gal. 2, 16
  • 6. Ephes. 2, 8. Röm. 3, 24. und 5, 19. Luc. 1, 77. 78
21
Was ist wahrer Glaube?

Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis, durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat,1 sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durchs Evangelium in mir wirkt,2 daß nicht allein anderen, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt ist,3 aus lauter Gnade,4 allein um des Verdienstes Christi willen.5
  • 1. Jak 1, 6
  • 2. Röm 4, 16-18; 5, 1; 2. Kor 4, 13; Eph 2, 8; Mt 16, 17; Phil 1, 19-20; Röm 1, 16; 10, 17
  • 3. Hebr 11,1-2; Röm 1,17
  • 4. Eph 2, 7-9
  • 5. Röm 3,24-25; Gal 2,16
22
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles, was uns im Evangelio verheißen wird1, welches uns die Artikel unsers allgemeinen, ungezweifelten, christlichen Glaubens in einer Summe lehren.
  • 1. Joh. 20, 31. Matth. 28, 20. Marc. 1, 15
22
[18]Was ist für einen Christen notwendig zu glauben?

Alles, was uns im Evangelium zugesagt wird,1 wie es uns unser allgemeines, wahrhaftiges, christliches Glaubensbekenntnis zusammengefaßt lehrt.
  • 1. Joh 20, 31; Mt 28, 20
23
Wie lauten dieselbigen?

Ich glaube in Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am [10]dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
23
Wie lautet dieses Glaubensbekenntnis?

Ökumenische Fassung:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. [19]Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige allgemeine christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Die Erklärungen des Heidelberger Katechismus folgen einer älteren Fassung des Glaubensbekenntnisses:
Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. [20]Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
8. Sonntag
24
Wie werden diese Artikel abgetheilt?

In drei Theile: Der erste ist von Gott dem Vater und unserer Erschaffung, der andere von Gott dem Sohn und unserer Erlösung, der dritte von Gott dem heiligen Geist und unserer Heiligung.
24
Wie wird das Glaubensbekenntnis eingeteilt?

In drei Teile:
der erste handelt von Gott dem Vater und unserer Erschaffung;
der zweite von Gott dem Sohn und unserer Erlösung;
der dritte von Gott dem Heiligen Geist und unserer Heiligung.
25
Dieweil nur ein einig göttlich Wesen ist1, warum nennest du drei, den Vater, Sohn und heiligen Geist?

Darum, dass sich Gott also in seinem Wort geoffenbaret hat2, dass diese drei unterschiedliche Personen der einige, wahrhaftige, ewige Gott sind.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 4. Ephes. 4, 6. Jes. 44, 6. und 45, 5. 1 Cor. 8, 4. 6
  • 2. Jes. 61. 1. Luc. 4, 18. 1 B. Mos. 1, 2. 3. Ps. 33, 6. Jes. 48, 16. Matth. 3, 16. 17. und 28, 19. 1 Joh. 5, 7. Jes. 6, 1. 3. 10. Joh. 12, 40. Apost. Gesch. 28, 26. Joh. 14, 26. 2 Cor. 13, 13. Gal. 4, 6. Ephes. 2, 18. Tit. 3, 5. 6
25
Warum nennst du denn drei: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist,1 wo doch Gott nur einer ist?

Weil Gott sich in seinem Wort so offenbart hat,2 daß diese drei Personen unterschieden3 und doch der eine, wahre und ewige Gott sind.4
  • 1. 5. Mose 6, 4
  • 2. Jes 61,1; Ps 110, 1
  • 3. Mt 3, 16-17; 28, 19
  • 4. 1. Joh 5, 7
9. Sonntag
26
Was glaubst du, wenn du sprichst: Ich glaube in Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden?

Dass der ewige Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erde sammt allem, was darinnen ist, aus Nichts erschaffen1, auch dieselbigen noch [11]durch seinen ewigen Rath und Vorsehung erhält und regieret2, um seines Sohnes Christi willen, mein Gott und mein Vater sei3, auf welchen ich also vertraue, dass ich nicht zweifele, er werde mich mit aller Nothdurft des Leibes und der Seele versorgen4, auch alles Uebel, so er mir in diesem Jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden5, dieweil Er es thun kann als ein allmächtiger Gott6, und auch thun will als ein getreuer Vater7.
  • 1. 1 B. Mos. Cap. 1 und 2. 2 B. Mos. 20. 11. Hiob. 33, 4. und Cap. 38 und 39. Apost. Gesch. 4, 24. und 14, 15. Ps. 33, 6. Jes. 45, 7
  • 2. Hebr. 1, 3. Ps. 104, 2. 3. und 115, 3. Matth. 10, 29. Ephes. 1, 11
  • 3. Joh. 1, 12. Röm. 8, 15. Gal. 4, 5. 6. 7. Ephes. 1, 5
  • 4. Ps. 55, 23. Matth. 6, 26. Luc. 12, 22
  • 5. Röm. 8, 28
  • 6. Jes. 46, 4. Röm. 10, 12. und 8, 38. 39
  • 7. Matth. 6, 32. 33. und 7, 9—11
26
[21]Was glaubst du, wenn du sprichst: »Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde«?

Ich glaube, daß der ewige Vater unsers Herrn Jesus Christus um seines Sohnes willen1 mein Gott und mein Vater ist.2 Er hat Himmel und Erde mit allem, was darin ist, aus nichts erschaffen3 und erhält und regiert sie noch immer durch seinen ewigen Rat und seine Vorsehung.4 Auf ihn vertraue ich und zweifle nicht, daß er mich mit allem versorgt,5 was ich für Leib und Seele nötig habe, und auch alle Lasten, die er mir in diesem Leben auferlegt, mir zum Besten wendet.6 Er kann es tun als ein allmächtiger Gott7 und will es auch tun als ein getreuer Vater.8
  • 1. Gal 4, 5-7; Eph 1, 5
  • 2. Joh 1, 12; Röm 8, 15
  • 3. 1. Mose 1; Ps 33, 6
  • 4. Ps 104, 2-5; Mt 10, 29-30; Hebr 1, 3; Ps 115, 3
  • 5. Ps 55, 23; Mt 6, 25-26; Lk 12, 22-24
  • 6. Röm 8, 28
  • 7. Röm 10, 12
  • 8. Mt 6, 26; 7, 9-11
10. Sonntag
27
Was verstehst du durch die Vorsehung Gottes?

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes1, durch welche er Himmel und Erde, sammt allen Kreaturen, gleich als mit seiner Hand noch erhält2 und also regieret, dass Laub und Gras, Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken3, Gesundheit und Krankheit4, Reichthum und Armuth5, und Alles nicht ungefähr, sondern von seiner väterlichen Hand uns zukomme6.
  • 1. Apost. Gesch. 17, 25. 27. Jer. 23, 23. 24. Jes. 29, 15. 16. Ezech. 8, 12
  • 2. Hebr. 1, 3
  • 3. Jer. 5, 24. Apost. Gesch. 14, 17
  • 4. Joh. 9, 3
  • 5. Sprüche Salomo 22, 2
  • 6. Matth. 10, 29. 30
27
[22]Was verstehst du unter der Vorsehung Gottes?1

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes, durch die er Himmel und Erde mit allen Geschöpfen2 wie durch seine Hand noch erhält und so regiert, daß Laub und Gras, Regen und Dürre,3 fruchtbare und unfruchtbare Jahre,4 Essen und Trinken,5 Gesundheit und Krankheit, Reichtum und Armut und alles andere uns nicht durch Zufall, sondern aus seiner väterlichen Hand zukommt.
  • 1. Apg 17, 25-28
  • 2. Hebr 1, 2-3
  • 3. Jer 5, 24; Apg 14, 17
  • 4. Joh 9, 3
  • 5. Spr 22, 2
28
Was für Nutzen bekommen wir aus der Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Dass wir in aller Widerwärtigkeit geduldig1, in Glückseligkeit dankbar2, und auf's Zukünftige [12]guter Zuversicht zu unserm getreuen Gott und Vater sein sollen3, dass uns keine Kreatur von seiner Liebe scheiden wird4, dieweil alle Kreaturen also in seiner Hand sind, dass sie sich ohne seinen Willen auch nicht regen noch bewegen können5.
  • 1. Röm. 5, 3. Jacob. 1, 2. 3. Ps. 39, 10. Hiob 1, 21
  • 2. 1 Thess. 5, 18. 5 B. Mos. 8, 10
  • 3. Ps. 55, 23. Röm. 5, 4
  • 4. Röm. 8, 38. 39
  • 5. Hiob 1, 12. und 2, 6. Spr. Sal. 21, 1. Apost. Gesch. 17, 26—28
28
Was nützt uns die Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Gott will damit, daß wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar1 und auf die Zukunft hin voller Vertrauen zu unserem treuen Gott und Vater sind, daß uns nichts [23]von seiner Liebe scheiden wird,2 weil alle Geschöpfe so in seiner Hand sind, daß sie sich ohne seinen Willen weder regen noch bewegen können.3
  • 1. Röm 5, 3; Jak 1, 3; Hiob 1, 21; 5. Mose 8, 10; 1. Thess 5, 18
  • 2. Röm 8, 38-39
  • 3. Hiob 1, 12; Apg 17, 25-28; Spr 21, 1
11. Sonntag
29
Warum wird der Sohn Gottes JESUS, das ist Seligmacher, genannt?

Darum, dass er uns selig macht von unsern Sünden1, und dass bei keinem Andern einige Seligkeit weder zu suchen, noch zu finden ist2.
  • 1. Matth. 1, 21. Hebr. 7, 25
  • 2. Apost. Gesch. 4, 12. Joh. 15, 4. 5. 1 Tim. 2, 5. Jes. 43, 11. 1 Joh. 5, 11. 12
29
Warum wird der Sohn Gottes Jesus, daß heißt »Heiland«, genannt?

Weil er uns heilt von unseren Sünden,1 und weil bei keinem anderen ein solches Heil2 zu suchen noch zu finden ist.
  • 1. Mt 1, 21; Hebr 7, 25
  • 2. Apg 4, 12
30
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher Jesum, die ihre Seligkeit und Heil bei Heiligen, bei sich selbst, oder anderswo suchen?

Nein, sondern sie verleugnen mit der That den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rühmen1; denn entweder Jesus nicht ein vollkommener Heiland sein muss, oder die diesen Heiland mit wahrem Glauben annehmen, müssen Alles in ihm haben, das zu ihrer Seligkeit vonnöthen ist2.
  • 1. 1 Cor. 1, 13. u. 1, 30. 31. Gal. 5, 4
  • 2. Hebr. 12, 2. Jes. 9, 6. Joh. 1, 16. 1 Joh. 1, 7
30
Glauben denn auch die an den einzigen Heiland Jesus, die Heil und Seligkeit bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen?

Nein. Sie rühmen sich zwar seiner mit Worten,1 verleugnen ihn aber mit der Tat. Denn entweder ist Jesus [24]kein vollkommener Heiland, oder er ist denen, die ihn mit wahrem Glauben annehmen, alles, was zu ihrer Seligkeit nötig ist.2
  • 1. 1. Kor 1, 13.30-31; Gal 5, 4
  • 2. Jes 9, 5; Kol 1, 19-20; 2, 10; Joh 1, 16
12. Sonntag
31
Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genannt?

Dass er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist1 zu unserm obersten Propheten und Lehrer2, der uns den heimlichen Rath [13]und Willen Gottes von unserer Erlösung vollkömmlich offenbaret3; und zu unserm einigen Hohenpriester4, der uns mit dem einigen Opfer seines Leibes erlöset hat5, und immerdar mit seiner Fürbitte vor dem Vater vertritt6; und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regieret, und bei der erworbenen Erlösung schützet und erhält7.
  • 1. Ps. 45, 8. Hebr. 1, 9. Jes. 61, 1. 2. Luc. 4, 18. 19
  • 2. 5 B. Mos. 18, 15. Apost. Gesch. 3, 22. und 7, 37
  • 3. Joh. 1, 18. und 15, 15
  • 4. Ps. 110, 4. Hebr. 7, 21
  • 5. Hebr. 10, 14., 10, 12 und 9, 12. 14. 28
  • 6. Röm. 8, 34. Hebr. 9, 24. 1 Joh. 2, 1. Röm. 5, 9. 10
  • 7. Ps. 2, 6. Zach. 9, 9. Matth. 21, 5. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18. Joh. 10. 28. Offenb. Joh. 19, 12. 16
31
Warum wird er Christus, das heißt »Gesalbter« genannt?

Er ist von Gott dem Vater eingesetzt und mit dem Heiligen Geist gesalbt1 zu unserem obersten Propheten und Lehrer,2 der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von unserer Erlösung vollkommen offenbart;3 und zu unserem einzigen Hohenpriester, der uns mit dem einmaligen Opfer seines Leibes4 erlöst hat und uns alle Zeit mit seiner Fürbitte5 vor dem Vater vertritt; und zu unserem ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regiert und bei der erworbenen Erlösung6 schützt und erhält.
  • 1. Hebr 1, 9
  • 2. 5. Mose 18, 15; Apg 3, 22
  • 3. Joh 1, 18; 15, 15
  • 4. Ps 110, 4; Hebr 7, 21
  • 5. Röm 8, 34; 5, 9-10
  • 6. Ps 2, 6; Lk 1, 33; Mt 28, 18
32
Warum wirst du aber ein Christ genannt?

Dass ich durch den Glauben ein Glied Christi1, und also seiner Salbung theilhaftig bin2, auf dass auch ich seinen Namen bekenne3, mich ihm zu einem lebendigen Dankopfer darstelle4, und mit freiem Gewissen in diesem Leben wider die Sünde und Teufel streite5, und darnach in Ewigkeit mit ihm über alle Kreaturen herrsche6.
  • 1. 1 Cor. 6, 15
  • 2. 1 Joh. 2, 27. Joel 3, 1. Apost. Gesch. 2, 17
  • 3. Matth. 10, 32. Röm. 10, 10
  • 4. Röm. 12, 1. 1 Petr. 2, 5. 9. Offenb. Joh. 1, 6. und 5, 8—10
  • 5. 1 Petr. 2, 11. Röm. 6, 12. 13. Gal. 5, 16. 17. Ephes. 6, 11. 1 Tim. 18, 19
  • 6. 2 Tim. 2, 12. Matth. 25, 34
32
[25]Warum wirst aber du ein Christ genannt?

Weil ich durch den Glauben ein Glied Christi bin1 und dadurch an seiner Salbung Anteil habe,2 damit auch ich seinen Namen bekenne,3 mich ihm4 zu einem lebendigen Dankopfer hingebe5 und mit freiem Gewissen in diesem Leben gegen die Sünde und den Teufel streite6 und hernach in Ewigkeit mit ihm über alle Geschöpfe herrsche.7
  • 1. Apg 2, 17; 11, 26; 1. Joh 2, 27
  • 2. Joel 3, 1
  • 3. Mk 8, 38
  • 4. Röm 12, 1; Offb 5, 8.10
  • 5. 1. Petr 2, 9; Offb 1, 6
  • 6. 1. Tim 1, 18.19
  • 7. 2. Tim 2, 12
13. Sonntag
33
Warum heißt er Gottes eingeborner Sohn, so doch wir auch Kinder Gottes sind?

Darum, dass Christus allein der ewige natürliche Sohn Gottes ist1; wir aber um seinetwillen aus Gnaden zu Kindern Gottes angenommen sind2.
  • 1. Joh. 1, 14. Hebr. 1, 1. 2. Joh. 3, 16. 1 Joh. 4, 9. Röm. 8, 32
  • 2. Röm. 8, 16. Joh. 1, 12. Gal. 4, 6. Ephes. 1, 5. 6
33
Warum heißt Jesus Christus »Gottes eingeborener Sohn«, da doch auch wir Kinder Gottes sind?

Christus allein ist von Ewigkeit her1 seinem Wesen nach der Sohn Gottes. Wir aber sind um seinetwillen aus Gnade2 als Kinder Gottes angenommen.3
  • 1. Joh 1, 14.18; Hebr 1, 2
  • 2. Röm 8, 15-17
  • 3. Eph 1, 5-6
34
[14]Warum nennest du ihn unsern Herrn?

Dass er uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem theuren Blut sich zum Eigenthum erlöset und erkaufet hat1.
  • 1. 1 Petr. 1, 18. 19. und 2, 9. 1 Cor. 6, 20. 1 Tim. 2, 6. Joh 20, 28
34
[26]Warum nennst du ihn »unseren Herrn«?

Er hat uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels sich zum Eigentum erlöst und erkauft,1 nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut, indem er sein Leben für uns gab.
  • 1. 1. Petr 1, 18-19; 2, 9; 1. Kor 6, 20; 7, 23
14. Sonntag
35
Was heißt, dass er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau?

Dass der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist1 und bleibet2, wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria3, durch Wirkung des heiligen Geistes an sich genommen hat4, auf dass er auch der wahre Same Davids sei5, seinen Brüder in Allem gleich, ausgenommen die Sünde6.
  • 1. 1 Joh. 5, 20. Joh. 1, 1. Röm. 1, 3. 4. Joh. 17, 3. Col. 1, 15
  • 2. Röm. 9, 5
  • 3. Gal. 4. 4. Luc. 1, 31. 42. 43
  • 4. Matth. 1, 20. Luc. 1, 35
  • 5. Röm. 1, 3. Ps. 132, 11. 2 Sam. 7, 12. Luc. 1, 32. Apost. Gesch. 2, 30
  • 6. Phil. 2, 7. Hebr. 2, 14. 17. Hebr. 4, 15
35
Was bedeutet: »Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria«?

Der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist und bleibt,1 hat durch Wirkung des Heiligen Geistes2 wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria3 angenommen, so daß er auch der wahre Nachkomme Davids ist,4 seinen Schwestern und Brüdern in allem gleich, doch ohne Sünde.
  • 1. Joh 1,1; Röm 1, 3-4; 9, 5
  • 2. Mt 1, 18-20; Lk 1, 35
  • 3. Gal 4, 4; Joh 1, 14
  • 4. Ps 132, 11; Röm 1, 3; Phil 2, 7; Hebr 4, 15
36
Was für Nutzen bekommst du aus der heiligen Empfängnis und Geburt Christi?

Dass er unser Mittler ist1 und mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, darin ich bin empfangen, vor Gottes Angesicht bedecket2.
  • 1. Hebr. 7, 26. 27. Jerem. 23, 5
  • 2. 1 Petr. 1, 18. 19. 1 Cor. 1, 30. 31. 1 Petr. 3, 18. Röm. 8, 3. 4. Jes. 53, 11. Ps. 32, 1
36
[27]Was nützt es dir, daß er durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren ist?

Er ist unser Mittler,1 und er bedeckt vor Gottes Angesicht2 mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, in der ich immer schon lebe.
  • 1. Hebr 2, 16-17
  • 2. Ps 32, 1-2; 1. Kor 1, 30
15. Sonntag
37
Was verstehst du durch das Wörtlein gelitten?

Dass er an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, sonderlich aber am Ende desselben, [15]den Zorn Gottes wider die Sünde des ganzen menschlichen Geschlechts getragen hat1, auf dass er mit seinem Leiden, als mit dem einzigen Sühnopfer2, unsern Leib und Seele von der ewigen Verdammnis erlösete3, und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erwürbe4.
  • 1. Jes. 53, 5. 1 Petr. 2, 24. und 3, 18. 1 Tim. 2, 6
  • 2. Jes. 53, 10. Ephes. 5, 2. 1 Cor. 5, 7. 1 Joh. 2, 2. Röm. 3, 25. Hebr. 9, 28. und 10, 14
  • 3. Gal. 3, 13. Col. 1, 13. Hebr. 9, 12. 1 Petr. 1, 18. 19
  • 4. Röm. 3, 25. 2 Cor. 5, 21. Joh. 3, 16. und 6, 51. Hebr. 9, 15. und 10, 19
37
Was verstehst du unter dem Wort »gelitten«?

Jesus Christus hat an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, besonders aber an dessen Ende, den Zorn Gottes über die Sünde des ganzen1 Menschengeschlechts getragen. Mit seinem Leiden2 als dem einmaligen Sühnopfer hat er unseren Leib und unsere Seele von der ewigen Verdammnis erlöst und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erworben.
  • 1. 1. Petr 2, 24
  • 2. Jes 53, 12; 1. Joh 2, 2; 4, 10; Röm 3, 25-26
38
Warum hat er unter dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auf dass er unschuldig unter dem weltlichen Richter verdammt würde1, und uns damit von dem strengen Urtheil Gottes, das über uns ergehen sollte, erledigte2.
  • 1. Joh. 18, 38. Matth. 27, 24. Luc. 23, 14. 15. Joh. 19, 4
  • 2. Ps. 69, 5. Jes. 53, 4. 5. 2 Cor. 5, 21. Gal. 3, 13
38
[28]Warum hat er unter dem Richter Pontius Pilatus gelitten?

Er wurde unschuldig1 vom weltlichen Richter verurteilt2 und hat uns dadurch von Gottes strengem Urteil, das über uns ergehen sollte,3 befreit.4
  • 1. Apg 4, 27-28
  • 2. Lk 23, 13-15; Joh 19,4
  • 3. Ps 69, 5; Jes 53, 4-5
  • 4. 2. Kor 5, 1; Gal 3, 13
39
Ist es etwas mehr, dass er ist gekreuzigt worden, denn so er eines andern Todes gestorben wäre?

Ja; denn dadurch bin ich gewiss, dass er die Vermaledeiung, die auf mir lag, auf sich geladen habe; dieweil der Tod des Kreuzes von Gott verflucht war2.
  • 1. Gal. 3, 13
  • 2. 5 B. Mos. 21, 23
39
Bedeutet sein Tod am Kreuz mehr, als wenn er eines anderen Todes gestorben wäre?

Ja, denn dadurch bin ich gewiß, daß er den Fluch, der auf mir lag, auf sich genommen hat,1 weil der Tod am Kreuz von Gott verflucht war.2
  • 1. Gal 3, 13-14
  • 2. 5. Mose 21, 23
16. Sonntag
40
Warum hat Christus den Tod leiden müssen?

Darum, dass wegen der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes1 nicht anders für unsere Sünde möchte bezahlet werden, denn durch den Tod des Sohnes Gottes2.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17
  • 2. Röm. 8, 3. 4. Hebr. 2, 14. 15
40
Warum hat Christus den Tod erleiden müssen?

Um der Gerechtigkeit1 und Wahrheit Gottes willen konnte für unsere Sünde nicht anders bezahlt werden als durch den Tod des Sohnes Gottes.2
  • 1. 1. Mose 2, 17
  • 2. Hebr 2, 9.14-15
41
[16]Warum ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, dass er wahrhaftig gestorben sei1.
  • 1. Apost. Gesch. 13, 29. Matth. 27, 59. 60. Marc. 15, 42. Joh. 19, 38
41
[29]Warum ist er begraben worden?

Damit wird bezeugt, daß er wirklich gestorben ist.1
  • 1. Mt 27, 59-60; Lk 23, 52-53; Joh 19, 38-42; Apg 13, 29
42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kommt es, dass auch wir sterben müssen?

Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde1; sondern nur eine Absterbung der Sünden und Eingang zum ewigen Leben2.
  • 1. Marc. 8, 37. Ps. 49, 8. 9
  • 2. Phil. 1, 23. Joh. 5, 24. Röm. 7, 24. 25
42
Warum müssen wir noch sterben, obwohl Christus für uns gestorben ist?

Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde, sondern nur ein Absterben der Sünden und Eingang zum ewigen Leben.1
  • 1. Joh 5, 24; Phil 1, 23; Röm 7, 24-25
43
Was bekommen wir mehr für Nutzen aus dem Opfer und Tod Christi am Kreuze?

Dass durch seine Kraft unser alter Mensch mit ihm gekreuziget, getödtet und begraben wird1, auf dass die bösen Lüste des Fleisches in uns nicht mehr regieren2, sondern dass wir uns selbst Ihm zur Danksagung aufopfern3.
  • 1. Röm. 6, 6
  • 2. Röm. 6, 12
  • 3. Röm. 12, 1
43
Welchen weiteren Nutzen haben wir aus Opfer und Tod Christi am Kreuz?

Durch die Kraft Christi wird unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt, getötet und begraben, damit die Sünde uns nicht mehr beherrscht,1 sondern wir uns ihm zu einem lebendigen Dankopfer hingeben.2
  • 1. Kol 2, 12; Röm 6, 6-8.11.12; Röm 6, 12
  • 2. Röm 12, 1
44
Warum folgt: Abgestiegen zu der Hölle?

Dass ich in meinen höchsten Anfechtungen versichert sei, mein Herr Christus habe mich durch seine unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken, die er auch an seiner Seele am Kreuz und zuvor erlitten1, von der höllischen Angst und Pein erlöset2.
  • 1. Ps. 18, 5. 6. und 116, 3. Matth. 26, 38. und 27, 46. Hebr. 5, 7
  • 2. Jes. 53, 5
44
Warum folgt »abgestiegen zu der Hölle«?

Damit wird mir zugesagt, daß ich selbst in meinen schwersten Anfechtungen gewiß sein darf, [30]daß mein Herr Christus mich von der höllischen Angst und Pein1 erlöst hat, weil er auch an seiner Seele unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken am Kreuz und schon zuvor erlitten hat.
  • 1. Jes 53, 10; Mt 27, 46
17. Sonntag
45
Was nützet uns die Auferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine Auferstehung den Tod überwunden, dass er uns der Gerechtigkeit, die er uns durch seinen Tod erworben hat, könnte theil[17]haftig machen1; zum andern werden wir auch jetzunder durch seine Kraft erwecket zu einem neuen Leben2; zum dritten ist uns die Auferstehung Christi ein gewisses Pfand unserer seligen Auferstehung3.
  • 1. Röm. 4, 25. 1 Cor. 15, 16. 17. 1 Petr. 1, 3
  • 2. Röm. 6, 4. Col. 3, 1—3. Ephes. 2, 5
  • 3. 1 Cor. 15, 20. 21
45
Was nützt uns die Auferstehung Christi?

Erstens: Christus hat durch seine Auferstehung den Tod überwunden, um uns an der Gerechtigkeit Anteil zu geben, die er uns durch seinen Tod erworben hat.1
Zweitens: Durch seine Kraft werden auch wir2 schon jetzt erweckt zu einem neuen Leben.3
Drittens: Die Auferstehung Christi ist uns ein verläßliches Pfand unserer seligen Auferstehung.4
  • 1. 1. Petr 1, 3-5.21; 1. Kor 15, 17. 54-55; Röm 4, 25
  • 2. Röm 6, 4; Kol 3, 1-4
  • 3. Eph 2, 5
  • 4. 1. Kor 15, 12; Röm 8, 11
46
Wie verstehest du, dass er ist gen Himmel gefahren?

Dass Christus vor den Augen seiner Jünger ist von der Erde aufgehoben gen Himmel1, und uns zu gut daselbst ist2, bis dass er wiederkommt, zu richten die Lebendigen und die Todten3.
  • 1. Apost. Gesch. 1, 9. Marc. 16, 19. Luc. 24, 51
  • 2. Hebr. 9, 24. und 4, 14. Röm. 8, 34. Col. 3, 1
  • 3. Apost. Gesch. 1, 11. Matth. 24, 30
46
[31]Wie verstehst du, daß es heißt »aufgefahren in den Himmel«?

Jesus Christus wurde vor den Augen seiner Jünger von der Erde zum Vater in den Himmel erhöht1 und ist dort uns zugut, bis er kommen wird,2 zu richten die Lebenden und die Toten.3
  • 1. Mk 16, 19; Lk 24, 51; Hebr 4, 14; 7, 24-25; Röm 8, 34; Eph 4, 10; Kol 3, 1
  • 2. Apg 1, 11
  • 3. Mt 24, 30
47
Ist denn Christus nicht bei uns bis an der Welt Ende, wie er uns verheißen hat?

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzunder nicht auf Erden1; aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist weichet er nimmer von uns2.
  • 1. Hebr. 8, 4. Matth. 26, 11. Joh. 16, 28. und 17, 11. Apost. Gesch. 3, 21
  • 2. Joh. 14, 18. und 16. Matth. 28, 20
47
Ist denn Christus nicht bei uns bis ans Ende der Welt, wie er uns verheißen hat?1

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht mehr auf der Erde,2 aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist3 weicht er niemals von uns.
  • 1. Mt 28, 20
  • 2. Joh 16, 28; 17, 11; Mt 26, 11; Apg 3, 21
  • 3. Joh 14, 17-20; 16, 13; Mt 28, 20; Eph 4, 8
48
Werden aber mit der Weise die zwei Naturen in Christo nicht von einander getrennt, so die Menschheit nicht überall ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten; denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist1, so muss folgen, dass sie wohl außerhalb ihrer angenommenen Menschheit2 und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereinigt bleibt3.
  • 1. Jer. 23, 24. Apost. Gesch. 7. 49
  • 2. Joh. 1, 48
  • 3. Col. 2, 9. Joh. 3, 13. und 11, 15. Matth. 28, 6
48
[32]Werden aber auf diese Weise nicht Gottheit und Menschheit in Christus voneinander getrennt, wenn er nach seiner menschlichen Natur nicht überall ist, wo er nach seiner Gottheit ist?

Nein, weil die Gottheit unbegreiflich und überall gegenwärtig ist,1 folgt daraus, daß sie wohl außerhalb ihrer angenommenen menschlichen Natur und dennoch auch in derselben ist2 und in einer Person3 mit ihr vereinigt bleibt.*
* Mit dem Wort »unbegreiflich« will der Katechismus nicht sagen, daß man Gott nicht verstehen könne, sondern daß er von keinem Raum umschlossen werden kann. Die Aussage des Katechismus kann auch so formuliert werden: Weil Gott nach seinem Wesen von keinem Raum oder Körper umgrenzt wird, sondern überall gegenwärtig ist, so ergibt sich, daß auch Christus nach seiner Gottheit zugleich in seiner menschlichen Natur und dennoch auch außerhalb ihrer ist und deshalb in seiner Person zugleich ein wahrer und gerechter Mensch und wahrer Gott ist.
  • 1. Apg 7, 49; Jer 23, 24
  • 2. Kol 2, 9; Mt 28, 6
  • 3. Joh 3, 13; 11, 15
18. Sonntag
49
[18]Was nützet uns die Himmelfahrt Christi?

Erstlich, dass er im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher ist1; zum andern, dass wir unser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, dass er, als das Haupt, uns, seine Glieder, auch zu sich werde hinaufnehmen2; zum dritten, dass er uns seinen Geist zum Gegenpfand herabsendet3, durch welches Kraft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes, und nicht, das auf Erden ist4.
  • 1. 1 Joh. 2, 1. Röm. 8, 34
  • 2. Joh. 14, 2. 17, 24. und 20, 17. Ephes. 2, 6
  • 3. Joh. 14, 16. und 16, 7. Apost. Gesch. 2, 33. 2 Cor. 1, 21. 22. 2 Cor. 5, 5
  • 4. Col. 3, 1
49
[33]Was nützt uns die Himmelfahrt Christi?

Erstens: Er ist im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher.1
Zweitens: Wir haben durch unseren Bruder Jesus Christus im Himmel die Gewißheit, daß er als das Haupt uns, seine Glieder, auch zu sich nehmen wird.2
Drittens: Er, sitzend zur Rechten Gottes, sendet seinen Geist zu uns, der uns die Kraft gibt,3 zu suchen, was droben ist, und nicht das, was auf Erden gilt.4
  • 1. 1. Joh 2, 1; Röm 8, 34
  • 2. Joh 14, 2; 20, 17; Eph 2, 6
  • 3. Joh 14, 16; Apg 2, 33; 2. Kor 1, 21-22; 5,5
  • 4. Kol 3, 1; Phil 3, 14
50
Warum wird hinzugesetzt, dass er sitze zu der Rechten Gottes?

Dass Christus darum gen Himmel gefahren ist, dass er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen Kirche1, durch welches der Vater alles regieret2.
  • 1. Ephes. 1, 20. 21. 22. 23. Col. 1, 18
  • 2. Matth. 28, 18. Joh. 5, 22
50
Warum wird hinzugefügt »er sitzt zur Rechten Gottes«?

Christus ist dazu in den Himmel erhöht worden, daß er sich dort erweise als das Haupt seiner Kirche,1 durch das der Vater alles regiert.2
  • 1. Eph 1, 20-23; Kol 1, 18
  • 2. Mt 28, 18; Joh 5, 22
19. Sonntag
51
Was nützet uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christi?

Erstlich, dass er durch seinen heiligen Geist in uns, seine Glieder, die himmlischen Gaben ausgießt1; darnach, dass er uns mit seiner Gewalt wider alle Feinde schützet und erhält2.
  • 1. Apost. Gesch. 2, 33. Ephes. 4, 10
  • 2. Ps. 2, 9. und 110, 1. 2. Joh. 10, 28. Ephes. 4, 8
51
[34]Was nützt uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christus?

Christus teilt uns, seinen Gliedern, durch seinen Heiligen Geist die himmlischen Gaben aus.1
Er schützt und erhält uns mit seiner Macht gegen alle Feinde.2
  • 1. Eph 4, 10-12
  • 2. Joh 10, 28-30; Ps 2, 9; Eph 4, 8
52
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, zu richten die Lebendigen und die Todten?

Dass ich in aller Trübsal und Verfolgung mit aufgerichtetem Haupt eben des Richters, der sich zu[19]vor dem Gerichte Gottes für mich dargestellet und alle Vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, aus dem Himmel gewärtig bin1, dass er alle seine und meine Feinde in die ewige Verdammnis werfe2, mich aber, sammt allen Auserwählten, zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehme3.
  • 1. Phil. 3, 20. Luc. 21, 28. Röm. 8, 23. Tit. 2, 13
  • 2. 1 Thess. 4, 16. Matth. 25, 41. 2 Thess. 1, 6. 7
  • 3. Matth. 25, 34
52
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, »zu richten die Lebenden und die Toten«?

In aller Trübsal und Verfolgung darf ich mit erhobenem Haupt aus dem Himmel eben den Richter erwarten,1 der sich zuvor für mich dem Gericht Gottes gestellt und alle Verurteilung von mir genommen hat. Er wird alle seine Feinde, die darum auch meine Feinde sind,2 in die ewige Verdammnis werfen, mich aber mit allen Auserwählten zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehmen.3
  • 1. Lk 21, 28; Röm 8, 23-24; Phil 3, 20-21; Tit 2, 13
  • 2. 1. Thess 4, 16-17; 2. Thess 1,6-10; Mt 25,41
  • 3. Mt 25, 34
20. Sonntag
53
Was glaubst du vom heiligen Geist?

Erstlich, dass er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn ist1; zum andern, dass er auch mir gegeben ist2, mich durch einen wahren Glauben Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht3, mich tröstet4 und bei mir bleiben wird bis in Ewigkeit5.
  • 1. Joh. 5, 7. 1 B. Mos. 1, 2. Jes. 48, 16. 1 Cor. 3, 6. und 6, 19. Apost. Gesch. 5, 3. 4
  • 2. Gal. 4, 6. Matth. 28, 19. 20. 2 Cor. 1, 21. 22. Ephes. 1, 13
  • 3. Gal. 3, 14. 1 Petr. 1, 1. 2. 1 Cor. 6, 17
  • 4. Joh. 15, 26. Apost. Gesch. 9, 31
  • 5. Joh. 14, 16. 1 Petr. 4, 14
53
[35]Was glaubst du vom Heiligen Geist?

Erstens: Der Heilige Geist ist gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn.1
Zweitens: Er ist auch mir gegeben2 und gibt mir durch wahren Glauben Anteil an Christus3 und allen seinenWohltaten.4 Er tröstet mich und wird bei mir bleiben in Ewigkeit.5
  • 1. 1. Mose 1,2; Jes 48, 16; 1. Kor 3, 16; 6, 19; Apg 5, 3-4
  • 2. Mt 28, 19-20; 2. Kor 1, 21-22
  • 3. 1. Kor 6, 17
  • 4. Gal 3, 14; 1. Petr.1, 2
  • 5. Apg 9, 31; Joh 14, 16; 1. Petr 4, 14
21. Sonntag
54
Was glaubst du von der heiligen, allgemeinen, christlichen Kirche?

Dass der Sohn Gottes1 aus dem ganzen menschlichen Geschlecht2 sich eine auserwählte Gemeine zum ewigen Leben3 durch seinen Geist und Wort4 in Einigkeit des wahren Glaubens5 von Anbeginn der Welt bis an's Ende6 versammle, schütze und [20]erhalte7, und dass ich derselben ein lebendiges Glied bin und ewig bleiben werde8.
  • 1. Ephes. 5, 25. 26. Joh. 10, 11. Apost. Gesch. 20, 28
  • 2. 1 B. Mos. 26, 4. Offenb. Joh. 5, 9
  • 3. Röm. 8, 29. Ephes. 1, 10. 11. 12. 13
  • 4. Jes. 59, 21. Röm. 1, 16. und 10, 14. 15. 16. 17. Ephes. 5, 26
  • 5. Apost. Gesch. 2, 42. Ephes. 4, 3. 4. 5
  • 6. Ps. 71, 17. 18. Jes. 59, 21. 1 Cor. 11, 26
  • 7. Matth. 16, 18. Joh. 10, 28. 29. 30. Ps. 129, 1. 2. 3. 4. 5
  • 8. 1 Joh. 3, 14. 19. 20. 21. 2 Cor. 13, 5. Röm. 8, 16. Ps. 23, 6. 1 Cor. 1, 8. 9. Joh. 10, 28. 1 Joh. 2, 19. 1 Petr. 1, 5
54
Was glaubst du von der »heiligen allgemeinen christlichen Kirche«?

Ich glaube, daß der Sohn Gottes1 aus dem ganzen Menschengeschlecht2 sich eine auserwählte Gemeinde zum ewigen Leben3 durch seinen Geist und Wort4 [36]in Einigkeit des wahren Glaubens5 von Anbeginn der Welt bis ans Ende6 versammelt, schützt und erhält7 und daß auch ich ein lebendiges Glied dieser Gemeinde bin8 und ewig bleiben werde.9
  • 1. Joh 10, 11
  • 2. 1. Mose 26, 4
  • 3. Röm 8, 29-30; Eph 1, 10-13
  • 4. Jes 59, 21; Röm 1, 16; Röm 10, 14-17; Eph 5, 26
  • 5. Apg 2, 46; Eph 4, 3-6
  • 6. Ps 71, 18; 1. Kor 11, 26
  • 7. Mt 16, 18; Joh 10, 28-30; 1. Kor 1, 8-9
  • 8. 1. Joh 3, 31
  • 9. 1. Joh 2, 19
55
Was verstehst du durch die Gemeinschaft der Heiligen?

Erstlich, dass alle und jede Gläubigen als Glieder, an dem Herrn Christo und allen seinen Schätzen und Gaben Gemeinschaft haben1; zum andern, dass ein Jeder seine Gaben zu Nutz und Heil der andern Glieder willig und mit Freuden anzulegen sich schuldig wissen soll2.
  • 1. 1 Joh. 1, 3. Röm. 8, 32. 1 Cor. 12, 12. und 6, 17
  • 2. 1 Cor. 12, 21. und 13, 5. Phil. 2, 4. 5. 6
55
Was verstehst du unter der »Gemeinschaft der Heiligen«?

Erstens: Alle Glaubenden haben als Glieder Gemeinschaft an dem Herrn Christus1 und an allen seinen Schätzen und Gaben.2
Zweitens: Darum soll auch jeder seine Gaben willig und mit Freuden zum Wohl und Heil der anderen3 gebrauchen.4
  • 1. 1. Joh 1, 3; 1. Kor 1, 9
  • 2. Röm 8, 32
  • 3. 1. Kor 12, 12-13. 21
  • 4. 13, 5-6; Phil 2, 4-6
56
Was glaubst du von Vergebung der Sünden?

Dass Gott um der Genugthuung Christi willen1 aller meiner Sünden, auch der sündlichen Art, mit der ich mein Lebenlang zu streiten habe2, nimmermehr gedenken will3; sondern mir die Gerechtigkeit Christi aus Gnaden schenket, daß ich in's Gericht nimmermehr soll kommen4.
  • 1. 1 Joh. 2, 2. u. 1, 7. 2 Cor. 5, 19. 21
  • 2. Röm. 7, 23. 24. 25
  • 3. Jer. 31, 34. Mich. 7, 19. Ps. 130, 3. 10. 12. Röm. 8, 1. 2. 3
  • 4. Joh. 3, 18. und 5, 24
56
[37]Was glaubst du von der »Vergebung der Sünden«?

Gott will um Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündigen Art,1 mit der ich mein Leben lang zu kämpfen habe, nicht mehr gedenken.2 Aus Gnade schenkt er mir die Gerechtigkeit Christi, so daß ich nicht mehr ins Gericht kommen werde.3
  • 1. 1. Joh 2, 2; 2. Kor 5, 19.21
  • 2. Ps 103, 3.10.12; Jer 31, 34; Röm 7, 24-25; 8, 1-4
  • 3. Joh 3, 18
22. Sonntag
57
Was tröstet dich die Auferstehung des Fleisches?

Dass nicht allein meine Seele nach diesem Leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird1, [21]sondern auch, dass dies mein Fleisch durch die Kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner Seele vereiniget und dem herrlichen Leib Christi gleichförmig werden soll2.
  • 1. Luc. 16, 22 und 23, 43. Phil. 1, 21. 23
  • 2. Hiob 19, 25. 26. 1 Cor. 15, 53. 1 Joh. 3, 2. Phil. 3, 21
57
Was tröstet dich die »Auferstehung der Toten«?

Nach diesem Leben werde ich durch die Kraft Christi auferweckt werden und zu Christus, meinem Herrn, kommen. Er wird mir Anteil geben an seiner Herrlichkeit.
58
Was tröstet dich der Artikel vom ewigen Leben?

Dass, nachdem ich jetzund den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen empfinde1, ich nach diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret und in keines Menschen Herz nie gekommen ist2, Gott ewiglich darin zu preisen3.
  • 1. Röm. 8, 23. 1 Joh. 3, 2
  • 2. 1 Cor. 2, 9
  • 3. Joh. 17, 3. Offenb. Joh. 5, 9. 10
58
[38]Was tröstet dich die Verheißung des ewigen Lebens?

Schon jetzt empfinde ich den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen.1 Nach diesem Leben aber werde ich vollkommene Seligkeit besitzen, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz je gekommen ist,2 Gott ewiglich darin zu preisen.3
  • 1. 2. Kor 5, 2-3
  • 2. 1. Kor 2, 9
  • 3. Joh 17, 3
23. Sonntag
59
Was hilft es dir aber nun, wenn du dieses Alles glaubest?

Dass ich in Christo vor Gott gerecht und ein Erbe des ewigen Lebens bin1.
  • 1. Hab. 2, 4. Röm. 1, 17. Joh. 3, 36
59
[39]Was hilft es dir aber nun, wenn du das alles glaubst?

Ich bin dadurch in Christus vor Gott gerecht1 und ein Erbe des ewigen Lebens.2
  • 1. Hab 2, 4
  • 2. Röm 1, 17; Joh 3, 36
60
Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben in Jesum Christum1, also, dass, ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebote Gottes schwerlich gesündiget2 und derselben keines nie gehalten habe, auch noch immerdar zu allem Bösen geneigt bin3, doch Gott ohne all mein Verdienst4 aus lauter Gnade5 mir die vollkommene Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi schenket und zurechnet6, als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt, und selbst [22]allen den Gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet7, wenn ich allein solche Wohlthat mit gläubigem Herzen annehme8.
  • 1. Röm. 3, 28. Gal. 2, 16. Ephes. 2, 8. 9. Phil. 3, 9
  • 2. Röm. 3, 23. und 3, 9. 10. 11. 12
  • 3. Röm. 7, 18. 19
  • 4. Röm. 3, 24. Tit. 3, 5. 5 B. Mos. 9, 6
  • 5. Röm. 3, 24. Tit. 3, 5. Ephes. 2, 9
  • 6. Röm. 5, 19 und 4, 5, 6. 1 Joh. 2, 2. 2 Cor. 5, 19. 21. Joh. 17, 19. Hebr. 10, 10. 14
  • 7. 2 Cor. 5, 21. Röm. 8, 3. 4
  • 8. Röm. 1, 17. Marc. 16, 16. Röm. 3, 22. Joh. 3, 36
60
Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben an Jesus Christus.1 Zwar klagt mich mein Gewissen an, daß ich gegen alle Gebote Gottes schwer gesündigt und keines je gehalten habe2 und noch immer zu allem Bösen geneigt bin.3 Gott aber schenkt mir ganz ohne mein Verdienst4 aus lauter Gnade5 die vollkommene Genugtuung,6 Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi.7 Er rechnet sie mir an,8 als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht, den Christus für mich geleistet hat,9 wenn ich allein diese Wohltat mit gläubigem Herzen annehme.10
  • 1. Röm 3,21-25.28; Gal 2, 16; Eph 2, 8-9; Phil 3, 9
  • 2. Röm 3, 9-20
  • 3. Röm 7, 23
  • 4. Tit 3, 5
  • 5. Röm 3, 24; Eph 2, 8
  • 6. 1. Joh 2, 2
  • 7. 1. Joh 2, 1
  • 8. Röm 4, 4-5; 2. Kor 5, 19
  • 9. 2. Kor 5, 21
  • 10. Röm 3, 22; Joh 3, 18
61
Warum sagst du, dass du allein durch den Glauben gerecht seiest?

Nicht, dass ich wegen der Würdigkeit meines Glaubens Gott gefalle, sondern darum, dass allein die Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi meine Gerechtigkeit vor Gott ist1, und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den Glauben annehmen und mir zueignen kann2.
  • 1. 1 Cor. 1, 30 und 2, 2
  • 2. Röm. 1, 17. 1 Joh. 5, 10. Hebr. 11, 6
61
[40]Warum sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht bist?

Ich gefalle Gott nicht deswegen, weil mein Glaube ein verdienstvolles Werk wäre. Allein die Genugtuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi ist meine Gerechtigkeit vor Gott.1 Ich kann sie nicht anders als durch den Glauben annehmen und mir zueignen.2
  • 1. 1. Kor 1, 30; 2, 2
  • 2. 1. Joh 5, 10
24. Sonntag
62
Warum können aber unsere guten Werke nicht die Gerechtigkeit vor Gott oder ein Stück derselben sein?

Darum, daß die Gerechtigkeit, so vor Gottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen und dem göttlichen Gesetz ganz gleichförmig sein muss1; und aber auch unsere besten Werke in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünden befleckt sind2.
  • 1. 3 B. Mos. 18, 5. 5 B. Mos. 27, 26. Gal. 3, 10
  • 2. Jes. 64. 6
62
Warum können denn unsere guten Werke uns nicht ganz oder teilweise vor Gott gerecht machen?

Die Gerechtigkeit, die vor Gottes Gericht bestehen soll, muß vollkommen sein und dem göttlichen Gesetz ganz und gar entsprechen.1 Aber auch unsere besten Werke sind in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünde befleckt.2
  • 1. Gal 3, 10; 5. Mose 27, 26
  • 2. Jes 64, 5
63
Verdienen aber unsere guten Werke nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünftigem Leben will belohnen?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnaden1.
  • 1. Luc. 17, 10
63
[41]Verdienen aber unsere guten Werke nichts, obwohl Gott sie doch in diesem und dem zukünftigen Leben belohnen will?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnade.1
  • 1. Lk 17, 10
64
[23]Macht aber diese Lehre nicht sorglose und verruchte Leute?

Nein, denn es unmöglich ist, dass die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzet, nicht Frucht der Dankbarkeit sollen bringen1.
  • 1. Matth. 7, 18. Joh. 15, 5. Röm. 8, 14
64
Macht aber diese Lehre die Menschen nicht leichtfertig und gewissenlos?

Nein; denn es ist unmöglich, daß Menschen, die Christus durch wahren Glauben eingepflanzt sind, nicht Frucht der Dankbarkeit bringen.1
  • 1. Mt 7, 18
25. Sonntag
65
Dieweil denn allein der Glaube uns Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht, woher kommt solcher Glaube?

Der heilige Geist wirket denselben in unsern Herzen1 durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Brauch der heiligen Sakramente2.
  • 1. Ephes. 2, 8. Joh. 3, 5. Phil. 1, 29. Joh. 6, 29
  • 2. Matth. 28, 19. 20. Marc. 16, 15. 16. 1 Petr. 1, 22. 23. Röm. 10, 14. 17
65
[42]Wenn nun allein der Glaube uns Anteil an Christus und allen seinen Wohltaten gibt, woher kommt solcher Glaube?

Der Heilige Geist wirkt den Glauben in unseren Herzen1 durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Gebrauch der heiligen Sakramente.2
  • 1. Eph 2, 8-9; Joh 3, 5
  • 2. Mt 28, 19-20; 1. Petr 1, 22-23
66
Was sind die Sakramente?

Es sind sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, von Gott dazu eingesetzt, dass Er uns durch den Brauch derselbigen die Verheißung des Evangeliums desto besser zu verstehen gebe und versiegele; nämlich, dass Er uns, von wegen des einigen Opfers Christi am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben aus Gnaden schenket1.
  • 1. Röm. 4, 11. 1 B. Mos. 17, 11. 5 B. Mos. 30, 6. Ezech. 20, 12. Marc 16, 16. Luc. 22, 20
66
Was sind Sakramente?

Es sind sichtbare heilige Wahrzeichen und Siegel. Gott hat sie eingesetzt, um uns durch ihren Gebrauch den Zuspruch des Evangeliums besser verständlich zu machen und zu versiegeln: daß er uns auf Grund des einmaligen Opfers Christi, am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnade schenkt.1
  • 1. 5. Mose 30, 6; 3. Mose 6, 18; 1. Mose 17, 11; Röm 4, 11; Hebr 9, 8-9.24; Hes 20,12
67
Sind denn beide, das Wort und die Sakramente, dahin gerichtet, dass sie unsern Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz, als auf den einigen Grund unserer Seligkeit weisen?

Ja freilich; denn der heilige Geist lehret im Evangelio und bestätiget durch die heiligen Sakramente, [24]dass unsere ganze Seligkeit stehe in dem einigen Opfer Christi, für uns am Kreuz geschehen1.
  • 1. Röm. 6, 3. Gal. 3, 26. 27. 1 Cor. 11, 26
67
[43]Sollen denn beide, Wort und Sakrament, unseren Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz als den einzigen Grund unserer Seligkeit hinweisen?

Ja; denn der Heilige Geist lehrt im Evangelium und bestätigt durch die heiligen Sakramente, daß unsere ganze Seligkeit gegründet ist auf das einmalige Opfer Christi, das für uns am Kreuz geschah.1
  • 1. Röm 6, 3; Gal 3, 27
68
Wie viel Sakramente hat Christus im neuen Testament eingesetzt?

Zwei: Die heilige Taufe1 und das heilige Abendmahl2.
  • 1. Matth. 28, 19. Marc. 16, 15. 16
  • 2. 1 Cor. 11, 23—25. Matth. 26, 26—28. Marc. 14, 22—25. Luc. 22, 19. 20
68
Wieviel Sakramente hat Christus im Neuen Testament eingesetzt?

Zwei, die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.
26. Sonntag
69
Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und versichert, dass das einige Opfer Christi am Kreuze dir zu gut komme?

Also, dass Christus dies äußerliche Wasserbad eingesetzt1 und dabei verheißen hat2, daß ich so gewiss mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden gewaschen sei, so gewiss ich äußerlich mit dem Wasser, welches die Unsauberkeit des Leibes pflegt hinwegzunehmen, gewaschen bin3.
  • 1. Matth. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 16. Apost. Gesch. 2, 38. Joh. 1, 33. Matth. 3, 11. Röm. 6, 3. 4
  • 3. 1 Petr. 3, 21. Marc. 1, 4. Luc. 3, 3
69
[44]Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und gewiß gemacht, daß das einmalige Opfer Christi am Kreuz dir zugut kommt?

Christus hat dies äußerliche Wasserbad eingesetzt und dabei verheißen,1 daß ich so gewiß mit seinem Blut und Geist2 von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden, reingewaschen bin, wie ich äußerlich durch das Wasser gereinigt werde, das die Unsauberkeit des Leibes hinwegnimmt.3
  • 1. Mt 28, 19-20; Apg 2, 38
  • 2. Mt 3, 11; Mk 16, 16; Röm 6, 3-4
  • 3. Mk 1, 4; Lk 3, 3
70
Was heißt mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt Vergebung der Sünden von Gott aus Gnaden haben um des Blutes Christi willen, welches er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat1; darnach auch durch den heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, dass wir je [25]länger je mehr der Sünde absterben und in einem gottseligen, unsträflichen Leben wandeln2.
  • 1. 1 Petr. 1, 2. Hebr. 12, 24. Offenb. Joh. 1, 5 und 7, 14. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25. 26. 27
  • 2. Joh. 1, 33 und 3, 5. 1 Cor. 6, 11 und 12, 13. Röm. 6, 4. Col. 2, 11. 12
70
Was heißt, mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt, Vergebung der Sünde von Gott aus Gnade haben um des Blutes Christi willen, das er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat.1 [45]Es heißt ferner, durch den Heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, so daß wir je länger je mehr der Sünde absterben und ein Leben führen, das Gott gefällt.2
  • 1. Hebr 12, 24; 1. Petr 1, 2; Offb 1, 5; Sach 13, 1; Hes 36, 25-27
  • 2. Joh 1, 33; 3, 5; 1. Kor 6, 11; 12, 13; Röm 6, 4; Kol 2, 11-12
71
Wo hat Christus verheißen, dass wir so gewiss mit seinem Blut und Geist, als mit dem Taufwasser gewaschen sind?

In der Einsetzung der Taufe, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes1. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden2. Diese Verheißung wird auch wiederholt, da die Schrift die Taufe das Bad der Wiedergeburt3 und die Abwaschung der Sünden nennet4.
  • 1. Matth. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 15. 16
  • 3. Tit. 3, 5
  • 4. Apost. Gesch. 22, 16
71
Wo hat Christus verheißen, daß wir so gewiß mit seinem Blut und Geist wie mit dem Taufwasser gewaschen sind?

Bei der Einsetzung der Taufe sagt er:
»Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.«1 »Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.«2
Diese Verheißung wird dort wiederholt, wo die Heilige Schrift die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und3 die »Abwaschung der Sünden« nennt.4
  • 1. Mt 28, 19
  • 2. Mk 16, 16
  • 3. Tit 3,5
  • 4. Apg 22, 16
27. Sonntag
72
Ist denn das äußerliche Wasserbad die Abwaschung der Sünden selbst?

Nein1; denn allein das Blut Jesu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen Sünden2.
  • 1. Matth. 3, 11. 1 Petr. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • 2. 1 Joh. 1, 7. 1 Cor. 6, 11
72
[46]Ist denn das äußerliche Wasserbad selbst die Abwaschung der Sünden?

Nein; denn allein das Blut Jesu Christi1 und der Heilige Geist reinigt uns von allen Sünden.2
  • 1. Eph 5, 26; Mt 3, 11; 1. Petr 3, 21
  • 2. 1. Joh 1, 7; 1. Kor 6, 11
73
Warum nennet denn der heilige Geist die Taufe das Bad der Wiedergeburt und die Abwaschung der Sünden?

Gott redet also nicht ohne große Ursache; nämlich: nicht allein, dass er uns damit will lehren, dass, gleichwie die Unsauberkeit des Leibes durch's Wasser, also unsere Sünden durch's Blut und Geist Christi hin[26]weggenommen werden1; sondern vielmehr, dass er uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen will versichern, dass wir so wahrhaftig von unsern Sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen Wasser gewaschen werden2.
  • 1. Offenb. Joh. 1, 5 und 7, 14. 1 Cor. 6, 11
  • 2. Gal. 3, 27. Marc. 16, 16
73
Warum nennt denn der Heilige Geist die Taufe das »Bad der Wiedergeburt« und die »Abwaschung der Sünden«?

Gott redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns damit lehren: Wie die Unsauberkeit des Leibes durch Wasser, so werden unsere Sünden durch Blut und Geist Christi hinweggenommen.1 Ja vielmehr:
Er will uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen gewißmachen, daß wir so wahrhaftig von unseren Sünden geistlich gewaschen sind, wie wir mit dem leiblichen Wasser2 gewaschen werden.
  • 1. Offb 1, 5; 7, 14; 1. Kor 6, 11
  • 2. Mk 16, 16; Gal 3, 17
74
Soll man auch die jungen Kinder taufen?

Ja; denn dieweil sie sowohl als die Alten in den Bund Gottes und seine Gemeine gehören1, und ihnen in dem Blut Christi die Erlösung von Sünden, und der heilige Geist, welcher den Glauben wirket2, nicht weniger denn den Alten zugesagt wird3, so sollen sie auch durch die Taufe, als des Bundes Zeichen, der christlichen Kirche eingeleibet und von der Ungläubigen Kinder unterschieden werden4 wie im alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist5, an welcher Statt im neuen Testament die Taufe ist eingesetzt6.
  • 1. 1 B. Mos. 17, 7
  • 2. Marc. 9, 42
  • 3. Matth. 19, 14. Luc. 1, 15. Ps. 22, 11. Jes. 44, 1—4. Apost. Gesch. 2, 39
  • 4. Apost. Gesch. 10, 47
  • 5. 1 B. Mos. 17, 14. Matth. 28, 19
  • 6. Col. 2, 11. 12. 13
74
[47]Soll man auch die kleinen Kinder taufen?

Ja; denn sie gehören ebenso wie die Erwachsenen in den Bund Gottes und seine Gemeinde.1
Auch ihnen wird, nicht weniger als den Erwachsenen, in dem Blut Christi die Erlösung von den Sünden2 und der Heilige Geist, der den Glauben wirkt, zugesagt.3
Darum sollen auch die Kinder durch die Taufe, das Zeichen des Bundes, in die christliche Kirche als Glieder eingefügt und von den Kindern der Ungläubigen unterschieden werden,4 wie es im Alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist,5 an deren Stelle im Neuen Testament die Taufe eingesetzt wurde.6
  • 1. 1. Mose 17, 7
  • 2. Mt 19, 14
  • 3. Lk 1, 14-15; Ps 22, 11; Jes 44, 1-3; Apg 2, 39
  • 4. Apg 10, 47
  • 5. 1. Mose 17, 14
  • 6. Kol 2, 11-13
28. Sonntag
75
Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und versichert, dass du an dem einigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gütern Gemeinschaft habest?

Also, dass Christus mir und allen Gläubigen von diesem gebrochenen Brod zu essen und von diesem Kelch zu trinken befohlen hat, zu seinem Gedächtnis, und dabei verheißen1: Erstlich, dass sein Leib so [27]gewiss für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen sei, so gewiss ich mit Augen sehe, dass das Brod des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir mitgetheilt wird; und zum andern, dass er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiss zum ewigen Leben speise und tränke, als ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brod und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
  • 1. Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20. 1 Cor. 10, 16. 17. 11, 23. 24. 25 und 12, 13
75
[48]Wie wirst du im Heiligen Abendmahl erinnert und gewiß gemacht, daß du an dem einzigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gaben Anteil hast?

Christus hat mir und allen Gläubigen befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen und von dem Kelch zu trinken.1 Dabei hat er verheißen: Erstens, daß sein Leib so gewiß für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen ist, wie ich mit Augen sehe, daß das Brot des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir gegeben wird. Zweitens, daß er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiß zum ewigen Leben speist und tränkt, wie ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brot und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
  • 1. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; Lk 22, 19-20; 1. Kor 10, 16-17; 11, 23-; 25; 12, 13
76
Was heißt den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünden und ewiges Leben bekommen1, sondern auch daneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeiten Leib je mehr und mehr vereinigt werden2, dass wir, obgleich er im Himmel3, und wir auf Erden sind, dennoch Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinen Beinen sind4, und von einem Geist, (wie die Glieder unsers Leibes von einer Seele) ewig leben und regiert werden5.
  • 1. Joh. 6, 35. 40. 47. 48. 50. 51. 53. 54
  • 2. Joh. 6, 55. 56
  • 3. Col. 3, 1. Apost. Gesch. 3, 21. 1 Cor. 11, 26
  • 4. Ephes. 5, 30 und 3, 17. 1 Cor. 6, 15. 1 Joh. 4, 13. 1 Joh. 3, 24
  • 5. Joh. 6, 57 und 15, 1. 2. 3. 4. 5. 6. Ephes. 4, 15. 16
76
[49]Was heißt, den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein, mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünde und ewiges Leben empfangen,1 sondern auch, durch den Heiligen Geist, der zugleich in Christus und in uns wohnt, mit seinem verherrlichten Leib2 mehr und mehr vereinigt werden, so daß, obgleich er im Himmel ist3 und wir auf Erden sind, wir doch ein Leib mit ihm sind und von einem Geist4 ewig leben und regiert werden.5
  • 1. Joh 6, 35.40.47-48.50-54
  • 2. Joh 6, 55-56
  • 3. Apg 3, 21; 1. Kor 11, 26
  • 4. Eph 3, 16-17; 5, 29-32; 1. Kor 6, 15-19; 1. Joh 3, 24; 4, 13
  • 5. Joh 6, 56-58; 14, 23; 15, 1-6; Eph 4, 15-16
77
[28]Wo hat Christus verheißen, dass Er die Gläubigen so gewiss mit seinem Leib und Blut speise und tränke, als sie von diesem gebrochenen Brod essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des heiligen Abendmahls, welche also lautet1: Unser Herr Jesus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis dass er kommt. Und diese Verheißung wird auch wiederholt durch Sanct Paulus, da er spricht2: Der Kelch der Danksagung, damit wir danksagen, ist der nicht die Gemeinschaft des Bluts Christi? Das Brod, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brod ist's, so sind wir Viele ein Leib, dieweil wir Alle Eines Brodes theilhaftig sind.
  • 1. 1 Cor. 11, 23. 24. 25. Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
77
[50]Wo hat Christus verheißen, daß er die Gläubigen so gewiß mit seinem Leib und Blut speist und tränkt, wie sie von diesem gebrochenen Brot essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des Abendmahls:1 »Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: (Nehmet, esset,) das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.« Diese Verheißung wiederholt der Apostel Paulus,2 wenn er sagt: »Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn e i n Brot ist’s: so sind wir viele e i n Leib, weil wir alle an e i n e m Brot teilhaben.«
  • 1. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24, Lk 22, 19-20; 1. Kor 11, 23-25
  • 2. 1. Kor 10, 16,17
29. Sonntag
78
Wird denn aus Brod und Wein der wesentliche Leib und Blut Christi?

Nein1, sondern wie das Wasser in der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wird, deren es allein [29]ein göttliches Wahrzeichen und Versicherung ist2, also wird auch das heilige Brod im Abendmahl nicht der Leib Christi selbst3, wiewohl es nach Art und Brauch der Sakramente4 der Leib Christi genannt wird.
  • 1. Matth. 26, 29. Apost. Gesch. 7, 8. 2 B. Mos. 24, 8. 3 B. Mos. 16, 10. und 17, 11. Jes. 6, 6. 7. Apost. Gesch. 22, 16
  • 2. Ephes. 5, 26
  • 3. 1 Cor. 10, 16 und 11, 26
  • 4. 1 B. Mos. 17, 10. 11. 2 B. Mos. 12, 11. 13. 26. 27 u. 13, 9. Tit. 3. 5. 1 Petr. 3, 21. 1 Cor. 10, 4
78
[51]Werden denn Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt?

Nein. Wie das Wasser bei der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt wird oder selbst die Sünden abwäscht, sondern Gottes Wahrzeichen1 und Pfand dafür ist, so wird auch das Brot im Abendmahl nicht der Leib Christi,2 auch wenn es in den Worten, die beim Abendmahl gebraucht werden, als der Leib Christi bezeichnet wird.3
  • 1. Mt 26, 29; Mk 14, 24
  • 2. 1. Kor 10, 16-17; 11, 26-28
  • 3. 1. Mose 17, 10-19; 2. Mose 12, 26-27.43.48; 1. Petr 3, 21; 1. Kor 10, 1- 4; Tit 3, 5
79
Warum nennet denn Christus das Brod seinen Leib und den Kelch sein Blut, oder das neue Testament in seinem Blut, und St. Paulus die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohne große Ursache; nämlich, dass er uns nicht allein damit will lehren, dass, gleichwie Brod und Wein das zeitliche Leben erhalten, also sei auch sein gekreuzigter Leib und vergossenes Blut die wahre Speise und Trank unserer Seelen zum ewigen Leben1, sondern vielmehr, dass Er uns durch dies sichtbare Zeichen und Pfand will versichern, dass wir so wahrhaftig seines wahren Leibes und Blutes durch Wirkung des heiligen Geistes theilhaftig werden2, als wir diese heiligen Wahrzeichen mit dem leiblichen Mund zu seinem Gedächtnis empfangen, und dass all sein Leiden und Gehorsam so gewiss unser eigen sei, als hätten wir selbst in unserer eigenen Person Alles gelitten und genug gethan.
  • 1. Joh. 6, 55
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
79
Warum nennt denn Christus das Brot seinen Leib und den Kelch sein Blut oder nennt den Kelch den neuen Bund in seinem Blut, und warum spricht Paulus von der Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns damit lehren: Wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten, so sind sein gekreuzigter Leib und sein vergossenes Blut die wahre Speise und der wahre Trank unserer Seele zum ewigen Leben.1 [52]Darüberhinaus will er uns durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand gewiß machen, daß wir so wahrhaftig durch seinen Heiligen Geist an seinem Leib und Blut Anteil bekommen wie wir diese heiligen Wahrzeichen mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis empfangen.2 All sein Leiden und sein Gehorsam sind uns so gewiß zugeeignet, als hätten wir selbst das alles gelitten und vollbracht.
  • 1. Joh 6, 51.55
  • 2. 1. Kor 10, 16-17
30. Sonntag
80
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeuget uns, dass wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben [30]durch das einige Opfer Jesu Christi, so er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat1, und dass wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibet2, der jetzund mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist3, und daselbst will angebetet werden4. Die Messe aber lehret, dass die Lebendigen und die Todten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, dass Christus noch täglich für sie von den Messpriestern geopfert werde, und dass Christus leiblich unter der Gestalt Brods und Weins sei, und derhalben darin soll angebetet werden5. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes, denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi.
  • 1. Hebr. 10, 10. 12, 7, 26. 27 und 9, 12. 25. Joh. 19, 30. Matth. 26, 28. Luc. 22, 19
  • 2. 1 Cor. 12, 13. 6, 17 und 10, 16. 17
  • 3. Col. 3, 1. Hebr. 1, 3 und 8, 1
  • 4. Matth. 6, 20. 21. Joh. 4, 21. 23 und 20, 17. Luc. 24, 52. Apost. Gesch. 7, 55. Col. 3, 1. Phil. 3, 20. 1 Thess. 1, 9. 10
  • 5. In canone Missae et de consecrat. dist. 2 Conc. Trid. sess. 13, 5. Hebr. 9, 26 und 10, 12. 14
80
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeugt uns, daß wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben durch das einmalige Opfer Jesu Christi, das er selbst einmal am Kreuz1 vollbracht hat, und daß wir durch den Heiligen Geist Christus werden eingeleibt,2 der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist und daselbst will angebetet werden.3 [53]Die Messe aber lehrt,4 daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde, und daß Christus leiblich unter der Gestalt des Brotes und Weines sei und deshalb darin soll angebetet werden. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes als eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi und eine vermaledeite Abgötterei.*5
*Das Moderamen des Reformierten Bundes hat hierzu erklärt: Diese Verwerfung wurde vor 400 Jahren formuliert; sie läßt sich nach Inhalt und Sprache in dieser Form nicht aufrechterhalten: Die Polemik gegen die Wiederholung des einmaligen Opfers Christi am Kreuz und die Anbetung der Elemente (Brot und Wein) wird dem nicht gerecht, was im ökumenischen Gespräch inzwischen an Verständigung erreicht werden konnte. Der bleibende Lehrunterschied besteht darin, daß die Eucharistie in der römisch- katholischen Kirche als »Opfer«, das Abendmahl im evangelischen Gottesdienst als »Mahlfeier« begriffen wird; doch sollte sich dieser Unterschied nicht kirchentrennend auswirken.
  • 1. Hebr 7, 27; 9, 12.25-28; 10, 10-14; Joh 19, 30; Mt 26, 28; Lk 22, 19-20
  • 2. 1. Kor 6, 17; 10, 16-17
  • 3. Hebr 1, 3; 8, 1; Joh 4, 21-24; 20, 17; Lk 24, 52; Apg 7, 55
  • 4. Kol 3, 1; Phil 3, 20-21; 1. Thess 1, 9-10
  • 5. Hebr 9, 10
81
Welche sollen zu dem Tisch des Herrn kommen?

Die sich selbst um ihrer Sünde willen missfallen und doch vertrauen, dass dieselbigen ihnen verziehen, und die übrige Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt sei, begehren auch je mehr und mehr ihren Glauben zu stärken, und ihr Leben zu bessern. Die Unbußfertigen aber und Heuchler essen und trinken sich selbst das Gericht1.
  • 1. 1 Cor. 11, 28. 29 und 10, 19. 20. 21. 22
81
[54]Welche Menschen sollen zum Tisch des Herrn kommen?

Alle, die sich selbst um ihrer Sünde willen mißfallen und doch vertrauen, daß Gott sie ihnen vergeben hat und daß auch die bleibende Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi zugedeckt ist, die aber auch begehren, mehr und mehr ihren Glauben zu stärken und ihr Leben zu bessern. Wer aber unbußfertig und heuchlerisch zum Abendmahl kommt, ißt und trinkt sich selbst zum Gericht.1
  • 1. 1. Kor 10, 19-22; 11, 28-29
82
[31]Sollen aber zu diesem Abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erzeigen?

Nein; denn es wird also der Bund Gottes geschmähet und sein Zorn über die ganze Gemeine gereizet1; derhalben die christliche Kirche schuldig ist, nach der Ordnung Christi und seiner Apostel, Solche, bis zur Besserung ihres Lebens, durch das Amt der Schlüssel auszuschließen.
  • 1. 1 Cor. 11, 30. 31. Jes. 1, 11. 12 und 66, 3. Jer. 7, 21. 22. Ps. 50, 16. 17
82
Dürfen aber zum heiligen Abendmahl auch solche zugelassen werden, die sich in ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erweisen?

Nein; denn sonst wird der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde erregt.1 Darum muß die christliche Kirche nach der Ordnung Christi und seiner Apostel solche durch das Amt der Schlüssel ausschließen, bis sie ihr Leben bessern.
  • 1. 1. Kor 11, 20.34; Jes 1, 11-15; 66, 3; Jer 7, 21-23; Ps 50, 16-17
31. Sonntag
83
Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht, durch welche beide Stücke das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen und den Ungläubigen zugeschlossen wird1.
  • 1. Matth. 18, 18 und 16, 19. Joh. 20, 23
83
[55]Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht. Durch diese beiden wird das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen,1 den Ungläubigen aber zugeschlossen.
  • 1. Mt 16, 18-19; 18, 18
84
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Also, dass nach dem Befehl Christi allen und jeden Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeuget wird, dass ihnen, so oft sie die Verheißung des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre Sünden von Gott, um des Verdienstes Christi willen, vergeben sind; und herwiederum allen Ungläubigen und Heuchlern, dass der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt, so lange sie sich nicht bekehren1. Nach welchem Zeugnis des Evangelii Gott beide in diesem und zukünftigen Leben urtheilen will.
  • 1. Joh. 20, 22. 23. Matth. 16, 19
84
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Nach dem Befehl Christi wird allen Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeugt, daß ihnen alle ihre Sünden von Gott um des Verdienstes Christi willen wahrhaftig vergeben sind, sooft sie den Zuspruch des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen. Dagegen wird allen, die den Glauben verwerfen oder heucheln, öffentlich bezeugt, daß der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt,1 solange sie sich nicht bekehren. Nach diesem Zeugnis des Evangeliums will Gott in diesem und im zukünftigen Leben urteilen.
  • 1. Joh 20, 21-23; Mt 16, 19
85
[32]Wie wird das Himmelreich zu- und aufgeschlossen durch die christliche Bußzucht?

Also, dass nach dem Befehl Christi diejenigen, so unter dem christlichen Namen unchristliche Lehre oder Wandel führen, nachdem sie etlichemal brüderlich vermahnet sind, und von ihren Irrthümern oder Lastern nicht abstehen, der Kirche, oder denen, so von der Kirche dazu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben Vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch Verbietung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeine und von Gott selbst aus dem Reich Christi werden ausgeschlossen; und wiederum als Glieder Christi und der Kirche angenommen, wenn sie wahre Besserung verheißen und erzeigen1.
  • 1. Matth. 18, 15. 16. 17. 1 Cor. 5, 4. 5. 11. 2 Thess. 3, 6. 14. 15. 2 Joh. 10, 11. 2 Cor. 2, 6. 7. 8
85
[56]Wie wird das Himmelreich durch die christliche Bußzucht zu- und aufgeschlossen?

Nach dem Befehl Christi werden alle, die sich Christen nennen, aber unchristlich lehren oder leben, mehrmals seelsorgerlich vermahnt.
Wenn sie von ihren Irrtümern und Lastern nicht ablassen, werden sie der Gemeinde oder den von ihr Beauftragten namhaft gemacht.
Wenn sie auch deren Vermahnung nicht folgen, werden sie von diesen durch Versagung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeinde und von Gott selber aus dem Reich Christi ausgeschlossen.
Jedoch werden sie als Glieder Christi undder Kirche wieder angenommen, wenn sie wahre Besserung versprechen und zeigen.1
  • 1. Mt 18, 15-18; 1. Kor 5, 3-5.11; 2. Thess 3, 14-15; 2. Joh 10, 11
DER DRITTE THEIL. VON DER DANKBARKEIT.
Der dritte Teil. Von der Dankbarkeit
32. Sonntag
86
Dieweil wir denn aus unserm Elend ohne all unser Verdienst, aus Gnaden durch Christum erlöset sind, warum sollen wir gute Werke thun?

Darum, dass Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, dass wir mit unserm ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohlthaten erzeigen1, und er durch uns gepriesen werde2. Darnach auch, dass wir bei uns [33]selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiss seien3, und mit unserm gottseligen Wandel unsern Nächsten auch Christo gewinnen4.
  • 1. Röm. 12, 1. 2 und 6, 13. 1 Petr. 2, 5. 9. 10
  • 2. Matth. 5. 16. 1 Petr. 2, 11. 12
  • 3. 2 Petr. 1, 10. Matth. 7, 17. Gal. 5, 6. 22
  • 4. 1 Petr. 3, 1. 2. Röm. 14, 19
86
[57]Da wir nun aus unserm Elend ganz ohne unser Verdienst aus Gnade durch Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke tun?

Wir sollen gute Werke tun, weil Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen Heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, damit wir mit unserem ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohltat erweisen und er durch uns gepriesen wird.1 Danach auch, daß wir bei uns selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiß werden2 und mit einem Leben, das Gott gefällt, unsern Nächsten auch für Christus gewinnen.3
  • 1. 1. Kor 6, 20; Röm 6, 13; 12, 1-2; Mt 5, 16; 1. Petr 2, 5.9-12
  • 2. 2. Petr 1, 10; Mt 7, 17-18; Gal 5, 6.22
  • 3. 1. Petr 3, 1-2; Röm 14, 19
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Wandel zu Gott nicht bekehren?

Keineswegs; denn wie die Schrift sagt: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes ererben1.
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. Ephes. 5, 5. 6. 1 Joh. 3, 14
87
[58]Können denn auch die selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Leben nicht zu Gott bekehren?

Keineswegs; denn die Schrift sagt: kein Unzüchtiger, Götzendiener, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen1 wird das Reich Gottes erben.
  • 1. 1. Kor 6, 9-10; Eph 5, 5-6; 1. Joh 3, 14-15
33. Sonntag
88
In wie viel Stücken bestehet die wahrhafte Buße oder Bekehrung des Menschen?

In zwei Stücken: In Absterbung des alten, und Auferstehung des neuen Menschen1.
  • 1. Röm. 6, 4—6. Ephes. 4, 22. 23. 24. Col. 3, 5. 6. 8. 9. 10
88
Worin besteht die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des Menschen?

Im Absterben des alten Menschen und im Auferstehen des neuen Menschen.1
  • 1. Röm 6, 4-6; Eph 4, 22-24; Kol 3, 5-10; 1. Kor 5, 7
89
Was ist die Absterbung des alten Menschen?

Sich die Sünde von Herzen lassen leid sein, und dieselbe je länger je mehr hassen und fliehen1.
  • 1. 2 Cor. 7, 10. Röm. 8, 13. Joel 2, 13. Col. 3, 5. 8
89
Was heißt Absterben des alten Menschen?

Sich die Sünde von Herzen leid sein lassen und sie je länger je mehr hassen und fliehen.1
  • 1. Röm 8, 13; Joel 2, 13
90
Was ist die Auferstehung des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christum1, und Lust und Liebe haben nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben2.
  • 1. Röm. 5, 1 und 14, 17. Jes. 57, 15
  • 2. Röm. 7, 22. 6, 12—14. etc. Ps. 1, 2. Gal. 2, 19. 20
90
[59]Was heißt Auferstehen des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christus haben1 und Lust und Liebe, nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben.2
  • 1. Röm 5, 1; 14, 17; Jes 57, 15
  • 2. Röm 6, 10-11; Gal 2, 20
91
Welches sind aber gute Werke?

Allein die aus wahrem Glauben1, nach dem Gesetz Gottes2, Ihm zu Ehren geschehen3, und [34]nicht die auf unser Gutdünken oder Menschensatzung gegründet sind4.
  • 1. Röm. 14, 23. Ephes. 2, 10
  • 2. 3 B. Mos. 18, 4. 1 Sam. 15, 22. 5 B. Mos. 4, 2 und 12, 32
  • 3. 1 Cor. 10, 31
  • 4. Ezech. 20, 18. 19. Jes. 29, 13. 14. Matth. 15, 7. 8. 9
91
Was sind denn gute Werke?

Allein solche, die aus wahrem Glauben1 nach dem Gesetz Gottes ihm zur Ehre geschehen,2 und nicht solche, die auf unser Gutdünken oder auf Menschengebote gegründet sind.3
  • 1. Röm 14, 23
  • 2. 1. Sam 15, 22; Eph 2, 10; 1. Kor 10, 31
  • 3. Mt 15, 9; Hes 20, 18-19; Jes 29, 13; 5. Mose 13, 1
92
Wie lautet das Gesetz des Herrn?

Gott redet alle diese Worte:

Das erste Gebot.

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Egyptenland, aus dem Diensthause, geführet habe. Du sollst keine andere Götter vor mir haben.

Das andere Gebot.

Du sollst dir kein Bildnis, noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen; denn Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der die Missethat der Väter heimsuchet an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied derer, die Mich hassen, und thue Barmherzigkeit an viel Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten.

Das dritte Gebot.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Das vierte Gebot.

Gedenke des Sabbathtages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten, und alle deine Werke [35]thun; aber am siebenten Tage ist der Sabbath des Herrn, deines Gottes, da sollst du keine Arbeit thun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Thoren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht, und das Meer, und Alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag, und heiligte ihn.

Das fünfte Gebot.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, giebt.

Das sechste Gebot.

Du sollst nicht tödten.

Das siebente Gebot.

Du sollst nicht ehebrechen.

Das achte Gebot.

Du sollst nicht stehlen.

Das neunte Gebot.

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das zehnte Gebot.

Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses; laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsens, noch seines Esels, noch Alles, was dein Nächster hat.
92
Wie lautet das Gesetz des Herrn?

»Gott redete alle diese Worte:

Das 1. Gebot

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das 2. Gebot

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, [60]noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

Das 3. Gebot

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Das 4. Gebot

Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht, und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. [61]

Das 5. Gebot

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

Das 6. Gebot

Du sollst nicht töten.

Das 7. Gebot

Du sollst nicht ehebrechen.

Das 8. Gebot

Du sollst nicht stehlen.

Das 9. Gebot

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das 10. Gebot

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was dein Nächster hat.« (2. Mose 20, 1-17)
34. Sonntag
93
[36]Wie werden diese Gebote getheilet?

In zwei Tafeln1, deren die erste in vier Geboten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen verhalten; die andere in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind2.
  • 1. 5 B. Mos. 4, 13. 2 B. Mos. 34, 1. 28. 5 B. Mos. 10. 3. 4
  • 2. Matth. 22, 37. 38. 39
93
Wie werden diese Gebote eingeteilt?

In zwei Tafeln: Die erste Tafel lehrt in vier Geboten, wie wir uns Gott gegenüber verhalten sollen,1 die zweite in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind.2
  • 1. 2. Mose 34, 28; 5. Mose 4, 13; 10, 3-4
  • 2. Mt 22, 37-40
94
Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Dass ich, bei Verlierung meiner Seelen Heil und Seligkeit, alle Abgötterei1, Zauberei, abergläubige Segen2, Anrufung der Heiligen oder anderer Kreaturen3 meiden und fliehen soll, und den einigen wahren Gott recht erkennen4, ihm allein vertrauen5 in aller Demuth6 und Geduld7, von ihm allein alles Gute erwarten8, und ihn von ganzem Herzen lieben9, fürchten10 und ehren11; also, dass ich ehe alle Kreaturen übergebe, denn in dem geringsten wider seinen Willen thue12.
  • 1. 1 Joh. 5, 21. 1 Cor. 6, 9. 10 und 10, 7. 14
  • 2. 3 B. Mos. 19, 31. 5 B. Mos. 18, 9. 10. 11. 12
  • 3. Matth. 4, 10. Off. Joh. 19, 10 und 22, 8. 9
  • 4. Joh. 17, 3
  • 5. Jer. 17, 5. 7
  • 6. 1 Petr. 5, 5
  • 7. Hebr. 10, 36. Col. 1, 11. Röm. 5, 3. 4. 1 Cor. 10, 10. Phil. 2, 14
  • 8. Ps. 104, 27. Jac. 1, 17
  • 9. 5 B. Mos. 6, 5. Matth. 22, 27
  • 10. 5 B. Mos. 6, 2. Ps. 111, 10. Spr. Sal. 1, 7 und 9, 10. Matth. 10, 28
  • 11. Matth. 4, 10. 5 B. Mos. 10, 20
  • 12. Matth. 5, 29. und 10, 37. Apost. 5, 29
94
[62]Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Gott will, daß ich allen Götzendienst,1 alle Zauberei und Wahrsagerei, allen Aberglauben, auch das Anrufen der Heiligen oder2 anderer Geschöpfe meide und fliehe, damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit nicht verliere. Stattdessen soll ich3 den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren,4 so daß ich eher alle Geschöpfe preisgebe,5 als im Geringsten gegen seinen Willen handle.
  • 1. 1. Kor 6, 9-10; 10, 7.14
  • 2. 3. Mose 19, 31; Mt 4, 10; 5. Mose 18, 10-12; Offb 19, 10; 22, 8.9
  • 3. Joh 17, 3
  • 4. Jer 17, 5; 1. Petr 5, 5-6; Röm 5, 3,4; 1. Kor 10, 10; Phil 2, 14; Ps 104, 27-30; Jes 45, 7; Jak 1, 17; Spr 1, 7; 9, 10; Hebr 10, 36; Kol 1, 11; 5. Mose 6, 2.5; Mt 22, 37; Ps 111, 10; Mt 4, 10; 10, 28; 5. Mose 10, 20
  • 5. Mt 5, 29-30; 10, 37; Apg 5, 29
95
Was ist die Abgötterei?

Anstatt des einigen wahren Gottes, der sich in seinem Wort hat geoffenbaret, oder neben demselbigen etwas Anders dichten oder haben, darauf der Mensch sein Vertrauen setzt1.
  • 1. Ephes. 5, 5. 1 Chron. 17, 26. Phil. 3, 19. Gal. 4, 8. Ephes. 2, 12. 1 Joh. 2, 23. 2 Joh. 9. Joh. 5, 22. 23
95
Was ist Götzendienst?

Anstelle des einen wahren Gottes, der sich in seinem Wort offenbart hat, oder neben ihm1 irgendetwas anderes ersinnen oder haben, worauf der Mensch sein Vertrauen setzt.
  • 1. Eph 5, 5; 1.Chron 16, 26; Phil 3, 19; Joh 5, 23; Gal 4, 8; Eph 2, 12; 1. Joh 2, 23; 2. Joh 9
35. Sonntag
96
[37]Was will Gott im andern Gebot.

Dass wir Gott in keinem Weg verbilden1, noch auf irgend eine andere Weise, denn er in seinem Wort befohlen hat, verehren sollen2.
  • 1. Jes. 40, 18. 19. 25. 5 B. Mos. 4, 15. 16. Röm. 1, 23—25. Apost. Gesch. 17, 29
  • 2. 1 Sam. 15, 23. 5 B. Mos. 12, 29—32. Matth. 15, 9
96
[63]Was will Gott im zweiten Gebot?

Gott will, daß wir ihn in keiner Weise abbilden, noch ihn auf irgendeine andere Art verehren,1 als er es in seinem Wort befohlen hat.2
  • 1. 5. Mose 4, 15-19; Jes; 40, 18-20.25; Röm 1, 23-24; Apg 17, 29
  • 2. 1. Sam 15, 23; Mt 15, 9; 5. Mose 12,30-32
97
Soll man denn gar kein Bildnis machen?

Gott kann und soll keineswegs abgebildet werden1; die Kreaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbietet doch Gott, derselben Bildnis zu machen und zu haben, dass man sie verehre, oder ihm damit diene2.
  • 1. Jes. 40, 25
  • 2. 2 B. Mos. 34, 17 und 34, 13. 4 B. Mos. 33, 51. 52. 5 B. Mos. 7, 5; 12, 3 und 16, 22. 2 Kön. 18, 4
97
Darf man denn gar kein Bild machen?

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden. Die Geschöpfe dürfen abgebildet werden, aber Gott verbietet, Bilder von ihnen zu machen und zu haben, um sie zu verehren oder ihm damit zu dienen.1
  • 1. 2. Mose 23, 24; 34, 13-; 14; 4. Mose 33, 52; 5. Mose 7, 5; 12, 3; 16, 22; 2. Kön 18, 4
98
Mögen aber nicht die Bilder, als der Laien Bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein; denn wir sollen nicht weiser sein als Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzen1, sondern durch die lebendige Predigt seines Worts will unterwiesen haben2.
  • 1. Jer. 10, 8. Hab. 2, 18—20
  • 2. Röm. 10, 17. 2 Petr. 1, 19. 2 Tim. 3, 16. 17
98
Dürfen denn nicht die Bilder als »der Laien Bücher« in den Kirchen geduldet werden?

Nein; denn wir sollen uns nicht für weiser halten als Gott, der seine Christenheit nicht1 durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Wortes unterwiesen haben will.2
  • 1. Jer 10, 8; Hab 2, 18-19
  • 2. 2. Petr 1, 19; 2. Tim 3, 16-17
36. Sonntag
99
Was will das dritte Gebot?

Dass wir nicht allein mit Fluchen1, oder mit falschem Eid2, sondern auch mit unnöthigem Schwören3 den Namen Gottes nicht lästern oder missbrauchen, noch uns mit unserm Stillschweigen und Zusehen solcher schrecklichen Sünden theilhaftig machen4; und in Summa, dass wir den heiligen Namen Gottes [38]anders nicht, denn mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen5, auf dass er von uns recht bekennet6, angerufen7 und in allen unsern Worten und Werken gepriesen werde8.
  • 1. 3 B. Mos. 24, 15. 16
  • 2. 3 B. Mos. 19, 12
  • 3. Matth. 5, 34. 35. 36. 37. Jac. 5, 12
  • 4. 3 B. Mos. 5, 1. Spr. Sal. 29, 24
  • 5. Jer. 4, 2. Jes. 45, 23
  • 6. Matth. 10, 32. Röm. 10, 9. 10
  • 7. Ps. 50, 15
  • 8. Col. 3, 17. Röm. 2, 24. 1 Tim. 6, 1
99
[64]Was will Gott im dritten Gebot?

Gott will, daß wir weder mit Fluchen1 oder mit falschem Eid,2 noch mit unnötigem Schwören3 seinen Namen lästern oder mißbrauchen. Wir sollen uns auch nicht durch unser Stillschweigen und Zusehen an solchen schrecklichen Sünden mitschuldig machen. Gottes heiligen Namen sollen wir nur mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen,4 so daß er von uns recht bekannt, angerufen5 und in allen unseren Worten und Werken gepriesen wird.6
  • 1. 3. Mose 24, 10-16
  • 2. 3. Mose 19, 12
  • 3. Mt 5, 37; Jak 5, 12
  • 4. Jes 45, 23
  • 5. Mt 10, 32; 1.Tim 2, 8
  • 6. Röm 2, 24; 1.Tim 6, 1; Kol 3, 16-17
100
Ist denn mit Schwören und Fluchen Gottes Namen lästern so eine schwere Sünde, dass Gott auch über die zürnet, die, so viel an ihnen ist, dieselbigen nicht helfen wehren und verbieten?

Ja freilich1; denn keine Sünde größer ist, noch Gott heftiger erzürnet, denn Lästerung seines Namens; darum er sie auch mit dem Tode zu strafen befohlen hat2.
  • 1. Spr. Sal. 29, 24. 3 B. Mos. 5, 1
  • 2. 3 B. Mos. 24, 16
100
Ist es denn eine so schwere Sünde, Gottes Namen mit Schwören und Fluchen zu lästern, daß Gott auch über die zürnt, die nicht alles tun, um es zu verhindern?

Ja;1 denn es gibt keine Sünde, die größer ist und Gott heftiger erzürnt, als die Lästerung seines Namens. Darum hat er auch befohlen, sie mit dem Tode zu bestrafen.2
  • 1. 3. Mose 5, 1
  • 2. 3. Mose 24, 15-16
37. Sonntag
101
Mag man aber auch gottselig bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja; wenn es die Obrigkeit von ihren Unterthanen, oder sonst die Noth erfordert, Treu und Wahrheit zu Gottes Ehr' und des Nächsten Heil dadurch zu erhalten und zu fördern; denn solches Eidschwören ist in Gottes Wort gegründet1, und derhalben von den Heiligen im alten und neuen Testament recht gebrauchet worden2.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 13 und 10, 20. Jes. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • 2. 1 B. Mos. 21, 24 und 31, 54. Jos. 9, 15. 1 Sam. 24, 22. 23. 2 Sam. 3, 35. 1 Kön. 1, 28—30. 2 Cor. 1, 23. Röm. 9. 1
101
[65]Darf man aber überhaupt bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja, wenn es die Obrigkeit fordert oder die Not es gebietet, auf diese Weise Treue und Wahrheit zu Gottes Ehre und des Nächsten Wohl zu erhalten und zu fördern. Denn solches Schwören ist in Gottes Wort begründet.1 Deshalb haben die Menschen im Alten und Neuen Testament zu Recht davon Gebrauch gemacht.2
  • 1. 5. Mose 6, 13; 10, 20; Jes 48, 1; Hebr 6, 16
  • 2. 1. Mose 21, 24; 31, 53-; 54; 1. Sam 24, 22; 2. Sam 3, 35; Jes 9, 15; 1. Kön 1, 29; Röm 1, 9; 2. Kor 1, 23
102
Mag man auch bei den Heiligen oder andern Kreaturen einen Eid schwören?

Nein; denn ein rechtmäßiger Eid ist eine Anrufung Gottes, dass er, als der einige Herzenskündiger, [39]der Wahrheit Zeugnis wolle geben und mich strafen, so ich falsch schwöre1, welche Ehre denn keiner Kreatur gebührt2.
  • 1. 2 Cor. 1, 23. Röm. 9, 1
  • 2. Matth. 5, 34. 35. 36. Jac. 5, 12
102
Darf man auch bei den Heiligen oder anderen Geschöpfen schwören?

Nein; denn in einem rechtmäßigen Eid rufe ich Gott selbst zum Zeugen an,1 daß er, der allein die Herzen kennt, die Wahrheit bestätige und mich strafe, wenn ich falsch schwöre. Diese Ehre aber gebührt keinem Geschöpf.2
  • 1. 2. Kor 1, 23
  • 2. Mt 5, 34-36; Jak 5, 12
38. Sonntag
103
Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will erstlich, dass das Predigtamt und Schulen erhalten werde1, und ich, sonderlich am Feiertage, zu der Gemeine Gottes fleißig komme2, das Wort Gottes zu lernen3, die heiligen Sakramente zu gebrauchen4, den Herrn öffentlich anzurufen5, und das christliche Almosen zu geben6; zum andern, dass ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen Werken feiere, den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem Leben anfange7.
  • 1. Tit. 1. 5. 2 Tim. 3, 14. 1 Cor. 9, 13. 14. 2 Tim. 2, 2, 3. 15
  • 2. Ps. 40, 10. 11 und 68, 27. Apost. Gesch. 2, 42
  • 3. 1 Tim. 4, 13. 1 Cor. 4, 19
  • 4. 1 Cor. 11, 33
  • 5. 1 Tim. 2, 1. 1 Cor. 14, 16
  • 6. 1 Cor. 16, 2
  • 7. Jes. 66, 23. Luc. 17, 20
103
[66]Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will zum einen, daß das Predigtamt und die christliche Unterweisung1 erhalten bleiben und daß ich, besonders am Feiertag, zu der Gemeinde Gottes fleißig komme.2 Dort soll ich Gottes Wort lernen, die heiligen Sakramente gebrauchen, den Herrn öffentlich anrufen3 und in christlicher Nächstenliebe für Bedürftige spenden.4
Zum andern soll ich an allen Tagen meines Lebens von meinen bösen Werken feiern* und den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lassen.5
So fange ich den ewigen Sabbat schon in diesem Leben an.
* »feiern« = ablassen
  • 1. Tit 1, 5; 1. Tim 3, 14-15; 1. Tim 4, 13-16; 5, 17; 1. Kor 9, 11-14; 2. Tim 2, 2; 3, 15
  • 2. Ps 40, 10-11; 68, 27; Apg 2, 42.46; 1. Kor 14, 19.29-31
  • 3. 1. Kor 11, 33; 1. Tim 2, 1-3.8-10; 1. Kor 14, 16
  • 4. 1. Kor 16, 2
  • 5. Jes 66, 23
39. Sonntag
104
Was will Gott im fünften Gebot?

Dass ich meinem Vater und Mutter, und Allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue beweisen, und mich aller guten Lehre und Strafe mit gebührlichem Gehorsam unterwerfen1, und auch mit ihren Gebrechen Geduld haben soll2; dieweil uns Gott durch ihre Hand regieren will3.
  • 1. Ephes. 6, 1. 2. 3. 5. Col. 3, 18. 20. 22. Ephes. 5, 22, Spr. Sal. 1, 8. 4, 1. 15, 20 und 20, 20. 2 B. Mos. 21, 17. Röm. 13, 1
  • 2. Spr. Sal. 23, 22. 1 B. Mos. 9, 24. 25. 1 Petr. 2, 17. 18
  • 3. Ephes. 6, 4. 9. Col. 3, 20. Röm. 13, 2. 3. Matth. 22, 21
104
[67]Was will Gott im fünften Gebot

Ich soll meinem Vater und meiner Mutter und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und alle gute Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam annehmen,1 auch mit ihren Schwächen und Fehlern Geduld haben,2 weil Gott uns durch ihre Hand regieren will.3
  • 1. Eph 5, 22; 6. 1-2.5; Kol 3, 18.20-24; Spr 1, 8; 4, 1; 15, 20; 20, 20; 2.Mose 21, 17; Röm 13, 1
  • 2. Spr 23, 22; 1. Mose 9, 24-25; 1. Petr 2, 18
  • 3. Eph 6, 4.9; Kol 3, 19.21; Röm 13, 2-7; Mt 22, 21
40. Sonntag
105
[40]Was will Gott im sechsten Gebot?

Dass ich meinen Nächsten weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Geberden viel weniger mit der That, durch mich selbst oder Andere schmähen, hassen, beleidigen oder tödten1, sondern alle Rachgierigkeit ablegen2, auch mich selbst nicht beschädigen oder muthwillig in Gefahr begeben soll3; darum auch die Obrigkeit, den Todtschlag zu wehren, das Schwerdt trägt4.
  • 1. Matth. 5, 21. 22 und 26, 52. 1 B. Mos. 9, 6
  • 2. Ephes. 4, 26. Röm. 12, 19. Matth. 5, 25 und 18, 35
  • 3. Röm. 13, 12. Col. 2, 23. Matth. 4, 7
  • 4. 1 B. Mos. 9, 6. 2 B. Mos. 21, 14. Matth. 26, 52. Röm. 13, 4
105
Was will Gott im sechsten Gebot?

Ich soll meinen Nächsten weder mit Gedanken noch mit Worten oder Gebärden, erst recht nicht mit der Tat, auch nicht mit Hilfe anderer, schmähen, hassen, beleidigen oder töten. Ich soll vielmehr1 alle Rachgier ablegen, mir auch nicht selbst Schaden zufügen oder mich mutwillig in Gefahr begeben.2 Darum hat auch der Staat den Auftrag, durch seine Rechtsordnung das Töten zu verhindern.3
  • 1. Mt 5, 21-22.26.52; 1. Mose 9, 6; Eph 4, 26; Röm 12, 19; Mt 5, 25; 18, 35
  • 2. Röm 13, 14; Kol 2, 23; Sir 3, 27; Mt 4, 7
  • 3. 1. Mose 9, 6; 2. Mose 21, 14; Mt 26.52; Röm 13, 4
106
Redet doch dies Gebot allein vom Tödten?

Es will uns aber Gott durch Verbietung des Todschlages lehren, dass er die Wurzel des Todtschlages, als Neid1, Hass2, Zorn3, Rachgierigkeit hasset, und dass solches Alles vor ihm ein heimlicher Todtschlag sei4.
  • 1. Spr. Sal. 14, 30. Röm. 1, 29
  • 2. 1 Joh. 2, 11
  • 3. Jac. 1, 20. Gal. 5, 19
  • 4. 1 Joh. 3, 15
106
[68]Redet denn dieses Gebot nur vom Töten?

Nein. Gott will uns durch das Verbot des Tötens lehren, daß er schon die Wurzel des Tötens, nämlich Neid, Haß, Zorn und Rachgier1 haßt und daß alles für ihn heimlichesTöten ist.2
  • 1. Röm 1, 28-32; 1. Joh 2, 9-11; Jak 1, 20; Gal 5, 19-21
  • 2. 1. Joh 3, 15
107
Ist's aber damit genug, wenn wir unsern Nächsten, wie gemeldet, nicht tödten?

Nein; denn indem Gott Neid, Hass und Zorn verdammt, will er von uns haben, dass wir unsern Nächsten lieben als uns selbst1, gegen ihn Geduld, Friede, Sanftmuth2, Barmherzigkeit und3 Freundlichkeit4 erzeigen, seinen Schaden, so viel uns möglich ist, abwenden5, und auch unsern Feinden Gutes thun6.
  • 1. Matth. 22, 39 und 7, 12. Röm. 12, 10
  • 2. Ephes. 4, 1—3. Gal. 6, 1. 2. Matth. 5, 5. Röm. 12, 18
  • 3. Luc. 6, 36. Matth. 5, 7
  • 4. 1 Petr. 3, 8. Col. 3, 12
  • 5. 2 B. Mos. 23, 5
  • 6. Matth. 5, 44. 45. Röm. 12, 20
107
Haben wir das Gebot schon erfüllt, wenn wir unseren Nächsten nicht töten?

Nein. Indem Gott Neid, Haß und Zorn verdammt, will er, daß wir unseren Nächsten1 lieben wie uns selbst, ihm Geduld, Frieden, Sanftmut, Barmherzigkeit und2 Freundlichkeit erweisen,3 Schaden, so viel uns möglich, von ihm abwenden, und auch unseren Feinden Gutes tun.4
  • 1. Mt 7, 12; 22, 39
  • 2. Eph 4,2; Gal 6, 1-2; Mt 5, 5.7; Lk 6, 36
  • 3. Röm 12, 10.18; 2. Mose 23, 5
  • 4. Mt 5, 44-45; Röm 12, 20-21
41. Sonntag
108
[41]Was will das siebente Gebot?

Dass alle Unkeuschkeit von Gott vermaledeiet sei1, und dass wir darum ihr von Herzen feind sein2 und keusch und züchtig leben sollen3, es sei im heiligen Ehestand oder außerhalb desselben4.
  • 1. 3 B. Mos. 18, 29
  • 2. Jud. 23
  • 3. 1 Thess. 4, 3. 4. 5
  • 4. Hebr. 13, 4. 1 Cor. 7, 7
108
[69]Was will Gott im siebenten Gebot?

Gott verurteilt alle Zügellosigkeit.1 Darum sollen wir ihr von Herzen feind sein,2 rücksichtsvoll und verantwortungsbewußt leben,3 sei es nun in der Ehe oder außerhalb derselben.4
  • 1. 3. Mose 18, 27-29
  • 2. Jud 22, 23
  • 3. 1. Thess 4, 3-5
  • 4. Hebr 13, 4; 1. Kor 7, 4
109
Verbietet Gott in diesem Gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen Schanden?

Dieweil beide, unser Leib und Seele, Tempel des heiligen Geistes sind, so will er, dass wir sie beide sauber und heilig bewahren; verbietet derhalben alle unkeusche Thaten, Geberden1, Worte, Gedanken, Lust2, und was den Menschen dazu reizen mag.
  • 1. Ephes. 5, 3. 4. 1 Cor. 6, 18. 19
  • 2. Matth. 5, 27. 28
109
Verbietet Gott in diesem Gebot allein den Ehebruch?

Nein. Weil beide, unser Leib und unsere Seele, Tempel des Heiligen Geistes sind, darum will Gott, daß wir beide rein und heilig bewahren. Er verbietet deshalb alle zügellosen Taten, Gebärden, Worte, Gedanken, Begierden1 und alles, was den Menschen dazu reizen kann.2
  • 1. Eph 5, 3-4; 1. Kor 6, 18-; 20; Mt 5, 27-28
  • 2. Eph 5, 18; 1. Kor 15, 33
42. Sonntag
110
Was verbietet Gott im achten Gebot?

Er verbietet nicht allein den Diebstahl1 und Räuberei2, welche die Obrigkeit straft; sondern Gott nennet auch Diebstahl alle böse Stücke und Anschläge, damit wir unsers Nächsten Gut gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder Schein des Rechten3, als unrechtem Gewicht, Ellen, Maß4, Waare, Münze, Wucher5, oder durch einiges Mittel, das von Gott verboten ist, dazu auch allen Geiz6 und unnütze Verschwendung seiner Gaben7.
  • 1. 1 Cor. 6, 10
  • 2. 1 Cor. 5, 10. Jes. 33, 1
  • 3. Luc. 3, 14. 1 Thess. 4, 6
  • 4. Spr. Sal. 11, 1 und 16, 11. Ezech. 45, 9. 10. 5 B. Mos. 25, 13
  • 5. Ps. 15, 5. Luc. 6, 35
  • 6. 1 Cor. 6, 10
  • 7. Spr. Sal. 5, 16 und 21, 20
110
[70]Was verbietet Gott im achten Gebot?

Gott verbietet nicht nur Diebstahl und Raub,1 die nach staatlichem Recht bestraft werden. Er nennt Diebstahl auch alle Schliche und betrügerischen Handlungen, womit wir versuchen, unseres Nächsten Gut an uns zu bringen, sei es mit Gewalt oder einem Schein des Rechts:2 mit falschem Gewicht und Maß, mit schlechter Ware,3 gefälschtem Geld und Wucher, oder mit irgendeinem Mittel, das von Gott verboten ist. Er verbietet auch allen Geiz4 und alle Verschwendung seiner Gaben.5
  • 1. 1. Kor 5, 10; 6, 10
  • 2. Lk 3, 14; 1.Thess 4, 6; Spr 11, 1; 16, 11
  • 3. Hes 45, 9-10; Ps 15, 55; 5. Mose 25, 13-15; Lk 6, 35
  • 4. 1. Kor 6, 10
  • 5. Spr 5, 16
111
Was gebietet aber Gott in diesem Gebot?

Dass ich meines Nächsten Nutzen, wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also handele1, wie ich [42]wollte, dass man mit mir handelte, und treulich arbeite, auf dass ich dem Dürftigen in seiner Noth helfen möge2.
  • 1. Matth. 7, 12
  • 2. Ephes. 4, 28
111
Was gebietet dir aber Gott in diesem Gebot?

Ich soll das Wohl meines Nächsten fördern, wo ich nur kann, und an ihm so handeln,1 wie ich möchte, daß man an mir handelt. Auch soll ich gewissenhaft arbeiten, damit ich dem Bedürftigen in seiner Not helfen kann.2
  • 1. Mt 7, 12
  • 2. Eph 4, 28
43. Sonntag
112
Was will das neunte Gebot?

Dass ich wider Niemand falsches Zeugnis gebe1, Niemand seine Worte verkehre2, kein Afterredner und Lästerer sei3, Niemand unverhört und leichtlich verdammen helfe4; sondern allerlei Lügen und Trügen, als eigene Werke des Teufels5, bei schwerem Gottes Zorn vermeide6, in Gerichts- und allen anderen Handlungen die Wahrheit liebe, aufrichtig sage und bekenne7, auch meines Nächsten Ehre und Glimpf nach meinem Vermögen rette und fördere8.
  • 1. Spr. Sal. 19, 5. 9 und 21, 28
  • 2. Ps. 15, 3 und 50, 19, 20
  • 3. Röm. 1, 30
  • 4. Matth. 7, 1. Luc. 6, 37
  • 5. Joh. 8, 44
  • 6. Spr. Sal. 12, 22 und 13, 5
  • 7. Ephes. 4, 25. Ps. 15, 2
  • 8. 1 Petr. 4, 8
112
[71]Was will Gott im neunten Gebot?

Ich soll gegen niemanden1 falsches Zeugnis geben, niemandem seine Worte verdrehen,2 nicht hinter seinem Rücken reden3 und ihn nicht verleumden. Ich soll niemanden ungehört und leichtfertig4 verurteilen helfen und alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels5 bei Gottes schwerem Zorn vermeiden.6 Vor Gericht und in all meinem Tun soll ich die Wahrheit lieben, sie aufrichtig sagen und bekennen und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf7 nach Kräften retten und fördern.8
  • 1. Spr 19, 5.9; 21, 28
  • 2. Ps 15, 3
  • 3. Röm 1, 28.30
  • 4. Mt 7, 1.2; Lk 6, 37
  • 5. Joh 8, 44
  • 6. Spr 12, 22; 13, 5
  • 7. 1. Kor 13, 6; Eph 4, 25
  • 8. 1. Petr 4, 8
44. Sonntag
113
Was will das zehnte Gebot?

Dass auch die geringste Lust oder Gedanken wider irgend ein Gebot Gottes in unser Herz nimmermehr kommen soll; sondern wir für und für von ganzem Herzen aller Sünde feind sein, und Lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen1.
  • 1. Röm. 7, 7
113
Was will Gott im zehnten Gebot?

Wir sollen in unserem Herzen keine Lust und keinen Gedanken aufkommen lassen, gegen irgendein Gebot Gottes zu handeln, sondern wir sollen jederzeit von ganzem Herzen aller Sünde feind sein und Lust zu aller Gerechtigkeit haben.1
  • 1. Röm 7, 7-8
114
Können aber die zu Gott bekehret sind, solche Gebote vollkömmlich halten?

Nein; sondern es haben auch die Allerheiligsten, so lange sie in diesem Leben sind, nur einen geringen Anfang dieses Gehorsams1, doch also, dass sie mit [43]ernstlichem Vorsatz nicht allein nach etlichen, sondern nach allen Geboten Gottes anfangen zu leben2.
  • 1. 1 Joh. 1, 8. Röm. 7, 14. 15. 19. Predig. Sal. 7, 21. 1 Cor. 13, 9
  • 2. Röm. 7, 22. Ps. 1, 2
114
[72]Können aber die zu Gott Bekehrten diese Gebote vollkommen halten?

Nein, sondern es kommen auch die frömmsten Menschen in diesem Leben über einen geringen Anfang dieses Gehorsams nicht hinaus.1 Wohl aber beginnen sie, mit fester Absicht nicht nur nach einigen, sondern nach allen Geboten Gottes zu leben.2
  • 1. 1. Joh 1, 8-10; Röm 7, 14-15; Pred 7, 20
  • 2. Röm 7, 22; Jak 2, 10-11
115
Warum lässt uns denn Gott also scharf die zehn Gebote predigen, weil sie in diesem Leben Niemand halten kann?

Erstlich, auf dass wir unser ganzes Lebenlang unsere sündliche Art je länger je mehr erkennen1, und so viel desto begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christo suchen2; darnach, dass wir ohne Unterlass uns befleißigen, und Gott bitten um die Gnade des heiligen Geistes, dass wir je länger je mehr zu dem Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir das Ziel der Vollkommenheit nach diesem Leben erreichen3.
  • 1. Röm. 3, 20. 1 Joh. 1, 9. Ps. 32, 5
  • 2. Matth. 5, 6. Röm. 7, 24
  • 3. 1 Cor. 9, 24. Phil. 3, 12. 13. 14
115
[73]Warum läßt uns Gott denn die zehn Gebote so eindringlich predigen, wenn sie doch in diesem Leben niemand halten kann?

Erstens sollen wir unser ganzes Leben lang unsere sündige Art je länger, je mehr erkennen1 und um so begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christus suchen.2
Zweitens sollen wir unaufhörlich uns bemühen und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten, daß wir je länger, je mehr zum Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir nach diesem Leben3 das Ziel der Vollkommenheit erreichen.4
  • 1. 1. Joh 1, 9; Ps 32, 5
  • 2. Röm 7, 24-25
  • 3. 1. Kor 9, 24-25
  • 4. Phil 3, 11-14
45. Sonntag
116
Warum ist den Christen das Gebet nöthig?

Darum, dass es das vornehmste Stück der Dankbarkeit ist, welches Gott von uns fordert1, und dass Gott seine Gnade und heiligen Geist allein Denen will geben, die ihn mit herzlichem Seufzen ohne Unterlass darum bitten und ihm dafür danken2.
  • 1. Ps. 50. 14. 15
  • 2. Matth. 7, 7. Luc. 11, 9. 13. Matth. 13, 12
116
[74]Warum ist den Christen das Gebet nötig?

Weil es die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit ist, die Gott von uns fordert,1 und weil Gott seine Gnade und seinen Heiligen Geist nur denen geben will, die ihn herzlich und unaufhörlich darum bitten und ihm dafür danken.2
  • 1. Ps 50, 14-15
  • 2. Mt 7, 7-8; 13, 12; Lk 11, 9.10.13
117
Was gehört zu einem solchen Gebet, das Gott gefalle und von ihm erhöret werde?

Dass wir allein den einigen wahren Gott, der sich uns in seinen Wort hat geoffenbaret1, um Alles, [44]das er uns zu bitten befohlen hat2, von Herzen anrufen3; zum andern, dass wir unsere Noth und Elend recht gründlich erkennen4, uns vor dem Angesicht seiner Majestät zu demüthigen5; zum dritten, dass wir diesen festen Grund haben6, dass er unser Gebet, unangesehen, dass wir es unwürdig sind, doch um des Herrn Christi willen gewisslich wolle erhören7, wie er uns in seinem Wort verheißen hat8.
  • 1. Offenb. Joh. 22, 9. Joh. 4, 22
  • 2. Röm. 8, 26. 1 Joh. 5, 14. Jac. 1, 5
  • 3. Joh. 4, 23. 24. Ps. 145, 18
  • 4. 2 Chron. 20, 12
  • 5. Ps. 2, 11 und 34, 19. Jes. 66, 2
  • 6. Röm. 10, 14. Jac. 1, 6
  • 7. Joh. 14, 13 und 16, 23. Dan. 9, 17
  • 8. Matth. 7, 8. Ps. 27, 8
117
Was gehört zu einem Gebet, damit es Gott gefällt und von ihm erhört wird?

Erstens, daß wir allein den wahren Gott, der sich uns in seinem Wort geoffenbart hat,1 von Herzen anrufen2 um alles, was er uns zu bitten befohlen hat.3
Zweitens, daß wir unsere Not und unser Elend gründlich erkennen,4 um uns vor seinem göttlichen Angesicht zu demütigen.5 [75]Drittens, daß wir diesen festen Grund haben,6 daß er unser Gebet trotz unserer Unwürdigkeit um des Herrn Christus willen gewiß erhören will,7 wie er uns in seinem Wort verheißen hat.8
  • 1. Joh 4, 22-24
  • 2. Joh 4, 23.24
  • 3. Röm 8, 26; 1. Joh 5, 14
  • 4. 2. Chron 20, 12
  • 5. Ps 2, 11; 34, 19; Jes 66, 2
  • 6. Röm 10, 14; Jak 1, 6
  • 7. Joh 14, 13-16; Dan 9, 17-18
  • 8. Mt 7, 8; Ps 143, 1
118
Was hat uns Gott befohlen von ihm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche Nothdurft1, welche der Herr Christus begriffen hat in dem Gebet, das er uns selbst gelehret.
  • 1. Jac. 1, 17. Matth. 6, 33
118
Was hat uns Gott befohlen, von ihm zu erbitten?

Alles, was wir für unser geistliches und leibliches Leben1 nötig haben, wie es der Herr Christus in dem Gebet zusammengefaßt hat, das er uns selber lehrt.
  • 1. Jak 1, 17; Mt 6, 33
119
Wie lautet dasselbige?

Unser Vater, der du bist in den Himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel. Unser täglich Brod gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen1.
  • 1. Matth. 6, 9—13. Luc. 11, 2. 3. 4
119
[76]Wie lautet dieses Gebet?

Unser Vater im Himmel!1 Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wir auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen.
  • 1. Mt 6, 9-13; Lk 11, 2-4
46. Sonntag
120
Warum hat uns Christus befohlen, Gott also anzureden: Unser Vater?

Dass er gleich im Anfang unsers Gebets in uns erwecke die kindliche Furcht und Zuversicht gegen Gott, [45]welche der Grund unsers Gebets sein soll: nämlich, dass Gott unser Vater durch Christum worden sei, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im Glauben bitten, denn unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen1.
  • 1. Matth. 7, 9—11. Luc. 11, 11. 12. 13
120
[77]Warum hat uns Christus befohlen, Gott so anzureden: »Unser Vater«?

Er will in uns gleich zu Anfang unseres Gebetes die kindliche Ehrfurcht und Zuversicht Gott gegenüber wecken, auf die unser Gebet gegründet sein soll; daß nämlich Gott durch Christus unser Vater geworden ist und uns das, worum wir ihn im Glauben bitten, noch viel weniger verweigern will, als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen.1
  • 1. Mt 7, 9-11; Lk 11, 11-13
121
Warum wird hinzugethan: Der du bist in den Himmeln?

Auf dass wir von der himmlischen Majestät Gottes nichts Irdisches gedenken1, und von seiner Allmächtigkeit alle Nothdurft Leibes und der Seele gewarten2.
  • 1. Jer. 23, 24. Apost. Gesch. 17, 24. 25. 27
  • 2. Röm. 10, 12
121
Warum wird hinzugefügt: »Im Himmel«?

Wir sollen von der himmlischen Hoheit Gottes nichts Irdisches denken und von seiner Allmacht alles erwarten,1 was für Leib und Seele nötig ist.2
  • 1. Jer 23, 23-24; Apg 17, 24-27
  • 2. Röm 10, 12
47. Sonntag
122
Was ist die erste Bitte?

Geheiliget werde dein Name; das ist: Gieb uns erstlich, dass wir dich recht erkennen1, und dich in allen deinen Werken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen und preisen2; darnach auch, dass wir unser ganzes Leben Gedanken, Worte und Werke dahin richten, dass dein Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde3.
  • 1. Joh. 17, 3. Jer. 9, 24 und 31, 33. 34. Matth. 16, 17. Jac. 1, 5. Ps. 119, 105
  • 2. Ps. 119, 137. Luc. 1, 46. 47. 68. 69. Röm. 11, 33
  • 3. Ps. 71, 8 und 115, 1
122
[78]Was bedeutet die erste Bitte: »Geheiligt werden dein Name«?

Damit beten wir: Gib uns zuerst, daß wir dich recht erkennen und dich heiligen, rühmen und preisen1 in allen deinen Werken, in denen deine Allmacht, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit leuchten. Gib uns auch, daß wir unser ganzes Leben, unsere Gedanken, Worte und Werke darauf richten, daß dein Name unsertwegen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde.2
  • 1. Joh 17, 3; Mt 16, 17; Jak 1, 5; Ps 119, 105; Ps 119, 137; Röm 11, 22.33
  • 2. Ps 71, 8; 115, 1
48. Sonntag
123
Was ist die andere Bitte?

Zu uns komme dein Reich; das ist: Regiere uns also durch dein Wort und Geist, dass wir uns dir je länger je mehr unterwerfen1; erhalte und [46]mehre deine Kirche2, und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich wider dich erhebt, und alle bösen Rathschläge, die wider dein heiliges Wort erdacht werden3, bis die Vollkommenheit deines Reichs herzu komme4, darin du wirst Alles in Allem sein5.
  • 1. Ps. 143, 10 und 119, 5. Matth. 6, 33
  • 2. Ps. 51, 20 und 122, 6
  • 3. 1 Joh. 3, 8. Röm. 16, 20
  • 4. Offenb. Joh. 22, 20. Röm. 8, 23
  • 5. 1 Cor. 15, 28
123
[79]Was bedeutet die zweite Bitte: »Dein Reich komme«?

Damit beten wir: Regiere uns durch dein Wort und deinen Geist, daß wir dir je länger, je mehr gehorchen.1 Erhalte und mehre deine Kirche2 und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich gegen dich erhebt, und alle Machenschaften, die gegen dein heiliges Wort erdacht werden,3 bis die Vollendung deines Reiches kommt, in dem du alles in allen sein wirst.4
  • 1. Ps 119, 5; 143, 10; Mt 6, 33
  • 2. Ps 51, 20; 122, 6-7
  • 3. 1. Joh 3, 8; Röm 16, 20
  • 4. Offb 22, 17.20; Röm 8, 22-23; 1. Kor 15, 28
49. Sonntag
124
Was ist die dritte Bitte?

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel; das ist: Verleihe, dass wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen1, und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen2, dass also Jedermann sein Amt und Beruf so willig und treulich ausrichte3, wie die Engel im Himmel4.
  • 1. Matth. 16, 24. Tit. 2, 11. 12
  • 2. Luc. 22, 42. Ephes. 5, 10. Röm. 12, 2
  • 3. 1 Cor. 7, 24
  • 4. Ps. 103, 20. 21
124
Was bedeutet die dritte Bitte: »Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden«?

Damit beten wir: Hilf, daß wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen1 und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen,2 so daß jeder seine irdischen Aufgaben so willig und treu ausübt3 wie die Engel im Himmel.4
  • 1. Mt 16, 24; Tit 2, 12
  • 2. Lk 22, 42
  • 3. 1. Kor 7, 24
  • 4. Ps 103, 20-21
50. Sonntag
125
Was ist die vierte Bitte?

Gieb uns heute unser täglich Brod; das ist: Wollest uns mit aller leiblichen Nothdurft versorgen1, auf dass wir dadurch erkennen, dass du der einige Ursprung alles Guten bist2, und dass ohne deinen Segen weder unsere Sorgen und Arbeit, noch deine Gaben uns gedeihen3, und wir derhalben unser Vertrauen von allen Kreaturen abziehen und allein auf dich setzen4.
  • 1. Ps. 145, 15. 16 und 104, 27. Matth. 6, 26
  • 2. Jac. 1, 17. Apost. Gesch. 14, 17 und 17, 27
  • 3. 1 Cor. 15, 58. 5 B. Mos. 8, 3. Ps. 37, 16 und 127, 1. 2
  • 4. Ps. 55, 23. 62, 11 und 146, 3. Jer. 17, 5. 7
125
[80]Was bedeutet die vierte Bitte: »Unser tägliches Brot gibt uns heute«?

Damit beten wir: Versorge uns mit allem, was für Leib und Leben nötig ist.1 Lehre uns dadurch erkennen, daß du allein der Ursprung alles Guten bist2 und daß ohne deinen Segen unsere Sorgen und unsere Arbeit wie auch deine Gaben uns nichts nützen.3 Laß uns deshalb unser Vertrauen von allen Geschöpfen abwenden und es allein auf dich setzen.4
  • 1. Ps 104, 27-28; 145, 15-16; Mt 6, 25-26
  • 2. Apg 14, 17; 17, 27-28
  • 3. 1. Kor 15, 58; 5. Mose 8, 3; Ps 37, 16-17
  • 4. Ps 55, 23; 62, 11
51. Sonntag
126
[47]Was ist die fünfte Bitte?

Vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern; das ist: Wollest uns armen Sündern alle unsere Missethaten, auch das Böse, so uns noch immerdar anhänget, um des Blutes Christi willen nicht zurechnen1, wie auch wir das Zeugnis deiner Gnade in uns befinden, dass unser ganzer Vorsatz ist, unserm Nächsten von Herzen zu verzeihen2.
  • 1. Ps. 51, 3. 4 u. 143, 2. 1 Joh. 2, 1. Röm. 8, 1
  • 2. Matth. 6, 14
126
Was bedeutet die fünfte Bitte: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern«?

Damit beten wir: Rechne uns armen Sündern alle unsere Missetat und das Böse, das uns immer noch anhängt,1 um des Blutes Christi willen nicht zu, wie auch wir es als Zeugnis deiner Gnade2 in uns finden, unserem Nächsten von Herzen verzeihen zu wollen.
  • 1. Ps 51, 1-5; 143, 2; 1. Joh 2, 1-2
  • 2. Mt 6, 14-15
52. Sonntag
127
Was ist die sechste Bitte?

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen; das ist: Dieweil wir aus uns selbst so schwach sind, dass wir nicht einen Augenblick bestehen können1, und dazu unsere abgesagten Feinde, der Teufel2, die Welt3, und unser eigen Fleisch4, nicht aufhören uns anzufechten: so wollest du uns erhalten und stärken durch die Kraft deines heiligen Geistes, auf dass wir ihnen mögen festen Widerstand thun und in diesem geistlichen Streit nicht unterliegen5, bis dass wir endlich den Sieg vollkömmlich behalten6.
  • 1. Joh. 15, 5. Ps. 103, 14
  • 2. 1 Petr. 5, 8. Ephes. 6, 12
  • 3. Joh. 15, 19
  • 4. Röm. 7, 23. Gal. 5, 17
  • 5. Matth. 26, 41. Marc. 13, 33
  • 6. 1 Thess. 5, 23
127
[81]Was bedeutet die sechste Bitte: »Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen«?

Damit beten wir: Aus uns selbst sind wir so schwach, daß wir nicht einen Augenblick1 bestehen können.2 Auch hören unsere erklärten Feinde, der Teufel, die Welt und unser eigenes Wesen, nicht auf, uns anzufechten.3 Darum erhalte und stärke uns durch die Kraft deines Heiligen Geistes, daß wir ihnen fest widerstehen4 und in diesem geistlichen Streit5 nicht unterliegen, bis wir endlich den völligen Sieg6 davontragen.
  • 1. Joh 15, 5
  • 2. Ps 103, 14-16
  • 3. 1. Petr 5, 8; Eph 6, 12; Joh 15, 19; Röm 7, 23; Gal 5, 17
  • 4. Mt 26, 41
  • 5. Mk 13, 33
  • 6. 1. Thess 3, 13; 5, 23-24
128
Wie beschließest du dieses Gebet?

Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit; das ist: Solches bitten wir Alles darum von dir, dass [48]du als unser König und aller Dinge mächtig, uns alles Gute geben willst und kannst1, und dass dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden2.
  • 1. Röm. 10, 12. 2 Petr. 2, 9
  • 2. Joh. 14, 13. Jer. 33, 8, 9. Ps. 115, 1
128
[82]Wie beschließt du dieses Gebet? »Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit«.

Damit beten wir: Dies alles erbitten wir darum von dir, weil du als unser König und aller Dinge mächtig uns alles Gute geben willst und kannst,1 und daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig gepriesen werde.2
  • 1. Röm 10, 11-12; 2. Petr 2, 9
  • 2. Joh 14, 13; Ps 115, 1
129
Was heißt das Wörtlein Amen?

Amen heißt: Das soll wahr und gewiss sein; denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, als ich in meinem Herzen fühle, dass ich solches von ihm begehre1.
  • 1. 2 Cor. 1, 20. 2 Tim. 2, 13. Ephes. 3, 20. 21
129
Was bedeutet das Wort: »Amen«?

Amen heißt: Das ist wahr und gewiß! Denn mein Gebet ist von Gott viel gewisser erhört, als ich in meinem Herzen fühle, daß ich dies alles von ihm begehre.1
  • 1. 2. Kor 1, 20; 2. T im 2, 13