Heidelberg Catechism

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Catechismus 2nd ed. 1563 (Libri symbolici, Vinke, 1846) German
Catechismus 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907) German
I. LECTIO. Der 1. Sontag.
1
[302]Was ist dein einiger trost in leben und in sterben?

Dass ich mit Leib und Seel, beyde in leben und in sterbena, nicht meinb, sondern meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen binc, der mit seinem thewren blutd, für alle meine sünden volkomlich bezalete, und mich auss allem gewalt des Teufels erlöset hatf, und also bewaretg, dass ohne den willen meines Vaters im himmel, kein haar von meinem haupt kan fallenh, ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen mussi. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichertk, und im forthin zu leben von hertzen willig und bereit machtl.
  • a. Rom. 14
  • b. 1 Cor. 6
  • c. 1 Cor. 3
  • d. 1 Pet. 1
  • e. 1 Ioan. 1 et 2
  • f. 1 Ioan. 3
  • g. Ioan. 6
  • h. Matt. 10. Luc. 21
  • i. Rom. 8
  • k. 2 Cor. 1. Ephes. 1. Rom. 8
  • l. Rom. 8
1
[4]Was ist dein einiger trost in leben vnd in sterben?

Das ich mit Leib vnd Seel, beyde in leben vnd in sterbena nicht meinb, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen binc, der mit seinem thewren blutd, für alle meine sünden volkommlich bezalete, vnd mich ausz allem gewalt des Teuffels erlöset hatf, vnd also bewaretg, das one den willen meines Vatters im Himmel, kein har von meinem haupt kan fallenh, ja auch mir alles zu meiner seligkeyt dienen muszi. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichertk, vnd jm forthin zu leben von hertzen willig vnd bereit machtl.
  • a. Rom. 14, 8
  • b. 1. Cor. 6, 19
  • c. 1. Cor. 3, 23
  • d. 1. Pet. 1, 18f
  • e. 1. Ioha. 1, 7; 2, 2
  • f. 1. Ioha. 3, 8
  • g. Ioh. 6, 39
  • h. Matt. 10, 29—31. Luc. 21, 18
  • i. Rom 8, 28
  • k. 2. Cor. 1, 21f. Ephes. 1, 13f. Rom. 8, 15f
  • l. Rom. 8, 14
2
Wieviel stück seind dir nötig zu wissen, dass du in diesem trost seliglich leben und sterben mögest?

Drey stücka. Erstlich wie gross meine sünde und [304]elend seyenb. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werdec. Und zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung soll danckbar seind.
  • a. Luc. 24. 1 Cor. 6. Tim. (Tit.?) 3
  • b. Ioha. 6. et 15
  • c. Ioha. 17
  • d. Ephes. 5
2
Wieuiel stück seind dir nötig zu wissen, dasz du in diesem trost seliglich leben vnd sterben mögest?

Drey stücka. Erstlich wie grosz meine sünde vnnd elend [5]seyenb. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden vnnd elend erlöset werdec. Vnd zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung sol danckbar seind.
  • a. Luc. 24, 46f. 1. Cor. 6, 11. Tit. 3, 3—7
  • b. Ioha. 6. [9, 41]; 15, 22
  • c. Ioha. 17, 3
  • d. Ephe. 5, 8—11. 1. Pet. 2, 9—12. Rom. 6, 11—14
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
Der 2. Sontag.
3
Woher erkennestu dein elend?

Auss dem Gesetz Gottese.
  • e. Rom. 3
3
Woher erkennest dein elend?

Ausz dem Gesetz Gottesa.
  • a. Rom. 3, 20
4
Wass erfordert denn das Göttlich gesetz von uns?

Diss lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22. Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und allen krefften, diss ist das fürnemste und das gröste gebot: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen Gebotten hanget das gantze gesetz und die Propheten.
4
Was erfordert denn das Göttlich Gesetz von vns?

Disz lehret vns Christus in einer summa, Matth. am 22. Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth vnd allen krefften, disz ist das fürnemste vnnd das gröste gebott: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen gebotten hanget das gantze gesetz vnd die Prophetena.
  • a. Luc. 10, 27
5
Kanstu diss alles volkomlich halten?

Neina: denn ich bin von Natur geneigt Gott und meinen Nechsten zu hassenb.
  • a. Rom. 3. 1 Ioha. 1
  • b. Rom. 8. Ephes. 2
5
Kanstu disz alles vollkomlich halten?

Neina: denn ich bin von natur geneigt Gott vnd meinen Nechsten zu hassenb.
  • a. Rom. 3, 10—12, 23. 1. Iohan. 1, 8, 10
  • b. Rom. 8, 7. Ephes. 2, 3
Der 3. Sontag.
6
[306]Hat denn Gott den menschen also böss und verkert erschaffen?

Neina: sondern Gott hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffenb, das ist, in warhafftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auff das er Gott seinen schöpffer recht erkennte, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit im lebte, in zu loben und zu preisenc.
  • a. Gen. 1
  • b. Gen. 1
  • c. 2 Cor. 3. Colos. 3. Ephes. 4
6
[6]Hat denn Gott den menschen also bösz vnnd verkert erschaffen?

Neina: sonder Gott hat den menschen gut, vnnd nach seinem ebenbild erschaffenb, das ist, in warhafftiger gerechtigkeyt vnd heiligkeyt, auff dasz er Gott seinen Schöpffer recht erkennte, vnd von hertzen liebte, vnd in ewiger seligkeyt mit jm lebte, jn zu loben vnd zu preisenc.
  • a. Gen. 1, 31
  • b. Gen. 1, 26f
  • c. 2. Cor. 3, 18. Coloss. 3, 10. Ephes. 4, 24
7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?

Auss dem fall und ungehorsam unser ersten Eltern Adams und Even im Paradeisd, da unser Natur also vergifftet worden, dass wir alle in sünden empfangen und geboren werdene.
  • d. Gen. 3. Rom. 5
  • e. Psal. 51
7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?

Ausz dem fall vnd vngehorsam vnser ersten eltern Adams vnd Euen im Paradeisza, da vnser natur also vergifftet worden, dasz wir alle in sünden empfangen vnd geboren werdenb.
  • a. Gen. 3. Rom. 5, 12, 18f
  • b. Psalm. 51, 7
8
Seind wir aber dermassen verderbt, dass wir gantz und gar untüchtig seind zu einigem guten, und geneigt zu allem bösen?

Ja:a Es sey denn, dass wir durch den Geist Gottes widergeboren werdenb.
  • a. Iohan. 3. Iob 14 et 15. Esai 53
  • b. Iohan. 3
8
Seind wir aber dermassen verderbt, dasz wir gantz vnnd gar vntüchtig seind zu einigem guten, vnnd geneigt zu allem bösen?

Jaa: Es sey denn, dasz wir durch den Geist Gottes wider geboren werdenb.
  • a. Iohan. 3, 6. Gen. 6, 5. Iohan. [Job.] 14, 4; 15, 14, 16, 35. Esai. 53, 6
  • b. Iohan. 3, 5
Der 4. Sontag.
9
Thut denn Gott dem menschen nicht unrecht, dass er in seinem gesetz von im fordert das er nicht kan thun?

[308]Nein:c Denn Got hat den menschen also erschaffen, dass er es kondte thun, der Mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, auss anstifftung des Teufels, durch mutwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.
  • c. Ephes. 4
9
Thut denn Gott dem menschen nicht vnrecht, dasz er in seinem Gesetz von jm fordert das er nicht thun kan?

[7]Nein: Denn Gott hat den menschen also erschaffen, dasz er es kondte thuna: der mensch aber hat sich vnd alle seine nachkommen, ausz anstifftung des Teuffels, durch mutwilligen vngehorsam derselbigen gaben beraubtb.
  • a. Ephe. 4, 24
  • b. Rom. 5, 12
10
Wil Gott solchen ungehorsam und abfall ungestrafft lassen hingehen?

Mit nichten:d sonder er zürnet schrecklich, beyde uber angeborne und würckliche sünden, und wil sie auss gerechtem urtheil zeitlich und ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey iederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des Gesetzes, dass ers thuea.
  • d. Rom. 5. Heb. 9
  • a. Deu. 27. Gal. 3
10
Wil Gott solchen vngehorsam vnnd abfall vngestrafft lassen hingehen?

Mit nichtena: sonder er zürnet schrecklich, beyde vber angeborne vnd würckliche sünden, vnd will sie ausz gerechtem vrtheil zeitlich vnnd ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des gesetzes, dasz ers thueb.
  • a. Rom. 5, 12. Heb. 9, 27
  • b. Deut. 27, 26. Galat. 3, 10
11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?

Gott ist wol barmhertzigb, er ist aber auch gerechtc, derhalben erfordert seine gerechtigkeit, dass die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straff an leib und seel gestrafft werde.
  • b. Exo. 34
  • c. Exo. 20. Psal. 5. 2 Cor. 6
11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?

Gott ist wol barmhertziga, er ist aber auch gerechtb, derhalben erfordert seine gerechtigkeyt, dasz die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, dz ist, der ewigen straff an leib vnd seel gestrafft werde.
  • a. Exo. 34, 6f
  • b. Exo. 20, 5. Psal. 5, 5f. 2. Cor. 6, 14—16
DER ANDER THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
DER ANDER THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
II. LECTIO. Der 5. Sontag.
12
[310]Dieweil wir denn nach dem gerechten urtheil Gottes zeitliche und ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, und widerumb zu gnaden kommen?

Gott wil dass seiner gerechtigkeit genug geschehea, derwegen müssen wir derselben entweder durch uns selbst, oder durch einen andern volkomene bezalung thunb.
  • a. Exo. 20 et 23
  • b. Rom. 8
12
[8]Dieweil wir denn nach dem gerechten vrtheil Gottes zeitliche vnnd ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, vnd widerumb zu gnaden kommen?

Gott will das seiner gerechtigkeyt gnug geschehea, derwegen müssen wir derselben entweder durch vns selbst, oder durch einen andern volkommene bezalung thunb.
  • a. Exo. 20, 5; 23, 7
  • b. Rom. 8, 3f
13
Können wir aber durch uns selbst bezalung thun?

Mit nichten: sonder wir machen auch die schuldt noch teglich grösserc.
  • c. Iob 9 et 15. Matt. 6
13
Können wir aber durch vns selbst bezalung thun?

Mit nichten: sonder wir machen auch die schuld noch täglich grössera.
  • a. Iob. 9, 2f.; 15, 15f. Matth. 6, 12
14
Kan aber irgendt eine blosse Creatur für uns bezalen?

Keine: Denn erstlich wil Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hata. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, und andere darvon erlösenb.
  • a. Heb. 2
  • b. Psal. 138
14
Kan aber jrgend eine blosse Creatur für vns bezalen?

Keine: Denn erstlich will Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hata. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, vnd andere dauon erlösenb.
  • a. Heb. 2, 14—18
  • b. Psal. 130, 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

[312]Einen solchen, der ein warerc, und gerechter menschd, und doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott seye.
  • c. 1 Cor. 15
  • d. Iere. 33. Psal. 53. 2 Cor. 5. Heb. 7
  • e. Esai 7. Rom. 8. Iere. 23
15
Was müssen wir denn für einen Mittler vnnd Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein warera, vnd gerechter menschb, vnd [9]doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott seyc.
  • a. 1. Cor. 15, 21f., 25f
  • b. Iere. 33, 16. Ies. 53, 11. 2. Cor. 5, 21. Heb. 7, 15—17
  • c. Esai. 7, 14. Rom. 9. [8, 3f.]. Ierem. 23, 6
Der 6. Sontag.
16
Warumb muss er ein warer und gerechter mensch sein?

Darumb, dass die gerechtigkeit Gottes erfordertf, dass die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: und aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezaleng.
  • f. Rom. 5
  • g. 1 Pet. 3. Esai. 53
16
Warumb musz er ein warer vnd gerechter mensch sein?

Darumb, dasz die gerechtigkeyt Gottes erforderta, dasz die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: vnd aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezalenb.
  • a. Rom. 5, 12, 15
  • b. 1. Petr. 3, 18. Esai. 53, 3—5
17
Warumm muss er zugleich warer Gott sein?

Dass er auss krafft seiner Gottheit, den last des zorns Gottes, an seiner menschheit ertragena, und uns die gerechtigkeit, und dass leben erwerbenb, und widergeben möchtec.
  • a. Esai. 53. Act. 2. 1 Pet. 3
  • b. Ioh. 3. Act. 20
  • c. Iohan. 1
17
Warumb musz er zugleich warer Gott sein?

Dasz er ausz krafft seiner Gottheita, den last des zorns Gottes, an seiner menschheyt ertragen, vnnd vns die gerechtigkeyt, vnd das leben erwerbenb, vnd widergeben möchtec.
  • a. Esai. 53, 8. Actor. 2, 24. 1. Pet. 3, 18
  • b. Iohan. 3, 16. Act. 20, 28
  • c. 1. Ioh. 1, 2
18
Wer ist aber derselbe mittler, der zugleich warer Gott, und ein warer gerechter mensch ist?

Unser Herr Jesus Christusd, der uns zur volkomenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt iste.
  • d. Matt. 1. 1 Tim. 3. Luc. 2
  • e. 1 Cor. 1
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zu gleich warer Gott, vnd ein warer gerechter mensch ist?

[10]Vnser Herr Jesus Christusa, der vns zur volkommenen erlösung vnd gerechtigkeyt geschenckt istb.
  • a. Matt. 1, 23. 1. Tim. 3, 16. Luc. 2, 11
  • b. 1. Cor. 1, 30
19
[314]Woher weistu das?

Auss dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeisf hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzvettera und Propheten lassen verkündigen, und durch die opffer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildetb. Entlich aber durch seinen eingeliebten Son erfülletc.
  • f. Gen. 3
  • a. Gen. 22 et 49. Rom. 1. Heb. 1. Act. 3. 10
  • b. Ioh. 5. Heb. 10
  • c. Rom. 10. Gal. 4
19
Woher weistu das?

Ausz dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeisza hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzuätterb vnd Propheten lassen verkündigen, vnd durch die Opffer vnnd andere Ceremonien des Gesetzes fürgebildetc. Endtlich aber durch seinen eingeliebten Son erfülletd.
  • a. Gen. 1. [3, 15.]
  • b. Gen. 22, 18; 49, 10f. Rom. 1, 2. Heb. 1, 1. Act. 3, 22—24; 10, 43
  • c. Iohan. 5, 46. Hebr. 10, 7
  • d. Rom. 10, 4. Gal. 4, 4f
Der 7. Sontag.
20
Werden denn alle menschen widerumm durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben im werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annemend.
  • d. Ioh. 1. Esai. 53. Psalm 2. Rom. 11. Heb. 4. 10
20
Werden denn alle menschen widerumb durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben jm werden eingeleibet, vnd alle seine wolthaten annemena.
  • a. Iohan. 1, 12f. Esai. 53, 11. Psalm. 2, 12. Rom. 11, 20. Heb. 4, 2f.; 10, 39
21
Was ist warer glaub?

Es ist nicht allein ein gewisse erkanntnuss, dardurch ich alles für war halte, was uns Gott in seinem wort hat offenbarete: sonder auch ein hertzliches vertrawenf, welches der heilige Geistg durchs Euangelium in mir würcketh, dass nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der Sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von Gott geschenckt seya, auss lauter gnaden, allein umb des verdiensts Christi willenb.
  • e. Heb. 11. Jacob. 2
  • f. Rom. 5 et 10
  • g. 2 Cor. 4. Ephes. 2
  • h. Rom. 1
  • a. Heb. 2. Rom. 1
  • b. Ephes. 2. Rom. 3
21
Was ist warer glaub?

Es ist nicht allein ein gewisse erkandtnusz, dardurch ich alles für war halte, was vns Gott in seinem wort hat offenbareta: sonder auch ein hertzliches vertrawenb, welches der heilige geistc durchs Euangelium in mir würcketd, dasz nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der sünden, ewige [11]gerechtigkeyt vnd seligkeyt von Gott geschenckt seye, ausz lauter gnaden, allein vmb des verdiensts Christi willenf.
  • a. Iacob. 1, 6
  • b. Rom. 4, 16—18; 5, 1
  • c. 2. Cor. 4, 13. Ephes. 2. Matt. 16, 17. Philip. 1, 19, 29
  • d. Rom. 1, 16; 10, 17
  • e. Hebr. 11, 1f. Rom. 1, 17
  • f. Ephe. 2, 7—9. Rom. 3, 24f. Gal. 2, 16
22
[316]Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles was uns im Euangelio verheissen wirdc, welchs uns die Artickel unsers algemeinen ungezweiffelten Christlichen Glaubens in einer summa lehren.
  • c. Ioh. 20. Matt. 28
22
Was ist aber einem Christen noth zuglauben?

Alles was vns im Euangelio verheissen wirda, welchs vns die Artickel vnsers allgemeinen vngezweifelten Christlichen glaubens in einer summa lehren.
  • a. Ioha. 20, 31. Matt. 28, 20
23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vater, den almechtigen, Schöpffer himmels und der erden. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Son unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auss Maria der Jungfrawen, gelitten under Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage wider aufferstanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vaters, von dannen er komen wird, zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches, und ein ewigs leben.
23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vatter, den allmechtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden. Vnd in Jesum Christum, seinen eingebornen Son vnsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren ausz Maria der Jungfrawen, gelitten vnder Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben vnnd begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage [12]wider aufferstanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vatters, von dannen er kommen wird, zu richten die lebendigen vnd die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches, vnd ein ewigs leben.
Der 8. Sontag.
24
Wie werden diese Artickel abgetheilt?

In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vater, und unser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, und unser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, und unser Heiligung.
24
Wie werden diese Artickel abgetheilt?

In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vatter, vnnd vnser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, vnd vnser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, vnd vnser heiligung.
25
[318]Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ista: warumb nennestu drey, den Vater, Son und heiligen Geist?

Darumb dass sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hatb, dass diese drey underschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
  • a. Deut. 6
  • b. Esai. 61. Psal. 110. Matth. 3 et 28. 1 Ioh. 5
25
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ista: warumb nennestu drey, den Vatter, Son, vnd heiligen Geist?

Darumb dasz sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hatb, dasz dise drey vnderschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
  • a. Deut. 6, 4
  • b. Esai. 61, 1. Psal. 110, 1. Matth. 3, 16f.; 28, 19. 1. Ioha. 5, 7
Der 9. Sontag.
26
Was glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vater, den allmechtigen, Schöpffer himels und der erden?

Dass der ewig Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erden sampt allem was drinnen ist, auss nichts erschaffena, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen rhat und fürsehung erhelt und regieretb: umb seines Sons Christi willen, mein Gott und mein Vater seyc, auff welchen ich also vertrawe, dass ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notdurfft leibs und der seelen versorgend, auch alles ubel, so er mir in diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wendene; dieweil ers thun kan, als ein almechtiger Gottf: und auch thun wil als ein getrewer Vaterg.
  • a. Gen. 1. Psal. 33
  • b. Psal. 104. Matt. 10. Heb. 1. Psal. 115
  • c. Ioh. 1. Rom. 8. Gal. 4. Ephes. 1
  • d. Psal. 55. Matt. 6. Luc. 12
  • e. Rom. 8
  • f. Rom. 10
  • g. Matt. 6 et 7
26
Was glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vatter, den allmechtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden?

Dasz der ewig Vatter vnsers Herrn Jesu Christi, der Himmel [13]vnnd Erden sampt allem was drinnen ist, ausz nichts erschaffena, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen raht vnd fürsehung erhelt vnd regieretb: vmb seines Sons Christi willen, mein Gott vnnd mein Vatter seyc, auff welchen ich also vertrawe, dasz ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notturfft leibs vnd der seelen versorgend, auch alles vbel, so er mir in diesem jammerthal zuschicket, mir zu gut wendene: dieweil ers thun kan, als ein allmechtiger Gottf: vnd auch thun will als ein getrewer Vatterg.
  • a. Gen. 1. Psal. 33, 6
  • b. Psal. 104, 2—5. Matt. 10, 29f. Heb. 1, 3. Psal. 115, 3
  • c. Ioh. 1, 12. Rom. 8, 15. Gal. 4, 5—7. Ephes. 1, 5
  • d. Psal. 55, 23. Matth. 6, 25f. Luc. 12, 22—24
  • e. Rom. 8, 28
  • f. Rom. 10, 12
  • g. Matt. 6, 26; 7, 9—11
Der 10. Sontag.
27
[320]Was verstehestu durch die fürsehung Gottes?

Die allmechtige und gegenwertige krafft Gottesh, durch welche er himmel und erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erhelti, und also regiert, dass laub und grass, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jar, essen und trinckena, gesundheit und kranckheitb, reichthumb und armuthc, und alles, nicht ohne gefehr, sonder von seiner väterlichen hand uns zukomme.
  • h. Act. 17
  • i. Heb. 1
  • a. Iere. 5. Act. 14
  • b. Ioh. 9
  • c. Prov. 22
27
Was verstehestu durch die fürsehung Gottes?

Die allmechtige vnd gegenwertige krafft Gottesa, durch welche er Himel vnnd Erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erheltb, vnnd also regiert, das laub vnnd grasz, regen vnd dürre, fruchtbare vnd vnfruchtbare jar, essen vnd trinckenc, gesundheyt vnd kranckheitd, reichthumb vnd armute, vnd alles, nicht one gefähr, sonder von seiner väterlichen hand vns zukomme.
  • a. Acto. 17, 25ff
  • b. Heb. 1, 2f
  • c. Ierem. 5, 24. Actor. 14, 17
  • d. Ioh. 9, 3
  • e. Prou. 22, 2
28
Was für nutz bekommen wir auss erkanntnuss der schöpffung und fürsehung Gottes?

Dass wir in aller widerwertigkeit gedultigd, in glückseligkeit danckbare, und auffs zukünfftig guter zuversicht zu unserm getrewen Gott und Vater sein sollen, dass uns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirdf, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, dass sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen könneng.
  • d. Rom. 5. Iacob. 1. Iob. 1
  • e. Deut. 8. 1 Thess. 5
  • f. Rom. 8
  • g. Iob. 1. Act. 17. Prov. 21
28
Was für nutz bekommen wir ausz erkandtnusz der schöpffung vnd fürsehung Gottes?

Das wir in aller widerwertigkeyt gedultiga, in glückselig[14]keyt danckbarb, vnnd auffs zukünfftig guter zuuersicht zu vnserm getrewen Gott vnd Vatter sein sollen, dasz vns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirdc, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, dasz sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen könnend.
  • a. Rom. 5, 3. Iacob. 1, 3. Iob. 1, 21
  • b. Deut. 8, 10. 1. Thess. 5, 18
  • c. Rom. 8, 38f
  • d. Iob. 1, 12. Acto. 17, 25—28. Prou. 21, 1
III. LECTIO. Der 11. Sontag.
29
Warumb wirdt der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genannt?

Darumb dass er uns selig macht von unsern sün[322]dena, und dass bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden istb.
  • a. Matth. 1
  • b. Act. 4
29
Warumb wird der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genannt?

Darumb dasz er vns selig macht von vnsern sündena, vnd dasz bey keinem andern einige seligkeyt zusuchen noch zufinden istb.
  • a. Matt. 1, 21. Heb. 7, 25
  • b. Act. 4, 12
30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die ire seligkeit und heil bey heiligen, bey inen selbst, oder anderstwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümenc. Denn entweder Jesus nicht ein volkommener Heiland sein muss: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in im haben, dass zu irer seligkeit vonnöten istd.
  • c. 1 Cor. 1. Gal. 3
  • d. Esai. 9. Col. 1, 2. Ioh. 1
30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die jre seligkeyt vnd heil bey heiligen, bey jnen selbst, oder anderstwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher vnd Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümena. Denn entweder Jesus nicht ein volkommener Heiland sein musz: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in jm haben, das zu jrer seligkeyt vonnöten istb.
  • a. 1. Cor. 1, 13, 30f. Gal. 5, 4
  • b. Esai. 9, 6. Coloss. 1, 19f.; 2, 10. Iohan. 1, 16
Der 12. Sontag.
31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genannt?

Dass er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geista gesalbet ist, zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen rhat und willen Gottes von unser erlösung volkomlich offenbaretb: Und zu unserem einigen hohen Priester, der uns mit dem einigen opffer seines Leibs erlöset hat, und imerdar mit seiner fürbitt für dem Vater vertrittc: Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem wort und Geist regiertd, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhelt.
  • a. Hebr. 1
  • b. Psal. 110. Hebr. 7. Rom. 8
  • c. Psal. 2. Luc. 1
  • d. Rom. 5. Matt. 28
31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genannt?

[15]Dasz er von Gott dem Vatter verordnet, vnnd mit dem heiligen Geista gesalbet ist, zu vnserm öbersten Propheten vnd Lehrerb, der vns den heimlichen rath vnnd willen Gottes von vnser erlösung volkomlich offenbaretc: Vnd zu vnserem einigen hohen Priesterd, der vns mit dem einigen Opffer seines Leibs erlöset hat, vnd jmmerdar mit seiner fürbit für dem Vatter vertritte: Vnd zu vnserm ewigen König, der vns mit seinem wort vnd geist regiert, vnnd bey der erworbenen erlösung schützet vnd erheltf.
  • a. Hebr. 1, 9
  • b. Deut. 18, 15. Act. 3, 22
  • c. Ioan. 1, 18; 15, 15
  • d. Psal. 110, 4. Hebr. 7, 21
  • e. Rom. 8, 34; 5, 9f
  • f. Psalm. 2, 6. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18
32
Warumb wirst aber du ein Christ genennt?

[324]Dass ich durch den glauben ein glied Christie, und also seiner salbung theilhafftig binf, auff dass auch ich seinen Namen bekenneg, mich im zu einem lebendigen danckopffer darstelleh, und mit freyem gewissen in diesem leben wider die sünde und Teufel streite, und hernach in ewigkeit mit im uber alle Creaturen hersche.
  • e. Act. 11. 1 Ioh. 2
  • f. Act. 2. Ioel 2. Mar. 8
  • g. Rom. 12. Apoc. 5
  • h. Rom. 8. Apoc. 1
32
Warumb wirst aber du ein Christ genent?

Dasz ich durch den glauben ein glied Christia, vnnd also seiner salbung theilhafftig binb, auff dasz auch ich seinen Namen bekennec, mich jhm zu einem lebendigen danckopffer darstelled, vnd mit freiem gewissen in diesem leben wider die sünde vnd Teuffel streittee, vnd hernach in ewigkeyt mit jm vber alle Creaturen herschef.
  • a. Acto. 11, 26
  • b. 1. Ioh. 2, 27. Actor. 2, 17. Ioel 2, 28
  • c. Marc. 8, 38
  • d. Rom. 12, 1. Apocal. 5, 8. 10. 1. Pet. 2, 9. Apoc. 1, 6
  • e. 1. Tim. 1, 18f
  • f. 2. Tim. 2, 12
[Der 13. Sontag.]
33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?

Darumb dass Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ista: wir aber umb seinet willen auss gnaden zu kindern Gottes angenommen sindb.
  • a. Ioh. 1. Heb. 1
  • b. Rom. 8. Ephes. 1
33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?

Darumb dasz Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ista: wir aber vmb seinet willen ausz gnaden zu kindern Gottes angenommen sindb.
  • a. Ioha. 1, 14, 18. Hebr. 1, 2
  • b. Rom. 8, 15—17. Ephes. 1, 5f
34
Warumb nennestu in unsern Herrn?

Dass er uns mit leib und seel von der sünden, und auss allem gewalt des Teufels, nicht mit golt oder silber, sonder mit seinem thewern Blut, ihm zum eigenthumb erlöset und erkaufft hatc.
  • c. 1 Pet. 1. et 2. 1 Cor. 6
34
[16]Warumb nennestu jn vnsern Herrn?

Dasz er vns mit Leib vnd Seel von der sünden, vnd ausz allem gewalt des Teuffels, nicht mit Gold oder Silber, sonder mit seinem thewern Blut, jhm zum eigenthumb erlöset vnd erkaufft hata.
  • a. 1. Pet. 1, 18f.; 2, 9. 1. Cor. 6, 20; 7, 23
[Der 14. Sontag.]
35
Was heist, dass er empfangen ist von dem heiligen Geist, geborn aus Maria der Jungfrawen?

Dass der ewige Son Gottes, der warer und ewiger Gott ista, und bleibetb, ware menschliche natur, [326]auss dem fleisch und blut der Jungfrawen Mariac, durch würckung des heiligen Geists an sich genomen hatd, auff dass er auch der ware samen Davids seye, seinen brüdern in allem gleichf, aussgenommen die sündeg.
  • a. Ioan. 1. Rom. 1
  • b. Rom. 9. Gal. 4
  • c. Iohan. 1
  • d. Matt. 1. Luc. 1. Ephes. 1
  • e. Psal. 132. Rom. 1
  • f. Phil. 2
  • g. Heb. 4
35
Was heist, dasz er empfangen ist von dem heiligen Geist, geborn ausz Maria der Jungfrawen?

Dasz der ewige Son Gottes, der warer vnd ewiger Gott ista, vnnd bleibetb, ware menschliche natur, ausz dem fleisch vnd blut der Jungfrawen Mariac, durch würckung des heiligen Geists an sich genommen hatd, auff dasz er auch der ware samen Dauids seye, seinen brüdern in allem gleichf, auszgenommen die sündeg.
  • a. Ioha. 1, 1. Rom. 1, 3f
  • b. Rom. 9, 5
  • c. Gal. 4, 4. Ioha. 1, 14
  • d. Matth. 1, 18—20. Luc. 1, 35
  • e. Psal. 132, 11. Rom. 1, 3
  • f. Phil. 2, 7
  • g. Hebr. 4, 15
36
Wass nutz bekomestu auss der heiligen empfengnuss und geburt Christi?

Dass er unser mittler ist, und mit seiner unschuldt und volkommenen heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecketh.
  • h. Psal. 32. 1 Cor. 1
36
Was nutz bekomestu ausz der heiligen empfengnusz vnnd geburt Christi?

Das er vnser mittler ista, vnd mit seiner vnschuldt vnnd volkommenen heiligkeyt meine sünde, darinn ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecketb.
  • a. Heb. 2, 16f
  • b. Psal. 32, 1f. 1. Cor. 1, 30
Der 15. Sontag.
37
Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?

Dass er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hata, auff das er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sünopfferb, unser leib und seel von der ewigen verdamnuss erlösete, und uns Gottes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
  • a. 1 Pet. 2. Esai. 53
  • b. 1 Ioh. 2. et 4. Rom. 3
37
[17]Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?

Dasz er an leib vnnd seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hata, auff dasz er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopfferb, vnser leib vnd seel von der ewigen verdamnusz erlösete, vnn vns Gottes gnade, gerechtigkeyt vnd ewiges leben erwürbe.
  • a. 1. Pet. 2, 24. Esai. 53, 12
  • b. 1. Ioha. 2, 2; 4, 10. Rom. 3, 25f
38
Warumb hat er under dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auss dass er unschuldig under dem weltlichen Richter verdampt würdec, und uns damit von [328]dem strengen urtheil Gottes, das uber uns gehen solte, erledigted.
  • c. Luc. 23. Ioh. 19
  • d. Psal. 69. Esai. 53. 2 Cor. 5. Gal. 3
38
Warumb hat er vnder dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auff dasz er vnschuldig vnder dem weltlichen Richter verdampt würdea, vnd vns damit von dem strengen vrtheil Gottes, das vber vns gehen solte, erledigetb.
  • a. Acto. 4, [27f.?] Luc. 23, 13—15. Iohan. 19, 4
  • b. Psal. 69, 5. Esai. 53, 4f. 2. Cor. 5, 21. Gal. 3, 13
39
Ist es etwas mehr, dass er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben were?

Ja, Denn dardurch bin ich gewiss, dass er die vermaledeiung die auff mir lage, auff sich geladen habea, Deiweil der todt des Creutzes von Gott verflucht warb.
  • a. Galat. 3
  • b. Deut. 21. Galat. 3
39
Ist es etwas mehr, dasz er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben were?

Ja, Denn dardurch bin ich gewisz, dasz er die vermaledeiung die auff mir lage, auff sich geladen habea, Dieweil der todt des Creutzes von Gott verflucht warb.
  • a. Gal. 3, 13f
  • b. Deut. 21, 23. Gala. 3, 13
Der 16. Sontag.
40
Warumb hat Christus den todt müssen leiden?

Darumb, dass von wegen der gerechtigkeit und warheitc Gottes, nicht anderst für unsere sünden möchte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottesd.
  • c. Gen. 2
  • d. Heb. 2
40
Warumb hat Christus den todt müssen leiden?

[18]Darumb, dasz von wegen der gerechtigkeyt vnd warheyta Gottes, nicht anderst für vnsere sünden mochte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottesb.
  • a. Gen. 2, 17
  • b. Hebr. 2, 9, 14f
41
Warumb ist er begraben worden?

Damit zubezeugen, dass er warhafftig gestorben seye.
  • e. Mat. 27. Luc. 23. Ioh. 19. Act. 13
41
Warumb ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, dasz er warhafftig gestorben seya.
  • a. Matt. 27, 59f. Luc. 23, 52f. Iohan. 19, 38—42. Acto. 13, 29
42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kompts dass wir auch sterben müssen?

Unser todt ist nicht ein bezalung für unsere sünd: sonder nur ein absterbung der sünden, und eingang zum ewigen lebena.
  • a. Ioh. 5. Phil. 1. Rom. 7
42
Weil denn Christus für vns gestorben ist, wie kompts dasz wir auch sterben müssen?

Vnser todt ist nicht ein bezalung für vnsere sünde: sonder nur ein absterbung der sünden, vnd eingang zum ewigen lebena.
  • a. Iohan. 5, 24. Philip. 1, 23. Rom. 7, 24f
43
[330]Wass bekommen wir mehr für nutz auss dem opffer und todt Christi am Creutz?

Dass durch seine krafft unser alter mensch mit im gecreutziget, getödtet und begraben wirdb, auff dass die bösen lüste des fleisches nicht mehr in uns regierenc, sonder dass wir uns selbst im zur dancksagung auffopffernd.
  • b. Rom. 6. Coloss. 2
  • c. Rom. 6
  • d. Rom. 12
43
Was bekommen wir mehr für nutz ausz dem Opffer vnnd todt Christi am Creutz?

Dasz durch seine krafft vnser alter mensch mit jm gecreutziget, getödtet vnnd begraben wirda, auff dasz die bösen lüste des fleisches nicht mehr in vns regierenb, sonder dasz wir vns selbst jm zur dancksagung auffopffernc.
  • a. Rom. 4. [6, 6—8, 11f.] Coloss. 2, 12
  • b. Rom. 6, 12
  • c. Rom. 12, 1
44
Warumb folget abgestiegen zu der hellen?

Dass ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HERR Christus habe mich durch seine unausssprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seelen, am Creutz und zuvor erlitten, von der hellischen angst und pein erlöseta.
  • a. Esai. 53. Mat. 27
44
[19]Warumb folget, Abgestiegen zu der Hellen?

Dasz ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HErr Christus habe mich durch seine vnauszsprechliche angst, schmertzen vnd schrecken, die er auch an seiner seelen, am Creutz vnnd zuuor erlitten, von der hellischen angst vnnd pein erlöseta.
  • a. Esai. 53, 10. Matt. 27, 46
Der 17. Sontag.
45
Was nützet uns die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine Aufferstehung den todt uberwunden, dass er uns der gerechtigkeit, die er uns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machenb. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen lebenc. Zum dritten ist uns die Aufferstehung Christi ein gewisses pfandt unserer seligen aufferstehungd.
  • b. 1 Cor. 15. Rom. 4. 1 Pet. 1
  • c. Rom. 6. Coloss. 3. Ephes. 2
  • d. 1 Cor. 15. Rom. 8
45
Was nützet vns die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine aufferstehung den todt vberwunden, dasz er vns der gerechtigkeyt, die er vns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machena. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen lebenb. Zum dritten, ist vns die aufferstehung Christi ein gewisses pfandt vnserer seligen aufferstehungc.
  • a. 1. Cor. 15, 17, 54f. Roman. 4, 25. 1. Pet. 1, 3—5, 21
  • b. Rom. 6, 4. Coloss. 3, 1—4. Ephes. 2, 5
  • c. 1. Cor. 15, 12. Rom. 8, 11
46
Wie verstehestu dass er ist gen himmel gefaren?

[332]Dass Christus für den augen seiner Jünger, ist von der erden auffgehaben gen himmele, und uns zu gut daselbst istf, biss dass er widerkompt zu richten die lebendigen und die todten.
  • e. Act. 1. Matt. 26. Mar. 16. Luc. 24
  • f. Heb. 4. 7. et 9. Rom. 8. Ephes. 4. Coloss. 3
  • a. Act. 1. Matt. 24
46
IIII. LECTIO. Wie verstehestu dasz er ist gen Himmel gefahren?

Dasz Christus für den augen seiner Jünger, ist von der [20]erden auffgehaben gen Himmela, vnd vns zu gut daselbst istb, bisz dasz er wider kompt zurichten die lebendigen vnd die todtenc.
  • a. Acto. 1, 9. Matt. 26, 64. Mar. 16, 19. Luc. 24, 51
  • b. Heb. 4, 14; 7, 24f.; 9, 11. Rom. 8, 34. Ephes. 4, 10. Coloss. 3, 1
  • c. Act. 1, 11. Matt. 24, 30
47
Ist denn Christus nit bey uns biss ans ende der welt, wie er uns verheissen hatb?

Christus ist warer Mensch und warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nit auff erdenc: aber nach seiner Gottheit, Maiestet, gnad und Geist, weicht er nimmer von unsd.
  • b. Mat. 28
  • c. Mat. 26. Ioh. 16. et 17. Act. 3
  • d. Ioh. 14. et 16. Mat. 28. Ephes. 4
47
Ist denn Christus nit bey vns bisz ans ende der Welt, wie er vns verheissen hata?

Christus ist warer mensch vnd warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nit auff erdenb: aber nach seiner Gottheyt, Maiestet, gnad vnnd Geist, weicht er nimmer von vnsc.
  • a. Matt. 28, 20
  • b. Matt. 26, 11. Iohan. 16, 28; 17, 11. Actor. 3, 21
  • c. Ioh. 14, 17ff.; 16, 13. Matt. 28, 20. Ephes. 4, 8
48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nit von einander getrennet, so die menscheit nicht uberal ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwertig iste: so muss folgen, dass sie wol ausserhalb irer angenommenen menschheit, und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und personlich mit ir vereiniget bleibtf.
  • e. Act. 7. Ier. 23
  • f. Coloss. 2. Ioh. 3. et 11. Matt. 28
48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nit von einander getrennet, so die menscheit nicht vberal ist, da die Gottheyt ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheyt vnbegreiflich vnd allenthalben gegenwertig ista: so musz folgen, dasz sie wol ausserhalb jrer angenommenen menschheyt, vnd dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, vnd persönlich mit jr vereiniget bleibtb.
  • a. Acto. 7, 49. Ierem. 23, 24
  • b. Coloss. 2, 9. Iohan. 3, 13; 11, 15. Matt. 28, 6
Der 18. Sontag.
49
Was nützet uns die Himmelfart Christi?

Erstlich dass er im himmel für dem angesicht seines Vaters unser fürsprecher ista. Zum andern, dass wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfandt haben, dass er als das haupt, uns seine glieder auch [334]zu sich werde hinauff nemenb. Zum dritten, dass er uns seinen Geist zum gegenpfand herab sendetc, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzendt zu der rechten Gottes, und nicht das auff erden istd.
  • a. 1 Ioh. 2. Rom. 8
  • b. Ioh. 14. et 20. Ephes. 2
  • c. Ioh. 14. Act. 2. 2 Cor. 1. 2 Cor. 5
  • d. Coloss. 3. Phil. 3
49
Was nützet vns die Himmelfahrt Christi?

[21]Erstlich dasz er im Himmel für dem angesicht seines Vatters vnser Fürsprecher ista. Zum andern, dasz wir vnser fleisch im Himmel zu einem sichern pfand haben, dasz er als das haupt, vns seine glieder auch zu sich werde hinauff nemenb. Zum dritten, dasz er vns seinen Geist zum gegenpfand herab sendetc, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, vnd nicht das auff erden istd.
  • a. 1. Ioh. 2, 1. Rom. 8, 34
  • b. Ioha. 14, 2; 20, 17. Ephes. 2, 6
  • c. Ioh. 14, 16. Act. 2, 33. 2. Cor. 1, 21f. 2. Cor. 5, 5
  • d. Coloss. 3, 1. Philip. 3, 14
50
Warumb wird hin zu gesetzt, dass er sitze zur rechten Gottes?

Dass Christus darumb gen himmel gefaren ist, dass er sich daselbst erzeige, als das haupt seiner Christlichen kirchene, durch welches der Vater alles regiertf.
  • e. Ephes. 1. Coloss. 1
  • f. Mat. 28. Ioh. 5
50
Warumb wirdt hinzu gesetzt, dasz er sitze zur rechten Gottes?

Dasz Christus darumb gen Himmel gefahren ist, dasz er sich daselbst erzeige, als das haupt seiner Christlichen kirchena, durch welches der Vatter alles regiertb.
  • a. Ephes. 1, 20—23. Coloss. 1, 18
  • b. Mat. 28, 18. Iohan. 5, 22
Der 19. Sontag.
51
Was nützet uns diese herligkeit unsers haupts Christi?

Erstlich dass er durch seinen heiligen Geist, in uns seine glieder, die himlischen gaben ausgeusta. Darnach, dass er uns mit seinem gewalt wider alle feind schützet und erheltb.
  • a. Ephes. 4
  • b. Psal. 2. Ioh. 10. Ephes. 4
51
Was nutzet vns diese herrligkeyt vnsers haupts Christi?

Erstlich dasz er durch seinen heiligen Geist, in vns seine glieder, die himlischen gaben auszgeuszta. Darnach, dasz er vns mit seinem gewalt wider alle feind schützet vnd erheltb.
  • a. Ephes. 4, 10—12
  • b. Psalm. 2, 9. Iohan. 10, 28—30. Ephe. 4, 8
52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zu richten die lebendigen und die todten?

Dass ich in allem trübsal und verfolgung mit auffgerichtem haupt, eben des Richters der sich zuvor dem gericht Gottes für mich dargestelt, und alle vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, auss dem himmel gewertig binc, dass er alle seine und meine feinde, in die ewige verdamnuss werffed: mich [336]aber sampt allen ausserwelten zu im in die himlische freud und herrligkeit nemee.
  • c. Luc. 21. Rom. 8. Phil. 3. Tit. 2
  • d. 2 Thess. 1. 1 Thess. 4. Mat. 25
  • e. Matt. 25
52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zu richten die lebendigen vnd die todten?

Dasz ich in allem trübsal vnd verfolgung mit auffgerichtem [22]haupt, eben des Richters der sich zuuor dem gericht Gottes für mich dargestellt, vnd alle vermaledeyung von mir hinweg genommen hat, ausz dem Himmel gewertig bina, dasz er alle seine vnnd meine feinde, in die ewige verdamnusz werffeb: mich aber sampt allen auszerwehlten zu jm in die himlische freud vnd herrligkeyt nemec.
  • a. Luc. 21, 28. Rom. 8, 23f. Philip. 3, 20f. Tit. 2, 13
  • b. 2. Thes. 1, 6—10. 1. Thess. 4, 16f. Matt. 25, 41
  • c. Mat. 25, 34
Der 20. Sontag.
53
Was glaubestu vom heiligen Geist?

Erstlich dass er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Son ista. Zum andern dass er auch mir gegeben istb, mich durch ein waren glauben, Christi und aller seiner wolthaten theilhafftig machtc, mich tröstetd, und bey mir bleiben wird biss in ewigkeite.
  • a. Gen. 1. Esai. 48. 1 Cor. 3. 1 Cor. 6. Act. 5
  • b. Mat. 28. 2 Cor. 1
  • c. Galat. 3. 1 Pet. 1. 1 Cor. 6
  • d. Act. 9
  • e. Ioh. 14. 1 Pet. 4
53
Was glaubestu vom heiligen Geist?

Erstlich dasz er gleich ewiger Gott mit dem Vatter vnnd dem Son ista. Zum andern dasz er auch mir gegeben istb, mich durch ein waren glauben, Christi vnnd aller seiner wolthaten theilhafftig machtc, mich tröstetd, vnnd bey mir bleiben wird bisz in ewigkeyte.
  • a. Gen. 1, 2. Esai. 48, 16. 1. Cor. 3, 16. 1. Cor. 6, 19. Acto. 5, 3f
  • b. Matt. 28, 19f. 2. Cor. 1, 21f
  • c. Gal. 3, 14. 1. Pet. 1, 2. 1. Cor. 6, 17
  • d. Actor. 9, 31
  • e. Ioan. 14, 16. 1. Pet. 4, 14
Der 21. Sontag.
54
Was glaubstu von der heiligen algemeinen Christlichen Kirchen?

Dass der Son Gottesf auss dem gantzen menschlichen geschlechtg, ihm ein ausserwelte gemein zum ewigen lebenh, durch sein Geist und worti in einigkeit des waren glaubensk, von anbegin der welt, biss ans endl versamle, schütze und erhaltem, und dass ich derselben ein lebendiges glied binn, und ewig bleiben werdeo.
  • f. Ioh. 10
  • g. Gen. 26
  • h. Rom. 8. Ephes. 1
  • i. Esai. 59. Rom. 1. et 10
  • k. Ephes. 5
  • l. Psal. 71. 1 Cor. 11
  • m. Mat. 16. Ioh. 10. 1 Cor. 1
  • n. 1 Ioh. 3
  • o. 1 Ioh. 2
54
Was glaubstu von der heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen?

Dasz der Son Gottesa ausz dem gantzen menschlichen geschlechtb, jhm ein auszerwelte gemein zum ewigen lebenc, durch seinen geist vnd wortd in einigkeyt des waren glaubense, von anbegin der welt, bisz ans endf versamle, schütze vnnd [23]erhalteg, vnd dasz ich derselben ein lebendiges glied binh, vnnd ewig bleiben werdei.
  • a. Ioh. 10, 11
  • b. Gen. 26, 4
  • c. Rom. 8, 29f. Ephes. 1, 10—13
  • d. Esai. 59, 21. Rom. 1, 16; 10, 14—17. Ephes. 5, 26
  • e. Acto. 2, 46. Ephes. 4, 3—6
  • f. Psal. 71, 18. 1. Cor. 11, 26
  • g. Matt. 16, 18. Iohan. 10, 28—30. 1. Cor. 1, 8f
  • h. 1. Ioh. 3, 21
  • i. 1. Ioha. 1
55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

[338]Erstlich dass alle und jede glaubigen, als glieder an dem HERRN Christo, und allen seinen schetzen und gaben, gemeinschafft habena. Zum andern, dass ein jeder seine gaben zu nutz und heil der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen solb.
  • a. 1 Ioh. 1. 1 Cor. 1. Rom. 8
  • b. 1 Cor. 12 et 13. Phil. 2
55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

Erstlich dasz alle vnnd jede gläubigen, als glieder an dem HErren Christo, vnd allen seinen schätzen vnd gaben, gemeinschafft habena. Zum andern, dasz ein jeder seine gaben zu nutz vnd heil der andern glieder, willig vnd mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sollb.
  • a. Iohan. 1. [1. Joh. 1, 3.] 1. Cor. 1, 9. Rom. 8, 32
  • b. 1. Cor. 12, 12f., 21; 13, 5f. Philip. 2, 4—6
56
Wass glaubstu von vergebung der Sünden?

Dass Gott umb der gnugthuung Christi willenc, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreiten habed, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeit Christi auss gnaden schencket, dass ich ins gericht nimmermehr soll kommene.
  • c. 1 Ioh. 2. 2 Cor. 5
  • d. Iere. 31. Psal. 103 Rom. 7. et 8
  • e. Ioh. 3
56
Was glaubstu von vergebung der sünden?

Dasz Gott vmb der gnugthuung Christi willena, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreitten habeb, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeyt Christi ausz gnaden schencket, dasz ich ins gericht nimmermehr soll kommenc.
  • a. 1. Ioha. 2, 2. 2. Cor. 5, 19, 21
  • b. Iere. 31, 34. Psal. 103, 3, 10, 12. Rom. 7, 24f.; 8, 1—4
  • c. Iohan. 3, 18
Der 22. Sontag.
57
Wass tröst dich die Aufferstehung des fleisches?

Dass nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo irem haupt genommen wirda: sonder auch dass diss mein fleisch durch die krafft Christi aufferweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, und dem heiligen Leib Christi gleichformig werden solb.
  • a. Luc. 23. Phil. 1
  • b. 1 Cor. 15. Ioh. 19. 1 Ioh. 3. Phil. 3
57
[24]Was tröst dich die aufferstehung des fleisches?

Dasz nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo jrem haupt genommen wirda: sonder auch dasz disz mein fleisch durch die krafft Christi aufferweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, vnd dem herrlichen leib Christi gleichförmig werden sollb.
  • a. Luc. 23, 43. Philip. 1, 21—23
  • b. 1. Cor. 15, 53f. Iob. 19, 25—27. 1. Ioh. 3, 2. Philip. 3, 21
58
Wass tröst dich der Artickel vom ewigen leben?

Dass, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfindec: ich nach diesem leben volkommene seligkeit besitzen werde, [340]die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie komen istd, Gott ewiglich darin zu preisene.
  • c. 2 Cor. 5
  • d. 1 Cor. 2
  • e. Ioh. 17
58
Was tröst dich der Artickel vom ewigen leben?

Dasz, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfindea, ich nach diesem leben volkommene seligkeyt besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, vnnd in keines menschen hertz nie kommen istb, Gott ewiglich darinn zu preisenc.
  • a. 2. Cor. 5, 2f
  • b. 1. Cor. 2, 9
  • c. Ioha. 17, 3
V. LECTIO. Der 23. Sontag.
59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du diss alles glaubest?

Dass ich in Christo für Gott gerecht, und ein Erb des ewigen lebens bina.
  • a. Habac. 2. Rom. 1. Ioh. 3
59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du disz alles glaubest?

Dasz ich in Christo für Gott gerecht, vnnd ein Erb des ewigen lebens bina.
  • a. Hab. 2, 4. Rom. 1, 17. Iohan. 3, 36
60
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren glauben in Jesum Christumb. Also: dass ob mich schon mein gewissen anklagt, dass ich wider alle Gebot Gottes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten habec, auch noch immerdar zu allem bösen geneigt bind: doch Gott ohn alle meine verdienste, auss lauter gnadenf, mir die volkommene gnugthuungg, gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencketh und zurechneti, als hette ich nie keine sünd begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistetk, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigen hertzen annemea.
  • b. Rom. 3. Galat. 2. Ephes. 2. Phil. 3
  • c. Rom. 3
  • d. Rom. 7
  • e. 2 Tim. 3
  • f. Rom. 3. Ephes. 2
  • g. 1 Ioh. 2
  • h. 1 Ioh. 2
  • i. Rom. 4. 2 Cor. 5
  • k. 2 Cor. 5
  • a. Rom. 3. Ioh. 3
60
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren glauben in Jesum Christuma, Also: dasz [25]ob mich schon mein gewissen anklagt, dasz ich wider alle gebott Gottes schwerlich gesündiget, vnd derselben keines nie gehalten habb, auch noch jmmerdar zu allem bösen geneigt binc: doch Gott on alle meine verdienstd, ausz lauter gnadene, mir die volkommene gnugthuungf, gerechtigkeyt vnnd heiligkeyt Christi schencketg vnd zurechneth, als hette ich nie keine sünd begangen noch gehabt, vnd selbst allen den gehorsam volbracht, den Christus für mich hat geleisteti, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigem hertzen annemek.
  • a. Rom. 3, 21—25, 28. Gala. 2, 16. Ephes. 2, 8f. Philip. 3, 9
  • b. Rom. 3, 9ff
  • c. Rom. 7, 23
  • d. Tit. 3, 5
  • e. Rom. 3, 24. Ephes. 2, 8
  • f. 1. Ioh. 2, 2
  • g. 1. Ioh. 2, 1
  • h. Rom. 4, 4f. 2. Cor. 5, 19
  • i. 2. Cor. 5, 21
  • k. Rom. 3, 22. Iohan. 3, 18
61
Warumb sagstu dass du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht dass ich von wegen der wirdigkeit meines glaubens Gott gefalle: sondern darumb dass allein [342]die gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für Gott istb, und ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den glauben annemen, und mir zueignen kanc.
  • b. 1 Cor. 1. et 2
  • c. 1 Ioh. 5
61
Warumb sagstu dasz du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht dasz ich von wegen der wirdigkeyt meines glaubens Gott gefalle: sondern darumb dasz allein die gnugthuung, gerechtigkeyt vnnd heiligkeyt Christi, meine gerechtigkeyt für Gott ista, vnnd ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den glauben annemen, vnd mir zueignen kanb.
  • a. 1. Cor. 1, 30; 2, 2
  • b. 1. Ioh. 5, 10
Der 24. Sontag.
62
Warumb können aber unsere gute werck nit die gerechtigkeit für Gott, oder ein stück derselben sein?

Darumb dass die gerechtigkeit, so für Gottes gericht bestehen sol, durchauss volkommen, und dem Göttlichen gesetz gantz gleichformig sein mussd, und aber auch unsere beste werck in diesem leben alle unvolkomen, und mit sünden befleckt sinde.
  • d. Galat. 3. Deu. 27
  • e. Esai. 64
62
Warumb können aber vnsere gute werck nit die gerechtigkeyt für Gott, oder ein stück derselben sein?

Darumb dasz die gerechtigkeyt, so für Gottes gericht bestehen soll, durch ausz volkommen, vnnd dem Göttlichen gesetz gantz gleichförmig sein musza, vnn aber auch vnsere beste werck in disem leben alle vnuolkommen, vnd mit sünden befleckt sindb.
  • a. Gal. 3, 10. Deute. 27, 26
  • b. Esai. 64, 6
63
Verdienen aber unsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünfftigem leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nit auss verdienst, sonder auss gnadena.
  • a. Luc. 17
63
[26]Verdienen aber vnsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem vnd zukünfftigem leben will belohnen?

Diese belohnung geschicht nit ausz verdienst, sonder ausz gnadena.
  • a. Luc. 17, 10
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose und verruchte leut?

Nein, Denn es unmöglich ist, dass die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeit sollen bringenb.
  • b. Matt. 7
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose vnd verruchte leuth?

Nein: Denn es vnmöglich ist, dasz die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeyt sollen bringena.
  • a. Matt. 7, 18
Der 25. Sontag.
65
[344]Dieweil denn allein der glaub uns Christi, und aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher glaube?

Der heilig Geist würckt denselben in unsern hertzena, durch die predig des heiligen Euangelions, und bestetiget den durch den brauch der heiligen Sacramentenb.
  • a. Ephes. 2. Ioh. 3
  • b. Mat. 28. 1 Pet. 1
65
Dieweil denn allein der glaub vns Christi, vnd aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher glaube?

Der heilig Geist würckt denselben in vnsern hertzena, durch die predig des heiligen Euangelions, vnd bestätiget den durch den brauch der heiligen Sacramentenb.
  • a. Ephes. 2, 8f. Ioh. 3, 5
  • b. Matt. 28, 19f. 1. Pet. 1, 22f
66
Was seind die Sacrament?

Es seint sichtbare heilige warzeichen und Sigill, von Gott darzu eingesetzt. dass er uns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuverstehen gebe, und versigele: Nemlich dass er uns von wegen das einigen opffers Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, und ewiges leben auss gnaden schenckec.
  • c. Gen. 17. Rom. 4. Deut. 30. Levit. 6. Heb. 9. Ezech. 20
66
Was seind die Sacrament?

Es seind sichtbare heilige warzeichen vnnd Sigill, von Gott darzu eingesetzt, dasz er vns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, vnnd versigele: Nemlich dasz er vns von wegen des einigen opffers [27]Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, vnd ewiges leben ausz gnaden schenckea.
  • a. Gen. 17, 11. Rom. 4, 11. Deut. 30, 6. Leuit. 6, 25. Hebr. 9, 8f., 24. Ezech. 20, 12
67
Seind denn beyde das wort und die Sacrament dahin gericht, dass sie unsern glauben auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund unserer seligkeit weisen?

Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, und bestetiget durch die heiligen Sacrament, dass unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opffer Christi, für uns am Creutz geschehena.
  • a. Rom. 6. Galat. 3
67
Seind denn beyde das wort vnnd die Sacrament dahin gericht, dasz sie vnsern glauben auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund vnserer seligkeyt weisen?

Ja freilich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, vnd bestätiget durch die heiligen Sacrament, dasz vnsere gantze seligkeyt stehe in dem einigen opffer Christi, für vns am Creutz geschehena.
  • a. Rom. 6, 3. Galat. 3, 27
68
[346]Wieviel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den Heiligen Tauff, und das heilig Abendmal.
68
Wieuiel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den heiligen Tauff, vnd das heilig Abendmal.
Der 26. Sontag.
69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert und versichert, dass das einige opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

Also: dass Christus diss eusserlich wasserbad eingesetzt, und darbey verheissen hat, dass ich so gewiss mit seinem blut und geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewasschen sey, so gewiss ich eusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunemen, gewasschen bina.
  • a. Mar. 1. Luc. 3
69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert vnnd versichert, dasz das einige opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

Also: dasz Christus disz eusserlich wasserbad eingesetzta, vnnd darbey verheissen hatb, dasz ich so gewisz mit seinem blut vnd geist, von der vnreinigkeyt meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewaschen sey, so gewisz ich eusserlich [28]mit dem wasser, welches die vnsauberkeyt des leibs pflegt hinzunemmen, gewaschen binc.
  • a. Matt. 28, 19f. Actor. 2, 38
  • b. Mat. 3, 11. Mar. 16, 16. Rom. 6, 3f
  • c. Mar. 1, 4. Luc. 3, 3
70
Was heist mit dem blut und Geist Christi gewasschen sein?

Es heist vergebung der sünden von Gott aus gnaden haben, umb des bluts Christi willen, welchs er in seinem opffer am Creutz für uns vergossen hatb: Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, und zu einem glied Christi geheiliget sein, dass wir je lenger je mehr der sünden absterben, und in einem Gottseligen, unstreflichen leben wandlenc.
  • b. Hebr. 12. 1 Pet. 1. Apoc. 1. Zach. 13. Ezech. 36
  • c. Ioh. 1. Ioh. 3. 1 Cor. 6. et 12. Rom. 6. Coloss. 2
70
Was heist mit dem Blut vnnd Geist Christi gewaschen sein?

Es heist vergebung der sünden von Gott ausz gnaden haben, vmb des bluts Christi willen, welches er in seinem opffer am Creutz für vns vergossen hata, Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, vnnd zu einem glied Christi geheiliget sein, dasz wir je lenger je mehr der sünden absterben, vnnd in einem Gottseligen, vnsträflichen leben wandlenb.
  • a. Heb. 12, 24. 1. Pet. 1, 2. Apoc. 1, 5. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25—27
  • b. Ioh. 1, 33. Iohan. 3, 5. 1. Cor. 6, 11; 12, 13. Rom. 6, 4. Coloss. 2, 11f
71
[348]Wo hat Christus verheissen, dass wir so gewiss mit seinem blut und geist als mit dem tauffwasser gewasschen seind?

In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet. Gehet hin, und lehret alle Völcker, und tauffet sie, im namen des Vaters und des Sons, und des heiligen Geists: wer da glaubet und getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdampt werdenb. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburtc und abwasschung der sünden nennetd.
  • a. Mat. 28
  • b. Mar. 16
  • c. Tit. 3
  • d. Act. 22
71
Wo hat Christus verheissen, dasz wir so gewisz mit seinem Blut vnnd Geist, als mit dem Tauffwasser gewaschen seind?

In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet: Gehet hin, vnd lehret alle Völcker, vnnd tauffet sie, im namen des Vatters, vnd des Sons, vnd des heiligen geistsa: Wer da glaubet vnn getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wirdt verdampt werdenb. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburtc, vnd abwäschung der sünden nennetd.
  • a. Mat. 28, 19
  • b. Mar. 16, 16
  • c. Tit. 3, 5
  • d. Acto. 22, 16
Der 27. Sontag.
72
Ist denn das eusserlich wasserbad die abwasschung der sünden selbst?

Neine, Denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist reiniget uns von allen sündenf.
  • e. Mat. 3. 1 Pet. 3. Ephes. 5
  • f. 1 Ioh. 1. 1 Cor. 6
72
Ist denn das eusserlich Wasserbad die abwaschung der sünden selbst?

[29]Neina, Denn allein das blut Jesu Christi, vnd der heilige Geist reiniget vns von allen sündenb.
  • a. Matth. 3, 11. 1. Pet. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • b. 1. Ioh. 1, 7. 1. Cor. 6, 11
73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, und die abwasschung der sünden?

Gott redet also nicht ohne grosse ursach: Nemlich, nit allein dass er uns damit wil lehren, dass, gleich wie die unsauberkeit des leibs durch wasser, also unsere sünden durchs blut und geist Christi hinweg genommen werdena: sonder viel mehr, dass er uns [350]durch diss Göttlich pfand und warzeichen wil versichern, dass wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewasschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewasschen werdenb.
  • a. Apoc. 1 et 7. 1 Cor. 6
  • b. Marc. 16. Galat. 3
73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, vnd die abwäschung der sünden?

Gott redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, nit allein dasz er vns damit wil lehren, dasz, gleich wie die vnsauberkeyt des leibs durch Wasser, also vnsere Sünden durchs blut vnd geist Christi hinweg genommen werdena: sonder viel mehr, dasz er vns durch disz Göttlich pfand vnnd warzeichen wil versichern, dasz wir so warhafftig von vnsern sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werdenb.
  • a. Apoc. 1, 5; 7, 14. 1. Cor. 6, 11
  • b. Mar. 16, 16. Galat. 3, 17
74
Soll man auch die jungen Kinder tauffen?

Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bundt Gottes und seine gemein gehörenc, und inen in dem blut Christi die erlösung von sündend, und der heilig Geist, welcher den glauben wircket, nit weniger denn den alten zugesagt wirda: so sollen sie auch durch den tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, und von der unglaubigen kinder underscheiden werdenb, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen istc, an welcher stat im newen Testament der Tauff ist eingesetztd.
  • c. Gen. 17
  • d. Matt. 19
  • a. Luc. 1. Psal. 22. Esai. 46. Act. 2
  • b. Act. 10
  • c. Gen. 17
  • d. Coloss. 2
74
Soll man auch die jungen kinder tauffen?

Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bund Gottes vnnd seine gemein gehörena, vnnd jhnen in dem blut Christi die erlösung von sündenb, vnd der heilig Geist, welcher den glauben würcket, nit weniger denn den alten zugesagt wirdc: so sollen sie auch durch den Tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen kirchen eingeleibt, vnd von der vngläubigen kinder vnderscheiden werdend, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen iste, an welcher statt im newen Testament, der Tauff ist eingesetztf.
  • a. Gen. 17, 7
  • b. Matt. 19, 14
  • c. Luc. 1, 14f. Psal. 22, 11. Esai. 44, 1—3. Actor. 2, 39
  • d. Acto. 10, 47
  • e. Gen. 17, 14
  • f. Col. 2, 11—13
VI. LECTIO. Der 28. Sontag.
75
Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert und versichert, dass du an dem einigen opffer Christi am Creutz, und allen seinen gütern gemeinschafft habest?

Also, dass Christus mir und allen glaubigen von [352]diesem gebrochnen brod zu essen, und von diesem Kelch zu trincken befohlen hat, und darbey verheissen, Erstlich dass sein leib so gewiss für mich am Creutz geopffert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiss ich mit augen sehe, dass das brod des HERREN mir gebrochen, und der Kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, dass er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossnen blut so gewiss zum ewigen leben speise und trencke, als ich auss der handt des Dieners empfange und leiblich niesse das brod und den Kelch des HERREN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
75
[30]Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert vnd versichert, dasz du an dem einigen opffer Christi am Creutz, vnd allen seinen gütern gemeinschafft habest?

Also, dasz Christus mir vnnd allen gläubigen von diesem gebrochnen brod zu essen, vnnd von disem Kelch zutrincken befohlen hat zu seinem gedechtnisz, vnnd darbey verheissena, Erstlich dasz sein leib so gewisz für mich am Creutz geopffert vnd gebrochen, vnnd sein blut für mich vergossen sey, so gewisz ich mit augen sehe, dasz das brod des HERRN mir gebrochen, vnd der Kelch mir mitgetheilet wird: Vnd zum andern, dasz er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten Leib vnnd vergossnen Blut, so gewisz zum ewigen leben speise vnd trencke, als ich ausz der hand des Dieners empfange, vnnd leiblich niesse das brod vnnd den Kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs vnd bluts Christi gegeben werden.
  • a. Matt. 26, 26—28. Marc. 14, 22—24. Luc. 22, 19f. 1. Cor. 10, 16f.; 11, 23—25; 12, 13
76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, und sein vergossen blut trincken?

Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden und sterben Christi annemen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekomena: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wonet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr und mehr vereiniget werdena: dass wir, ob gleich er im himmelb, und wir auff erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beinen sindc, und von einem geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werdend.
  • a. Ioh. 6
  • a. Ioh. 6
  • b. Act. 3. 1 Cor. 11
  • c. Ephes. 5. 1 Cor. 6. 1 Ioh. 3. et 4. Ephes. 3. Ioh. 14
  • d. Ioh. 6. et 15. Ephes. 4
76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, vnnd sein vergossen Blut trincken?

Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden vnnd sterben Christi annemmen, vnd dardurch vergebung der sünden vnd ewiges leben bekommena: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zu gleich in Christo vnnd in vns wohnet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr vnnd mehr vereiniget werdenb: dasz wir, ob gleich er im Himmelc, vnnd wir auff Erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, [31]vnnd bein von seinen beinen sindd, vnnd von einem geist (wie die glieder vnsers leibs von einer seelen) ewig leben vnnd regieret werdene.
  • a. Iohan. 6, 35, 40, 47f., 50f., 53f
  • b. Iohan. 6, 55f
  • c. Act. 3, 21. 1. Cor. 11, 26
  • d. Ephes. 3, 16f.; 5, 29f., 32. 1. Cor. 6, 15, 17, 19. 1. Ioh. 3, 24; 4, 13
  • e. Ioha. 14, 23. Iohan. 6, 56—58; 15, 1—6. Ephes. 4, 15f
77
Wo hat Christus verheissen, dass er die glau[354]bigen so gewiss also mit seinem leib und blut speise und trencke, als sie von diesem gebrochnen brodt essen, und von diesem Kelch trincken?

In der einsatzung des Abendmals, welche also lautete: Unser HERR Jesus, in der nacht da er verrhaten ward, nam er das brodt, dancket und brachs und sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut, zu meiner gedechtnuss. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, und sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt irs trincket, zu meiner gedechtnuss: Denn so offt ir von diesem brod esset, und von diesem Kelch trincket, solt ir des HERREN todt verkündigen, biss dass er kompt. Und diese verheissung wirt auch widerholet durch S. Pauluma da er spricht: Der kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nit die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brodts theilhafftig seind.
  • e. 1 Cor. 11. Matt. 26. Mar. 14. Luc. 22
  • a. 1 Cor. 10
77
Wo hat Christus verheissen, dasz er die gläubigen so gewisz also mit seinem leib vnd blut speise vnd trencke, als sie von diesem gebrochnen brod essen, vnd von diesem Kelch trincken?

In der einsatzung des Abendmals, welche also lauteta: Vnser HERR Jesus, in der nacht da er verrahten ward, nam er das brodt, dancket vnd brachs vnnd sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut zu meiner gedechtnusz. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, vnnd sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt jrs trincket, zu meiner gedechtnusz: Denn so offt jr von diesem brod esset, vnnd von diesem Kelch trincket, solt jr des Herren tod verkündigen, bisz dasz er kompt. Vnd diese verheissung wirdt auch widerholet durch S. Paulumb, da er spricht: Der Kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brots theilhafftig seind.
  • a. 1. Cor. 11, 23—25. Matt. 26, 26—28. Mar. 14, 22—24. Luc. 22, 19f
  • b. 1. Cor. 10, 16f
Der 29. Sontag.
78
Wird denn auss brod und wein der wesentlich leib und blut Christi?

Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nit in das blut Christi verwandlet, oder die abwasschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen und versicherung ista: also wird auch [356]das heilig brod im Abendmal nit das leib Christi selbstb, wiewol es nach art und brauch der Sacramentenc, der leib Christi genennet wird.
  • a. Matt. 26. Mar. 14
  • b. 1 Cor. 10. et 11
  • c. Gen. 17. Exod. 12. Tit. 3. 1 Pet. 4 (3?). 1 Cor. 10
78
Wirdt denn ausz brod vnd wein der wesentlich Leib vnnd Blut Christi?

[32]Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nicht in das blut Christi verwandlet, oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen vnd versicherung ista: also wirdt auch das heilig brodt im Abendmal nit der leib Christi selbstb, wiewol es nach art vnd brauch der Sacramentenc, der leib Christi genennet wird.
  • a. Matt. 26, 29. Marc. 14, 24
  • b. 1. Cor. 10, 16f.; 11, 26—28
  • c. Gen. 17, 10f., 14, 19. Exod. 12, 26f., 43, 48. Tit. 3, 5. 1. Pet. 3, 21. 1. Cor. 10, 1—4
79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, und den Kelch sein blut, oder das newe Testament in seinem blut, und S. Paulus, die gemeinschafft des leibs und bluts Jesu Christi?

Christus redet also nit one grosse ursach. Nemlich, dass er uns nit allein damit wil lehren, dass, gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die ware speiss und tranck unser seelen, zum ewigen lebena: sonder viel mehr dass er uns durch diss sichtbare zeichen und pfand wil versichern, dass wir so warhafftig seines waren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geists teilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnuss empfangen: und das all sein leiden und gehorsam so gewiss unser eigen sey, als hetten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und genug gethan.
  • a. Ioh. 6
  • b. 1 Cor. 10
79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, vnd den Kelch sein blut, oder das newe Testament in seinem blut, vnd S. Paulus, die gemeinschafft des leibs vnnd bluts Jesu Christi?

Christus redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, dasz er vns nicht allein damit wil lehren, dasz, gleich wie brod vnnd wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib vnd vergossen blut, die ware speisz vnnd tranck vnserer seelen, zum ewigen lebena: sonder viel mehr dasz er vns durch disz sichtbare zeichen vnd pfand wil versichern, dasz wir so warhafftig seines waren leibs vnd bluts durch würckung des heiligen Geists theilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnusz empfangenb: vnd dasz all sein leiden vnnd gehorsam so gewisz vnser eigen sey, als hetten wir selbst in vnser eigen person alles gelitten vnnd gnug gethan.
  • a. Ioh. 6, 51, 55
  • b. 1. Cor. 10, 16f
Der 30. Sontag.
80
Was ist für ein underscheid zwischen dem Abendmal des HERRN und der Babstlichen Mess?

Das Abendmal bezeuget uns dass wir volkomne vergebung aller unser sünden haben, durch das ei[358]nige opffer Jesu Christi, so er selbst ein mal am creutz volbracht hata. Die Mess aber lehret dass die lebendigen und die todten nit durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sei dan, dass Christus noch teglich für sie von den Messpriestren geopffert werdeb: Und ist also die Mess im grund ein abgöttische verleugnung dess einigen opffers und leidens Jesu Christic.
  • a. Hebre. 9. et 10. Ioh. 19
  • b. Vide Canonem in Missa
  • c. Hebre. 9. et 10
80
Was ist für ein vnderscheid zwischen dem Abendtmal des HERRN, vnnd der Bäpstlichen Mesz?

[33]Das Abendmal bezeuget vns, dasz wir volkommene vergebung aller vnser sünden haben, durch das einige opffer Jesu Christi, so er selbst ein mal am Creutz vollbracht hata, Vnnd dasz wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibtb, der jetzund mit seinem waren leib im Himmel zur Rechten des Vatters istc, vnd daselbst wil angebettet werdend. Die Mesz aber lehret, dasz die lebendigen vnd die todten nicht durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn dasz Christus noch täglich für sie von den Meszpriestern geopffert werde. Vnd das Christus leiblich vnder der gestalt brots vnnd weins sey, vnd derhalben darinn soll angebettet werdene: Vnd ist also die Mesz im grund nichts anderst, denn ein verleugnung des einigen opffers vnd leidens Jesu Christif, vnd ein vermaledeyte Abgötterey.
  • a. Hebr. 7, 27; 9, 12, 25—28; 10, 10, 12, 14. Ioh. 19, 30. Matt. 26, 28. Luc. 22, 19f
  • b. 1. Cor. 6, 17; 10, 16f
  • c. Hebr. 1, 3; 8, 1
  • d. Iohan. 4, 21—24; 20, 17. Luc. 24, 52. Acto. 7, 55. Coloss. 3, 1. Phil. 3, 20f. 1. Thes. 1, 9f
  • e. In Can. Missae. Item. De consecrat. distinct: 2
  • f. Hebr. 9. und 10
81
Welche sollen zu dem Tisch des HERREN kommen?

Die inen selbst umb irer sünden willen missfallen, und doch vertrawen, dass die selbige inen verziehen und die ubrige schwacheit mit dem leiden und sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr und mehr iren glauben zu stercken und ir leben zu bessern. Die unbussfertigen aber und heuchler, essen und trincken inen selbst das gerichtd.
  • d. 1 Cor. 10. et 11
81
Welche sollen zu dem Tisch des HErren kommen?

Die jhnen selbst vmb jrer sünden willen miszfallen, vnnd [34]doch vertrawen, dasz dieselbige jhnen verzihen, vnd die vbrige schwachheyt mit dem leiden vnd sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr vnd mehr jhren glauben zu stercken vnd jhr leben zubessern. Die vnbuszfertigen aber vnd heuchler, essen vnd trincken jnen selbst das gerichta.
  • a. 1. Cor. 10, 19—22; 11, 28f
82
[360]Sollen aber zu diesem Abendmal auch zugelassen werden, die sich mit irer bekantnuss und leben, als unglaubige und Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, und sein zorn uber die gantze gemein gereitzeta. Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi und seiner Aposteln, solche, biss zu besserung ires lebens, durch das ampt der Schlüssel ausszuschliessen.
  • a. 1 Cor. 11. Esai. 1. et 66. Ierem. 7. Psal. 50
82
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zu gelassen werden, die sich mit jhrer bekandtnusz vnnd leben, als vnglaubige vnd Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, vnd sein zorn vber die gantze gemein gereitzeta. Derhalben die Christliche kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi vnd seiner Aposteln, solche, bisz zu besserung jres lebens, durch das ampt der Schlüssel auszzuschliessen.
  • a. 1. Cor. 11, 20, 34. Esai. 1, 11—15; 66, 3. Ierem. 7, 21—23. Psalm. 50, 16f
Der 31. Sontag.
83
Was ist das ampt der Schlüssel?

Die Predig des heiligen Euangelions, und die Christliche Busszucht, durch welche beide stück, das Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, und den unglaubigen zugeschlossen wird.
83
Was ist das ampt der Schlüssel?

Die Predig des heiligen Euangelions, vnd die Christliche Buszzucht, durch welche beyde stück, das Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, vnd den vnglaubigen zugeschlossen wirda.
  • a. Matt. 16, 18f.; 18, 18
84
Wie wird das Himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff und zugeschlossen?

Also: dass nach dem befelch Christi allen und jeden glaubigen verkündigt und offentlich bezeuget wird, dass inen so offt sie die verheissung des Euangelions mit waren glauben annemen, warhafftig alle ire sünden von Gott, umb des verdiensts Christi willen vergeben sind: Und herwiderumb, allen unglaubigen und heuchlern, dass der zorn Gottes und die ewige verdamnuss auff inen ligt, so lang sie sich nit [362]bekerena: Nach welchen zeugnuss des Euangelii Gott beide in diesem und zukünfftigen leben urtheilen wil.
  • a. Ioh. 20. Matt. 16
84
Wie wird das Himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff vnd zu geschlossen?

Also: das nach dem befelch Christi, allen vnd jeden glaubigen [35]verkündigt vnnd offentlich bezeuget wird, dasz jhnen so offt sie die verheissung des Euangelions mit warem glauben annemen, warhafftig alle jre sünden von Gott, vmb des verdiensts Christi willen, vergeben sind: Vnd herwiderumb, allen vnglaubigen vnd heuchlern, dasz der zorn Gottes, vnnd die ewige verdamnusz auff jnen ligt, so lang sie sich nicht bekerena: Nach welchem zeugnusz des Euangelij, Gott beide in diesem vnd zukünfftigen leben vrtheilen wil.
  • a. Ioh. 20, 21—23. Matth. 16, 19
85
Wie wird das Himmelreich zu und auffgeschlossen, durch die Christliche Busszucht?

Also: dass nach dem befehl Christi, die jenigen so under dem Christlichen namen, unchristliche lehr oder wandel füren, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, und von iren irthumen oder lastern nit abstehen, der kirchen, oder denen so von der kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von inen durch verbietung der heiligen Sacrament auss der Christlichen gemein, und von Gott selbst, auss dem Reich Christi werden aussgeschlossen: und widerumm als glieder Christi und der kirchen, angenomen, wenn sie ware besserung verheissen und erzeigena.
  • a. Matt. 18. 1 Cor. 5. 2 Thess. 3. (1?) Ioh. 2
85
Wie wirdt das Himmelreich zu vnnd auffgeschlossen, durch die Christliche Buszzucht?

Also: dasz nach dem befelch Christi, die jenigen so vnder dem Christlichen namen, vnchristliche Lehr oder wandel führen, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, vnd von jren jrrthumen oder lastern nit abstehen, der Kirchen, oder denen so von der Kirchen darzu verordnet seind, angezeigt, vnnd so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von jhnen durch verbietung der heiligen Sacrament ausz der Christlichen gemein, vnd von Gott selbst, ausz dem Reich Christi werden ausz geschlossen: vnd widerumb als glieder Christi vnd der Kirchen angenommen, wenn sie ware besserung verheissen vnd erzeigena.
  • a. Matt. 18, 15—18. 1. Cor. 5, 3—5, 11. 2. Thess. 3, 14f. 2. Iohan. 10f
DER DRITTE TEIL. VON DER DANCKBARKEIT.
DER DRITTE THEIL. VON DER DANCKBARKEYT.
VII. LECTIO. Der 32. Sontag.
86
Dieweil wir denn auss unserm elendt one alle unsere verdienst, auss gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thun?

Darumb, dass Christus, nach dem er uns mit seinem blut erkaufft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist ernewert zu seinen ebenbild, dass wir [364]mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigena, und er durch uns gepriesen werdeb, Darnach auch, dass wir bey uns selbst unsers glaubens auss seinen früchten gewiss seinc, und mit unserm Gottseligen wandel, unsere nechsten auch Christo gewinnend.
  • a. Rom. 6. et 12. 1 Pet. 2. 1 Cor. 6
  • b. Matt. 5. 1 Pet. 2
  • c. 1 (2?) Pet. 1. Matt. 7. Gal. 5
  • d. 1 Pet. 3. Rom. 14
86
Dieweil wir denn ausz vnserm elend one alle vnsere verdienst, ausz gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thun?

[36]Darumb, dasz Christus, nach dem er vns mit seinem blut erkaufft hat, vns auch durch seinen heiligen Geist ernewert zu seinem ebenbildt, dasz wir mit vnserm gantzen leben vns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigena, vnd er durch vns gepriesen werdeb: Darnach auch, dasz wir bey vns selbst vnsers glaubens ausz seinen früchten gewisz seinc, vnnd mit vnserm Gottseligen wandel, vnsere nechsten auch Christo gewinnend.
  • a. Rom. 6, 13; 12, 1f. 1. Pet. 2, 5, 9f. 1. Cor. 6, 20
  • b. Matt. 5, 16. 1. Pet. 2, 12
  • c. 1. Pet. 1. Matth. 7, 17f. Gal. 5, 6, 22
  • d. 1. Pet. 3, 1f. Rom. 14, 19
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von irem undanckbaren unbussfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein unkeusscher, Abgöttisscher, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber und dergleichen, wird das reich Gottes erbene.
  • e. 1 Cor. 6. Ephes. 5. 1 Ioh. 3
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von jhrem vndanckbaren vnbuszfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein vnkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber vnd dergleichen, wird das reich Gottes erbena.
  • a. 1. Cor. 6, 9f. Ephes. 5, 5f. 1. Iohan. 3, 14f
Der 33. Sontag.
88
In wieviel stucken stehet die warhafftige Buss oder bekerung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des altenf, und aufferstehung des newen menschen.
  • f. Rom. 6. Ephes. 4. Coloss. 3. 1 Cor. 5
88
In wieuiel stücken stehet die warhafftige busz oder bekerung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des altena, vnd aufferstehung des newen menschen.
  • a. Rom. 6, 4—6. Ephes. 4, 22—24. Coloss. 3, 5—10. 1. Cor. 5, 7
89
Wass ist die Absterbung des alten menschen?

Im die sünde von hertzen lassen leidt sein, und dieselbige je lenger je mehr hassen und fliehena.
  • a. Rom. 8. Ioel 2
89
Was ist die absterbung des alten menschen?

[37]Im die sünde von hertzen lassen leid sein, vnnd dieselbige je lenger je mehr hassen vnd fliehena.
  • a. Rom. 8, 13. Ioel 2, 13
90
Wass ist die Aufferstehung des newen menschen?

[366]Hertzliche freud in Gottb, und lust und lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu lebenc.
  • b. Rom. 5. et 14. Esai. 27 (57?)
  • c. Rom. 6. Galat. 2
90
Was ist die aufferstehung des newen menschen?

Hertzliche freud in Gott durch Christuma, vnd lust vnd lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu lebenb.
  • a. Rom. 5, 1; 14, 17. Esai. 57, 15
  • b. Rom. 6, 10f. Galat. 2, 20
91
Welches seind aber gute werck?

Allein die auss waren glaubend, nach dem gesetz Gottese im zu ehren geschehenf: und nicht die auff unser gutdüncken oder menschen satzung gegründet seindg.
  • d. Rom. 14
  • e. 1 Sam. 11 (15?). Ephes. 2
  • f. 1 Cor. 10
  • g. Deut. 12. Ezech. 20. Esai. 29. Matt. 15
91
Welches seind aber gute werck?

Allein die ausz warem glaubena, nach dem Gesetz Gottesb jm zu ehren geschehenc: vnd nicht die auff vnser gutduncken oder menschen satzung gegründet seind.
  • a. Rom. 14, 23
  • b. 1. Sam. 15, 22. Ephes. 2, 10
  • c. 1. Cor. 10, 31
  • d. Deut. 12, 32. Ezech. 20, 18f. Esai. 29, 13. Matt. 15, 9
92
Wie laut das gesetz des HERRN?

Gott redet alle dise wort.

Das Erste gebot.

Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich auss Egyptenland, auss dem Diensthauss gefüret habe. Du solt kein ander Götter für mir haben.

Das Ander.

Du solt dir kein Bildnuss noch irgendt ein gleichnuss machen, weder dess, das oben im Himmel, noch dess, das unden auff Erden, oder des, das im wasser under der erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch inen dienen. Denn ich der HERR dein Gott, bin ein starcker eyveriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den Kindern biss ins dritte und vier[368]de glied, deren die mich hassen, und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine Gebot halten.

Das Dritte.

Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht missbrauchen, Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Das vierde.

Gedenck des Sabbath tags, das du ihn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, und alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dein Son, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine magt, noch dein Vieh, noch der frembling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR himmel und erden gemacht, und das mehr, und alles was drinnen ist, und rhuete am sibenden tage, darum segnete der HERR den Sabbath tag, und heiliget in.

Das Fünffte.

Du solt dein Vater und deine Mutter ehren, auff dass du lang lebest im Land, das dir der HERR dein Gott gibt.

Das Sechste.

Du solt nit tödten.

Das Sibente.

Du solt nit Ehebrechen.

Das Achte.

Du solt nit stelen. [370]

Das Neünde.

Du solt kein falsch zeugnuss reden wider deinen nechsten.

Das Zehende.

Lass dich nit gelüsten deines nechsten Haus, Lass dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles das dein nechster hat.
  • a. Exod. 20. Deut. 5
92
Wie laut das Gesetz des HERRN?

Gott redet alle diese wort.

Das erst Gebott.

Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich ausz [38]Egyptenland, ausz dem Diensthausz geführet habe. Du solt kein ander Götter für mir haben.

Das Ander.

Du solt dir keine Bildnusz noch jrgendt eine gleichnus machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das vnden auff Erden, oder desz, das im wasser vnder der Erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch jnen dienen. Denn ich der HERR dein Gott, bin ein starcker eyueriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den kindern, bis ins dritte vnd vierde glied, deren die mich hassen: vnnd thue barmhertzigkeyt an viel tausenden die mich lieben, vnd meine Gebott halten.

Das Dritt.

Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht miszbrauchen, Denn der HERR wirdt den nicht vngestrafft lassen, der seinen Namen miszbraucht.

Das vierdt.

Gedenck des Sabbaht tags, dasz du jhn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, vnd alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dein Son, noch deine Tochter, noch dein knecht, noch deine magt, noch dein vieh, noch der frembdling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR Himmel vnd Erden gemacht, vnnd das Meer, vnnd alles was drinnen ist, vnnd rhuete am sibenden tage, darumb segnete der HErr den Sabbath tag, vnd heiliget jn.

Das fünffte.

Du solt dein Vatter vnnd deine Mutter ehren, auff dasz du lang lebest im Land, das dir der HErr dein Gott gibt. [39]

Das sechste.

Du solt nit tödten.

Das sibende.

Du solt nit Ehebrechen.

Das achte.

Du solt nit stelen.

Das neunde.

Du solt kein falsch zeugnusz reden wider deinen Nechsten.

Das zehende.

Lasz dich nit gelüsten deines nechsten hausz, Lasz dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochssen, noch seines Esels, noch alles dasz dein nechster hat.
  • *. Exod. 20. Deut. 5
Der 34. Sontag.
93
Wie werden diese Gebot geteilt?

In zwo Tafelna, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen halten. Die ander in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig seinb.
  • a. Exo. 34. Deut. 4. et 10
  • b. Mat. 22
93
Wie werden diese Gebott getheilt?

In zwo Tafelna, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir vns gegen Gott sollen halten: Die ander in sechs gebotten, was wir vnserem nechsten schuldig seinb.
  • a. Exo. 34, 28. Deut. 4, 13; 10, 3f
  • b. Matt. 22, 37—40
94
Was erfordert der HERR im ersten Gebot?

Dass ich bey verlierung meiner seelen heil und seligkeit alle abgöttereyc, zauberey, aberglaubische segend, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturene, meiden und fliehen sol, Und den einigen waren Gott recht erkennenf, im allein vertraweng, In aller demuth und gedulti, von im allein alles guts gewartenk, und in von gantzem hertzen liebenl, fürchtena und ehrenb: Also dass ich ehe alle creaturen ubergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thuec.
  • c. 1 Cor. 6. et 10
  • d. Levit. 19. Deut. 18
  • e. Matt. 4. Apoc. 19. et 22
  • f. Ioh. 17
  • g. Iere. 17
  • h. 1 Pet. 5
  • i. Hebr. 10. Coloss. 1. Rom. 5. 1 Cor. 10. Phil. 2
  • k. Psal. 104. Esai. 45. Iac. 1
  • l. Deut. 6. Matt. 22
  • a. Deut. 6. Psal. 111. Prov. 1. et 9. Mat. 10
  • b. Mat. 4. Deut. 10
  • c. Matt. 5. et 10. Act. 5
94
Was erfordert der Herr im ersten Gebott?

Dasz ich bey verlierung meiner seelen heil vnd seligkeyt alle abgöttereya, zauberey, abergläubische segenb, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturenc, meiden vnnd fliehen soll, Vnnd den einigen waren Gott recht erkennend, jm allein vertrawene, In aller demutf vnd gedultg, von jm allein alles guts [40]gewartenh, vnd jn von gantzem hertzen liebeni, förchtenk vnnd ehrenl: Also dasz ich ehe alle Creaturen vbergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thuem.
  • a. 1. Cor. 6, 9f.; 10, 7, 14
  • b. Leuit. 19, 31. Deut. 18, 10—12
  • c. Matt. 4, 10. Apoc. 19, 10; 22, 8f
  • d. Ioh. 17, 3
  • e. Iere. 17, 5
  • f. 1. Pet. 5, 5f
  • g. Hebr. 10, 36. Coloss. 1, 11. Rom. 5, 3f. 1. Cor. 10, 10. Philip. 2, 14
  • h. Psal. 104, 27—30. Esai. 45, 7. Iac. 1, 17
  • i. Deut. 6, 5. Matt. 22, 37
  • k. Deut. 6, 2. Psalm. 111, 10. Prouer. 1, 7; 9, 10. Matth. 10, 28
  • l. Matth. 4, 10. Deut. 10, 20
  • m. Matth. 5, 29f.; 10, 37. Actor. 5, 29
95
[372]Was ist Abgötterey?

An stat des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder habe, darauff der mensch sein vertrawen setztd.
  • d. Ephes. 5. 1 Par. 16. Phil. 3. Gale. 4. (sic!) Ephes. 2. 1 Joh. 2 2 Ioh. Ioh. 5
95
Was ist Abgötterey?

An statt des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder haben, darauff der mensch sein vertrawen setzta.
  • a. Ephes. 5, 5. 1. Par. 16, 26. Phil. 3, 19. Gal. 4, 8. Ephes. 2, 12. 1. Ioh. 2, 23. 2. Iohan. 9. Iohan. 5, 23
Der 35. Sontag.
96
Was wil Gott im andern Gebot?

Dass wir Gott in keinen weg verbildene, noch auff irgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollenf.
  • e. Deut. 4. Esai 40. Rom. 1. Act. 17
  • f. 1 Sam. 15. Deut. 12. Mat. 15
96
Was wil Gott im andern Gebott?

Dasz wir Gott in keinen weg verbildena, noch auff jrgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollenb.
  • a. Deut. 4, 15ff. Esai. 40, 18ff., 25. Rom. 1, 23f. Acto. 17, 29
  • b. 1. Sam. 15, 23. Deut. 12, 30—32. Matt. 15, 9
97
Sol man denn gar kein bildnuss machen?

Gott kan und sol keines weges abgebildet werden: die Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbeut doch Gott derselbigen bildnuss zu machen und zu haben, dass man sie verehre oder im damit dienea.
  • a. Exo. 23. et 34. Num. 33. Deut. 7. et 12. 16. 2 Reg. 18
97
Sol man denn gar kein bildnusz machen?

Gott kan vnnd soll keines weges abgebildet werden: die [41]Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbeut doch Gott derselbigen bildtnusz zu machen vnd zuhaben, dasz man sie verehre oder jm damit dienea.
  • a. Exod. 23, 24; 34, 13f. Num. 33, 52. Deut. 7, 5; 12, 3; 16, 22. 2. Reg. 18, 4
98
Mögen aber nicht die bilder als der Leyen bücher, in den Kirchen geduldet werden?

[374]Nein: Denn wir nit sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nit durch stumme götzenb, sonder durch die lebendige predig seines worts wil underwiesen habenc.
  • b. Iere. 10. Habac. 2
  • c. 2 Pet. 1. 2 Tim. 3
98
Mögen aber nicht die bilder als der Leyen bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein: Denn wir nicht sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheyt nicht durch stumme Götzena, sonder durch die lebendige predig seines worts wil vnderwiesen habenb.
  • a. Iere. 10, 8. Habac. 2, 18f
  • b. 2. Pet. 1, 19. 2. Tim. 3, 16f
Der 36. Sontag.
99
Was wil das dritt Gebot?

Das wir nicht allein mit fluchend, oder mit falschem ayde: sonder auch mit unnötigem schwerenf den Namen Gottes nicht lestern oder missbrauchen, noch uns mit unserm stilschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Und in summa, dass wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchena, auff dass er von uns recht bekentb, angeruffenc, und in all unsern worten und werckend gepriesen werde.
  • d. Levi. 24
  • e. Levi. 19
  • f. Matt. 5. Iac. 5
  • a. Esai. 45
  • b. Matt. 10. 1 Tim. 2
  • d. Rom. 2. 1 Tim. 6. Coloss. 3
99
Was wil das dritt Gebott?

Dasz wir nicht allein mit fluchena, oder mit falschem eydeb, sonder auch mit vnnötigem schwerenc den Namen Gottes nicht lestern oder miszbrauchen, noch vns mit vnserm stillschweigen vnnd zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Vnd in summa, dasz wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht vnd ehrerbietung gebrauchend, auff dasz er von vns recht bekendte, angeruffenf, vnd in allen vnsern worten vnd werckeng gepriesen werde.
  • a. Leuit. 24, 10—16
  • b. Leui. 29. [19, 12.]
  • c. Matt. 5, 37. Iacob. 5, 12
  • d. Esai. 45, 23
  • e. Matt. 10, 32
  • f. 1. Tim. 2, 8
  • g. Rom. 2, 24. 1. Tim. 6, 1. Coloss. 3, 16f
100
Ist denn mit schweren und fluchen Gottes Namen lestern, so ein schwere sünd, dass Gott auch uber die zürnet, die, soviel an inen ist, dieselbe nicht helffen wehren und verbieten?

Ja freyliche, Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens, [376]Darumb er sie auch mit dem todt zustraffen befohlen hatf.
  • e. Levit. 5
  • f. Levi. 24
100
Ist denn mit schweren vnd fluchen Gottes Namen lestern, so ein schwere sünd, dasz Gott auch vber die zürnet, die, souiel an jnen ist, dieselbe nicht helffen wehren vnnd verbieten?

[42]Ja freilicha: Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens, Darumb er sie auch mit dem todt zustraffen befohlen hatb.
  • a. Leuit. 5, 1
  • b. Leui. 24, 15f
Der 37. Sontag.
101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Ayd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeit von iren underthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe und warheit zu Gottes ehr und des nechsten heil dardurch zuerhalten und zu fürdern. Denn solches aydschweren ist in Gottes wort gegründeta, und derhalben von den Heiligen im alten und newen Testament recht gebrauchet wordenb.
  • a. Deut. 6. et 10. Esai. 48. Heb. 6
  • b. Gen. 21. et 31. Esai. 9. 1 Sam. 24. 2 Sam. 3. 1 Reg. 1. Rom. 1. 2 Cor. 1
101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Ayd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeyt von jren vnderthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe vnd warheyt zu Gottes ehr, vnd des nechsten heil dardurch zu erhalten vnnd zu fürdern. Denn solches Eydschweren ist in Gottes wort gegründeta, vnd derhalben von den Heiligen im alten vnd newen Testament recht gebrauchet wordenb.
  • a. Deut. 6, 13; 10, 20. Esai. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • b. Gen. 21, 24; 31, 53f. Iosu. 9, 15, 19. 1. Sam. 24, 22. 2. Sam. 3, 35. 1. Reg. 1, 29. Rom. 1, 9. 2. Cor. 1, 23
102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen ayd schweren?

Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, dass er als der einig hertzkündiger, der warheit zeugnuss wölle geben, und mich straffen, so ich falsch schwerec, welche ehre denn keiner creaturen gebüretd.
  • c. 2 Cor. 1
  • d. Mat. 5. Iacob. 5
102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen ayd schweren?

Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, dasz er als der einig hertzkündiger, der warheyt zeugnusz wölle geben, vnd mich straffen, so ich falsch schwerea, welche ehre denn keiner Creaturen gebüretb.
  • a. 2. Cor. 1, 23
  • b. Matt. 5, 34—36. Iaco. 5, 12
Der 38. Sontag.
103
Wass wil Gott in dem vierdten gebot?

Gott wil erstlich, dass das Predigampt und schulen erhalten werdene, und ich sonderlich am feiertag zu der gemeine Gottes vleissig kommea, das wort Gottes zu lernenb, die heiligen Sacrament zugebrau[378]chenc, den HERREN offentlich anzuruffend, und das Christlich almoss zu gebene. Zum andern, dass ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feiere, den HERREN durch seinen Geist in mir wircken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem leben anfangf.
  • e. Tit. 1. 1 Tim. 3. 4 et 5. 1 Cor. 9. 2 Tim. 2. et 3
  • a. Psal. 40. et 68. Act. 3
  • b. 1 Cor. 14
  • c. 1 Cor. 11
  • d. 1 Tim. 2. 1 Cor. 14
  • e. 1 Cor. 16
  • f. Esai. 66
103
Was wil Gott in dem vierdten gebott?

Gott wil erstlich, dasz das Predigampt vnd Schulen erhalten [43]werdena, vnnd ich, sonderlich am Feiertag, zu der gemeine Gottes vleissig kommeb, das wort Gottes zulernenc, die heiligen Sacrament zugebrauchend, den HERREN offentlich anzuruffene, vnnd das Christlich Almosz zugebenf: Zum andern, dasz ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feiere, den Herren durch seinen Geist in mir wircken lasse, vnd also den ewigen Sabbath in diesem leben anfangg.
  • a. Tit. 1, 5. 1. Tim. 3, 14f.; 4, 13ff.; 5, 17. 1. Cor. 9, 11, 13f. 2. Tim. 2, 2; 3, 15
  • b. Psal. 40, 10f.; 68, 27. Actor. 2, 42, 46
  • c. 1. Cor. 14, 19, 29, 31
  • d. 1. Cor. 11, 33
  • e. 1. Tim. 2, 1—3, 8—10. 1. Cor. 14, 16
  • f. 1. Cor. 16, 2
  • g. Esai. 66, 23
VIII. LECTIO. Der 39. Sontag.
104
Wass wil Gott im fünfften Gebot?

Dass ich meinem Vater und Mutter, und allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe und trewe beweisen, und mich aller guten lehr und straff, mit gebürlichem gehorsam underwerffeng, und auch mit iren gebrechen gedult haben solh, dieweil uns Gott durch ire hand regieren wili.
  • g. Ephes. 5. et 6. Coloss. 3. Prov. 1. 4. 15. et 20. Exo. 21. Rom. 13
  • h. Prov. 23. Gen. 9. 1. Pet. 2
  • i. Ephes. 6. Coloss. 3. Rom. 13. Mat. 22
104
Was wil Gott im fünfften gebott?

Dasz ich meinem Vatter vnd Mutter, vnd allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe vnd trewe beweisen, vnd mich aller guten Lehr vnnd straff, mit gebürlichem gehorsam vnderwerffena, vnnd auch mit jhren gebrechen gedult haben sollb, dieweil vns Gott durch jre hand regieren wilc.
  • a. Ephes. 5, 22; 6, 1f., 5. Coloss. 3, 18, 20—24. Prou. 1, 8; 4, 1; 15, 20; 20, 20. Exod. 21, 17. Rom. 13, 1
  • b. Prou. 23, 22. Gen. 9, 24f. 1. Pet. 2, 18
  • c. Ephes. 6, 4, 9. Coloss. 3, 19, 21. Rom. 13, 2—7. Matth. 22, 21
Der 40. Sontag.
105
Was wil Gott in dem sechsten gebot?

Dass ich meinen nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödtena: sonder alle rachgirigkeit ablegenb, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben solc. Darumb auch die Oberkeit, dem todschlag zu weren, das Schwert tregtd.
  • a. Matt. 5. et 26. Gen. 9
  • b. Ephes. 4. Rom. 12. Matt. 5. et 18
  • c. Rom. 13. Coloss. 2. Syr. 3. Matt. 4
  • d. Gen. 9. Exo. 21. Mat. 26. Rom. 13
105
Was wil Gott in dem sechsten gebott?

Das ich meinen nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödtena: sonder alle rachgirigkeyt ablegenb, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben solc. Darumb [44]auch die Oberkeyt, dem todschlag zu weren, das Schwert tregtd.
  • a. Matt 5, 21f.; 26, 52. Gen. 9, 6
  • b. Ephes. 4, 26. Rom. 12, 19. Matt. 5, 25; 18, 35
  • c. Rom. 13, 14. Coloss. 2, 23. Syr. 3, 27. Matt. 4, 7
  • d. Gen. 9, 6. Exod. 21, 14. Matt. 26, 52. Rom. 13, 4
106
Redet doch diss gebot allein von tödten?

Es wil uns aber Gott durch verbietung des Todt[380]schlags lehren, dass er die wurtzel des todtschlags, als neide, hassf, zorng, Rachgirigkeit, hasset, und das solches alles für im ein heimlicher todtschlag seyeh.
  • e. Rom. 1
  • f. 1 Ioh. 2
  • g. Iac. 2. Gal. 5
  • h. 1 Ioh. 3
106
Redet doch disz gebott allein von tödten?

Es wil vns aber Gott durch verbietung des todtschlags lehren, dasz er die wurtzel des todtschlags, als neida, haszb, zornc, rachgirigkeyt, hasset, vnd das solches alles für jhm ein heimlicher todtschlag seyed.
  • a. Rom. 1, 28—32
  • b. 1. Ioh. 2, 9—11
  • c. Iac. 2. [1, 20]. Galat. 5, 19—21
  • d. 1. Ioh. 3, 15
107
Ists aber damit gnug, dass wir unsern nechsten, wie gemelt, nit tödten?

Nein. Denn in dem Gott neid, hass und zorn verdamt: wil er von uns haben, dass wir unsern nechsten lieben als uns selbsta, gegen im gedult, friede, sanfftmuthb, barmhertzigkeitc und freundligkeitd erzeigen, seinen schaden, soviel uns möglich, abwendene, und auch unsern feinden guts thunf.
  • a. Mat. 7. et 22
  • b. Ephes. 4. Gal. 6. Matt. 5. Rom. 12
  • c. Matt. 5. Luc. 6
  • d. Rom. 12
  • e. Exo. 23
  • f. Mat. 5. Rom. 12
107
Ists aber damit gnug, dasz wir vnsern nechsten, wie gemeldt, nit tödten?

Nein. Denn in dem Gott neid, hasz vnd zorn verdampt: wil er von vns haben, dasz wir vnsern Nechsten lieben als vns selbsta, gegen jm gedult, friede, sanfftmutb, barmhertzigkeytc vnd freundligkeytd erzeigen, seinen schaden, so viel vns möglich, abwendene, vnd auch vnsern feinden guts thunf.
  • a. Matt. 7, 12; 22, 39
  • b. Ephes. 4, 2. Galat. 6, 1f. Matt. 5, 5. Rom. 12, 18
  • c. Matt. 5, 7. Luc. 6, 36
  • d. Rom. 12, 10
  • e. Exod. 23, 5
  • f. Matt. 5, 44f. Rom. 12, 20f
Der 41. Sontag.
108
Wass wil das siebende Gebot?

Dass alle unkeuscheit von Gott vermaledeiet seyg, und dass wir darumb ir von hertzen feind seinh, und keusch und züchtig leben solleni, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselbenk.
  • g. Deut. 18
  • h. Iudae 1
  • i. 1 Thess. 4
  • k. Heb. 13. 1 Cor. 7
108
Was will das siebende Gebott?

[45]Dasz alle vnkeuschheyt von Gott vermaledeyet seya, vnd dasz wir darumb jr von hertzen feind seinb, vnd keusch vnd züchtig leben sollenc, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselbend.
  • a. Deut. 18
  • b. Iudae 22f
  • c. 1. Thes. 4, 3—5
  • d. Hebr. 13, 4. 1. Cor. 7, 4
109
Verbeut Gott in diesem gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen schanden?

Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geists sein, so wil er, dass wir sie beyde sauber und heilig bewaren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, worta, gedancken, lustb, und was den menschen darzu reitzen magc.
  • a. Ephes. 5. 1 Cor. 6
  • b. Mat. 5
  • c. Ephes. 5. 1 Cor. 15
109
Verbeut Gott in diesem gebott nichts mehr denn Ehebruch vnd dergleichen schanden?

Dieweil beyde vnser leib vnnd seel Tempel des heiligen Geists sein, so will er, dasz wir sie beyde sauber vnnd heilig bewaren. Verbeut derhalben alle vnkeusche thaten, geberden, worta, gedancken, lustb, vnd was den menschen darzu reitzen magc.
  • a. Ephes. 5, 3f. 1. Cor. 6, 18—20
  • b. Matt. 5, 27f
  • c. Ephes. 5, 18. 1. Cor. 15, 33
Der 42. Sontag.
110
[382]Was verbeut Gott im achten Gebot?

Er verbeut nicht allein den diebstald und raubereye, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück und anschlege, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtensf: als unrechtem gewichtg, Elln, massh, wahre, müntz, wucheri, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitzk, und unnütze verschwendung seiner gabenl.
  • d. 1 Cor. 6
  • e. 1 Cor. 5
  • f. Luc. 3. 1 Thess. 4
  • g. Prov. 11. et 16
  • h. Eze. 45. Deut. 25
  • i. Psal. 15. Luc. 6
  • k. 1 Cor. 6
  • l. Prov. 5
110
Was verbeut Gott im achten gebott?

Er verbeut nicht allein den diebstala vnd raubereyb, welche die Oberkeyt strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück vnd anschläge, damit wir vnsers nechsten gut gedencken an vns zubringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtensc: als vnrechtem gewichtd, Ellen, masze, wahre, müntz, wucherf, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitzg, vnd vnnütze verschwendung seiner gabenh. [46]
  • a. 1. Cor. 6, 10
  • b. 1. Cor. 5, 10
  • c. Luc. 3, 14. 1. Thess. 4, 6
  • d. Prou. 11, 1; 16, 11
  • e. Ezec. 45, 9f. Deut. 25, 13—15
  • f. Psalm. 15, 5. Luc. 6, 35
  • g. 1. Cor. 6, 10
  • h. Proue. 5, 16
111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebot?

Dass ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fürdere, gegen im also handle, wie ich wolte dass man mit mir handletea, und trewlich arbeite, auff dass ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mögb.
  • a. Mat. 7
  • b. Ephes. 4
111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebott?

Dasz ich meines nechsten nutz, wo ich kan vnd mag, fürdere, gegen jm also handle, wie ich wolte das man mit mir handletea, vnd trewlich arbeite, auff das ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mögb.
  • a. Matt. 7, 12
  • b. Ephes. 4, 28
Der 43. Sontag.
112
Was wil das neund gebot?

Das ich wider niemand falsche zeugnuss gebec, niemand seine wort verkered, kein affterreder und lesterer seiee, Niemand unverhört, und leichtlich verdammen helffef: sonder allerley liegen und triegen, als eigene werck des Teufelsg, bey schwerem Gottes zorn vermeideh, In gerichts und allen andern handlungen die warheit liebe, auffrichtig sage und [384]bekennei, auch meines nechsten ehre und glimpff nach meinem vermögen rette und fürderek.
  • c. Prov. 19. et 21
  • d. Psal. 15
  • e. Rom. 1
  • f. Mat. 7. Luc. 6
  • g. Ioh. 8
  • h. Prov. 12. et 13
  • i. 1 Cor. 13. Ephes. 4
  • k. 1 Pet. 4
112
Was wil das neund gebott?

Dasz ich wider niemand falsche zeugnusz gebea, niemand seine wort verkereb, kein affterreder vnn lesterer seyec, Niemand vnuerhört, vnd leichtlich verdammen helffed: sonder allerley liegen vnnd triegen, als eigene werck des Teuffelse bey schwerem Gottes zorn vermeidef, In gerichts vnnd allen andern handlungen die warheyt liebe, auffrichtig sage vnd bekenneg, auch meines Nechsten ehre vnd glimpff nach meinem vermögen rette vnd fürdereh.
  • a. Prou. 19, 5, 9; 21, 28
  • b. Psalm. 15, 3
  • c. Rom. 1, 28, 30
  • d. Matt. 7, 1f. Luc. 6, 37
  • e. Ioh. 8, 44
  • f. Prou. 12, 22; 13, 5
  • g. 1. Cor. 13, 6. Ephes. 4, 25
  • h. 1. Pet. 4, 8
Der 44. Sontag.
113
Was wil das zehend Gebot?

Dass auch die geringste lust oder gedancken wider irgend ein gebot Gottes, in unser hertz nimmermehr komen: sonder wir für und für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollena.
  • a. Rom. 7
113
Was will das zehend gebott?

Dasz auch die geringste lust oder gedancken wider jrgend ein gebott Gottes, in vnser hertz nimmermehr kommen: sonder wir für vnnd für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, vnd lust zu aller gerechtigkeyt haben sollena.
  • a. Rom. 7, 7f
114
Können aber die zu Gott bekeret sind, solche gebot volkömlich halten?

Nein: sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsamsb: doch also, dass sie mit ernstlichem fürsatz nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zulebenc.
  • b. 1 Ioh. 1. Rom. 7. Eccl. 7
  • c. Rom. 7. Luc. 2
114
[47]Können aber, die zu Gott bekeret sind, solche gebott volkömlich halten?

Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsamsa: doch also, dasz sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zu lebenb.
  • a. 1. Ioh. 1, 8—10. Rom. 7, 14f. Eccles. 7, 21
  • b. Rom. 7, 22. Iac. 2, 10f
115
Warumb lest uns denn Gott also scharff die zehen Gebot predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich auff das wir unser gantzes lebenlang unser sündliche art je lenger je mehr erkennend, und soviel desto begiriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchena. Darnach das wir one [386]underlass uns befleissen, und Gott bitten umb die gnade des heiligen Geists, dass wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, biss wir das ziel der volkommenheit nach diesem leben erreichenb.
  • d. 1 Ioh. 1. Psal. 32
  • a. Rom. 7
  • b. 1 Cor. 9. Phil. 3
115
Warumb lest vns denn Gott also scharff die zehen Gebott predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich auff dasz wir vnser gantzes lebenlang vnser sündliche art je lenger je mehr erkennena, vnnd souiel desto begieriger vergebung der sünden vnd gerechtigkeyt in Christo suchenb. Darnach dasz wir one vnderlasz vns befleissen, vnn Gott bitten vmb die gnade des heiligen Geists, dasz wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, bisz wir das ziel der volkommenheyt nach diesem leben erreichenc.
  • a. 1. Ioh. 1, 9. Psalm. 32, 5
  • b. Rom. 7, 24f
  • c. 1. Cor. 9, 24f. Philip. 3, 11—14
IX. LECTIO. Der 45. Sontag.
116
Warumb ist den Christen das gebet nötig?

Darumb dass es das fürnembste stück der danckbarkeit ist, welche Gott von uns erfordertc, Und dass Gott seine gnade und heiligen Geist allen denen wil geben, die in mit hertzlichem seufftzen one underlass darumb bitten, und im darfür danckend.
  • c. Psal. 50
  • d. Matt. 7. Luc. 11. Matt. 13
116
Warumb ist den Christen das Gebet nötig?

Darumb dasz es das fürnembste stück der danckbarkeyt ist, welche Gott von vns erforderta, Vnnd das Gott seine gnade vnnd heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit hertzlichem [48]seufftzen one vnderlasz darumb bitten, vnd jm darfür danckenb.
  • a. Psal. 50, 14f
  • b. Matt. 7, 7f. Luc. 11, 9f., 13. Matt. 13, 12
117
Was gehöret zu einem solchen gebet das Gott gefalle, und vom im erhöret werde?

Erstlich dass wir allein den einigen waren Gott, der sich uns in seinem wort hat offenbareta, umb alles dass er uns zu bitten befohlen hatb, von hertzen anruffenc. Zum andern dass wir unsere noht und elend recht gründlich erkennend, uns für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigene. Zum dritten, dass wir diesen festen grund habenf, dass er unser gebet, unangesehen dass wirs unwirdig seind, doch umb des HERRN Christi willen gewisslich wölle erhöreng, wie er uns in seinem wort verheissen hath.
  • a. Ioh. 4
  • b. Rom. 8. 1 Ioh. 5
  • c. Ioh. 4
  • d. 2 Pa. 20
  • e. Psal. 2. et 34. Esai. 66
  • f. Rom. 10. Iac. 1
  • g. Ioh. 14. Dan. 9
  • h. Mat. 7. Psal. 143
117
Was gehöret zu einem solchen Gebet das Gott gefalle, vnd von jm erhöret werde?

Erstlich dasz wir allein den einigen waren Gott, der sich vns in seinem wort hat offenbareta, vmb alles dasz er vns zu bitten befohlen hatb, von hertzen anruffenc. Zum andern dasz wir vnsere noth vnnd elend recht gründtlich erkennend, vnsz für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigene. Zum dritten, dasz wir diesen festen grund habenf, dasz er vnser Gebet, vnangesehen dasz wirs vnwirdig seind, doch vmb des HERRN Christi willen gewiszlich wölle erhöreng, wie er vns in seinem wort verheissen hath.
  • a. Ioh. 4, 22—24
  • b. Rom. 8, 26. 1. Iohan. 5, 14
  • c. Iohan. 4, 23f
  • d. 2. Pa. 20, 12
  • e. Psalm. 2, 11; 34, 19. Esai 66, 2
  • f. Rom. 10, 14. Iac. 1, 6
  • g. Ioh. 14, 13—16. Dan. 9, 17f
  • h. Matt. 7, 8. Psal. 143, 1
118
[388]Was hat uns Gott befohlen von im zu bitten?

Alle geistlichen und leiblichen notdurffti, welche der HERR Christus begriffen hat in dem Gebet, das er uns selbst gelehret.
  • i. Iacob. 1. Matt. 6
118
Was hat vns Gott befohlen von jm zu bitten?

Alle geistliche vnd leibliche notturfta, welche der HErr Christus begriffen hat in dem Gebet, dasz er vns selbst gelehret.
  • a. Iacob. 1, 17. Matth. 6, 33
119
Wie lautet dasselbe?

Unsera Vater der du bist in himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im himmel. Unser teglich brod gib uns heut. Und vergib uns unser schult, als auch wir vergeben unsern schuldigern. Und füre uns nicht in versuchung, sonder erlöse uns von bösen. Denn dein ist das reich, und die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, Amen.
  • a. Mat. 6. Luc. 11
119
Wie lautet dasselbe?

Vnsera Vatter der du bist in Himmeln, Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im Himmel. Vnser täglich brot [49]gib vns heut. Vnd vergib vns vnser schuld, als auch wir vergeben vnsern schüldigern. Vnd füre vns nicht in versuchung, sonder erlöse vns vom bösen. Denn dein ist das reich, vnd die krafft, vnnd die herrligkeyt in ewigkeyt, Amen.
  • a. Matt. 6, 9ff. Luc. 11, 2—4
Der 46. Sontag.
120
Warumb hat uns Christus befohlen Gott also anzureden, Unser Vater?

Dass er gleich im anfang unsers gebets in uns erwecke die kindliche furcht und zuversicht gegen Gott, welche der grund unsers gebets sol sein: Nemlich, dass Gott unser Vater durch Christum worden sey, und wolle uns viel weniger versagen, warumb wir in im glauben bitten, denn unsere Vater uns irdische ding abschlagena.
  • a. Matt. 7. Luc. 11
120
Warumb hat vns Christus befohlen Gott also anzureden, Vnser Vatter?

Dasz er gleich im anfang vnsers Gebets in vns erwecke die kindliche forcht vnd zuuersicht gegen Gott, welche der grund vnsers Gebets soll sein: Nemlich, dasz Gott vnser Vatter durch Christum worden sey, vnnd wölle vns viel weniger versagen, warumb wir jn im glauben bitten, denn vnsere Vätter vns jrdische ding abschlagena.
  • a. Matt. 7, 9—11. Luc. 11, 11—13
121
Warumb wird hinzugethan, Der du bist in himmeln?

[390]Auff dass wir von der himlischen Maiestet Gottes nichts irdisch gedenckenb, und von seiner almechtigkeit alle notdurfft leibs und der seelen gewartenc.
  • b. Iere. 23. Act. 17
  • c. Rom. 10
121
Warumb wird hinzu gethan, Der du bist in Himmeln?

Auff dasz wir von der Himmlischen Maiestet Gottes nichts jrdisch gedenckena, vnd von seiner allmechtigkeyt alle notturfft leibs vnd der seelen gewartenb.
  • a. Iere. 23, 23f. Actor. 17, 24f., 27
  • b. Rom. 10, 12
Der 47. Sontag.
122
Was ist die erste Bitt?

Geheiliget werde dein name, das ist, gib uns erstlich dass wir dich recht erkennena, und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeit, weissheit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rhümen und preisenb. Darnach auch dass wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, dass dein Name umb unsert willen nit gelestert, sonder geehret und gepriesen werdec.
  • a. Ioh. 17. Matt. 16. Iac. 1. Psal. 119
  • b. Psal. 119. Rom. 11
  • c. Psal. 71. et 115
122
Was ist die erste Bitt?

[50]Geheiliget werde dein name, das ist, gib vns erstlich dasz wir dich recht erkennena, vnnd dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeyt, weiszheyt, güte, gerechtigkeyt, barmhertzigkeyt vnn warheyt, heiligen, rümen vnd preisenb. Darnach auch dasz wir vnser gantzes leben, gedancken, wort vnd werck dahin richten, dasz dein Name vmb vnsert willen nit gelestert, sonder geehret vnd gepriesen werdec.
  • a. Ioh. 17, 3. Matt. 16, 17. Iacob. 1, 5. Psal. 119, 105
  • b. Psal. 119, 137. Rom. 11, 22, 33
  • c. Psal. 71, 8; 115, 1
Der 48. Sontag.
123
Was ist die ander Bitt?

Zukom dein Reich, das ist, Regiere uns also durch dein wort und geist, dass wir uns dir je lenger je mehr underwerffend: erhalt und mehre deine kirchene, und zerstöre die werck des Teuffels, und allen gewalt der sich wider dich erhebt, und alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werdenf, biss die volkommenheit deines Reichs hertzu kommeg, darin du wirst alles in allen seina.
  • d. Matt. 6. Psal. 119. et 143
  • e. Psal. 51. et 122
  • f. 1 Ioh. 3. Rom. 16
  • g. Apoc. 22. Rom. 8
  • a. 1 Cor. 15
123
Was ist die ander Bitt?

Zukom dein reich, das ist, regiere vns also durch dein wort vnnd geist, dasz wir vns dir je lenger je mehr vnderwerffena: erhalt vnd mehre deine Kirchenb, vnnd zerstöre die werck des Teuffels, vnd allen gewalt der sich wider dich erhebt vnd alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werdenc, bisz die volkommenheyt deines Reichs herzu kommed, darinn du wirst alles in allen seine.
  • a. Matt. 6, 33. Psal. 119, 5; 143, 10
  • b. Psal. 51, 20; 122, 6f
  • c. 1. Ioh. 3, 8. Rom. 16, 20
  • d. Apoc. 22, 17, 20. Rom. 8, 22f. 1. Cor. 15, 28
Der 49. Sontag.
124
Was ist die dritte Bitt?

Dein Wil geschehe auff erden wie im himmel, das [392]ist, verleihe dass wir und alle menschen unserm eigenen willen absagenb, und deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchenc, dass also jederman sein ampt und beruff so willig und trewlich aussrichted, wie die Engel im himmele.
  • b. Matt. 16. Tit. 2
  • c. Luc. 22
  • d. 1 Cor. 7
  • e. Psal. 103
124
Was ist die dritte Bitt?

Dein will geschehe auff Erden wie im Himmel, das ist, verleihe dasz wir vnnd alle menschen vnserm eigenen willen absagena, vnnd deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchenb, dasz also jederman sein ampt vnnd beruff so willig vnnd trewlich auszrichtec, wie die Engel im Himmeld.
  • a. Matt. 16, 24. Tit. 2, 12
  • b. Luc. 22, 42
  • c. 1. Cor. 7, 24
  • d. Psal. 103, 20f
Der 50. Sontag.
125
Was ist die vierde Bitt?

Gib uns heut unser teglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblichen notdurfft versorgenf, auff dass wir dardurch erkennen, dass du der einig ursprung alles guten bistg, und dass one deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeiena, und wir derhalben unser vertrawen von allen Creaturen abziehen, und allien auff dich setzenb.
  • f. Psal. 104. et 145. Matt. 6
  • g. Act. 14. et 17
  • a. 1 Cor. 15. Deut. 8. Psal. 37
  • b. Psal. 55. et 62
125
[51]Was ist die vierde Bitt?

Gib vns heut vnser teglich brodt, das ist, wollest vns mit aller leiblichen notturfft versorgena, auff dasz wir dardurch erkennen, dasz du der einig vrsprung alles guten bistb, vnnd dasz one deinen segen, weder vnsere sorgen vnnd arbeit, noch deine gaben vns gedeienc, vnd wir derhalben vnser vertrawen von allen Creaturen abziehen, vnnd allein auff dich setzend.
  • a. Psal. 104, 27f.; 145, 15f. Matt. 6, 25f
  • b. Actor. 14, 17; 17, 27f
  • c. 1. Cor. 15, 58. Deut. 8, 3. Psal. 37, 16f
  • d. Psal. 55, 23; 62, 11
Der 51. Sontag.
126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib uns unsere schuld, als auch wir vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, aach das böse, so uns noch immerdar anhenget umb des bluts Christi willen nit zurechnenc, wie auch wir diss zeugnuss deiner gnad in uns befinden, dass unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zuverzeihend.
  • c. Psal. 51. et 143. 1 Ioh. 2
  • d. Mat. 6
126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib vns vnsere schuld, als auch wir vergeben vnsern schuldigern, das ist, wollest vns armen sündern alle vnsere missethat, auch das böse, so vns noch jmmerdar anhenget, vmb des bluts Christi willen nicht zurechnena, wie auch wir disz zeugnusz deiner gnad in vns befinden, dasz vnser gantzer fürsatz ist, vnserm nechsten von hertzen zuuerzeihenb.
  • a. Psal. 51, 1—5; 143, 2. 1. Ioh. 2, 1f
  • b. Matt. 6, 14f
Der 52. Sontag.
127
Was ist die sechste Bitt?

Und für uns nit in versuchung, sonder erlöse uns [394]vom bösen, das ist, dieweil wir auss uns selbst so schwach sein, dass wir nit einen augenblick bestehen könnena, und darzu unsere abgesagte feind, der Teufelb, die weltc, und unser eigen fleischd, nit auffhören uns anzufechten: so wollest uns erhalten und stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff das wir inen mögen festen widerstand thun, und in diesem geistlichen streit nit unden ligene, biss dass wir entlich den sieg volkomlich behaltenf.
  • a. Ioh. 15. Psal. 103
  • b. 1 Pet. 5. Ephes. 6
  • c. Ioh. 15
  • d. Rom. 7. Galat. 5
  • e. Mat. 26. Mar. 13
  • f. 1 Thess. 3. et 5
127
Was ist die sechste bitt?

Vnd füre vns nit in versuchung, sonder erlöse vns vom bösen, dz ist, dieweil wir ausz vns selbst so schwach sein, dasz wir nit einen augenblick bestehen könnena vnnd darzu vnsere abgesagte feind, der Teuffelb, die weltc, vnn vnser eigen fleischd, nit auffhören vns anzufechten: so wollest vns [52]erhalten vnnd stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff dasz wir jnen mögen festen widerstand thun, vnd in diesem geistlichen streit nit vnden ligene, bisz dasz wir endlich den sieg volkomlich behaltenf.
  • a. Ioh. 15, 5. Psal. 103, 14—16
  • b. 1. Pet. 5, 8. Ephes. 6, 12
  • c. Joh. 15, 19
  • d. Rom. 7, 23. Galat. 5, 17
  • e. Matt. 26, 41. Marc. 13, 33
  • f. 1. Thes. 3, 13; 5, 23f
128
Wie beschleust du diss Gebet?

Denn dein ist das Reich, die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, dass du als unser König, und aller ding mechtig, uns alles guts geben wilst, und kanstg, und dass dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig sol gepriesen werdenh.
  • g. Rom. 10. 2 Pet. 2
  • h. Ioh. 14. Psal. 115
128
Wie beschleust du disz Gebet?

Denn dein ist das Reich, die krafft, vnnd die herrligkeyt in ewigkeyt, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, dasz du als vnser König, vnnd aller ding mechtig, vns alles guts geben wilst, vnnd kansta, vnnd dasz dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig soll gepriesen werdenb.
  • a. Rom. 10, 11f. 2. Pet. 2, 9
  • b. Ioh. 14, 13. Psal. 115, 1
129
Was bedeut das wörtlein, Amen?

Amen heist, das sol war und gewiss sein. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, dass ich solches von ihm begerea.
  • a. 2 Cor. 1. 2 Tim. 2
129
Was bedeut das wörtlein, Amen?

Amen heist, das soll war vnd gewisz sein. Denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, dasz ich solches von jhm begerea.
  • a. 2. Cor. 1, 20. 2. Tim. 2, 13