Heidelberg Catechism

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Catechismus 2nd ed. 1563 (Libri symbolici, Vinke, 1846) German
Der Heidelberger Katechismus Wien 1885 German
1
[302]Was ist dein einiger trost in leben und in sterben?

Dass ich mit Leib und Seel, beyde in leben und in sterbena, nicht meinb, sondern meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen binc, der mit seinem thewren blutd, für alle meine sünden volkomlich bezalete, und mich auss allem gewalt des Teufels erlöset hatf, und also bewaretg, dass ohne den willen meines Vaters im himmel, kein haar von meinem haupt kan fallenh, ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen mussi. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichertk, und im forthin zu leben von hertzen willig und bereit machtl.
  • a. Rom. 14
  • b. 1 Cor. 6
  • c. 1 Cor. 3
  • d. 1 Pet. 1
  • e. 1 Ioan. 1 et 2
  • f. 1 Ioan. 3
  • g. Ioan. 6
  • h. Matt. 10. Luc. 21
  • i. Rom. 8
  • k. 2 Cor. 1. Ephes. 1. Rom. 8
  • l. Rom. 8
1
[3]Was ist dein einiger Trost im Leben und im Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Sterben1, nicht mein2, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin3, der mit seinem theuren Blute für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlet4, und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöset hat5, und also bewahret6, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen7, ja auch mir Alles zu meiner Seligkeit dienen muss8. Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen Lebens versichert9, und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht10.
  • 1. Röm. 14, 8
  • 2. 1 Cor. 6, 19. 20
  • 3. 1 Cor. 3, 22. 23. Tit. 2, 14
  • 4. 1 Petr. 1, 18. 19. 1 Joh. 1, 7. 1 Joh. 2, 1. 2
  • 5. Hebr. 2, 14. 15. 1 Joh. 3, 8
  • 6. Joh. 6, 39. Joh. 10, 28. 2 Thess. 3, 3. 1 Petr. 1, 5
  • 7. Matth. 10, 30. Luc. 21, 18
  • 8. Röm. 8, 28
  • 9. 2 Cor. 1, 21. 22. 2 Cor. 5, 5. Ephes. 1, 14. Röm. 8, 16
  • 10. Röm. 8, 14. 1 Joh. 3, 3
2
Wieviel stück seind dir nötig zu wissen, dass du in diesem trost seliglich leben und sterben mögest?

Drey stücka. Erstlich wie gross meine sünde und [304]elend seyenb. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werdec. Und zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung soll danckbar seind.
  • a. Luc. 24. 1 Cor. 6. Tim. (Tit.?) 3
  • b. Ioha. 6. et 15
  • c. Ioha. 17
  • d. Ephes. 5
2
Wie viel Stücke sind dir nöthig zu wissen, dass du in diesem Trost seliglich leben und sterben mögest?

Drei Stücke1; erstlich: wie groß meine Sünde und Elend sei2; zum andern: wie ich von allen meinen Sünden und Elend erlöset werde3; und [4]zum dritten: wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein4.
  • 1. Matth. 11, 28. 29. 30. Ephes. 5, 8. 9
  • 2. Röm. 7, 24. Joh. 9, 41. Matth. 9, 12. Röm. 3, 11. 1 Joh. 1, 9. 10
  • 3. Röm. 7, 24. 25
  • 4. Ephes. 5, 9. 10. Col. 3, 17. Ps. 50, 14. Matth. 5, 16. 1 Petr. 2, 9. 10. 11. 12. Röm. 6, 13. 2 Tim. 2, 15
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
3
Woher erkennestu dein elend?

Auss dem Gesetz Gottese.
  • e. Rom. 3
3
Woher erkennest du dein Elend?

Aus dem Gesetze Gottes1.
  • 1. Röm. 3, 20. Röm. 7, 7
4
Wass erfordert denn das Göttlich gesetz von uns?

Diss lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22. Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und allen krefften, diss ist das fürnemste und das gröste gebot: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen Gebotten hanget das gantze gesetz und die Propheten.
4
Was erfordert denn das göttliche Gesetz von uns?

Dies lehret uns Christus in einer Summa, Matth. am 22. Kap. V. 37. 38. 39. 40: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und allen Kräften. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten1.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 5. 3 B. Mos. 19, 18. Marc. 12, 30. 31. Luc. 10, 27
5
Kanstu diss alles volkomlich halten?

Neina: denn ich bin von Natur geneigt Gott und meinen Nechsten zu hassenb.
  • a. Rom. 3. 1 Ioha. 1
  • b. Rom. 8. Ephes. 2
5
Kannst du dies Alles vollkömmlich halten?

Nein1; denn ich bin von Natur geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen2.
  • 1. Röm. 3, 10—12 und 23. 1 Joh. 1, 8. 10
  • 2. Röm. 8, 7. Ephes. 2, 3. 5. Tit. 3, 3. 1 B. Mos. 6, 5. und 8, 21. Jerem. 17, 9. Röm. 7, 23
6
[306]Hat denn Gott den menschen also böss und verkert erschaffen?

Neina: sondern Gott hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffenb, das ist, in warhafftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auff das er Gott seinen schöpffer recht erkennte, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit im lebte, in zu loben und zu preisenc.
  • a. Gen. 1
  • b. Gen. 1
  • c. 2 Cor. 3. Colos. 3. Ephes. 4
6
[5]Hat denn Gott den Menschen also böse und verkehrt erschaffen?

Nein, sondern Gott hat den Menschen gut1 und nach seinem Ebenbild erschaffen2, das ist, in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit, auf dass er Gott, seinen Schöpfer, recht erkennete, und von Herzen liebte, und in ewiger Seligkeit mit ihm lebte, Ihn zu loben und zu preisen3.
  • 1. 1 B. Mos. 1, 31
  • 2. 1 B. Mos. 1, 26. 27
  • 3. Ephes. 4, 24. Col. 3, 10. 2 Cor. 3, 18
7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?

Auss dem fall und ungehorsam unser ersten Eltern Adams und Even im Paradeisd, da unser Natur also vergifftet worden, dass wir alle in sünden empfangen und geboren werdene.
  • d. Gen. 3. Rom. 5
  • e. Psal. 51
7
Woher kommt denn solche verderbte Art des Menschen?

Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva, im Paradiese1; da unsere Natur also vergiftet worden, dass wir Alle in Sünden empfangen und geboren werden2.
  • 1. 1 B. Mos. 3. Röm. 5, 12. 18. 19
  • 2. Ps. 51, 7. 1 B. Mos. 5, 3
8
Seind wir aber dermassen verderbt, dass wir gantz und gar untüchtig seind zu einigem guten, und geneigt zu allem bösen?

Ja:a Es sey denn, dass wir durch den Geist Gottes widergeboren werdenb.
  • a. Iohan. 3. Iob 14 et 15. Esai 53
  • b. Iohan. 3
8
Sind wir aber dermaßen verderbt, dass wir ganz und gar untüchtig sind zu einigem Guten und geneigt zu allem Bösen?

Ja1; es sei denn, dass wir durch den Geist Gottes wiedergeboren werden2.
  • 1. 1 B. Mos. 8, 21 und 6, 5. Jes. 53, 6. Hiob 14, 4. Joh. 14, 4. und 15, 14. 16. 35. Joh. 3, 6
  • 2. Joh. 3, 3 und 5. 1 Cor. 12, 3. 2 Cor. 3, 5
9
Thut denn Gott dem menschen nicht unrecht, dass er in seinem gesetz von im fordert das er nicht kan thun?

[308]Nein:c Denn Got hat den menschen also erschaffen, dass er es kondte thun, der Mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, auss anstifftung des Teufels, durch mutwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.
  • c. Ephes. 4
9
Thut denn Gott dem Menschen nicht unrecht, dass er in seinem Gesetz von ihm fordert, das er nicht thun kann?

Nein; denn Gott hat den Menschen also erschaffen, dass er es konnte thun1, der Mensch aber hat sich und alle seine Nachkommen aus Anstiftung des Teufels2, durch muthwilligen Ungehorsam3, derselbigen Gaben beraubet4.
  • 1. Ephes. 4, 24
  • 2. 1 B. Mos. 3, 13. 1 Tim. 2, 14
  • 3. 1 B. Mos. 3, 6
  • 4. 1 B. Mos. 3, 7. Röm. 5, 12
10
Wil Gott solchen ungehorsam und abfall ungestrafft lassen hingehen?

Mit nichten:d sonder er zürnet schrecklich, beyde uber angeborne und würckliche sünden, und wil sie auss gerechtem urtheil zeitlich und ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey iederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des Gesetzes, dass ers thuea.
  • d. Rom. 5. Heb. 9
  • a. Deu. 27. Gal. 3
10
[6]Will Gott solchen Ungehorsam und Abfall ungestraft lassen hingehen?

Mit nichten1, sondern er zürnet schrecklich, beide über angeborne und wirkliche Sünden, und will sie aus gerechtem Urtheil zeitlich und ewig strafen2, wie er gesprochen hat: Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im Buch des Gesetzes, dass er's thue3.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17. Röm. 5, 12
  • 2. Ps. 50, 21 und 5, 6. Nahum 1, 2. 2 B. Mos. 20, 5. und 34, 7. Röm. 1, 18. Ephes. 5, 6
  • 3. Gal. 3, 10. 5 B. Mos. 27, 26
11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?

Gott ist wol barmhertzigb, er ist aber auch gerechtc, derhalben erfordert seine gerechtigkeit, dass die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straff an leib und seel gestrafft werde.
  • b. Exo. 34
  • c. Exo. 20. Psal. 5. 2 Cor. 6
11
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?

Gott ist wohl barmherzig1, er ist aber auch gerecht2. Derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, dass die Sünde, welche wider die allerhöchste Majestät Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, mit der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft werde.
  • 1. 2 B. Mos. 34, 6. 7. und 20, 6
  • 2. Ps. 5, 5. 6. 2 B. Mos. 20, 5. 23, 7. und 34, 7. Nah. 1, 2. 3
DER ANDER THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
DER ANDERE THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
12
[310]Dieweil wir denn nach dem gerechten urtheil Gottes zeitliche und ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, und widerumb zu gnaden kommen?

Gott wil dass seiner gerechtigkeit genug geschehea, derwegen müssen wir derselben entweder durch uns selbst, oder durch einen andern volkomene bezalung thunb.
  • a. Exo. 20 et 23
  • b. Rom. 8
12
Dieweil wir denn nach dem gerechten Urtheil Gottes zeitliche und ewige Strafe verdient haben: wie mögen wir dieser Strafe entgehen und wiederum zu Gnaden kommen?

Gott will, dass seiner Gerechtigkeit genug geschehe1; derwegen müssen wir derselben entweder durch uns [7]selbst, oder durch einen Andern vollkommene Bezahlung thun2.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17. 2 B. Mos. 23, 7. Ezech. 18, 4. Matth. 5, 26. 2 Thess. 1, 6. Luc. 16, 2
  • 2. Röm. 8, 3
13
Können wir aber durch uns selbst bezalung thun?

Mit nichten: sonder wir machen auch die schuldt noch teglich grösserc.
  • c. Iob 9 et 15. Matt. 6
13
Können wir aber durch uns selbst Bezahlung thun?

Mit nichten, sondern wir machen auch die Schuld noch täglich größer1.
  • 1. Hiob 9, 1. 2., 15, 15. 16 und 4, 18. Ps. 130, 3. Matth. 6, 12. und 18, 25. 16, 26
14
Kan aber irgendt eine blosse Creatur für uns bezalen?

Keine: Denn erstlich wil Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hata. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, und andere darvon erlösenb.
  • a. Heb. 2
  • b. Psal. 138
14
Kann aber irgend eine andere oder bloße Kreatur für uns bezahlen?

Keine; denn erstlich: will Gott an keiner andern Kreatur strafen, was der Mensch verschuldet hat1. Zum andern: so kann auch keine bloße Kreatur die Last des ewigen Zorns Gottes wider die Sünde ertragen und andere davon erlösen2.
  • 1. Ezech. 18, 4. 1 B. Mos. 2, 17
  • 2. Nahum 1, 6. Ps. 130, 3
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

[312]Einen solchen, der ein warerc, und gerechter menschd, und doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott seye.
  • c. 1 Cor. 15
  • d. Iere. 33. Psal. 53. 2 Cor. 5. Heb. 7
  • e. Esai 7. Rom. 8. Iere. 23
15
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein wahrer1 und gerechter Mensch2, und doch stärker, denn alle Kreaturen, das ist, zugleich wahrer Gott sei3.
  • 1. 1 Cor. 15, 21
  • 2. Hebr. 7, 26
  • 3. Jes. 7, 14 und 9, 6. Jerem. 23, 6. Luc. 11, 22
16
Warumb muss er ein warer und gerechter mensch sein?

Darumb, dass die gerechtigkeit Gottes erfordertf, dass die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: und aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezaleng.
  • f. Rom. 5
  • g. 1 Pet. 3. Esai. 53
16
Warum musste er ein wahrer und gerechter Mensch sein?

Darum, dass die Gerechtigkeit Gottes erfordert, dass die menschliche Natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezahle1; und aber Einer, der selbst ein Sünder wäre, nicht könnte für andere bezahlen2.
  • 1. Ezech. 18, 4. 20. Röm. 5, 18. 1 Cor. 15, 21. Hebr. 2, 14. 15. 16
  • 2. Hebr. 7, 26. 27. Ps. 49, 8. 9. 1 Petr. 3, 18
17
Warumm muss er zugleich warer Gott sein?

Dass er auss krafft seiner Gottheit, den last des zorns Gottes, an seiner menschheit ertragena, und uns die gerechtigkeit, und dass leben erwerbenb, und widergeben möchtec.
  • a. Esai. 53. Act. 2. 1 Pet. 3
  • b. Ioh. 3. Act. 20
  • c. Iohan. 1
17
[8]Warum musste er zugleich wahrer Gott sein?

Dass er aus Kraft seiner Gottheit die Last des Zornes Gottes an seiner Menschheit ertragen1, und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben möchte2.
  • 1. Jes. 53, 8. Apost. Gesch. 2, 24. 1 Petr. 3, 18
  • 2. 1 Joh. 4, 9. 10. Joh. 3, 16. Apost. Gesch. 20, 28
18
Wer ist aber derselbe mittler, der zugleich warer Gott, und ein warer gerechter mensch ist?

Unser Herr Jesus Christusd, der uns zur volkomenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt iste.
  • d. Matt. 1. 1 Tim. 3. Luc. 2
  • e. 1 Cor. 1
18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer gerechter Mensch ist?

Unser Herr Jesu Christus1, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist2.
  • 1. Matth. 1, 21. 1 Tim. 2, 5. 6. Luc. 2, 11
  • 2. 1 Cor. 1, 30
19
[314]Woher weistu das?

Auss dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeisf hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzvettera und Propheten lassen verkündigen, und durch die opffer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildetb. Entlich aber durch seinen eingeliebten Son erfülletc.
  • f. Gen. 3
  • a. Gen. 22 et 49. Rom. 1. Heb. 1. Act. 3. 10
  • b. Ioh. 5. Heb. 10
  • c. Rom. 10. Gal. 4
19
Woher weißt du das?

Aus dem heiligen Evangelio, welches Gott selbst anfänglich im Paradies hat geoffenbaret1, folgends durch die heiligen Erzväter2 und Propheten3 lassen verkündigen, und durch die Opfer und andere Ceremonien des Gesetzes vorgebildet4, endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet5.
  • 1. 1 B. Mos. 3, 15
  • 2. 1 B. Mos. 22, 18. 12, 3 und 49, 10
  • 3. Jes. 53, 42, 1. 2. 3. 4. 43, 25. und 49, 5. 6. 22. 23. Jer. 23, 5. 6. 31, 32. 33. und 32, 39. 40. 41. Mich. 7, 18. 19. 20. etc. Apost. Gesch. 10, 43. Röm. 1, 2. Hebr. 1, 1. Apost. Gesch. 3, 22. 23. 24
  • 4. Hebr. 10, 1. Col. 2, 17. Hebr. 10, 7. Joh. 5, 46
  • 5. Röm. 10, 4. Gal. 4, 4. und 3, 24. Col. 2, 17
20
Werden denn alle menschen widerumm durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben im werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annemend.
  • d. Ioh. 1. Esai. 53. Psalm 2. Rom. 11. Heb. 4. 10
20
Werden denn alle Menschen wiederum durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein1, sondern allein diejenigen, die durch wahren Glauben Ihm werden eingeleibet und alle seine Wohlthaten annehmen2.
  • 1. Matth. 7, 13. 14. und 22, 14
  • 2. Marc. 16, 16. Joh. 1, 12. und 3, 16. 18. 36. Jes. 53, 11. Ps. 2, 12. Röm. 11, 20. 23. und 3, 22. Hebr. 4, 3. 5. 9. 10, 38. und 11, 6
21
Was ist warer glaub?

Es ist nicht allein ein gewisse erkanntnuss, dardurch ich alles für war halte, was uns Gott in seinem wort hat offenbarete: sonder auch ein hertzliches vertrawenf, welches der heilige Geistg durchs Euangelium in mir würcketh, dass nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der Sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von Gott geschenckt seya, auss lauter gnaden, allein umb des verdiensts Christi willenb.
  • e. Heb. 11. Jacob. 2
  • f. Rom. 5 et 10
  • g. 2 Cor. 4. Ephes. 2
  • h. Rom. 1
  • a. Heb. 2. Rom. 1
  • b. Ephes. 2. Rom. 3
21
[9]Was ist wahrer Glaube?

Es ist nicht allein eine gewisse Erkenntnis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort hat geoffenbaret1, sondern auch ein herzliches Vertrauen2, welches der heilige Geist3 durch's Evangelium in mir wirket4, dass nicht allein Andern, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt sei5, aus lauter Gnaden, allein um des Verdienstes Christi willen6.
  • 1. Jac. 2, 19
  • 2. Hebr. 11, 1. und 11, 7. Röm. 4, 18. 19. 20. 21. und 10, 10. Ephes. 3, 12. Hebr. 4, 16. Jac. 1, 6
  • 3. Gal. 5, 22. Matth. 16, 17. 2 Cor. 4, 13. Joh. 6, 29. Ephes. 2, 8. Phil. 1, 19. Apost. Gesch. 16, 14
  • 4. Röm. 1, 16. und 10, 17. 1 Cor. 1, 21. Apost. Gesch. 10, 44. und 16, 14
  • 5. Röm. 3, 24. Habac. 2, 4. Röm. 1, 17. Gal. 3, 11. Hebr. 10, 38. Röm. 5, 1. Gal. 2, 16
  • 6. Ephes. 2, 8. Röm. 3, 24. und 5, 19. Luc. 1, 77. 78
22
[316]Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles was uns im Euangelio verheissen wirdc, welchs uns die Artickel unsers algemeinen ungezweiffelten Christlichen Glaubens in einer summa lehren.
  • c. Ioh. 20. Matt. 28
22
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles, was uns im Evangelio verheißen wird1, welches uns die Artikel unsers allgemeinen, ungezweifelten, christlichen Glaubens in einer Summe lehren.
  • 1. Joh. 20, 31. Matth. 28, 20. Marc. 1, 15
23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vater, den almechtigen, Schöpffer himmels und der erden. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Son unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auss Maria der Jungfrawen, gelitten under Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage wider aufferstanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vaters, von dannen er komen wird, zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches, und ein ewigs leben.
23
Wie lauten dieselbigen?

Ich glaube in Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am [10]dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
24
Wie werden diese Artickel abgetheilt?

In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vater, und unser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, und unser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, und unser Heiligung.
24
Wie werden diese Artikel abgetheilt?

In drei Theile: Der erste ist von Gott dem Vater und unserer Erschaffung, der andere von Gott dem Sohn und unserer Erlösung, der dritte von Gott dem heiligen Geist und unserer Heiligung.
25
[318]Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ista: warumb nennestu drey, den Vater, Son und heiligen Geist?

Darumb dass sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hatb, dass diese drey underschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
  • a. Deut. 6
  • b. Esai. 61. Psal. 110. Matth. 3 et 28. 1 Ioh. 5
25
Dieweil nur ein einig göttlich Wesen ist1, warum nennest du drei, den Vater, Sohn und heiligen Geist?

Darum, dass sich Gott also in seinem Wort geoffenbaret hat2, dass diese drei unterschiedliche Personen der einige, wahrhaftige, ewige Gott sind.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 4. Ephes. 4, 6. Jes. 44, 6. und 45, 5. 1 Cor. 8, 4. 6
  • 2. Jes. 61. 1. Luc. 4, 18. 1 B. Mos. 1, 2. 3. Ps. 33, 6. Jes. 48, 16. Matth. 3, 16. 17. und 28, 19. 1 Joh. 5, 7. Jes. 6, 1. 3. 10. Joh. 12, 40. Apost. Gesch. 28, 26. Joh. 14, 26. 2 Cor. 13, 13. Gal. 4, 6. Ephes. 2, 18. Tit. 3, 5. 6
26
Was glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vater, den allmechtigen, Schöpffer himels und der erden?

Dass der ewig Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erden sampt allem was drinnen ist, auss nichts erschaffena, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen rhat und fürsehung erhelt und regieretb: umb seines Sons Christi willen, mein Gott und mein Vater seyc, auff welchen ich also vertrawe, dass ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notdurfft leibs und der seelen versorgend, auch alles ubel, so er mir in diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wendene; dieweil ers thun kan, als ein almechtiger Gottf: und auch thun wil als ein getrewer Vaterg.
  • a. Gen. 1. Psal. 33
  • b. Psal. 104. Matt. 10. Heb. 1. Psal. 115
  • c. Ioh. 1. Rom. 8. Gal. 4. Ephes. 1
  • d. Psal. 55. Matt. 6. Luc. 12
  • e. Rom. 8
  • f. Rom. 10
  • g. Matt. 6 et 7
26
Was glaubst du, wenn du sprichst: Ich glaube in Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden?

Dass der ewige Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erde sammt allem, was darinnen ist, aus Nichts erschaffen1, auch dieselbigen noch [11]durch seinen ewigen Rath und Vorsehung erhält und regieret2, um seines Sohnes Christi willen, mein Gott und mein Vater sei3, auf welchen ich also vertraue, dass ich nicht zweifele, er werde mich mit aller Nothdurft des Leibes und der Seele versorgen4, auch alles Uebel, so er mir in diesem Jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden5, dieweil Er es thun kann als ein allmächtiger Gott6, und auch thun will als ein getreuer Vater7.
  • 1. 1 B. Mos. Cap. 1 und 2. 2 B. Mos. 20. 11. Hiob. 33, 4. und Cap. 38 und 39. Apost. Gesch. 4, 24. und 14, 15. Ps. 33, 6. Jes. 45, 7
  • 2. Hebr. 1, 3. Ps. 104, 2. 3. und 115, 3. Matth. 10, 29. Ephes. 1, 11
  • 3. Joh. 1, 12. Röm. 8, 15. Gal. 4, 5. 6. 7. Ephes. 1, 5
  • 4. Ps. 55, 23. Matth. 6, 26. Luc. 12, 22
  • 5. Röm. 8, 28
  • 6. Jes. 46, 4. Röm. 10, 12. und 8, 38. 39
  • 7. Matth. 6, 32. 33. und 7, 9—11
27
[320]Was verstehestu durch die fürsehung Gottes?

Die allmechtige und gegenwertige krafft Gottesh, durch welche er himmel und erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erhelti, und also regiert, dass laub und grass, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jar, essen und trinckena, gesundheit und kranckheitb, reichthumb und armuthc, und alles, nicht ohne gefehr, sonder von seiner väterlichen hand uns zukomme.
  • h. Act. 17
  • i. Heb. 1
  • a. Iere. 5. Act. 14
  • b. Ioh. 9
  • c. Prov. 22
27
Was verstehst du durch die Vorsehung Gottes?

Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes1, durch welche er Himmel und Erde, sammt allen Kreaturen, gleich als mit seiner Hand noch erhält2 und also regieret, dass Laub und Gras, Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken3, Gesundheit und Krankheit4, Reichthum und Armuth5, und Alles nicht ungefähr, sondern von seiner väterlichen Hand uns zukomme6.
  • 1. Apost. Gesch. 17, 25. 27. Jer. 23, 23. 24. Jes. 29, 15. 16. Ezech. 8, 12
  • 2. Hebr. 1, 3
  • 3. Jer. 5, 24. Apost. Gesch. 14, 17
  • 4. Joh. 9, 3
  • 5. Sprüche Salomo 22, 2
  • 6. Matth. 10, 29. 30
28
Was für nutz bekommen wir auss erkanntnuss der schöpffung und fürsehung Gottes?

Dass wir in aller widerwertigkeit gedultigd, in glückseligkeit danckbare, und auffs zukünfftig guter zuversicht zu unserm getrewen Gott und Vater sein sollen, dass uns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirdf, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, dass sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen könneng.
  • d. Rom. 5. Iacob. 1. Iob. 1
  • e. Deut. 8. 1 Thess. 5
  • f. Rom. 8
  • g. Iob. 1. Act. 17. Prov. 21
28
Was für Nutzen bekommen wir aus der Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?

Dass wir in aller Widerwärtigkeit geduldig1, in Glückseligkeit dankbar2, und auf's Zukünftige [12]guter Zuversicht zu unserm getreuen Gott und Vater sein sollen3, dass uns keine Kreatur von seiner Liebe scheiden wird4, dieweil alle Kreaturen also in seiner Hand sind, dass sie sich ohne seinen Willen auch nicht regen noch bewegen können5.
  • 1. Röm. 5, 3. Jacob. 1, 2. 3. Ps. 39, 10. Hiob 1, 21
  • 2. 1 Thess. 5, 18. 5 B. Mos. 8, 10
  • 3. Ps. 55, 23. Röm. 5, 4
  • 4. Röm. 8, 38. 39
  • 5. Hiob 1, 12. und 2, 6. Spr. Sal. 21, 1. Apost. Gesch. 17, 26—28
29
Warumb wirdt der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genannt?

Darumb dass er uns selig macht von unsern sün[322]dena, und dass bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden istb.
  • a. Matth. 1
  • b. Act. 4
29
Warum wird der Sohn Gottes JESUS, das ist Seligmacher, genannt?

Darum, dass er uns selig macht von unsern Sünden1, und dass bei keinem Andern einige Seligkeit weder zu suchen, noch zu finden ist2.
  • 1. Matth. 1, 21. Hebr. 7, 25
  • 2. Apost. Gesch. 4, 12. Joh. 15, 4. 5. 1 Tim. 2, 5. Jes. 43, 11. 1 Joh. 5, 11. 12
30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die ire seligkeit und heil bey heiligen, bey inen selbst, oder anderstwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümenc. Denn entweder Jesus nicht ein volkommener Heiland sein muss: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in im haben, dass zu irer seligkeit vonnöten istd.
  • c. 1 Cor. 1. Gal. 3
  • d. Esai. 9. Col. 1, 2. Ioh. 1
30
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher Jesum, die ihre Seligkeit und Heil bei Heiligen, bei sich selbst, oder anderswo suchen?

Nein, sondern sie verleugnen mit der That den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rühmen1; denn entweder Jesus nicht ein vollkommener Heiland sein muss, oder die diesen Heiland mit wahrem Glauben annehmen, müssen Alles in ihm haben, das zu ihrer Seligkeit vonnöthen ist2.
  • 1. 1 Cor. 1, 13. u. 1, 30. 31. Gal. 5, 4
  • 2. Hebr. 12, 2. Jes. 9, 6. Joh. 1, 16. 1 Joh. 1, 7
31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genannt?

Dass er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geista gesalbet ist, zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen rhat und willen Gottes von unser erlösung volkomlich offenbaretb: Und zu unserem einigen hohen Priester, der uns mit dem einigen opffer seines Leibs erlöset hat, und imerdar mit seiner fürbitt für dem Vater vertrittc: Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem wort und Geist regiertd, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhelt.
  • a. Hebr. 1
  • b. Psal. 110. Hebr. 7. Rom. 8
  • c. Psal. 2. Luc. 1
  • d. Rom. 5. Matt. 28
31
Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genannt?

Dass er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist1 zu unserm obersten Propheten und Lehrer2, der uns den heimlichen Rath [13]und Willen Gottes von unserer Erlösung vollkömmlich offenbaret3; und zu unserm einigen Hohenpriester4, der uns mit dem einigen Opfer seines Leibes erlöset hat5, und immerdar mit seiner Fürbitte vor dem Vater vertritt6; und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regieret, und bei der erworbenen Erlösung schützet und erhält7.
  • 1. Ps. 45, 8. Hebr. 1, 9. Jes. 61, 1. 2. Luc. 4, 18. 19
  • 2. 5 B. Mos. 18, 15. Apost. Gesch. 3, 22. und 7, 37
  • 3. Joh. 1, 18. und 15, 15
  • 4. Ps. 110, 4. Hebr. 7, 21
  • 5. Hebr. 10, 14., 10, 12 und 9, 12. 14. 28
  • 6. Röm. 8, 34. Hebr. 9, 24. 1 Joh. 2, 1. Röm. 5, 9. 10
  • 7. Ps. 2, 6. Zach. 9, 9. Matth. 21, 5. Luc. 1, 33. Matth. 28, 18. Joh. 10. 28. Offenb. Joh. 19, 12. 16
32
Warumb wirst aber du ein Christ genennt?

[324]Dass ich durch den glauben ein glied Christie, und also seiner salbung theilhafftig binf, auff dass auch ich seinen Namen bekenneg, mich im zu einem lebendigen danckopffer darstelleh, und mit freyem gewissen in diesem leben wider die sünde und Teufel streite, und hernach in ewigkeit mit im uber alle Creaturen hersche.
  • e. Act. 11. 1 Ioh. 2
  • f. Act. 2. Ioel 2. Mar. 8
  • g. Rom. 12. Apoc. 5
  • h. Rom. 8. Apoc. 1
32
Warum wirst du aber ein Christ genannt?

Dass ich durch den Glauben ein Glied Christi1, und also seiner Salbung theilhaftig bin2, auf dass auch ich seinen Namen bekenne3, mich ihm zu einem lebendigen Dankopfer darstelle4, und mit freiem Gewissen in diesem Leben wider die Sünde und Teufel streite5, und darnach in Ewigkeit mit ihm über alle Kreaturen herrsche6.
  • 1. 1 Cor. 6, 15
  • 2. 1 Joh. 2, 27. Joel 3, 1. Apost. Gesch. 2, 17
  • 3. Matth. 10, 32. Röm. 10, 10
  • 4. Röm. 12, 1. 1 Petr. 2, 5. 9. Offenb. Joh. 1, 6. und 5, 8—10
  • 5. 1 Petr. 2, 11. Röm. 6, 12. 13. Gal. 5, 16. 17. Ephes. 6, 11. 1 Tim. 18, 19
  • 6. 2 Tim. 2, 12. Matth. 25, 34
33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?

Darumb dass Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ista: wir aber umb seinet willen auss gnaden zu kindern Gottes angenommen sindb.
  • a. Ioh. 1. Heb. 1
  • b. Rom. 8. Ephes. 1
33
Warum heißt er Gottes eingeborner Sohn, so doch wir auch Kinder Gottes sind?

Darum, dass Christus allein der ewige natürliche Sohn Gottes ist1; wir aber um seinetwillen aus Gnaden zu Kindern Gottes angenommen sind2.
  • 1. Joh. 1, 14. Hebr. 1, 1. 2. Joh. 3, 16. 1 Joh. 4, 9. Röm. 8, 32
  • 2. Röm. 8, 16. Joh. 1, 12. Gal. 4, 6. Ephes. 1, 5. 6
34
Warumb nennestu in unsern Herrn?

Dass er uns mit leib und seel von der sünden, und auss allem gewalt des Teufels, nicht mit golt oder silber, sonder mit seinem thewern Blut, ihm zum eigenthumb erlöset und erkaufft hatc.
  • c. 1 Pet. 1. et 2. 1 Cor. 6
34
[14]Warum nennest du ihn unsern Herrn?

Dass er uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem theuren Blut sich zum Eigenthum erlöset und erkaufet hat1.
  • 1. 1 Petr. 1, 18. 19. und 2, 9. 1 Cor. 6, 20. 1 Tim. 2, 6. Joh 20, 28
35
Was heist, dass er empfangen ist von dem heiligen Geist, geborn aus Maria der Jungfrawen?

Dass der ewige Son Gottes, der warer und ewiger Gott ista, und bleibetb, ware menschliche natur, [326]auss dem fleisch und blut der Jungfrawen Mariac, durch würckung des heiligen Geists an sich genomen hatd, auff dass er auch der ware samen Davids seye, seinen brüdern in allem gleichf, aussgenommen die sündeg.
  • a. Ioan. 1. Rom. 1
  • b. Rom. 9. Gal. 4
  • c. Iohan. 1
  • d. Matt. 1. Luc. 1. Ephes. 1
  • e. Psal. 132. Rom. 1
  • f. Phil. 2
  • g. Heb. 4
35
Was heißt, dass er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau?

Dass der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist1 und bleibet2, wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria3, durch Wirkung des heiligen Geistes an sich genommen hat4, auf dass er auch der wahre Same Davids sei5, seinen Brüder in Allem gleich, ausgenommen die Sünde6.
  • 1. 1 Joh. 5, 20. Joh. 1, 1. Röm. 1, 3. 4. Joh. 17, 3. Col. 1, 15
  • 2. Röm. 9, 5
  • 3. Gal. 4. 4. Luc. 1, 31. 42. 43
  • 4. Matth. 1, 20. Luc. 1, 35
  • 5. Röm. 1, 3. Ps. 132, 11. 2 Sam. 7, 12. Luc. 1, 32. Apost. Gesch. 2, 30
  • 6. Phil. 2, 7. Hebr. 2, 14. 17. Hebr. 4, 15
36
Wass nutz bekomestu auss der heiligen empfengnuss und geburt Christi?

Dass er unser mittler ist, und mit seiner unschuldt und volkommenen heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecketh.
  • h. Psal. 32. 1 Cor. 1
36
Was für Nutzen bekommst du aus der heiligen Empfängnis und Geburt Christi?

Dass er unser Mittler ist1 und mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, darin ich bin empfangen, vor Gottes Angesicht bedecket2.
  • 1. Hebr. 7, 26. 27. Jerem. 23, 5
  • 2. 1 Petr. 1, 18. 19. 1 Cor. 1, 30. 31. 1 Petr. 3, 18. Röm. 8, 3. 4. Jes. 53, 11. Ps. 32, 1
37
Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?

Dass er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hata, auff das er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sünopfferb, unser leib und seel von der ewigen verdamnuss erlösete, und uns Gottes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
  • a. 1 Pet. 2. Esai. 53
  • b. 1 Ioh. 2. et 4. Rom. 3
37
Was verstehst du durch das Wörtlein gelitten?

Dass er an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, sonderlich aber am Ende desselben, [15]den Zorn Gottes wider die Sünde des ganzen menschlichen Geschlechts getragen hat1, auf dass er mit seinem Leiden, als mit dem einzigen Sühnopfer2, unsern Leib und Seele von der ewigen Verdammnis erlösete3, und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erwürbe4.
  • 1. Jes. 53, 5. 1 Petr. 2, 24. und 3, 18. 1 Tim. 2, 6
  • 2. Jes. 53, 10. Ephes. 5, 2. 1 Cor. 5, 7. 1 Joh. 2, 2. Röm. 3, 25. Hebr. 9, 28. und 10, 14
  • 3. Gal. 3, 13. Col. 1, 13. Hebr. 9, 12. 1 Petr. 1, 18. 19
  • 4. Röm. 3, 25. 2 Cor. 5, 21. Joh. 3, 16. und 6, 51. Hebr. 9, 15. und 10, 19
38
Warumb hat er under dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auss dass er unschuldig under dem weltlichen Richter verdampt würdec, und uns damit von [328]dem strengen urtheil Gottes, das uber uns gehen solte, erledigted.
  • c. Luc. 23. Ioh. 19
  • d. Psal. 69. Esai. 53. 2 Cor. 5. Gal. 3
38
Warum hat er unter dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auf dass er unschuldig unter dem weltlichen Richter verdammt würde1, und uns damit von dem strengen Urtheil Gottes, das über uns ergehen sollte, erledigte2.
  • 1. Joh. 18, 38. Matth. 27, 24. Luc. 23, 14. 15. Joh. 19, 4
  • 2. Ps. 69, 5. Jes. 53, 4. 5. 2 Cor. 5, 21. Gal. 3, 13
39
Ist es etwas mehr, dass er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben were?

Ja, Denn dardurch bin ich gewiss, dass er die vermaledeiung die auff mir lage, auff sich geladen habea, Deiweil der todt des Creutzes von Gott verflucht warb.
  • a. Galat. 3
  • b. Deut. 21. Galat. 3
39
Ist es etwas mehr, dass er ist gekreuzigt worden, denn so er eines andern Todes gestorben wäre?

Ja; denn dadurch bin ich gewiss, dass er die Vermaledeiung, die auf mir lag, auf sich geladen habe; dieweil der Tod des Kreuzes von Gott verflucht war2.
  • 1. Gal. 3, 13
  • 2. 5 B. Mos. 21, 23
40
Warumb hat Christus den todt müssen leiden?

Darumb, dass von wegen der gerechtigkeit und warheitc Gottes, nicht anderst für unsere sünden möchte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottesd.
  • c. Gen. 2
  • d. Heb. 2
40
Warum hat Christus den Tod leiden müssen?

Darum, dass wegen der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes1 nicht anders für unsere Sünde möchte bezahlet werden, denn durch den Tod des Sohnes Gottes2.
  • 1. 1 B. Mos. 2, 17
  • 2. Röm. 8, 3. 4. Hebr. 2, 14. 15
41
Warumb ist er begraben worden?

Damit zubezeugen, dass er warhafftig gestorben seye.
  • e. Mat. 27. Luc. 23. Ioh. 19. Act. 13
41
[16]Warum ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, dass er wahrhaftig gestorben sei1.
  • 1. Apost. Gesch. 13, 29. Matth. 27, 59. 60. Marc. 15, 42. Joh. 19, 38
42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kompts dass wir auch sterben müssen?

Unser todt ist nicht ein bezalung für unsere sünd: sonder nur ein absterbung der sünden, und eingang zum ewigen lebena.
  • a. Ioh. 5. Phil. 1. Rom. 7
42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kommt es, dass auch wir sterben müssen?

Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde1; sondern nur eine Absterbung der Sünden und Eingang zum ewigen Leben2.
  • 1. Marc. 8, 37. Ps. 49, 8. 9
  • 2. Phil. 1, 23. Joh. 5, 24. Röm. 7, 24. 25
43
[330]Wass bekommen wir mehr für nutz auss dem opffer und todt Christi am Creutz?

Dass durch seine krafft unser alter mensch mit im gecreutziget, getödtet und begraben wirdb, auff dass die bösen lüste des fleisches nicht mehr in uns regierenc, sonder dass wir uns selbst im zur dancksagung auffopffernd.
  • b. Rom. 6. Coloss. 2
  • c. Rom. 6
  • d. Rom. 12
43
Was bekommen wir mehr für Nutzen aus dem Opfer und Tod Christi am Kreuze?

Dass durch seine Kraft unser alter Mensch mit ihm gekreuziget, getödtet und begraben wird1, auf dass die bösen Lüste des Fleisches in uns nicht mehr regieren2, sondern dass wir uns selbst Ihm zur Danksagung aufopfern3.
  • 1. Röm. 6, 6
  • 2. Röm. 6, 12
  • 3. Röm. 12, 1
44
Warumb folget abgestiegen zu der hellen?

Dass ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HERR Christus habe mich durch seine unausssprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seelen, am Creutz und zuvor erlitten, von der hellischen angst und pein erlöseta.
  • a. Esai. 53. Mat. 27
44
Warum folgt: Abgestiegen zu der Hölle?

Dass ich in meinen höchsten Anfechtungen versichert sei, mein Herr Christus habe mich durch seine unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken, die er auch an seiner Seele am Kreuz und zuvor erlitten1, von der höllischen Angst und Pein erlöset2.
  • 1. Ps. 18, 5. 6. und 116, 3. Matth. 26, 38. und 27, 46. Hebr. 5, 7
  • 2. Jes. 53, 5
45
Was nützet uns die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine Aufferstehung den todt uberwunden, dass er uns der gerechtigkeit, die er uns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machenb. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen lebenc. Zum dritten ist uns die Aufferstehung Christi ein gewisses pfandt unserer seligen aufferstehungd.
  • b. 1 Cor. 15. Rom. 4. 1 Pet. 1
  • c. Rom. 6. Coloss. 3. Ephes. 2
  • d. 1 Cor. 15. Rom. 8
45
Was nützet uns die Auferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine Auferstehung den Tod überwunden, dass er uns der Gerechtigkeit, die er uns durch seinen Tod erworben hat, könnte theil[17]haftig machen1; zum andern werden wir auch jetzunder durch seine Kraft erwecket zu einem neuen Leben2; zum dritten ist uns die Auferstehung Christi ein gewisses Pfand unserer seligen Auferstehung3.
  • 1. Röm. 4, 25. 1 Cor. 15, 16. 17. 1 Petr. 1, 3
  • 2. Röm. 6, 4. Col. 3, 1—3. Ephes. 2, 5
  • 3. 1 Cor. 15, 20. 21
46
Wie verstehestu dass er ist gen himmel gefaren?

[332]Dass Christus für den augen seiner Jünger, ist von der erden auffgehaben gen himmele, und uns zu gut daselbst istf, biss dass er widerkompt zu richten die lebendigen und die todten.
  • e. Act. 1. Matt. 26. Mar. 16. Luc. 24
  • f. Heb. 4. 7. et 9. Rom. 8. Ephes. 4. Coloss. 3
  • a. Act. 1. Matt. 24
46
Wie verstehest du, dass er ist gen Himmel gefahren?

Dass Christus vor den Augen seiner Jünger ist von der Erde aufgehoben gen Himmel1, und uns zu gut daselbst ist2, bis dass er wiederkommt, zu richten die Lebendigen und die Todten3.
  • 1. Apost. Gesch. 1, 9. Marc. 16, 19. Luc. 24, 51
  • 2. Hebr. 9, 24. und 4, 14. Röm. 8, 34. Col. 3, 1
  • 3. Apost. Gesch. 1, 11. Matth. 24, 30
47
Ist denn Christus nit bey uns biss ans ende der welt, wie er uns verheissen hatb?

Christus ist warer Mensch und warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nit auff erdenc: aber nach seiner Gottheit, Maiestet, gnad und Geist, weicht er nimmer von unsd.
  • b. Mat. 28
  • c. Mat. 26. Ioh. 16. et 17. Act. 3
  • d. Ioh. 14. et 16. Mat. 28. Ephes. 4
47
Ist denn Christus nicht bei uns bis an der Welt Ende, wie er uns verheißen hat?

Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzunder nicht auf Erden1; aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist weichet er nimmer von uns2.
  • 1. Hebr. 8, 4. Matth. 26, 11. Joh. 16, 28. und 17, 11. Apost. Gesch. 3, 21
  • 2. Joh. 14, 18. und 16. Matth. 28, 20
48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nit von einander getrennet, so die menscheit nicht uberal ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwertig iste: so muss folgen, dass sie wol ausserhalb irer angenommenen menschheit, und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und personlich mit ir vereiniget bleibtf.
  • e. Act. 7. Ier. 23
  • f. Coloss. 2. Ioh. 3. et 11. Matt. 28
48
Werden aber mit der Weise die zwei Naturen in Christo nicht von einander getrennt, so die Menschheit nicht überall ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten; denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist1, so muss folgen, dass sie wohl außerhalb ihrer angenommenen Menschheit2 und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereinigt bleibt3.
  • 1. Jer. 23, 24. Apost. Gesch. 7. 49
  • 2. Joh. 1, 48
  • 3. Col. 2, 9. Joh. 3, 13. und 11, 15. Matth. 28, 6
49
Was nützet uns die Himmelfart Christi?

Erstlich dass er im himmel für dem angesicht seines Vaters unser fürsprecher ista. Zum andern, dass wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfandt haben, dass er als das haupt, uns seine glieder auch [334]zu sich werde hinauff nemenb. Zum dritten, dass er uns seinen Geist zum gegenpfand herab sendetc, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzendt zu der rechten Gottes, und nicht das auff erden istd.
  • a. 1 Ioh. 2. Rom. 8
  • b. Ioh. 14. et 20. Ephes. 2
  • c. Ioh. 14. Act. 2. 2 Cor. 1. 2 Cor. 5
  • d. Coloss. 3. Phil. 3
49
[18]Was nützet uns die Himmelfahrt Christi?

Erstlich, dass er im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher ist1; zum andern, dass wir unser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, dass er, als das Haupt, uns, seine Glieder, auch zu sich werde hinaufnehmen2; zum dritten, dass er uns seinen Geist zum Gegenpfand herabsendet3, durch welches Kraft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes, und nicht, das auf Erden ist4.
  • 1. 1 Joh. 2, 1. Röm. 8, 34
  • 2. Joh. 14, 2. 17, 24. und 20, 17. Ephes. 2, 6
  • 3. Joh. 14, 16. und 16, 7. Apost. Gesch. 2, 33. 2 Cor. 1, 21. 22. 2 Cor. 5, 5
  • 4. Col. 3, 1
50
Warumb wird hin zu gesetzt, dass er sitze zur rechten Gottes?

Dass Christus darumb gen himmel gefaren ist, dass er sich daselbst erzeige, als das haupt seiner Christlichen kirchene, durch welches der Vater alles regiertf.
  • e. Ephes. 1. Coloss. 1
  • f. Mat. 28. Ioh. 5
50
Warum wird hinzugesetzt, dass er sitze zu der Rechten Gottes?

Dass Christus darum gen Himmel gefahren ist, dass er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen Kirche1, durch welches der Vater alles regieret2.
  • 1. Ephes. 1, 20. 21. 22. 23. Col. 1, 18
  • 2. Matth. 28, 18. Joh. 5, 22
51
Was nützet uns diese herligkeit unsers haupts Christi?

Erstlich dass er durch seinen heiligen Geist, in uns seine glieder, die himlischen gaben ausgeusta. Darnach, dass er uns mit seinem gewalt wider alle feind schützet und erheltb.
  • a. Ephes. 4
  • b. Psal. 2. Ioh. 10. Ephes. 4
51
Was nützet uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christi?

Erstlich, dass er durch seinen heiligen Geist in uns, seine Glieder, die himmlischen Gaben ausgießt1; darnach, dass er uns mit seiner Gewalt wider alle Feinde schützet und erhält2.
  • 1. Apost. Gesch. 2, 33. Ephes. 4, 10
  • 2. Ps. 2, 9. und 110, 1. 2. Joh. 10, 28. Ephes. 4, 8
52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zu richten die lebendigen und die todten?

Dass ich in allem trübsal und verfolgung mit auffgerichtem haupt, eben des Richters der sich zuvor dem gericht Gottes für mich dargestelt, und alle vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, auss dem himmel gewertig binc, dass er alle seine und meine feinde, in die ewige verdamnuss werffed: mich [336]aber sampt allen ausserwelten zu im in die himlische freud und herrligkeit nemee.
  • c. Luc. 21. Rom. 8. Phil. 3. Tit. 2
  • d. 2 Thess. 1. 1 Thess. 4. Mat. 25
  • e. Matt. 25
52
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, zu richten die Lebendigen und die Todten?

Dass ich in aller Trübsal und Verfolgung mit aufgerichtetem Haupt eben des Richters, der sich zu[19]vor dem Gerichte Gottes für mich dargestellet und alle Vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, aus dem Himmel gewärtig bin1, dass er alle seine und meine Feinde in die ewige Verdammnis werfe2, mich aber, sammt allen Auserwählten, zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehme3.
  • 1. Phil. 3, 20. Luc. 21, 28. Röm. 8, 23. Tit. 2, 13
  • 2. 1 Thess. 4, 16. Matth. 25, 41. 2 Thess. 1, 6. 7
  • 3. Matth. 25, 34
53
Was glaubestu vom heiligen Geist?

Erstlich dass er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Son ista. Zum andern dass er auch mir gegeben istb, mich durch ein waren glauben, Christi und aller seiner wolthaten theilhafftig machtc, mich tröstetd, und bey mir bleiben wird biss in ewigkeite.
  • a. Gen. 1. Esai. 48. 1 Cor. 3. 1 Cor. 6. Act. 5
  • b. Mat. 28. 2 Cor. 1
  • c. Galat. 3. 1 Pet. 1. 1 Cor. 6
  • d. Act. 9
  • e. Ioh. 14. 1 Pet. 4
53
Was glaubst du vom heiligen Geist?

Erstlich, dass er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn ist1; zum andern, dass er auch mir gegeben ist2, mich durch einen wahren Glauben Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht3, mich tröstet4 und bei mir bleiben wird bis in Ewigkeit5.
  • 1. Joh. 5, 7. 1 B. Mos. 1, 2. Jes. 48, 16. 1 Cor. 3, 6. und 6, 19. Apost. Gesch. 5, 3. 4
  • 2. Gal. 4, 6. Matth. 28, 19. 20. 2 Cor. 1, 21. 22. Ephes. 1, 13
  • 3. Gal. 3, 14. 1 Petr. 1, 1. 2. 1 Cor. 6, 17
  • 4. Joh. 15, 26. Apost. Gesch. 9, 31
  • 5. Joh. 14, 16. 1 Petr. 4, 14
54
Was glaubstu von der heiligen algemeinen Christlichen Kirchen?

Dass der Son Gottesf auss dem gantzen menschlichen geschlechtg, ihm ein ausserwelte gemein zum ewigen lebenh, durch sein Geist und worti in einigkeit des waren glaubensk, von anbegin der welt, biss ans endl versamle, schütze und erhaltem, und dass ich derselben ein lebendiges glied binn, und ewig bleiben werdeo.
  • f. Ioh. 10
  • g. Gen. 26
  • h. Rom. 8. Ephes. 1
  • i. Esai. 59. Rom. 1. et 10
  • k. Ephes. 5
  • l. Psal. 71. 1 Cor. 11
  • m. Mat. 16. Ioh. 10. 1 Cor. 1
  • n. 1 Ioh. 3
  • o. 1 Ioh. 2
54
Was glaubst du von der heiligen, allgemeinen, christlichen Kirche?

Dass der Sohn Gottes1 aus dem ganzen menschlichen Geschlecht2 sich eine auserwählte Gemeine zum ewigen Leben3 durch seinen Geist und Wort4 in Einigkeit des wahren Glaubens5 von Anbeginn der Welt bis an's Ende6 versammle, schütze und [20]erhalte7, und dass ich derselben ein lebendiges Glied bin und ewig bleiben werde8.
  • 1. Ephes. 5, 25. 26. Joh. 10, 11. Apost. Gesch. 20, 28
  • 2. 1 B. Mos. 26, 4. Offenb. Joh. 5, 9
  • 3. Röm. 8, 29. Ephes. 1, 10. 11. 12. 13
  • 4. Jes. 59, 21. Röm. 1, 16. und 10, 14. 15. 16. 17. Ephes. 5, 26
  • 5. Apost. Gesch. 2, 42. Ephes. 4, 3. 4. 5
  • 6. Ps. 71, 17. 18. Jes. 59, 21. 1 Cor. 11, 26
  • 7. Matth. 16, 18. Joh. 10, 28. 29. 30. Ps. 129, 1. 2. 3. 4. 5
  • 8. 1 Joh. 3, 14. 19. 20. 21. 2 Cor. 13, 5. Röm. 8, 16. Ps. 23, 6. 1 Cor. 1, 8. 9. Joh. 10, 28. 1 Joh. 2, 19. 1 Petr. 1, 5
55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

[338]Erstlich dass alle und jede glaubigen, als glieder an dem HERRN Christo, und allen seinen schetzen und gaben, gemeinschafft habena. Zum andern, dass ein jeder seine gaben zu nutz und heil der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen solb.
  • a. 1 Ioh. 1. 1 Cor. 1. Rom. 8
  • b. 1 Cor. 12 et 13. Phil. 2
55
Was verstehst du durch die Gemeinschaft der Heiligen?

Erstlich, dass alle und jede Gläubigen als Glieder, an dem Herrn Christo und allen seinen Schätzen und Gaben Gemeinschaft haben1; zum andern, dass ein Jeder seine Gaben zu Nutz und Heil der andern Glieder willig und mit Freuden anzulegen sich schuldig wissen soll2.
  • 1. 1 Joh. 1, 3. Röm. 8, 32. 1 Cor. 12, 12. und 6, 17
  • 2. 1 Cor. 12, 21. und 13, 5. Phil. 2, 4. 5. 6
56
Wass glaubstu von vergebung der Sünden?

Dass Gott umb der gnugthuung Christi willenc, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreiten habed, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeit Christi auss gnaden schencket, dass ich ins gericht nimmermehr soll kommene.
  • c. 1 Ioh. 2. 2 Cor. 5
  • d. Iere. 31. Psal. 103 Rom. 7. et 8
  • e. Ioh. 3
56
Was glaubst du von Vergebung der Sünden?

Dass Gott um der Genugthuung Christi willen1 aller meiner Sünden, auch der sündlichen Art, mit der ich mein Lebenlang zu streiten habe2, nimmermehr gedenken will3; sondern mir die Gerechtigkeit Christi aus Gnaden schenket, daß ich in's Gericht nimmermehr soll kommen4.
  • 1. 1 Joh. 2, 2. u. 1, 7. 2 Cor. 5, 19. 21
  • 2. Röm. 7, 23. 24. 25
  • 3. Jer. 31, 34. Mich. 7, 19. Ps. 130, 3. 10. 12. Röm. 8, 1. 2. 3
  • 4. Joh. 3, 18. und 5, 24
57
Wass tröst dich die Aufferstehung des fleisches?

Dass nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo irem haupt genommen wirda: sonder auch dass diss mein fleisch durch die krafft Christi aufferweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, und dem heiligen Leib Christi gleichformig werden solb.
  • a. Luc. 23. Phil. 1
  • b. 1 Cor. 15. Ioh. 19. 1 Ioh. 3. Phil. 3
57
Was tröstet dich die Auferstehung des Fleisches?

Dass nicht allein meine Seele nach diesem Leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird1, [21]sondern auch, dass dies mein Fleisch durch die Kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner Seele vereiniget und dem herrlichen Leib Christi gleichförmig werden soll2.
  • 1. Luc. 16, 22 und 23, 43. Phil. 1, 21. 23
  • 2. Hiob 19, 25. 26. 1 Cor. 15, 53. 1 Joh. 3, 2. Phil. 3, 21
58
Wass tröst dich der Artickel vom ewigen leben?

Dass, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfindec: ich nach diesem leben volkommene seligkeit besitzen werde, [340]die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie komen istd, Gott ewiglich darin zu preisene.
  • c. 2 Cor. 5
  • d. 1 Cor. 2
  • e. Ioh. 17
58
Was tröstet dich der Artikel vom ewigen Leben?

Dass, nachdem ich jetzund den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen empfinde1, ich nach diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret und in keines Menschen Herz nie gekommen ist2, Gott ewiglich darin zu preisen3.
  • 1. Röm. 8, 23. 1 Joh. 3, 2
  • 2. 1 Cor. 2, 9
  • 3. Joh. 17, 3. Offenb. Joh. 5, 9. 10
59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du diss alles glaubest?

Dass ich in Christo für Gott gerecht, und ein Erb des ewigen lebens bina.
  • a. Habac. 2. Rom. 1. Ioh. 3
59
Was hilft es dir aber nun, wenn du dieses Alles glaubest?

Dass ich in Christo vor Gott gerecht und ein Erbe des ewigen Lebens bin1.
  • 1. Hab. 2, 4. Röm. 1, 17. Joh. 3, 36
60
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren glauben in Jesum Christumb. Also: dass ob mich schon mein gewissen anklagt, dass ich wider alle Gebot Gottes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten habec, auch noch immerdar zu allem bösen geneigt bind: doch Gott ohn alle meine verdienste, auss lauter gnadenf, mir die volkommene gnugthuungg, gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencketh und zurechneti, als hette ich nie keine sünd begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistetk, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigen hertzen annemea.
  • b. Rom. 3. Galat. 2. Ephes. 2. Phil. 3
  • c. Rom. 3
  • d. Rom. 7
  • e. 2 Tim. 3
  • f. Rom. 3. Ephes. 2
  • g. 1 Ioh. 2
  • h. 1 Ioh. 2
  • i. Rom. 4. 2 Cor. 5
  • k. 2 Cor. 5
  • a. Rom. 3. Ioh. 3
60
Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben in Jesum Christum1, also, dass, ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebote Gottes schwerlich gesündiget2 und derselben keines nie gehalten habe, auch noch immerdar zu allem Bösen geneigt bin3, doch Gott ohne all mein Verdienst4 aus lauter Gnade5 mir die vollkommene Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi schenket und zurechnet6, als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt, und selbst [22]allen den Gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet7, wenn ich allein solche Wohlthat mit gläubigem Herzen annehme8.
  • 1. Röm. 3, 28. Gal. 2, 16. Ephes. 2, 8. 9. Phil. 3, 9
  • 2. Röm. 3, 23. und 3, 9. 10. 11. 12
  • 3. Röm. 7, 18. 19
  • 4. Röm. 3, 24. Tit. 3, 5. 5 B. Mos. 9, 6
  • 5. Röm. 3, 24. Tit. 3, 5. Ephes. 2, 9
  • 6. Röm. 5, 19 und 4, 5, 6. 1 Joh. 2, 2. 2 Cor. 5, 19. 21. Joh. 17, 19. Hebr. 10, 10. 14
  • 7. 2 Cor. 5, 21. Röm. 8, 3. 4
  • 8. Röm. 1, 17. Marc. 16, 16. Röm. 3, 22. Joh. 3, 36
61
Warumb sagstu dass du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht dass ich von wegen der wirdigkeit meines glaubens Gott gefalle: sondern darumb dass allein [342]die gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für Gott istb, und ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den glauben annemen, und mir zueignen kanc.
  • b. 1 Cor. 1. et 2
  • c. 1 Ioh. 5
61
Warum sagst du, dass du allein durch den Glauben gerecht seiest?

Nicht, dass ich wegen der Würdigkeit meines Glaubens Gott gefalle, sondern darum, dass allein die Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi meine Gerechtigkeit vor Gott ist1, und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den Glauben annehmen und mir zueignen kann2.
  • 1. 1 Cor. 1, 30 und 2, 2
  • 2. Röm. 1, 17. 1 Joh. 5, 10. Hebr. 11, 6
62
Warumb können aber unsere gute werck nit die gerechtigkeit für Gott, oder ein stück derselben sein?

Darumb dass die gerechtigkeit, so für Gottes gericht bestehen sol, durchauss volkommen, und dem Göttlichen gesetz gantz gleichformig sein mussd, und aber auch unsere beste werck in diesem leben alle unvolkomen, und mit sünden befleckt sinde.
  • d. Galat. 3. Deu. 27
  • e. Esai. 64
62
Warum können aber unsere guten Werke nicht die Gerechtigkeit vor Gott oder ein Stück derselben sein?

Darum, daß die Gerechtigkeit, so vor Gottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen und dem göttlichen Gesetz ganz gleichförmig sein muss1; und aber auch unsere besten Werke in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünden befleckt sind2.
  • 1. 3 B. Mos. 18, 5. 5 B. Mos. 27, 26. Gal. 3, 10
  • 2. Jes. 64. 6
63
Verdienen aber unsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünfftigem leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nit auss verdienst, sonder auss gnadena.
  • a. Luc. 17
63
Verdienen aber unsere guten Werke nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünftigem Leben will belohnen?

Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnaden1.
  • 1. Luc. 17, 10
64
Macht aber diese lehr nicht sorglose und verruchte leut?

Nein, Denn es unmöglich ist, dass die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeit sollen bringenb.
  • b. Matt. 7
64
[23]Macht aber diese Lehre nicht sorglose und verruchte Leute?

Nein, denn es unmöglich ist, dass die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzet, nicht Frucht der Dankbarkeit sollen bringen1.
  • 1. Matth. 7, 18. Joh. 15, 5. Röm. 8, 14
65
[344]Dieweil denn allein der glaub uns Christi, und aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher glaube?

Der heilig Geist würckt denselben in unsern hertzena, durch die predig des heiligen Euangelions, und bestetiget den durch den brauch der heiligen Sacramentenb.
  • a. Ephes. 2. Ioh. 3
  • b. Mat. 28. 1 Pet. 1
65
Dieweil denn allein der Glaube uns Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht, woher kommt solcher Glaube?

Der heilige Geist wirket denselben in unsern Herzen1 durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Brauch der heiligen Sakramente2.
  • 1. Ephes. 2, 8. Joh. 3, 5. Phil. 1, 29. Joh. 6, 29
  • 2. Matth. 28, 19. 20. Marc. 16, 15. 16. 1 Petr. 1, 22. 23. Röm. 10, 14. 17
66
Was seind die Sacrament?

Es seint sichtbare heilige warzeichen und Sigill, von Gott darzu eingesetzt. dass er uns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuverstehen gebe, und versigele: Nemlich dass er uns von wegen das einigen opffers Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, und ewiges leben auss gnaden schenckec.
  • c. Gen. 17. Rom. 4. Deut. 30. Levit. 6. Heb. 9. Ezech. 20
66
Was sind die Sakramente?

Es sind sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, von Gott dazu eingesetzt, dass Er uns durch den Brauch derselbigen die Verheißung des Evangeliums desto besser zu verstehen gebe und versiegele; nämlich, dass Er uns, von wegen des einigen Opfers Christi am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben aus Gnaden schenket1.
  • 1. Röm. 4, 11. 1 B. Mos. 17, 11. 5 B. Mos. 30, 6. Ezech. 20, 12. Marc 16, 16. Luc. 22, 20
67
Seind denn beyde das wort und die Sacrament dahin gericht, dass sie unsern glauben auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund unserer seligkeit weisen?

Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, und bestetiget durch die heiligen Sacrament, dass unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opffer Christi, für uns am Creutz geschehena.
  • a. Rom. 6. Galat. 3
67
Sind denn beide, das Wort und die Sakramente, dahin gerichtet, dass sie unsern Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz, als auf den einigen Grund unserer Seligkeit weisen?

Ja freilich; denn der heilige Geist lehret im Evangelio und bestätiget durch die heiligen Sakramente, [24]dass unsere ganze Seligkeit stehe in dem einigen Opfer Christi, für uns am Kreuz geschehen1.
  • 1. Röm. 6, 3. Gal. 3, 26. 27. 1 Cor. 11, 26
68
[346]Wieviel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den Heiligen Tauff, und das heilig Abendmal.
68
Wie viel Sakramente hat Christus im neuen Testament eingesetzt?

Zwei: Die heilige Taufe1 und das heilige Abendmahl2.
  • 1. Matth. 28, 19. Marc. 16, 15. 16
  • 2. 1 Cor. 11, 23—25. Matth. 26, 26—28. Marc. 14, 22—25. Luc. 22, 19. 20
69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert und versichert, dass das einige opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

Also: dass Christus diss eusserlich wasserbad eingesetzt, und darbey verheissen hat, dass ich so gewiss mit seinem blut und geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewasschen sey, so gewiss ich eusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunemen, gewasschen bina.
  • a. Mar. 1. Luc. 3
69
Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und versichert, dass das einige Opfer Christi am Kreuze dir zu gut komme?

Also, dass Christus dies äußerliche Wasserbad eingesetzt1 und dabei verheißen hat2, daß ich so gewiss mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden gewaschen sei, so gewiss ich äußerlich mit dem Wasser, welches die Unsauberkeit des Leibes pflegt hinwegzunehmen, gewaschen bin3.
  • 1. Matth. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 16. Apost. Gesch. 2, 38. Joh. 1, 33. Matth. 3, 11. Röm. 6, 3. 4
  • 3. 1 Petr. 3, 21. Marc. 1, 4. Luc. 3, 3
70
Was heist mit dem blut und Geist Christi gewasschen sein?

Es heist vergebung der sünden von Gott aus gnaden haben, umb des bluts Christi willen, welchs er in seinem opffer am Creutz für uns vergossen hatb: Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, und zu einem glied Christi geheiliget sein, dass wir je lenger je mehr der sünden absterben, und in einem Gottseligen, unstreflichen leben wandlenc.
  • b. Hebr. 12. 1 Pet. 1. Apoc. 1. Zach. 13. Ezech. 36
  • c. Ioh. 1. Ioh. 3. 1 Cor. 6. et 12. Rom. 6. Coloss. 2
70
Was heißt mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heißt Vergebung der Sünden von Gott aus Gnaden haben um des Blutes Christi willen, welches er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat1; darnach auch durch den heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, dass wir je [25]länger je mehr der Sünde absterben und in einem gottseligen, unsträflichen Leben wandeln2.
  • 1. 1 Petr. 1, 2. Hebr. 12, 24. Offenb. Joh. 1, 5 und 7, 14. Zach. 13, 1. Ezech. 36, 25. 26. 27
  • 2. Joh. 1, 33 und 3, 5. 1 Cor. 6, 11 und 12, 13. Röm. 6, 4. Col. 2, 11. 12
71
[348]Wo hat Christus verheissen, dass wir so gewiss mit seinem blut und geist als mit dem tauffwasser gewasschen seind?

In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet. Gehet hin, und lehret alle Völcker, und tauffet sie, im namen des Vaters und des Sons, und des heiligen Geists: wer da glaubet und getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdampt werdenb. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburtc und abwasschung der sünden nennetd.
  • a. Mat. 28
  • b. Mar. 16
  • c. Tit. 3
  • d. Act. 22
71
Wo hat Christus verheißen, dass wir so gewiss mit seinem Blut und Geist, als mit dem Taufwasser gewaschen sind?

In der Einsetzung der Taufe, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes1. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden2. Diese Verheißung wird auch wiederholt, da die Schrift die Taufe das Bad der Wiedergeburt3 und die Abwaschung der Sünden nennet4.
  • 1. Matth. 28, 19
  • 2. Marc. 16, 15. 16
  • 3. Tit. 3, 5
  • 4. Apost. Gesch. 22, 16
72
Ist denn das eusserlich wasserbad die abwasschung der sünden selbst?

Neine, Denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist reiniget uns von allen sündenf.
  • e. Mat. 3. 1 Pet. 3. Ephes. 5
  • f. 1 Ioh. 1. 1 Cor. 6
72
Ist denn das äußerliche Wasserbad die Abwaschung der Sünden selbst?

Nein1; denn allein das Blut Jesu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen Sünden2.
  • 1. Matth. 3, 11. 1 Petr. 3, 21. Ephes. 5, 26
  • 2. 1 Joh. 1, 7. 1 Cor. 6, 11
73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, und die abwasschung der sünden?

Gott redet also nicht ohne grosse ursach: Nemlich, nit allein dass er uns damit wil lehren, dass, gleich wie die unsauberkeit des leibs durch wasser, also unsere sünden durchs blut und geist Christi hinweg genommen werdena: sonder viel mehr, dass er uns [350]durch diss Göttlich pfand und warzeichen wil versichern, dass wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewasschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewasschen werdenb.
  • a. Apoc. 1 et 7. 1 Cor. 6
  • b. Marc. 16. Galat. 3
73
Warum nennet denn der heilige Geist die Taufe das Bad der Wiedergeburt und die Abwaschung der Sünden?

Gott redet also nicht ohne große Ursache; nämlich: nicht allein, dass er uns damit will lehren, dass, gleichwie die Unsauberkeit des Leibes durch's Wasser, also unsere Sünden durch's Blut und Geist Christi hin[26]weggenommen werden1; sondern vielmehr, dass er uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen will versichern, dass wir so wahrhaftig von unsern Sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen Wasser gewaschen werden2.
  • 1. Offenb. Joh. 1, 5 und 7, 14. 1 Cor. 6, 11
  • 2. Gal. 3, 27. Marc. 16, 16
74
Soll man auch die jungen Kinder tauffen?

Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bundt Gottes und seine gemein gehörenc, und inen in dem blut Christi die erlösung von sündend, und der heilig Geist, welcher den glauben wircket, nit weniger denn den alten zugesagt wirda: so sollen sie auch durch den tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, und von der unglaubigen kinder underscheiden werdenb, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen istc, an welcher stat im newen Testament der Tauff ist eingesetztd.
  • c. Gen. 17
  • d. Matt. 19
  • a. Luc. 1. Psal. 22. Esai. 46. Act. 2
  • b. Act. 10
  • c. Gen. 17
  • d. Coloss. 2
74
Soll man auch die jungen Kinder taufen?

Ja; denn dieweil sie sowohl als die Alten in den Bund Gottes und seine Gemeine gehören1, und ihnen in dem Blut Christi die Erlösung von Sünden, und der heilige Geist, welcher den Glauben wirket2, nicht weniger denn den Alten zugesagt wird3, so sollen sie auch durch die Taufe, als des Bundes Zeichen, der christlichen Kirche eingeleibet und von der Ungläubigen Kinder unterschieden werden4 wie im alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist5, an welcher Statt im neuen Testament die Taufe ist eingesetzt6.
  • 1. 1 B. Mos. 17, 7
  • 2. Marc. 9, 42
  • 3. Matth. 19, 14. Luc. 1, 15. Ps. 22, 11. Jes. 44, 1—4. Apost. Gesch. 2, 39
  • 4. Apost. Gesch. 10, 47
  • 5. 1 B. Mos. 17, 14. Matth. 28, 19
  • 6. Col. 2, 11. 12. 13
75
Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert und versichert, dass du an dem einigen opffer Christi am Creutz, und allen seinen gütern gemeinschafft habest?

Also, dass Christus mir und allen glaubigen von [352]diesem gebrochnen brod zu essen, und von diesem Kelch zu trincken befohlen hat, und darbey verheissen, Erstlich dass sein leib so gewiss für mich am Creutz geopffert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiss ich mit augen sehe, dass das brod des HERREN mir gebrochen, und der Kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, dass er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossnen blut so gewiss zum ewigen leben speise und trencke, als ich auss der handt des Dieners empfange und leiblich niesse das brod und den Kelch des HERREN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
75
Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und versichert, dass du an dem einigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gütern Gemeinschaft habest?

Also, dass Christus mir und allen Gläubigen von diesem gebrochenen Brod zu essen und von diesem Kelch zu trinken befohlen hat, zu seinem Gedächtnis, und dabei verheißen1: Erstlich, dass sein Leib so [27]gewiss für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen sei, so gewiss ich mit Augen sehe, dass das Brod des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir mitgetheilt wird; und zum andern, dass er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiss zum ewigen Leben speise und tränke, als ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brod und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
  • 1. Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20. 1 Cor. 10, 16. 17. 11, 23. 24. 25 und 12, 13
76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, und sein vergossen blut trincken?

Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden und sterben Christi annemen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekomena: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wonet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr und mehr vereiniget werdena: dass wir, ob gleich er im himmelb, und wir auff erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beinen sindc, und von einem geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werdend.
  • a. Ioh. 6
  • a. Ioh. 6
  • b. Act. 3. 1 Cor. 11
  • c. Ephes. 5. 1 Cor. 6. 1 Ioh. 3. et 4. Ephes. 3. Ioh. 14
  • d. Ioh. 6. et 15. Ephes. 4
76
Was heißt den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?

Es heißt nicht allein mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünden und ewiges Leben bekommen1, sondern auch daneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeiten Leib je mehr und mehr vereinigt werden2, dass wir, obgleich er im Himmel3, und wir auf Erden sind, dennoch Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinen Beinen sind4, und von einem Geist, (wie die Glieder unsers Leibes von einer Seele) ewig leben und regiert werden5.
  • 1. Joh. 6, 35. 40. 47. 48. 50. 51. 53. 54
  • 2. Joh. 6, 55. 56
  • 3. Col. 3, 1. Apost. Gesch. 3, 21. 1 Cor. 11, 26
  • 4. Ephes. 5, 30 und 3, 17. 1 Cor. 6, 15. 1 Joh. 4, 13. 1 Joh. 3, 24
  • 5. Joh. 6, 57 und 15, 1. 2. 3. 4. 5. 6. Ephes. 4, 15. 16
77
Wo hat Christus verheissen, dass er die glau[354]bigen so gewiss also mit seinem leib und blut speise und trencke, als sie von diesem gebrochnen brodt essen, und von diesem Kelch trincken?

In der einsatzung des Abendmals, welche also lautete: Unser HERR Jesus, in der nacht da er verrhaten ward, nam er das brodt, dancket und brachs und sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut, zu meiner gedechtnuss. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, und sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt irs trincket, zu meiner gedechtnuss: Denn so offt ir von diesem brod esset, und von diesem Kelch trincket, solt ir des HERREN todt verkündigen, biss dass er kompt. Und diese verheissung wirt auch widerholet durch S. Pauluma da er spricht: Der kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nit die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brodts theilhafftig seind.
  • e. 1 Cor. 11. Matt. 26. Mar. 14. Luc. 22
  • a. 1 Cor. 10
77
[28]Wo hat Christus verheißen, dass Er die Gläubigen so gewiss mit seinem Leib und Blut speise und tränke, als sie von diesem gebrochenen Brod essen und von diesem Kelch trinken?

In der Einsetzung des heiligen Abendmahls, welche also lautet1: Unser Herr Jesus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis dass er kommt. Und diese Verheißung wird auch wiederholt durch Sanct Paulus, da er spricht2: Der Kelch der Danksagung, damit wir danksagen, ist der nicht die Gemeinschaft des Bluts Christi? Das Brod, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brod ist's, so sind wir Viele ein Leib, dieweil wir Alle Eines Brodes theilhaftig sind.
  • 1. 1 Cor. 11, 23. 24. 25. Matth. 26, 26. 27. 28. Marc. 14, 22. 23. 24. Luc. 22, 19. 20
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
78
Wird denn auss brod und wein der wesentlich leib und blut Christi?

Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nit in das blut Christi verwandlet, oder die abwasschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen und versicherung ista: also wird auch [356]das heilig brod im Abendmal nit das leib Christi selbstb, wiewol es nach art und brauch der Sacramentenc, der leib Christi genennet wird.
  • a. Matt. 26. Mar. 14
  • b. 1 Cor. 10. et 11
  • c. Gen. 17. Exod. 12. Tit. 3. 1 Pet. 4 (3?). 1 Cor. 10
78
Wird denn aus Brod und Wein der wesentliche Leib und Blut Christi?

Nein1, sondern wie das Wasser in der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wird, deren es allein [29]ein göttliches Wahrzeichen und Versicherung ist2, also wird auch das heilige Brod im Abendmahl nicht der Leib Christi selbst3, wiewohl es nach Art und Brauch der Sakramente4 der Leib Christi genannt wird.
  • 1. Matth. 26, 29. Apost. Gesch. 7, 8. 2 B. Mos. 24, 8. 3 B. Mos. 16, 10. und 17, 11. Jes. 6, 6. 7. Apost. Gesch. 22, 16
  • 2. Ephes. 5, 26
  • 3. 1 Cor. 10, 16 und 11, 26
  • 4. 1 B. Mos. 17, 10. 11. 2 B. Mos. 12, 11. 13. 26. 27 u. 13, 9. Tit. 3. 5. 1 Petr. 3, 21. 1 Cor. 10, 4
79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, und den Kelch sein blut, oder das newe Testament in seinem blut, und S. Paulus, die gemeinschafft des leibs und bluts Jesu Christi?

Christus redet also nit one grosse ursach. Nemlich, dass er uns nit allein damit wil lehren, dass, gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die ware speiss und tranck unser seelen, zum ewigen lebena: sonder viel mehr dass er uns durch diss sichtbare zeichen und pfand wil versichern, dass wir so warhafftig seines waren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geists teilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnuss empfangen: und das all sein leiden und gehorsam so gewiss unser eigen sey, als hetten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und genug gethan.
  • a. Ioh. 6
  • b. 1 Cor. 10
79
Warum nennet denn Christus das Brod seinen Leib und den Kelch sein Blut, oder das neue Testament in seinem Blut, und St. Paulus die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohne große Ursache; nämlich, dass er uns nicht allein damit will lehren, dass, gleichwie Brod und Wein das zeitliche Leben erhalten, also sei auch sein gekreuzigter Leib und vergossenes Blut die wahre Speise und Trank unserer Seelen zum ewigen Leben1, sondern vielmehr, dass Er uns durch dies sichtbare Zeichen und Pfand will versichern, dass wir so wahrhaftig seines wahren Leibes und Blutes durch Wirkung des heiligen Geistes theilhaftig werden2, als wir diese heiligen Wahrzeichen mit dem leiblichen Mund zu seinem Gedächtnis empfangen, und dass all sein Leiden und Gehorsam so gewiss unser eigen sei, als hätten wir selbst in unserer eigenen Person Alles gelitten und genug gethan.
  • 1. Joh. 6, 55
  • 2. 1 Cor. 10, 16. 17
80
Was ist für ein underscheid zwischen dem Abendmal des HERRN und der Babstlichen Mess?

Das Abendmal bezeuget uns dass wir volkomne vergebung aller unser sünden haben, durch das ei[358]nige opffer Jesu Christi, so er selbst ein mal am creutz volbracht hata. Die Mess aber lehret dass die lebendigen und die todten nit durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sei dan, dass Christus noch teglich für sie von den Messpriestren geopffert werdeb: Und ist also die Mess im grund ein abgöttische verleugnung dess einigen opffers und leidens Jesu Christic.
  • a. Hebre. 9. et 10. Ioh. 19
  • b. Vide Canonem in Missa
  • c. Hebre. 9. et 10
80
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?

Das Abendmahl bezeuget uns, dass wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben [30]durch das einige Opfer Jesu Christi, so er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat1, und dass wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibet2, der jetzund mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist3, und daselbst will angebetet werden4. Die Messe aber lehret, dass die Lebendigen und die Todten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, dass Christus noch täglich für sie von den Messpriestern geopfert werde, und dass Christus leiblich unter der Gestalt Brods und Weins sei, und derhalben darin soll angebetet werden5. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes, denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi.
  • 1. Hebr. 10, 10. 12, 7, 26. 27 und 9, 12. 25. Joh. 19, 30. Matth. 26, 28. Luc. 22, 19
  • 2. 1 Cor. 12, 13. 6, 17 und 10, 16. 17
  • 3. Col. 3, 1. Hebr. 1, 3 und 8, 1
  • 4. Matth. 6, 20. 21. Joh. 4, 21. 23 und 20, 17. Luc. 24, 52. Apost. Gesch. 7, 55. Col. 3, 1. Phil. 3, 20. 1 Thess. 1, 9. 10
  • 5. In canone Missae et de consecrat. dist. 2 Conc. Trid. sess. 13, 5. Hebr. 9, 26 und 10, 12. 14
81
Welche sollen zu dem Tisch des HERREN kommen?

Die inen selbst umb irer sünden willen missfallen, und doch vertrawen, dass die selbige inen verziehen und die ubrige schwacheit mit dem leiden und sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr und mehr iren glauben zu stercken und ir leben zu bessern. Die unbussfertigen aber und heuchler, essen und trincken inen selbst das gerichtd.
  • d. 1 Cor. 10. et 11
81
Welche sollen zu dem Tisch des Herrn kommen?

Die sich selbst um ihrer Sünde willen missfallen und doch vertrauen, dass dieselbigen ihnen verziehen, und die übrige Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt sei, begehren auch je mehr und mehr ihren Glauben zu stärken, und ihr Leben zu bessern. Die Unbußfertigen aber und Heuchler essen und trinken sich selbst das Gericht1.
  • 1. 1 Cor. 11, 28. 29 und 10, 19. 20. 21. 22
82
[360]Sollen aber zu diesem Abendmal auch zugelassen werden, die sich mit irer bekantnuss und leben, als unglaubige und Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, und sein zorn uber die gantze gemein gereitzeta. Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi und seiner Aposteln, solche, biss zu besserung ires lebens, durch das ampt der Schlüssel ausszuschliessen.
  • a. 1 Cor. 11. Esai. 1. et 66. Ierem. 7. Psal. 50
82
[31]Sollen aber zu diesem Abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erzeigen?

Nein; denn es wird also der Bund Gottes geschmähet und sein Zorn über die ganze Gemeine gereizet1; derhalben die christliche Kirche schuldig ist, nach der Ordnung Christi und seiner Apostel, Solche, bis zur Besserung ihres Lebens, durch das Amt der Schlüssel auszuschließen.
  • 1. 1 Cor. 11, 30. 31. Jes. 1, 11. 12 und 66, 3. Jer. 7, 21. 22. Ps. 50, 16. 17
83
Was ist das ampt der Schlüssel?

Die Predig des heiligen Euangelions, und die Christliche Busszucht, durch welche beide stück, das Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, und den unglaubigen zugeschlossen wird.
83
Was ist das Amt der Schlüssel?

Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht, durch welche beide Stücke das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen und den Ungläubigen zugeschlossen wird1.
  • 1. Matth. 18, 18 und 16, 19. Joh. 20, 23
84
Wie wird das Himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff und zugeschlossen?

Also: dass nach dem befelch Christi allen und jeden glaubigen verkündigt und offentlich bezeuget wird, dass inen so offt sie die verheissung des Euangelions mit waren glauben annemen, warhafftig alle ire sünden von Gott, umb des verdiensts Christi willen vergeben sind: Und herwiderumb, allen unglaubigen und heuchlern, dass der zorn Gottes und die ewige verdamnuss auff inen ligt, so lang sie sich nit [362]bekerena: Nach welchen zeugnuss des Euangelii Gott beide in diesem und zukünfftigen leben urtheilen wil.
  • a. Ioh. 20. Matt. 16
84
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?

Also, dass nach dem Befehl Christi allen und jeden Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeuget wird, dass ihnen, so oft sie die Verheißung des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre Sünden von Gott, um des Verdienstes Christi willen, vergeben sind; und herwiederum allen Ungläubigen und Heuchlern, dass der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt, so lange sie sich nicht bekehren1. Nach welchem Zeugnis des Evangelii Gott beide in diesem und zukünftigen Leben urtheilen will.
  • 1. Joh. 20, 22. 23. Matth. 16, 19
85
Wie wird das Himmelreich zu und auffgeschlossen, durch die Christliche Busszucht?

Also: dass nach dem befehl Christi, die jenigen so under dem Christlichen namen, unchristliche lehr oder wandel füren, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, und von iren irthumen oder lastern nit abstehen, der kirchen, oder denen so von der kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von inen durch verbietung der heiligen Sacrament auss der Christlichen gemein, und von Gott selbst, auss dem Reich Christi werden aussgeschlossen: und widerumm als glieder Christi und der kirchen, angenomen, wenn sie ware besserung verheissen und erzeigena.
  • a. Matt. 18. 1 Cor. 5. 2 Thess. 3. (1?) Ioh. 2
85
[32]Wie wird das Himmelreich zu- und aufgeschlossen durch die christliche Bußzucht?

Also, dass nach dem Befehl Christi diejenigen, so unter dem christlichen Namen unchristliche Lehre oder Wandel führen, nachdem sie etlichemal brüderlich vermahnet sind, und von ihren Irrthümern oder Lastern nicht abstehen, der Kirche, oder denen, so von der Kirche dazu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben Vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch Verbietung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeine und von Gott selbst aus dem Reich Christi werden ausgeschlossen; und wiederum als Glieder Christi und der Kirche angenommen, wenn sie wahre Besserung verheißen und erzeigen1.
  • 1. Matth. 18, 15. 16. 17. 1 Cor. 5, 4. 5. 11. 2 Thess. 3, 6. 14. 15. 2 Joh. 10, 11. 2 Cor. 2, 6. 7. 8
DER DRITTE TEIL. VON DER DANCKBARKEIT.
DER DRITTE THEIL. VON DER DANKBARKEIT.
86
Dieweil wir denn auss unserm elendt one alle unsere verdienst, auss gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thun?

Darumb, dass Christus, nach dem er uns mit seinem blut erkaufft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist ernewert zu seinen ebenbild, dass wir [364]mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigena, und er durch uns gepriesen werdeb, Darnach auch, dass wir bey uns selbst unsers glaubens auss seinen früchten gewiss seinc, und mit unserm Gottseligen wandel, unsere nechsten auch Christo gewinnend.
  • a. Rom. 6. et 12. 1 Pet. 2. 1 Cor. 6
  • b. Matt. 5. 1 Pet. 2
  • c. 1 (2?) Pet. 1. Matt. 7. Gal. 5
  • d. 1 Pet. 3. Rom. 14
86
Dieweil wir denn aus unserm Elend ohne all unser Verdienst, aus Gnaden durch Christum erlöset sind, warum sollen wir gute Werke thun?

Darum, dass Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, dass wir mit unserm ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohlthaten erzeigen1, und er durch uns gepriesen werde2. Darnach auch, dass wir bei uns [33]selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiss seien3, und mit unserm gottseligen Wandel unsern Nächsten auch Christo gewinnen4.
  • 1. Röm. 12, 1. 2 und 6, 13. 1 Petr. 2, 5. 9. 10
  • 2. Matth. 5. 16. 1 Petr. 2, 11. 12
  • 3. 2 Petr. 1, 10. Matth. 7, 17. Gal. 5, 6. 22
  • 4. 1 Petr. 3, 1. 2. Röm. 14, 19
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von irem undanckbaren unbussfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein unkeusscher, Abgöttisscher, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber und dergleichen, wird das reich Gottes erbene.
  • e. 1 Cor. 6. Ephes. 5. 1 Ioh. 3
87
Können denn die nicht selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Wandel zu Gott nicht bekehren?

Keineswegs; denn wie die Schrift sagt: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes ererben1.
  • 1. 1 Cor. 6, 9. 10. Ephes. 5, 5. 6. 1 Joh. 3, 14
88
In wieviel stucken stehet die warhafftige Buss oder bekerung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des altenf, und aufferstehung des newen menschen.
  • f. Rom. 6. Ephes. 4. Coloss. 3. 1 Cor. 5
88
In wie viel Stücken bestehet die wahrhafte Buße oder Bekehrung des Menschen?

In zwei Stücken: In Absterbung des alten, und Auferstehung des neuen Menschen1.
  • 1. Röm. 6, 4—6. Ephes. 4, 22. 23. 24. Col. 3, 5. 6. 8. 9. 10
89
Wass ist die Absterbung des alten menschen?

Im die sünde von hertzen lassen leidt sein, und dieselbige je lenger je mehr hassen und fliehena.
  • a. Rom. 8. Ioel 2
89
Was ist die Absterbung des alten Menschen?

Sich die Sünde von Herzen lassen leid sein, und dieselbe je länger je mehr hassen und fliehen1.
  • 1. 2 Cor. 7, 10. Röm. 8, 13. Joel 2, 13. Col. 3, 5. 8
90
Wass ist die Aufferstehung des newen menschen?

[366]Hertzliche freud in Gottb, und lust und lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu lebenc.
  • b. Rom. 5. et 14. Esai. 27 (57?)
  • c. Rom. 6. Galat. 2
90
Was ist die Auferstehung des neuen Menschen?

Herzliche Freude in Gott durch Christum1, und Lust und Liebe haben nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben2.
  • 1. Röm. 5, 1 und 14, 17. Jes. 57, 15
  • 2. Röm. 7, 22. 6, 12—14. etc. Ps. 1, 2. Gal. 2, 19. 20
91
Welches seind aber gute werck?

Allein die auss waren glaubend, nach dem gesetz Gottese im zu ehren geschehenf: und nicht die auff unser gutdüncken oder menschen satzung gegründet seindg.
  • d. Rom. 14
  • e. 1 Sam. 11 (15?). Ephes. 2
  • f. 1 Cor. 10
  • g. Deut. 12. Ezech. 20. Esai. 29. Matt. 15
91
Welches sind aber gute Werke?

Allein die aus wahrem Glauben1, nach dem Gesetz Gottes2, Ihm zu Ehren geschehen3, und [34]nicht die auf unser Gutdünken oder Menschensatzung gegründet sind4.
  • 1. Röm. 14, 23. Ephes. 2, 10
  • 2. 3 B. Mos. 18, 4. 1 Sam. 15, 22. 5 B. Mos. 4, 2 und 12, 32
  • 3. 1 Cor. 10, 31
  • 4. Ezech. 20, 18. 19. Jes. 29, 13. 14. Matth. 15, 7. 8. 9
92
Wie laut das gesetz des HERRN?

Gott redet alle dise wort.

Das Erste gebot.

Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich auss Egyptenland, auss dem Diensthauss gefüret habe. Du solt kein ander Götter für mir haben.

Das Ander.

Du solt dir kein Bildnuss noch irgendt ein gleichnuss machen, weder dess, das oben im Himmel, noch dess, das unden auff Erden, oder des, das im wasser under der erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch inen dienen. Denn ich der HERR dein Gott, bin ein starcker eyveriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den Kindern biss ins dritte und vier[368]de glied, deren die mich hassen, und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine Gebot halten.

Das Dritte.

Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht missbrauchen, Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Das vierde.

Gedenck des Sabbath tags, das du ihn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, und alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dein Son, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine magt, noch dein Vieh, noch der frembling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR himmel und erden gemacht, und das mehr, und alles was drinnen ist, und rhuete am sibenden tage, darum segnete der HERR den Sabbath tag, und heiliget in.

Das Fünffte.

Du solt dein Vater und deine Mutter ehren, auff dass du lang lebest im Land, das dir der HERR dein Gott gibt.

Das Sechste.

Du solt nit tödten.

Das Sibente.

Du solt nit Ehebrechen.

Das Achte.

Du solt nit stelen. [370]

Das Neünde.

Du solt kein falsch zeugnuss reden wider deinen nechsten.

Das Zehende.

Lass dich nit gelüsten deines nechsten Haus, Lass dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles das dein nechster hat.
  • a. Exod. 20. Deut. 5
92
Wie lautet das Gesetz des Herrn?

Gott redet alle diese Worte:

Das erste Gebot.

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Egyptenland, aus dem Diensthause, geführet habe. Du sollst keine andere Götter vor mir haben.

Das andere Gebot.

Du sollst dir kein Bildnis, noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen; denn Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der die Missethat der Väter heimsuchet an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied derer, die Mich hassen, und thue Barmherzigkeit an viel Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten.

Das dritte Gebot.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Das vierte Gebot.

Gedenke des Sabbathtages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten, und alle deine Werke [35]thun; aber am siebenten Tage ist der Sabbath des Herrn, deines Gottes, da sollst du keine Arbeit thun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Thoren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht, und das Meer, und Alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag, und heiligte ihn.

Das fünfte Gebot.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, giebt.

Das sechste Gebot.

Du sollst nicht tödten.

Das siebente Gebot.

Du sollst nicht ehebrechen.

Das achte Gebot.

Du sollst nicht stehlen.

Das neunte Gebot.

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das zehnte Gebot.

Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses; laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsens, noch seines Esels, noch Alles, was dein Nächster hat.
93
Wie werden diese Gebot geteilt?

In zwo Tafelna, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen halten. Die ander in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig seinb.
  • a. Exo. 34. Deut. 4. et 10
  • b. Mat. 22
93
[36]Wie werden diese Gebote getheilet?

In zwei Tafeln1, deren die erste in vier Geboten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen verhalten; die andere in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind2.
  • 1. 5 B. Mos. 4, 13. 2 B. Mos. 34, 1. 28. 5 B. Mos. 10. 3. 4
  • 2. Matth. 22, 37. 38. 39
94
Was erfordert der HERR im ersten Gebot?

Dass ich bey verlierung meiner seelen heil und seligkeit alle abgöttereyc, zauberey, aberglaubische segend, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturene, meiden und fliehen sol, Und den einigen waren Gott recht erkennenf, im allein vertraweng, In aller demuth und gedulti, von im allein alles guts gewartenk, und in von gantzem hertzen liebenl, fürchtena und ehrenb: Also dass ich ehe alle creaturen ubergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thuec.
  • c. 1 Cor. 6. et 10
  • d. Levit. 19. Deut. 18
  • e. Matt. 4. Apoc. 19. et 22
  • f. Ioh. 17
  • g. Iere. 17
  • h. 1 Pet. 5
  • i. Hebr. 10. Coloss. 1. Rom. 5. 1 Cor. 10. Phil. 2
  • k. Psal. 104. Esai. 45. Iac. 1
  • l. Deut. 6. Matt. 22
  • a. Deut. 6. Psal. 111. Prov. 1. et 9. Mat. 10
  • b. Mat. 4. Deut. 10
  • c. Matt. 5. et 10. Act. 5
94
Was fordert der Herr im ersten Gebot?

Dass ich, bei Verlierung meiner Seelen Heil und Seligkeit, alle Abgötterei1, Zauberei, abergläubige Segen2, Anrufung der Heiligen oder anderer Kreaturen3 meiden und fliehen soll, und den einigen wahren Gott recht erkennen4, ihm allein vertrauen5 in aller Demuth6 und Geduld7, von ihm allein alles Gute erwarten8, und ihn von ganzem Herzen lieben9, fürchten10 und ehren11; also, dass ich ehe alle Kreaturen übergebe, denn in dem geringsten wider seinen Willen thue12.
  • 1. 1 Joh. 5, 21. 1 Cor. 6, 9. 10 und 10, 7. 14
  • 2. 3 B. Mos. 19, 31. 5 B. Mos. 18, 9. 10. 11. 12
  • 3. Matth. 4, 10. Off. Joh. 19, 10 und 22, 8. 9
  • 4. Joh. 17, 3
  • 5. Jer. 17, 5. 7
  • 6. 1 Petr. 5, 5
  • 7. Hebr. 10, 36. Col. 1, 11. Röm. 5, 3. 4. 1 Cor. 10, 10. Phil. 2, 14
  • 8. Ps. 104, 27. Jac. 1, 17
  • 9. 5 B. Mos. 6, 5. Matth. 22, 27
  • 10. 5 B. Mos. 6, 2. Ps. 111, 10. Spr. Sal. 1, 7 und 9, 10. Matth. 10, 28
  • 11. Matth. 4, 10. 5 B. Mos. 10, 20
  • 12. Matth. 5, 29. und 10, 37. Apost. 5, 29
95
[372]Was ist Abgötterey?

An stat des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder habe, darauff der mensch sein vertrawen setztd.
  • d. Ephes. 5. 1 Par. 16. Phil. 3. Gale. 4. (sic!) Ephes. 2. 1 Joh. 2 2 Ioh. Ioh. 5
95
Was ist die Abgötterei?

Anstatt des einigen wahren Gottes, der sich in seinem Wort hat geoffenbaret, oder neben demselbigen etwas Anders dichten oder haben, darauf der Mensch sein Vertrauen setzt1.
  • 1. Ephes. 5, 5. 1 Chron. 17, 26. Phil. 3, 19. Gal. 4, 8. Ephes. 2, 12. 1 Joh. 2, 23. 2 Joh. 9. Joh. 5, 22. 23
96
Was wil Gott im andern Gebot?

Dass wir Gott in keinen weg verbildene, noch auff irgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollenf.
  • e. Deut. 4. Esai 40. Rom. 1. Act. 17
  • f. 1 Sam. 15. Deut. 12. Mat. 15
96
[37]Was will Gott im andern Gebot.

Dass wir Gott in keinem Weg verbilden1, noch auf irgend eine andere Weise, denn er in seinem Wort befohlen hat, verehren sollen2.
  • 1. Jes. 40, 18. 19. 25. 5 B. Mos. 4, 15. 16. Röm. 1, 23—25. Apost. Gesch. 17, 29
  • 2. 1 Sam. 15, 23. 5 B. Mos. 12, 29—32. Matth. 15, 9
97
Sol man denn gar kein bildnuss machen?

Gott kan und sol keines weges abgebildet werden: die Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbeut doch Gott derselbigen bildnuss zu machen und zu haben, dass man sie verehre oder im damit dienea.
  • a. Exo. 23. et 34. Num. 33. Deut. 7. et 12. 16. 2 Reg. 18
97
Soll man denn gar kein Bildnis machen?

Gott kann und soll keineswegs abgebildet werden1; die Kreaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbietet doch Gott, derselben Bildnis zu machen und zu haben, dass man sie verehre, oder ihm damit diene2.
  • 1. Jes. 40, 25
  • 2. 2 B. Mos. 34, 17 und 34, 13. 4 B. Mos. 33, 51. 52. 5 B. Mos. 7, 5; 12, 3 und 16, 22. 2 Kön. 18, 4
98
Mögen aber nicht die bilder als der Leyen bücher, in den Kirchen geduldet werden?

[374]Nein: Denn wir nit sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nit durch stumme götzenb, sonder durch die lebendige predig seines worts wil underwiesen habenc.
  • b. Iere. 10. Habac. 2
  • c. 2 Pet. 1. 2 Tim. 3
98
Mögen aber nicht die Bilder, als der Laien Bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein; denn wir sollen nicht weiser sein als Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzen1, sondern durch die lebendige Predigt seines Worts will unterwiesen haben2.
  • 1. Jer. 10, 8. Hab. 2, 18—20
  • 2. Röm. 10, 17. 2 Petr. 1, 19. 2 Tim. 3, 16. 17
99
Was wil das dritt Gebot?

Das wir nicht allein mit fluchend, oder mit falschem ayde: sonder auch mit unnötigem schwerenf den Namen Gottes nicht lestern oder missbrauchen, noch uns mit unserm stilschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Und in summa, dass wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchena, auff dass er von uns recht bekentb, angeruffenc, und in all unsern worten und werckend gepriesen werde.
  • d. Levi. 24
  • e. Levi. 19
  • f. Matt. 5. Iac. 5
  • a. Esai. 45
  • b. Matt. 10. 1 Tim. 2
  • d. Rom. 2. 1 Tim. 6. Coloss. 3
99
Was will das dritte Gebot?

Dass wir nicht allein mit Fluchen1, oder mit falschem Eid2, sondern auch mit unnöthigem Schwören3 den Namen Gottes nicht lästern oder missbrauchen, noch uns mit unserm Stillschweigen und Zusehen solcher schrecklichen Sünden theilhaftig machen4; und in Summa, dass wir den heiligen Namen Gottes [38]anders nicht, denn mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen5, auf dass er von uns recht bekennet6, angerufen7 und in allen unsern Worten und Werken gepriesen werde8.
  • 1. 3 B. Mos. 24, 15. 16
  • 2. 3 B. Mos. 19, 12
  • 3. Matth. 5, 34. 35. 36. 37. Jac. 5, 12
  • 4. 3 B. Mos. 5, 1. Spr. Sal. 29, 24
  • 5. Jer. 4, 2. Jes. 45, 23
  • 6. Matth. 10, 32. Röm. 10, 9. 10
  • 7. Ps. 50, 15
  • 8. Col. 3, 17. Röm. 2, 24. 1 Tim. 6, 1
100
Ist denn mit schweren und fluchen Gottes Namen lestern, so ein schwere sünd, dass Gott auch uber die zürnet, die, soviel an inen ist, dieselbe nicht helffen wehren und verbieten?

Ja freyliche, Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens, [376]Darumb er sie auch mit dem todt zustraffen befohlen hatf.
  • e. Levit. 5
  • f. Levi. 24
100
Ist denn mit Schwören und Fluchen Gottes Namen lästern so eine schwere Sünde, dass Gott auch über die zürnet, die, so viel an ihnen ist, dieselbigen nicht helfen wehren und verbieten?

Ja freilich1; denn keine Sünde größer ist, noch Gott heftiger erzürnet, denn Lästerung seines Namens; darum er sie auch mit dem Tode zu strafen befohlen hat2.
  • 1. Spr. Sal. 29, 24. 3 B. Mos. 5, 1
  • 2. 3 B. Mos. 24, 16
101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Ayd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeit von iren underthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe und warheit zu Gottes ehr und des nechsten heil dardurch zuerhalten und zu fürdern. Denn solches aydschweren ist in Gottes wort gegründeta, und derhalben von den Heiligen im alten und newen Testament recht gebrauchet wordenb.
  • a. Deut. 6. et 10. Esai. 48. Heb. 6
  • b. Gen. 21. et 31. Esai. 9. 1 Sam. 24. 2 Sam. 3. 1 Reg. 1. Rom. 1. 2 Cor. 1
101
Mag man aber auch gottselig bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

Ja; wenn es die Obrigkeit von ihren Unterthanen, oder sonst die Noth erfordert, Treu und Wahrheit zu Gottes Ehr' und des Nächsten Heil dadurch zu erhalten und zu fördern; denn solches Eidschwören ist in Gottes Wort gegründet1, und derhalben von den Heiligen im alten und neuen Testament recht gebrauchet worden2.
  • 1. 5 B. Mos. 6, 13 und 10, 20. Jes. 48, 1. Hebr. 6, 16
  • 2. 1 B. Mos. 21, 24 und 31, 54. Jos. 9, 15. 1 Sam. 24, 22. 23. 2 Sam. 3, 35. 1 Kön. 1, 28—30. 2 Cor. 1, 23. Röm. 9. 1
102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen ayd schweren?

Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, dass er als der einig hertzkündiger, der warheit zeugnuss wölle geben, und mich straffen, so ich falsch schwerec, welche ehre denn keiner creaturen gebüretd.
  • c. 2 Cor. 1
  • d. Mat. 5. Iacob. 5
102
Mag man auch bei den Heiligen oder andern Kreaturen einen Eid schwören?

Nein; denn ein rechtmäßiger Eid ist eine Anrufung Gottes, dass er, als der einige Herzenskündiger, [39]der Wahrheit Zeugnis wolle geben und mich strafen, so ich falsch schwöre1, welche Ehre denn keiner Kreatur gebührt2.
  • 1. 2 Cor. 1, 23. Röm. 9, 1
  • 2. Matth. 5, 34. 35. 36. Jac. 5, 12
103
Wass wil Gott in dem vierdten gebot?

Gott wil erstlich, dass das Predigampt und schulen erhalten werdene, und ich sonderlich am feiertag zu der gemeine Gottes vleissig kommea, das wort Gottes zu lernenb, die heiligen Sacrament zugebrau[378]chenc, den HERREN offentlich anzuruffend, und das Christlich almoss zu gebene. Zum andern, dass ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feiere, den HERREN durch seinen Geist in mir wircken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem leben anfangf.
  • e. Tit. 1. 1 Tim. 3. 4 et 5. 1 Cor. 9. 2 Tim. 2. et 3
  • a. Psal. 40. et 68. Act. 3
  • b. 1 Cor. 14
  • c. 1 Cor. 11
  • d. 1 Tim. 2. 1 Cor. 14
  • e. 1 Cor. 16
  • f. Esai. 66
103
Was will Gott im vierten Gebot?

Gott will erstlich, dass das Predigtamt und Schulen erhalten werde1, und ich, sonderlich am Feiertage, zu der Gemeine Gottes fleißig komme2, das Wort Gottes zu lernen3, die heiligen Sakramente zu gebrauchen4, den Herrn öffentlich anzurufen5, und das christliche Almosen zu geben6; zum andern, dass ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen Werken feiere, den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem Leben anfange7.
  • 1. Tit. 1. 5. 2 Tim. 3, 14. 1 Cor. 9, 13. 14. 2 Tim. 2, 2, 3. 15
  • 2. Ps. 40, 10. 11 und 68, 27. Apost. Gesch. 2, 42
  • 3. 1 Tim. 4, 13. 1 Cor. 4, 19
  • 4. 1 Cor. 11, 33
  • 5. 1 Tim. 2, 1. 1 Cor. 14, 16
  • 6. 1 Cor. 16, 2
  • 7. Jes. 66, 23. Luc. 17, 20
104
Wass wil Gott im fünfften Gebot?

Dass ich meinem Vater und Mutter, und allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe und trewe beweisen, und mich aller guten lehr und straff, mit gebürlichem gehorsam underwerffeng, und auch mit iren gebrechen gedult haben solh, dieweil uns Gott durch ire hand regieren wili.
  • g. Ephes. 5. et 6. Coloss. 3. Prov. 1. 4. 15. et 20. Exo. 21. Rom. 13
  • h. Prov. 23. Gen. 9. 1. Pet. 2
  • i. Ephes. 6. Coloss. 3. Rom. 13. Mat. 22
104
Was will Gott im fünften Gebot?

Dass ich meinem Vater und Mutter, und Allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue beweisen, und mich aller guten Lehre und Strafe mit gebührlichem Gehorsam unterwerfen1, und auch mit ihren Gebrechen Geduld haben soll2; dieweil uns Gott durch ihre Hand regieren will3.
  • 1. Ephes. 6, 1. 2. 3. 5. Col. 3, 18. 20. 22. Ephes. 5, 22, Spr. Sal. 1, 8. 4, 1. 15, 20 und 20, 20. 2 B. Mos. 21, 17. Röm. 13, 1
  • 2. Spr. Sal. 23, 22. 1 B. Mos. 9, 24. 25. 1 Petr. 2, 17. 18
  • 3. Ephes. 6, 4. 9. Col. 3, 20. Röm. 13, 2. 3. Matth. 22, 21
105
Was wil Gott in dem sechsten gebot?

Dass ich meinen nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödtena: sonder alle rachgirigkeit ablegenb, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben solc. Darumb auch die Oberkeit, dem todschlag zu weren, das Schwert tregtd.
  • a. Matt. 5. et 26. Gen. 9
  • b. Ephes. 4. Rom. 12. Matt. 5. et 18
  • c. Rom. 13. Coloss. 2. Syr. 3. Matt. 4
  • d. Gen. 9. Exo. 21. Mat. 26. Rom. 13
105
[40]Was will Gott im sechsten Gebot?

Dass ich meinen Nächsten weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Geberden viel weniger mit der That, durch mich selbst oder Andere schmähen, hassen, beleidigen oder tödten1, sondern alle Rachgierigkeit ablegen2, auch mich selbst nicht beschädigen oder muthwillig in Gefahr begeben soll3; darum auch die Obrigkeit, den Todtschlag zu wehren, das Schwerdt trägt4.
  • 1. Matth. 5, 21. 22 und 26, 52. 1 B. Mos. 9, 6
  • 2. Ephes. 4, 26. Röm. 12, 19. Matth. 5, 25 und 18, 35
  • 3. Röm. 13, 12. Col. 2, 23. Matth. 4, 7
  • 4. 1 B. Mos. 9, 6. 2 B. Mos. 21, 14. Matth. 26, 52. Röm. 13, 4
106
Redet doch diss gebot allein von tödten?

Es wil uns aber Gott durch verbietung des Todt[380]schlags lehren, dass er die wurtzel des todtschlags, als neide, hassf, zorng, Rachgirigkeit, hasset, und das solches alles für im ein heimlicher todtschlag seyeh.
  • e. Rom. 1
  • f. 1 Ioh. 2
  • g. Iac. 2. Gal. 5
  • h. 1 Ioh. 3
106
Redet doch dies Gebot allein vom Tödten?

Es will uns aber Gott durch Verbietung des Todschlages lehren, dass er die Wurzel des Todtschlages, als Neid1, Hass2, Zorn3, Rachgierigkeit hasset, und dass solches Alles vor ihm ein heimlicher Todtschlag sei4.
  • 1. Spr. Sal. 14, 30. Röm. 1, 29
  • 2. 1 Joh. 2, 11
  • 3. Jac. 1, 20. Gal. 5, 19
  • 4. 1 Joh. 3, 15
107
Ists aber damit gnug, dass wir unsern nechsten, wie gemelt, nit tödten?

Nein. Denn in dem Gott neid, hass und zorn verdamt: wil er von uns haben, dass wir unsern nechsten lieben als uns selbsta, gegen im gedult, friede, sanfftmuthb, barmhertzigkeitc und freundligkeitd erzeigen, seinen schaden, soviel uns möglich, abwendene, und auch unsern feinden guts thunf.
  • a. Mat. 7. et 22
  • b. Ephes. 4. Gal. 6. Matt. 5. Rom. 12
  • c. Matt. 5. Luc. 6
  • d. Rom. 12
  • e. Exo. 23
  • f. Mat. 5. Rom. 12
107
Ist's aber damit genug, wenn wir unsern Nächsten, wie gemeldet, nicht tödten?

Nein; denn indem Gott Neid, Hass und Zorn verdammt, will er von uns haben, dass wir unsern Nächsten lieben als uns selbst1, gegen ihn Geduld, Friede, Sanftmuth2, Barmherzigkeit und3 Freundlichkeit4 erzeigen, seinen Schaden, so viel uns möglich ist, abwenden5, und auch unsern Feinden Gutes thun6.
  • 1. Matth. 22, 39 und 7, 12. Röm. 12, 10
  • 2. Ephes. 4, 1—3. Gal. 6, 1. 2. Matth. 5, 5. Röm. 12, 18
  • 3. Luc. 6, 36. Matth. 5, 7
  • 4. 1 Petr. 3, 8. Col. 3, 12
  • 5. 2 B. Mos. 23, 5
  • 6. Matth. 5, 44. 45. Röm. 12, 20
108
Wass wil das siebende Gebot?

Dass alle unkeuscheit von Gott vermaledeiet seyg, und dass wir darumb ir von hertzen feind seinh, und keusch und züchtig leben solleni, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselbenk.
  • g. Deut. 18
  • h. Iudae 1
  • i. 1 Thess. 4
  • k. Heb. 13. 1 Cor. 7
108
[41]Was will das siebente Gebot?

Dass alle Unkeuschkeit von Gott vermaledeiet sei1, und dass wir darum ihr von Herzen feind sein2 und keusch und züchtig leben sollen3, es sei im heiligen Ehestand oder außerhalb desselben4.
  • 1. 3 B. Mos. 18, 29
  • 2. Jud. 23
  • 3. 1 Thess. 4, 3. 4. 5
  • 4. Hebr. 13, 4. 1 Cor. 7, 7
109
Verbeut Gott in diesem gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen schanden?

Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geists sein, so wil er, dass wir sie beyde sauber und heilig bewaren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, worta, gedancken, lustb, und was den menschen darzu reitzen magc.
  • a. Ephes. 5. 1 Cor. 6
  • b. Mat. 5
  • c. Ephes. 5. 1 Cor. 15
109
Verbietet Gott in diesem Gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen Schanden?

Dieweil beide, unser Leib und Seele, Tempel des heiligen Geistes sind, so will er, dass wir sie beide sauber und heilig bewahren; verbietet derhalben alle unkeusche Thaten, Geberden1, Worte, Gedanken, Lust2, und was den Menschen dazu reizen mag.
  • 1. Ephes. 5, 3. 4. 1 Cor. 6, 18. 19
  • 2. Matth. 5, 27. 28
110
[382]Was verbeut Gott im achten Gebot?

Er verbeut nicht allein den diebstald und raubereye, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück und anschlege, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtensf: als unrechtem gewichtg, Elln, massh, wahre, müntz, wucheri, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitzk, und unnütze verschwendung seiner gabenl.
  • d. 1 Cor. 6
  • e. 1 Cor. 5
  • f. Luc. 3. 1 Thess. 4
  • g. Prov. 11. et 16
  • h. Eze. 45. Deut. 25
  • i. Psal. 15. Luc. 6
  • k. 1 Cor. 6
  • l. Prov. 5
110
Was verbietet Gott im achten Gebot?

Er verbietet nicht allein den Diebstahl1 und Räuberei2, welche die Obrigkeit straft; sondern Gott nennet auch Diebstahl alle böse Stücke und Anschläge, damit wir unsers Nächsten Gut gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder Schein des Rechten3, als unrechtem Gewicht, Ellen, Maß4, Waare, Münze, Wucher5, oder durch einiges Mittel, das von Gott verboten ist, dazu auch allen Geiz6 und unnütze Verschwendung seiner Gaben7.
  • 1. 1 Cor. 6, 10
  • 2. 1 Cor. 5, 10. Jes. 33, 1
  • 3. Luc. 3, 14. 1 Thess. 4, 6
  • 4. Spr. Sal. 11, 1 und 16, 11. Ezech. 45, 9. 10. 5 B. Mos. 25, 13
  • 5. Ps. 15, 5. Luc. 6, 35
  • 6. 1 Cor. 6, 10
  • 7. Spr. Sal. 5, 16 und 21, 20
111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebot?

Dass ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fürdere, gegen im also handle, wie ich wolte dass man mit mir handletea, und trewlich arbeite, auff dass ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mögb.
  • a. Mat. 7
  • b. Ephes. 4
111
Was gebietet aber Gott in diesem Gebot?

Dass ich meines Nächsten Nutzen, wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also handele1, wie ich [42]wollte, dass man mit mir handelte, und treulich arbeite, auf dass ich dem Dürftigen in seiner Noth helfen möge2.
  • 1. Matth. 7, 12
  • 2. Ephes. 4, 28
112
Was wil das neund gebot?

Das ich wider niemand falsche zeugnuss gebec, niemand seine wort verkered, kein affterreder und lesterer seiee, Niemand unverhört, und leichtlich verdammen helffef: sonder allerley liegen und triegen, als eigene werck des Teufelsg, bey schwerem Gottes zorn vermeideh, In gerichts und allen andern handlungen die warheit liebe, auffrichtig sage und [384]bekennei, auch meines nechsten ehre und glimpff nach meinem vermögen rette und fürderek.
  • c. Prov. 19. et 21
  • d. Psal. 15
  • e. Rom. 1
  • f. Mat. 7. Luc. 6
  • g. Ioh. 8
  • h. Prov. 12. et 13
  • i. 1 Cor. 13. Ephes. 4
  • k. 1 Pet. 4
112
Was will das neunte Gebot?

Dass ich wider Niemand falsches Zeugnis gebe1, Niemand seine Worte verkehre2, kein Afterredner und Lästerer sei3, Niemand unverhört und leichtlich verdammen helfe4; sondern allerlei Lügen und Trügen, als eigene Werke des Teufels5, bei schwerem Gottes Zorn vermeide6, in Gerichts- und allen anderen Handlungen die Wahrheit liebe, aufrichtig sage und bekenne7, auch meines Nächsten Ehre und Glimpf nach meinem Vermögen rette und fördere8.
  • 1. Spr. Sal. 19, 5. 9 und 21, 28
  • 2. Ps. 15, 3 und 50, 19, 20
  • 3. Röm. 1, 30
  • 4. Matth. 7, 1. Luc. 6, 37
  • 5. Joh. 8, 44
  • 6. Spr. Sal. 12, 22 und 13, 5
  • 7. Ephes. 4, 25. Ps. 15, 2
  • 8. 1 Petr. 4, 8
113
Was wil das zehend Gebot?

Dass auch die geringste lust oder gedancken wider irgend ein gebot Gottes, in unser hertz nimmermehr komen: sonder wir für und für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollena.
  • a. Rom. 7
113
Was will das zehnte Gebot?

Dass auch die geringste Lust oder Gedanken wider irgend ein Gebot Gottes in unser Herz nimmermehr kommen soll; sondern wir für und für von ganzem Herzen aller Sünde feind sein, und Lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen1.
  • 1. Röm. 7, 7
114
Können aber die zu Gott bekeret sind, solche gebot volkömlich halten?

Nein: sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsamsb: doch also, dass sie mit ernstlichem fürsatz nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zulebenc.
  • b. 1 Ioh. 1. Rom. 7. Eccl. 7
  • c. Rom. 7. Luc. 2
114
Können aber die zu Gott bekehret sind, solche Gebote vollkömmlich halten?

Nein; sondern es haben auch die Allerheiligsten, so lange sie in diesem Leben sind, nur einen geringen Anfang dieses Gehorsams1, doch also, dass sie mit [43]ernstlichem Vorsatz nicht allein nach etlichen, sondern nach allen Geboten Gottes anfangen zu leben2.
  • 1. 1 Joh. 1, 8. Röm. 7, 14. 15. 19. Predig. Sal. 7, 21. 1 Cor. 13, 9
  • 2. Röm. 7, 22. Ps. 1, 2
115
Warumb lest uns denn Gott also scharff die zehen Gebot predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich auff das wir unser gantzes lebenlang unser sündliche art je lenger je mehr erkennend, und soviel desto begiriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchena. Darnach das wir one [386]underlass uns befleissen, und Gott bitten umb die gnade des heiligen Geists, dass wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, biss wir das ziel der volkommenheit nach diesem leben erreichenb.
  • d. 1 Ioh. 1. Psal. 32
  • a. Rom. 7
  • b. 1 Cor. 9. Phil. 3
115
Warum lässt uns denn Gott also scharf die zehn Gebote predigen, weil sie in diesem Leben Niemand halten kann?

Erstlich, auf dass wir unser ganzes Lebenlang unsere sündliche Art je länger je mehr erkennen1, und so viel desto begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christo suchen2; darnach, dass wir ohne Unterlass uns befleißigen, und Gott bitten um die Gnade des heiligen Geistes, dass wir je länger je mehr zu dem Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir das Ziel der Vollkommenheit nach diesem Leben erreichen3.
  • 1. Röm. 3, 20. 1 Joh. 1, 9. Ps. 32, 5
  • 2. Matth. 5, 6. Röm. 7, 24
  • 3. 1 Cor. 9, 24. Phil. 3, 12. 13. 14
116
Warumb ist den Christen das gebet nötig?

Darumb dass es das fürnembste stück der danckbarkeit ist, welche Gott von uns erfordertc, Und dass Gott seine gnade und heiligen Geist allen denen wil geben, die in mit hertzlichem seufftzen one underlass darumb bitten, und im darfür danckend.
  • c. Psal. 50
  • d. Matt. 7. Luc. 11. Matt. 13
116
Warum ist den Christen das Gebet nöthig?

Darum, dass es das vornehmste Stück der Dankbarkeit ist, welches Gott von uns fordert1, und dass Gott seine Gnade und heiligen Geist allein Denen will geben, die ihn mit herzlichem Seufzen ohne Unterlass darum bitten und ihm dafür danken2.
  • 1. Ps. 50. 14. 15
  • 2. Matth. 7, 7. Luc. 11, 9. 13. Matth. 13, 12
117
Was gehöret zu einem solchen gebet das Gott gefalle, und vom im erhöret werde?

Erstlich dass wir allein den einigen waren Gott, der sich uns in seinem wort hat offenbareta, umb alles dass er uns zu bitten befohlen hatb, von hertzen anruffenc. Zum andern dass wir unsere noht und elend recht gründlich erkennend, uns für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigene. Zum dritten, dass wir diesen festen grund habenf, dass er unser gebet, unangesehen dass wirs unwirdig seind, doch umb des HERRN Christi willen gewisslich wölle erhöreng, wie er uns in seinem wort verheissen hath.
  • a. Ioh. 4
  • b. Rom. 8. 1 Ioh. 5
  • c. Ioh. 4
  • d. 2 Pa. 20
  • e. Psal. 2. et 34. Esai. 66
  • f. Rom. 10. Iac. 1
  • g. Ioh. 14. Dan. 9
  • h. Mat. 7. Psal. 143
117
Was gehört zu einem solchen Gebet, das Gott gefalle und von ihm erhöret werde?

Dass wir allein den einigen wahren Gott, der sich uns in seinen Wort hat geoffenbaret1, um Alles, [44]das er uns zu bitten befohlen hat2, von Herzen anrufen3; zum andern, dass wir unsere Noth und Elend recht gründlich erkennen4, uns vor dem Angesicht seiner Majestät zu demüthigen5; zum dritten, dass wir diesen festen Grund haben6, dass er unser Gebet, unangesehen, dass wir es unwürdig sind, doch um des Herrn Christi willen gewisslich wolle erhören7, wie er uns in seinem Wort verheißen hat8.
  • 1. Offenb. Joh. 22, 9. Joh. 4, 22
  • 2. Röm. 8, 26. 1 Joh. 5, 14. Jac. 1, 5
  • 3. Joh. 4, 23. 24. Ps. 145, 18
  • 4. 2 Chron. 20, 12
  • 5. Ps. 2, 11 und 34, 19. Jes. 66, 2
  • 6. Röm. 10, 14. Jac. 1, 6
  • 7. Joh. 14, 13 und 16, 23. Dan. 9, 17
  • 8. Matth. 7, 8. Ps. 27, 8
118
[388]Was hat uns Gott befohlen von im zu bitten?

Alle geistlichen und leiblichen notdurffti, welche der HERR Christus begriffen hat in dem Gebet, das er uns selbst gelehret.
  • i. Iacob. 1. Matt. 6
118
Was hat uns Gott befohlen von ihm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche Nothdurft1, welche der Herr Christus begriffen hat in dem Gebet, das er uns selbst gelehret.
  • 1. Jac. 1, 17. Matth. 6, 33
119
Wie lautet dasselbe?

Unsera Vater der du bist in himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im himmel. Unser teglich brod gib uns heut. Und vergib uns unser schult, als auch wir vergeben unsern schuldigern. Und füre uns nicht in versuchung, sonder erlöse uns von bösen. Denn dein ist das reich, und die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, Amen.
  • a. Mat. 6. Luc. 11
119
Wie lautet dasselbige?

Unser Vater, der du bist in den Himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel. Unser täglich Brod gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen1.
  • 1. Matth. 6, 9—13. Luc. 11, 2. 3. 4
120
Warumb hat uns Christus befohlen Gott also anzureden, Unser Vater?

Dass er gleich im anfang unsers gebets in uns erwecke die kindliche furcht und zuversicht gegen Gott, welche der grund unsers gebets sol sein: Nemlich, dass Gott unser Vater durch Christum worden sey, und wolle uns viel weniger versagen, warumb wir in im glauben bitten, denn unsere Vater uns irdische ding abschlagena.
  • a. Matt. 7. Luc. 11
120
Warum hat uns Christus befohlen, Gott also anzureden: Unser Vater?

Dass er gleich im Anfang unsers Gebets in uns erwecke die kindliche Furcht und Zuversicht gegen Gott, [45]welche der Grund unsers Gebets sein soll: nämlich, dass Gott unser Vater durch Christum worden sei, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im Glauben bitten, denn unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen1.
  • 1. Matth. 7, 9—11. Luc. 11, 11. 12. 13
121
Warumb wird hinzugethan, Der du bist in himmeln?

[390]Auff dass wir von der himlischen Maiestet Gottes nichts irdisch gedenckenb, und von seiner almechtigkeit alle notdurfft leibs und der seelen gewartenc.
  • b. Iere. 23. Act. 17
  • c. Rom. 10
121
Warum wird hinzugethan: Der du bist in den Himmeln?

Auf dass wir von der himmlischen Majestät Gottes nichts Irdisches gedenken1, und von seiner Allmächtigkeit alle Nothdurft Leibes und der Seele gewarten2.
  • 1. Jer. 23, 24. Apost. Gesch. 17, 24. 25. 27
  • 2. Röm. 10, 12
122
Was ist die erste Bitt?

Geheiliget werde dein name, das ist, gib uns erstlich dass wir dich recht erkennena, und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeit, weissheit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rhümen und preisenb. Darnach auch dass wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, dass dein Name umb unsert willen nit gelestert, sonder geehret und gepriesen werdec.
  • a. Ioh. 17. Matt. 16. Iac. 1. Psal. 119
  • b. Psal. 119. Rom. 11
  • c. Psal. 71. et 115
122
Was ist die erste Bitte?

Geheiliget werde dein Name; das ist: Gieb uns erstlich, dass wir dich recht erkennen1, und dich in allen deinen Werken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen und preisen2; darnach auch, dass wir unser ganzes Leben Gedanken, Worte und Werke dahin richten, dass dein Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde3.
  • 1. Joh. 17, 3. Jer. 9, 24 und 31, 33. 34. Matth. 16, 17. Jac. 1, 5. Ps. 119, 105
  • 2. Ps. 119, 137. Luc. 1, 46. 47. 68. 69. Röm. 11, 33
  • 3. Ps. 71, 8 und 115, 1
123
Was ist die ander Bitt?

Zukom dein Reich, das ist, Regiere uns also durch dein wort und geist, dass wir uns dir je lenger je mehr underwerffend: erhalt und mehre deine kirchene, und zerstöre die werck des Teuffels, und allen gewalt der sich wider dich erhebt, und alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werdenf, biss die volkommenheit deines Reichs hertzu kommeg, darin du wirst alles in allen seina.
  • d. Matt. 6. Psal. 119. et 143
  • e. Psal. 51. et 122
  • f. 1 Ioh. 3. Rom. 16
  • g. Apoc. 22. Rom. 8
  • a. 1 Cor. 15
123
Was ist die andere Bitte?

Zu uns komme dein Reich; das ist: Regiere uns also durch dein Wort und Geist, dass wir uns dir je länger je mehr unterwerfen1; erhalte und [46]mehre deine Kirche2, und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich wider dich erhebt, und alle bösen Rathschläge, die wider dein heiliges Wort erdacht werden3, bis die Vollkommenheit deines Reichs herzu komme4, darin du wirst Alles in Allem sein5.
  • 1. Ps. 143, 10 und 119, 5. Matth. 6, 33
  • 2. Ps. 51, 20 und 122, 6
  • 3. 1 Joh. 3, 8. Röm. 16, 20
  • 4. Offenb. Joh. 22, 20. Röm. 8, 23
  • 5. 1 Cor. 15, 28
124
Was ist die dritte Bitt?

Dein Wil geschehe auff erden wie im himmel, das [392]ist, verleihe dass wir und alle menschen unserm eigenen willen absagenb, und deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchenc, dass also jederman sein ampt und beruff so willig und trewlich aussrichted, wie die Engel im himmele.
  • b. Matt. 16. Tit. 2
  • c. Luc. 22
  • d. 1 Cor. 7
  • e. Psal. 103
124
Was ist die dritte Bitte?

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel; das ist: Verleihe, dass wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen1, und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen2, dass also Jedermann sein Amt und Beruf so willig und treulich ausrichte3, wie die Engel im Himmel4.
  • 1. Matth. 16, 24. Tit. 2, 11. 12
  • 2. Luc. 22, 42. Ephes. 5, 10. Röm. 12, 2
  • 3. 1 Cor. 7, 24
  • 4. Ps. 103, 20. 21
125
Was ist die vierde Bitt?

Gib uns heut unser teglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblichen notdurfft versorgenf, auff dass wir dardurch erkennen, dass du der einig ursprung alles guten bistg, und dass one deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeiena, und wir derhalben unser vertrawen von allen Creaturen abziehen, und allien auff dich setzenb.
  • f. Psal. 104. et 145. Matt. 6
  • g. Act. 14. et 17
  • a. 1 Cor. 15. Deut. 8. Psal. 37
  • b. Psal. 55. et 62
125
Was ist die vierte Bitte?

Gieb uns heute unser täglich Brod; das ist: Wollest uns mit aller leiblichen Nothdurft versorgen1, auf dass wir dadurch erkennen, dass du der einige Ursprung alles Guten bist2, und dass ohne deinen Segen weder unsere Sorgen und Arbeit, noch deine Gaben uns gedeihen3, und wir derhalben unser Vertrauen von allen Kreaturen abziehen und allein auf dich setzen4.
  • 1. Ps. 145, 15. 16 und 104, 27. Matth. 6, 26
  • 2. Jac. 1, 17. Apost. Gesch. 14, 17 und 17, 27
  • 3. 1 Cor. 15, 58. 5 B. Mos. 8, 3. Ps. 37, 16 und 127, 1. 2
  • 4. Ps. 55, 23. 62, 11 und 146, 3. Jer. 17, 5. 7
126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib uns unsere schuld, als auch wir vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, aach das böse, so uns noch immerdar anhenget umb des bluts Christi willen nit zurechnenc, wie auch wir diss zeugnuss deiner gnad in uns befinden, dass unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zuverzeihend.
  • c. Psal. 51. et 143. 1 Ioh. 2
  • d. Mat. 6
126
[47]Was ist die fünfte Bitte?

Vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern; das ist: Wollest uns armen Sündern alle unsere Missethaten, auch das Böse, so uns noch immerdar anhänget, um des Blutes Christi willen nicht zurechnen1, wie auch wir das Zeugnis deiner Gnade in uns befinden, dass unser ganzer Vorsatz ist, unserm Nächsten von Herzen zu verzeihen2.
  • 1. Ps. 51, 3. 4 u. 143, 2. 1 Joh. 2, 1. Röm. 8, 1
  • 2. Matth. 6, 14
127
Was ist die sechste Bitt?

Und für uns nit in versuchung, sonder erlöse uns [394]vom bösen, das ist, dieweil wir auss uns selbst so schwach sein, dass wir nit einen augenblick bestehen könnena, und darzu unsere abgesagte feind, der Teufelb, die weltc, und unser eigen fleischd, nit auffhören uns anzufechten: so wollest uns erhalten und stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff das wir inen mögen festen widerstand thun, und in diesem geistlichen streit nit unden ligene, biss dass wir entlich den sieg volkomlich behaltenf.
  • a. Ioh. 15. Psal. 103
  • b. 1 Pet. 5. Ephes. 6
  • c. Ioh. 15
  • d. Rom. 7. Galat. 5
  • e. Mat. 26. Mar. 13
  • f. 1 Thess. 3. et 5
127
Was ist die sechste Bitte?

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen; das ist: Dieweil wir aus uns selbst so schwach sind, dass wir nicht einen Augenblick bestehen können1, und dazu unsere abgesagten Feinde, der Teufel2, die Welt3, und unser eigen Fleisch4, nicht aufhören uns anzufechten: so wollest du uns erhalten und stärken durch die Kraft deines heiligen Geistes, auf dass wir ihnen mögen festen Widerstand thun und in diesem geistlichen Streit nicht unterliegen5, bis dass wir endlich den Sieg vollkömmlich behalten6.
  • 1. Joh. 15, 5. Ps. 103, 14
  • 2. 1 Petr. 5, 8. Ephes. 6, 12
  • 3. Joh. 15, 19
  • 4. Röm. 7, 23. Gal. 5, 17
  • 5. Matth. 26, 41. Marc. 13, 33
  • 6. 1 Thess. 5, 23
128
Wie beschleust du diss Gebet?

Denn dein ist das Reich, die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, dass du als unser König, und aller ding mechtig, uns alles guts geben wilst, und kanstg, und dass dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig sol gepriesen werdenh.
  • g. Rom. 10. 2 Pet. 2
  • h. Ioh. 14. Psal. 115
128
Wie beschließest du dieses Gebet?

Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit; das ist: Solches bitten wir Alles darum von dir, dass [48]du als unser König und aller Dinge mächtig, uns alles Gute geben willst und kannst1, und dass dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden2.
  • 1. Röm. 10, 12. 2 Petr. 2, 9
  • 2. Joh. 14, 13. Jer. 33, 8, 9. Ps. 115, 1
129
Was bedeut das wörtlein, Amen?

Amen heist, das sol war und gewiss sein. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, dass ich solches von ihm begerea.
  • a. 2 Cor. 1. 2 Tim. 2
129
Was heißt das Wörtlein Amen?

Amen heißt: Das soll wahr und gewiss sein; denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, als ich in meinem Herzen fühle, dass ich solches von ihm begehre1.
  • 1. 2 Cor. 1, 20. 2 Tim. 2, 13. Ephes. 3, 20. 21