4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907) vs Wien 1885(German) ·
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4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Wien 1885
HC LD 1only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
I. LECTIO. Der 1. Sontag.
—
HC Q1
[4]Was ist dein einiger trost in leben vnd in sterben?
Das ich mit Leib vnd Seel, beyde in leben vnd in sterben nicht mein, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen bin, der mit seinem thewren blut, für alle meine sünden volkommlich bezalet, vnd mich ausz allem gewalt des Teuffels erlöset hat, vnd also bewaret, das one den willen meines Vatters im Himmel, kein har von meinem haupt kan fallen, ja auch mir alles zu meiner seligkeyt dienen musz. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichert, vnd jm forthin zu leben von hertzen willig vnd bereit macht.
[3]Was ist dein einiger Trost im Leben und im Sterben?
Dass ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Sterben, nicht mein, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin, der mit seinem theuren Blute für alle meine Sünden vollkömmlich bezahlet, und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöset hat, und also bewahret, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja auch mir Alles zu meiner Seligkeit dienen muss. Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen Lebens versichert, und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht.
HC Q2
Wieuiel stück seind dir nötig zu wissen, dasz du in diesem trost seliglich leben vnd sterben mögest?
Drey stück. Erstlich wie grosz meine sünde vnnd elend [5]seyen. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden vnnd elend erlöset werde. Vnd zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung sol danckbar sein.
Wie viel Stücke sind dir nöthig zu wissen, dass du in diesem Trost seliglich leben und sterben mögest?
Drei Stücke; erstlich: wie groß meine Sünde und Elend sei; zum andern: wie ich von allen meinen Sünden und Elend erlöset werde; und [4]zum dritten: wie ich Gott für solche Erlösung soll dankbar sein.
HC PART 1
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
HC LD 2only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 2. Sontag.
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HC Q3
Woher erkennest dein elend?
Ausz dem Gesetz Gottes.
Woher erkennest du dein Elend?
Aus dem Gesetze Gottes.
HC Q4
Was erfordert denn das Göttlich Gesetz von vns?
Disz lehret vns Christus in einer summa, Matth. am 22. Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth vnd allen krefften, disz ist das fürnemste vnnd das gröste gebott: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen gebotten hanget das gantze gesetz vnd die Propheten.
Was erfordert denn das göttliche Gesetz von uns?
Dies lehret uns Christus in einer Summa, Matth. am 22. Kap. V. 37. 38. 39. 40: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und allen Kräften. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.
HC Q5
Kanstu disz alles vollkomlich halten?
Nein: denn ich bin von natur geneigt Gott vnd meinen Nechsten zu hassen.
Kannst du dies Alles vollkömmlich halten?
Nein; denn ich bin von Natur geneigt, Gott und meinen Nächsten zu hassen.
HC LD 3only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 3. Sontag.
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HC Q6
[6]Hat denn Gott den menschen also bösz vnnd verkert erschaffen?
Nein: sonder Gott hat den menschen gut, vnnd nach seinem ebenbild erschaffen, das ist, in warhafftiger gerechtigkeyt vnd heiligkeyt, auff dasz er Gott seinen Schöpffer recht erkennte, vnd von hertzen liebte, vnd in ewiger seligkeyt mit jm lebte, jn zu loben vnd zu preisen.
[5]Hat denn Gott den Menschen also böse und verkehrt erschaffen?
Nein, sondern Gott hat den Menschen gut und nach seinem Ebenbild erschaffen, das ist, in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit, auf dass er Gott, seinen Schöpfer, recht erkennete, und von Herzen liebte, und in ewiger Seligkeit mit ihm lebte, Ihn zu loben und zu preisen.
HC Q7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?
Ausz dem fall vnd vngehorsam vnser ersten eltern Adams vnd Euen im Paradeisz, da vnser natur also vergifftet worden, dasz wir alle in sünden empfangen vnd geboren werden.
Woher kommt denn solche verderbte Art des Menschen?
Aus dem Fall und Ungehorsam unserer ersten Eltern Adam und Eva, im Paradiese; da unsere Natur also vergiftet worden, dass wir Alle in Sünden empfangen und geboren werden.
HC Q8
Seind wir aber dermassen verderbt, dasz wir gantz vnnd gar vntüchtig seind zu einigem guten, vnnd geneigt zu allem bösen?
Ja: Es sey denn, dasz wir durch den Geist Gottes wider geboren werden.
Sind wir aber dermaßen verderbt, dass wir ganz und gar untüchtig sind zu einigem Guten und geneigt zu allem Bösen?
Ja; es sei denn, dass wir durch den Geist Gottes wiedergeboren werden.
HC LD 4only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 4. Sontag.
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HC Q9
Thut denn Gott dem menschen nicht vnrecht, dasz er in seinem Gesetz von jm fordert das er nicht thun kan?
[7]Nein: Denn Gott hat den menschen also erschaffen, dasz er es kondte thun: der mensch aber hat sich vnd alle seine nachkommen, ausz anstifftung des Teuffels, durch mutwilligen vngehorsam derselbigen gaben beraubt.
Thut denn Gott dem Menschen nicht unrecht, dass er in seinem Gesetz von ihm fordert, das er nicht thun kann?
Nein; denn Gott hat den Menschen also erschaffen, dass er es konnte thun, der Mensch aber hat sich und alle seine Nachkommen aus Anstiftung des Teufels, durch muthwilligen Ungehorsam, derselbigen Gaben beraubet.
Mit nichten: sonder er zürnet schrecklich, beyde vber angeborne vnd würckliche sünden, vnd will sie ausz gerechtem vrtheil zeitlich vnnd ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des gesetzes, dasz ers thue.
[6]Will Gott solchen Ungehorsam und Abfall ungestraft lassen hingehen?
Mit nichten, sondern er zürnet schrecklich, beide über angeborne und wirkliche Sünden, und will sie aus gerechtem Urtheil zeitlich und ewig strafen, wie er gesprochen hat: Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im Buch des Gesetzes, dass er's thue.
HC Q11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?
Gott ist wol barmhertzig, er ist aber auch gerecht, derhalben erfordert seine gerechtigkeyt, dasz die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, dz ist, der ewigen straff an leib vnd seel gestrafft werde.
Ist denn Gott nicht auch barmherzig?
Gott ist wohl barmherzig, er ist aber auch gerecht. Derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, dass die Sünde, welche wider die allerhöchste Majestät Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, mit der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft werde.
HC PART 2
DER ANDER THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
DER ANDERE THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
HC LD 5only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
II. LECTIO. Der 5. Sontag.
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HC Q12
[8]Dieweil wir denn nach dem gerechten vrtheil Gottes zeitliche vnnd ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, vnd widerumb zu gnaden kommen?
Gott will das seiner gerechtigkeyt gnug geschehe, derwegen müssen wir derselben entweder durch vns selbst, oder durch einen andern volkommene bezalung thun.
Dieweil wir denn nach dem gerechten Urtheil Gottes zeitliche und ewige Strafe verdient haben: wie mögen wir dieser Strafe entgehen und wiederum zu Gnaden kommen?
Gott will, dass seiner Gerechtigkeit genug geschehe; derwegen müssen wir derselben entweder durch uns [7]selbst, oder durch einen Andern vollkommene Bezahlung thun.
HC Q13
Können wir aber durch vns selbst bezalung thun?
Mit nichten: sonder wir machen auch die schuld noch täglich grösser.
Können wir aber durch uns selbst Bezahlung thun?
Mit nichten, sondern wir machen auch die Schuld noch täglich größer.
HC Q14
Kan aber jrgend eine blosse Creatur für vns bezalen?
Keine: Denn erstlich will Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, vnd andere dauon erlösen.
Kann aber irgend eine andere oder bloße Kreatur für uns bezahlen?
Keine; denn erstlich: will Gott an keiner andern Kreatur strafen, was der Mensch verschuldet hat. Zum andern: so kann auch keine bloße Kreatur die Last des ewigen Zorns Gottes wider die Sünde ertragen und andere davon erlösen.
HC Q15
Was müssen wir denn für einen Mittler vnnd Erlöser suchen?
Einen solchen, der ein warer, vnd gerechter mensch, vnd[9]doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.
Was müssen wir denn für einen Mittler und Erlöser suchen?
Einen solchen, der ein wahrer und gerechter Mensch, und doch stärker, denn alle Kreaturen, das ist, zugleich wahrer Gott sei.
HC LD 6only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 6. Sontag.
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HC Q16
Warumb musz er ein warer vnd gerechter mensch sein?
Darumb, dasz die gerechtigkeyt Gottes erfordert, dasz die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: vnd aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezalen.
Warum musste er ein wahrer und gerechter Mensch sein?
Darum, dass die Gerechtigkeit Gottes erfordert, dass die menschliche Natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezahle; und aber Einer, der selbst ein Sünder wäre, nicht könnte für andere bezahlen.
HC Q17
Warumb musz er zugleich warer Gott sein?
Dasz er ausz krafft seiner Gottheit, den last des zorns Gottes, an seiner menschheyt ertragen, vnnd vns die gerechtigkeyt, vnd das leben erwerben, vnd widergeben möchte.
[8]Warum musste er zugleich wahrer Gott sein?
Dass er aus Kraft seiner Gottheit die Last des Zornes Gottes an seiner Menschheit ertragen, und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben möchte.
HC Q18
Wer ist aber derselbe Mittler, der zu gleich warer Gott, vnd ein warer gerechter mensch ist?
[10]Vnser Herr Jesus Christus, der vns zur volkommenen erlösung vnd gerechtigkeyt geschenckt ist.
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer gerechter Mensch ist?
Unser Herr Jesu Christus, der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist.
HC Q19
Woher weistu das?
Ausz dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeisz hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzuätter vnd Propheten lassen verkündigen, vnd durch die Opffer vnnd andere Ceremonien des Gesetzes fürgebildet. Endtlich aber durch seinen eingeliebten Son erfüllet.
Woher weißt du das?
Aus dem heiligen Evangelio, welches Gott selbst anfänglich im Paradies hat geoffenbaret, folgends durch die heiligen Erzväter und Propheten lassen verkündigen, und durch die Opfer und andere Ceremonien des Gesetzes vorgebildet, endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet.
HC LD 7only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 7. Sontag.
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HC Q20
Werden denn alle menschen widerumb durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?
Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben jm werden eingeleibet, vnd alle seine wolthaten annemen.
Werden denn alle Menschen wiederum durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?
Nein, sondern allein diejenigen, die durch wahren Glauben Ihm werden eingeleibet und alle seine Wohlthaten annehmen.
HC Q21
Was ist warer glaub?
Es ist nicht allein ein gewisse erkandtnusz, dardurch ich alles für war halte, was vns Gott in seinem wort hat offenbaret: sonder auch ein hertzliches vertrawen, welches der heilige geist durchs Euangelium in mir würcket, dasz nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der sünden, ewige [11]gerechtigkeyt vnd seligkeyt von Gott geschenckt sey, ausz lauter gnaden, allein vmb des verdiensts Christi willen.
[9]Was ist wahrer Glaube?
Es ist nicht allein eine gewisse Erkenntnis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort hat geoffenbaret, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der heilige Geist durch's Evangelium in mir wirket, dass nicht allein Andern, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt sei, aus lauter Gnaden, allein um des Verdienstes Christi willen.
HC Q22
Was ist aber einem Christen noth zuglauben?
Alles was vns im Euangelio verheissen wird, welchs vns die Artickel vnsers allgemeinen vngezweifelten Christlichen glaubens in einer summa lehren.
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?
Alles, was uns im Evangelio verheißen wird, welches uns die Artikel unsers allgemeinen, ungezweifelten, christlichen Glaubens in einer Summe lehren.
HC Q23
Wie lauten dieselben?
Ich glaub in Gott Vatter, den allmechtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden. Vnd in Jesum Christum, seinen eingebornen Son vnsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren ausz Maria der Jungfrawen, gelitten vnder Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben vnnd begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage [12]wider aufferstanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vatters, von dannen er kommen wird, zu richten die lebendigen vnd die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches, vnd ein ewigs leben.
Wie lauten dieselbigen?
Ich glaube in Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hölle, am [10]dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.
HC LD 8only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 8. Sontag.
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HC Q24
Wie werden diese Artickel abgetheilt?
In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vatter, vnnd vnser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, vnd vnser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, vnd vnser heiligung.
Wie werden diese Artikel abgetheilt?
In drei Theile: Der erste ist von Gott dem Vater und unserer Erschaffung, der andere von Gott dem Sohn und unserer Erlösung, der dritte von Gott dem heiligen Geist und unserer Heiligung.
HC Q25
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ist: warumb nennestu drey, den Vatter, Son, vnd heiligen Geist?
Darumb dasz sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hat, dasz dise drey vnderschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
Dieweil nur ein einig göttlich Wesen ist, warum nennest du drei, den Vater, Sohn und heiligen Geist?
Darum, dass sich Gott also in seinem Wort geoffenbaret hat, dass diese drei unterschiedliche Personen der einige, wahrhaftige, ewige Gott sind.
HC LD 9only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 9. Sontag.
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HC Q26
Was glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vatter, den allmechtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden?
Dasz der ewig Vatter vnsers Herrn Jesu Christi, der Himmel [13]vnnd Erden sampt allem was drinnen ist, ausz nichts erschaffen, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen raht vnd fürsehung erhelt vnd regieret: vmb seines Sons Christi willen, mein Gott vnnd mein Vatter sey, auff welchen ich also vertrawe, dasz ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notturfft leibs vnd der seelen versorgen, auch alles vbel, so er mir in diesem jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden: dieweil ers thun kan, als ein allmechtiger Gott: vnd auch thun will als ein getrewer Vatter.
Was glaubst du, wenn du sprichst: Ich glaube in Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden?
Dass der ewige Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erde sammt allem, was darinnen ist, aus Nichts erschaffen, auch dieselbigen noch [11]durch seinen ewigen Rath und Vorsehung erhält und regieret, um seines Sohnes Christi willen, mein Gott und mein Vater sei, auf welchen ich also vertraue, dass ich nicht zweifele, er werde mich mit aller Nothdurft des Leibes und der Seele versorgen, auch alles Uebel, so er mir in diesem Jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden, dieweil Er es thun kann als ein allmächtiger Gott, und auch thun will als ein getreuer Vater.
HC LD 10only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 10. Sontag.
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HC Q27
Was verstehestu durch die fürsehung Gottes?
Die allmechtige vnd gegenwertige krafft Gottes, durch welche er Himel vnnd Erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erhelt, vnnd also regiert, das laub vnnd grasz, regen vnd dürre, fruchtbare vnd vnfruchtbare jar, essen vnd trincken, gesundheyt vnd kranckheit, reichthumb vnd armut, vnd alles, nicht one gefähr, sonder von seiner väterlichen hand vns zukomme.
Was verstehst du durch die Vorsehung Gottes?
Die allmächtige und gegenwärtige Kraft Gottes, durch welche er Himmel und Erde, sammt allen Kreaturen, gleich als mit seiner Hand noch erhält und also regieret, dass Laub und Gras, Regen und Dürre, fruchtbare und unfruchtbare Jahre, Essen und Trinken, Gesundheit und Krankheit, Reichthum und Armuth, und Alles nicht ungefähr, sondern von seiner väterlichen Hand uns zukomme.
HC Q28
Was für nutz bekommen wir ausz erkandtnusz der schöpffung vnd fürsehung Gottes?
Das wir in aller widerwertigkeyt gedultig, in glückselig[14]keyt danckbar, vnnd auffs zukünfftig guter zuuersicht zu vnserm getrewen Gott vnd Vatter sein sollen, dasz vns keine Creatur von seiner liebe scheiden wird, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, dasz sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen können.
Was für Nutzen bekommen wir aus der Erkenntnis der Schöpfung und Vorsehung Gottes?
Dass wir in aller Widerwärtigkeit geduldig, in Glückseligkeit dankbar, und auf's Zukünftige [12]guter Zuversicht zu unserm getreuen Gott und Vater sein sollen, dass uns keine Kreatur von seiner Liebe scheiden wird, dieweil alle Kreaturen also in seiner Hand sind, dass sie sich ohne seinen Willen auch nicht regen noch bewegen können.
HC LD 11only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
III. LECTIO. Der 11. Sontag.
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HC Q29
Warumb wird der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genannt?
Darumb dasz er vns selig macht von vnsern sünden, vnd dasz bey keinem andern einige seligkeyt zusuchen noch zufinden ist.
Warum wird der Sohn Gottes JESUS, das ist Seligmacher, genannt?
Darum, dass er uns selig macht von unsern Sünden, und dass bei keinem Andern einige Seligkeit weder zu suchen, noch zu finden ist.
HC Q30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die jre seligkeyt vnd heil bey heiligen, bey jnen selbst, oder anderstwo suchen?
Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher vnd Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümen. Denn entweder Jesus nicht ein volkommener Heiland sein musz: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in jm haben, das zu jrer seligkeyt vonnöten ist.
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher Jesum, die ihre Seligkeit und Heil bei Heiligen, bei sich selbst, oder anderswo suchen?
Nein, sondern sie verleugnen mit der That den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rühmen; denn entweder Jesus nicht ein vollkommener Heiland sein muss, oder die diesen Heiland mit wahrem Glauben annehmen, müssen Alles in ihm haben, das zu ihrer Seligkeit vonnöthen ist.
HC LD 12only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 12. Sontag.
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HC Q31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genannt?
[15]Dasz er von Gott dem Vatter verordnet, vnnd mit dem heiligen Geist gesalbet ist, zu vnserm öbersten Propheten vnd Lehrer, der vns den heimlichen rath vnnd willen Gottes von vnser erlösung volkomlich offenbaret: Vnd zu vnserem einigen hohen Priester, der vns mit dem einigen Opffer seines Leibs erlöset hat, vnd jmmerdar mit seiner fürbit für dem Vatter vertritt: Vnd zu vnserm ewigen König, der vns mit seinem wort vnd geist regiert, vnnd bey der erworbenen erlösung schützet vnd erhelt.
Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genannt?
Dass er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen Rath [13]und Willen Gottes von unserer Erlösung vollkömmlich offenbaret; und zu unserm einigen Hohenpriester, der uns mit dem einigen Opfer seines Leibes erlöset hat, und immerdar mit seiner Fürbitte vor dem Vater vertritt; und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist regieret, und bei der erworbenen Erlösung schützet und erhält.
HC Q32
Warumb wirst aber du ein Christ genent?
Dasz ich durch den glauben ein glied Christi, vnnd also seiner salbung theilhafftig bin, auff dasz auch ich seinen Namen bekenne, mich jhm zu einem lebendigen danckopffer darstelle, vnd mit freiem gewissen in diesem leben wider die sünde vnd Teuffel streitte, vnd hernach in ewigkeyt mit jm vber alle Creaturen hersche.
Warum wirst du aber ein Christ genannt?
Dass ich durch den Glauben ein Glied Christi, und also seiner Salbung theilhaftig bin, auf dass auch ich seinen Namen bekenne, mich ihm zu einem lebendigen Dankopfer darstelle, und mit freiem Gewissen in diesem Leben wider die Sünde und Teufel streite, und darnach in Ewigkeit mit ihm über alle Kreaturen herrsche.
HC LD 13only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
[Der 13. Sontag.]
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HC Q33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?
Darumb dasz Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ist: wir aber vmb seinet willen ausz gnaden zu kindern Gottes angenommen sind.
Warum heißt er Gottes eingeborner Sohn, so doch wir auch Kinder Gottes sind?
Darum, dass Christus allein der ewige natürliche Sohn Gottes ist; wir aber um seinetwillen aus Gnaden zu Kindern Gottes angenommen sind.
HC Q34
[16]Warumb nennestu jn vnsern Herrn?
Dasz er vns mit Leib vnd Seel von der sünden, vnd ausz allem gewalt des Teuffels, nicht mit Gold oder Silber, sonder mit seinem thewern Blut, jhm zum eigenthumb erlöset vnd erkaufft hat.
[14]Warum nennest du ihn unsern Herrn?
Dass er uns mit Leib und Seele von der Sünde und aus aller Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem theuren Blut sich zum Eigenthum erlöset und erkaufet hat.
HC LD 14only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
[Der 14. Sontag.]
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HC Q35
Was heist, dasz er empfangen ist von dem heiligen Geist, geborn ausz Maria der Jungfrawen?
Dasz der ewige Son Gottes, der warer vnd ewiger Gott ist, vnnd bleibet, ware menschliche natur, ausz dem fleisch vnd blut der Jungfrawen Maria, durch würckung des heiligen Geists an sich genommen hat, auff dasz er auch der ware samen Dauids sey, seinen brüdern in allem gleich, auszgenommen die sünde.
Was heißt, dass er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau?
Dass der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist und bleibet, wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria, durch Wirkung des heiligen Geistes an sich genommen hat, auf dass er auch der wahre Same Davids sei, seinen Brüder in Allem gleich, ausgenommen die Sünde.
HC Q36
Was nutz bekomestu ausz der heiligen empfengnusz vnnd geburt Christi?
Das er vnser mittler ist, vnd mit seiner vnschuldt vnnd volkommenen heiligkeyt meine sünde, darinn ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecket.
Was für Nutzen bekommst du aus der heiligen Empfängnis und Geburt Christi?
Dass er unser Mittler ist und mit seiner Unschuld und vollkommenen Heiligkeit meine Sünde, darin ich bin empfangen, vor Gottes Angesicht bedecket.
HC LD 15only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 15. Sontag.
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HC Q37
[17]Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?
Dasz er an leib vnnd seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hat, auff dasz er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopffer, vnser leib vnd seel von der ewigen verdamnusz erlösete, vnn vns Gottes gnade, gerechtigkeyt vnd ewiges leben erwürbe.
Was verstehst du durch das Wörtlein gelitten?
Dass er an Leib und Seele die ganze Zeit seines Lebens auf Erden, sonderlich aber am Ende desselben, [15]den Zorn Gottes wider die Sünde des ganzen menschlichen Geschlechts getragen hat, auf dass er mit seinem Leiden, als mit dem einzigen Sühnopfer, unsern Leib und Seele von der ewigen Verdammnis erlösete, und uns Gottes Gnade, Gerechtigkeit und ewiges Leben erwürbe.
HC Q38
Warumb hat er vnder dem Richter Pontio Pilato gelitten?
Auff dasz er vnschuldig vnder dem weltlichen Richter verdampt würde, vnd vns damit von dem strengen vrtheil Gottes, das vber vns gehen solte, erlediget.
Warum hat er unter dem Richter Pontio Pilato gelitten?
Auf dass er unschuldig unter dem weltlichen Richter verdammt würde, und uns damit von dem strengen Urtheil Gottes, das über uns ergehen sollte, erledigte.
HC Q39
Ist es etwas mehr, dasz er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern tods gestorben were?
Ja, Denn dardurch bin ich gewisz, dasz er die vermaledeiung die auff mir lage, auff sich geladen habe, Dieweil der todt des Creutzes von Gott verflucht war.
Ist es etwas mehr, dass er ist gekreuzigt worden, denn so er eines andern Todes gestorben wäre?
Ja; denn dadurch bin ich gewiss, dass er die Vermaledeiung, die auf mir lag, auf sich geladen habe; dieweil der Tod des Kreuzes von Gott verflucht war.
HC LD 16only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 16. Sontag.
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HC Q40
Warumb hat Christus den todt müssen leiden?
[18]Darumb, dasz von wegen der gerechtigkeyt vnd warheyt Gottes, nicht anderst für vnsere sünden mochte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottes.
Warum hat Christus den Tod leiden müssen?
Darum, dass wegen der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes nicht anders für unsere Sünde möchte bezahlet werden, denn durch den Tod des Sohnes Gottes.
HC Q41
Warumb ist er begraben worden?
Damit zu bezeugen, dasz er warhafftig gestorben sey.
[16]Warum ist er begraben worden?
Damit zu bezeugen, dass er wahrhaftig gestorben sei.
HC Q42
Weil denn Christus für vns gestorben ist, wie kompts dasz wir auch sterben müssen?
Vnser todt ist nicht ein bezalung für vnsere sünde: sonder nur ein absterbung der sünden, vnd eingang zum ewigen leben.
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kommt es, dass auch wir sterben müssen?
Unser Tod ist nicht eine Bezahlung für unsere Sünde; sondern nur eine Absterbung der Sünden und Eingang zum ewigen Leben.
HC Q43
Was bekommen wir mehr für nutz ausz dem Opffer vnnd todt Christi am Creutz?
Dasz durch seine krafft vnser alter mensch mit jm gecreutziget, getödtet vnnd begraben wird, auff dasz die bösen lüste des fleisches nicht mehr in vns regieren, sonder dasz wir vns selbst jm zur dancksagung auffopffern.
Was bekommen wir mehr für Nutzen aus dem Opfer und Tod Christi am Kreuze?
Dass durch seine Kraft unser alter Mensch mit ihm gekreuziget, getödtet und begraben wird, auf dass die bösen Lüste des Fleisches in uns nicht mehr regieren, sondern dass wir uns selbst Ihm zur Danksagung aufopfern.
HC Q44
[19]Warumb folget, Abgestiegen zu der Hellen?
Dasz ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HErr Christus habe mich durch seine vnauszsprechliche angst, schmertzen vnd schrecken, die er auch an seiner seelen, am Creutz vnnd zuuor erlitten, von der hellischen angst vnnd pein erlöset.
Warum folgt: Abgestiegen zu der Hölle?
Dass ich in meinen höchsten Anfechtungen versichert sei, mein Herr Christus habe mich durch seine unaussprechliche Angst, Schmerzen und Schrecken, die er auch an seiner Seele am Kreuz und zuvor erlitten, von der höllischen Angst und Pein erlöset.
HC LD 17only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 17. Sontag.
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HC Q45
Was nützet vns die Aufferstehung Christi?
Erstlich hat er durch seine aufferstehung den todt vberwunden, dasz er vns der gerechtigkeyt, die er vns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machen. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen leben. Zum dritten, ist vns die aufferstehung Christi ein gewisses pfandt vnserer seligen aufferstehung.
Was nützet uns die Auferstehung Christi?
Erstlich hat er durch seine Auferstehung den Tod überwunden, dass er uns der Gerechtigkeit, die er uns durch seinen Tod erworben hat, könnte theil[17]haftig machen; zum andern werden wir auch jetzunder durch seine Kraft erwecket zu einem neuen Leben; zum dritten ist uns die Auferstehung Christi ein gewisses Pfand unserer seligen Auferstehung.
HC Q46
IIII. LECTIO. Wie verstehestu dasz er ist gen Himmel gefahren?
Dasz Christus für den augen seiner Jünger, ist von der [20]erden auffgehaben gen Himmel, vnd vns zu gut daselbst ist, bisz dasz er wider kompt zurichten die lebendigen vnd die todten.
Wie verstehest du, dass er ist gen Himmel gefahren?
Dass Christus vor den Augen seiner Jünger ist von der Erde aufgehoben gen Himmel, und uns zu gut daselbst ist, bis dass er wiederkommt, zu richten die Lebendigen und die Todten.
HC Q47
Ist denn Christus nit bey vns bisz ans ende der Welt, wie er vns verheissen hat?
Christus ist warer mensch vnd warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nit auff erden: aber nach seiner Gottheyt, Maiestet, gnad vnnd Geist, weicht er nimmer von vns.
Ist denn Christus nicht bei uns bis an der Welt Ende, wie er uns verheißen hat?
Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzunder nicht auf Erden; aber nach seiner Gottheit, Majestät, Gnade und Geist weichet er nimmer von uns.
HC Q48
Werden aber mit der weis die zwo naturen in Christo nit von einander getrennet, so die menscheit nicht vberal ist, da die Gottheyt ist?
Mit nichten: Denn weil die Gottheyt vnbegreiflich vnd allenthalben gegenwertig ist: so musz folgen, dasz sie wol ausserhalb jrer angenommenen menschheyt, vnd dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, vnd persönlich mit jr vereiniget bleibt.
Werden aber mit der Weise die zwei Naturen in Christo nicht von einander getrennt, so die Menschheit nicht überall ist, da die Gottheit ist?
Mit nichten; denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist, so muss folgen, dass sie wohl außerhalb ihrer angenommenen Menschheit und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereinigt bleibt.
HC LD 18only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 18. Sontag.
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HC Q49
Was nützet vns die Himmelfahrt Christi?
[21]Erstlich dasz er im Himmel für dem angesicht seines Vatters vnser Fürsprecher ist. Zum andern, dasz wir vnser fleisch im Himmel zu einem sichern pfand haben, dasz er als das haupt, vns seine glieder auch zu sich werde hinauff nemen. Zum dritten, dasz er vns seinen Geist zum gegenpfand herab sendet, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, vnd nicht das auff erden ist.
[18]Was nützet uns die Himmelfahrt Christi?
Erstlich, dass er im Himmel vor dem Angesicht seines Vaters unser Fürsprecher ist; zum andern, dass wir unser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, dass er, als das Haupt, uns, seine Glieder, auch zu sich werde hinaufnehmen; zum dritten, dass er uns seinen Geist zum Gegenpfand herabsendet, durch welches Kraft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes, und nicht, das auf Erden ist.
HC Q50
Warumb wirdt hinzu gesetzt, dasz er sitze zur rechten Gottes?
Dasz Christus darumb gen Himmel gefahren ist, dasz er sich daselbst erzeige, als das haupt seiner Christlichen kirchen, durch welches der Vatter alles regiert.
Warum wird hinzugesetzt, dass er sitze zu der Rechten Gottes?
Dass Christus darum gen Himmel gefahren ist, dass er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen Kirche, durch welches der Vater alles regieret.
HC LD 19only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 19. Sontag.
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HC Q51
Was nutzet vns diese herrligkeyt vnsers haupts Christi?
Erstlich dasz er durch seinen heiligen Geist, in vns seine glieder, die himlischen gaben auszgeuszt. Darnach, dasz er vns mit seinem gewalt wider alle feind schützet vnd erhelt.
Was nützet uns diese Herrlichkeit unseres Hauptes Christi?
Erstlich, dass er durch seinen heiligen Geist in uns, seine Glieder, die himmlischen Gaben ausgießt; darnach, dass er uns mit seiner Gewalt wider alle Feinde schützet und erhält.
HC Q52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zu richten die lebendigen vnd die todten?
Dasz ich in allem trübsal vnd verfolgung mit auffgerichtem[22]haupt, eben des Richters der sich zuuor dem gericht Gottes für mich dargestellt, vnd alle vermaledeyung von mir hinweg genommen hat, ausz dem Himmel gewertig bin, dasz er alle seine vnnd meine feinde, in die ewige verdamnusz werffe: mich aber sampt allen auszerwehlten zu jm in die himlische freud vnd herrligkeyt neme.
Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, zu richten die Lebendigen und die Todten?
Dass ich in aller Trübsal und Verfolgung mit aufgerichtetem Haupt eben des Richters, der sich zu[19]vor dem Gerichte Gottes für mich dargestellet und alle Vermaledeiung von mir hinweg genommen hat, aus dem Himmel gewärtig bin, dass er alle seine und meine Feinde in die ewige Verdammnis werfe, mich aber, sammt allen Auserwählten, zu sich in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehme.
HC LD 20only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 20. Sontag.
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HC Q53
Was glaubestu vom heiligen Geist?
Erstlich dasz er gleich ewiger Gott mit dem Vatter vnnd dem Son ist. Zum andern dasz er auch mir gegeben ist, mich durch ein waren glauben, Christi vnnd aller seiner wolthaten theilhafftig macht, mich tröstet, vnnd bey mir bleiben wird bisz in ewigkeyt.
Was glaubst du vom heiligen Geist?
Erstlich, dass er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Sohn ist; zum andern, dass er auch mir gegeben ist, mich durch einen wahren Glauben Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht, mich tröstet und bei mir bleiben wird bis in Ewigkeit.
HC LD 21only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 21. Sontag.
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HC Q54
Was glaubstu von der heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen?
Dasz der Son Gottes ausz dem gantzen menschlichen geschlecht, jhm ein auszerwelte gemein zum ewigen leben, durch seinen geist vnd wort in einigkeyt des waren glaubens, von anbegin der welt, bisz ans end versamle, schütze vnnd[23]erhalte, vnd dasz ich derselben ein lebendiges glied bin, vnnd ewig bleiben werde.
Was glaubst du von der heiligen, allgemeinen, christlichen Kirche?
Dass der Sohn Gottes aus dem ganzen menschlichen Geschlecht sich eine auserwählte Gemeine zum ewigen Leben durch seinen Geist und Wort in Einigkeit des wahren Glaubens von Anbeginn der Welt bis an's Ende versammle, schütze und [20]erhalte, und dass ich derselben ein lebendiges Glied bin und ewig bleiben werde.
HC Q55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?
Erstlich dasz alle vnnd jede gläubigen, als glieder an dem HErren Christo, vnd allen seinen schätzen vnd gaben, gemeinschafft haben. Zum andern, dasz ein jeder seine gaben zu nutz vnd heil der andern glieder, willig vnd mit freuden anzulegen sich schuldig wissen soll.
Was verstehst du durch die Gemeinschaft der Heiligen?
Erstlich, dass alle und jede Gläubigen als Glieder, an dem Herrn Christo und allen seinen Schätzen und Gaben Gemeinschaft haben; zum andern, dass ein Jeder seine Gaben zu Nutz und Heil der andern Glieder willig und mit Freuden anzulegen sich schuldig wissen soll.
HC Q56
Was glaubstu von vergebung der sünden?
Dasz Gott vmb der gnugthuung Christi willen, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreitten habe, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeyt Christi ausz gnaden schencket, dasz ich ins gericht nimmermehr soll kommen.
Was glaubst du von Vergebung der Sünden?
Dass Gott um der Genugthuung Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündlichen Art, mit der ich mein Lebenlang zu streiten habe, nimmermehr gedenken will; sondern mir die Gerechtigkeit Christi aus Gnaden schenket, daß ich in's Gericht nimmermehr soll kommen.
HC LD 22only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 22. Sontag.
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HC Q57
[24]Was tröst dich die aufferstehung des fleisches?
Dasz nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo jrem haupt genommen wird: sonder auch dasz disz mein fleisch durch die krafft Christi aufferweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, vnd dem herrlichen leib Christi gleichförmig werden soll.
Was tröstet dich die Auferstehung des Fleisches?
Dass nicht allein meine Seele nach diesem Leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird, [21]sondern auch, dass dies mein Fleisch durch die Kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner Seele vereiniget und dem herrlichen Leib Christi gleichförmig werden soll.
HC Q58
Was tröst dich der Artickel vom ewigen leben?
Dasz, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde, ich nach diesem leben volkommene seligkeyt besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, vnnd in keines menschen hertz nie kommen ist, Gott ewiglich darinn zu preisen.
Was tröstet dich der Artikel vom ewigen Leben?
Dass, nachdem ich jetzund den Anfang der ewigen Freude in meinem Herzen empfinde, ich nach diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret und in keines Menschen Herz nie gekommen ist, Gott ewiglich darin zu preisen.
HC LD 23only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
V. LECTIO. Der 23. Sontag.
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HC Q59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du disz alles glaubest?
Dasz ich in Christo für Gott gerecht, vnnd ein Erb des ewigen lebens bin.
Was hilft es dir aber nun, wenn du dieses Alles glaubest?
Dass ich in Christo vor Gott gerecht und ein Erbe des ewigen Lebens bin.
HC Q60
Wie bistu gerecht für Gott?
Allein durch waren glauben in Jesum Christum, Also: dasz[25]ob mich schon mein gewissen anklagt, dasz ich wider alle gebott Gottes schwerlich gesündiget, vnd derselben keines nie gehalten hab, auch noch jmmerdar zu allem bösen geneigt bin: doch Gott on alle meine verdienst, ausz lauter gnaden, mir die volkommene gnugthuung, gerechtigkeyt vnnd heiligkeyt Christi schencket vnd zurechnet, als hette ich nie keine sünd begangen noch gehabt, vnd selbst allen den gehorsam volbracht, den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigem hertzen anneme.
Wie bist du gerecht vor Gott?
Allein durch wahren Glauben in Jesum Christum, also, dass, ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebote Gottes schwerlich gesündiget und derselben keines nie gehalten habe, auch noch immerdar zu allem Bösen geneigt bin, doch Gott ohne all mein Verdienst aus lauter Gnade mir die vollkommene Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi schenket und zurechnet, als hätte ich nie eine Sünde begangen noch gehabt, und selbst [22]allen den Gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche Wohlthat mit gläubigem Herzen annehme.
HC Q61
Warumb sagstu dasz du allein durch den glauben gerecht seyest?
Nicht dasz ich von wegen der wirdigkeyt meines glaubens Gott gefalle: sondern darumb dasz allein die gnugthuung, gerechtigkeyt vnnd heiligkeyt Christi, meine gerechtigkeyt für Gott ist, vnnd ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den glauben annemen, vnd mir zueignen kan.
Warum sagst du, dass du allein durch den Glauben gerecht seiest?
Nicht, dass ich wegen der Würdigkeit meines Glaubens Gott gefalle, sondern darum, dass allein die Genugthuung, Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi meine Gerechtigkeit vor Gott ist, und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den Glauben annehmen und mir zueignen kann.
HC LD 24only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 24. Sontag.
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HC Q62
Warumb können aber vnsere gute werck nit die gerechtigkeyt für Gott, oder ein stück derselben sein?
Darumb dasz die gerechtigkeyt, so für Gottes gericht bestehen soll, durch ausz volkommen, vnnd dem Göttlichen gesetz gantz gleichförmig sein musz, vnn aber auch vnsere beste werck in disem leben alle vnuolkommen, vnd mit sünden befleckt sind.
Warum können aber unsere guten Werke nicht die Gerechtigkeit vor Gott oder ein Stück derselben sein?
Darum, daß die Gerechtigkeit, so vor Gottes Gericht bestehen soll, durchaus vollkommen und dem göttlichen Gesetz ganz gleichförmig sein muss; und aber auch unsere besten Werke in diesem Leben alle unvollkommen und mit Sünden befleckt sind.
HC Q63
[26]Verdienen aber vnsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem vnd zukünfftigem leben will belohnen?
Diese belohnung geschicht nit ausz verdienst, sonder ausz gnaden.
Verdienen aber unsere guten Werke nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünftigem Leben will belohnen?
Diese Belohnung geschieht nicht aus Verdienst, sondern aus Gnaden.
HC Q64
Macht aber diese lehr nicht sorglose vnd verruchte leuth?
Nein: Denn es vnmöglich ist, dasz die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeyt sollen bringen.
[23]Macht aber diese Lehre nicht sorglose und verruchte Leute?
Nein, denn es unmöglich ist, dass die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzet, nicht Frucht der Dankbarkeit sollen bringen.
HC LD 25only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 25. Sontag.
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HC Q65
Dieweil denn allein der glaub vns Christi, vnd aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher glaube?
Der heilig Geist würckt denselben in vnsern hertzen, durch die predig des heiligen Euangelions, vnd bestätiget den durch den brauch der heiligen Sacramenten.
Dieweil denn allein der Glaube uns Christi und aller seiner Wohlthaten theilhaftig macht, woher kommt solcher Glaube?
Der heilige Geist wirket denselben in unsern Herzen durch die Predigt des heiligen Evangeliums und bestätigt ihn durch den Brauch der heiligen Sakramente.
HC Q66
Was seind die Sacrament?
Es seind sichtbare heilige warzeichen vnnd Sigill, von Gott darzu eingesetzt, dasz er vns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, vnnd versigele: Nemlich dasz er vns von wegen des einigen opffers[27]Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, vnd ewiges leben ausz gnaden schencke.
Was sind die Sakramente?
Es sind sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, von Gott dazu eingesetzt, dass Er uns durch den Brauch derselbigen die Verheißung des Evangeliums desto besser zu verstehen gebe und versiegele; nämlich, dass Er uns, von wegen des einigen Opfers Christi am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben aus Gnaden schenket.
HC Q67
Seind denn beyde das wort vnnd die Sacrament dahin gericht, dasz sie vnsern glauben auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund vnserer seligkeyt weisen?
Ja freilich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, vnd bestätiget durch die heiligen Sacrament, dasz vnsere gantze seligkeyt stehe in dem einigen opffer Christi, für vns am Creutz geschehen.
Sind denn beide, das Wort und die Sakramente, dahin gerichtet, dass sie unsern Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz, als auf den einigen Grund unserer Seligkeit weisen?
Ja freilich; denn der heilige Geist lehret im Evangelio und bestätiget durch die heiligen Sakramente, [24]dass unsere ganze Seligkeit stehe in dem einigen Opfer Christi, für uns am Kreuz geschehen.
HC Q68
Wieuiel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?
Zwey, Den heiligen Tauff, vnd das heilig Abendmal.
Wie viel Sakramente hat Christus im neuen Testament eingesetzt?
Zwei: Die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.
HC LD 26only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 26. Sontag.
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HC Q69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert vnnd versichert, dasz das einige opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?
Also: dasz Christus disz eusserlich wasserbad eingesetzt, vnnd darbey verheissen hat, dasz ich so gewisz mit seinem blut vnd geist, von der vnreinigkeyt meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewaschen sey, so gewisz ich eusserlich[28]mit dem wasser, welches die vnsauberkeyt des leibs pflegt hinzunemmen, gewaschen bin.
Wie wirst du in der heiligen Taufe erinnert und versichert, dass das einige Opfer Christi am Kreuze dir zu gut komme?
Also, dass Christus dies äußerliche Wasserbad eingesetzt und dabei verheißen hat, daß ich so gewiss mit seinem Blut und Geist von der Unreinigkeit meiner Seele, das ist, von allen meinen Sünden gewaschen sei, so gewiss ich äußerlich mit dem Wasser, welches die Unsauberkeit des Leibes pflegt hinwegzunehmen, gewaschen bin.
HC Q70
Was heist mit dem Blut vnnd Geist Christi gewaschen sein?
Es heist vergebung der sünden von Gott ausz gnaden haben, vmb des bluts Christi willen, welches er in seinem opffer am Creutz für vns vergossen hat, Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, vnnd zu einem glied Christi geheiliget sein, dasz wir je lenger je mehr der sünden absterben, vnnd in einem Gottseligen, vnsträflichen leben wandlen.
Was heißt mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?
Es heißt Vergebung der Sünden von Gott aus Gnaden haben um des Blutes Christi willen, welches er in seinem Opfer am Kreuz für uns vergossen hat; darnach auch durch den heiligen Geist erneuert und zu einem Glied Christi geheiligt sein, dass wir je [25]länger je mehr der Sünde absterben und in einem gottseligen, unsträflichen Leben wandeln.
HC Q71
Wo hat Christus verheissen, dasz wir so gewisz mit seinem Blut vnnd Geist, als mit dem Tauffwasser gewaschen seind?
In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet: Gehet hin, vnd lehret alle Völcker, vnnd tauffet sie, im namen des Vatters, vnd des Sons, vnd des heiligen geists: Wer da glaubet vnn getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wirdt verdampt werden. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburt, vnd abwäschung der sünden nennet.
Wo hat Christus verheißen, dass wir so gewiss mit seinem Blut und Geist, als mit dem Taufwasser gewaschen sind?
In der Einsetzung der Taufe, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Diese Verheißung wird auch wiederholt, da die Schrift die Taufe das Bad der Wiedergeburt und die Abwaschung der Sünden nennet.
HC LD 27only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 27. Sontag.
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HC Q72
Ist denn das eusserlich Wasserbad die abwaschung der sünden selbst?
[29]Nein, Denn allein das blut Jesu Christi, vnd der heilige Geist reiniget vns von allen sünden.
Ist denn das äußerliche Wasserbad die Abwaschung der Sünden selbst?
Nein; denn allein das Blut Jesu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen Sünden.
HC Q73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, vnd die abwäschung der sünden?
Gott redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, nit allein dasz er vns damit wil lehren, dasz, gleich wie die vnsauberkeyt des leibs durch Wasser, also vnsere Sünden durchs blut vnd geist Christi hinweg genommen werden: sonder viel mehr, dasz er vns durch disz Göttlich pfand vnnd warzeichen wil versichern, dasz wir so warhafftig von vnsern sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werden.
Warum nennet denn der heilige Geist die Taufe das Bad der Wiedergeburt und die Abwaschung der Sünden?
Gott redet also nicht ohne große Ursache; nämlich: nicht allein, dass er uns damit will lehren, dass, gleichwie die Unsauberkeit des Leibes durch's Wasser, also unsere Sünden durch's Blut und Geist Christi hin[26]weggenommen werden; sondern vielmehr, dass er uns durch dies göttliche Pfand und Wahrzeichen will versichern, dass wir so wahrhaftig von unsern Sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen Wasser gewaschen werden.
HC Q74
Soll man auch die jungen kinder tauffen?
Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bund Gottes vnnd seine gemein gehören, vnnd jhnen in dem blut Christi die erlösung von sünden, vnd der heilig Geist, welcher den glauben würcket, nit weniger denn den alten zugesagt wird: so sollen sie auch durch den Tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen kirchen eingeleibt, vnd von der vngläubigen kinder vnderscheiden werden, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen ist, an welcher statt im newen Testament, der Tauff ist eingesetzt.
Soll man auch die jungen Kinder taufen?
Ja; denn dieweil sie sowohl als die Alten in den Bund Gottes und seine Gemeine gehören, und ihnen in dem Blut Christi die Erlösung von Sünden, und der heilige Geist, welcher den Glauben wirket, nicht weniger denn den Alten zugesagt wird, so sollen sie auch durch die Taufe, als des Bundes Zeichen, der christlichen Kirche eingeleibet und von der Ungläubigen Kinder unterschieden werden wie im alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist, an welcher Statt im neuen Testament die Taufe ist eingesetzt.
HC LD 28only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
VI. LECTIO. Der 28. Sontag.
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HC Q75
[30]Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert vnd versichert, dasz du an dem einigen opffer Christi am Creutz, vnd allen seinen gütern gemeinschafft habest?
Also, dasz Christus mir vnnd allen gläubigen von diesem gebrochnen brod zu essen, vnnd von disem Kelch zutrincken befohlen hat zu seinem gedechtnisz, vnnd darbey verheissen, Erstlich dasz sein leib so gewisz für mich am Creutz geopffert vnd gebrochen, vnnd sein blut für mich vergossen sey, so gewisz ich mit augen sehe, dasz das brod des HERRN mir gebrochen, vnd der Kelch mir mitgetheilet wird: Vnd zum andern, dasz er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten Leib vnnd vergossnen Blut, so gewisz zum ewigen leben speise vnd trencke, als ich ausz der hand des Dieners empfange, vnnd leiblich niesse das brod vnnd den Kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs vnd bluts Christi gegeben werden.
Wie wirst du im heiligen Abendmahl erinnert und versichert, dass du an dem einigen Opfer Christi am Kreuz und allen seinen Gütern Gemeinschaft habest?
Also, dass Christus mir und allen Gläubigen von diesem gebrochenen Brod zu essen und von diesem Kelch zu trinken befohlen hat, zu seinem Gedächtnis, und dabei verheißen: Erstlich, dass sein Leib so [27]gewiss für mich am Kreuz geopfert und gebrochen und sein Blut für mich vergossen sei, so gewiss ich mit Augen sehe, dass das Brod des Herrn mir gebrochen und der Kelch mir mitgetheilt wird; und zum andern, dass er selbst meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so gewiss zum ewigen Leben speise und tränke, als ich aus der Hand des Dieners empfange und leiblich genieße das Brod und den Kelch des Herrn, welche mir als gewisse Wahrzeichen des Leibes und Blutes Christi gegeben werden.
HC Q76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, vnnd sein vergossen Blut trincken?
Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden vnnd sterben Christi annemmen, vnd dardurch vergebung der sünden vnd ewiges leben bekommen: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zu gleich in Christo vnnd in vns wohnet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr vnnd mehr vereiniget werden: dasz wir, ob gleich er im Himmel, vnnd wir auff Erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, [31]vnnd bein von seinen beinen sind, vnnd von einem geist (wie die glieder vnsers leibs von einer seelen) ewig leben vnnd regieret werden.
Was heißt den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut trinken?
Es heißt nicht allein mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünden und ewiges Leben bekommen, sondern auch daneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeiten Leib je mehr und mehr vereinigt werden, dass wir, obgleich er im Himmel, und wir auf Erden sind, dennoch Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinen Beinen sind, und von einem Geist, (wie die Glieder unsers Leibes von einer Seele) ewig leben und regiert werden.
HC Q77
Wo hat Christus verheissen, dasz er die gläubigen so gewisz also mit seinem leib vnd blut speise vnd trencke, als sie von diesem gebrochnen brod essen, vnd von diesem Kelch trincken?
In der einsatzung des Abendmals, welche also lautet: Vnser HERR Jesus, in der nacht da er verrahten ward, nam er das brodt, dancket vnd brachs vnnd sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut zu meiner gedechtnusz. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, vnnd sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt jrs trincket, zu meiner gedechtnusz: Denn so offt jr von diesem brod esset, vnnd von diesem Kelch trincket, solt jr des Herren tod verkündigen, bisz dasz er kompt. Vnd diese verheissung wirdt auch widerholet durch S. Paulum, da er spricht: Der Kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brots theilhafftig seind.
[28]Wo hat Christus verheißen, dass Er die Gläubigen so gewiss mit seinem Leib und Blut speise und tränke, als sie von diesem gebrochenen Brod essen und von diesem Kelch trinken?
In der Einsetzung des heiligen Abendmahls, welche also lautet: Unser Herr Jesus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brod esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis dass er kommt. Und diese Verheißung wird auch wiederholt durch Sanct Paulus, da er spricht: Der Kelch der Danksagung, damit wir danksagen, ist der nicht die Gemeinschaft des Bluts Christi? Das Brod, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brod ist's, so sind wir Viele ein Leib, dieweil wir Alle Eines Brodes theilhaftig sind.
HC LD 29only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 29. Sontag.
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HC Q78
Wirdt denn ausz brod vnd wein der wesentlich Leib vnnd Blut Christi?
[32]Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nicht in das blut Christi verwandlet, oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen vnd versicherung ist: also wirdt auch das heilig brodt im Abendmal nit der leib Christi selbst, wiewol es nach art vnd brauch der Sacramenten, der leib Christi genennet wird.
Wird denn aus Brod und Wein der wesentliche Leib und Blut Christi?
Nein, sondern wie das Wasser in der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wird, deren es allein [29]ein göttliches Wahrzeichen und Versicherung ist, also wird auch das heilige Brod im Abendmahl nicht der Leib Christi selbst, wiewohl es nach Art und Brauch der Sakramente der Leib Christi genannt wird.
HC Q79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, vnd den Kelch sein blut, oder das newe Testament in seinem blut, vnd S. Paulus, die gemeinschafft des leibs vnnd bluts Jesu Christi?
Christus redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, dasz er vns nicht allein damit wil lehren, dasz, gleich wie brod vnnd wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib vnd vergossen blut, die ware speisz vnnd tranck vnserer seelen, zum ewigen leben: sonder viel mehr dasz er vns durch disz sichtbare zeichen vnd pfand wil versichern, dasz wir so warhafftig seines waren leibs vnd bluts durch würckung des heiligen Geists theilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnusz empfangen: vnd dasz all sein leiden vnnd gehorsam so gewisz vnser eigen sey, als hetten wir selbst in vnser eigen person alles gelitten vnnd gnug gethan.
Warum nennet denn Christus das Brod seinen Leib und den Kelch sein Blut, oder das neue Testament in seinem Blut, und St. Paulus die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Jesu Christi?
Christus redet also nicht ohne große Ursache; nämlich, dass er uns nicht allein damit will lehren, dass, gleichwie Brod und Wein das zeitliche Leben erhalten, also sei auch sein gekreuzigter Leib und vergossenes Blut die wahre Speise und Trank unserer Seelen zum ewigen Leben, sondern vielmehr, dass Er uns durch dies sichtbare Zeichen und Pfand will versichern, dass wir so wahrhaftig seines wahren Leibes und Blutes durch Wirkung des heiligen Geistes theilhaftig werden, als wir diese heiligen Wahrzeichen mit dem leiblichen Mund zu seinem Gedächtnis empfangen, und dass all sein Leiden und Gehorsam so gewiss unser eigen sei, als hätten wir selbst in unserer eigenen Person Alles gelitten und genug gethan.
HC LD 30only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 30. Sontag.
—
HC Q80
Was ist für ein vnderscheid zwischen dem Abendtmal des HERRN, vnnd der Bäpstlichen Mesz?
[33]Das Abendmal bezeuget vns, dasz wir volkommene vergebung aller vnser sünden haben, durch das einige opffer Jesu Christi, so er selbst ein mal am Creutz vollbracht hat, Vnnd dasz wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibt, der jetzund mit seinem waren leib im Himmel zur Rechten des Vatters ist, vnd daselbst wil angebettet werden. Die Mesz aber lehret, dasz die lebendigen vnd die todten nicht durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn dasz Christus noch täglich für sie von den Meszpriestern geopffert werde. Vnd das Christus leiblich vnder der gestalt brots vnnd weins sey, vnd derhalben darinn soll angebettet werden: Vnd ist also die Mesz im grund nichts anderst, denn ein verleugnung des einigen opffers vnd leidens Jesu Christi, vnd ein vermaledeyte Abgötterey.
Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?
Das Abendmahl bezeuget uns, dass wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben [30]durch das einige Opfer Jesu Christi, so er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat, und dass wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibet, der jetzund mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist, und daselbst will angebetet werden. Die Messe aber lehret, dass die Lebendigen und die Todten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, dass Christus noch täglich für sie von den Messpriestern geopfert werde, und dass Christus leiblich unter der Gestalt Brods und Weins sei, und derhalben darin soll angebetet werden. Und ist also die Messe im Grunde nichts anderes, denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi.
HC Q81
Welche sollen zu dem Tisch des HErren kommen?
Die jhnen selbst vmb jrer sünden willen miszfallen, vnnd[34]doch vertrawen, dasz dieselbige jhnen verzihen, vnd die vbrige schwachheyt mit dem leiden vnd sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr vnd mehr jhren glauben zu stercken vnd jhr leben zubessern. Die vnbuszfertigen aber vnd heuchler, essen vnd trincken jnen selbst das gericht.
Welche sollen zu dem Tisch des Herrn kommen?
Die sich selbst um ihrer Sünde willen missfallen und doch vertrauen, dass dieselbigen ihnen verziehen, und die übrige Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt sei, begehren auch je mehr und mehr ihren Glauben zu stärken, und ihr Leben zu bessern. Die Unbußfertigen aber und Heuchler essen und trinken sich selbst das Gericht.
HC Q82
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zu gelassen werden, die sich mit jhrer bekandtnusz vnnd leben, als vnglaubige vnd Gottlose erzeigen?
Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, vnd sein zorn vber die gantze gemein gereitzet. Derhalben die Christliche kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi vnd seiner Aposteln, solche, bisz zu besserung jres lebens, durch das ampt der Schlüssel auszzuschliessen.
[31]Sollen aber zu diesem Abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erzeigen?
Nein; denn es wird also der Bund Gottes geschmähet und sein Zorn über die ganze Gemeine gereizet; derhalben die christliche Kirche schuldig ist, nach der Ordnung Christi und seiner Apostel, Solche, bis zur Besserung ihres Lebens, durch das Amt der Schlüssel auszuschließen.
HC LD 31only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 31. Sontag.
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HC Q83
Was ist das ampt der Schlüssel?
Die Predig des heiligen Euangelions, vnd die Christliche Buszzucht, durch welche beyde stück, das Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, vnd den vnglaubigen zugeschlossen wird.
Was ist das Amt der Schlüssel?
Die Predigt des heiligen Evangeliums und die christliche Bußzucht, durch welche beide Stücke das Himmelreich den Gläubigen aufgeschlossen und den Ungläubigen zugeschlossen wird.
HC Q84
Wie wird das Himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff vnd zu geschlossen?
Also: das nach dem befelch Christi, allen vnd jeden glaubigen[35]verkündigt vnnd offentlich bezeuget wird, dasz jhnen so offt sie die verheissung des Euangelions mit warem glauben annemen, warhafftig alle jre sünden von Gott, vmb des verdiensts Christi willen, vergeben sind: Vnd herwiderumb, allen vnglaubigen vnd heuchlern, dasz der zorn Gottes, vnnd die ewige verdamnusz auff jnen ligt, so lang sie sich nicht bekeren: Nach welchem zeugnusz des Euangelij, Gott beide in diesem vnd zukünfftigen leben vrtheilen wil.
Wie wird das Himmelreich durch die Predigt des heiligen Evangeliums auf- und zugeschlossen?
Also, dass nach dem Befehl Christi allen und jeden Gläubigen verkündigt und öffentlich bezeuget wird, dass ihnen, so oft sie die Verheißung des Evangeliums mit wahrem Glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre Sünden von Gott, um des Verdienstes Christi willen, vergeben sind; und herwiederum allen Ungläubigen und Heuchlern, dass der Zorn Gottes und die ewige Verdammnis auf ihnen liegt, so lange sie sich nicht bekehren. Nach welchem Zeugnis des Evangelii Gott beide in diesem und zukünftigen Leben urtheilen will.
HC Q85
Wie wirdt das Himmelreich zu vnnd auffgeschlossen, durch die Christliche Buszzucht?
Also: dasz nach dem befelch Christi, die jenigen so vnder dem Christlichen namen, vnchristliche Lehr oder wandel führen, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, vnd von jren jrrthumen oder lastern nit abstehen, der Kirchen, oder denen so von der Kirchen darzu verordnet seind, angezeigt, vnnd so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von jhnen durch verbietung der heiligen Sacrament ausz der Christlichen gemein, vnd von Gott selbst, ausz dem Reich Christi werden ausz geschlossen: vnd widerumb als glieder Christi vnd der Kirchen angenommen, wenn sie ware besserung verheissen vnd erzeigen.
[32]Wie wird das Himmelreich zu- und aufgeschlossen durch die christliche Bußzucht?
Also, dass nach dem Befehl Christi diejenigen, so unter dem christlichen Namen unchristliche Lehre oder Wandel führen, nachdem sie etlichemal brüderlich vermahnet sind, und von ihren Irrthümern oder Lastern nicht abstehen, der Kirche, oder denen, so von der Kirche dazu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben Vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch Verbietung der heiligen Sakramente aus der christlichen Gemeine und von Gott selbst aus dem Reich Christi werden ausgeschlossen; und wiederum als Glieder Christi und der Kirche angenommen, wenn sie wahre Besserung verheißen und erzeigen.
HC PART 3
DER DRITTE THEIL. VON DER DANCKBARKEYT.
DER DRITTE THEIL. VON DER DANKBARKEIT.
HC LD 32only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
VII. LECTIO. Der 32. Sontag.
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HC Q86
Dieweil wir denn ausz vnserm elend one alle vnsere verdienst, ausz gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thun?
[36]Darumb, dasz Christus, nach dem er vns mit seinem blut erkaufft hat, vns auch durch seinen heiligen Geist ernewert zu seinem ebenbildt, dasz wir mit vnserm gantzen leben vns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigen, vnd er durch vns gepriesen werde: Darnach auch, dasz wir bey vns selbst vnsers glaubens ausz seinen früchten gewisz sein, vnnd mit vnserm Gottseligen wandel, vnsere nechsten auch Christo gewinnen.
Dieweil wir denn aus unserm Elend ohne all unser Verdienst, aus Gnaden durch Christum erlöset sind, warum sollen wir gute Werke thun?
Darum, dass Christus, nachdem er uns mit seinem Blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem Ebenbild, dass wir mit unserm ganzen Leben uns dankbar gegen Gott für seine Wohlthaten erzeigen, und er durch uns gepriesen werde. Darnach auch, dass wir bei uns [33]selbst unsers Glaubens aus seinen Früchten gewiss seien, und mit unserm gottseligen Wandel unsern Nächsten auch Christo gewinnen.
HC Q87
Können denn die nicht selig werden, die sich von jhrem vndanckbaren vnbuszfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?
Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein vnkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber vnd dergleichen, wird das reich Gottes erben.
Können denn die nicht selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Wandel zu Gott nicht bekehren?
Keineswegs; denn wie die Schrift sagt: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes ererben.
HC LD 33only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 33. Sontag.
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HC Q88
In wieuiel stücken stehet die warhafftige busz oder bekerung des menschen?
In zweyen stücken: In absterbung des alten, vnd aufferstehung des newen menschen.
In wie viel Stücken bestehet die wahrhafte Buße oder Bekehrung des Menschen?
In zwei Stücken: In Absterbung des alten, und Auferstehung des neuen Menschen.
HC Q89
Was ist die absterbung des alten menschen?
[37]Im die sünde von hertzen lassen leid sein, vnnd dieselbige je lenger je mehr hassen vnd fliehen.
Was ist die Absterbung des alten Menschen?
Sich die Sünde von Herzen lassen leid sein, und dieselbe je länger je mehr hassen und fliehen.
HC Q90
Was ist die aufferstehung des newen menschen?
Hertzliche freud in Gott durch Christum, vnd lust vnd lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu leben.
Was ist die Auferstehung des neuen Menschen?
Herzliche Freude in Gott durch Christum, und Lust und Liebe haben nach dem Willen Gottes in allen guten Werken zu leben.
HC Q91
Welches seind aber gute werck?
Allein die ausz warem glauben, nach dem Gesetz Gottes jm zu ehren geschehen: vnd nicht die auff vnser gutduncken oder menschen satzung gegründet sein.
Welches sind aber gute Werke?
Allein die aus wahrem Glauben, nach dem Gesetz Gottes, Ihm zu Ehren geschehen, und [34]nicht die auf unser Gutdünken oder Menschensatzung gegründet sind.
HC Q92
Wie laut das Gesetz des HERRN?
Gott redet alle diese wort. Das erst Gebott.
Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich ausz[38]Egyptenland, ausz dem Diensthausz geführet habe. Du solt kein ander Götter für mir haben. Das Ander.
Du solt dir keine Bildnusz noch jrgendt eine gleichnus machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das vnden auff Erden, oder desz, das im wasser vnder der Erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch jnen dienen. Denn ich der HERR dein Gott, bin ein starcker eyueriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den kindern, bis ins dritte vnd vierde glied, deren die mich hassen: vnnd thue barmhertzigkeyt an viel tausenden die mich lieben, vnd meine Gebott halten. Das Dritt.
Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht miszbrauchen, Denn der HERR wirdt den nicht vngestrafft lassen, der seinen Namen miszbraucht. Das vierdt.
Gedenck des Sabbaht tags, dasz du jhn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, vnd alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dein Son, noch deine Tochter, noch dein knecht, noch deine magt, noch dein vieh, noch der frembdling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR Himmel vnd Erden gemacht, vnnd das Meer, vnnd alles was drinnen ist, vnnd rhuete am sibenden tage, darumb segnete der HErr den Sabbath tag, vnd heiliget jn. Das fünffte.
Du solt dein Vatter vnnd deine Mutter ehren, auff dasz du lang lebest im Land, das dir der HErr dein Gott gibt. [39] Das sechste.
Du solt nit tödten. Das sibende.
Du solt nit Ehebrechen. Das achte.
Du solt nit stelen. Das neunde.
Du solt kein falsch zeugnusz reden wider deinen Nechsten. Das zehende.
Lasz dich nit gelüsten deines nechsten hausz, Lasz dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochssen, noch seines Esels, noch alles dasz dein nechster hat.
Wie lautet das Gesetz des Herrn?
Gott redet alle diese Worte: Das erste Gebot.
Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Egyptenland, aus dem Diensthause, geführet habe. Du sollst keine andere Götter vor mir haben. Das andere Gebot.
Du sollst dir kein Bildnis, noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen; denn Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der die Missethat der Väter heimsuchet an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied derer, die Mich hassen, und thue Barmherzigkeit an viel Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten. Das dritte Gebot.
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Das vierte Gebot.
Gedenke des Sabbathtages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten, und alle deine Werke [35]thun; aber am siebenten Tage ist der Sabbath des Herrn, deines Gottes, da sollst du keine Arbeit thun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Thoren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht, und das Meer, und Alles, was darinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag, und heiligte ihn. Das fünfte Gebot.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, giebt. Das sechste Gebot.
Du sollst nicht tödten. Das siebente Gebot.
Du sollst nicht ehebrechen. Das achte Gebot.
Du sollst nicht stehlen. Das neunte Gebot.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Das zehnte Gebot.
Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses; laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsens, noch seines Esels, noch Alles, was dein Nächster hat.
HC LD 34only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 34. Sontag.
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HC Q93
Wie werden diese Gebott getheilt?
In zwo Tafeln, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir vns gegen Gott sollen halten: Die ander in sechs gebotten, was wir vnserem nechsten schuldig sein.
[36]Wie werden diese Gebote getheilet?
In zwei Tafeln, deren die erste in vier Geboten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen verhalten; die andere in sechs Geboten, was wir unserm Nächsten schuldig sind.
HC Q94
Was erfordert der Herr im ersten Gebott?
Dasz ich bey verlierung meiner seelen heil vnd seligkeyt alle abgötterey, zauberey, abergläubische segen, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturen, meiden vnnd fliehen soll, Vnnd den einigen waren Gott recht erkennen, jm allein vertrawen, In aller demut vnd gedult, von jm allein alles guts [40]gewarten, vnd jn von gantzem hertzen lieben, förchten vnnd ehren: Also dasz ich ehe alle Creaturen vbergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thue.
Was fordert der Herr im ersten Gebot?
Dass ich, bei Verlierung meiner Seelen Heil und Seligkeit, alle Abgötterei, Zauberei, abergläubige Segen, Anrufung der Heiligen oder anderer Kreaturen meiden und fliehen soll, und den einigen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen in aller Demuth und Geduld, von ihm allein alles Gute erwarten, und ihn von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren; also, dass ich ehe alle Kreaturen übergebe, denn in dem geringsten wider seinen Willen thue.
HC Q95
Was ist Abgötterey?
An statt des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder haben, darauff der mensch sein vertrawen setzt.
Was ist die Abgötterei?
Anstatt des einigen wahren Gottes, der sich in seinem Wort hat geoffenbaret, oder neben demselbigen etwas Anders dichten oder haben, darauf der Mensch sein Vertrauen setzt.
HC LD 35only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 35. Sontag.
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HC Q96
Was wil Gott im andern Gebott?
Dasz wir Gott in keinen weg verbilden, noch auff jrgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollen.
[37]Was will Gott im andern Gebot.
Dass wir Gott in keinem Weg verbilden, noch auf irgend eine andere Weise, denn er in seinem Wort befohlen hat, verehren sollen.
HC Q97
Sol man denn gar kein bildnusz machen?
Gott kan vnnd soll keines weges abgebildet werden: die [41]Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbeut doch Gott derselbigen bildtnusz zu machen vnd zuhaben, dasz man sie verehre oder jm damit diene.
Soll man denn gar kein Bildnis machen?
Gott kann und soll keineswegs abgebildet werden; die Kreaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden, so verbietet doch Gott, derselben Bildnis zu machen und zu haben, dass man sie verehre, oder ihm damit diene.
HC Q98
Mögen aber nicht die bilder als der Leyen bücher, in den Kirchen geduldet werden?
Nein: Denn wir nicht sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheyt nicht durch stumme Götzen, sonder durch die lebendige predig seines worts wil vnderwiesen haben.
Mögen aber nicht die Bilder, als der Laien Bücher, in den Kirchen geduldet werden?
Nein; denn wir sollen nicht weiser sein als Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predigt seines Worts will unterwiesen haben.
HC LD 36only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 36. Sontag.
—
HC Q99
Was wil das dritt Gebott?
Dasz wir nicht allein mit fluchen, oder mit falschem eyde, sonder auch mit vnnötigem schweren den Namen Gottes nicht lestern oder miszbrauchen, noch vns mit vnserm stillschweigen vnnd zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Vnd in summa, dasz wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht vnd ehrerbietung gebrauchen, auff dasz er von vns recht bekendt, angeruffen, vnd in allen vnsern worten vnd wercken gepriesen werde.
Was will das dritte Gebot?
Dass wir nicht allein mit Fluchen, oder mit falschem Eid, sondern auch mit unnöthigem Schwören den Namen Gottes nicht lästern oder missbrauchen, noch uns mit unserm Stillschweigen und Zusehen solcher schrecklichen Sünden theilhaftig machen; und in Summa, dass wir den heiligen Namen Gottes [38]anders nicht, denn mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen, auf dass er von uns recht bekennet, angerufen und in allen unsern Worten und Werken gepriesen werde.
HC Q100
Ist denn mit schweren vnd fluchen Gottes Namen lestern, so ein schwere sünd, dasz Gott auch vber die zürnet, die, souiel an jnen ist, dieselbe nicht helffen wehren vnnd verbieten?
[42]Ja freilich: Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens, Darumb er sie auch mit dem todt zustraffen befohlen hat.
Ist denn mit Schwören und Fluchen Gottes Namen lästern so eine schwere Sünde, dass Gott auch über die zürnet, die, so viel an ihnen ist, dieselbigen nicht helfen wehren und verbieten?
Ja freilich; denn keine Sünde größer ist, noch Gott heftiger erzürnet, denn Lästerung seines Namens; darum er sie auch mit dem Tode zu strafen befohlen hat.
HC LD 37only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 37. Sontag.
—
HC Q101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Ayd schweren?
Ja, Wenn es die Oberkeyt von jren vnderthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe vnd warheyt zu Gottes ehr, vnd des nechsten heil dardurch zu erhalten vnnd zu fürdern. Denn solches Eydschweren ist in Gottes wort gegründet, vnd derhalben von den Heiligen im alten vnd newen Testament recht gebrauchet worden.
Mag man aber auch gottselig bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?
Ja; wenn es die Obrigkeit von ihren Unterthanen, oder sonst die Noth erfordert, Treu und Wahrheit zu Gottes Ehr' und des Nächsten Heil dadurch zu erhalten und zu fördern; denn solches Eidschwören ist in Gottes Wort gegründet, und derhalben von den Heiligen im alten und neuen Testament recht gebrauchet worden.
HC Q102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen ayd schweren?
Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, dasz er als der einig hertzkündiger, der warheyt zeugnusz wölle geben, vnd mich straffen, so ich falsch schwere, welche ehre denn keiner Creaturen gebüret.
Mag man auch bei den Heiligen oder andern Kreaturen einen Eid schwören?
Nein; denn ein rechtmäßiger Eid ist eine Anrufung Gottes, dass er, als der einige Herzenskündiger, [39]der Wahrheit Zeugnis wolle geben und mich strafen, so ich falsch schwöre, welche Ehre denn keiner Kreatur gebührt.
HC LD 38only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 38. Sontag.
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HC Q103
Was wil Gott in dem vierdten gebott?
Gott wil erstlich, dasz das Predigampt vnd Schulen erhalten [43]werden, vnnd ich, sonderlich am Feiertag, zu der gemeine Gottes vleissig komme, das wort Gottes zulernen, die heiligen Sacrament zugebrauchen, den HERREN offentlich anzuruffen, vnnd das Christlich Almosz zugeben: Zum andern, dasz ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feiere, den Herren durch seinen Geist in mir wircken lasse, vnd also den ewigen Sabbath in diesem leben anfang.
Was will Gott im vierten Gebot?
Gott will erstlich, dass das Predigtamt und Schulen erhalten werde, und ich, sonderlich am Feiertage, zu der Gemeine Gottes fleißig komme, das Wort Gottes zu lernen, die heiligen Sakramente zu gebrauchen, den Herrn öffentlich anzurufen, und das christliche Almosen zu geben; zum andern, dass ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen Werken feiere, den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem Leben anfange.
HC LD 39only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
VIII. LECTIO. Der 39. Sontag.
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HC Q104
Was wil Gott im fünfften gebott?
Dasz ich meinem Vatter vnd Mutter, vnd allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe vnd trewe beweisen, vnd mich aller guten Lehr vnnd straff, mit gebürlichem gehorsam vnderwerffen, vnnd auch mit jhren gebrechen gedult haben soll, dieweil vns Gott durch jre hand regieren wil.
Was will Gott im fünften Gebot?
Dass ich meinem Vater und Mutter, und Allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue beweisen, und mich aller guten Lehre und Strafe mit gebührlichem Gehorsam unterwerfen, und auch mit ihren Gebrechen Geduld haben soll; dieweil uns Gott durch ihre Hand regieren will.
HC LD 40only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 40. Sontag.
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HC Q105
Was wil Gott in dem sechsten gebott?
Das ich meinen nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödten: sonder alle rachgirigkeyt ablegen, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben sol. Darumb[44]auch die Oberkeyt, dem todschlag zu weren, das Schwert tregt.
[40]Was will Gott im sechsten Gebot?
Dass ich meinen Nächsten weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Geberden viel weniger mit der That, durch mich selbst oder Andere schmähen, hassen, beleidigen oder tödten, sondern alle Rachgierigkeit ablegen, auch mich selbst nicht beschädigen oder muthwillig in Gefahr begeben soll; darum auch die Obrigkeit, den Todtschlag zu wehren, das Schwerdt trägt.
HC Q106
Redet doch disz gebott allein von tödten?
Es wil vns aber Gott durch verbietung des todtschlags lehren, dasz er die wurtzel des todtschlags, als neid, hasz, zorn, rachgirigkeyt, hasset, vnd das solches alles für jhm ein heimlicher todtschlag seye.
Redet doch dies Gebot allein vom Tödten?
Es will uns aber Gott durch Verbietung des Todschlages lehren, dass er die Wurzel des Todtschlages, als Neid, Hass, Zorn, Rachgierigkeit hasset, und dass solches Alles vor ihm ein heimlicher Todtschlag sei.
HC Q107
Ists aber damit gnug, dasz wir vnsern nechsten, wie gemeldt, nit tödten?
Nein. Denn in dem Gott neid, hasz vnd zorn verdampt: wil er von vns haben, dasz wir vnsern Nechsten lieben als vns selbst, gegen jm gedult, friede, sanfftmut, barmhertzigkeyt vnd freundligkeyt erzeigen, seinen schaden, so viel vns möglich, abwenden, vnd auch vnsern feinden guts thun.
Ist's aber damit genug, wenn wir unsern Nächsten, wie gemeldet, nicht tödten?
Nein; denn indem Gott Neid, Hass und Zorn verdammt, will er von uns haben, dass wir unsern Nächsten lieben als uns selbst, gegen ihn Geduld, Friede, Sanftmuth, Barmherzigkeit und Freundlichkeit erzeigen, seinen Schaden, so viel uns möglich ist, abwenden, und auch unsern Feinden Gutes thun.
HC LD 41only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 41. Sontag.
—
HC Q108
Was will das siebende Gebott?
[45]Dasz alle vnkeuschheyt von Gott vermaledeyet sey, vnd dasz wir darumb jr von hertzen feind sein, vnd keusch vnd züchtig leben sollen, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselben.
[41]Was will das siebente Gebot?
Dass alle Unkeuschkeit von Gott vermaledeiet sei, und dass wir darum ihr von Herzen feind sein und keusch und züchtig leben sollen, es sei im heiligen Ehestand oder außerhalb desselben.
HC Q109
Verbeut Gott in diesem gebott nichts mehr denn Ehebruch vnd dergleichen schanden?
Dieweil beyde vnser leib vnnd seel Tempel des heiligen Geists sein, so will er, dasz wir sie beyde sauber vnnd heilig bewaren. Verbeut derhalben alle vnkeusche thaten, geberden, wort, gedancken, lust, vnd was den menschen darzu reitzen mag.
Verbietet Gott in diesem Gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen Schanden?
Dieweil beide, unser Leib und Seele, Tempel des heiligen Geistes sind, so will er, dass wir sie beide sauber und heilig bewahren; verbietet derhalben alle unkeusche Thaten, Geberden, Worte, Gedanken, Lust, und was den Menschen dazu reizen mag.
HC LD 42only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 42. Sontag.
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HC Q110
Was verbeut Gott im achten gebott?
Er verbeut nicht allein den diebstal vnd rauberey, welche die Oberkeyt strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück vnd anschläge, damit wir vnsers nechsten gut gedencken an vns zubringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtens: als vnrechtem gewicht, Ellen, masz, wahre, müntz, wucher, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitz, vnd vnnütze verschwendung seiner gaben. [46]
Was verbietet Gott im achten Gebot?
Er verbietet nicht allein den Diebstahl und Räuberei, welche die Obrigkeit straft; sondern Gott nennet auch Diebstahl alle böse Stücke und Anschläge, damit wir unsers Nächsten Gut gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder Schein des Rechten, als unrechtem Gewicht, Ellen, Maß, Waare, Münze, Wucher, oder durch einiges Mittel, das von Gott verboten ist, dazu auch allen Geiz und unnütze Verschwendung seiner Gaben.
HC Q111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebott?
Dasz ich meines nechsten nutz, wo ich kan vnd mag, fürdere, gegen jm also handle, wie ich wolte das man mit mir handlete, vnd trewlich arbeite, auff das ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mög.
Was gebietet aber Gott in diesem Gebot?
Dass ich meines Nächsten Nutzen, wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also handele, wie ich [42]wollte, dass man mit mir handelte, und treulich arbeite, auf dass ich dem Dürftigen in seiner Noth helfen möge.
HC LD 43only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 43. Sontag.
—
HC Q112
Was wil das neund gebott?
Dasz ich wider niemand falsche zeugnusz gebe, niemand seine wort verkere, kein affterreder vnn lesterer seye, Niemand vnuerhört, vnd leichtlich verdammen helffe: sonder allerley liegen vnnd triegen, als eigene werck des Teuffels bey schwerem Gottes zorn vermeide, In gerichts vnnd allen andern handlungen die warheyt liebe, auffrichtig sage vnd bekenne, auch meines Nechsten ehre vnd glimpff nach meinem vermögen rette vnd fürdere.
Was will das neunte Gebot?
Dass ich wider Niemand falsches Zeugnis gebe, Niemand seine Worte verkehre, kein Afterredner und Lästerer sei, Niemand unverhört und leichtlich verdammen helfe; sondern allerlei Lügen und Trügen, als eigene Werke des Teufels, bei schwerem Gottes Zorn vermeide, in Gerichts- und allen anderen Handlungen die Wahrheit liebe, aufrichtig sage und bekenne, auch meines Nächsten Ehre und Glimpf nach meinem Vermögen rette und fördere.
HC LD 44only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 44. Sontag.
—
HC Q113
Was will das zehend gebott?
Dasz auch die geringste lust oder gedancken wider jrgend ein gebott Gottes, in vnser hertz nimmermehr kommen: sonder wir für vnnd für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, vnd lust zu aller gerechtigkeyt haben sollen.
Was will das zehnte Gebot?
Dass auch die geringste Lust oder Gedanken wider irgend ein Gebot Gottes in unser Herz nimmermehr kommen soll; sondern wir für und für von ganzem Herzen aller Sünde feind sein, und Lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen.
HC Q114
[47]Können aber, die zu Gott bekeret sind, solche gebott volkömlich halten?
Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsams: doch also, dasz sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zu leben.
Können aber die zu Gott bekehret sind, solche Gebote vollkömmlich halten?
Nein; sondern es haben auch die Allerheiligsten, so lange sie in diesem Leben sind, nur einen geringen Anfang dieses Gehorsams, doch also, dass sie mit [43]ernstlichem Vorsatz nicht allein nach etlichen, sondern nach allen Geboten Gottes anfangen zu leben.
HC Q115
Warumb lest vns denn Gott also scharff die zehen Gebott predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?
Erstlich auff dasz wir vnser gantzes lebenlang vnser sündliche art je lenger je mehr erkennen, vnnd souiel desto begieriger vergebung der sünden vnd gerechtigkeyt in Christo suchen. Darnach dasz wir one vnderlasz vns befleissen, vnn Gott bitten vmb die gnade des heiligen Geists, dasz wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, bisz wir das ziel der volkommenheyt nach diesem leben erreichen.
Warum lässt uns denn Gott also scharf die zehn Gebote predigen, weil sie in diesem Leben Niemand halten kann?
Erstlich, auf dass wir unser ganzes Lebenlang unsere sündliche Art je länger je mehr erkennen, und so viel desto begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christo suchen; darnach, dass wir ohne Unterlass uns befleißigen, und Gott bitten um die Gnade des heiligen Geistes, dass wir je länger je mehr zu dem Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir das Ziel der Vollkommenheit nach diesem Leben erreichen.
HC LD 45only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
IX. LECTIO. Der 45. Sontag.
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HC Q116
Warumb ist den Christen das Gebet nötig?
Darumb dasz es das fürnembste stück der danckbarkeyt ist, welche Gott von vns erfordert, Vnnd das Gott seine gnade vnnd heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit hertzlichem [48]seufftzen one vnderlasz darumb bitten, vnd jm darfür dancken.
Warum ist den Christen das Gebet nöthig?
Darum, dass es das vornehmste Stück der Dankbarkeit ist, welches Gott von uns fordert, und dass Gott seine Gnade und heiligen Geist allein Denen will geben, die ihn mit herzlichem Seufzen ohne Unterlass darum bitten und ihm dafür danken.
HC Q117
Was gehöret zu einem solchen Gebet das Gott gefalle, vnd von jm erhöret werde?
Erstlich dasz wir allein den einigen waren Gott, der sich vns in seinem wort hat offenbaret, vmb alles dasz er vns zu bitten befohlen hat, von hertzen anruffen. Zum andern dasz wir vnsere noth vnnd elend recht gründtlich erkennen, vnsz für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigen. Zum dritten, dasz wir diesen festen grund haben, dasz er vnser Gebet, vnangesehen dasz wirs vnwirdig seind, doch vmb des HERRN Christi willen gewiszlich wölle erhören, wie er vns in seinem wort verheissen hat.
Was gehört zu einem solchen Gebet, das Gott gefalle und von ihm erhöret werde?
Dass wir allein den einigen wahren Gott, der sich uns in seinen Wort hat geoffenbaret, um Alles, [44]das er uns zu bitten befohlen hat, von Herzen anrufen; zum andern, dass wir unsere Noth und Elend recht gründlich erkennen, uns vor dem Angesicht seiner Majestät zu demüthigen; zum dritten, dass wir diesen festen Grund haben, dass er unser Gebet, unangesehen, dass wir es unwürdig sind, doch um des Herrn Christi willen gewisslich wolle erhören, wie er uns in seinem Wort verheißen hat.
HC Q118
Was hat vns Gott befohlen von jm zu bitten?
Alle geistliche vnd leibliche notturft, welche der HErr Christus begriffen hat in dem Gebet, dasz er vns selbst gelehret.
Was hat uns Gott befohlen von ihm zu bitten?
Alle geistliche und leibliche Nothdurft, welche der Herr Christus begriffen hat in dem Gebet, das er uns selbst gelehret.
HC Q119
Wie lautet dasselbe?
Vnser Vatter der du bist in Himmeln, Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im Himmel. Vnser täglich brot [49]gib vns heut. Vnd vergib vns vnser schuld, als auch wir vergeben vnsern schüldigern. Vnd füre vns nicht in versuchung, sonder erlöse vns vom bösen. Denn dein ist das reich, vnd die krafft, vnnd die herrligkeyt in ewigkeyt, Amen.
Wie lautet dasselbige?
Unser Vater, der du bist in den Himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel. Unser täglich Brod gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.
HC LD 46only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 46. Sontag.
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HC Q120
Warumb hat vns Christus befohlen Gott also anzureden, Vnser Vatter?
Dasz er gleich im anfang vnsers Gebets in vns erwecke die kindliche forcht vnd zuuersicht gegen Gott, welche der grund vnsers Gebets soll sein: Nemlich, dasz Gott vnser Vatter durch Christum worden sey, vnnd wölle vns viel weniger versagen, warumb wir jn im glauben bitten, denn vnsere Vätter vns jrdische ding abschlagen.
Warum hat uns Christus befohlen, Gott also anzureden: Unser Vater?
Dass er gleich im Anfang unsers Gebets in uns erwecke die kindliche Furcht und Zuversicht gegen Gott, [45]welche der Grund unsers Gebets sein soll: nämlich, dass Gott unser Vater durch Christum worden sei, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im Glauben bitten, denn unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen.
HC Q121
Warumb wird hinzu gethan, Der du bist in Himmeln?
Auff dasz wir von der Himmlischen Maiestet Gottes nichts jrdisch gedencken, vnd von seiner allmechtigkeyt alle notturfft leibs vnd der seelen gewarten.
Warum wird hinzugethan: Der du bist in den Himmeln?
Auf dass wir von der himmlischen Majestät Gottes nichts Irdisches gedenken, und von seiner Allmächtigkeit alle Nothdurft Leibes und der Seele gewarten.
HC LD 47only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 47. Sontag.
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HC Q122
Was ist die erste Bitt?
[50]Geheiliget werde dein name, das ist, gib vns erstlich dasz wir dich recht erkennen, vnnd dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeyt, weiszheyt, güte, gerechtigkeyt, barmhertzigkeyt vnn warheyt, heiligen, rümen vnd preisen. Darnach auch dasz wir vnser gantzes leben, gedancken, wort vnd werck dahin richten, dasz dein Name vmb vnsert willen nit gelestert, sonder geehret vnd gepriesen werde.
Was ist die erste Bitte?
Geheiliget werde dein Name; das ist: Gieb uns erstlich, dass wir dich recht erkennen, und dich in allen deinen Werken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen und preisen; darnach auch, dass wir unser ganzes Leben Gedanken, Worte und Werke dahin richten, dass dein Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen werde.
HC LD 48only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 48. Sontag.
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HC Q123
Was ist die ander Bitt?
Zukom dein reich, das ist, regiere vns also durch dein wort vnnd geist, dasz wir vns dir je lenger je mehr vnderwerffen: erhalt vnd mehre deine Kirchen, vnnd zerstöre die werck des Teuffels, vnd allen gewalt der sich wider dich erhebt vnd alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werden, bisz die volkommenheyt deines Reichs herzu komme, darinn du wirst alles in allen sein.
Was ist die andere Bitte?
Zu uns komme dein Reich; das ist: Regiere uns also durch dein Wort und Geist, dass wir uns dir je länger je mehr unterwerfen; erhalte und [46]mehre deine Kirche, und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich wider dich erhebt, und alle bösen Rathschläge, die wider dein heiliges Wort erdacht werden, bis die Vollkommenheit deines Reichs herzu komme, darin du wirst Alles in Allem sein.
HC LD 49only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 49. Sontag.
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HC Q124
Was ist die dritte Bitt?
Dein will geschehe auff Erden wie im Himmel, das ist, verleihe dasz wir vnnd alle menschen vnserm eigenen willen absagen, vnnd deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchen, dasz also jederman sein ampt vnnd beruff so willig vnnd trewlich auszrichte, wie die Engel im Himmel.
Was ist die dritte Bitte?
Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel; das ist: Verleihe, dass wir und alle Menschen unserm eigenen Willen absagen, und deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen, dass also Jedermann sein Amt und Beruf so willig und treulich ausrichte, wie die Engel im Himmel.
HC LD 50only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 50. Sontag.
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HC Q125
[51]Was ist die vierde Bitt?
Gib vns heut vnser teglich brodt, das ist, wollest vns mit aller leiblichen notturfft versorgen, auff dasz wir dardurch erkennen, dasz du der einig vrsprung alles guten bist, vnnd dasz one deinen segen, weder vnsere sorgen vnnd arbeit, noch deine gaben vns gedeien, vnd wir derhalben vnser vertrawen von allen Creaturen abziehen, vnnd allein auff dich setzen.
Was ist die vierte Bitte?
Gieb uns heute unser täglich Brod; das ist: Wollest uns mit aller leiblichen Nothdurft versorgen, auf dass wir dadurch erkennen, dass du der einige Ursprung alles Guten bist, und dass ohne deinen Segen weder unsere Sorgen und Arbeit, noch deine Gaben uns gedeihen, und wir derhalben unser Vertrauen von allen Kreaturen abziehen und allein auf dich setzen.
HC LD 51only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 51. Sontag.
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HC Q126
Was ist die fünffte Bitt?
Vergib vns vnsere schuld, als auch wir vergeben vnsern schuldigern, das ist, wollest vns armen sündern alle vnsere missethat, auch das böse, so vns noch jmmerdar anhenget, vmb des bluts Christi willen nicht zurechnen, wie auch wir disz zeugnusz deiner gnad in vns befinden, dasz vnser gantzer fürsatz ist, vnserm nechsten von hertzen zuuerzeihen.
[47]Was ist die fünfte Bitte?
Vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern; das ist: Wollest uns armen Sündern alle unsere Missethaten, auch das Böse, so uns noch immerdar anhänget, um des Blutes Christi willen nicht zurechnen, wie auch wir das Zeugnis deiner Gnade in uns befinden, dass unser ganzer Vorsatz ist, unserm Nächsten von Herzen zu verzeihen.
HC LD 52only in 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Der 52. Sontag.
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HC Q127
Was ist die sechste bitt?
Vnd füre vns nit in versuchung, sonder erlöse vns vom bösen, dz ist, dieweil wir ausz vns selbst so schwach sein, dasz wir nit einen augenblick bestehen können vnnd darzu vnsere abgesagte feind, der Teuffel, die welt, vnn vnser eigen fleisch, nit auffhören vns anzufechten: so wollest vns[52]erhalten vnnd stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff dasz wir jnen mögen festen widerstand thun, vnd in diesem geistlichen streit nit vnden ligen, bisz dasz wir endlich den sieg volkomlich behalten.
Was ist die sechste Bitte?
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen; das ist: Dieweil wir aus uns selbst so schwach sind, dass wir nicht einen Augenblick bestehen können, und dazu unsere abgesagten Feinde, der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch, nicht aufhören uns anzufechten: so wollest du uns erhalten und stärken durch die Kraft deines heiligen Geistes, auf dass wir ihnen mögen festen Widerstand thun und in diesem geistlichen Streit nicht unterliegen, bis dass wir endlich den Sieg vollkömmlich behalten.
HC Q128
Wie beschleust du disz Gebet?
Denn dein ist das Reich, die krafft, vnnd die herrligkeyt in ewigkeyt, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, dasz du als vnser König, vnnd aller ding mechtig, vns alles guts geben wilst, vnnd kanst, vnnd dasz dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden.
Wie beschließest du dieses Gebet?
Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit; das ist: Solches bitten wir Alles darum von dir, dass [48]du als unser König und aller Dinge mächtig, uns alles Gute geben willst und kannst, und dass dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden.
HC Q129
Was bedeut das wörtlein, Amen?
Amen heist, das soll war vnd gewisz sein. Denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, dasz ich solches von jhm begere.
Was heißt das Wörtlein Amen?
Amen heißt: Das soll wahr und gewiss sein; denn mein Gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, als ich in meinem Herzen fühle, dass ich solches von ihm begehre.
Catechismus
German · 4th ed. 1563 (Kirchenordnung; Lang, 1907)
Text of the Heidelberg Catechism in its original German, as edited by August Lang in Der Heidelberger Katechismus und vier verwandte Katechismen (Leipzig: Deichert, 1907; Quellenschriften zur Geschichte des Protestantismus), pp. 1–52. Lang prints the textus receptus: the text of the Catechism as incorporated into the Palatinate Church Order of 15 November 1563 (often counted as the fourth edition). This is the form in which the Catechism became the standard text of the Reformed churches. It retains the original spelling and punctuation of 1563.
Question 80 appears here in its full form, including the passages about Christ's bodily presence in heaven and closing with the condemnation of the Mass as “ein vermaledeyte Abgötterey”. In his notes Lang records that the question is wholly absent from the first edition, appears in a shorter form in the second, and first appears complete in the third.
The text was transcribed directly from page images of Lang's edition and checked against a second, independently digitized copy. The division into 52 Sundays (“Der 1. Sontag”) and nine readings (“LECTIO”) is kept as in the print, as are Lang's bracketed corrections of misprints in the Church Order. The Scripture proof-texts are given with Lang's verse numbers. Bracketed page numbers reproduce the pagination of Lang's text section (4–52) and link to facsimiles of each page. Lang's notes recording variant readings of the earlier editions, the Elector's preface, and the appended index of Scripture texts have not been transcribed.
Text of the Heidelberg Catechism as printed in Der Heidelberger Katechismus von Kasp. Olevianus und Zachar. Ursinus (Wien: Wilhelm Köhler, 1885), from the copy in the Austrian National Library. It is a plain edition for church and school use, without editor or preface, presenting the Catechism in nineteenth-century spelling with its questions numbered 1–129 and its Scripture proof-texts given as numbered footnotes with chapter and verse.
The edition is of particular interest for Question 80. It gives the full form of the question from the third edition of 1563, including the passages about Christ's bodily presence in heaven and the adoration of the elements in the Mass. However, it ends with “eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi” and omits the closing words “und eine vermaledeite Abgötterei”. Printed in Catholic Vienna for the Reformed church in Austria, the edition thus shows the text as it was actually read in a particular confessional setting. It can be compared with the 1563, 1840 and 1846 editions on this site.
The text was transcribed directly from page images of the print and is reproduced as printed, including its spelling (e.g. “Todtschlag”, “Nothdurft”) and a few slips (“seinen Brüder”, Question 35; “in seinen Wort”, Question 117). Bracketed page numbers reproduce the print's own pagination (3–48) and link to facsimile images of each page.