Heidelberg Catechism — compare
2nd ed. 1563 (Libri symbolici, Vinke, 1846) vs Kleve: Sitzmann, 1774 (German) · 131 of 132 units differ · back to reader
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Daß ich mit leib und seel beyde im leben und im sterben nicht mein, sondern meines getreuen Heylands JEsu Christi eigen bin, der mit seinem theuren blut für alle meine sünden vollkömmlich bezahlet, und mich aus allem gewalt des teufels erlöset hat, und also bewahret, daß ohne den willen meines Vaters im himmel kein haar von meinem haupt kan fallen, ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen muß, Darum er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichert, und ihm forthin zu leben von herzen willig und bereit macht.
Drey stück. Erstlich wie
Drey stück. Erstlich, wie groß meine sünd und elend seyen. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werde. Und zum dritten, wie ich GOtt für solche erlösung sol danckbar seyn.
Aus dem gesetz GOttes.
Diß lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22. cap v. 37. 38. 39. 40. Du solt lieben GOtt deinen HErren, von gantzem herzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und von allen kräften: Diß ist das fürnehmste und größte gebot: Das ander aber ist dem gleich: Du solt deinen nechsten lieben als dich selbst. In diesen zweyen geboten hanget das gantze gesetz und die propheten.
Nein:
Nein: Dann ich bin von natur geneigt GOtt und meinen nechsten zu hassen.
Nein: sondern Gott hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffen, das ist, in
Nein: Sondern GOtt hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffen, das ist, in warhaftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auf daß er GOtt seinen schöpffer recht erkennte, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit ihm lebte, ihn zu loben und zu preisen.
Aus dem fall und ungehorsam unser ersten eltern Adam und Even im paradeiß: Da unsere natur also vergifftet worden, daß wir alle in sünden empfangen und gebohren werden.
Ja: Es
Ja: Es seye denn das wir durch den [6]Geist GOttes wieder geboren werden.
[308]Nein: Denn
Nein: Denn GOtt hat den menschen also erschaffen, daß er es könte thun: Der mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, aus anstifftung des teufels durch muthwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.
Mit nichten:
Mit nichten: Sondern er zörnet schrecklich, beyde über angeborne, und würckliche sünden, und will sie aus gerechtem urtheil zeitlich und ewig strafen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet im buch des gesetzes, daß ers thue.
Gott ist
GOtt ist wohl barmhertzig, er ist aber auch gerecht: Derhalben erfordert seine gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste majestät GOttes begangen ist, [7]auch mit der höchsten, das ist, der ewigen strafe, an leib und seel gestraft werde.
Gott
GOtt will daß seiner gerechtigkeit genug geschehe: Derwegen müssen wir derselbigen entweder durch uns selbst, oder durch einen andern vollkommene bezahlung thun?
Mit nichten:
Mit nichten: Sondern wir machen auch die schuld noch täglich grösser.
Keine:
Keine: Dann erstlich will GOtt an keiner andern creatur strafen, das der mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch keine blosse creatur den last des ewigen zorns GOt[8]tes wider die sünde ertragen, und andere davon erlösen.
[312]Einen solchen, der ein
Einen solchen, der ein wahrer und gerechter mensch, und doch stärker dann alle creaturen, das ist, zugleich wahrer GOtt sey.
Darumb, dass
Darum, daß die gerechtigkeit GOttes erfordert, daß die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezahle: Und aber einer, der selbst ein sünder wäre, nicht könte für andere bezahlen.
Dass
Daß er aus kraft seiner Gottheit den last des zorns GOttes an seiner menschheit ertragen, und uns die gerechtigkeit und das leben erwerben und wieder geben möchte.
Unser Herr Jesus Christus, der uns zur
Unser HErr JEsus Christus, der uns [9]zur vollkommenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt ist.
Aus dem heiligen Evangelio, welches GOtt selbst anfänglich im paradeiß hat offenbaret: Folgends durch die heilige ertzväter und propheten lassen verkündigen, und durch die opfer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildet: Endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet.
Nein:
Nein: Sondern allein diejenigen, die durch wahren glauben ihm werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annehmen.
Es ist nicht allein
Es ist nicht allein eine gewisse erkäntniß dadurch ich alles für wahr halte, was uns GOtt in seinem wort hat offenbaret, sondern auch ein hertzliches vertrauen, welches der heilige Geist durchs evangelium in mir würcket, daß nicht allein andern, sondern auch [10]mir vergebung der sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von GOtt geschencket sey, aus lauter gnaden, allein um des verdiensts Christi willen.
Alles was uns im
Alles was uns im evangelio verheissen wird, welches uns die articul unsers allgemeinen ungezweifelten christlichen glaubens in einer summa lehren.
Ich glaub in Gott Vater, den
Ich glaub in GOtt Vater den allmächtigen, schöpfer himmels und der erden. Und in JEsum Christum, seinen eingebornen Sohn unsern HErren, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der jungfrauen, gelitten hat unter Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abge[11]stiegen zu der höllen, am dritten tage wieder auferstanden von den todten, aufgefahren gen himmel, sitzet zu der rechten GOttes des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaube in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine christliche kirche, die gemeinschaft der heiligen, vergebung der sünden, auferstehung des fleisches, und ein ewiges leben.
In drey theil. Der
In drey theil: Der erste ist von GOtt dem Vater, und unser erschaffung. Der ander ist von GOtt dem Sohn und unser erlösung. Der dritte von GOtt dem heiligen Geist, und unser heiligung.
Darum, daß sich GOtt also in seinem wort geoffenbaret, daß diese drey unterschiedliche personen der einige, wahrhaftige, ewige GOtt seynd.
Daß der ewige Vater unsers HErrn JEsu Christi, der himmel und erden, samt allem was drinnen ist, aus nichts erschaffen, auch dieselbige noch durch seinen ewigen rath und fürsehung erhält und regieret, um seines Sohns Christi willen mein GOtt und mein Vater sey, auch welchen ich also vertraue, daß ich nicht zweifele, er werde mich mit aller nothdurfft leibes und der seelen versorgen, auch alles übel, so er mir in diesem jammerthal zuschicket, mir zu gut wenden, dieweil ers thun kan, als ein allmächtiger GOtt, und auch thun will, als ein getreuer Vater.
Die
Die allmächtige und gegenwärtige krafft GOttes, durch welche er himmel und erden, samt allen creaturen, gleich als mit sei[13]ner hand noch erhält, und also regieret, daß laub und graß, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jahre, essen und trinken, gesundheit und krankheit, reichthum und armuth, und alles, nicht ohne gefehr, sondern von seiner väterlichen hand uns zukomme.
Daß wir in aller widerwärtigkeit gedultig, in glückseligkeit danckbar, und aufs zukünftig guter zuversicht zu unserm getreuen GOtt und Vater seyn sollen, daß uns keine creatur von seiner liebe scheiden wird, dieweil alle creaturen also in seiner hand seynd, daß sie sich ohne seinen willen auch nicht regen noch bewegen können.
Darum, daß er uns selig macht von unsern [14]sünden, und daß bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden ist.
Nein:
Nein: Sondern sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher JEsum, ob sie sich sein gleich rühmen. Denn entweder JEsus nicht ein vollkommener Heyland seyn muß: Oder die diesen Heyland mit wahrem glauben annehmen, müssen alles in ihm haben, das zu ihrer seligkeit vonnöthen ist.
Dass
Daß er von GOtt dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen rath und willen GOttes von unser erlösung vollkömmlich offenbaret: Und zu unserm einigen Hohenpriester, der uns mit dem einigen opfer seines leibs erlöset hat, und immerdar mit seiner fürbitt für dem Vater vertritt: Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem [15]wort und Geist regieret, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhält.
[324]Dass
Daß ich durch den glauben ein glied Christi, und also seiner salbung theilhaftig bin, auf daß auch ich seinen namen bekenne, mich ihm zu einem lebendigen danckopfer darstelle, und mit freyen gewissen in diesem leben wider die sünde und teufel streite, und hernach in ewigkeit mit ihm über alle creaturen herrsche.
Darum, daß Christus allein der ewige natürliche Sohn GOttes ist: Wir aber um seinetwillen aus gnaden zu kindern GOttes angenommen sind.
Dass
Daß er uns mit leib und seel von der sünden, und aus allem gewalt des teufels, nicht mit gold oder silber, sondern mit seinem theuren blut ihm zum eigenthume erlöset und erkauft hat.
Dass
Daß der ewige Sohn GOttes, der wahrer und ewiger GOtt ist, und bleibet, wahre menschliche natur aus dem fleisch und blut der jungfrauen Maria, durch wirckung des heiligen Geistes, an sich genommen hat, auf daß er auch der wahre saame Davids sey, seinen brüdern in allem gleich, ausgenommen die sünde.
Daß er unser Mittler ist, und mit seiner unschuld und vollkommener heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für GOttes angesicht bedecket.
Daß er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auf erden, sonderlich aber am end desselben, den zorn GOttes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hat, auf daß er mit seinem leyden, als mit dem einigen söhnopfer, unser leib und seel von der ewigen verdammniß erlösete, und uns GOttes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
Auf daß er unschuldig unter dem weltlichen richter verdammt würde, und uns damit von dem strengen urtheil GOttes, das über uns gehen sollte. erledigte.
Ja,
Ja: dannn dadurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung, die auf mir lage, auf sich geladen habe: dieweil der tod des creutzes von GOtt verflucht war.
Darum, daß von wegen der gerechtigkeit und warheit GOttes, nicht anderst für unsere sünde mochte bezahlt werden, denn durch den tod des Sohns GOttes.
Damit
Damit zu bezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.
Unser
Unser tod ist nicht eine bezahlung für unsere sünde: Sondern nur eine absterbung der sünden, und eingang zum ewigen leben.
Daß durch seine krafft unser alter mensch mit ihm gecreutziget, getödtet und begraben wird, auf daß die bösen lüste des fleisches in uns nicht mehr regieren, sondern das wir uns selbst ihm zur dancksagung aufopfern.
Dass
Daß ich meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HErr Christus habe mich durch seine unaussprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seelen am creutz und zuvor erlitten, von der höllischen angst und pein erlöset.
Erstlich hat er durch seine
Erstlich hat er durch seine auferstehung den tod überwunden, daß er uns der gerechtigkeit die er uns durch seinen tod erworben hat, könte theilhaftig machen. Zum andern werden wir auch jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem neuen leben. Zum dritten ist uns die auferstehung Christi ein gewisses pfand unserer seligen auferstehung.
[332]Dass
Daß Christus für den augen seiner jünger ist von der erden aufgehaben gen himmel, und uns zu gut daselbst ist, bis daß er wieder kommt, zu richten die lebendigen und die todten.
Christus ist
Christus ist wahrer mensch, und wahrer GOtt: nach seiner menschlichen natur ist er jetzunder nicht auf erden, aber nach seiner GOttheit, majestät, gnad und Geist weichet er nimmer von uns.
Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben
Mit nichten: Denn weil die GOttheit unbegreiflich und allenthalben gegenwärtig ist, so muß folgen, daß sie wol ausserhalb ihrer angenommenen menschheit, und dennoch nichts destoweniger auch in derselben ist, und persönlich mit ihr vereiniget bleibt,
Erstlich
Erstlich, daß er im himmel für dem angesicht seines Vaters unser Fürsprach ist. Zum andern, daß wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfand haben, daß er als [21]das Haupt uns seine glieder auch zu sich werde hinauf nehmen. Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum gegenpfand herab sendet, durch welches krafft wir suchen was droben ist, da Christus ist, sitzend zur rechten GOttes, und nicht das auf erden ist,
Daß Christus darum gen himmel gefahren ist, daß er sich daselbst erzeige als das Haupt seiner christlichen kirchen, durch welches der Vater alles regieret.
Erstlich
Erstlich, daß er durch seinen heiligen Geist in uns seine glieder die himmlischen gaben ausgeußt. Darnach daß er uns mit seinem gewalt wider alle feinde schützet und erhält.
Daß ich in allem trübsal und verfolgung, mit aufgerichtem haupt eben des richters, der [22]sich zuvor dem gericht GOttes für mich dargestellet, und alle vermaledeyung von mir hinweg genommen hat, aus dem himmel gewärtig bin, daß er alle seine und meine feinde in die ewige verdammniß werffe, mich aber samt allen auserwehlten zu ihm in die himmlische freud und herrlichkeit nehme.
Erstlich
Erstlich, daß er gleich ewiger GOtt mit dem Vater und Sohn ist. Zum andern, daß er auch mir gegeben ist, mich durch einen wahren glauben Christi und aller seiner wolthaten theilhaftig macht, mich tröstet, und bey mir bleiben wird bis in ewigkeit.
Daß der Sohn GOttes aus dem gantzen menschlichen geschlecht ihm ein auserwehlte gemein zum ewigen leben durch seinen Geist und wort in einigkeit des wahren glaubens von anbeginn der welt bis ans [23]ende versammle, schütze und erhalte und daß ich derselben ein lebendiges glied bin, und ewig bleiben werde.
[338]Erstlich
Erstlich, daß alle und jede gläubigen als glieder an dem HErrn Christo und allen seinen schätzen und gaben gemeinschafft haben. Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz und heyl der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sol.
Das GOtt um der genugthuung Christi willen, aller meiner sünde, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zu streiten habe, nimmermehr gedencken wil: Sondern mir die gerechtigkeit Christi aus gnaden schencket, daß ich ins gericht nimmermehr sol kommen.
Daß nicht allein meine seele nach diesem leben alsbald zu Christo ihrem Haupt genommen wird, sondern auch daß dis mein fleisch durch die kraft Christi auferweckt, wieder mit seiner seelen vereiniget, und dem herrlichen leib Christi gleichförmig werden sol.
Daß, nachdem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde, ich nach diesem leben vollkommene seligkeit besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie kommen ist, GOtt ewiglich darinn zu preisen.
Daß ich in Christo für GOtt gerecht, und ein erb des ewigen lebens bin.
Allein durch
Allein durch wahren glauben in JEsum Christum, also, daß ob mich schon mein ge[25]wissen anklagt, daß ich wider alle gebott GOttes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten habe, auch noch immerdar zu allem bösen geneigt bin, doch GOtt ohn alle mein verdienst, aus lauter gnaden, mir die vollkommne gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencket, und zurechnet, als hätte ich nie keine sünde begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam vollbracht den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche wolthat mit gläubigem hertzen annehme.
Nicht
Nicht daß ich von wegen der würdigkeit meines glaubens GOtt gefalle: Sondern darum, daß allein die genugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für GOtt ist, und ich dieselbe nicht anders, denn allein durch den glauben annehmen, und mir zueignen kan.
Darumb dass
Darum, das die gerechtigkeit, so für GOttes gericht bestehen sol, durchaus vollkommen, und dem göttlichen gesetz gantz gleichförmig seyn muß, und aber auch unsere beste wercke in diesem leben alle unvollkommen, und mit sünden befleckt seynd.
Diese belohnung geschicht
Diese belohnung geschicht nicht aus verdienst, sondern aus gnaden.
Nein, Denn es
Nein: denn es unmüglich ist, daß die, so Christo durch wahren glauben seynd eingepflantzt, nicht frucht der danckbarkeit sollen bringen.
Der
Der heilige Geist wircket denselben in unsern hertzen, durch die predigt des heiligen [27]evangelions, und bestätiget den durch den brauch der heiligen sacramenten.
Es
Es seynd sichtbare heilige warzeichen und siegel, von GOtt darzu eingesetzt, daß er uns durch den brauch derselbigen, die verheissung des Evangelions desto besser zu verstehen gebe und versiegle: Nemlich, daß er uns von wegen des einigen opfers Christi am Creutz vollbracht, vergebung der sünden, und ein ewiges leben aus gnaden schencket.
Ja freylich:
Ja freylich: Dann der heilige Geist lehret im evangelio, und bestätiget durch die heilige sacrament, daß unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opfer Christi, für uns am creutz geschehen.
Zwey, Den Heiligen
Zwey, den heiligen tauf, und das heilig abendmahl.
Also:
Also, daß Christus dis äusserlich wasserbad eingesetzt, und darbey verheissen hat, daß ich so gewiß mit seinem blut und Geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden, gewaschen sey, so gewiß ich äusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunehmen, gewaschen bin.
Es heist vergebung der sünden von Gott aus gnaden haben,
Es heist vergebung der sünden von GOtt aus gnaden haben, um des bluts Christi willen, welches er in seinem opfer am creutz für uns vergossen hat: Darnach auch durch den heiligen Geist erneuert, und zu einem glied Christi geheiliget seyn, daß wir je länger je mehr der sünden absterben, und in einem gottseligen unsträflichen leben wandeln.
In der
In der einsatzung des taufs, welche also lautet: Gehet hin und lehret alle völcker und taufet sie im namen des Vaters, und des Sohns, und des heiligen Geistes: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Diese verheissung wird auch wiederholet, da die schrift den tauf ein bad der wiedergeburt, und abwaschung der sünden nennet.
Nein, Denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist reiniget uns von allen sünden.
Nein: Denn allein das blut JEsu Christi und der heilige Geist reiniget uns von allen sünden.
Gott redet also nicht ohne grosse ursach: Nemlich,
GOtt redet also nicht ohne grosse ursach: Nemlich nicht allein daß er uns damit wil lehren, daß gleich wie die unsauberkeit des leibs [30]durchs wasser, also unsere sünden durchs blut und Geist Christi hinweg genommen werden, sondern vielmehr, daß er uns durch dis göttlich pfand und warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewaschen seynd, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werden.
Ja: Denn dieweil sie
Ja: Denn dieweil sie sowol als die alten in den bund GOttes und seine gemeine gehören, und ihnen in dem blut Christi die erlösung von sünden, und der heilige Geist, welcher den glauben wircket nicht weniger denn den alten zugesagt wird, so sollen sie auch durch den tauf, als des bundes zeichen, der christlichen kirchen eingeleibt, und von der ungläubigen kindern unterscheiden werden, wie im alten testament durch die Beschneidung geschehen ist, an welcher statt im neuen testament der tauf ist eingesetzt.
Also,
Also, daß Christus mir und allen gläubigen von diesem gebrochenen brod zu essen, und von diesem kelch zu trincken befohlen hat, zu seinem gedächtniß, und darbey verheissen, Erstlich, daß sein leib so gewiß für mich am creutz geopfert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit augen sehe, daß das brod des HERRN mir gebrochen, und der kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, daß er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossenem blut, so gewiß zum ewigen leben speise und träncke, als ich aus der hand des dieners empfange, und leiblich niesse das brod und den kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
Es
Es heißt nicht allein mit gläubigem her[32]tzen das ganze leyden und sterben Christi annehmen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekommen: Sondern auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnet, also mit seinem gebenedeyten leib jemehr und mehr vereiniget werden, daß wir, ob gleich er im himmel, und wir auf erden seynd, dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beinen seynd, und von einem Geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werden,
In der einsatzung des
In der einsatzung des abendmahls, welche also lautet: Unser HErr JEsus in der nacht, da er verrathen ward, nahm er das brod, dancket und brachs, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wird: Sol[33]ches thut zu meiner gedächtniß. Desselben gleichen auch den kelch nach dem abendmahl, und sprach: Dieser kelch ist das neue Testament in meinem blut: Solches thut, so oft ihrs trincket, zu meiner gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem brod esset, und von diesem kelch trincket, solt ihr des HERREN tod verkündigen, bis daß er kommt. Und diese verheissung wird auch wiederholet durch Sanct Paulum, da er spricht: Der kelch der dancksagung damit wir dancksagen, ist der nicht die gemeinschaft des bluts Christi? Das brod das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so sind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brods theilhaftig seynd.
Nein:
Nein: Sondern wie das wasser in dem tauf, nicht in das blut Christi verwandelt, [34]oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein göttlich warzeichen und versicherung ist: Also wird auch das heilig brod im abendmahl nicht der leib Christi selbst, wiewol es nach art und brauch der sacramenten, der leib Christi genennet wird.
Christus redet also
Christus redet also nicht ohn grosse ursach: Nemlich, daß er uns nicht allein damit will lehren, daß gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten: Also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die wahre speiß und tranck unserer seelen zum ewigen leben, sondern vielmehr, daß er uns durch diß sichtbare zeichen und pfand will versichern, daß wir so warhaftig seines wahren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geistes theilhaftig werden, als wir diese heilige warzeichen mit dem leiblichen mund zu seiner gedächtniß empfangen, und daß all sein leiden und gehorsam so gewiß unser eigen sey, als [35]hätten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und genug gethan.
Das
Das abendmahl bezeuget uns, daß wir vollkommene vergebung aller unser sünden haben, durch das einig opffer JEsu Christi, so er selbst einmal am creutz vollbracht hat: Und daß wir durch den heiligen Geist Christo werden eingeleibt, der jetzund mit seinem wahren leib im himmel zur rechten des Vaters ist, und daselbst will angebetet werden. Die meß aber lehret, daß die lebendigen und die todten nicht durch das leyden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn, daß Christus noch täglich für sie von den meß-priestern geopfert werde: Und das Christus leiblich unter der gestalt brods und weins sey, und derhalben darin soll angebetet werden. Und ist also die meß im grund nichts anders dann ein verleugnung des einigen opfers und leydens JEsu Christi, und ein vermaledeyte abgötterey. [36]
Die
Die ihnen selbst um ihrer sünden willen mißfallen, und doch vertrauen, daß dieselbige ihnen verziehen, und die übrige schwachheit mit dem leyden und sterben Christi bedeckt sey, begehren auch je mehr und mehr ihren glauben zu stärcken, und ihr leben zu bessern. Die unbußfertigen aber und heuchler essen und trincken ihnen selbst das gericht.
Nein: denn es
Nein: Denn es wird also der bund GOttes geschmäht, und sein zorn über die ganze gemeine gereitzet. Derhalben die christliche kirche schuldig ist nach der ordnung Christi und seiner aposteln, solche bis zur besserung ihres lebens, durch das ampt der schlüssel auszuschliessen.
Die
Die predigt des heiligen evangelions, und die christliche buß-zucht, durch welche beyde stück das himmelreich den gläubigen aufge[37]schlossen, und den ungläubigen zugeschlossen wird.
Also:
Also, daß nach dem befehl Christi allen und jeden gläubigen verkündigt und öffentlich bezeugt wird, daß ihnen, so oft sie die verheissung des evangelions mit wahrem glauben annehmen, wahrhaftig alle ihre sünden von GOTT, um des verdiensts Christi willen, vergeben seynd: Und hinwiederum allen ungläubigen und heuchlern, daß der zorn GOttes und die ewige verdammniß auf ihnen liegt, so lang sie sich nicht bekehren. Nach welchem zeugniß des evangelii, GOtt beyde in diesem und zukünftigem leben urtheilen wil.
Also:
Also, daß nach dem befehl Christi, diejenigen, so unter dem christlichen namen unchristliche lehr oder wandel führen, nachdem sie etlich mal brüderlich vermahnt seyn, und von ihren irrthumen oder lastern nicht abstehen, der kirchen oder denen, so von der kirchen dazu verordnet seynd, angezeigt, und [38]so sie sich an derselben vermahnung auch nicht kehren, von ihnen durch verbietung der heiligen sacrament aus der christlichen gemein, und von GOtt selbst, aus dem reich Christi werden ausgeschlossen: und wiederum als glieder Christi und der kirchen angenommen, wenn sie wahre besserung verheissen und erzeigen.
Darum, daß Christus, nachdem er uns mit seinem blut erkauft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist erneuert zu seinem ebenbild, daß wir mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen GOtt für seine wolthat erzeigen, und er durch uns gepriesen werde. Darnach auch, daß wir bey uns selbst unsers glaubens aus seinen früchten gewiß seyn, und mit unserm gottseligen wandel unsere nähesten auch Christo gewinnen.
Keins wegs
Keineswegs: Denn wie die schrift sagt, kein unkeuscher, abgöttischer, ehebrecher, dieb, geitziger, trunckenboltz, lästerer, räuber und dergleichen, wird das reich GOttes ererben.
In zweyen stücken: In absterbung des alten, und
In zweyen stücken: In absterbung des alten, und auferstehung des neuen menschen?
Ihm die sünde von hertzen lassen leyd seyn, und dieselbige je länger je mehr hassen und fliehen.
[366]Hertzliche freud in Gott, und lust und lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu leben.
Hertzliche freud in GOtt durch Christum, und [40]lust und lieb haben nach dem willen GOttes in allen guten wercken zu leben.
Allein die
Allein die aus wahrem glauben, nach dem gesetz GOttes, ihm zu ehren geschehen, und nicht die auf unser gutdüncken oder menschensatzung gegründet seyn.
Gott redet alle
Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich
Du solt dir kein
Du solt den
Gedenck des Sabbath
Du solt
Du solt
Du solt
Du solt
Du solt kein falsch
GOtt redet alle diese wort: Das erste gebott. Ich bin der HERR dein GOtt, der ich dich aus Egyptenland, aus dem dienst-hauß, geführet hab: Du solt kein andere götter für mir haben. Das ander. Du solt dir kein bildniß noch irgend ein gleichniß machen, weder des, das oben im himmel, noch des, das unten auf erden, oder des, das im wasser unter der erden ist: Du solt sie nicht anbeten, noch ihnen dienen. Denn ich [41]der HERR dein GOTT, bin ein starcker eifriger GOTT, der die missethat der väter heimsuchet an den kindern, bis ins dritte und vierdte glied deren die mich hassen: und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine gebott halten. Das dritte. Du solt den nahmen des HERREN deines GOttes nicht mißbrauchen. Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen nahmen mißbraucht. Das vierdte. Gedenck des sabbath-tages daß du ihn heiligest. Sechs tag solt du arbeiten, und alle deine werck thun, aber am siebenden tag ist der sabbath des HERREN deines GOttes, da solt du kein arbeit thun, noch dein sohn, noch deine tochter, noch dein knecht, noch deine magd, noch dein vieh, noch der frembdling der in deinen thoren ist. Dann in sechs tagen hat der HERR him[42]mel und erden gemacht, und das meer, und alles was darinnen ist, und ruhete am siebenden tage. Darum segnete der HERR den sabbath-tag, und heiligte ihn. Das fünfte. Du solt deinen vater und deine mutter ehren, auf daß du lange lebest im land, daß dir der HERR dein GOtt gibt. Das sechste. Du solt nicht tödten. Das siebende. Du solt nicht ehebrechen. Das achte. Du solt nicht stehlen. Das neundte. Du solt kein falsch zeugniß reden wider deinen nehesten. Das zehende. Laß dich nicht gelüsten deines nechsten hauß: Laß dich nicht gelüsten deines nechsten weibs, noch seines knechts, noch seiner magd, noch seines ochsens, noch seines esels, noch alles was dein nechster hat.
In zwo Tafeln, deren die
In zwo tafeln: Deren die erst in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen GOtt sollen halten: Die ander, in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig seynd.
Daß ich bey verlierung meiner seelen heyl und seligkeit, alle abgötterey, zauberey, abergläubische segen, anrufung der heiligen oder anderer creaturen, meiden und fliehen sol: Und den einigen wahren GOtt recht erkennen, ihm allein vertrauen, in aller demuth, und gedult, von ihm allein alles guts erwarten, und ihm von gantzen hertzen lieben, förchten, und ehren. Also daß ich ehe alle creaturen übergebe, dann in dem geringsten wider seinen willen thue.
An
An statt des einigen wahren GOttes, der sich in seinem wort hat offenbahret, oder neben demselbigen etwas anders tichten oder haben, darauf der mensch sein vertrauen setzt.
Dass
Daß wir GOtt in keinen weg verbilden, auch auf irgend ein andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollen.
Gott kan und sol
GOtt kan und sol keineswegs abgebildet werden. Die creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden: So verbeut doch GOtt derselben bildniß zu machen und zu haben, daß man sie verehre oder ihm damit diene.
[374]Nein:
Nein: Dann wir nicht sollen weiser seyn denn GOtt, welcher seine christenheit nicht durch stumme götzen, sondern durch die le[45]bendige predigt seines worts wil unterwiesen haben.
Das wir nicht allein mit fluchen, oder mit falschem
Daß wir nicht allein mit fluchen, oder mit falschem eyd, sondern auch mit unnöthigem schweren den nahmen GOttes nicht lästern oder mißbrauchen, noch uns mit unserm stillschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen; Und in summa, daß wir den heiligen namen GOttes anders nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchen, auf daß er von uns recht bekennt, angeruffen, und in allen unsern worten und wercken gepriesen wird.
Ja freylich,
Ja freylich: Dann keine sünde grösser ist, noch GOtt heftiger erzörnet, dann lästerung seines nahmens. Darum er sie auch mit dem tod zu strafen befohlen hat.
Ja, Wenn es die Oberkeit von
Ja. Wenn es die oberkeit von ihren unterthanen, oder sonst die noth erfodert, treue und warheit zu GOttes ehr, und des nechsten heyl dadurch zu erhalten und zu fördern. Denn solches eyd schweren ist in GOttes wort gegründet, und derhalben von den heiligen im alten und neuen testament recht gebrauchet worden.
Nein: Denn ein
Nein: Denn ein rechtmäßiger eyd ist ein anruffung GOttes, daß er, als der einige hertzkündiger, der warheit zeugniß wolle geben, und mich strafen, so ich falsch schwere welche ehre denn keiner creaturen gebührt.
Gott
GOtt will erstlich, daß das predigamt und schulen erhalten werde, und ich, sonderlich am feyertage, zu der gemeine GOttes fleissig komme, das wort GOttes zu lernen, die heiligen sacrament zu gebrauchen, den HErren öffentlich anzurufen, und [47]das christlich allmosen zu geben. Zum andern, daß ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feyre, den HErren durch seinen Geist in mir wircken lasse, und also den ewigen sabbath in diesem leben anfange.
Dass
Daß ich meinem vater und mutter, und allen die mir fürgesetzt seyn, alle ehr, liebe und treue beweisen, und mich aller guter lehr und straf mit gebührlichem gehorsam unterwerffen, und auch mit ihren gebrechen gedult haben sol, dieweil uns GOtt durch ihre hand regieren wil.
Dass
Daß ich meinem nächsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere, schmähen, hassen, beleidigen oder tödten, sondern alle rachgierigkeit able[48]gen, auch mich selbst nicht beschädigen, oder muthwillig in gefahr begeben sol. Darum auch die obrigkeit, dem todschlag zu wehren, das schwerdt trägt.
Es wil uns aber Gott durch verbietung des
Es wil uns aber GOtt durch verbietung des todschlags, lehren, daß er die wurtzel des todschlags, als neid, haß, zorn, rachgierigkeit hasset, und daß solches alles für ihm ein heimlicher todschlag seye,
Nein. Denn
Nein: Denn indem GOtt neid, haß und zorn verdammt, wil er von uns haben, daß wir unsern nechsten lieben als uns selbst, gegen ihm gedult, friede, sanftmuth, barmhertzigkeit, und freundlichkeit erzeigen, seinen schaden, so viel uns möglich, abwenden, und auch unsern feinden guts thun. [49]
Dass
Daß alle unkeuschheit von GOtt vermaledeyet sey, und daß wir darum ihr von hertzen feind seyn, und keusch und züchtig leben sollen, es sey im heiligen ehestand, oder ausserhalb desselben.
Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen
Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geistes seyn, so wil er, daß wir sie beyde sauber und heilig bewahren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, worte, gedanken, lust, und was den menschen darzu reitzen mag.
Er verbeut nicht allein den diebstal und rauberey, welche die Oberkeit
Er verbeut nicht allein den diebstal, und rauberey, welche die oberkeit straft: Sondern GOtt nennet auch diebstal alle böse stück und anschläge, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt, oder schein des rechtens, als unrechtem gewicht, elen, maaß, waar, müntz, [50]wucher, oder durch einiges mittel, das von GOtt verbotten ist: Darzu auch allen geitz, und unnütze verschwendung seiner gaben.
Dass
Daß ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fördere, gegen ihm also handele, wie ich wolte, daß man mit mir handelte und treulich arbeite, auf daß ich dem dürftigen in seiner noth helfen möge.
Das
Daß ich wider niemand falsche zeugniß gebe, niemand seine worte verkehre, kein afterreder und lästerer sey, niemand unverhört, und leichtlich verdammen helfe, sondern allerley lügen und trügen, als eigene wercke des teufels, bey schwerem GOttes zorn vermeide, in gerichts- und allen andern handlungen die warheit liebe, aufrichtig sage und bekenne, auch meines nechsten ehre und glimpf nach meinem vermögen rette und fördere. [51]
Dass
Daß auch die geringste lust oder gedancken wider irgend ein gebott GOttes in unser hertz nimmermehr kommen, sondern wir für und für von gantzem hertzen aller sünden feind seyn, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollen.
Nein: sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben
Nein: Sondern es haben auch die allerheiligsten, so lang sie in diesem leben seynd, nur einen geringen anfang dieses gehorsams: Doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sondern nach allen gebotten GOttes anfangen zu leben.
Erstlich
Erstlich, auf daß wir unser gantzes lebenlang unsere sündliche art je länger je mehr erkennen. und so viel desto begieriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchen, Darnach, daß wir ohne unterlaß uns befleissen, und GOtt bitten um die gnad des heiligen Geistes, daß wir je länger je mehr [52]zu dem ebenbild GOttes erneuert werden, bis wir das ziel der vollkommenheit nach diesem leben erreichen.
Darumb dass
Darum, daß es das fürnehmste stück der danckbarkeit ist, welche GOtt von uns erfordert, und daß GOtt seine gnade und heiligen Geist allein denen wil geben, die ihn mit hertzlichem seuftzen ohne unterlaß darum bitten, und ihm dafür dancken.
Daß wir allein den einigen wahren GOtt, der sich uns in seinem wort hat offenbaret, um alles das er uns zu bitten befohlen hat, von hertzen anrufen, unsere noth und elend recht gründlich erkennen, uns für dem angesicht seiner majestät zu demüthigen, und diesen vesten grund haben, daß er unser gebet, unangesehen daß wirs unwürdig seynd, doch um des HErrn Christi willen, gewiß[53]lich wolle erhören, wie er uns in seinem wort verheissen hat.
Alle
Alle geistliche und leibliche nothdurfft, welche der HErr Christus begriffen hat in dem gebet, das er uns selbst gelehret.
Unser Vater der du bist in himmeln. Geheiliget werde dein
Unser Vater, der du bist in den himmeln. Geheiliget werde dein nahme. Dein reich komme. Dein will geschehe auf erden wie im himmel. Unser täglich brod gib uns heut Und vergib uns unsere schuld, als wir auch vergeben unsern schuldigern. Und führe uns nicht in versuchung, sondern erlöse uns vom bösen. Dann dein ist das reich, und die krafft, und die herrlichkeit in ewigkeit, Amen.
Daß er gleich im anfang unsers gebets in uns erwecke die kindliche furcht und zuversicht gegen GOtt, welche der grund unsers gebets sol seyn: Nemlich, daß GOtt unser Vater durch Christum worden sey, und wolle uns vielweniger versagen, warum wir ihn im glauben bitten, denn unsere väter uns irrdische dinge abschlagen.
[390]
Auf daß wir von der himmlischen majestät GOttes nichts irrdisches gedencken, und von seiner allmächtigkeit alle nothdurfft leibes und der seelen gewarten.
Geheiliget werde dein
Geheiliget werde dein nahme, das ist, gib uns erstlich, daß wir dich recht erkennen, und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmächtigkeit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rühmen und preisen. Darnach auch, daß wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, daß dein nah[55]me um unsert willen nicht gelästert, sondern geehret und gepriesen werde.
Zukomme dein reich, das ist, regiere uns also durch dein wort und Geist, daß wir uns dir je länger je mehr unterwerffen: erhalte und mehre deine kirche, und zerstöre die wercke des teufels, und allen gewalt, der sich wider dich erhebt, und alle böse rathschläge, die wider dein heiliges wort erdacht werden, bis die vollkommenheit deines reichs herzu komme, darin du wirst alles in allem seyn.
Dein
Dein will geschehe auf erden wie im himmel, das ist, verleyhe, daß wir und alle menschen unserm eignen willen absagen, und deinem allein guten willen ohne alles widersprechen gehorchen, daß also jederman [56]sein amt und beruf so willig und treulich ausrichte, wie die engel im himmel.
Gib uns heut unser
Gib uns heut unser täglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblicher nothdurfft versorgen, auf daß wir dardurch erkennen, daß du der einige Ursprung alles guten bist, und daß ohne deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeyen, und wir derhalben unser vertrauen von allen creaturen abziehen, und allein auf dich setzen.
Vergib uns unsere schuld, als
Vergib uns unsere schuld, als wir auch vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, auch das böse, so uns noch immerdar anhänget, um des bluts Christi willen nicht zurechnen, wie auch wir diß zeugniß deiner gnad in uns befinden, daß unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zu verzeihen.
Und
Und führe uns nicht in versuchung, [57]sondern erlöse uns vom bösen, das ist, dieweil wir aus uns selbst so schwach seyn, daß wir nicht einen augenblick bestehen können, und darzu unsere abgesagte feinde, der teufel, die welt, und unser eigen fleisch, nicht aufhören uns anzufechten: So wollest du uns erhalten und stärcken durch die kraft deines heiligen Geistes, auf daß wir ihnen mögen vesten widerstand thun, nur in diesem geistlichen streit nicht unten liegen, bis daß wir endlich den sieg vollkömmlich behalten.
Denn dein ist das Reich, die
Denn dein ist das reich, die kraft, und die herrlichkeit, in ewigkeit, das ist, solches alles bitten wir darum von dir, daß du als unser könig, und aller ding mächtig, uns alles guts geben wilst und kanst, und daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger nahme ewig sol gepriesen werden.
Amen
Amen heißt, das sol wahr und gewiß seyn. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen fühle, daß ich solches von ihm begehre.
Catechismus
Text of the Heidelberg Catechism in its original German, as printed in Henricus Egbertus Vinke (ed.), Libri symbolici Ecclesiae Reformatae Nederlandicae (Utrecht, 1846), pp. 302–394. Vinke reproduced not the first printing but the second edition of 1563, from a copy in the Utrecht University Library, an edition that, as he notes in his preface, neither Köcher nor Niemeyer had seen.
The three German editions of 1563 differ chiefly in Question 80. The first printing lacks it; the second, given here, adds it in a short form, at the Elector's command. It condemns the Mass as “ein abgöttische verleugnung dess einigen opffers und leidens Jesu Christi”. It does not yet have the clauses about Christ's body in heaven and his presence under the bread and wine, or the closing words “ein vermaledeite Abgötterey”, which first appeared in the third edition.
The text was transcribed directly from page images of Vinke's print, with doubtful places checked against a second, independently digitized copy. Vinke prints in roman type and modernizes the typography (“dass”, “auss” for ß; u and v in their modern use). His text is reproduced exactly as he prints it, including apparent slips, which have not been silently corrected. The Scripture proof-texts are given in his citation style, with their letters as printed. The print does not number its questions, so the numbers 1–129 have been supplied. Bracketed page numbers reproduce Vinke's pagination and link to facsimiles of each page. Vinke's footnotes recording variant readings from Niemeyer and other editions, the Elector's preface, and the appended index of Scripture texts have not been transcribed.
- Libri_symbolici_ecclesiae_reformatae_Ned.pdf (PDF, 21 MB)
- Libri_symbolici_ecclesiae_reformatae_Net.pdf (PDF, 21.5 MB)
Der Heidelbergische Catechismus
Der Heidelbergische Catechismus samt den Kirchen-Formularien, einigen Gebetern und der uralten Glaubens-Bekenntnissen. Cleve, gedruckt und verlegt bey der Wittwe Sitzmann, Königl. Preuß. Hofbuchdruckerin, 1774. The transcription follows the copy in the Universitätsbibliothek Heidelberg, Q 393-6-5 RES (heidelberger_catechismus1774; Public Domain Mark). The catechism occupies pp. 3–57; it is followed by the church forms, prayers and the ancient creeds, which are not given here.
The edition. The book is the church book of the Reformed congregations of the duchy of Cleves on the Lower Rhine, then part of the Kingdom of Prussia, printed by the royal court printer at Cleve. Its text is the received German text of the catechism in eighteenth-century spelling (“Daß ich mit leib und seel beyde im leben und im sterben nicht mein, sondern meines getreuen Heylands JEsu Christi eigen bin”), with the full answer to Q 80 (“… ein verleugnung des einigen opfers und leydens JEsu Christi, und ein vermaledeyte abgötterey”). The questions are numbered 1–129; the catechism is divided into its three parts and the usual sections (“Von GOtt dem Vater”, “Von GOtt dem Sohn”, “Von GOtt dem heiligen Geist”, “Von den heiligen Sacramenten”, “Vom heiligen Tauf”, “Von dem heiligen Abendmahl JEsu Christi”, “Vom Gebet”) but has no Sunday divisions.
Proof-texts. The Scripture references are numbered 1), 2) … in the text and printed after each answer with chapter and verse (Q 1: “1 Cor. 6, 19. 20. 1 Thess. 5, 10.”, “Rom. 14, 8.”, “1 Cor. 3, 16. 23.” …). They continue the apparatus of the older Palatine editions, which gained verse numbers in the Heidelberg reprint of 1576, often with additional references. The numbering restarts with each question. The references are given in the form of the print, with its abbreviations and evident errors (e.g. Q 93 “Matt. 28, 37.” for 22, 37, Q 100 “Luc. 5, 1.” for Lev. 5, 1, Q 123 “Rom. 26, 20.”); the canon-law reference to Q 80 (“In Cano. Miss. Item De consec. Distinct. 2”) stands among them. Where the print repeats a number or omits one in the reference line, the numbers are given in sequence; where a number is missing in the text but present in the reference line (Q 108 note 2, Q 124 note 1), this is left as printed.
Transcription conventions. Spelling, capitalization and punctuation follow the print, including its small initial letters for most nouns (“leib und seel”, “gerechtigkeit”) and the forms “GOtt”, “JEsus”, “HErr”. The words of the Creed, the Ten Commandments, the institution of the sacraments and the Lord’s Prayer, printed in a larger type, are given in ordinary type; the headings of the commandments in Q 92 are given in italics. Hyphens at line ends are removed; a page break inside a word is marked at the break. Running heads, catchwords and signatures are omitted. Printer’s errors and slips are kept, e.g. “Daß ich meinen höchsten anfechtungen versichert sey” (without “in”, Q 44), “söhnopfer” (Q 37), “dich dich” (Q 52), “auch welchen ich also vertraue” (Q 26), the lack of “weißheit” in Q 122, and “nur in diesem geistlichen streit” (Q 127).
- heidelberger_catechismus1774__z3.pdf (PDF, 66.1 MB)