Heidelberg Catechism — compare
2nd ed. 1563 (Libri symbolici, Vinke, 1846) vs 3rd ed. 1563 (Heidelberg: Mayer) (German) · 123 of 132 units differ · back to reader
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Daß ich mit Leib und Seel, beyde in leben und in sterben, nicht mein, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen bin, der mit seinem thewren blut, für alle meine sünden volkomlich bezalet, und mich auß allem gwalt des Teufels erlöset hat, und also bewaret, daß ohne den willen meines Vaters im himmel, kein haar von meinem haupt kan fallen, ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen muß. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichert, und jm forthin zu leben von hertzen willig und bereit macht.
Drey stück. Erstlich wie
Drey stück. Erstlich wie groß meine sünde und elend seyen. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werde. Und zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung soll danckbar sein.
Auß dem Gesetz Gottes.
Diß lehret uns Christus in einer summa, [15]Matth. am 22: Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und allen krefften. Diß ist das fürnembste und das gröste Gebot: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen Gebotten hanget das gantze Gesetz und die Propheten.
Nein: denn ich bin von Natur geneigt Gott und meinen Nechsten zu hassen.
Nein: Denn ich bin von Natur geneigt Gott und meinen Nechsten zu hassen.
Nein:
Nein: sonder Gott hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffen, das ist, in warhafftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auff daß er Gott seinen schöpffer recht erkente, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit jm lebte, jn zu loben und zu preisen.
Auß dem fall und ungehorsam unser ersten Eltern Adams und Euen im Paradeis, da unser Natur also vergifftet worden, daß wir alle in sünden empfangen und geboren werden.
Ja: Es sey denn,
Ja: Es sey denn, daß wir durch den Geist Gottes widergeboren werden.
[308]Nein: Denn
Nein: Denn Gott hat den menschen also erschaffen, daß er es kondte thun: der Mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, auß anstifftung des Teufels, durch mutwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.
Mit nichten: sonder er zürnet schrecklich, beyde uber angeborne und
Mit nichten: sonder er zürnet schrecklich, beyde uber angeborne und würck[18]liche sünden, und wil sie auß gerechtem urtheil zeitlich und ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des Gesetzes, daß ers thue.
Gott ist wol barmhertzig, er ist aber auch gerecht, derhalben erfordert seine gerechtigkeit,
Gott ist wol barmhertzig, er ist aber auch gerecht, derhalben erfordert seine gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straff an leib und seel gestrafft werde.
Gott wil
Gott wil daß seiner gerechtigkeit genug geschehe, derwegen müssen wir derselben entweder durch uns selbst, oder durch einen andern volkomene bezalung thun.
Mit nichten: sonder wir machen auch die schuldt noch teglich grösser.
Mit nichten: sonder wir machen auch die schuldt noch teglich grösser.
Keine: Denn erstlich wil Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, und andere
Keine: Denn erstlich wil Gott an [20]keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, und andere daruon erlösen.
[312]Einen solchen, der ein warer, und gerechter mensch, und doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.
Einen solchen, der ein warer, und gerechter mensch, und doch stercker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.
Darumb,
Darumb, daß die gerechtigkeit Gottes erfordert, daß die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: und aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezalen.
Daß er auß krafft seiner Gottheit, den laßt des zorns Gottes, an seiner menschheit ertragen, und uns die gerechtigkeit, und daß leben erwerben, und widergeben möchte.
Unser Herr Jesus Christus, der uns zur
Unser Herr Jesus Christus, der uns zur volkommenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt ist.
Auß dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeis hat offenbaret: folgends durch die [22]heilige Ertzueter und Propheten lassen verkündigen, und durch die opffer und andere ceremonien des gesetzes für gebildet, Endlich aber durch seinen eingeliebten Son erfüllet.
Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben
Nein: sonder allein die jenigen, die durch waren glauben jm werden eingeleibet, und alle seine wolthaten annemen.
Es ist nicht allein ein gewisse
Es ist nicht allein ein gewisse erkantnuß, dardurch ich alles für war halte, was uns Gott in seinem wort hat offenbaret: sonder auch ein hertzliches vertrawen, welches der heilige Geist durchs Euangelium in mir würcket, daß nicht allein andern, sonder auch [23]mir vergebung der Sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von Gott geschenckt sey, auß lauter gnaden, allein umb des verdiensts Christi willen.
Alles was uns im Euangelio verheissen
Alles was uns im Euangelio verheissen wirt, welchs uns die Artickel unsers algemeinen ungezweiffelten Christlichen Glaubens in einer summa lehren.
Ich glaub in Gott Vater, den
Ich glaub in Gott Vater, den allmechtigen, Schöpffer himmels und der erden. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Son un-[24]sern HERRN, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen, gelitten under Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage wider aufferstanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vaters, von dannen er komen wird, zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches und ein ewigs leben.
In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vater, und unser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, und unser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, und unser Heiligung.
In drey theil. Der erst ist von Gott dem Vater, und unser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, und unser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, und unser Heiligung.
Darumb
Darumb daß sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hat, daß diese drey underschiedliche Personen, der einig warhafftig ewig Gott seind.
[26]Daß der ewig Vater unsers Hern Jesu Christi, der Himel und Erden sampt allem was drinnen ist, auß nichts erschaffen, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen rhat und fürsehung erhelt und regieret: umb seines Sons Christi willen, mein Gott und mein Vater sey, auff welchen ich also vertrawe, daß ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notdurfft leibs und der seelen versorgen, auch alles ubel, so er mir in diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wenden: dieweil ers thun kan, als ein almechtiger Gott: und auch thun wil als ein getrewer Vater.
Die allmechtige und gegenwertige krafft Gottes, durch welche er
Die allmechtige und gegenwertige krafft Gottes, durch welche er himel und erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erhelt, und [27]also regiert, daß laub und graß, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jar, essen und trincken, gesundheit und kranckheit, reichthumb und armuth, und alles, nicht ohne gefehr, sonder von seiner väterlichen hand uns zukomme.
Daß wir in aller widerwertigkeit gedultig, in glückseligkeit danckbar, und auffs zukünfftig guter zuuersicht zu unserm getrewen Gott und Vater sein sollen, daß uns keine Creatur von seiner liebe scheiden wird, dieweil alle Creaturen also in seiner hand sind, daß sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen können.
Darumb
Darumb daß er uns selig macht von unsern sünden, und daß bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden ist.
Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümen. Denn entweder Jesus
Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümen. Denn entweder Jesus nit ein volkommener Heiland sein muß: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in jm haben, daß zu jrer seligkeit vonnöten ist.
Dass
[29]Daß er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist, zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen rhat und willen Gottes von unser erlösung volkomlich offenbaret: Und zu unserem einigen hohen Priester, der uns mit dem einigen opffer seines leibs erlöset hat, und jmerdar mit seiner fürbit für dem Vater vertrit: Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem wort und Geist regiert, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhelt.
[324]Dass
Daß ich durch den glauben ein glied Christi, und also seiner salbung theilhafftig bin, auff daß auch ich seinen Namen bekenne, mich jm zu einem lebendigen danckopffer darstelle, und mit freyem gewissen in diesem leben wi-[30]der die sünde und Teufel streite, und her nach in ewigkeit mit jm uber alle Creaturen hersche.
Darumb
Darumb daß Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ist: wir aber umb seinet willen auß gnaden zu kindern Gottes angenommen sind.
Dass
Daß er uns mit leib und seel von der sünden, und auß allem gewalt des Teufels, nicht mit golt oder silber, sonder mit seinem thewern Blut, jhm zum eigenthumb erlöset und erkaufft hat.
Daß der ewige Son Gottes, der warer und ewiger Gott ist und bleibet, ware menschliche natur, auß dem fleisch und blut der Jungfrawen Maria, durch würckung des heiligen Geists an sich genomen hat, auff daß er auch der ware samen Dauids sey, seinen brüdern in allem gleich, außgenommen die sünde.
Daß er unser mittler ist, und mit seiner unschuld und volkommenen heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecket.
[32]Daß er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hat, auff daß er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopffer, unser leib und seel von der ewigen verdamnuß erlösete, und uns Gottes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
Auff daß er unschuldig under dem weltlichen Richter verdamt würde, und uns damit von dem strengen urtheil Gottes, das uber uns gehen solte, erlediget.
Ja, Denn dardurch bin ich
[33]Ja, Denn dardurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung die auff mir lage, auff sich geladen habe, Dieweil der tod des Creutzes von Gott verflucht war.
Darumb,
Darumb, daß von wegen der gerechtigkeit und warheit Gottes, nicht anderst für unsere sünden möchte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottes.
Damit
Damit zu bezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.
Unser
Unser tod ist nit ein bezalung für unsere sünd: sonder nur ein absterbung der sünden, und eingang zum ewigen leben.
Daß durch seine krafft unser alter mensch mit jm gecreutzget, getödtet und begraben wird, auff daß die bösen lüste des fleisches nicht mehr in uns regieren, sonder daß wir uns selbst jhm zur dancksagung auffopffern.
Daß ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HERR Christus habe mich durch seine unaußsprechliche angst, schmertzen und schrecken, [35]die er auch an seiner seelen, am Creutz und zuuor erlitten, von der hellischen angst und pein erlöset.
Erstlich hat er durch seine Aufferstehung den
Erstlich hat er durch seine Aufferstehung den tod uberwunden, daß er uns der gerechtigkeit, die er uns durch seinen todt erworben hat, köndte theilhafftig machen. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen leben. Zum dritten ist uns die Aufferstehung Christi ein gewisses pfand unserer seligen aufferstehung.
[332]
Daß Christus für den augen seiner Jünger, ist von der erden auffgehaben gen himmel, und uns zu gut daselbst ist, biß daß er widerkompt zu richten die le-[36]bendigen und die todten.
Christus ist warer Mensch und warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder
Christus ist warer Mensch und warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nicht auff erden: aber nach seiner Gottheit, Maiestet, genad und Geist, weicht er nimmer von uns.
Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwertig ist: so
Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwertig ist: so muß folgen, daß sie wol ausserhalb jrer angenommenen menschheit, und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und personlich mit jr vereiniget bleibt.
Erstlich
Erstlich, daß er im himmel für dem angesicht seines Vaters, unser fürsprecher ist. Zum andern, daß wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfand haben, daß er als das haupt, uns seine glieder auch zu sich werde hinauff nemen. Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum gegenpfandt herab sendet, durch welches krafft wir suchen was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, und nicht das auff erden ist.
Daß Christus darumb gen himmel gefaren ist, daß er sich daselbst erzeige, als das haubt seiner Christlichen kirchen, durch welches der Vater alles regiert.
Erstlich
Erstlich daß er durch seinen heiligen Geist, in uns seine glieder, die himlischen gaben außgeust. Darnach, daß er uns mit seinem gewalt wider alle feind schützet und erhelt.
Daß ich in allem trübsal und verfolgung mit auffgerichtem haupt, eben des Richters der sich zuuor dem gericht Gottes für mich dargestelt, und alle vermaledeiung von mir hinweg genomen hat, auß dem himmel gewertig bin, daß er alle seine und meine feinde, in die ewige verdamnuß werffe: mich aber sampt allen außerwelten zu jhm in die himlische freud und herligkeit neme.
Erstlich
Erstlich daß er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Son ist. Zum andern, daß er auch mir gegeben ist, mich durch ein waren glauben, Christi und aller seiner wolthaten theilhafftig machet, mich tröstet, und bey mir bleiben wird biß in ewigkeit.
Daß der Son Gottes auß dem gantzen menschlichen geschlecht, jhm ein außerwelte gemein zum ewigen leben, durch sein Geist und wort in einigkeit des waren glaubens, von anbegin der welt, biß ans end, versamle, schütze und erhalte, und daß ich derselben ein lebendiges glied bin, und ewig bleiben werde.
[338]Erstlich
Erstlich, daß alle und jede glaubigen, als glieder an dem HERRN Christo, und allen seinen schetzen und gaben, gemeinschafft haben. Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz und heil der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sol.
Daß Gott umb der gnugthuung Christi willen, aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zu streiten habe, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeit Christi auß gnaden schencket, daß ich ins gericht nimmermehr soll kommen.
Daß nicht allein meine seel nach diesem leben als bald zu Christo jrem haupt genommen wird: sonder auch daß diß mein fleisch durch die krafft Christi auff erweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, und dem heiligen leib Christi gleichformig werden sol.
Daß, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde, ich nach diesem leben volkommene seligkeit besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie komen ist, Gott ewiglich darin zu preisen.
Daß ich in Christo für Gott gerecht, und ein Erb des ewigen lebens bin.
Allein durch waren glauben in Jesum Christum. Also:
Allein durch waren glauben in Jesum Christum. Also: daß ob mich schon mein gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebot Gottes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten hab, auch noch jmerdar zu allem bösen geneigt bin: doch Got ohn alle meine verdienst, auß lauter gnaden, mir die volkomme gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencket und zurechnet, als hette ich nie keine sünde begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigen [43]hertzen anneme.
Nicht
Nicht daß ich von wegen der wirdigkeit meines glaubens Gott gefalle: sonder darumb, daß allein die gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für Gott ist, und ich dieselbe nicht anderst, denn allein durch den glauben annemen, und mir zueigen kan.
Darumb
Darumb, daß die gerechtigkeit, so für Gottes gericht bestehen sol, durchauß volkomen, und dem Göttlichen Gesetz gantz gleichformig sein muß, und aber auch unsere beste werck in diesem leben alle unvolkomen, und mit sünden befleckt sind.
Die belohnung geschicht nit auß verdienst, sonder auß gnaden.
Nein, Denn es unmöglich ist,
Nein, Denn es unmöglich ist, daß die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nit frucht der danckbarkeit sollen bringen.
Der heilig Geist
[45]Der heilig Geist würcket denselben in unsern hertzen, durch die predig des heiligen Euangelions, und bestetiget den durch den brauch der heiligen Sacramenten.
Es
Es seind sichtbare heilige warzeichen und Sigill, von Gott darzu eingesetzt, daß er uns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, und versiegele: Nemlich, daß er uns von wegen des einigen opffers Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, und ewiges leben auß gnaden schencke.
Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, und bestetiget durch die heiligen Sacrament,
[46]Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, und bestetiget durch die heiligen Sacrament, daß unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opffer Christi, für uns am Creutz geschehen.
Zwey, Den Heiligen Tauff, und das heilig Abendmal.
Zwey: Den heiligen Tauff, und das heilig Abendmal.
Also:
Also: daß Christus diß eusserlich wasserbad eingesetzt, und darbey verheissen hat, daß ich so gewiß mit seinem blut und geist, von der unreinigkeit meiner [47]seelen, das ist, allen meinen sünden gewasschen sey, so gewiß ich eusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunemen, gewasschen bin.
Es heist vergebung der sünden von Gott
Es heist vergebung der sünden von Gott auß gnaden haben, umb des bluts Christi willen, welchs er in seinem opffer am Creutz für uns vergossen hat: Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, und zu einem glied Christi geheiliget sein, daß wir je lenger je mehr der sünden absterben, und in einem Gottseligen, unstreflichen leben wandlen.
In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet. Gehet hin, und lehret alle Völcker, und tauffet sie, im namen des Vaters und des Sons, und des heiligen Geists: wer da glaubet und getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdampt werden. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburt und abwasschung der sünden nennet.
In der einsetzung des Tauffs, welche [48]also lautet. Gehet hin, und lehret alle Völcker, und tauffet sie, im namen des Vaters und des Sons, und des heiligen Geists: wer da glaubet und getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdampt werden. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburt, und abwasschung der sünden nennet.
Nein, Denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist reiniget uns von allen sünden.
Nein, Denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist reiniget uns von allen sünden.
Gott redet also
Gott redet also nit one grosse ursach: Nemlich, nit allein daß er uns damit wil lehren, daß, gleich wie die unsauberkeit des leibs durch wasser, also unsere sünden durchs blut und geist Christi hinweg genomen werden: sonder viel mehr, daß er uns durch diß Göttlich pfand und warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewaschen sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werden.
Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bundt Gottes und seine gemein gehören, und
Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bundt Gottes und seine gemein gehören, und jhnen in dem blut Christi die erlösung von sünden, und der heilig Geist, welcher den glauben würcket, nit weniger denn den alten zugesagt wird: so sollen sie auch durch den [50]tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, und von der unglaubigen kinder underscheiden werden, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen ist, an welcher stat im newen Testament der Tauff ist eingesetzt.
Also,
Also, daß Christus mir und allen glaubigen von diesem gebrochnen brod zu essen, und von diesem Kelch zu trincken befohlen hat, und darbey verheissen, Erstlich daß sein leib so gewiß für mich am Creutz geopffert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit augen sehe, daß das brod des HERRN mir gebrochen, und der [51]Kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, daß er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossnen Blut so gewiß zum ewigen leben speise und trencke, als ich auß der hand des Dieners empfange, und leiblich niesse das Brod und den Kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden und sterben Christi annemen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekomen: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wonet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr und mehr vereiniget werden:
Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden und sterben Christi annemen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekomen: sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wonet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr und mehr vereiniget werden: daß wir, ob gleich er im himmel, und wir auff erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von [52]seinen beinen sind, und von einem geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werden.
In der einsatzung des Abendmals, welche also lautet: Unser HERR Jesus, in der nacht da er verrhaten ward, nam er das brodt, dancket und brachs und sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut, zu meiner
In der einsatzung des Abendmals, welche also lautet: Unser HERR Jesus, in der nacht da er verrhaten ward, nam er das brodt, dancket und brachs und sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut zu meiner gedechtnuß. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, und sprach: Dieser Kelch ist [53]das newe Testament in meinem Blut, solches thut, so offt jrs trincket, zu meiner gedechtnuß: Denn so offt jr von diesem Brod esset, und von diesem Kelch trincket, solt jr des HERREN todt verkündigen, biß daß er kompt. Und diese verheissung wirdt auch widerholet durch S. Paulum, da er spricht: Der Kelch der dancksagung, damit wir dancksagen, ist er nit die gemeinschafft des Bluts Christi? Das Brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein Brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines Brods theilhafftig seind.
Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nit in
Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nit in dz Blut Christi verwädlet, oder die abwasschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen und versicherung ist: also wirdt auch dz heilig Brod im Abendmal nit d leib Christi selbst, wiewol es nach art und brauch der Sacramenten, der leib Christi genennet wird.
Christus redet also nit one grosse ursach. Nemlich,
Christus redet also nit one grosse ursach. Nemlich, daß er uns nit allein damit wil lehren, daß, gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut, die ware speiß und tranck unserer [55]seelen, zum ewigen leben: sonder viel mehr daß er uns durch diß sichtbare zeichen und pfand wil versichern, daß wir so warhafftig seines waren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geists teilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnuß empfangen: und daß all sein leiden und gehorsam so gewiß unser eigen sey, als hetten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und gnug gethan.
Das Abendmal bezeuget uns
Das Abendmal bezeuget uns, daß wir volkomene vergebung aller unserer sünden haben, durch das einige opffer Jesu Christi, so er selbst einmal am creutz volbracht hat. Und daß wir durch den H. Geist Christo werden eingeleibt, der jetzund mit seinem waren leib im himmel zur Rechten des Vaters ist, und daselbst wil an[56]gebettet werden. Die Meß aber lehret, daß die lebendigen und die todten nicht durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopffert werde. Und daß Christus leiblich unter der gestalt Brods und weins sey, und derhalben darin sol angebettet werden. Und ist also die Meß im grund nichts anders, denn ein verleugnung des einigen opffers und leidens Jesu Christi, und ein vermaledeite Abgötterey.
Die
Die jnen selbst umb jrer sünden willen mißfallen, und doch vertrawen, daß dieselbige jhnen verziehen und die ubrige schwachheit mit dem leiden und sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr und mehr jhren glauben zu stercken und jr leben zu bessern. Die unbußfertigen aber und heuchler, essen und trincken jnen selbst das gericht.
Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, und sein zorn uber die gantze gemein gereitzet. Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi und seiner Aposteln, solche,
Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, und sein zorn uber die gantze gemein gereitzet. Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der ordnung Christi und seiner Aposteln, solche, biß zu besserung jres lebens, durch dz ampt der Schlüssel außzuschliessen.
Die Predig des heiligen Euangelions, und die Christliche
Die Predig des heiligen Euangelions, und die Christliche Bußzucht, durch welche beyde stück, dz Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, und den unglaubigen zugeschlossen wird.
Also:
Also: daß nach dem befelch Christi allen und jeden glaubigen verkündigt und öffentlich bezeuget wird, daß jnen so offt sie die verheissung des Euangelions mit warem glauben annemen, warhafftig alle jre sünden von Gott, umb des verdiensts Christi willen, vergeben sind. Und herwiderumb, allen unglaubigen und heuchlern, daß der zorn Gottes und die ewige verdamnuß auff jnen ligt, so lang sie sich nit bekeren: Nach welchem zeugnuß des Euangelij, Gott beide in diesem und zukünfftigen leben urtheilen wil.
Also:
Also: daß nach dem befelch Christi, die jenigen so under dem Christlichen namen, unchristliche lehr od wandel füren, nach [59]dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, und von jren jrthumen oder lastern nit abstehen, der kirchen, oder denen so von der kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselben vermanung auch nit keren, von jnen durch verbietung der heiligen Sacrament auß der Christlichen gemein, und von Gott selbst, auß dem Reich Christi werden außgeschlossen: und widerumm als glieder Christi und der kirchen, angenomen, wenn sie ware besserung verheissen und erzeigen.
Darumb,
Darumb, daß Christus, nach dem er uns mit seinem blut erkaufft hat, uns auch durch seinen heiligen Geist ernewert zu seinem ebenbildt, daß wir mit vn-[60]serm gantzen leben uns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigen, und er durch uns gepriesen werde, Darnach auch, daß wir bey uns selbst unsers glaubens auß seinen früchten gewiß sein, und mit unserm Gottseligen wandel, unsere nechsten auch Christo gewinnen.
Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein
Keins wegs: denn, wie die schrifft saget: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber und dergleichen, wird das reich Gottes erben.
In zweyen stücken: In absterbung des alten, und aufferstehung des newen menschen.
In zweyen stücken: In absterbung des alten, und aufferstehung des newen menschen.
Im die sünde von hertzen lassen leidt sein, und dieselbige je lenger je mehr hassen und fliehen.
Im die sünde von hertzen lassen leidt sein, und dieselbige je lenger je mehr hassen und fliehen.
[366]Hertzliche freud in Gott, und lust und lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu leben.
Hertzliche freud in Gott, und lust und lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu leben.
Allein die
Allein die auß warem Glauben, nach dem Gesetz Gottes jhm zu ehren geschehen: und nicht die auff unser gutdüncken oder menschen satzung gegründet sein.
Gott redet alle dise wort. Das Erste gebot.
Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich
Du solt dir kein
Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht
Gedenck des
Du solt dein Vater und deine Mutter ehren, auff
Du solt nit tödten. Das Sibente.
Du solt nit Ehebrechen. Das Achte.
Du solt nit stelen. [370] Das Neünde.
Du solt kein falsch
Gott redet alle dise wort. Das Erste Gebot.
Ich bin der HERR dein Gott, der ich dich auß Egyptenland, auß dem Diensthauß gefüret habe. Du solt kein ander Götter für mir haben. Das Ander.
Du solt dir kein Bildnuß noch jrgendt ein gleichnuß machen, weder deß, das oben im Himel, noch deß, das unden auff Erden, oder deß, das im wasser under der erden ist, Du solt [63]sie nicht anbeten, noch jnen dienen. Denn ich der HERR dien Gott, bin ein starcker eyueriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den Kindern, biß ins dritte und veirde glied, deren die mich hassen: und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine Gebot halten. Das dritte.
Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht mißbrauchen, Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen Namen mißbraucht. [64] Das vierde.
Gedenck des Sabbaht tags, das du jhn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, und alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dien Son, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine magt, noch dein Vieh, noch der frembling der in deinen thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR himel und erden gemacht, und das mehr, und alles was drinnen ist, und rhuete am sibenden tage, darumb segnete der HERR den Sabbath tag, und heiliget jn. [65] Das fünffte.
Du solt dein Vater und deine Mutter ehren, auff das du lang lebest im Land, das dir der HERR dein Gott gibt. Das Sechste.
Du solt nit tödten. Das Sibente.
Du solt nit Ehebrechen. Das Achte.
Du solt nit stelen. Das Neünde.
Du solt kein falsch zeugnuß reden wider deinen nechsten. Das Zehende.
Laß dich nit gelüsten deines nechsten Hauß, Laß dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Och-[66]sen, noch seines Esels, noch alles das dein Nechster hat.
In zwo Tafeln, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen halten. Die ander in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig sein.
In zwo Tafeln, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen halten. Die ander in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig sein.
Daß ich bey verlierung meiner seelen heil und seligkeit alle abgötterey, zauberey, aberglaubische segen, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturen, meiden und fliehen sol, Und den einigen waren Gott recht erkennen, jm allein vertrawen, In aller demut und gedult, von jm allein alles guts gewarten, und jn von gantzem hertzen lieben, [67]fürchten und ehren: Also daß ich ehe alle creaturen ubergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thue.
An stat des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder habe, darauff der mensch sein vertrawen setzt.
An stat des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichten oder habe, darauff der mensch sein vertrawen setzt.
Daß wir Gott in keinen weg verbilden, noch auff jrgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollen.
Gott kan und sol keines
Gott kan und sol keines wegs abgebildet werden: die Creaturen aber, ob sie [68]schon mögen abgebildet werden: so verbeut doch Gott derselbigen Bildnuß zu machen und zu haben, daß man sie verehre oder jm damit diene.
[374]Nein: Denn wir nit sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nit durch stumme götzen, sonder durch die lebendige predig seines worts wil underwiesen haben.
Nein: Denn wir nit sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nit durch stumme götzen, sonder durch die lebendige predig seines worts, wil underwiesen haben.
Daß wir nicht allein mit fluchen, oder mit falschem ayd: sonder auch mit unnötigem schweren den Namen Gottes nicht lestern oder mißbrauchen, noch uns mit unserm stilschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Und in summa, daß [69]wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchen, auff daß er von uns recht bekent, angeruffen, und in all unsern worten und wercken gepriesen werde.
Ja freylich, Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens, [376]Darumb er sie auch mit dem todt
Ja freylich, Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens. Darumb er sie auch mit dem todt zu straffen befohlen hat.
Ja, Wenn es die Oberkeit von
Ja: Wenn es die Oberkeit von jhren [70]underthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe und warheit zu Gottes ehre und des nechsten heil dardurch zuerhalten und zu fürdern. Denn solches aydschweren ist in Gottes wort gegründet, und derhalben von den Heiligen im alten und newen Testament recht gebrauchet worden.
Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes,
Nein: Denn ein rechtmessiger ayd ist ein anruffung Gottes, daß er als der einig hertzkündiger, der warheit zeugnuß wölle geben, und mich straffen, so ich falsch schwere, welche ehre denn keiner creaturen gebüret.
Gott wil erstlich,
Gott wil erstlich, daß das Predigampt und schulen erhalten werden, und ich sonderlich am feiertag zu der gemeine [71]Gottes vleissig kome, dz wort Gottes zu lernen, die heiligen Sacrament zu gebrauchen, den HERREN offentlich anzuruffen, und das Christlich almoß zu geben. Zum andern, daß ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercken feyere, den HERREN durch seinen Geist in mir würcken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem leben anfange.
Daß ich meinem Vater und Mutter, und allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe und trewe beweisen, und mich aller guten lehr und straff, mit gebürlichem gehorsam underwerffen, und auch mit jren gebrechen gedult haben sol, dieweil uns Gott durch jhre hand regieren wil.
Daß ich meinem nechsten weder mit gedan[72]cken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödten: sonder alle raachgirigkeit ablegen, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben sol. Darumb auch die Oberkeit, dem todschlag zu weren, das Schwert tregt.
Es wil uns aber Gott durch verbietung des
Es wil uns aber Gott durch verbietung des Todtschlags lehren, daß er die wurtzel des todschlags, als neid, haß, zorn, Rachgirigkeit, hasset, und daß solches alles für jhm ein heimlicher todtschlag sey.
Nein. Denn in dem Gott neid,
Nein. Denn in dem Gott neid, haß und zorn verdampt: wil er von uns ha-[73]ben, daß wir unsern nechsten lieben als uns selbst, gegen jhm gedult, friede, sanfftmuth, barmhertzigkeit und freundligkeit erzeigen, seinen schaden, souiel uns möglich, abwenden, und auch unsern feinden guts thun.
Daß alle unkeuscheit von Gott vermaledeyet sey, und daß wir darumb jhr von hertzen feind sein, und keusch und züchtig leben sollen, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselben.
Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geists sein, so wil er,
Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geists sein, so wil er, daß wir sie beyde sauber und heilig bewaren. Verbeut derhalben alle unkeusche [74]thaten, geberden, wort, gedancken, lust, und was den menschen darzu reitzen mag.
Er verbeut nicht allein den diebstal und rauberey, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück und anschlege, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtens: als unrechtem gewicht, Elln,
Er verbeut nicht allein den diebstal und rauberey, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück und anschlege, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtens: als unrechtem gewicht, Elln, maß, wahre, müntz, wucher, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitz, und unnütze verschwendung seiner gaben.
Daß ich meines nechsten nutz, wo ich [75]kan und mag, fürdere, gegen jhm also handle, wie ich wolte daß man mit mir handlete, und trewlich arbeite, auff daß ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mög.
Daß ich wider niemand falsche zeugnuß gebe, niemand seine wort verkere, kein affterreder und lesterer seye, Niemand unuerhört, und leichtlich verdammen helffe: sonder allerley liegen und triegen, als eigene werck des Teufels, bey schwerem Gotteszorn vermeide, In gerichts und allen andern handlungen die warheit liebe, auffrichtig sage und bekenne, auch meines nechsten ehre und glimpff nach meinem vermögen rette und fürdere.
Daß auch die geringste lust od gedan-[76]cken wider jrgend ein gebot Gottes, in unser hertz nimmermehr komen: sonder wir für und für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollen.
Nein:
Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsams: doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen gebotten Gottes anfangen zu leben.
Erstlich auff
Erstlich auff dz wir unser gantzes lebenlang unser sündliche art je lenger je mehr erkennen, und souiel desto begi-[77]riger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchen. Darnach daß wir ohne underlaß uns befleissen, und Gott bitten umb die gnade des heiligen Geists, daß wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, biß wir das ziel der volkommenheit nach diesem leben erreichen.
Darumb
Darumb, daß es das fürnembste stück der danckbarkeit ist, welche Gott von uns erfordert, Und daß Gott seine genade und heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit hertzlichem seufftzen ohne underlaß darumb bitten, und jm darfür dancken.
Erstlich
Erstlich daß wir allein den einigen waren Gott, der sich uns in seinem wort hat offenbaret, umb alles daß er uns zu bitten befohlen hat, von hertzen anruffen. Zum andern, daß wir unsere noth und elend recht gründlich erkennen, uns für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigen. Zum dritten, daß wir diesen festen grund haben, daß er unser gebett, unangesehen daß wirs unwirdig seind, doch umb des HERRN Christi willen gewißlich wölle erhören, wie er uns in seinem wort verheissen hat.
Alle
Alle geistliche und leibliche notdurfft, welche der HERR Christus begriffen hat in dem Gebett, das er uns selbst gelehret.
Unser Vater der du bist in himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im himmel. Unser teglich brod gib uns heut. Und vergib uns unser schult, als auch wir vergeben unsern schuldigern. Und füre uns nicht in versuchung, sonder erlöse uns
Unser Vater der du bist in himmeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein wil geschehe, auff erden wie im himmel. Unser teglich brod gib uns heut. Und vergib uns unser schult, als auch wir vergeben unsern schuldigern. Und füre uns nicht in versuchung, sonder erlöse uns vom bösen. Denn dein ist das reich, und die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, Amen.
[80]Daß er gleich im anfang unsers gebetts in uns erwecke die kindliche furcht und zuuersicht gegen Gott, welche der grund unsers gebets sol sein: Nemlich, daß Gott unser Vater durch Christum worden sey, und wölle uns viel weniger versagen, warumb wir jhn im glauben bitten, denn unsere Väter uns jrdische ding abschlagen.
[390]Auff
Auff daß wir von der himlischen Maiestet Gottes, nichts jrdisch gedencken, und von seiner allmechtigkeit alle notdurfft leibs und der seelen gewarten.
Geheiliget werde dein name, das ist, gib uns erstlich
Geheiliget werde dein Name, [81]das ist, gib uns erstlich daß wir dich recht erkennen, und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeit, weißheit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rhümen und preisen. Darnach auch daß wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, daß dein Name umb unsert willen nit gelestert, sonder geehret und gepriesen werde.
Zukom dein Reich,
Zukom dein Reich, daß ist, Regiere uns also durch dein wort und geist, daß wir uns dir je lenger je mehr underwerffen: erhalt und mehre deine kirchen, und zerstöre die werck des Teuffels, und allen gewalt der sich wider dich erhebt, und alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werden, biß die volkommenheit deines Reichs hertzu kome, darin du wirst [82]alles in allen sein.
Dein Wil geschehe auff erden wie im himmel, das [392]ist, verleihe
Dein Wil geschehe auff erden wie im himmel, das ist, verleihe daß wir und alle menschen unserm eigenen willen absagen, und deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchen, daß also jederman sein ampt und beruff so willig und trewlich außrichte, wie die Engel im himmel.
Gib uns heut unser teglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblichen notdurfft versorgen, auff
Gib uns heut unser teglich Brod, das ist, wollest uns mit aller leiblichen notdurfft versorgen, auff daß wir dardurch erkennen, daß du der einig ursprung alles guten bist, und daß one deinen segen, weder unsere sorgen und [83]arbeit, noch deine gaben uns gedeien, und wir derhalben unser vertrawen von allen Creaturen abziehen, und allien auff dich setzen.
Vergib uns unsere schuld, als auch wir vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat,
Vergib uns unsere schuld, als auch wir vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, auch das böse, so uns noch jmerdar anhenget umb des bluts Christi willen nit zurechnen, wie auch wir diß zeugnuß deiner gnad in uns befinden, daß unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zuuerzeihen.
Und für uns nit in versuchung, sonder erlöse uns [394]vom bösen, das ist, dieweil wir
Und für uns nit in versuchung, [84]sonder erlöse uns vom bösen, das ist, dieweil wir auß uns selbst so schwach sein, daß wir nit einen augenblick bestehen können, und darzu unsere abgesagte feind, der Teufel, die welt, und unser eigen fleisch, nit auffhören uns anzufechten: so wollest uns erhalten und stercken durch die krafft deines heiligen Geistes, auff dz wir jnen mögen festen widerstand thun, und in diesem geistlichen streit nit unden ligen, biß daß wir entlich den sieg volkomlich behalten.
Denn dein ist das Reich, die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir,
Denn dein ist das Reich, die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, daß du als unser König, und aller ding mechtig, uns alles guts geben wilst, und kanst, und daß dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig sol gepriesen werden.
Amen heist, das sol war und
Amen heist, das sol war und gewiß sein. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, daß ich solches von ihm begere.
Catechismus
Text of the Heidelberg Catechism in its original German, as printed in Henricus Egbertus Vinke (ed.), Libri symbolici Ecclesiae Reformatae Nederlandicae (Utrecht, 1846), pp. 302–394. Vinke reproduced not the first printing but the second edition of 1563, from a copy in the Utrecht University Library, an edition that, as he notes in his preface, neither Köcher nor Niemeyer had seen.
The three German editions of 1563 differ chiefly in Question 80. The first printing lacks it; the second, given here, adds it in a short form, at the Elector's command. It condemns the Mass as “ein abgöttische verleugnung dess einigen opffers und leidens Jesu Christi”. It does not yet have the clauses about Christ's body in heaven and his presence under the bread and wine, or the closing words “ein vermaledeite Abgötterey”, which first appeared in the third edition.
The text was transcribed directly from page images of Vinke's print, with doubtful places checked against a second, independently digitized copy. Vinke prints in roman type and modernizes the typography (“dass”, “auss” for ß; u and v in their modern use). His text is reproduced exactly as he prints it, including apparent slips, which have not been silently corrected. The Scripture proof-texts are given in his citation style, with their letters as printed. The print does not number its questions, so the numbers 1–129 have been supplied. Bracketed page numbers reproduce Vinke's pagination and link to facsimiles of each page. Vinke's footnotes recording variant readings from Niemeyer and other editions, the Elector's preface, and the appended index of Scripture texts have not been transcribed.
- Libri_symbolici_ecclesiae_reformatae_Ned.pdf (PDF, 21 MB)
- Libri_symbolici_ecclesiae_reformatae_Net.pdf (PDF, 21.5 MB)
Catechismus
Text of the Heidelberg Catechism in its original German, from the third edition of 1563: Catechismus Oder Christlicher Vnderricht, wie der in Kirchen vnd Schulen der Churfürstlichen Pfaltz getrieben wirdt (“Gedruckt in der Churfürstlichen Stad Heydelberg, durch Johannem Mayer. 1563”). The source is the copy held by Stanford University Libraries and digitized by Google. The Catechism is preceded by the preface of Elector Frederick III, dated Heidelberg, 19 January 1563.
Three German editions of the Catechism appeared at Heidelberg in 1563 under the same title, and they differ chiefly in Question 80. The first printing has no Question 80; the second adds a short version; the third expands it to its familiar full form. The copy reproduced here contains Question 80 in that full form, ending with the condemnation of the Mass as “ein vermaledeite Abgötterey” (p. 56). It also closes (p. 96) with the printer's note to the reader that marks the later printings: “Was im ersten truck vbersehen, als fürnemlich folio 55. Ist jetzunder auß befelch Churfürstlicher Gnaden addiert worden.” The second edition (from Vinke, 1846) and the fourth, the text of the Palatinate Church Order of November 1563 (from Lang, 1907), are also available on this site.
The text was transcribed directly from page images of the print, question by question. It was not taken from the scan's OCR text layer, which is unreliable for this Fraktur typeface. The transcription has been collated in full against a second copy of the same printing in Heidelberg University Library (digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/catechismus1563). Printer's errors found in both copies are kept as printed, for example “Her.” for “Heb.”, “Matt. 17.” for “Matt. 7.”, and the missing chapter number in “Act. – –” (Question 80).
The original spelling is kept as printed, e.g. “Euangelium”, “nit”, “thewren”, “jm”. Only two editorial adjustments have been made. First, printers' abbreviations have been expanded: a stroke over a letter marking an omitted n or m becomes the full letters, as in “heiligē” → “heiligen” and “deñ” → “denn”. Second, a word-initial v standing for the vowel u is given as u (“vnd”, “vns” → “und”, “uns”). The print does not number its questions, so the question numbers (1–129) have been supplied editorially.
The Scripture proof-texts, printed in the margin and keyed to the text by letters, are reproduced in the print's own citation style (e.g. “1 Cor. 6.”, “Ioh. 6.”). The print assigns these letters by page, not by question, so a question may begin with a letter other than a, and a question that runs across a page break starts its lettering again from a. Bracketed page numbers reproduce the print's own pagination (13–85) and link to facsimile images of each page. The Elector's preface and the “Verzeichnis der fürnembsten Text” (an index of the principal Scripture passages) that follows the Catechism have not been transcribed.
- German and Latin 1563.pdf (PDF, 5.8 MB)
- catechismus1563.pdf (PDF, 13.2 MB)
- catechismus1563__z4 (1).pdf (PDF, 37.9 MB)