Heidelberg Catechism — compare

3rd ed. 1563 (Collectio Confessionum, Niemeyer, 1840) vs Heidelberg: Mayer, 1576 (German) · 182 of 184 units differ · back to reader

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3rd ed. 1563 (Collectio Confessionum, Niemeyer, 1840)
Heidelberg: Mayer, 1576
HC LD 1 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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I. LECTIO. Der 1. Sontag.

HC Q1
[392]Was ist dein einiger trost in leben und in sterben?

Daß ich mit Leib und Seel, beyde in leben und in sterben, nicht mein, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen bin, der mit seinem thewren blut, für alle meine sünden volkomlich bezalet, und mich auß allem gwalt des Teufels erlöset hat, und also bewaret, daß ohne den willen meines Vaters im Himmels, kein haar von meinem haupt kan fallen, ja auch mir alles zu meiner seligkeit dienen muß. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen lebens versichert, und jm forthin zu leben von hertzen willig und bereit macht.
[1]Was ist dein einiger Trost in leben vnd in sterben?

Daß ich mit Leib vnnd Seel, beyde in leben vnnd in sterben nicht mein, sonder meines getrewen Heylands Jesu CHristi eigen bin, der mit seinem thewren Blut für alle meine Sünden vollkömlich bezalet, vnd mich auß allem gewalt deß Teuffels erlöset hat, vnd also bewaret, daß one den willen meines Vatters im Himmel kein haar von meinem haupt kan fallen, ja auch mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß. Darumb er mich auch durch seinen heiligen Geist deß ewigen Lebens versichert, vnd im forthin zuleben von Hertzen willig vnd bereit macht.
HC Q2
Wieviel stück seind dir nötig zu wissen, daß du in diesem trost seliglich leben und sterben mögest?

Drey stück. Erstlich, wie groß meine sünde und elend seyen. Zum andern, wie ich von allen meinen sünden und elend erlöset werde. Und zum dritten, wie ich Gott für solche erlösung soll danckbar sein.
Wieuiel stück seind dir nötig zuwissen, daß du in diesem trost seliglich leben vnd sterben mögest?

[2]Drey stück. Erstlich wie groß meine Sünd vnd elend seyen. Zum andern, wie ich von allen meinen Sünden vnnd elend erlöset werde. Vnnd zum dritten, wie ich GOtt für solche erlösung sol danckbar sein.
HC PART 1
DER ERSTE THEIL. VON DES MENSCHEN ELEND.
Der erste theil. Von deß Menschen elend.
HC LD 2 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 2. Sontag.

HC Q3
Woher erkennestu dein elend?

[393]Auß dem Gesetz Gottes.
Woher erkennestu dein elend?

Auß dem Gesetz Gottes.
HC Q4
Was erfordert denn das Göttlich gesetz von uns?

Diß lehret uns Christus in einer summa, Matth. am 22: Du solt lieben Gott deinen Herren, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemüth und allen krefften. Diß ist das fürnembste und das größte Gebot: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen Gebotten hanget das gantze Gesetz und die Propheten.
Was erfordert denn das Göttlich Gesetz von vns?

Diß lehret vns CHRistus in einer Summa, Matth am 22. Du solt lieben Gott deinen Herrn, von gantzem Hertzen, von gantzer Seelen, von gantzem Gemüt, vnd allen Kräff[3]ten, Diß ist das fürnemmeste vnd das gröste Gebott: Das ander aber ist dem gleich, Du solt deinen Nechsten lieben als dich selbs. In diesen zweyen Gebotten hanget das gantze Gesetz vnd die Propheten.
HC Q5
Kanstu diß alles volkomlich halten?

Nein: Denn ich bin von Natur geneigt Gott und meinen Nechsten zu hassen.
Kanstu diß alles vollkömlich halten?

Nein: denn ich bin von natur geneigt GOtt vnnd meinen Nechsten zu hassen.
HC LD 3 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 3. Sontag.

HC Q6
Hat denn Gott den menschen also böß und verkert erschaffen?

Nein: sonder Gott hat den menschen gut, und nach seinem ebenbild erschaffen, das ist, in warhafftiger gerechtigkeit und heiligkeit, auff daß er Gott seinen schöpffer recht erkente, und von hertzen liebte, und in ewiger seligkeit mit jm lebte, jm zu loben und zu preisen.
Hat denn Gott den Menschen also böß vnd verkert erschaffen?

Nein: sonder Gott hat den Menschen gut, vnd nach seinem Ebenbild erschaffen, das ist, in warhafftiger Gerechtigkeit vnnd Heiligkeit, auff daß er Gott seinen Schöpffer recht erkennte, vnd von Hertzen liebte, vnnd in ewiger selig[4]keit mit jm lebte, jn zu loben, vnd zu preisen.
HC Q7
Woher kompt denn solche verderbte art des menschen?

Auß dem fall und ungehorsam unser ersten Eltern Adams und Even im Paradeis, da unser Natur also vergifftet worden, daß wir alle in sünden empfangen und geboren werden.
Woher kompt denn solche verderbte art deß Menschen?

Auß dem fall vnd vngehorsam vnser ersten Eltern Adams vnnd Euen im Paradeiß, da vnser Natur also vergifftet worden, daß wir alle in Sünden empfangen vnd geboren werden.
HC Q8
Seind wir aber dermassen verderbt, daß wir gantz und gar untüchtig seind zu einigem gutem, und geneigt zu allem bösen?

[394]Ja: Es sei denn, daß wir durch den Geist Gottes widergeboren werden.
Seind wir aber dermassen verderbet, daß wir gantz vnnd gar vntüchtig seind zu einigem guten, vnd geneiget zu allem bösen?

Ja: Es sey denn daß wir durch den Geist Gottes wider geboren werden.
HC LD 4 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 4. Sontag.

HC Q9
Thut denn Gott dem menschen nicht unrecht, daß er in seinem gesetz von jm fordert, das er nicht kan thun?

Nein: Denn Gott hat den menschen also erschaffen, daß er es kondte thun: der Mensch aber hat sich und alle seine nachkommen, auß anstifftung des Teufels, durch mutwilligen ungehorsam derselbigen gaben beraubt.
Thut denn Gott dem Menschen nit vnrecht, daß er in seinem Gesetz von jm fordert das er nicht thun kan?

Nein: Denn Gott hat den Men[5]schen also erschaffen, daß er es köndte thun: der Mensch aber hat sich vnd alle seine nachkommen, auß anstifftung deß Teuffels, durch mutwilligen vngehorsam derselbigen gaben beraubt.
HC Q10
Wil Gott solchen ungehorsam und abfall ungestrafft lassen hingehen?

Mit nichten: sonder er zürnet schrecklich, beyde uber angeborne und würckliche sünden, und wil sie auß gerechtem urtheil zeitlich und ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verflucht sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem buch des Gesetzes, daß ers thue.
Wil Gott solchen vngehorsam vnd abfall vngestrafft lassen hingehen?

Mit nichten: sondern er zürnet schrecklich, beyde vber angeborne vnnd wirckliche Sünden, Vnd wil sie auß gerechtem vrtheil zeitlich vnd ewig straffen, wie er gesprochen hat: Verfluchet sey jederman, der nicht bleibet in allem dem, das geschrieben stehet in dem Buch deß Gesetzes, daß ers thue.
HC Q11
Ist denn Gott nicht auch barmhertzig?

Gott ist wol barmhertzig, er ist aber auch gerecht, derhalben erfordert seine gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste maiestet Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straff an leib und seel gestrafft werde.
Ist denn GOTT nicht auch barmhertzig?

GOtt ist wol barmhertzig, er ist [6]aber auch gerecht, derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, daß die sünde, welche wider die allerhöchste Maiestet GOttes begangen ist, auch mit der höchsten, das ist, der ewigen straffe an Leib vnd Seel gestrafft werde.
HC PART 2
DER ANDER THEIL. VON DES MENSCHEN ERLÖSUNG.
Der ander theil. Von deß Menschen Erlösung.
HC LD 5 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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II. LECTIO. Der 5. Sontag.

HC Q12
Dieweil wir denn nach dem gerechten urtheil Gottes zeitliche und ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, und widerumb zu gnaden kommen?

[395]Gott wil daß seiner gerechtigkeit genug geschehe, derwegen müssen wir derselben entweder durch uns selbst, oder durch einen andern volkomene bezalung thun.
Dieweil wir denn nach dem gerechten Vrtheil Gottes zeitliche vnd ewige straff verdient haben: wie möchten wir dieser straff entgehen, vnd widerumb zu gnaden kommen?

GOtt wil daß seiner Gerechtigkeit genug geschehe, Derwegen müssen wir derselben entweder durch vns selbst, oder durch einen andern vollkommene bezalung thun.
HC Q13
Können wir aber durch uns selbst bezalung thun?

Mit nichte: sonder wir machen auch die schuldt noch teglich grösser.
Können wir aber durch vns selbst bezalung thun?

Mit nichten: sondern wir machen [7]auch die schuld noch täglich grösser.
HC Q14
Kan aber jrgendt eine blosse Creatur für uns bezalen?

Keine: Denn erstlich wil Gott an keiner andern Creatur straffen, das der mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch keine blosse Creatur den last des ewigen zorns Gottes wider die sünde ertragen, und andere daruon erlösen.
Kan aber jrgend eine blosse Creatur für vns bezalen?

Keine; Dann erstlich wil Gott an keiner andern Creatur straffen, das der Mensch verschuldet hat. Zum andern, so kan auch kein blosse Creatur den last deß ewigen zorns Gottes wider die Sünde ertragen, vnd andere dauon erlösen.
HC Q15
Was müssen wir denn für ein Mittler und Erlöser suchen?

Einen solchen, der ein warer, und gerechter mensch, und doch sterker denn alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.
Was müssen wir denn für einen Mittler vnd erlöser suchen?

Einen solchen der ein warer, vnd gerechter Mensch, vnd doch stercker dann alle Creaturen, das ist, zugleich warer Gott sey.
HC LD 6 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 6. Sontag.

HC Q16
Warumb muß er ein warer und gerechter mensch sein?

Darumb, daß die gerechtigkeit Gottes erfordert, daß die menschliche natur, die gesündiget hat, für die sünde bezale: und aber einer, der selbst ein sünder were, nicht köndte für andere bezalen.
Warumb muß er ein warer vnnd gerechter Mensch sein?

Darumb, daß die Gerechtigkeit Got[8]tes erfodert, daß die Mnsechlich natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezalet: vnd aber einer, der selbst ein Sünder were, nit könte für andere bezalen.
HC Q17
Warumb muß er zugleich warer Gott sein?

Daß er auß krafft seiner Gottheit, den last des zorns Gottes, an [396]seiner menschheit ertragen, und uns die gerechtigkeit, und daß leben erwerben, und widergeben möchte.
Warumb muste er zugleich warer Gott sein?

Daß er auß krafft seiner Gottheit den last deß zorns GOttes an seiner Menschheit ertragen, vnnd vns die Gerechtigkeit, vnd das Leben erwerben, vnd wider geben möchte.
HC Q18
Wer ist aber derselbe mittler, der zugleich warer Gott, und ein warer gerechter mensch ist?

Unser Herr Jesus Christus, der uns zur vollkomenen erlösung und gerechtigkeit geschenckt ist.
Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich warer Gott, vnd ein warer gerechter Mensch ist?

Vnser Herr Jesus Christus, der vns zur vollkommenen Erlösung vnnd Gerechtigkeit geschenckt ist.
HC Q19
Woher weistu das?

Auß dem heiligen Euangelio, welchs Gott selbst anfenglich im Paradeis hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzueter und Propheten lassen verkündigen, und durch die opffer und andere ceremonien des gesetzes fürgebildet, Endlich aber durch seinen eingeliebten Son erfüllet.
Woher weistu das?

Auß dem heiligen Euangelio, wel[9]ches GOtt selbst anfänglich im Paradeiß hat offenbaret: folgends durch die heilige Ertzuätter vnd Propheten lassen verkündigen, vnd durch die Opffer vnnd andere Ceremonien deß Gesetzes fürgebildet, Endlich aber durch seinen eingeliebten Son erfüllet.
HC Q20
Werden denn alle menschen widerumb durch Christum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sonder allein diejenigen, die durch waren glauben jm werden eingeleibet, und alle seine wohlthaten annemen.
Werden denn alle Menschen widerumb durch CHristum selig, wie sie durch Adam sind verloren worden?

Nein: sondern allein diejenigen, die durch waren Glauben jm werden eingeleibet, vnd alle seine wolthaten annemen.
HC LD 7 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 7. Sontag.

HC Q21
Was ist warer glaub?

Es ist nicht allein ein gewisse erkantnuß, dardurch ich alles für war halte, was uns Gott in seinem wort hat offenbaret: sonder auch ein hertzliches vertrawen, welches der heilige Geist [397]durchs Euangelium in mir würcket, daß nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der Sünden, ewige gerechtigkeit und seligkeit von Gott geschenckt sei, auß lauter gnaden, allein umb des verdiensts Christi willen.
Was ist warer Glaub?

Es ist nit allein ein gewisse erkanntnuß, dardurch ich alles für war halte, was vns GOtt in seinem wort hat offenbaret: sonder auch ein Hertzliches vertrawen, welches der H. Geist durchs [10]Euangelium in mir wircket, daß nicht allein andern, sonder auch mir vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit vnd seligkeit von Gott geschenckt sey, auß lauter gnaden allein vmb deß verdiensts Christi willen.
HC Q22
Was ist aber einem Christen noth zu glauben?

Alles was uns im Euangelio verheissen wirt, welchs uns die Artickel unsers algemeinen ungezweiffelten Christlichen Glaubens in einer summa lehren.
Was ist aber einem Christen not zu glauben?

Alles was vns im Euangelio verheissen wirdt, welches vns die Articul vnsers allgemeinen vngezweiffelten Christlichen Glaubens in einer Summa lehren.
HC Q23
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vater, den allmechtigen, Schöpffer himmels und der erden. Und in Jesum Christum, seinen eingebornen Son unsern HERRN, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen, gelitten under Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben und begraben, abgestiegen zu der Hellen, am dritten tage widerauffgestanden von den todten, auffgefaren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes des allmechtigen Vaters, von dannen er komen wird, zu richten die lebendigen und die todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der sünden, aufferstehung des fleisches und ein ewigs leben.
Wie lauten dieselben?

Ich glaub in Gott Vatter den Allmächtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden. Vnd in Jesum Christum, seinen eingebornen Son vn[11]sern HERRN, der empfangen ist von dem H. Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen, gelidten hat vnder Pontio Pilato, gecreutziget, gestorben vnd begraben, abgestigen zu der Hellen, am dritten tage wider aufferstanden ist von den Todten, auffgefahren gen Himmel, sitzet zu der Rechten Gottes deß Allmächtigen Vatters, von dannen er kommen wirt, zurichten die Lebendigen vnd die Todten. Ich glaub in den heiligen Geist, eine heilige allgemeine Christliche Kirche, die gemeinschafft der Heiligen, vergebung der Sünden, aufferstehung [12]deß Fleisches, vnd ein ewiges Leben.
HC LD 8 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 8. Sontag.

HC Q24
Wie werden diese Artickel abgetheilt?

In drey theil. Der erste ist von Gott dem Vater, und unser erschöpffung. Der ander von Gott dem Son, und unser erlösung. Der dritt von Gott dem heiligen Geist, und unser Heiligung.
Wie werden dise Articul abgetheilt?

In drey theil, Der erst ist von Gott dem Vatter, vnnd vnser erschaffung. Der ander von Gott dem Sohn, vnnd vnser Erlösung. Der dritte von Gott dem H. Geist, vnnd vnser Heiligung.
HC Q25
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ist: warumb nennestu drey, den Vater, Son und heiligen Geist?

Darumb daß sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hat, daß diese drey underschiedliche Personen, der einig wahrhafftig ewig Gott seind.
Dieweil nur ein einig Göttlich wesen ist, warumb nennest du drey, den Vatter, Sohn vnd heiligen Geist?

Darumb daß sich Gott also in seinem wort geoffenbaret hat, daß diese drey vnterschiedliche Personen der einig warhafftig ewig Gott seind.
HC LD 9 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 9. Sontag.

HC Q26
[398]Was glaubestu, wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vater, den allmechtigen, Schöpffer himels und der erden?

Daß der ewig Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Himmel und Erden sampt allem, was drinnen ist, auß nichts erschaffen, auch dieselbigen noch durch seinen ewigen rhat und fürsehung erhelt und regieret: umb seines Sons Christi willen, mein Gott und mein Vater sey, auff welchen ich also vertrawe, daß ich nicht zweiffel, er werde mich mit aller notdurfft leibs und der seelen versorgen, auch alles ubel, so er mir in diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wenden: dieweil ers thun kan, als ein almechtiger Gott: und auch thun wil als ein getrewer Vater.
Was glaubstu wenn du sprichst, Ich glaub in Gott Vatter den Allmächtigen, Schöpffer Himmels vnd der Erden?

[13]Daß der ewig Vatter vnsers Herrn Jesu Christi, der Himmel vnd Erden, samt allem was drinnen ist, auß nichts erschaffen, auch dieselbige noch durch seinen ewigen Raht vnd Fürsehung erhelt vnnd regiert, vmb seines Sohns Christi willen mein Gott vnd mein Vatter sey, auff welchen ich also vertrawe, daß ich nit zweiffel, er werde mich mit aller notturfft leibs vnd der seelen versorgen, auch alles vbel, so er mir inn diesem jamerthal zuschicket, mir zu gut wenden: dieweil ers thun kan, als ein allmächtiger Gott, vnd auch thun wil als ein getrewer Vatter.
HC LD 10 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 10. Sontag.

HC Q27
Was verstehestu durch die fürsehung Gottes?

Die allmechtige und gegenwertige krafft Gottes, durch welche er himmel und erde, sampt allen Creaturen, gleich als mit seiner hand noch erhelt, und also regiert, daß laub und graß, regen und dürre, fruchtbare und unfruchtbare jar, essen und trincken, gesundheit und kranckheit, reichthumb und armuth, und alles, nicht ohne gefehr, sonder von seiner väterlichen hand uns zukomme.
Was verstehestu durch die Fürsehung Gottes?

Die allmächtige vnd gegenwertige krafft Gottes, durch welche er Himmel vnd Erden, sampt allen Creaturen gleich als mit seiner Hand noch erhelt [14]vnd also regieret, daß Laub vnd Graß, Regen vnd dürre, fruchtbare vnnd vnfruchtbare Jar, Essen vnd Trincken, Gesundheit vnd Kranckheit, Reichthumb vnd Armut, vnd alles, nit one gefähr, sondern von seiner Vätterlichen Hand vns zukomme.
HC Q28
Was für nutz bekommen wir auß erkantnuß der schöpffung und fürsehung Gottes?

Daß wir in aller widerwertigkeit gedultig, in glückseligkeit danckbar, und auffs zukünfftig guter zuuersicht zu unserm getrewen Gott und Vater sein sollen, daß uns keine Creatur von seiner liebe scheiden wird, dieweil alle Creature also in seiner hand sind, daß sie sich one seinen willen auch nicht regen noch bewegen können.
Was für nutz bekommen wir auß erkanntnuß der Schöpffung vnnd Fürsehung Gottes?

Daß wir in aller widerwertigkeit gedultig, in glückseligkeit danckbar, vnnd auffs zukünfftig guter zuuersicht zu vnserm getrewen Gott vnd Vatter, sein sollen, daß vns keine Creatur von seiner liebe scheiden wirt, dieweil alle Creaturen also in seiner Hand sind, daß sie sich ohne seinen willen auch nit regen noch bewegen können.
HC LD 11 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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III. LECTIO. Der 11. Sontag.

HC Q29
Warumb wirdt der Son Gottes Jesus, das ist, seligmacher genant?

[399]Darumb daß er uns selig macht von unsern sünden, und daß bey keinem andern einige seligkeit zu suchen noch zu finden ist.
Warumb wirt der Son GOttes Jesus, das ist, Seligmacher, genannt?

[15]Darumb, daß er vns selig macht von vnsern sünden, vnnd daß bey keinem andern einige Seligkeit zusuchen noch zufinden ist.
HC Q30
Glauben denn die auch an den einigen seligmacher Jesum, die jre seligkeit und heil bey heiligen, bei jnen selbst, oder anderstwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher und Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rhümen. Denn entweder Jesus nit ein volkommener Heiland sein muß: oder die diesen Heiland mit warem glauben annemen, müssen alles in jm haben, das zu jrer seligkeit vonnöten ist.
Glauben denn die auch an den einigen Seligmacher Jesum, die jhre Seligkeit vnnd Heil bey Heiligen, bey jnen selbst, oder anderßwo suchen?

Nein: sonder sie verleugnen mit der that den einigen Seligmacher vnd Heiland Jesum, ob sie sich sein gleich rühmen, Denn entweder Jesus nicht ein vollkomener Heiland sein muß: Oder die disen Heyland mit warem Glauben annemen, müssen alles in jm haben, das zu jrer Seligkeit von nöten ist.
HC LD 12 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 12. Sontag.

HC Q31
Warumb ist er Christus, das ist, ein gesalbter genant?

Daß er von Gott dem Vater verordnet, und mit dem heiligen Geist gesalbet ist, zu unserm obersten Propheten und Lehrer, der uns den heimlichen rhat und willen Gottes von unser erlösung volkomlich offenbaret: Und zu unserem einigen hohen Priester, der uns mit dem einigen opffer seines leibs erlöset hat, und jmerdar mit seiner fürbit für dem Vater vertrit: Und zu unserm ewigen König, der uns mit seinem wort und Geist regiert, und bey der erworbenen erlösung schützet und erhelt.
Warumb ist er CHristus, das ist ein Gesalbter genannt?

Daß er von Gott dem Vatter verordnet, vnnd mit dem heiligen Geist gesalbet ist zu vnserm obersten Prophe[16]ten vnd Lehrer, der vns den heimlichen raht vnd willen Gottes von vnser erlösung vollkömlich offenbarett, Vnd zu vnserm einigen hohen Priester, der vns mit dem einigen Opffer seines Leibs erlöset hat, vnd jmerdar mit seiner Fürbitt für dem Vatter vertritt: Vnd zu vnserm ewigen König, der vns mit seinem wort vnd Geist regiert, vnd bey der erworbenen erlösung schützt vnd erhelt.
HC Q32
Warumb wirst aber du ein Christ genent?

Daß ich durch den glauben ein glied Christi und also seiner salbung theilhafftig bin, auff daß auch ich seinen Namen bekenne, mich jm zu einem lebendigen danckopffer darstelle, und mit freyem gewissen in diesem leben wider die sünde und Teufel streite, und hernach in ewigkeit mit jm uber alle Creaturen hersche.
Warumb wirst aber du ein Christ genennet?

Daß ich durch den Glauben ein Glied Christi, vnd also seiner Salbung theilhafftig bin, auff daß auch ich seinen Namen bekenne, mich jm zu einem lebendigen Danckopffer darstelle, vnnd mit freyem gewissen in diesem Leben wider die Sünd vnd Teuffel streitte, vnnd hernach inn ewigkeit mit jhm vber alle Creaturen herrsche.
HC LD 13 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 13. Sontag.

HC Q33
Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch kinder Gottes sind?

[400]Darumb daß Christus allein der ewig natürlich Son Gottes ist: wir aber umb seinet wille auß gnaden zu kindern Gottes angenommen sind.
[17]Warumb heist er Gottes eingeborner Son, so doch wir auch Kinder Gottes sind?

Darumb daß CHristus allein der ewig natürlich Sohn GOttes ist: wir aber vmb seinet willen auß Gnaden zu Kindern Gottes angenommen sind.
HC Q34
Warumb nennestu jn unsern Herrn?

Daß er uns mit leib und seel von der sünden, und auß allem gewalt des Teufels, nicht mit golt oder silber, sonder mit seinem thewern Blut, jhm zum eigenthumb erlöset und erkaufft hat.
Warumb nennestu jn vnsern Herrn?

Daß er vns mit Leib vnd Seel von der Sünden, vnd auß allem gewalt deß Teuffels, nicht mit Gold oder Silber, sonder mit seinem thewren Blut, jm zum Eigenthumb erlöset vnd erkaufft hat.
HC LD 14 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 14. Sontag.

HC Q35
Was heist, daß er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen?

Daß der ewige Son Gottes, der warer und ewiger Gott ist und bleibet, ware menschliche natur, auß dem fleisch und blut der Jungfrawen Maria, durch würckung des heiligen Geists an sich genomen hat, auff daß er auch der ware samen Davids sey, seinen brüdern in allem gleich, außgenommen die sünde.
Was heist, daß er empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren auß Maria der Jungfrawen?

Daß der ewige Son GOttes, der warer vnd ewiger Gott ist, vnd bleibet, ware Menschliche natur, auß dem [18]Fleisch vnd Blut der Jungfrawen Maria durch wirckung deß H. Geists an sich genommen hat, auff daß er auch der ware Samen Dauids sey, seinen Brüdern in allem gleich, außgenommen die Sünde.
HC Q36
Was nutz bekomestu auß der heiligen empfengnuß und geburt Christi?

Daß er unser mittler ist, und mit seiner unschuld und volkommenen heiligkeit meine sünde, darin ich bin empfangen, für Gottes angesicht bedecket.
Was nutz bekomestu auß der heiligen Empfängnuß vnd Geburt Christi?

Daß er vnser Mittler ist, vnd mit seiner vnschult vnd vollkomenen heiligkeit meine Sünde, darin ich bin empfangen, für Gottes Angesicht bedecket.
HC LD 15 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 15. Sontag.

HC Q37
Was verstehestu durch das wörtlein gelitten?

Daß er an leib und seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sünde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hat, auff daß er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopffer, unser leib und seel von der ewigen verdamnuß erlösete, und uns Gottes gnade, gerechtigkeit und ewiges leben erwürbe.
Was verstehestu durch das wörtlein gelidten?

Daß er an Leib vnd Seel, die gantze zeit seines lebens auff Erden, sonderlich aber am end desselben, den zorn Gottes wider die Sünde deß gantzen Menschlichen Geschlechts getragen hat, auff daß er mit seinem leiden, als mit dem einigen Sönopffer, vnser Leib vnd Seel [19]von der ewigen verdamnuß erlösete, vnd vns Gottes Gnade, Gerechtigkeit vnd ewiges Leben erwürbe.
HC Q38
[401]Warumb hat er under dem Richter Pontio Pilato gelitten?

Auff daß er unschuldig under dem weltlichen Richter verdamt würde, und uns damit von dem strengen urtheil Gottes, das uber uns gehen solte, erlediget.
Warumb hat er vnter dem Richter Pontio Pilato gelidten?

Auff daß er vnschuldig vnter dem weltlichen Richter verdammt würde vnd vns damit von dem gestrengen Vrtheil Gottes, das vber vns gehen solte, erledige.
HC Q39
Ist es etwas mehr, daß er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern todts gestorben were?

Ja, Denn dardurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung die auff mir lage, auff sich geladen habe. Dieweil der tod des Creutzes von Gott verflucht war.
Ist es etwas mehr, daß er ist gecreutziget worden, denn so er eines andern Todts gestorben were?

Ja, Dann dardurch bin ich gewiß, daß er die vermaledeyung die auff mir lage, auff sich geladen habe, Dieweil der Todt deß Creutzes von Gott verflucht war.
HC LD 10-b only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 10. [16.] Sontag.

HC Q40
Warumb hat Christus den tod müssen leiden?

Darumb, daß von wegen der gerechtigkeit und warheit Gottes, nicht anderst für unsere sünden möchte bezalet werden, denn durch den todt des Sons Gottes.
Warumb hat CHristus den Todt müssen leiden?

[20]Darumb, daß von wegen der Gerechtigkeit vnd Warheit Gottes, nit anderst für vnsere Sünden möchte bezalet werden, denn durch den Todt deß Sons Gottes.
HC Q41
Warumb ist er begraben worden?

Damit zu bezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.
Warumb ist er begraben worden?

Damit zubezeugen, daß er warhafftig gestorben sey.
HC Q42
Weil denn Christus für uns gestorben ist, wie kompts daß wir auch sterben müssen?

Unser tod ist nit ein bezalung für unsere sünd: sonder nur ein absterbung der sünden, und eingang zum ewigen leben.
Weil denn Christus für vns gestorben ist, wie kompts daß wir auch sterben müssen?

Vnser Todt ist nit ein bezahlung für vnsere sünde: sonder nur ein absterbung der Sünden, vnnd eingang zum ewigen leben.
HC Q43
Was bekommen wir mehr für nutz auß dem opffer und todt Christi am Creutz?

[402]Daß durch seine krafft unser alter mensch mit jm gecreutzget, getödtet und begraben wird, auff daß die bösen lüste des fleisches nicht mehr in uns regieren, sonder daß wir uns selbst jhm zur dancksagung auffopffern.
Was bekommen wir mehr für nutz auß dem Opffer vnd Todt Christi am Creutz?

[21]Daß durch seine krafft vnser alter Mensch mit jm gecreutziget, getödtet, vnd begraben wirt, auff daß die bösen lüste deß Fleisches nicht mehr in vns regieren, sondern daß wir vns selbst jm zur Dancksagung auffopffern.
HC Q44
Warumb folget abgestiegen zu der hellen?

Daß ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein HERR Christus habe mich durch seine unaußsprechliche angst, schmertzen und schrecken, die er auch an seiner seele, am Creutz und zuuor erlitten, von der hellischen angst und pein erlöset.
Warumb folget, Abgestiegen zu der Hellen?

Daß ich in meinen höchsten anfechtungen versichert sey, mein Herre Christus hab mich durch seine vnaußsprechliche angst, schmertzen vnd schrecken, die er auch an seiner Seelen, am Creutz vnd zuuor erlidten, von der Hellischen angst vnd pein erlöset.
HC LD 17 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 17. Sontag.

HC Q45
Was nützet uns die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch seine Aufferstehung den tod uberwunden, daß er uns der gerechtigkeit, die er uns durch seinen todt erworben hat, könte theilhafftig machen. Zum andern werden auch wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen leben. Zum dritten ist uns die Aufferstehung Christi ein gewisses pfand unserer seligen aufferstehung.
Was nutzet dich die Aufferstehung Christi?

Erstlich hat er durch sein Aufferstehung den Tod vberwunden, daß er vns der Gerechtigkeit, die er vns durch seinen todt erworben hat, könte theilhafftig machen, Zum andern, werden auch [22]wir jetzunder durch seine krafft erwecket zu einem newen Leben. Zum dritten ist vns die Aufferstehung Christi ein gewisses pfand vnserer seligen aufferstehung.
HC LD 18 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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IIII. LECTIO. Der 18. Sontag.

HC Q46
Wie verstehestu daß er ist gen himmel gefaren?

Daß Christus für den augen seiner Jünger, ist von der erden auffgehaben gen himmel, und uns zu gut daselbst ist, biß daß er widerkompt zu richten die lebendigen und die todten.
Wie verstehestu, daß er ist gen Himmel gefahren?

Daß Christus für den Augen seiner Jünger ist von der Erden auffgehaben gen Himmel, vnd vns zu gut daselbst ist, biß daß er widerkompt zurichten die Lebendigen vnd die Todten.
HC Q47
Ist denn Christus nit bey uns biß ans ende der welt, wie er uns verheissen hat?

Christus ist warer Mensch und warer Gott: Nach seiner menschlichen natur, ist er jetzunder nicht auff erden: aber nach seiner Gottheit, Maiestet, genad und Geist, weicht er nimmer von uns.
Ist denn Christus nit bey vns biß an das end der welt, wie er vns verheissen hat?

Christus ist warer Mensch vnd warer GOtt: Nach seiner Menschlichen natur ist er jetzunder nit auff Erden, aber nach seiner Gottheit, Maiestät, Gnad vnd Geist weicht er nimmer von vns.
HC Q48
[403]Werden aber mit der weiß die zwo naturen in Christo nit voneinander getrennet, so die menscheit nicht uberal ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheit unbegreiflich und allenthalben gegenwertig ist: so muß folgen, daß sie wol ausserhalb jrer angenommenen menschheit, und dennoch nichts desto weniger auch in derselben ist, und personlich mit jr vereiniget bleibt.
[23]Werden aber mit der weiß die zwo Naturen in Christo nicht von einander getrennet, so die Menschheit nicht vberall ist, da die Gottheit ist?

Mit nichten: Denn weil die Gottheit vnbegreifflich vnd allenthalben gegenwertig ist: so muß folgen, daß sie wol ausserhalb jhrer angenommenen Menschheit, vnnd dennoch nichts desto weniger auch in derselbigen ist vnd persönlich mit jr vereiniget bleibt.
HC Q49
Was nützet uns die Himmelfart Christi?

Erstlich, daß er im himmel für dem angesicht seines Vaters, unser fürsprecher ist. Zum andern, daß wir unser fleisch im himmel zu einem sichern pfand haben, daß er als das haupt, uns seine glieder auch zu sich werde hinauff nemen. Zum dritten, daß er uns seinen Geist zum gegenpfandt herab sendet, durch welches krafft wir suchen was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, und nicht das auff erden ist.
Was nützet vns die Himmelfahrt Christi?

Erstlich daß er im Himmel für dem Angesicht seines Vatters vnser Fürsprecher ist. Zum andern, daß wir vnser Fleisch im Himmel zu einem sichern Pfand haben, daß er als das Haupt vns seine Glied auch zu sich werde hinauff nemmen. Zum dritten, daß er vns seinen Geist zum Gegenpfand her[24]absendet, durch welches krafft wir suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der rechten Gottes, vnd nicht das auff Erden ist.
HC LD 19 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 19. Sontag.

HC Q50
Warumb wird hinzu gesetzt, daß er sitze zur rechten Gottes?

Daß Christus darumb gen himmel gefaren ist, daß er sich daselbst erzeige, als das haubt seiner Christlichen kirchen, durch welches der Vater alles regiert.
Warumb wird hinzu gesetzt, daß er sitzt zu der rechten Gottes?

Daß Christus darumb gehn Himel gefahren ist, daß er sich daselbst erzeige, als das Haupt seiner Christlichen Kirchen, durch welches der Vatter alles regiert.
HC Q51
Was nützet uns diese herrligkeit unsers haupts Christi?

Erstlich daß er durch seinen heiligen Geist, in uns seine glieder, die himlische gaben außgeust. Darnach, daß er uns mit seinem gewalt wider alle feind schützet und erhelt.
Was nützet vns diese Herrligkeit vnsers Haupts Christi?

Erstlich, daß er durch seinen heiligen Geist, in vns seine Glieder, die Himlischen gaben außgeußt, Darnach, daß er vns mit seinem gewalt wider alle Feind schützet vnd erhelt.
HC Q52
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zu richten die lebendigen und die todten?

[404]Daß in allem trübsal und verfolgung mit auffgerichtem haupt, ebe des Richters der sich zuvor dem gericht Gottes für mich dargestelt, und alle vermaledeyung von mir hinweg genomen hat, auß dem himmel gewertig bin, daß er alle seine und meine feinde, in die ewige verdamnuß werffe: mich aber sampt allen außerwelten zu jhm in die himlische freud und herrligkeit neme.
Was tröstet dich die widerkunfft Christi zurichten die Lebendigen vnnd die Todten?

[25]Daß ich in allem Trübsal vnd verfolgung mit auffgerichtem Haupt eben deß Richters, der sich zuuor dem Gericht Gottes für mich dargestellt, vnnd alle vermaledeyung von mir hinweg genomen hat, auß dem Himmel gewertig bin, daß er alle seine vnd meine Feinde in die ewige verdamnuß werffe, mich aber samt allen Außerwelten zu jm in die Himlische freud vnd herrligkeit neme.
HC LD 20 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 20. Sontag.

HC Q53
Was glaubstu vom heiligen Geist?

Erstlich daß er gleich ewiger Gott mit dem Vater und dem Son ist. Zum andern, daß er auch mir gegeben ist, mich durch ein waren glauben, Christi und aller seiner wolthaten theilhafftig machet, mich tröstet, und bey mir bleiben wird biß in ewigkeit.
Was glaubstu vom heiligen Geist?

Erstlich, daß er gleich ewiger Gott mit dem Vatter vnd dem Sohn ist. Zum andern, daß er auch mir gegeben ist, mich durch ein waren Glauben Christi vnnd aller seiner wolthat theilhafftig macht, mich tröstet, vnd bey mir bleiben wirdt biß in Ewigkeit.
HC LD 21 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 21. Sontag.

HC Q54
Was glaubstu von der heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen?

Daß der Son Gottes auß dem gantzen menschlichen geschlecht, jhm ein außerwelte gemein zum ewigen leben, durch sein Geist und wort in einigkeit des waren glaubens, von anbegin der welt, biß aus end versamle, schütze und erhalte, und daß ich derselben ein lebendiges glied bin, und ewig bleiben werde.
[26]Was glaubstu von der heiligen allgemeinen Christlichen Kirchen?

Daß der Son Gottes, auß dem gantzen Menschlichen Geschlecht, jm ein außerwelte Gemein zum ewigen leben, durch seinen Geist vnd wort, in einigkeit deß waren Glaubens, von anbegin der Welt biß ans end versamle, schütze vnd erhalte, vnd daß ich derselben ein lebendiges Glied bin, vnnd ewig bleiben werde.
HC Q55
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

Erstlich, daß alle und jede glaubigen, als glieder an dem HERRN Christo, und allen seinen schetzen und gaben, gemeinschafft haben. Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz und heil der andern glieder, willig und mit freuden anzulegen sich schuldig wissen sol.
Was verstehestu durch die gemeinschafft der Heiligen?

Erstlich, daß alle vnd jede Glaubigen, als Glieder, an dem Herrn Christo vnd allen seinen schätzen vnnd gaben gemeinschafft haben. Zum andern, daß ein jeder seine gaben zu nutz vnd heil der andern Glieder, willig vnd mit freuden anzulegen sich schuldig wissen soll.
HC Q56
Was glaubstu von vergebung der Sünden?

[405]Daß Gott umb der gnugthuung Christi willen aller meiner sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zu streiten habe nimmermehr gedencken wil: sonder mir die gerechtigkeit Christi auß gnaden schencket, daß ich ins gericht nimmermehr soll kommen.
[27]Was glaubstu von vergebung der Sünden?

Daß GOtt vmb der gnugthuung Christi willen aller meiner Sünden, auch der sündlichen art, mit der ich mein lebenlang zustreitten habe, nimmermehr gedencken wil: sonder mir die Gerechtigkeit CHristi auß Gnaden schencket, daß ich inns Gericht nimmermehr soll kommen.
HC LD 22 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 22. Sontag.

HC Q57
Was tröst dich die aufferstehung des fleisches?

Daß nicht allein meine seel nach diesem leben alsbald zu Christo jrem haupt genommen wird: sonder auch daß diß mein fleisch, durch die krafft Christi auff erweckt, wider mit meiner seelen vereiniget, und dem heiligen leib Christi gleichformig werden sol.
Was tröst dich die Aufferstehung deß Fleisches?

Daß nit allein meine seel nach diesem Leben als bald zu Christo jrem Haupt genommen wirt, sondern auch daß diß mein Fleisch durch die krafft CHristi aufferweckt, wider mit seiner Seelen vereiniget vnd dem herrlichen Leib Christi gleichförmig werden soll.
HC Q58
Was tröst dich der Artickel vom ewigen leben?

Daß, nachdem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem hertzen empfinde, ich nach diesem leben volkommene seligkeit besitzen werde, die kein aug gesehen, kein ohr gehöret, und in keines menschen hertz nie komen ist, Gott ewiglich darin zu preisen.
Was tröst dich der Articul vom ewigen [28]Leben?

Daß, nach dem ich jetzunder den anfang der ewigen freude in meinem Hertzen empfinde, ich nach diesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret, vnd in keines Menschen Hertz nie kommen ist, GOTT ewiglich darin zupreisen.
HC LD 23 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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V. LECTIO. Der 23. Sontag.

HC Q59
Was hilfft es dich aber nun, wenn du diß alles glaubest?

Daß ich in Christo für Gott gerecht, und ein Erb des ewigen lebens bin.
Was hilfft es dich aber nun, wenn du diß alles glaubest?

Daß ich in Christo für Gott gerecht vnd ein Erb deß ewiges Lebens bin.
HC Q60
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren glauben in Jesum Christum. Also: daß ob mich schon mein gewissen anklagt, daß ich wider alle Gebot Gottes schwerlich gesündiget, und derselben keines nie gehalten hab, auch noch jmerdar zu allem bösen geneigt bin: doch Got ohn alle meine verdienst, auß lauter gnaden, mir die volkomme gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi schencket und zurechnet, als hette ich nie keine sünde begangen noch gehabt, und selbst allen den gehorsam [406]vollbracht, den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigen hertzen anneme.
Wie bistu gerecht für Gott?

Allein durch waren Glauben in Jesum CHRistum, Also, daß ob mich schon mein Gewissen anklagt, daß ich wider alle gebott Gottes schwerlich gesündiget, vnd derselben keines nie gehalten hab, auch noch jmmerdar zu allem [29]bösen geneigt bin, doch Gott ohn alle meine verdienst, auß lauter gnaden mir die vollkommene gnugthuung, gerechtigkeit vnd heiligkeit Christi schencket, vnnd zurechnet, als hette ich nie keine Sünd begangen noch gehabt, vnd selbst allen den gehorsam vollbracht, den Christus für mich hat geleistet, wenn ich allein solche wolthat mit glaubigem Hertzen annemme.
HC Q61
Warumb sagstu daß du allein durch den glauben gerecht seyest?

Nicht daß ich von wegen der wirdigkeit meines glaubens Gott gefalle: sonder darumb, daß allein die gnugthuung, gerechtigkeit und heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für Gott ist, und ich dieselbe nicht anderst, denn allein durch den glauben annemen, und mir zueigen kan.
Warumb sagst du, daß du allein durch den Glauben gerecht seyest?

Nicht daß ich von wegen der Wirdigkeit meines Glaubens Gott gefalle: sonder darumb, daß allein die gnugthuung, gerechtigkeit vnd heiligkeit Christi, meine gerechtigkeit für GOtt ist, vnd ich dieselbe nit anderst, denn allein durch den Glauben annemmen, vnd mir zueignen kan.
HC LD 24 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 24. Sontag.

HC Q62
Warumb können aber unsere gute werck nit die gerechtigkeit für Gott, oder ein stück derselben sein?

Darumb, daß die gerechtigkeit, so für Gottes gericht bestehen sol, durchauß volkomen, und dem Göttlichen Gesetz gantz gleichformig sein muß, und aber auch unsere beste werck in diesem leben alle unvolkomen, und mit sünden befleckt sind.
Warumb können aber vnsere gute werck nicht die Gerechtigkeit für Gott, oder ein stück derselbigen sein?

[30]Darumb, daß die Gerechtigkeit, so für Gottes Gericht bestehen soll, durchauß vollkommen, vnnd dem Göttlichen Gesetz gantz gleichförmig sein muß, vnd aber auch vnser beste werck in diesem Leben alle vnuollkommen vnd mit Sünden befleckt sind.
HC Q63
Verdienen aber unsere gute werck nichts, so sie doch Gott in diesem und zukünfftigen leben wil belohnen?

Die belohnung geschicht nit auß verdienst, sonder auß gnaden.
Verdienen aber vnsere gute Werck nichts, so sie doch GOTT in diesem vnd zukünfftigen Leben wil belohnen?

Diese belohnung geschicht nicht auß verdienst, sonder auß gnaden.
HC Q64
Macht aber diese lehre nicht sorglose und verruchte leut?

Nein, Denn es unmöglich ist, daß die, so Christo durch waren glauben sind eingepflantzt, nit frucht der danckbarkeit sollen bringen.
Macht aber diese Lehr nit sorglose vnd verruchte Leut?

Nein: Denn es vnmüglich ist, daß die, so CHristo durch waren Glauben sind eingepflantzt, nit frucht der danckbarkeit sollen bringen.
HC LD 25 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 25. Sontag.

HC Q65
Dieweil denn allein der glaub uns Christi, und aller seiner wolthaten theilhafftig macht: woher kompt solcher glaube?

[407]Der heilig Geist würcket denselben in unsern hertzen, durch die predig des heiligen Euangelions, und bestetiget den durch den brauch der heiligen Sacramenten.
[31]Dieweil denn allein der Glaub vns Christi vnd aller seiner wolthaten theilhafftig macht, woher kompt solcher Glaube?

Der heilig Geist wircket denselben in vnsern Hertzen, durch die Predigt deß heiligen Euangelions, vnd bestättiget den durch den brauch der heiligen Sacrament.
HC Q66
Was seind die Sacrament?

Es seind sichtbare heilige warzeichen und Sigill, von Gott dartzu eingesetzt, daß er uns durch den brauch derselben, die verheissung des Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, und versiegele: Nemlich, daß er uns von wegen des einigen opffers Christi, am Creutz volbracht, vergebung der sünden, und ewiges leben auß gnaden schencke.
Was seind die Sacrament?

Es sind sichtbare heilige Warzeichen vnd Sigill, von Gott darzu eingesetzet, daß er vns durch den brauch derselbigen, die verheissung deß Euangelions desto besser zuuerstehen gebe, vnnd versiegele: Nemlich daß er vns von wegen deß einigen Opffers Christi am Creutz vollbracht, vergebung der Sünden, vnnd ein ewiges Leben auß Gnaden schencke.
HC Q67
Seind denn beyde das wort und die Sacrament dahin gericht, daß sie unsern glauben auff das opffer Jesu Christi am Creutz, als auff den einigen grund unserer seligkeit weisen?

Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, und bestetiget durch die heiligen Sacrament, daß unsere gantze seligkeit stehe in dem einigen opffer Christi, für uns am Creutz geschehen.
[32]Seind denn beyde das wort vnd die Sacrament dahin gericht, daß sie vnsern Glauben auff das Opffer JEsu Christi am Creutz, als auff den einigen grund vnserer Seligkeit weisen?

Ja freylich: Denn der heilig Geist lehret im Euangelio, vnnd bestättiget durch die heiligen Sacrament, daß vnsere gantze Seligkeit stehe in dem einigen Opffer Christi, für vns am Creutz geschehen.
HC Q68
Wieviel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey: den heiligen Tauff, und das heilig Abendmal.
Wie viel Sacrament hat Christus im newen Testament eingesetzt?

Zwey, Den heiligen Tauff, vnd das heilig Abendmal.
HC LD 26 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 26. Sontag.

HC Q69
Wie wirstu im heiligen Tauff erinnert und versichert, daß das einege opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

Also: daß Christus diß eusserlich wasserbad eingesetzt, und darbey verheissen hat, daß ich so gewiß mit seinem blut und geist, von der unreinigkeit meiner seelen, das ist, allen meinen sünden gewaschen sey, so gewiß ich eusserlich mit dem wasser, welches die unsauberkeit des leibs pflegt hinzunemen, gewaschen bin.
Wie wirst du im heiligen Tauff erinnert vnnd versichert, daß das einige Opffer Christi am Creutz dir zu gut komme?

[33]Also: daß Christus diß eusserlich Wasserbad eingesetzt, vnd darbey verheissen hat, daß ich so gewiß mit seinem Blut vnd Geist, von der vnreinigkeit meiner Seelen, das ist, allen meinen Sünden gewaschen sey, so gewiß ich eusserlich mit dem Wasser, welches die vnsauberkeit deß Leibs pfleget hinzunemen, gewaschen bin.
HC Q70
[408]Was heist mit dem Blut und Geist Christi gewaschen sein?

Es heist vergebung der sünden von Gott auß gnaden haben, umb des bluts Christi willen, welchs er in seinem opffer am Creutz für uns vergossen hat: Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, und zu einem glied Christi geheiliget sein, daß wir je lenger je mehr der sünden absterben, und in einem Gottseligen, unstreflichen leben wandlen.
Was heist mit dem Blut vnd Geist Christi gewaschen sein?

Es heist vergebung der Sünden von GOTT auß gnaden haben, vmb deß Bluts Christi willen, welches er in seinem Opffer am Creutz für vns vergossen hat, Darnach auch durch den heiligen Geist ernewert, vnd zu einem glied Christi geheiliget sein, daß wir je lenger je mehr der sünden absterben, vnd in einem Gottseligen, vnsträfflichen Leben wandlen.
HC Q71
Wo hat Christus verheissen, daß wir so gewiß mit seinem blut und geist als mit dem tauffwasser gewaschen seind?

In der einsetzung des Tauffs, welche also lautet. Gehet hin, und lehret alle Völcker, und tauffet sie, im namen des Vaters und des Sons, und des heiligen Geists: wer da glaubet und getauffet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubt, der wird verdampt werden. Diese verheissung wirdt auch widerholet, da die schrifft den Tauff das bad der widergeburt, und abwaschung der sünden nennet.
[34]Wo hat Christus verheissen, daß wir so gewiß mit seinem Blut vnd Geist, als mit dem Tauffwasser gewaschen sind?

In der einsatzung deß Tauffs, welche also lautet: Gehet hin vnd lehret alle Völcker, vnnd tauffet sie im Namen deß Vatters, vnd deß Sons, vnd deß heiligen Geists: Wer da glaubet vnd getaufft wirt, der wirt selig werden, wer aber nicht glaubet, der wirdt verdampt werden. Diese verheissung wirt auch widerholet, da die Schrifft den Tauff das Bad der Widergeburt, vnnd abwaschung der Sünden nennet.
HC LD 27 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 27. Sontag.

HC Q72
Ist denn das eusserlich wasserbad, die abwaschung der sünden selbst?

Nein, Denn allein das blut Jesu Christi, und der heilige Geist einiget uns von allen sünden.
Ist denn das eusserlich Wasserbad die abwaschung der Sünden selbst?

[35]Nein, Denn allein das Blut Jesu CHristi vnnd der heilige Geist reiniget vns von allen Sünden.
HC Q73
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das bad der widergeburt, und die abwaschung der sünden?

Gott redet also nit one grosse vrsach: Nemlich, nit allein daß er uns damit lehren, daß, gleich wie unsauberkeit des leibs durch wasser, also unsere sünde durchs blut und geist Christi hinweg genomen werden: sonder vielmehr, daß er uns durch diß Göttlich pfand und warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von unsern sünden geistlich gewasche sind, als wir mit dem leiblichen wasser gewaschen werden.
Warumb nennet denn der heilige Geist den Tauff das Bad der widergeburt, vnd die abwaschung der sünden?

Gott redet also nicht one grosse vrsach: Nemlich, nicht allein daß er vns damit will lehren, daß gleich wie die vnsauberkeit deß Leibs durchs wasser, also vnsere sünden durchs Blut vnd Geist CHristi hinweg genommen werden, sondern viel mehr, daß er vns durch diß Göttlich Pfand vnnd Warzeichen wil versichern, daß wir so warhafftig von vnsern sünden Geistlich gewaschen sind, als wir mit dem Leiblichen Wasser gewaschen werden.
HC Q74
[409]Sol man auch die junge kinder tauffen?

Ja: Denn dieweil sie so wol als die alten in den Bundt Gottes und seine gemein gehören, und jhnen in dem blut Christi die erlösung von sünden, und der heilig Geist, welcher den glauben würcket, nit weniger denn den alten zugesagt wird: so solle sie auch durch den tauff, als des Bunds zeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, und von der unglaubigen kinder underscheiden werden, wie im alten Testament durch die beschneidung geschehen ist, an welcher stat im newen Testament der Tauff ist eingesetzt.
Soll man auch die jungen Kinder tauffen?

[36]Ja: Denn dieweil sie so wol als die Alten in den Bund Gottes, vnnd seine Gemeine gehören, vnnd jhnen in dem Blut Christi die erlösung von sünden, vnd der heilig Geist, welcher den Glauben wircket, nit weniger denn den Alten zugesagt wirt, so sollen sie auch durch den Tauff, als deß Bunds zeichen, der Christlichen Kirchen eingeleibt, vnd von der Vngläubigen Kinder vnterscheiden werden, wie im alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist, an welcher statt im newen Testament der Tauff ist eingesetzt.
HC LD 28 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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VI. LECTIO. Der 28. Sontag.

HC Q75
Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert und versichert, daß du an dem einigen opffer Christi am Creutz, und allen seinen gütern gemeinschafft habest?

Also, daß Christus mir und allen glaubigen von diesem gebrochnen brod zu essen, und von diesem Kelch zu trincken befohlen hat, und darbey verheissen, Erstlich daß sein leib so gewiß für mich am Creutz geopffert und gebrochen, und sein blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit augen sehe, daß das brod des HERRN mir gebrochen, und der Kelch mir mitgetheilet wird. Und zum andern, daß er selbst meine seel mit seinem gecreutzigten leib und vergossnen blut so gewiß zum ewigen leben speise und trencke, als ich auß der hand des Dieners empfange, und leiblich niesse das brod und den Kelch des HERRN, welche mir als gewisse warzeichen des leibs und bluts Christi gegeben werden.
Wie wirstu im heiligen Abendmal erinnert vnnd versichert, daß du an dem einigen Opffer Christi am Creutz, vnd allen seinen Gütern gemeinschafft habst?

Also, daß Christus mir vnnd allen Gläubigen von disem gebrochnen Brod [37]zuessen vnnd von diesem Reich zutrincken befohlen hat zu seinem Gedechtnuß, vnd dabey verheissen, Erstlich daß sein Leib so gewiß für mich am Creutz geopffert vnd gebrochen, vnd sein Blut für mich vergossen sey, so gewiß ich mit Augen sehe, daß das Brodt deß Herrn mir gebrochen, vnd der Kelch mir mitgetheilt wirt: Vnd zum andern, daß er selbst meine Seel mit seinem gecreutzigten Leib vnd vergossenem Blut, so gewiß zum ewigen leben speise vnnd trencke, als ich auß der Hand deß Dieners empfange vnd leiblich niesse das Brod vnd den Kelch deß Herren, welche mir als gewisse Warzeichen deß Leibs vnd Bluts Christi gegeben werden.
HC Q76
Was heist den gecreutzigten leib Christi essen, und sein vergossen blut trincken?

Es heist nit allein mit glaubigem hertzen das gantze leiden und sterben Christi annemen, und dardurch vergebung der sünden und ewiges leben bekomen: Sonder auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wonet, also mit seinem gebenedeyten leib je mehr und mehr vereiniget werden: daß wir, obgleich er im himmel, und wir auff erden sind: dennoch fleisch von seinem fleisch, und bein von seinen beine sind, und von eine geist (wie die glieder unsers leibs von einer seelen) ewig leben und regieret werden. [410]
Was heist den gecreutzigten Leib Christi essen, vnd sein vergossen Blut trincken?

Es heist nicht allein mit gläubigem Hertzen das gantze Leiden vnd Sterben Christi annemmen, vnd dardurch vergebung der Sünden vnd ewiges Leben [38]bekommen, Sondern auch darneben durch den heiligen Geist, der zugleich in Christo vnd in vns wohnet, also mit seinem gebenedeyten Leib je mehr vnnd mehr vereiniget werden, daß wir, ob gleich er im Himmel, vnd wir auff Erden sind: Dennoch Fleisch von seinem Fleisch vnd Bein von seinen Beinen sind, vnd von einem Geist, (wie die Glieder vnsers Leibs von einer Seelen) ewig leben vnd regieret werden.
HC Q77
Wo hat Christus verheissen, daß er die glaubigen so gewiß also mit seinem leib und blut speise und trencke, als sie von diesem gebrochnen brod essen, und von diesem Kelch trincken?

In der einsatzung des Abendmals, welche also lautet: Unser HERR Jesus, in der nacht da er verrhaten ward, nam er das brodt, dancket und brachs und sprach, Nemet, esset, das ist mein leib, der für euch gebrochen wirdt, Solchs thut zu meiner gedechtnuß. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, und sprach: Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem blut, solches thut, so offt jrs trincket, zu meiner gedechtnuß: Denn so offt jr von diesem brod esset, und von diesem Kelch trincket, solt jr des HERRN todt verkündigen, biß daß er kompt. Und diese verheissung wirdt auch widerholet durch S. Paulum, da er spricht: Der Kelch der danckszagung, damit wir danckszagen, ist er nit die gemeinschafft des bluts Christi? Das brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft des leibs Christi? Denn ein brod ists, so seind wir viel ein leib, dieweil wir alle eines brods theilhafftig seind.
Wo hat Christus verheissen, daß er die Gläubigen so gewiß also mit seinem Leib vnd Blut speise vnd trencke, als sie von disem gebrochnen Brodt essen vnd von disem Kelch trincken?

In der einsatzung deß Abendmals, welche also lautet: Vnser Herr JESus, in der Nacht da er verrahten ward, nam er das Brodt, [39]dancket vnnd brachs, vnd sprach, Nemet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wirdt, solches thut zu meiner Gedächtnuß. Desselben gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmal, vnnd sprach. Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem Blut, solches thut, so offt jrs trinckt, zu meiner Gedächtnuß: Denn so offt jr von diesem Brodt esset, vnd von diesem Kelch trincket, solt jhr deß Herren todt verkündigen, biß daß er kompt. Vnnd diese verheissung wirdt auch widerholet, durch S. Paulum, da er spricht: Der Kelch der Dancksagung, damit wir [40]dancksagen, ist er nicht die gemeinschafft deß Bluts Christi? Das Brodt das wir brechen, ist das nicht die gemeinschafft deß Leibs CHRisti? Denn ein Brodt ists, so seind wir viel ein Leib, dieweil wir alle eines Brodst theilhafftig seind.
HC LD 29 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 29. Sontag.

HC Q78
Wird denn auß brod und wein der wesentlich leib und blut Christi?

Nein: sonder wie das wasser in dem Tauff, nit in daß blut Christi verwandlet, oder die abwaschung der sünden selbst wird, deren es allein ein Göttlich warzeichen und versicherung ist: also wirdt auch daß heilig brod im Abendmal nit der leib Christi selbst, wiewol es nach art und brauch der Sacramenten, der leib Christi genennet wird.
Wirdt dann auß Brodt vnd Wein der wesentlich Leib vnd Blut Christi?

Nein: sondern wie das Wasser in dem Tauff, nicht in das Blut CHristi verwandelt, oder die Abwaschung der Sünden selbst wirdt, deren es allein ein Göttlich Warzeichen vnd versicherung ist: Also wirdt auch das heilig Brod im Abendmal nit der leib Christi selbst, wiewol es nach art vnnd brauch der Sacramenten, der Leib CHristi genennet wirdt.
HC Q79
Warumb nennet denn Christus das brod seinen leib, und den Kelch sein blut, oder das newe Testament in seinem blut, und S. Paulus, die gemeinschafft des leibs und bluts Jesu Christi?

Christus redet also nit one grosse vrsach. Nemlich, daß er uns nit allein damit wil lehren, daß, gleich wie brod und wein das zeitliche leben erhalten, also sey auch sein gecreutzigter leib und vergossen blut [411]die ware speiß und tranck unserer seelen, zum ewigen leben: sonder viel mehr daß er uns durch diß sichtbare zeichen und pfand wil versichern, daß wir so warhafftig seines waren leibs und bluts durch wirckung des heiligen Geists teilhafftig werden, als wir diese heilige warzeichen, mit dem leiblichen mund zu seiner gedechtnuß enpfangen: und daß all sein leiden und gehorsam so gewiß unser eigen sey, als hetten wir selbst in unser eigen person alles gelitten und gnuggethan.
[41]Warumb nennet denn CHRistus das Brodt seinen Leib, vnnd den Kelch sein Blut, oder das newe Testament in seinem Blut, vnd S. Paulus die Gemeinschafft deß Leibs vnd Bluts Jesu Christi?

Christus redet also nicht ohne grosse vrsach: Nemlich, daß er vns nit allein damit wil lehren daß, gleich wie Brodt vnd Wein das zeitliche Leben erhalten, so sey auch sein gecreutzigter Leib vnd vergossen Blut, die ware Speiß vnnd Tranck vnserer Seelen zum ewigen leben: sonder vil mehr daß er vns durch diß sichtbare Zeichen vnnd Pfand wil versichern, daß wir so warhafftig seines waren Leibs vnd Bluts durch wirckung deß heiligen Geistes theilhafftig werden, als wir diese heilige Warzeichen, mit dem leiblichen Mund zu seiner Gedechtnuß empfangen, vnd daß all sein leiden vnnd gehorsam so gewiß vnser eigen sey, als hetten wir selbst in [42]vnser eigen Person alles gelidten vnnd gnug gethan.
HC LD 30 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 30. Sontag.

HC Q80
Was ist für ein underscheid zwischen dem Abendmal des HERRN, und der Bäbstlichen Meß?

Das Abendmal bezeuget uns, daß wir volkomene vergebung aller unser sünden haben, durch das einige opffer Jesu Christi, so er selbst einmal am creutz volbracht hat. Und daß wir durch den H. Geist Christo werden eingeleibt, der jetzund mit seinem waren leib im himmel zur Rechten des Vaters ist, und daselbst wil angebettet werden. Die Meß aber lehret, daß die lebendigen und die todten nicht durch das leiden Christi vergebung der sünden haben, es sey denn daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopffert werde. Und daß Christus leiblich unter der gestalt brods und weins sey, und derhalben darin sol angebettet werden. Und ist also die Meß im grund nichts anders, denn ein verleugnung des einigen opffers und leidens Jesu Christi, und ein vermaledeite Abgötterey.
Was ist für ein vnderscheid zwischen dem Abendmal deß HErren, vnnd der Bäpstischen Meß?

Das Abendmal bezeuget vns, daß wir vollkommene vergebung aller vnser Sünden haben, durch das einige Opffer Jesu Christi so er selbst ein mal am Creutz vollbracht hat, Vnnd daß wir durch den heiligen Geist CHRisto werden eingeleibt, der jetzund mit seinem waren Leib im Himmel zur Rechten deß Vatters ist, vnd daselbst wil angebettet werden. Die Meß aber lehret, daß die Lebendigen vnd die Todten nicht durch das Leiden CHristi vergebung der Sünden haben es sey denn daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopffert werde: Vnnd daß Christus Leiblich vnter der gestalt Brodts vnd Weins sey, vnd derhalben darinn soll angebettet werden. Vnnd [43]ist also die Meß im grund nicht anderst, denn ein verleugnung deß einigen Opffers vnd Leidens Jesu Christi vnd ein vermaledeyte Abgötterey.
HC Q81
Welche solle zu dem Tisch des HERREN kommen?

Die jhnen selbst umb jrer sünden willen mißfallen, und doch vertrawen, daß dieselbige jhnen verziehen und die ubrige schwachheit mit dem leiden und sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr und mehr jhren glauben zu stercken und jr leben zu bessern. Die unbußfertigen aber und heuchler, essen und trincken jnen selbst das gericht.
Welche sollen zu dem Tisch deß HERRN kommen?

Die jnen selbst vmb jrer sünden willen mißfallen, vnd doch vertrawen, daß dieselbige jhnen verziehen, vnnd die vbrige schwachheit mit dem leiden vnd sterben Christi bedeckt sey, begeren auch je mehr vnnd mehr jhren Glauben zustercken, vnnd jhr leben zubessern. Die Vnbußfertigen aber vnnd Heuchler, essen vnd trincken jnen selbst das Gericht.
HC Q82
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zugelassen werden, die sich mit jrer bekantnuß und leben, als unglaubige und Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirdt also der Bundt Gottes geschmecht, und sein zorn uber die gantze gemein gereitzet. Derhalben die Christliche Kirch [412]schuldig ist, nach der ordnung Christi und seiner Aposteln, solche, biß zu besserung jres lebens, durch daß ampt der Schlüssel außzuschliessen.
Sollen aber zu diesem Abendmal auch zugelassen werden die sich mit jrer Bekanntnuß vnd Leben als Vnglaubige vnd Gottlose erzeigen?

Nein: denn es wirt also der Bund Gottes geschmächt, vnnd sein zorn vber [44]die gantze Gemein gereitzet. Derhalben die Christliche Kirch schuldig ist, nach der Ordnung Christi vnnd seiner Aposteln, solche, biß zur besserung jhres lebens, durch das Ampt der Schlüssel außzuschliessen.
HC LD 31 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 31. Sontag.

HC Q83
Was ist das ampt der Schlüssel?

Die Predig des heiligen Euangelions, und die Christliche Bußzucht, durch welche beyde stück, das Himmelreich den glaubigen auffgeschlossen, und den unglaubigen zugeschlossen wird.
Was ist das Ampt der Schlüssel?

Die Predig deß heiligen Euangelions, vnnd die Christliche Bußzucht, durch welche beyde stück das Himmelreich den Glaubigen auffgeschlossen, vnnd den Vnglaubigen zugeschlossen wirdt.
HC Q84
Wie wird das Himmelreich durch die predig des heiligen Euangelions auff und zugeschlossen?

Also: daß nach dem befelch Christi allen und jeden glaubigen verkündigt und offentlich bezeuget wird jne so offt sie die verheissung des Euangelions mit warem glauben annemen, warhafftig alle jre sünden von Gott, umb des verdiensts Christi willen, vergeben sind. Und herwiderumb, allen unglaubigen und heuchlern, daß der zorn Gottes und die ewige verdamnuß auff jnen ligt, so lang sie sich nit bekeren: Nach welcher zeugnuß des Euangelii, Gott beide in diesem und zukünfftigen leben vrtheilen wil.
Wie wirt das Himmelreich durch die Predig deß heiligen Euangelions auff vnd zugeschlossen?

Also: daß nach dem Befehl Christi, allen vnnd jeden Glaubigen verkündigt vnd offentlich bezeuget wirdt, daß jhnen so offt sie die verheissung deß Euangelions mit warem Glauben annemmen, [45]warhaftig alle jre Sünden von Gott vmb deß verdiensts Christi willen, vergeben sind: Vnnd herwiderumb allen Vnglaubigen vnnd Heuchlern, daß der Zorn Gottes, vnd die ewige Verdamnuß auff jhnen ligt, so lang sie sich nicht bekehren: Nach welchem Zeugnuß deß Euangelii, Gott beyde in disem vnd zukünfftigen Leben vrtheilen wil.
HC Q85
Wie wirdt das Himmelreich zu und auffgeschlossen, durch die Christliche Bußzucht?

Also: daß nach dem befelch Christi, diejenige so under dem Christlichen namen, unchristliche lehr od. wandel füren, nach dem sie etlich mal brüderlich vermanet sein, und jren jrthumen oder lastern nit abstehen, der kirchen, oder denen so von der kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, und so sie sich an derselbe vermanung auch nit keren, von jnen durch verbietung der heiligen Sacrament auß der Christlichen gemein, und von Gott selbst, auß dem Reich Christi werden außgeschlossen: und widerumb als glieder Christi und der kirchen, angenomen, wenn sie ware besserung verheissen und erzeigen.
Wie wirt das Himmelreich zu vnd auffgeschlossen, durch die Christliche Bußzucht?

Also: daß nach dem Befelch Christi die jenigen, so vnter dem Christlichen Namen vnchristliche Lehr oder Wandel führen, nach dem sie etlichmal Brüderlich vermahnt sein, vnnd von jhren Jrrthumen oder Lastern nicht abstehen, der Kirchen, oder denen so von der Kirchen darzu verordnet sind, angezeigt, vnd so sie sich an derselben vermanung auch nicht kehren, von jhnen durch verbietung der heiligen Sacrament auß [46]der Christlichen Gemein, vnd von Gott selbst, auß dem Reich CHristi werden außgeschlossen: vnd widerumb als Glieder Christi vnd der Kirchen angenommen, wenn sie ware besserung verheissen vnd erzeigen.
HC PART 3
DER DRITTE THEIL. VON DER DANCKBARKEIT.
Der dritte theil. Von der Danckbarkeit.
HC LD 32 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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VII. LECTIO. Der 32. Sontag.

HC Q86
[413]Dieweil wir denn auß unserm elendt one alle unsere verdienst, auß gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute werck thün?

Darumb, daß Christus, nach dem er uns mit seinem blut erkaufft hat, uns auch durch seine heilige Geist ernewert zu seinem ebenbildt, daß wir mit unserm gantzen leben uns danckbar gegen Gott für seine wolthat erzeigen, und er durch uns gepriesen werde. Darnach auch, daß wir bey uns selbst unsers glaubens auß seinen früchten gewiß sein, und mit unserm Gottseligem wandel, unsere nechsten auch Christo gewinnen.
Dieweil wir dann auß vnserm Elend ohne alle vnser verdienst, auß gnaden durch Christum erlöset seind, warumb sollen wir gute Werck thun?

Darumb, daß Christus, nach dem er vns mit seinem Blut erkaufft hat, vns auch durch seinen heiligen Geist, ernewert zu seinem Ebenbild, daß wir mit vnserm gantzen Leben vns danckbar gegen GOtt für seine Wolthat erzeigen, vnnd er durch vns gepriesen werde: Darnach auch, daß wir bey vns selbst vnsers Glaubens auß seinen früchten gewiß sein, vnd mit vnserm [47]Gottseligen wandel, vnsere Nächsten auch Christo gewinnen.
HC Q87
Können denn die nicht selig werden, die sich von jrem undanckbaren unbußfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keineswegs: denn, wie die schrifft saget: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lesterer, Rauber und dergleichen, wird das reich Gottes erben.
Können denn die nicht selig werden, die sich von jrem vndanckbaren vnbußfertigen wandel zu Gott nicht bekeren?

Keins wegs: denn wie die Schrifft saget: Kein Vnkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geitziger, Trunckenpoltz, Lästerer, Rauber, vnnd dergleichen, wirdt das Reich GOttes erben.
HC LD 33 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 33. Sontag.

HC Q88
In wieviel stücken stehet die warhafftige Buß oder bekerung des menschen?

In zweyen stücken: In absterbung des alten, und aufferstehung des newen menschen.
Jnn wie viel stücken stehet die warhafftige Buß oder bekerung deß Menschen?

Jn zweyen stücken: Jn absterbung deß alten, vnnd aufferstehung deß newen Menschen.
HC Q89
Was ist die Absterbung des alten menschen?

Im die sünde von hertzen lassen leidt sein, und dieselbige je lenger je mehr hassen und fliehen.
Was ist die absterbung deß alten Menschen?

[48]Jm die sünde von hertzen lassen leid sein, vnd dieselbige je lenger je mehr hassen vnd fliehen.
HC Q90
Was ist die aufferstehung des newen menschen?

[414]Hertzliche freud in Gott, und lust und lieb haben nach dem willen Gottes, in allen guten wercken zu leben.
Was ist die Aufferstehung deß newen Menschen?

Hertzliche freud in GOTT durch Christum, vnnd lust vnnd lieb haben nach dem willen Gottes in allen guten wercken zuleben.
HC Q91
Welches seind aber gute werck?

Allein die auß warem Glauben, nach dem Gesetz Gottes jhm zu ehren geschehen: und nicht die auff unser gutdüncken oder menschen satzung gegründet sein.
Welches sind aber gute werck?

Allein die auß warem Glauben, nach dem Gesetz Gottes jm zu Ehren geschehen: vnd nit die auff vnser gutduncken oder Menschen satzung gegründet sein.
HC LD 34 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 34. Sontag.

HC Q92
Wie laut das Gesetz des HERRN?

Gott redet alle dise wort. Das Erste Gebot.

Ich
bin der HERR dein Gott, der ich dich auß Egyptenland, auß dem Diensthauß geführet habe. Du solt kein ander Götter für mir haben. Das Ander.

Du solt dir kein Bildnuß noch jrgendt ein gleichnuß machen, weder deß, das oben im Himel, noch deß, das unden auff Erden, oder deß, das im wasser under der erden ist, Du solt sie nicht anbeten, noch jnen dienen. Denn ich der HERR dien Gott, bin ein starcker eyueriger Gott, der die missethat der Väter heimsucht an den Kindern, biß ins dritte und vierde glied, deren die mich hassen: und thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, und meine Gebot halten. Das dritte.

Du solt den Namen des HERREN deines Gottes nicht mißbrauchen, Denn der HERR wird den nicht ungestrafft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Das vierde.

Gedenck des Sabbaht tags, das du jhn heiligest. Sechs tag soltu arbeiten, und alle deine werck thun, aber am sibenden tage ist der Sabbath des HERREN deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, noch dien [415]Son, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine magt, noch dein Vieh, noch der frembling der in deine thoren ist. Denn in sechs tagen hat der HERR himel und erden gemacht, und das mehr, und alles was drinnen ist, und rhuete am sibenden tage, darumb segnete der HERR den Sabbath tag, und heiliget jn. Das Fünffte.

Du solt dein Vater und deine Mutter ehren, auff das du lang lebest im Land, das dir der HERR dein Gott gibt. Das Sechste.

Du solt nit tödten. Das Sibente.

Du solt nit Ehebrechen. Das Achte.

Du solt nit stelen. Das Neünde.

Du solt kein falsch zeugnuß reden wider deinen nechsten. Das Zehende.

Laß dich nit gelüsten deines nechsten Hauß, Laß dich nit gelüsten deines nechsten weibs, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles das dein Nechster hat.
Wie laut das Gesetz deß HErrn?

Gott redet alle diese Wort. [49]Das erste Gebott. Jch bin der HERR dein Gott, der ich dich auß Egyptenland, auß dem Diensthauß geführt habe. Du solt kein andere Götter für mir haben. Das ander. Du solt dir kein Bildnuß noch jrgend ein gleichnuß machen, weder deß, das oben im Himmel, noch deß, das vnden auff Erden, oder deß, das im wasser vnter der Erden ist, Du solt sie nicht anbetten, noch jhnen dienen. Denn ich der Herr dein Gott, bin ein starcker eifferiger GOtt, der die missethat der Vätter heimsucht an den Kindern, biß ins [50]dritte vnd vierde Glied deren die mich hassen: vnnd thue barmhertzigkeit an viel tausenden die mich lieben, vnnd meine Gebott halten. Das dritte. Du solt den Namen deß Herren deines Gottes nicht mißbrauchen, Denn der Herr wirt den nicht vngestrafft lassen, der seinen Namen mißbraucht; Das vierde. Gedenck deß Sabbath tages, daß du jn heiligst. Sechß tag soltu arbeiten, vnnd alle deine Werck thun, aber am siebenden tag ist der Sabbath deß HERren deines Gottes, da solt du keine arbeit thun, [51]noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch deine Knecht, noch deine Magdt, noch dein Viehe, noch der Frembdling der in deinen Thoren ist. Denn in sechß tagen hat der HERr Himmel vnd Erden gemacht, vnd das Meer, vnd alles was drinnen ist, vnnd ruhete am siebenden tage, Darumb segnete der HErr den Sabbath tag, vnd heiligte jn. Das fünffte. Du solt deinen Vatter vnd deine Mutter ehren, auff daß du lang lebest im Land, das dir der HErr dein Gott gibt. Das sechste. Du solt nicht tödten. Das siebende. [52]Du solt nicht Ehebrechen. Das achte. Du solt nicht stelen. Das neunde. Du solt kein falsch Zeugnuß reden wider deinen Nächsten. Das zehende. Laß dich nit gelüsten deines nächsten Hauß, Laß dich nit gelüsten deines nächsten Weibs, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles das dein Nächster hat.
HC Q93
Wie werden diese Gebot geteilt?

In
zwo Tafeln, deren die erste in vier gebotten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen halten. Die ander in sechs gebotten, was wir unserm nechsten schuldig sein.
Wie werden diese Gebott getheilt?

Jn
zwo Taffeln, deren die erst in vier Gebotten lehret, wie wir vns gegen GOtt sollen halten: Die ander in [53]sechs Gebotten, was wir vnserm Nächsten schuldig seind.
HC Q94
Was erfordert der HERR im ersten Gebot?

Daß ich bey verlierung meiner seelen heil und seligkeit alle abgötterey, zauberey, abergläubische segen, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturen, meiden und fliehen sol, Und den einigen waren Gott recht erkennen, jhm allein vertrawen, in aller demut und gedult, von jhm allein alles guts gewarten, und jhn von gantzem [416]hertzen lieben, fürchten und ehren: Also daß ich ehe alle creaturen ubergebe, denn in dem geringsten wider seinen willen thue.
Was erfordert der HERR im ersten Gebott?

Daß ich bey verlierung meiner Seelen Heil vnd seligkeit alle Abgötterey, Zauberey, Abergläubische segen, anruffung der Heiligen oder anderer Creaturen, meiden vnd fliehen soll, Vnnd den einigen waren GOtt recht erkennen, jhm allein vertrawen, in aller demut, vnnd gedult, von jhm allein alles gutes erwarten, vnnd jhn von gantzem Hertzen lieben, förchten vnd ehren: Also daß ich ehe alle Creaturen vbergebe, dann inn dem geringsten wider seinen willen thue.
HC Q95
Was ist Abgötterey?

An stat des einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anderst dichte oder habe, darauff der mensch sein vertrawen setzt.
Was ist Abgötterey.

[54]An statt deß einigen waren Gottes, der sich in seinem wort hat offenbaret, oder neben demselbigen etwas anders dichten oder haben, darauff der Mensch sein vertrawen setzt.
HC LD 35 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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[Der 35. Sontag.]

HC Q96
Was wil Gott im andern Gebot?

Daß wir Gott in keinen weg verbilden, noch auff jrgend eine andere weise, denn er in seinem wort befohlen hat, verehren sollen.
Was will Gott im andern Gebott?

Daß wir GOtt in keinen weg verbilden, auch auff jrgend eine ander weise, denn er in seinem Wort befohlen hat, verehren sollen.
HC Q97
Sol man denn gar kein bildnuß machen?

Gott kan und sol keines wegs abgebildet werden; die Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden: so verbeut doch Gott desselbigen bildnuß zu machen und zu haben, daß man sie verehre oder jm damit diene.
Soll man denn gar kein Bildnuß machen?

Gott kan vnd soll keines weges abgebildet werden: Die Creaturen aber, ob sie schon mögen abgebildet werden: so verbeut doch GOtt derselben Bildnuß zumachen vnd zu haben, daß man sie verehre, oder im damit diene.
HC Q98
Mögen aber nicht die bilder als der Leyen bücher, in den Kirchen gedultet werden?

Nein: Denn wir nit sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nie durch stumme götzen, sonder durch die lebendige predig seines worts, wil underwiesen haben.
Mögen aber nicht die Bilder als [55]der der Leyen Bücher, in den Kirchen geduldet werden?

Nein: Denn wir nicht sollen weiser sein denn Gott, welcher seine Christenheit nicht durch stumme Götzen, sondern durch die lebendige Predig seines worts wil vnderwiesen haben.
HC LD 36 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 36. Sontag.

HC Q99
Was wil Gott im dritten Gebot?

[417]Daß wir nicht allein mit fluchen, oder mit falschem eyde: sonder auch mit unnötigem schweren den Namen Gottes nicht lestern oder mißbrauchen, noch uns mit unserm stilschweigen und zusehen solcher schrecklichen sünden theilhafftig machen, Und in summa, daß wir den heiligen Namen Gottes anderst nicht, denn mit forcht und ehrerbietung gebrauchen, auff daß er von uns recht bekent, angeruffen, und in all unsern worten und wercken gepriesen werde.
Was wil das dritt Gebott?

Daß wir nicht allein mit fluchen, oder mit falschem Eyd: sondern auch mit vnnötigem schweren den Namen Gottes nicht lästern oder mißbrauchen, noch vns mit vnserm stillschweigen vnd zusehen solcher schrecklichen Sünden theilhafftig machen, Vnd in Summa, daß wir den heiligen Namen GOttes anderst nicht, denn mit forcht vnd Ehrerbietung gebrauchen, auff das er von vns recht bekennet, angeruffen, vnd in allen vnsern worten vnd wercken gepriesen werde.
HC Q100
Ist denn mit schweren und fluchen Gottes Namen lestern, so eine schwere sünd, daß Gott auch uber die zürnet, die, souiel an jnen ist, dieselbe nicht helffen wehren und verbieten?

Ja freylich, Denn keine sünde grösser ist, noch Gott hefftiger erzürnet, denn lesterung seines Namens. Darumb er sie auch mit dem todt zu straffen befohlen hat.
[56]Jst denn mit schweren vnnd fluchen GOttes Namen lästern, so ein schwere Sünd, daß Gott auch vber die zürnet, die, so viel an jhnen ist, dieselben nit helffen wehren vnd verbieten?

Ja freylich: Dann keine Sünde grösser ist, noch GOtt hefftiger erzürnet, dann lästerung seines Namens, Darumb er sie auch mit dem Todt zu straffen befohlen hat.
HC LD 37 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 37 Sontag.

HC Q101
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Eyd schweren?

Ja: Wenn es die Oberkeit von jhren underthanen, oder sonst die noth erfordert, trewe und warheit zu Gottes ehre und des nechsten heil dardurch zuerhalten und zu fürdern. Denn solches eydschwere ist in Gottes wort gegründet, und derhalben von den Heiligen im alten und newen Testament recht gebrauchet worden.
Mag man aber auch Gottselig bey dem Namen Gottes einen Eyd schweren?

Ja, Wenn es die Oberkeit von jhren Vnterthanen, oder sonst die not erfordert trewe vnd Warheit zu Gottes Ehr, vnd deß Nächsten Heil dardurch zuerhalten vnnd zufürdern. Denn solches Eydschweren ist in Gottes wort gegründet, vnnd derhalben von den Heiligen im alten vnnd newen Testament recht gebraucht worden.
HC Q102
Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen eyd schweren?

Nein: Denn ein rechtmessiger eyd ist ein anruffung Gottes, daß er als der einig hertzkündiger, der warheit zeugnuß wölle geben, und mich straffen, so ich falsch schwere, welche ehre denn keiner creaturen gebüret.
[57]Mag man auch bey den Heiligen oder andern Creaturen Eyd schweren?

Nein: Denn ein rechtmässiger Eyd ist ein anruffung GOttes, daß er als der einig Hertzkündiger, der Warheit zeugnuß wölle geben, vnnd mich straffen, so ich falsch schwere, welche Ehre denn keiner Creaturen gebüret.
HC LD 38 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 38. Sontag.

HC Q103
Was wil Gott im vierdten Gebot?

[418]Got
wil erstlich, daß das Predigampt und schulen erhalten werden, und ich sonderlich am feiertag zu der gemeine Gottes vleissig kome, das wort Gottes zu lernen, die heilige Sacrament zu gebrauchen, den HERRN offentlich anzuruffen, und das Christlich almoß zugeben. Zum andern, daß ich alle tage meines lebens von meinen bösen wercke feyere, den HERRN durch seinen Geist in mir würcken lasse, und also den ewigen Sabbath in diesem leben anfange.
Was wil Gott in dem vierden Gebott?

Gott
wil erstlich, daß das Predigampt vnnd Schulen erhalten werde, vnd ich, sonderlich am Feyertag, zu der Gemeine Gottes fleissig kompt, das Wort Gottes zulehrnen, die heiligen Sacrament zugebrauchen, den Herren offentlich anzuruffen, vnnd das Christlich Allmosen zugeben: Zum andern, daß ich alle tag meines lebens von meinen bösen wercken feyre, den HErren [58]durch seinen Geist inn mir wircken lasse, vnnd also den ewigen Sabbath in diesem leben anfange.
HC LD 39 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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VIII. LECTIO. Der 39. Sontag.

HC Q104
Was wil Gott im fünfften Gebot?

Daß ich meinem Vater und Mutter, und allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe und trewe beweisen, und mich aller guten lehr und straff, mit gebürlichem gehorsam underwerffen, und auch mit jren gebrechen gedult haben sol, dieweil uns Gott durch jhre hand regieren wil.
Was wil Gott im fünfften Gebott?

Daß ich meinem Vatter vnd Mutter, vnd allen die mir fürgesetzt sein, alle ehre, liebe vnd trew beweisen, vnd mich aller guten Lehr vnd straff mit gebürlichem gehorsam vnterwerffen, vnnd auch mit jhren gebrechen gedult haben soll, dieweil vns GOTT durch jhre Hand regieren wil.
HC LD 40 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 40. Sontag.

HC Q105
Was wil Gott im sechsten gebot?

Daß ich meinem nechsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmehen, hassen, beleidigen, oder tödten: sonder alle rachgirigkeit ablegen, auch mich selbst nit beschedigen, oder mutwillig in gefahr begeben sol. Darumb auch die Oberkeit, dem todschlag zu wehren, das Schwert tregt.
Was wil Gott im sechsten Gebott?

Daß ich meinen Nächsten weder mit gedancken, noch mit worten oder geberden, viel weniger mit der that, durch mich selbst oder andere schmähen, hassen, beleidigen, oder tödten, sondern alle Rachgirigkeit ablegen, [59]auch mich selbst nicht beschädigen, oder mutwillig in gefahr begeben soll, Darumb auch die Oberkeit dem Todschlag zuwehren, das Schwerdt trägt.
HC Q106
Redet doch diß gebot allein von tödten?

Es wil uns aber Gott durch verbietung des Todtschlags lehren, daß er die wurtzel des todtschlags, als neid, haß, zorn, Rachgirigkeit, hasset, und daß solches alles für jhm ein heimlicher todtschlag sey.
Redet doch diß Gebott allein vom tödten?

Es wil vns aber Gott durch verbietung deß Todtschlags lehren, daß er die Wurtzel deß Todtschlags, als neid, haß, zorn, rachgirigkeit hasset, vnnd daß solches alles für jhm ein heimlicher Todtschlag seye.
HC Q107
Ists aber damit gnug, daß wir unsern nechsten, wie gemelt, nit tödten?

[419]Nein. Denn in dem Gott neid, haß und zorn verdampt: wil er von uns haben, daß wir unsern nechsten lieben als uns selbst, gegen jhm gedult, friede, sanfftmuth, barmhertzigkeit und freundligkeit erzeigen, seinen schaden, souiel uns möglich, abwenden, und auch unsern feinden guts thun.
Jsts aber damit gnug, daß wir vnsern Nechsten, wie gemeldt, nit tödten?

Nein: Denn in dem Gott neid, haß vnd zorn verdampt, wil er von vns haben, daß wir vnsern Nechsten lieben als vns selbst, gegen jm gedult, friede, sanfftmut, barmhertzigkeit, vnnd freundtligkeit erzeigen, seinen schaden, so viel vns möglich, abwenden, [60]vnd auch vnsern Feinden guts thun.
HC LD 41 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 41. Sontag.

HC Q108
Was wil das siebende Gebot?

Daß alle unkeuschheit von Gott vermaledeyet sey, und daß wir darumb jhr von hertzen feind sein sollen, und keusch und züchtig leben sollen, es sey im heiligen Ehestandt oder ausserhalb desselben.
Was wil das siebende Gebott?

Daß alle vnkeuschheit von GOtt vermaledeyet sey, vnd daß wir darumb jhr von Hertzen feind sein, vnnd keusch vnd züchtig leben sollen, es sey im heiligen Ehestand oder ausserhalb desselben.
HC Q109
Verbeut Gott in diesem gebot nichts mehr denn Ehebruch und dergleichen schanden?

Dieweil beyde unser leib und seel tempel des heiligen Geists sein, so wil er, daß wir sie beyde sauber und heilig bewaren. Verbeut derhalben alle unkeusche thaten, geberden, wort, gedancken, lust, und was den menschen darzu reitzen mag.
Verbeut GOtt inn diesem Gebott nichts mehr denn Ehebruch vnnd dergleichen schanden?

Dieweil beyde vnser Leib vnd Seel Tempel deß heiligen Geistes sein, so wil er, daß wir sie beyde sauber vnnd heilig bewaren. Verbeut derhalben alle vnkeusche thaten, geberden, wort, gedancken, lust, vnnd was den Menschen darzu reitzen mag.
HC LD 42 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 42. Sontag.

HC Q110
Was verbeut Gott im achten Gebot?

Er verbeut nicht allein den diebstal und rauberey, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch diebstal alle böse stück und anschlege, damit wir unsers nechsten gut gedencken an uns zu bringen, es sey mit gewalt oder schein des rechtens: als unrechtem gewicht, Ellnmaß, wahre, müntz, wucher, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen geitz, und unnütze verschwendung seiner gaben.
Was verbeut Gott im achten Gebott?

[61]Er verbeut nit allein den Diebstal, vnnd Rauberey, welche die Oberkeit strafft: sonder Gott nennet auch Diebstal alle böse stück vnd anschläge, damit wir vnsers Nechsten Gut gedencken an vns zubringen, es sey mit gewalt oder schein deß rechtens, als vnrechtem Gewicht, Elen, Maß, Wahr, Müntz, Wucher, oder durch einiges mittel, das von Gott verbotten ist: Darzu auch allen Geitz, vnnd vnnütze verschwendung seiner Gaben.
HC Q111
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebot?

Daß ich meines nechsten nutz, wo ich kan und mag, fürdere, gegen [420]jhm also handle, wie ich wolte, daß man mit mir handlete, und trewlich arbeite, auff daß ich dem dürfftigen in seiner noth helffen mög.
Was gebeut dir aber Gott in diesem Gebott?

Daß ich meines Nechsten nutz, wo ich kan vnd mag, fürdere, gegen jhm also handle, wie ich wolte daß man mit mir handlete, vnnd trewlich arbeite auff daß ich dem Dürfftigen inn seiner not helffen mög.
HC LD 43 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 43. Sontag.

HC Q112
Was wil das neund gebot?

Daß ich wider niemand falsche zeugnuß gebe, niemand seine wort verkere, kein affterreder und lesterer seye, Niemand unerhört, und leichtlich verdammen helffe: sonder allerley liegen und triegen, als eigene werck des Teufels, bey schwerem Gotteszorn vermeide, In gerichts und allen andern handlungen die warheit liebe, auffrichtig sage und bekenne, auch meines nechsten ehre und glimpff nach meinem vermögen rette und fürdere.
Was wil das neund Gebott?

[62]Daß ich wider niemand falsche zeugnuß geb, niemand seine wort verkere, kein Affterreder vnd Lästerer sey, niemand vnuerhört, vnd leichtlich verdammen helffe, sonder allerley liegen vnd triegen, als eigene werck deß Teufels, bey schwerem Gottes zorn vermeide, Jn Gerichts vnnd allen andern handlungen die Warheit liebe, auffrichtig sage vnnd bekenne, auch meines Nechsten Ehre vnd glimpff nach meinem vermögen rette vnd fördere.
HC LD 44 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 44. Sontag.

HC Q113
Was wil das zehend Gebot?

Daß auch die geringste lust od. gedancken wider jrgend ein gebot Gottes, in unser hertz nimmermehr komen: sonder wir für und für von gantzem hertzen aller sünde feind sein, und lust zu aller gerechtigkeit haben sollen.
Was wil das zehende Gebott?

Daß auch die geringste lust oder gedancken wider jrgend ein Gebott Gottes in vnser Hertz nimmermehr komen: sondern wir für vnnd für von gantzem Hertzen aller sünden feind sein, vnd lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen.
HC Q114
Können aber die zu Gott bekert sind, solche gebot volkömlich halten?

Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsams: doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen geboten Gottes anfangen zu leben.
Können aber, die zu GOtt bekehret sind, solche Gebott vollkömlich halten?

[63]Nein: sonder es haben auch die aller heiligsten, so lang sie in diesem leben sind, nur einen geringen anfang dieses gehorsams: doch also, daß sie mit ernstlichem fürsatz, nicht allein nach etlichen, sonder nach allen Gebotten Gottes anfangen zuleben.
HC Q115
Warumb lest uns denn Gott also scharff die zehen Gebot predigen, weil sie in diesem leben niemand halten kan?

Erstlich auff daß wir unser gantzes lebenlang unsere sündliche art je lenger je mehr erkennen, und souiel desto begiriger vergebung der sünden und gerechtigkeit in Christo suchen. Darnach daß wir ohne underlaß uns befleissen, und Gott bitten umb die gnade des heiligen Geists, [421]daß wir je lenger je mehr zu dem ebenbild Gottes ernewert werden, biß wir das ziel der volkommenheit nach diesem leben erreichen.
Warumb läst vns denn Gott also scharff die Zehen Gebott predigen, weil sie inn diesem leben niemand halten kan?

Erstlich, auff daß wir vnser gantzes lebenlang vnser sündliche art je lenger je mehr erkennen, vnnd so viel desto begieriger vergebung der Sünden vnnd Gerechtigkeit in Christo suchen. Darnach daß wir ohne vnderlaß vns befleissen, vnd Gott bitten vmb die Gnade deß H. Geists, daß wir je lenger je mehr zu dem Ebenbild GOttes ernewert werden, biß wir das ziel der vollkomenheit nach diesem leben erreichen.
HC LD 45 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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IX. LECTIO. Der 45. Sontag.

HC Q116
Warumb ist den Christen das Gebet nötig?

Darumb, daß es das fürnembste stück der danckbarkeit ist, welche Gott von uns erfordert, Und daß Gott seine gnade und heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit hertzlichem seufftzen ohne underlaß darumb bitten, und jhm darfür dancken.
[64]Warumb ist den Christen das Gebett nötig?

Darumb daß es das fürnemmeste stück der Danckbarkeit ist, welche Gott von vns erfordert, Vnd daß GOtt seine Gnade vnd heiligen Geist allein denen wil geben, die jhn mit Hertzlichem seufftzen ohne vnderlaß darumb bitten, vnd jm darfür dancken.
HC Q117
Was gehöret zu einem solchen gebett das Gott gefalle, und von jhm erhöret werde?

Erstlich daß wir allein den einigen waren Gott, der sich uns in seinem wort hat offenbaret, umb alles das er uns zu bitten befohlen hat, von hertzen anruffen. Zum andern, daß wir unsere noth und elend recht gründlich erkennen, uns für dem angesicht seiner Maiestet zu demütigen. Zum dritten, daß wir diesen festen grund haben, daß er unser gebett, unangesehen daß wirs unwirdig seind, doch umb des HERRN Christi willen gewißlich wölle erhören, wie er uns in seinem wort verheissen hat.
Was gehört zu einem solchen Gebett das Gott gefalle, vnd von jm erhöret werde?

Daß wir allein den einigen waren GOTT, der sich vns in seinem Wort hat offenbaret, vmb alles das er vns zubitten befohlen hat, von Hertzen anruffen, Vnsere not vnd Elend recht gründlich erkennen, vns für dem Angesicht seiner Maiestat zu demütigen, [65]Vnd diesen festen grund haben, daß er vnser Gebett, vnangesehen daß wir vnwirdig sind, doch vmb deß HERren CHRJsti willen gewißlich wölle erhören, wie er vns in seinem wort verheissen hat.
HC Q118
Was hat uns Gott befohlen von jhm zu bitten?

Alle geistliche und leibliche notdurfft, welche der HERR Christus begriffen hat in dem Gebett, das er uns selbst gelehret.
Was hat vns GOtt befohlen von jm zubitten?

Alle Geistliche vnnd Leibliche notturfft, welche der HErr CHristus begriffen hat, in dem Gebett, das er vns selbst gelehret.
HC Q119
Wie lautet dasselbe?

Unser Vater der du bist in himeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich kome. Dein wil geschehe, auff erden wie im himmel. Unser teglich brod gib uns heut. Und vergib uns unser schult, als auch wir vergeben [422]unsern schuldigern. Und füre uns nicht in versuchung, sonder erlöse uns vom bösem. Denn dein ist das reich, und die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, Amen.
Wie lautet dasselbe?

Vnser Vatter der du bist in Himeln. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Will geschehe auff Erden wie im Himmel. Vnser täglich Brodt gib vns [66]heut. Vnd vergib vns vnser schuld, als wir auch vergeben vnsern Schüldigern. Vnnd führe vns nit in versuchung, sondern erlöse vns vom bösen. Denn dein ist das Reich, vnd die Krafft, vnd die Herrligkeit in Ewigkeit, Amen.
HC LD 46 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 46. Sontag.

HC Q120
Warumb hat uns Christus befohlen Gott also anzureden, Unser Vater?

Daß er gleich im anfang unsers gebetts in uns erwecke die kindliche furcht und zuuersicht gegen Gott, welche der grund unsers gebets sol sein: Nemlich, daß Gott unser Vater durch Christum worden sey, und wölle uns viel weniger versagen, warumb wir jhn im glauben bitten, denn unsere Väter uns jrdische ding abschlagen.
Warumb hat vns Christus befohlen GOTT also anzureden, Vnser Vatter?

Daß er gleich im anfang vnsers Gebetts in vns erweckt die kindliche forcht vnnd zuuersicht gegen Gott, welche der grund vnsers Gebetts soll sein: Nemlich, daß GOTT vnser Vatter durch Christum worden sey, vnd wölle vns viel weniger versagen, warumb wir jhn im Glauben bitten, denn vnsere Vätter vns jrrdische ding abschlagen.
HC Q121
Warumb wird hinzugethan, Der du bist in himmeln?

Auff daß wir von der himlischen Maiestet Gottes, nichts jrdisch gedencken, und von seiner allmechtigkeit alle notdurfft leibs und der seelen gewarten.
[67]Warumb wirt hinzu gethan, Der du bist in den Himmeln?

Auff daß wir von der Himlischen Maiestet GOTtes nichts irrdisch gedencken vnnd von seiner Allmächtigkeit alle notturfft Leibs vnd der Seelen gewarten.
HC LD 47 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 47. Sontag.

HC Q122
Was ist die erste Bitt?

Geheiliget werde dein Name, das ist, gib uns erstlich daß wir dich recht erkennen, und dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine allmechtigkeit, weißheit, güte, gerechtigkeit, barmhertzigkeit und warheit, heiligen, rhümen und preisen. Darnach auch daß wir unser gantzes leben, gedancken, wort und werck dahin richten, daß dein Name umb unsert willen nit gelestert, sonder geehret und gepriesen werde.
Was ist die erste Bitt?

Geheiliget werde dein Name, das ist, gib vns erstlich, daß wir dich recht erkennen, vnnd dich in allen deinen wercken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weißheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmhertzigkeit, vnnd Warheit, heiligen rühmen vnd preisen Darnach auch, daß wir vnser gantzes leben, gedancken, wort vnd werck dahin richten, daß dein Name vmb vnsert willen nicht gelästert, sondern geehret vnd gepriesen werde.
HC LD 48 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 48. Sontag.

HC Q123
Was ist die ander Bitt?

Zukom dein Reich, das ist, Regiere uns also durch dein wort und geist, daß wir uns dir je lenger je mehr underwerffen: erhalt und mehre deine kirchen, und zerstöre die werck des Teuffels, und allen gewalt der sich wider dich erhebt, und alle böse rahtschlege, die wider dein heiliges wort erdacht werden, biß die volkommenheit deines Reichs hertzu kome, darin du wirst alles in allem sein. [423]
[68]Was ist die ander Bitt?

Zukomm dein Reich, das ist, regiere vns also durch dein Wort vnnd Geist, daß wir vns dir je lenger je mehr vnterwerffen: erhalt vnd mehre deine Kirchen, vnnd zerstöre die Werck deß Teufels, vnnd allen gewalt der sich wider dich erhebt, vnnd alle böse Rahtschläge, die wider dein heiliges Wort erdacht werden, biß die vollkommenheit deines Reichs herzu komme, darinn du wirst alles in allen sein.
HC LD 49 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 49. Sontag.

HC Q124
Was ist die dritte Bitt?

Dein Wil geschehe auff erden wie im himmel, das ist, verleihe daß wir und alle menschen unserm eigenen willen absagen, und deinem allein guten willen one alles widersprechen gehorchen, daß also jederman sein ampt und beruff so willig und trewlich außrichte, wie die Engel im himmel.
Was ist die dritte Bitt?

Dein Will geschehe auff Erden wie im Himmel, das ist, verleihe, daß wir vnd alle Menschen vnserm eigenen willen absagen, vnnd deinem allein guten willen ohne alles widersprechen gehorchen, daß also jederman sein Ampt vnd Beruff so willig [69]vnd trewlich außrichte, wie die Engel im Himmel.
HC LD 50 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 50. Sontag.

HC Q125
Was ist die vierde Bitt?

Gib uns heut unser teglich brod, das ist, wollest uns mit aller leiblichen notdurfft versorgen, auff daß wir dardurch erkennen, daß du der einig vrsprung alles guten bist, und daß one deinen segen, weder unsere sorgen und arbeit, noch deine gaben uns gedeien: und wir derhalben unser vertrawen von allen Creaturen abziehen, und allein auff dich setzen.
Was ist die vierde Bitt?

Gib vns heut vnser täglich Brodt, das ist, wollest vns mit aller Leiblicher notturfft versorgen, auff daß wir dardurch erkennen, daß du der einig vrsprung alles guten bist, vnd daß ohne deinen segen, weder vnsere sorgen vnnd arbeit, noch deine gaben vns gedeyen, vnd wir derhalben vnser vertrawen von allen Creaturen abziehen, vnd allein auff dich setzen.
HC LD 51 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 51. Sontag.

HC Q126
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib uns unsere schuld, als auch wir vergeben unsern schuldigern, das ist, wollest uns armen sündern alle unsere missethat, auch das böse, so uns noch jmerdar anhenget umb des bluts Christi willen nit zurechnen, wie auch wir diß zeugnuß deiner gnad in uns befinden, daß unser gantzer fürsatz ist, unserm nechsten von hertzen zuuerzeihen.
Was ist die fünffte Bitt?

Vergib vns vnser schuld, als wir auch vergeben vnsern Schüldigern, das ist, wollest vns armen Sündern alle vnser Missethat, auch das böse, so vns noch jmmerdar anhenget vmb diß Bluts Christi willen [70]nicht zurechnen, wie auch wir diß zeugnuß deiner Gnad in vns befinden, daß vnser gantzer fürsatz ist, vnserm Nechsten von Hertzen zuuerzeihen.
HC LD 52 only in Heidelberg: Mayer, 1576
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Der 52. Sontag.

HC Q127
Was ist die sechste Bitt?

Und füre uns nit in versuchüg, sonder erlöse uns vom bösen, das ist, dieweil wir auß uns selbst so schwach sein, daß wir nit einen augenblick bestehen können, und darzu unsere abgesagte feind, der Teufel, die welt, und unser eigen fleisch, nit auffhören uns anzufechten: so wollest uns erhalten und stercken durch die krafft deines [424]heiligen Geistes, auff daß wir jnen möge feste widerstand thun, und in diesem geistliche streit nit unden ligen, biß daß wir entlich den sieg volkomlich behalten.
Was ist die sechste Bitt?

Vnd führe vns nit in versuchung, sondern erlöse vns vom bösen, das ist, dieweil wir auß vns selbst so schwach sein, daß wir nicht einen Augenblick bestehen können, vnd darzu vnsere abgesagte Feind, der Teufel, die Welt, vnnd vnser eigen Fleisch nicht auffzuhören vns anzufechten: so wollest vns erhalten vnnd stercken durch die Krafft deines heiligen Geistes, auff daß wir jhnen mögen festen widerstandt thun, vnnd inn diesem Geistlichen streit nit vnden ligen, biß daß wir endlich den Sieg vollkömlich behalten.
HC Q128
Wie beschleusst du diß Gebet?

Denn dein ist das Reich, die krafft, und die herrligkeit in ewigkeit, das ist, Solchs alles bitten wir darumb von dir, daß du als unser König, und aller ding mechtig, uns alles guts geben wilst, und kanst, und daß dadurch nicht wir, sonder dein heiliger Name ewig sol gepriesen werden.
Wie beschleust du diß Gebet?

[71]Denn dein ist das Reich, die Krafft, vnnd die Herrligkeit in Ewigkeit, das ist, Solches alles bitten wir darumb von dir, daß du als vnser König, vnnd aller ding mächtig, vns alles guts geben wilst vnnd kanst, vnnd daß dadurch nicht wir, sondern dein heiliger Name ewig soll gepriesen werden.
HC Q129
Was bedeut das wörtlein, Amen.

Amen heist, das sol war und gewiß sein. Denn mein gebet viel gewisser von Gott erhöret ist, denn ich in meinem hertzen füle, daß ich solches von jhm begere.
Was heist das wörtlein, Amen?

Amen heist das soll war vnd gewiß sein. Denn mein Gebett viel gewisser von Gott erhöret ist denn ich in meinem hertzen füle, daß ich solches von im begere.